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	<title>Zurna - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-07-31T14:29:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Zurna, Dil, Kamis.jpg|thumb|Zurna aus Grenadillholz, Zunge &amp;#039;&amp;#039;(dil)&amp;#039;&amp;#039; aus Ebenholz und (von links nach rechts) unbeschnittenes Rohrblatt &amp;#039;&amp;#039;(kamış)&amp;#039;&amp;#039;, beschnittenes und verbranntes Rohrblatt und an das Rohr &amp;#039;&amp;#039;(boru)&amp;#039;&amp;#039; befestigte Rohrblatt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Zurna, Boru.jpg|thumb|Zusammengesteckte und zum Spielen bereite Zurna]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zurna&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Türkische Sprache|türkisch]]) oder &amp;#039;&amp;#039;surna&amp;#039;&amp;#039;, {{OtaS|سرنا}}, [[Kurdische Sprachen|kurdisch]] &amp;#039;&amp;#039;zirne&amp;#039;&amp;#039;, {{elS|ζουρνάς}}, {{arS|زرنة&amp;amp;lrm;|d=zurna}}, bezeichnet in der [[Türkei]] und in einigen Nachbarländern, die unter dem Einfluss der [[Musik der Türkei|osmanischen Musikkultur]] standen, eine Gruppe von [[Doppelrohrblattinstrument]]en mit trichterförmigem [[Schallbecher]]. Sie gehören zu einer großen Familie von Trichteroboen, die mit Abwandlungen des Namens &amp;#039;&amp;#039;[[Sornay (Musikinstrument)|sornay]]&amp;#039;&amp;#039; von Nordafrika über den Orient, Zentralasien und Indien bis nach Ostasien verbreitet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Name geht auf [[Persische Sprache|persisch]] &amp;#039;&amp;#039;sūrnā&amp;#039;&amp;#039; und [[Alttürkische Sprache|alttürkisch]] &amp;#039;&amp;#039;suruna&amp;#039;&amp;#039; zurück. Das türkische &amp;#039;&amp;#039;z&amp;#039;&amp;#039; wird als [[Stimmhafter alveolarer Frikativ|stimmhaftes &amp;#039;&amp;#039;s&amp;#039;&amp;#039;]] ausgesprochen. Im 17. Jahrhundert wurde das Anfangs-s durch ein &amp;#039;&amp;#039;z&amp;#039;&amp;#039; ersetzt. Dies geht aus der Beschreibung von Musikinstrumenten im Werk des osmanischen Schriftstellers [[Evliya Çelebi]] hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Henry George Farmer]]: &amp;#039;&amp;#039;Turkish Instruments of Music in the Seventeenth Century. As described in the Siyāḥat nāma of Ewliyā Chelebī&amp;#039;&amp;#039;. Civic Press, Glasgow 1937; unveränderter Nachdruck: Longwood Press, Portland, Maine 1976: &amp;#039;&amp;#039;zūrnā&amp;#039;&amp;#039; S. 22f&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[Etymologie]] des persischen Wortes &amp;#039;&amp;#039;sūrnā/zurna&amp;#039;&amp;#039; gibt es mehrere Erklärungen. &amp;#039;&amp;#039;Sūrnā(y)&amp;#039;&amp;#039; könnte aus der Verbindung von {{arS| صور&amp;amp;lrm;|d=ṣūr|b=Horn}} und persisch &amp;#039;&amp;#039;[[Nay|ney]]&amp;#039;&amp;#039; („Rohr“), also „Hornflöte“ hervorgegangen sein. Auch eine alleinige Herkunft aus dem Altpersischen ist denkbar.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Laurence Picken]]: &amp;#039;&amp;#039;Folk Musical Instruments of Turkey&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, London 1975, S. 485&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühesten türkischen Termini für vergleichbare Instrumente der asiatischen [[Turkvölker]] waren im 10.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert &amp;#039;&amp;#039;yırağ&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;yorağ.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kegeloboen haben sich nicht nur mit dem [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] ausgebreitet, sie dürften in manche Gegenden, etwa auf den [[Balkanhalbinsel|Balkan]], schon vor den türkischen Eroberungen, meist durch dorthin geflüchtete [[Roma]] gekommen sein. Die &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; ist ein möglicher Vorläufer der europäischen [[Schalmei]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauform ==&lt;br /&gt;
Kegeloboen werden aus einem einzigen, kegelförmigen Stück Holz [[Drechseln|gedrechselt]]. In der Türkei werden [[Pflaumenholz]], [[Ebenholz]] und [[Aprikose]]nholz bevorzugt, wobei [[Wacholder]]holz, [[Kirschbaumholz]] oder [[Grenadill]]holz ebenfalls verwendet werden. Die meisten Arten des Zurna-Typs sind im Griffbereich zylindrisch und zur Stürze hin konisch gebohrt. Sie besitzen ein Doppelrohrblatt &amp;#039;&amp;#039;(kamış)&amp;#039;&amp;#039;, 3–8 Grifflöcher &amp;#039;&amp;#039;(perde)&amp;#039;&amp;#039; und ein zur Mitte der Rückseite hin versetztes Daumenloch, zusätzlich manchmal eine Vorrichtung, mit der alternative Töne und Klänge erzeugt werden können. Diese Technik wird allerdings heute nicht mehr genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Prinzip her handelt es sich um [[Windkapsel]]instrumente, da der Spieler das [[Instrumentenmundstück|Mundstück]] meist so tief in den Mund nimmt, dass die Rohrblätter darin frei schwingen und nicht mit den Lippen korrigiert werden können. Dabei hilft ihm eine abnehmbare Lippenstütze aus [[Kunststoff]] ([[Pirouette (Blasinstrument)|Pirouette]], türk.: &amp;#039;&amp;#039;sedef&amp;#039;&amp;#039;). Dieser Ansatz wird oft in Verbindung mit der [[Zirkularatmung]] eingesetzt. Im Schalltrichter, der Stürze, findet man gelegentlich Grifflöchern ähnliche „Teufelslöcher“ &amp;#039;&amp;#039;(şeytan delikleri)&amp;#039;&amp;#039;, deren klanglicher Sinn und musikalische Verwendung heute nicht mehr geklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; gibt es in der Regel in dreierlei Größen, türkisch als &amp;#039;&amp;#039;kaba&amp;#039;&amp;#039; („groß“ im Sinne von klanggewaltig, wörtlich „dick“), &amp;#039;&amp;#039;orta&amp;#039;&amp;#039; („mittel“) und &amp;#039;&amp;#039;cura&amp;#039;&amp;#039; („klein“) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielweise ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Surname 17b.jpg|thumb|Eine Zurna-Spielerin in einer Gruppe weiblicher Musikanten, osmanische Miniatur von 1720]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den [[Osmanisches Reich|Osmanen]] kam die &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; mit der &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039; als Geschenk des [[Seldschuken]]herrschers Kai Chosrau III. an [[Osman I.]] (* um 1258/1259; † 1326). Unter Osman I. war die &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; zunächst fest in höfisch-religiösen Zeremonien, z.&amp;amp;nbsp;B. während des Mittagsgebetes, verankert &amp;#039;&amp;#039;(nevbet vurmak),&amp;#039;&amp;#039; gelangte aber auch in die weltliche Fest- und Unterhaltungsmusik des Hofes und etwas später in die Militärmusik &amp;#039;&amp;#039;[[mehterhâne]]&amp;#039;&amp;#039; der [[Janitscharen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der gleichen Zeit bekam die &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; einen festen Platz in der Volksmusik, besonders in der Musik der religiösen und weltlichen Feste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Duo &amp;#039;&amp;#039;davul – zurna&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
Die große Trommel &amp;#039;&amp;#039;[[davul]]&amp;#039;&amp;#039; bildete schon sehr früh mit der &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; ein Duo, das für verschiedene Anlässe und in verschiedener Funktion große Bedeutung erlangte. Die &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039; wird bei diesem Duo stets zuerst genannt, da sie sowohl durch ihre unterschiedlichen Klänge als auch durch ihre rhythmische Leitfunktion sehr bestimmend ist. Die verschieden geschlagenen Klänge und Geräusche bringen dabei wie ein [[Bordun]] eine Art musikalische Räumlichkeit zustande. Darüber schwingt sich die Melodie der &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; oder sie ordnet sich dem Rhythmus unter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Volksmusik wird die &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; immer mehr von der [[Klarinette]] verdrängt. Die &amp;#039;&amp;#039;davul-zurna&amp;#039;&amp;#039;-Musiker werden auch im ländlichen Bereich zunehmend durch technische Medien und ihre traditionellen Musikstücke durch [[Schlager]], [[Popmusik]] und [[Rockmusik]] ersetzt. Doch auch hier geschieht eine Art Revival. Professionelle Musiker nehmen sich außerhalb des bisherigen soziologischen Kontextes der &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;#039;&amp;#039;Davul-zurna&amp;#039;&amp;#039; in der Volksmusik ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Karagoez-davul-Hacivat-zurna.jpg|miniatur|Hacivat mit &amp;#039;&amp;#039;zurna,&amp;#039;&amp;#039; Karagöz mit &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
In sehr vielen Ländern, in denen das &amp;#039;&amp;#039;davul-zurna&amp;#039;&amp;#039;-Ensemble üblich ist, waren oder sind bestimmte Bevölkerungsgruppen als zu den Festen mit Lied, Tanz und instrumentalen Vorträgen engagierte Wandermusikanten mit &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; unterwegs. Häufig sind das Roma (türk. &amp;#039;&amp;#039;çingene,&amp;#039;&amp;#039; seltener &amp;#039;&amp;#039;çigan&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;tsigan&amp;#039;&amp;#039;), deren Vorfahren bereits mit den Seldschuken nach [[Anatolien]] gekommen und dort oder zum großen Teil schon auf dem Weg dorthin zum [[Islam]] übergetreten sind. Dadurch erhielten die Roma in den seldschukischen Staaten Rechte wie andere islamische Untertanen, auch später im Osmanischen Reich. Traditionell waren sie Handwerker, Händler und Musiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für die &amp;#039;&amp;#039;çingene&amp;#039;&amp;#039;-Musiker ist auch heute noch das Duo &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039;-&amp;#039;&amp;#039;zurna.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon [[Abū l-Qāsem-e Ferdousī]] schreibt im [[Schāhnāme]] davon, dass &amp;#039;&amp;#039;Luri&amp;#039;&amp;#039;, die den &amp;#039;&amp;#039;Çingene&amp;#039;&amp;#039; ([[Roma]]) entsprechen könnten, im Jahr 420 n. Chr. von [[Bahram V.|Schah Bahram V. Gur]] als Musiker aus [[Indischer Subkontinent|Indien]] nach [[Perserreich|Persien]] geholt worden seien. „Vieles spricht demnach dafür, dass diese Instrumenten-Symbiose und ihre Praxis aus Indien stammen, Klangwerkzeuge wie Menschen.“ (K. u. U. Reinhard 1984)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung von &amp;#039;&amp;#039;davul-zurna&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Çingene&amp;#039;&amp;#039; spiegelt sich beispielhaft in der Hauptfigur des türkischen [[Schattenspiel]]s, das auch in [[Griechenland]], [[Montenegro]] und [[Rumänien]] gepflegt wurde. &amp;#039;&amp;#039;[[Karagöztheater|Karagöz]]&amp;#039;&amp;#039; wird durch seinen Namen (dt. „Schwarzauge“ im Sinne von &amp;#039;&amp;#039;çingene&amp;#039;&amp;#039;), durch seine &amp;#039;&amp;#039;Çingene&amp;#039;&amp;#039;-Geheimsprache und manchmal durch die Attribute &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; als &amp;#039;&amp;#039;Çingene&amp;#039;&amp;#039; charakterisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Türkei waren und sind auch meist [[Aleviten|alevitische]] [[Abdāl]] Wandermusiker. Vor allem sind sie singende &amp;#039;&amp;#039;ozan&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[aşık]]&amp;#039;&amp;#039;, aber auch Instrumentalisten mit &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;zurna.&amp;#039;&amp;#039; Sie gelten als turkstämmig. Heute sind sie wie die &amp;#039;&amp;#039;Çingene&amp;#039;&amp;#039;-Musiker meist sesshaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &amp;#039;&amp;#039;Davul-zurna&amp;#039;&amp;#039; in der Musik der &amp;#039;&amp;#039;mehterhâne&amp;#039;&amp;#039; ====&lt;br /&gt;
[[Bild:Mehterhane.jpg|thumb|&amp;#039;&amp;#039;Mehterhane,&amp;#039;&amp;#039; Bild von 1839, hinten Mitte Davul-Spieler, hinten rechts Zurna-Spieler. Der rotgekleidete &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039;-Spieler innerhalb des Kreises ist einer der beiden „Kapellmeister“.]]&lt;br /&gt;
Die eindrucksvolle Klangentfaltung der &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039; und die anfeuernd durchdringenden Klänge der &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; machten das mit hoheitlichen Bedeutungen versehene Duo dieser beiden Instrumente zum Kernstück der Militärmusik-Ensembles der Osmanen. In der Militärmusik der &amp;#039;&amp;#039;mehterhâne,&amp;#039;&amp;#039; auch in der von ihnen entwickelten höfischen Repräsentations- und Unterhaltungsmusik, bildete das &amp;#039;&amp;#039;davul-zurna&amp;#039;&amp;#039;-Ensemble zusammen mit weiteren Blas- und Schlaginstrumenten ein nahezu genormtes, chorisch besetztes Orchester für Freiluftveranstaltungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1826 wurden die Janitscharenkorps vernichtet und damit auch ihre Militärmusik beseitigt. Der 1828 nach [[Istanbul]] berufene, neue italienische Musikdirektor [[Giuseppe Donizetti]] formierte Militärkapellen nach europäischem Vorbild. Die &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; wurde durch die Oboe ersetzt. Erst spät im 20. Jahrhundert kam ein hauptsächlich touristisch ausgerichtetes Revival der &amp;#039;&amp;#039;mehterhane&amp;#039;&amp;#039; zustande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Musizieren mit zwei &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
Im gesamten Gebiet, in dem die Zurna-Familie in der Volksmusik Verwendung findet, ist es Brauch, mit verschieden großen &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; gleichzeitig zu musizieren. Das geschieht mit oder ohne Begleitung der &amp;#039;&amp;#039;davul.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei überwiegen drei, manchmal miteinander vermischte, strukturelle Formen:&lt;br /&gt;
* Die kleinere &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; spielt die Melodie, die größere &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; spielt Borduntöne.&lt;br /&gt;
* Zwei &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; spielen die gleiche Melodie [[Heterophonie|heterophon]].&lt;br /&gt;
* Zwei &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; wechseln sich [[Responsorium|responsorisch]] ab.&lt;br /&gt;
Gerade in solchen Duos kann der melodieführende Musiker die perfekte Beherrschung seines Instrumentes demonstrieren. Sein Spiel ist geprägt von [[Mikrotonale Musik|mikrotonischen]] Abweichungen, Glissandi und Verzierungen mit schnellen Trillern und Nebennoten sowie durch ein [[Vibrato]], das durch den Wechsel des Atmungsdruckes erzeugt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Außerhalb der Türkei ==&lt;br /&gt;
Mit den osmanischen Eroberungen gelangte die &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; nach Südosteuropa, wo dieser Kegeloboentyp bis heute verbreitet ist: in [[Nordmazedonien]] als &amp;#039;&amp;#039;zurla&amp;#039;&amp;#039;, in [[Albanien]] als &amp;#039;&amp;#039;surle&amp;#039;&amp;#039;, in [[Rumänien]] als &amp;#039;&amp;#039;surla&amp;#039;&amp;#039; und in [[Bulgarien]] als &amp;#039;&amp;#039;zournas&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Poché, Razia Sultanova: &amp;#039;&amp;#039;Surnāy. 1. Terms, distribution and history&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Grove Music Online&amp;#039;&amp;#039;, 2001&amp;lt;/ref&amp;gt; Die im 16. Jahrhundert in Ungarn eingeführte &amp;#039;&amp;#039;[[töröksíp]]&amp;#039;&amp;#039; war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umherziehende [[Musik der Roma|Romamusiker]] und [[Juden]] waren im 19. Jahrhundert in der Türkei wesentlich für die Aufführung des [[Karagöztheater]]s und für seine musikalische Begleitung mit &amp;#039;&amp;#039;davul&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; zuständig. Derartige Ensemble treten auch auf dem Balkan auf, wo die Trommel meist als &amp;#039;&amp;#039;[[tapan]]&amp;#039;&amp;#039; (in Griechenland &amp;#039;&amp;#039;daouli&amp;#039;&amp;#039;) bekannt ist. In Griechenland und [[Albanien]] heißen die Roma-Musiker &amp;#039;&amp;#039;Yiftoi&amp;#039;&amp;#039;. Griechische Yiftoi sind praktisch die einzigen Musiker, die üblicherweise bei Hochzeiten als Daouli-und-Zurna-Ensemble aufspielen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf M. Brandl: &amp;#039;&amp;#039;The &amp;quot;Yiftoi&amp;quot; and the Music of Greece. Role and Function.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The World of Music,&amp;#039;&amp;#039; Vol. 38, No. 1 (Music of the Roma) 1996, S. 7–32, hier S. 15&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Dorffesten und in Verbindung mit der Trommel &amp;#039;&amp;#039;dohol&amp;#039;&amp;#039; bei [[Schiitische Passionsspiele|schiitischen Passionsspielen]] &amp;#039;&amp;#039;(tazieh)&amp;#039;&amp;#039; in [[Iran]] tritt die &amp;#039;&amp;#039;sorna&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls häufig auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Ella Zonis: &amp;#039;&amp;#039;Classical Persian Music. An Introduction.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge (Massachusetts) 1973, S. 9 und 175–178&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Armenien]] gilt die schrille Musik der &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; als sozial niedrig stehend. Sie wird zusammen mit der Zylindertrommel &amp;#039;&amp;#039;[[dhol]]&amp;#039;&amp;#039; bei Hochzeiten und sonstigen Familienfeiern im Freien gespielt. Im Gegensatz zur &amp;#039;&amp;#039;zurna&amp;#039;&amp;#039; steht die in der gepflegten [[Kammermusik]] eingesetzte, weicher klingende Kurzoboe &amp;#039;&amp;#039;[[duduk]]&amp;#039;&amp;#039; und die armenische Längsflöte &amp;#039;&amp;#039;[[blul]]&amp;#039;&amp;#039; in ungleich höherem Ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ralf Martin Jäger, Ursula Reinhard: &amp;#039;&amp;#039;Türkei.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Musik in Geschichte und Gegenwart]]&amp;#039;&amp;#039; (MGG), Sachteil, Band 9, Kassel 1998&lt;br /&gt;
* Andreas Masel, [[Artur Simon]]: &amp;#039;&amp;#039;Doppelrohrblattinstrumente.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;MGG&amp;#039;&amp;#039;, Sachteil Band 2, Kassel 1995; &amp;#039;&amp;#039;MGG Online&amp;#039;&amp;#039;, November 2016&lt;br /&gt;
* Lozanka Peycheva, Ventsislav Dimov: &amp;#039;&amp;#039;The Zurna Tradition in Southwest Bulgaria. Romani Musicians in Practice.&amp;#039;&amp;#039; Bulgarian Musicology Researches, Sofia 2002, ISBN 954-8307-27-8.&lt;br /&gt;
* [[Laurence Picken]]: &amp;#039;&amp;#039;Folk Musical Instruments of Turkey.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, London 1975, S. 485–508&lt;br /&gt;
* Christian Poché, Razia Sultanova: &amp;#039;&amp;#039;Surnāy.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grove Music Online&amp;#039;&amp;#039;, 2001&lt;br /&gt;
* [[Kurt Reinhard (Musikwissenschaftler)|Kurt Reinhard]], Ursula Reinhard: &amp;#039;&amp;#039;Musik der Türkei, Band 1: Die Kunstmusik&amp;#039;&amp;#039; (Taschenbücher für Musikwissenschaft; 95). Wilhelmshaven 1984&lt;br /&gt;
* Kurt und Ursula Reinhard: &amp;#039;&amp;#039;Musik der Türkei, Band 2: Die Volksmusik&amp;#039;&amp;#039; (Taschenbücher für Musikwissenschaft; 96). Wilhelmshaven 1984&lt;br /&gt;
* Ursula Reinhard: &amp;#039;&amp;#039;Zurna.&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;MGG,&amp;#039;&amp;#039; Sachteil Band 9, Kassel 1998; &amp;#039;&amp;#039;MGG Online&amp;#039;&amp;#039;, November 2016&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* Sönke Kraft: [https://www.sackpfeyffer-zu-linden.de/Zurna.html &amp;#039;&amp;#039;Zurna.&amp;#039;&amp;#039;] sackpfeyffer-zu-linden.de&lt;br /&gt;
* Helmut Brand: [http://www.musikarchaeologie.de/zurna_launeddas.html &amp;#039;&amp;#039;Das Nachleben der antiken Aulosmusik in der europäischen und türkisch-arabischen Musik.&amp;#039;&amp;#039;] musikarchaeologie.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=1024712036}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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