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	<title>Zunderschwamm - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T09:02:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zunderschwamm&amp;diff=106020&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;FungiAustriaci: Verbreitungsnachweis in Österreich samt Datenbanklink eingefügt</title>
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		<updated>2026-02-06T12:27:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Verbreitungsnachweis in Österreich samt Datenbanklink eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zum Zunder siehe [[Feuerschwamm (Feuermittel)]].}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Zunderschwamm&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Fomes fomentarius&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[Carl von Linné|L.]]&amp;lt;!--1753--&amp;gt; : [[Elias Magnus Fries|Fr.]]&amp;lt;!--1821--&amp;gt;) [[Jean Jacques Kickx|J.J. Kickx]]&amp;lt;!--1867--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Zunderschwämme&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Fomes&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Stielporlingsverwandte&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Polyporaceae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Stielporlingsartige&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Polyporales&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = unsichere Stellung&lt;br /&gt;
| Taxon5_LinkName  = incertae sedis&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = incertae sedis&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Unterklasse&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = &lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Agaricomycetes&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Klasse&lt;br /&gt;
| Bild             = Gaabsweiher Fomes fomentarius P5050472.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zunderschwamm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Fomes fomentarius&amp;#039;&amp;#039;) ist eine [[Pilze|Pilzart]] aus der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Stielporlingsverwandte]]n (Polyporaceae). Er befällt geschwächte Laubbäume, vor allem [[Buchen]] (&amp;#039;&amp;#039;Fagus&amp;#039;&amp;#039;) und [[Birken]] (&amp;#039;&amp;#039;Betula&amp;#039;&amp;#039;), und bildet an den Stämmen dicke, invers konsolenförmige [[Fruchtkörper]]. Die mehrjährigen Gebilde können im Durchmesser bis zu 40&amp;amp;nbsp;cm erreichen. Die krustige Oberseite ist hellgrau oder blass bräunlich gefärbt und fein zoniert. Die Röhren auf der Unterseite haben eine braune Farbe und sind oft mehrfach geschichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name des Zunderschwammes entstand aus der früheren Verwendung als [[Zunder]]. Baumpilze werden aufgrund ihrer Eigenschaft, Wasser zu binden, zudem als Schwämme bezeichnet. Außerdem wurden aus ihm bis ins 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert blutstillende sowie desinfizierende Wundauflagen hergestellt. Ferner kamen alkoholische Flüssigextrakte u. a. bei Blasenleiden, Magenverstimmungen und Menstruationsbeschwerden zum Einsatz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=G. Frerichs, G. Ahrend, H. Zurnig |Titel=Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis |Verlag=Springer Verlag |Ort=Berlin/Göttingen/Heidelberg |Datum=1949 |Seiten=1324}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Rumänien wird heute noch die [[Trama]] zu einem lederartigen Material verarbeitet, aus dem für den Touristenmarkt kunstvolle Hüte, Taschen und Ähnliches gefertigt werden. Ansonsten hat der Zunderschwamm wirtschaftlich weitestgehend keine Bedeutung mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fomes fomentarius inside 2009 G1 labeled (German).jpg|Schnitt durch einen Fruchtkörper mit den beschrifteten Bestandteilen. Üblicherweise nimmt der Myzelialkern jedoch die gesamte obere Wulst ein&lt;br /&gt;
Polyporus 0001.jpg|„Junge“ Exemplare des Zunderschwamms mit frischeren Zuwachskanten&lt;br /&gt;
Zunderschwamm Birke.jpg|Während etwa zehn Jahren aus dem Stamm einer Birke herangewachsener Fruchtkörper&lt;br /&gt;
Fomes fomentarius-Gravitropism.jpg|Der Drehwuchs des Zunderschwamms resultiert aus dem Umkippen des Baums ([[Gravitropismus]] bzw. [[Geotropismus]])&lt;br /&gt;
Fomes fomentarius Pores (2276157838).jpg|Poriges Hymenophor&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Makroskopische Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm bildet mehrjährige, konsolenförmige [[Fruchtkörper]], die bis zu 30 Jahre alt werden können. Sie erreichen eine Breite von 10 bis 40&amp;amp;nbsp;cm, in Ausnahmefällen auch bis 60&amp;amp;nbsp;cm Breite und bis 20&amp;amp;nbsp;cm Dicke und Höhe. An [[Birken]] ist er jedoch meist deutlich kleiner. Mit zunehmendem Alter und bei Verbrauch des besiedelten Substrates wird der jährliche Zuwachs geringer, so dass relativ hohe, hutförmige Fruchtkörper entstehen. Eine ähnliche Beobachtung lässt sich bei Fruchtkörpern mit zunehmender Höhe am Substrat machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fruchtkörper sind oberseits hell- bis dunkelgrau, ältere Fruchtkörper können fast schwarz werden. Junge, noch nicht überwinterte Fruchtkörper sind wie die Zuwachszone älterer Exemplare gelb bis rostbraun gefärbt. Die Oberfläche der Fruchtkörper ist konzentrisch rillig bis gefurcht und mit einer harten Kruste bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die oft leicht nach innen gewölbte Unterseite des Zunderschwammes besteht aus einer glatten, grau- bis ockerbraunen [[Pore#Pore (Mykologie)|Poren]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;schicht. Die Poren sind dickwandig und rundlich; in einem Abschnitt von einem Millimeter befinden sich zwei bis vier Poren. Auf Druck verfärben sie sich leicht braun. Die Röhren sind in Schichten angeordnet. Diese Zonen entsprechen –&amp;amp;nbsp;wie auch die Wachstumszonen der Oberfläche&amp;amp;nbsp;– den [[Wachstumsschub|Wachstumsschüben]] des Pilzes. Da mehrere solche Schübe pro Jahr auftreten können (oft zwei pro Jahr), kann aus der Zahl der Schichten nicht auf das Alter des Fruchtkörpers geschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Innern des Pilzes befindet sich das weiche Pilzgeflecht des [[Myzel]]ialkerns. Dieser wird von einer verhältnismäßig dünnen [[Trama]]schicht umgeben, die sich außerdem über den gesamten Bereich unter der Kruste erstreckt. Die Trama färbt sich mit Kaliumhydroxid schwarz. Wie andere baumbewohnende Pilzarten zeigt auch der Zunderschwamm den [[Geotropismus]], das heißt, neu zuwachsende Fruchtschichten werden mit der Unterseite zum Erdboden ausgerichtet. Bildet ein Fruchtkörper nach dem Umstürzen des Wirtsbaumes neue Fruchtschichten, werden diese um etwa 90° gegenüber den schon vorhandenen ausgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mikroskopische Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm besitzt eine aus drei Formen bestehendes [[Hyphensystem]] (trimitisch), bestehend aus generativen [[Hyphe]]n, Skeletthyphen und Bindehyphen. Erstere sind zylindrisch, dünnwandig und [[hyalin]]; die [[Septum (Mykologie)|Septen]] (Trennwände der Hyphen) besitzen [[Schnalle (Mykologie)|Schnallen]]. Die Binde- und Skeletthyphen sind hingegen dickwandig und gelb- bis hellgoldbraun gefärbt. Die Bindehyphen sind verzweigt und Skeletthyphen nicht oder kaum vorhanden. Es existieren keine [[Zystide]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Basidie]]n haben eine keulige Form sowie eine Schnalle an der Basis. Sie sind hyalin und besitzen vier [[Spore]]n. Diese sind zylindrisch bis lang ellipsoid geformt und 15–22 × 4,4–7&amp;amp;nbsp;[[Meter#Gebräuchliche dezimale Vielfache|µm]] groß. Sie sind hyalin, [[Melzers Reagenz|inamyloid]] und besitzen eine glatte Oberfläche. Das Sporenpulver ist weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Artabgrenzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Fomes fomentarius color reaction.jpg|mini|Schabt man wenige kleine Partikel von der Kruste des Zunderschwammes ab und versetzt diese mit Alkalilauge, färbt sich die Lösung charakteristisch blutrot]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm kann mit Arten der Gattung [[Lackporlinge]] verwechselt werden. Diese besitzen jedoch oft eine kräftig braun gefärbte Hutoberseite; die Poren färben sich auf Druck dunkelbraun. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal sind die warzigen Sporen gegenüber den glatten beim Zunderschwamm. Auch [[Feuerschwämme]], insbesondere der [[Gemeiner Feuerschwamm|Gemeine Feuerschwamm]], können ihm ähnlich sehen. Sie unterscheiden sich durch ihre feste, holzartige Konsistenz mit nicht eindrückbarer Hutkruste. Darüber hinaus besteht eine Ähnlichkeit mit dem [[Rotrandiger Baumschwamm|Rotrandigen Baumschwamm]], der allerdings meist an Nadelholz zu finden ist und eine hellere Trama und nicht verfärbende Poren aufweist.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ewald Gerhardt]]: &amp;#039;&amp;#039;BLV Handbuch Pilze.&amp;#039;&amp;#039; BLV, München 2006, ISBN 3-8354-0053-3, S. 462. (für den gesamten Absatz)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die für den Zunderschwamm charakteristische blutrote Färbung der Kruste mit [[Alkalische Lösung|Alkalilauge]], ausgelöst durch Deprotonierung des Hauptfarbstoffes [[#Inhaltsstoffe und analytische Zusammensetzung|Fomentariol]]. Durch diese Farbreaktion kann der Zunderschwamm von anderen, äußerlich ähnlichen [[Porling]]en, beispielsweise dem Gemeinen Feuerschwamm, unterschieden werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan-Markus Teuscher, &amp;#039;&amp;#039;Neue experimentelle Designs zum Thema Naturstoffe im Chemieunterricht: Chemie mit Pilzen&amp;#039;&amp;#039;, Dissertation, Friedrich-Schiller-Universität Jena, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;2011&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [https://www.db-thueringen.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dbt_derivate_00024298/Teuscher/Dissertation.pdf (online)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kryptische Arten ===&lt;br /&gt;
Nach genetischen Daten ist die weit verbreitete Art Zunderschwamm vermutlich in mehrere [[kryptische Art]]en aufzusplitten. Ursula Peintner und Kollegen stellten fest, dass sich die Zunderschwämme des Mittelmeerraums genetisch von den nördlicher verbreiteten unterscheiden. Sie stellten für die südliche Linie eine eigene Art auf, die nach einem alten, vorher [[Synonym (Taxonomie)|synonymisierten]] Namen &amp;#039;&amp;#039;[[Fomes inzengae]]&amp;#039;&amp;#039; (Ces. &amp;amp; De Not.) Cooke genannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ursula Peintner, Regina Kuhnert-Finkernagel, Viana Wille, Franco Biasioli, Anton Shiryaev Claudia Perini (2019): How to resolve cryptic species of polypores: an example in Fomes. IMA Fungus 10, article 17. [[doi:10.1186/s43008-019-0016-4]] (open access)&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Arten sind genetisch klar geschieden, aber nach morphologischen Merkmalen nicht sicher unterscheidbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Michal Tomšovský, Sirapitcha Kaeochulsri, Tomáš Kudláček, László Benedek Dálya (2023): Ecological, morphological and phylogenetic survey of Fomes fomentarius and F. inzengae (Agaricomycetes, Polyporaceae) co‑occurring in the same geographic area in Central Europe. Mycological Progress 22: article 79. [[doi:10.1007/s11557-023-01928-y]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Arten kommen in Tschechien in derselben Region vor ([[sympatrisch]]), wobei aber &amp;#039;&amp;#039;Fomes fomentarius&amp;#039;&amp;#039; s.str. eher die kühlen Hochlagen und &amp;#039;&amp;#039;Fomes inzengae&amp;#039;&amp;#039; das wärmere Tiefland bevorzugt. Da die neue Art inzwischen auch in Belgien nachgewiesen wurde,&amp;lt;ref&amp;gt;Salvatore Pirronitto, Felix Teng, Cécile Verheyen, Vincent Gaucet, Jean-Marc Henin, Benoit Jourez, Sophie Schmitz, Anne Chandelier (2024): Characterization of Fomes fomentarius s.s. and F. inzengae in Belgian Beech Forests. Forests 15, 221. [[doi:10.3390/f15020221]]&amp;lt;/ref&amp;gt; ist mit ihr überall in Mitteleuropa zu rechnen. Sie ist auch in Österreich in den niederen Lagen im Osten häufig&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.pilzdaten-austria.eu/#tax/1000056 |titel=Mykologische Datenbank |abruf=2026-02-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Studien in den USA&amp;lt;ref&amp;gt;Meghan A. McCormick, Larry F. Grand, Justin B. Post, Marc A. Cubeta (2013): Phylogenetic and phenotypic characterization of Fomes fasciatus and Fomes fomentarius in the United States, Mycologia 105 (6): 1524-1534. [[doi:10.3852/12-336]]&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigten die enge Verwandtschaft der europäischen, asiatischen und nordamerikanischen Zunderschwämme, lieferten aber auch Hinweise auf drei genetisch unterscheidbare Linien. Die Autoren halten weitere Untersuchungen vor einer möglichen Aufsplittung für erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Zunderschwamm01.JPG|mini|Zahlreiche Fruchtkörper des Zunderschwamms besiedeln einen toten, teils noch stehenden Buchenstamm.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm ist ein Schwäche[[parasit]] und [[Saprobiont]] an Laubhölzern, sehr selten auch an Nadelbäumen. Hauptsubstrat des Zunderschwammes in Mitteleuropa ist die [[Rotbuche]], daneben werden [[Birken]] und [[Pappeln]] besiedelt, er kann aber auch an anderen Laubgehölzen vorkommen. In Europa gibt es eine Süd-Nord-Verteilung des Hauptsubstrates, im Süden des Kontinentes wird [[Buchen|Fagus]] als Hauptwirt gefunden, im Norden Birkenarten, diese Substratgrenze fällt in Deutschland in etwa mit dem Nordrand der [[Mittelgebirge]] zusammen. Fruchtkörper werden in allen Phasen der Holzzersetzung des Pilzes gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm ist ein typischer Bewohner älterer Bestände. Bevorzugte Waldarten sind Buchen-, [[Tannen]]-Buchen- und buchenreiche [[Hainbuche]]n-[[Eichen]]-Wälder. Auch in [[Moor]]en, [[Heide (Landschaft)|Heiden]] und alten Birkenbeständen ist er zu finden. Weniger häufig ist der Pilz dagegen an beschatteten Hängen und [[Erlen (Botanik)|Erlen]]-[[Auwald|Auwäldern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm dringt in seine Wirtsbäume über Ast- und Stammwunden ein und verursacht im [[Kernholz]] eine intensive [[Weißfäule]], die den befallenen Baum häufig in mehreren Metern Höhe abbrechen lässt. Der Zunderschwamm kann am abgestorbenen Substrat noch längere Zeit als [[Saprobiont]] weiterleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm ist neben Indien und Pakistan vor allem [[holarktis]]ch verbreitet, wo er [[Florenelement|meridional bis boreal]] vorkommt. In [[Asien]], [[Nordamerika]] und [[Europa]] ist der Pilz weit verbreitet. Außerdem ist er in Nordafrika und auf den Kanarischen Inseln anzutreffen. In Europa ist der Zunderschwamm überall zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Häufigkeit und die Gefährdung des Zunderschwammes gehen die Ansichten in der Literatur auseinander, während Krieglsteiner ihn in die Gefährdungsgruppe G 3 (noch häufig, aber mit starker Rückgangstendenz) einordnet, wird er in anderen Publikationen als gemein beschrieben. Als Grund für den Rückgang wird von Krieglsteiner vor allem die starke forstwirtschaftliche Verjüngung der Wälder gesehen. Hinzu kommen die Abnahme alter und kranker Laubbäume, die aufgrund ihres schwachen Zustandes entfernt werden, sowie das Umforsten in Nadelholzbestände, das Absenken des Grundwassers, eine Intensivierung der Landwirtschaft und die [[Urbanisierung]]. In Süddeutschland ist er in unbewirtschafteten Wäldern der häufigste Pilz, in intensiv bewirtschafteten Waldgebieten fehlt er hingegen ganz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörg Müller, Heinz Engel, Markus Blaschke |Titel=Assemblages of wood-inhabiting fungi related to silvicultural management intensity in beech forests in southern Germany |Sammelwerk=European Journal of Forest Research |Band=Band 126 |Nummer=4 |Datum=2007-10 |Seiten=513–527}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm als einer der wichtigsten und häufigsten [[Weißfäule]]erreger an Buchen ist von forstwirtschaftlicher Bedeutung. Durch den vom Pilz eingeleiteten Holzzersetzungsprozess werden die im Holz enthaltenen Nährstoffe dem natürlichen Kreislauf wieder zugänglich gemacht und es entsteht neuer Mutterboden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwendung des Zunderschwamms reicht bereits etwa 10.000 Jahre zurück. Dies wird durch etliche Funde aus Steinzeitsiedlungen belegt. Bereits [[Ötzi]], der Gletschermann, der 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde und dessen Alter auf mehr als 5000 Jahre datiert wird, trug schon Zunderschwamm auf seinen Wanderungen bei sich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jürgen Guthmann |Hrsg= |Titel=Heilende Pilze – Die wichtigsten Arten der Welt im Porträt |Verlag=Quelle &amp;amp; Meyer Verlag |Ort=Wiebelsheim |Datum=2016 |ISBN=978-3-494-01669-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den oberdeutschen Mundarten trägt der Zunderschwamm den Namen &amp;#039;&amp;#039;Huadersau&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Hudersau&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Hodernsau&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.merkur.de/lokales/erding/erding-ort28651/richterhut-zweispitz-hodernsau-kuriose-kopfbedeckungen-im-museum-erding-91993813.html |titel=Richterhut, Zweispitz, Hodernsau - kuriose Kopfbedeckungen im Museum Erding |datum=2022-12-24 |sprache=de |abruf=2022-12-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ivana Sieberová und Ludoš Smolík: &amp;#039;&amp;#039;Čepice z choroše. Mützen aus Zunderschwamm&amp;#039;&amp;#039;. In: Günter Bauernfeind, Bärbel Kleindorfer-Marx, Ivana Sieberová und Ludoš Smolík (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Made in Cham. Made in Klatovy. Bayerisch-böhmische Produktgeschichten. Bavorsko-české dějiny výrobků&amp;#039;&amp;#039;. Furth im Wald (Landkreis Cham) 2015, ISBN 978-3-931210-09-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgeschlagene und kugelförmig zugeschnitzte Zunderschwämme dienten Kindern als Puck oder Ball für Gassenspiele mit Füßen oder Stöcken. Für den Bayerischen Wald und den Böhmerwald ist ein Spiel unter dem Namen Huadersautreiben belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.niederbayern-wiki.de/wiki/Huadersau Zum Huadersau-Spiel siehe das Lemma „Huadersau“ in Niederbayern-Wiki] und die Erzählung „Huadersautreiben“ von [[Martin Ortmeier]], 2008 in der Zeitschrift [[Landstrich (Kulturzeitschrift)|Landstrich]] Nr. 24, S. 21–27.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nachfrage nach Zunderschwämmen erhöhte sich durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im 19. Jahrhundert derart, dass der Pilz zeitweise aus Osteuropa importiert werden musste und in einigen Gebieten Deutschlands selten wurde. Im Jahr 1842 wurden beispielsweise in [[Neustadt am Rennsteig]] 21,5 Tonnen Zunderschwamm verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm war [[Pilz des Jahres]] 1995.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung als Lebensmittel ===&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm wird als nicht giftig, jedoch als ungenießbar klassifiziert, dies ist vor allem auf seine harte und holzige Konsistenz sowie die enthaltenen Bitterstoffe zurückzuführen. Dennoch wurde der Pilz seit dem Altertum verzehrt. Dazu wurde der Pilz vermahlen oder zu einem wässrigen Extrakt verarbeitet. Beide Verarbeitungsformen sind durchaus genießbar bzw. sogar schmackhaft. Vor allem der Verzehr von Zunderschwammpulver als Teeaufguss und der Genuss von Kräuterschnäpsen mit Zunderschwamm blieben bis in das 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert erhalten. In Gegenden, in denen Zunderschwamm intensive Verwendung fand, entwickelten sich Hausrezepte für „Zunderschnaps“ und Zunderschwammtinkturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung als Zunder ===&lt;br /&gt;
Schon im [[Neolithikum]] wurde die locker-filzige Mittelschicht des Pilzes, die so genannte Trama, zu [[Zunder]] verarbeitet, der durch auftreffende Funken sofort zu glimmen anfängt und somit beim Feuerentfachen hilft. Durch diesen Verwendungszweck hat der Pilz seinen Namen erhalten. Zunder verglimmt nur sehr langsam und wurde auch verwendet, um Glut aufzubewahren oder zu transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neuzeit wurde in einem aufwändigen Verfahren diese [[Hyphe]]nschicht eingeweicht, gekocht, geklopft, und getrocknet. Dabei erhielt man rehbraune filzartige Lappen, die auch Pilzleder genannt werden. Durch Behandlung mit [[Nitrate#Salpeter|Salpeterlösung]] oder [[Fermentieren]] mit [[Urin]] und Holzasche in Erdgruben wird die Zündfähigkeit weiter verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung als Textil ===&lt;br /&gt;
Unbehandelten Zunder verarbeitete man im Mittelalter und der Neuzeit auch zu Pilzleder-Textilien, wie Westen und Kappen. Das Textil erinnert an eine Mischung aus feinem, weichem Wildleder und Filz und besitzt eine sehr weiche Haptik. Diese handwerkliche Kunst gilt heutzutage als fast ausgestorben und wird nur noch von wenigen Familien in Rumänien praktiziert. In Rumänien werden für Touristenmärkte Kappen, Hüte, Taschen, Untersetz-Deckchen und weitere Objekte hergestellt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Kappe_aus_Zunderschwamm.jpg|mini|Aus der Trama von &amp;#039;&amp;#039;Fomes fomentarius&amp;#039;&amp;#039; in Rumänien hergestellte Kappe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Medizinische Verwendung und Wirkungen ===&lt;br /&gt;
Die medizinische Anwendung des Pilzes ist vermutlich sehr alt. Bereits [[Hippokrates von Kos]] (ca. 370 v.&amp;amp;nbsp;Chr.), der als Urvater der Medizin gilt, bezeichnete den Pilz als &amp;#039;&amp;#039;Mykes&amp;#039;&amp;#039; und dokumentierte seinen Einsatz zur Wundversorgung sowie seine [[Hämostatikum|blutstillenden]] und [[Antiseptikum|antiseptischen]] Eigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wurde der früher auch &amp;#039;&amp;#039;Polyporus officinalis&amp;#039;&amp;#039; (im Mittelalter auch „Tannenschwamm“ (&amp;#039;&amp;#039;dannen swam&amp;#039;&amp;#039;) und lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Agaricus&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Otto Beßler]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&amp;#039;&amp;#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 154 (dort unter anderem auch &amp;#039;&amp;#039;Garicus&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Wouter S. van den Berg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Sophie J. van den Berg, [[Brill (Verlag)|N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill]], Leiden 1917, S. 196.&amp;lt;/ref&amp;gt; genannte Pilz bis ins 19. Jahrhundert als blutstillende Wundauflage unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Fungus chirurgorum&amp;#039;&amp;#039; (Wundschwamm) in Apotheken verkauft. In der gleichen Aufbereitung des Pilzes fanden die Auflagen als Tamponaden Verwendung in der Zahnheilkunde, in der Gynäkologie und zur Behandlung äußerlicher Entzündungen sowie Hämorrhoiden. Bei den Angaben in antiken und mittelalterlichen Werken ist aber zu beachten, dass mit &amp;#039;&amp;#039;agaricum&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Polyporus officinalis&amp;#039;&amp;#039; meist der [[Lärchenschwamm]] (&amp;#039;&amp;#039;Polyporus officinalis (Vill.) Fr.&amp;#039;&amp;#039;) gemeint ist, der ebenfalls medizinisch verwendet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;So in [[Köhler’s Medizinal-Pflanzen]] 1883, S. 139 [https://archive.org/details/mobot31753002839121/page/n271/mode/2up?q=%22Polyporus+officinalis%22 Scan bei Archive.org] (Zunderschwamm: &amp;#039;&amp;#039;Polyporus fomentarius&amp;#039;&amp;#039;, Lärchenschwamm: &amp;#039;&amp;#039;Polyporus officinalis&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch &amp;#039;&amp;#039;Fomes officinalis&amp;#039;&amp;#039; In: [https://www.spektrum.de/lexikon/arzneipflanzen-drogen/fomes-officinalis/5141 www.spektrum.de].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm wurde nicht zuletzt in den traditionellen [[Arzneibuch|Arzneibüchern]] (sog. Pharmacopöen) vieler Länder, z.&amp;amp;nbsp;B. Deutschland, Ungarn, China oder Indien, dokumentiert. In der Volksmedizin verwendete man den Pilz auch innerlich bei Blasenleiden, schmerzhaften [[Menstruation|Regelblutungen]] und zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen. Die Chinesische Volksmedizin setzt den Zunderschwamm bei Lungenerkrankungen, Asthma und Magenverstimmungen ein, auch bei Speiseröhren-, Magen- und Gebärmutterkrebs. In Japan nutzte man den Zunderschwamm innerlich als Teezubereitung (Heißwasser-Extraktion) zur Behandlung bei Erkältungskrankheiten, Grippe, Bronchitis und Schwächezuständen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guthmann (2016) fasst die medizinischen Wirkungen wie folgt zusammen: wundheilfördernd, blutstillend, [[Entzündungshemmung|entzündungshemmend]], [[Antimikrobielle Substanzen|antibakteriell]], [[Virostatikum|antiviral]], [[Immunmodulation|immunmodulierend]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wissenschaft ===&lt;br /&gt;
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigen sich forschende Einrichtungen aus Deutschland zunehmend mit dem Zunderschwamm. Mit der Veröffentlichung der analytischen Zusammensetzung 2006/2007 durch das Forschungsinstitut Biopol e.&amp;amp;nbsp;V. wurde der Beta1,3/1,6 D-Glucan-Melanin-Chitin-Komplex&amp;lt;ref name=&amp;quot;biopol&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.forschungsinstitut-biopol.de/ |titel=Fragen zum Beta 1,3/1,6D-Glucan-Naturkomplex |autor=Wilfried Rühle |hrsg=Forschungsinstitut Biopol e. V. |werk=Zunderschwamm – Der Trüffel unter den Heilpilzen |datum=2014-12 |abruf=2014-12-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; identifiziert und wurde Gegenstand von Produktentwicklungen für verschiedene Wirtschaftsbranchen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.forschungsinstitut-biopol.de/ergebnisse/ |titel=Produktentwicklungen |autor=Wilfried Rühle |hrsg=Forschungsinstitut Biopol e. V. |datum=2005 |abruf=2006-10-09 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140406194139/http://www.forschungsinstitut-biopol.de/ergebnisse |archiv-datum=2014-04-06 |offline=ja |archiv-bot=2024-06-21 13:14:06 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Großteil der Forschungsarbeiten zum Pilz stammen vorrangig aus Japan und Osteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zunderschwamm als Wirt ===&lt;br /&gt;
Der Fruchtkörper des Zunderschwamms dient zahlreichen Insektenarten als Nahrungsgrundlage. Bei einer Untersuchung in Norwegen, die sich auf Käfer beschränkte, wurden 35 Käferarten auf den Fruchtkörpern gesammelt. Von den Käferarten, die sich im Fruchtkörper des Pilzes entwickeln, waren die häufigsten &amp;#039;&amp;#039;[[Cis jacquemarti]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Cis alter]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Bolitophagus reticulatus]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Ennearthron cornutum]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Dorcatoma dresdensis]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Cis bidentatus]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rukke&amp;quot;&amp;gt;Bjørn Arne Rukke: &amp;#039;&amp;#039;Fungivorous beetles in basidiocarps of &amp;#039;&amp;#039;Fomes fomentarius&amp;#039;&amp;#039; respond differently to microhabitat variables.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Eur. J. Entomol.&amp;#039;&amp;#039; 99, 2003, S. 43–52. [https://www.eje.cz/pdfs/eje/2002/01/10.pdf Tabelle 1 S. 44]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaltsstoffe und analytische Zusammensetzung ==&lt;br /&gt;
Der Energiegehalt von 100&amp;amp;nbsp;g des getrockneten Pilzes wird von Stamets (2005) mit 376&amp;amp;nbsp;kcal. beschrieben. Die Nährstoffgehalte seien dabei: Eiweiß 15&amp;amp;nbsp;g, Fett 3,5&amp;amp;nbsp;g, 71&amp;amp;nbsp;g Kohlenhydrate (insbesondere komplex aufgebaute Polysaccharide, wie die Beta-Glucane) sowie 2,1&amp;amp;nbsp;g Mineralstoffe. Des Weiteren seien Vitamin B5 zu 2,7&amp;amp;nbsp;mg, Vitamin D zu 1,17&amp;amp;nbsp;mg, Vitamin B3 (Niacin) zu 12,4&amp;amp;nbsp;mg sowie Vitamin B2 enthalten. Der Pilz enthält zudem 1,3&amp;amp;nbsp;mg Kupfer, 13&amp;amp;nbsp;mg Eisen, sowie 760&amp;amp;nbsp;mg Kalium und 14&amp;amp;nbsp;[[Gramm#Dezimale Vielfache|µg]] Selen. Darüber hinaus ist [[Agaricinsäure]] enthalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mitizo Asano, Zisaku Ohta |Titel=Zur Kenntnis der Nor‐caperatsäure und Agaricinsäure |Sammelwerk=Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft (A and B Series) |Band=67 |Nummer=11 |Verlag=Wiley |Datum=1934 |DOI=10.1002/cber.19340671115 |Seiten=1842–1845}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Medizinisch interessant seien neben den Beta-Glucanen auch die enthaltenen Sterole (Ergosterol, Fungisterol, Fungisteron u.&amp;amp;nbsp;a.) und Terpene.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paul Stamets |Titel=Mycelium Running:How Mushrooms can help save the world |Hrsg= |Verlag=Ten Speed Press |Ort= |Datum=2005 |ISBN=1-58008-579-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Fomentariol.png|mini|Strukturformel von Fomentariol, dem Hauptfarbstoff der Kruste des Zunderschwammes]]&lt;br /&gt;
Der Zunderschwamm besteht bis ca. 87 % aus dem Beta 1,3/1,6 D-Glucan-Melanin-Chitin -Komplex.&amp;lt;ref name=&amp;quot;biopol&amp;quot; /&amp;gt; Dabei sind die einzelnen Komponenten des Komplexes ineinander so verwoben, dass sie eine Hohlfaser bilden. Dieser Komplex ist als Hohlfaser ein unikaler Naturbaustein. Nachfolgend die Bestimmung der Polysaccharid-Zusammensetzung des Beta 1,3/1,6 D-Glucan-Melanin-Chitin -Komplex&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.forschungsinstitut-biopol.de/symposium/ |titel=8.Berlin-Brandenburgisches Forschungssymposium, Polysaccharid – Zusammensetzung des Betaglucan-Naturkomplexes aus dem Zunderschwamm (Fomes fomentarius) |autor=Hendrik Wetzel |abruf=2014-10-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit den Bestandteilen:&lt;br /&gt;
* Glucan: ca. 40 %&lt;br /&gt;
* Chitin, Chitosan: 5,0/3,9 %&lt;br /&gt;
* Glukoronsäure: 1 %&lt;br /&gt;
* Hydrolyserückstand: 21 %&lt;br /&gt;
* Asche: 1,8 %&lt;br /&gt;
* Extrahierbares: 9,5 %&lt;br /&gt;
* Stickstoff: 1,1 %&lt;br /&gt;
* Stickstoff im Hydrolyse-Rückstand: 1,7 %&lt;br /&gt;
* Der Melaninanteil ist mit ca. 19–23 % im Komplex determiniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Technologien der Aufreinigung des Beta 1,3/1,6 D-Glucan-Melanin-Chitin-Komplexes als Hohlfaser kann diese für verschiedene Verwendungszwecke in den Bereichen Umweltschutz (Dekontaminationen), [[Nahrungsergänzungsmittel|Nahrungsergänzung]], [[Kosmetik]] und [[Medizintechnik|Medizin]] modifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die braunrote Farbe der Kruste des Zunderschwammes wird im Wesentlichen durch drei Farbstoffe hervorgerufen. Die Hauptverbindung ist dabei das Purpurogallinderivat Fomentariol.&amp;lt;ref&amp;gt;Nöel Arpin, Jean Favre-Bonvin, Wolfgang Steglich: &amp;#039;&amp;#039;Le fomentariol. Nouvelle benzotropolone isolée de Fomes fomentarius.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Phytochemistry.&amp;#039;&amp;#039; 13, 1974, S. 1949–1952, [[doi:10.1016/0031-9422(74)85123-X]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinz Butin]]: &amp;#039;&amp;#039;Krankheiten der Wald- und Parkbäume. Diagnose, Biologie, Bekämpfung. 2 Sporentafeln.&amp;#039;&amp;#039; 3., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart und New York 1996, ISBN 3-13-639003-2.&lt;br /&gt;
* Schwarze, Engels, Matteck: &amp;#039;&amp;#039;Holzzersetzende Pilze in Bäumen.&amp;#039;&amp;#039; Rombach Verlag, 1999, ISBN 3-7930-9194-5, S. 88–95.&lt;br /&gt;
* [[Peter Schütt (Forstwissenschaftler)|P. Schütt]], H. J. Schuck, B. Stimm: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Baum- und Straucharten.&amp;#039;&amp;#039; Nikol-Verlagsgesellschaft, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-53-8.&lt;br /&gt;
* [[German Josef Krieglsteiner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Die Großpilze Baden-Württembergs]].&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel- und Porenpilze.&amp;#039;&amp;#039; Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3528-0.&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Dörfelt]], Gottfried Jetschke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Mycologie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Fomes fomentarius|Zunderschwamm (&amp;#039;&amp;#039;Fomes fomentarius&amp;#039;&amp;#039;)|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.dgfm-ev.de/pilz-des-jahres/1995-zunderschwamm Pilz des Jahres 1995: Zunderschwamm] bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie&lt;br /&gt;
* [https://www.arbofux.de/zunderschwamm.html Zunderschwamm] in der ARBOFUX – Diagnosedatenbank für Gehölze&lt;br /&gt;
* [http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Material/Zunder.htm &amp;#039;&amp;#039;„… brennt wie Zunder!“&amp;#039;&amp;#039;] Experimentelle Archäologie im Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach&lt;br /&gt;
* [http://botit.botany.wisc.edu/toms_fungi/dec2001.html Zunderschwamm] bei Tom Volks’s &amp;#039;&amp;#039;Fungus of the month,&amp;#039;&amp;#039; 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Pilz des Jahres in Deutschland}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weißfäuleerreger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stielporlingsartige]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ungenießbarer Pilz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenparasit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forstschädling]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;FungiAustriaci</name></author>
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