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	<title>Zipfelmütze - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T05:47:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zipfelm%C3%BCtze&amp;diff=2753260&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Phzh: Form, typo</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zipfelm%C3%BCtze&amp;diff=2753260&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-16T06:54:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Form, typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:L&amp;#039;Homme au bonnet de coton, par Paul Cézanne, MET DT1408.jpg|mini|Porträt des Onkel Dominique von [[Paul Cézanne]], 1865 – 67]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zipfelmütze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zipfelkappe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zipfelhaube&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (nach [[mittelhochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;zippel&amp;#039;&amp;#039; „[[Kapuze]]“, spätmittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;zipf&amp;#039;&amp;#039; „Spitze, Ende“), ist eine kegel- oder sackförmige [[Kopfbedeckung]].&lt;br /&gt;
Aufgrund ihrer einfachen Herstellung kommen sie in allen Kulturen vor und sind ungebrochen, von der Antike bis heute, beliebter Gegenstand der Mode.&lt;br /&gt;
Oft wird die Mützenspitze durch ein extravagantes Element, etwa eine [[Quaste]], einen [[Bommel (Textilien)|Bommel]] oder ein ähnliches [[Posament]], betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Man pilos Louvre MNE1330.jpg|mini|links|Mann mit konischem Pilos, Apulien, Ende 4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.]]&lt;br /&gt;
Schon in der frühen [[Eisenzeit]] wurden Kapuzen aus [[Fell]] von [[Bergmann|Bergleuten]] bei der Arbeit getragen. Damit stellen sie eines der ältesten bekannten Beispiele für eine spezielle [[Berufskleidung|Arbeitskleidung]] dar. Neben halbkugeligen Filzkappen (&amp;#039;&amp;#039;pilos&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Pileus (Kleidung)|pileus]]&amp;#039;&amp;#039;) waren in der Antike auch spitze, kegelförmige Formen bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben war in Kleinasien die [[phrygische Mütze]] verbreitet, die generell nicht von Frauen getragen werden konnte (außer den halbmythischen [[Amazonen]]), deren Spitze gewöhnlich nach vorne überhing. Bei den Griechen galt sie als typische Kopfbedeckung von [[Barbaren]]. Die Reiternomaden in den Steppen nördlich des Schwarzen Meeres ([[Skythen]]) trugen ähnliche Mützen, mit längeren Nacken- und Ohrenlaschen, vergleichbar mit dem heutigen [[Baschlik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mäntel mit einer angenähten spitzen Kapuze (&amp;#039;&amp;#039;[[Kukulle|cucullus]]&amp;#039;&amp;#039;) wurden von den [[Kelten]] besonders auf Reisen getragen, besonders lange Exemplare von den [[Barde]]n. Ähnliche Kapuzenmäntel wurden später von den römischen Legionären übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem antiken &amp;#039;&amp;#039;cucullus&amp;#039;&amp;#039; entstanden die frühmittelalterliche &amp;#039;&amp;#039;cucula&amp;#039;&amp;#039; sowie die hoch- und spätmittelalterliche [[Gugel (Kleidung)|Gugel]], eine Kapuze mit mehr oder weniger langem Kragen, die auch vom Adel bei der Jagd oder auf der Reise getragen wurde. Da die Kapuzenspitze aus modischen Gründen immer mehr verlängert wurde, waren auch Bezeichnungen wie &amp;#039;&amp;#039;zipfel&amp;#039;&amp;#039; für die Gugel gebräuchlich. Besonders extravagante Formen mit [[Schellentracht|Schellen]], [[Zaddeltracht|Zaddeln]] oder mehreren Zipfeln blieben als [[Narrenkappe]] erhalten, nachdem sie beim Adel aus der Mode gekommen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gugel Siebmacher212 - Ehrbare Nürnberg.jpg|mini|Das Wappen der Nürnberger Patrizierfamilie [[Gugel von Brand und Diepoltsdorf|Gugel]], 1605. Die „sprechende“ [[Helmzier]], ein [[Heidenkopf (Heraldik)|Heidenkopf]], zeigt bereits keine mittelalterliche Gugel mehr, sondern eine dem eurasischen Kalpak sehr ähnliche Zipfelmütze.]]&lt;br /&gt;
Im 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert entwickelten sich aus der Gugel der einfachen Bevölkerung zwei separate Kleidungsstücke: Aus dem Kopfteil wurde die eigentliche Zipfelmütze (auch „Langsack“ genannt, nach der Form der tütenartigen Tücher, durch die man Asche siebte), aus dem Kragen der [[Goller]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätestens seit dem 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert waren aber auch bei den osteuropäischen [[Bojaren]] in Russland und Polen-Litauen neben den hohen, zylinderförmigen [[Bojarenmütze]]n weiche Pelz- und Filzmützen verbreitet, ähnlich dem zentralasiatischen [[Kalpak]]. Die mützenartigen Formen bestanden oft aus nach innen gewendetem Pelz, mit nach außen und oben gekrempelter [[Stulpe|Pelzstulpe]], oder aus einer pelzverbrämten Zipfelmütze aus Leder, Filz oder Tuch. Seit derselben Zeit findet sich besonders in der [[Ungarische Heraldik|ungarischen Heraldik]] der sogenannte [[Hut (Heraldik)|Heidenhut]], daneben auch in Deutschland und im Habsburgerreich. Weitere Bezeichnungen für diese [[Gemeine Figur]] sind: ungarische, albanische oder „[[Tataren]]mütze“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus solchen Formen entwickelte sich, neben der [[Flügelkappe]], seit dem 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert der [[Kolpak (Husarenmütze)|Kolpak]] oder die „Husarenmütze“, die [[militärische Kopfbedeckung]] der [[Kroatische Reiter|kroatischen Reiter]], [[Pandur (Soldat)|Panduren]] und [[Husaren]], deren Charakteristikum zunächst ebenfalls ein langer, über den Pelzrand herabhängender Stoffbeutel war. Bei den ukrainischen [[Hajdamaken]] wurden ähnliche pelzverbrämte Zipfelmützen noch bis Anfang des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben wurde die Zipfelmütze in vielen Regionen Europas Bestandteil der jeweiligen [[Tracht (Kleidung)|Volkstrachten]] und gehörte bis zum Anfang des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts zur Alltagskleidung der männlichen Landbevölkerung, der Fischer und Seeleute, so die katalanische [[Barretina]] im Mittelmeerraum. Pelzverbrämte Zipfelmützen nach osteuropäischem Vorbild fanden sich besonders in Schweden. Die isländische &amp;#039;&amp;#039;skotthufa&amp;#039;&amp;#039; konnte auch von Frauen getragen werden. Die traditionelle Kopfbedeckung der [[Samen (Volk)|Samen]] („Vier Winde“) weist sogar vier Zipfel auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschsprachigen Raum wurde die Zipfelmütze hingegen seit dem 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert nicht nur im ländlichen Umfeld getragen, sondern gehörte vor allem auch zur Hauskleidung des [[Bürgertum|Bürgers]], wo sie die [[Bundhaube]] verdrängte. Seit Anfang des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts findet sie sich besonders als [[Nachtmütze|Schlafmütze]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Jemen]] sind bis heute reich verzierte spitze Kapuzen und Mützen, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, Teil der Volkstracht. Die Sängerin [[Ofra Haza]] präsentierte sich oft damit in Musikvideos und Auftritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurden aus dicker [[Wolle]] [[Stricken|gestrickte]] Zipfel- und [[Pudelmütze]]n von beiden Geschlechtern in der Wintersportmode getragen, zunehmend auch von Kindern. Sackartige oder zweizipfelige &amp;#039;&amp;#039;Tuques&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Beanie (Mütze)|Beanies]]&amp;#039;&amp;#039; sind seit den 1990er Jahren Bestandteil der [[Technokultur|Technoszene]], ebenso &amp;#039;&amp;#039;Headsocks&amp;#039;&amp;#039;, einfache, am oberen Ende zugebundene Schläuche aus Wollstoff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sebald Beham, May and June, 1546-1547, NGA 46751.jpg|Links: tanzender Bauer (als Symbolisierung des Monats Mai) mit Goller und Zipfelmütze, um 1540&lt;br /&gt;
Welt-Galleria T062.jpg|Ein ungarischer Husar (1703) mit einer pelzverbrämten Zipfelmütze&lt;br /&gt;
Folkdräkt, Nås socken, Nordisk familjebok.png|Mann in schwedischer Volkstracht ([[Dalarna]]), spätes 18. Jahrhundert&lt;br /&gt;
Skotthufa.jpg|Isländische Frau mit Skotthufa, 19. Jh.&lt;br /&gt;
Færøske fiskere. 1898.jpg|Faröische Fischer, 1898&lt;br /&gt;
Kopf mit Barretina.jpg|Katalanische Barretina&lt;br /&gt;
Beanie.svg|Beanie&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Musée Picardie Archéo 03.jpg|mini|links|Römische Bronzeskulpturen, 1. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. (Picardie), stellen wahrscheinlich den griechisch-römischen Fruchtbarkeitsgott [[Priapus]] und/oder einen &amp;#039;&amp;#039;genius cucullatus&amp;#039;&amp;#039; dar. Die Fotomontage zeigt, wie der Genius mit Zipfelmütze zur Verhüllung des [[Phallus]] dienen kann.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mantel mit spitzer Kapuze war das typische Kleidungsstück der &amp;#039;&amp;#039;[[Genius cucullatus|genii cucullati]]&amp;#039;&amp;#039;, zwergenartiger gallo-römischer Schutzgeister. In der Regel wird der Reisemantel als Hinweis auf die ständige Einsatzbereitschaft der Genien als Nothelfer interpretiert. Möglicherweise besitzt die Zipfelkapuze aber auch eine phallische Symbolik. Schon bei der phrygischen Mütze, die ursprünglich aus dem Bauchleder und dem Hodensack eines Stiers hergestellt wurde und die mit dem Fruchtbarkeitsgott [[Attis]] und dem stiertötenden Sonnengott [[Mithras]] in Verbindung gebracht wurde, vermutet man eine Übertragung der Stiersymbolik (u.&amp;amp;nbsp;a. „Zeugungskraft“) auf den Träger. Auf frühen Darstellungen der [[Heilige drei Könige|Heiligen drei Könige]] (eigentlich die „Weisen aus dem Morgenland“) werden diese mit roten phrygischen Mützen dargestellt, um sie als orientalische [[Magie]]r zu charakterisieren, vor allem aber als [[Heidentum|Heiden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der katholische Theologe und Brauchtumsforscher [[Manfred Becker-Huberti]] hält neben der [[Commedia dell’Arte]] und dem [[Volkstheater]] auch die zuweilen durchaus derben, komischen Einlagen in mittelalterlichen [[Krippenspiel|Dreikönigsspielen]] für eine Quelle des Kasperletheaters. So soll der [[Kasper]] nicht nur seinen Namen von [[Caspar]], einem der Heiligen drei Könige, haben, sondern auch seine (oft rote) Zipfelmütze. Seine ursprünglich sakrale Rolle soll dabei noch gelegentlich durchschimmern: Der Kasper heiratet nie und kämpft unermüdlich gegen die Mächte des Bösen (Teufel, Räuber, Krokodil).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heilige-dreikoenige.de/symbolik/vom_kaspar_zum_kasperle.html M. Becker-Huberti: Heilige Drei Könige – Symbolik]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwandt ist der katalanische [[Caganer]], wörtlich „Scheißer“ oder „Kacker“, eine geschnitzte Figur in Gestalt eines einfachen katalanischen Landmanns mit roter Barretina, der vielleicht schon seit dem späten 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in traditionellen [[Weihnachtskrippe]]n angebracht wird. Gewöhnlich findet sich die Figur versteckt am Rand der Szene beim [[Stuhlgang]]. Laut dem katalanischen Ethnologen und Folkloristen [[Joan Amades]] düngt der Caganer auf diese Weise die Erde, macht sie fruchtbar und schenkt so Wohlstand für das neue Jahr. Andere empfinden die Figur als geschmacklos, wenn nicht gar [[Blasphemie|blasphemisch]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.amicsdelcaganer.cat/catala/figura/figuracaganer.htm Website der Freunde des Caganers]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert erwähnt [[Georgius Agricola]] Berichte von Bergleuten über teils gutmütige, teils bösartige [[Berggeist]]er, die entweder die damalige Arbeitskleidung von [[Bergmann|Bergleuten]] mit Kapuze und [[Arschleder]] tragen oder [[Habit|Mönchskutten]], ebenfalls mit Kapuze. In den zeitgenössischen bildlichen Darstellungen erscheinen dieselben [[Chthonismus|chthonischen]] Wesen allerdings in der Gestalt von Dämonen und [[Teufel]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1906 Christmas catalogue Eaton&amp;#039;s.jpg|mini|Titelseite von Eaton’s Weihnachtskatalog mit Santa Claus, ca. 1906]]&lt;br /&gt;
Erst seit Anfang des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurden Kapuzen und Zipfelmützen, z.&amp;amp;nbsp;B. in Buchillustrationen, emblematisch für [[Zwerg (Mythologie)|Zwerge]], [[Wichtel]], [[Heinzelmännchen]] und [[Kobold]]e, ebenso der skandinavischen [[Nisse]]n (Dänemark, Norwegen) und der &amp;#039;&amp;#039;Tomten&amp;#039;&amp;#039; (Schweden, Finnland). Mit dieser Anlehnung an die mittelalterlichen und zeitgenössischen Volkstrachten sollte wohl die [[Volkstum|Volkstümlichkeit]] der betreffenden Überlieferungen unterstrichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit einher ging die [[Säkularisierung]] des heiligen [[Bischof]]s [[Nikolaus von Myra]] als traditioneller Gabenbringer in der Weihnachtszeit. In Skandinavien übernahm seine Rolle als [[Weihnachtsmann]] der &amp;#039;&amp;#039;Julenisse&amp;#039;&amp;#039; (Nisse ist eine dänische [[Kosename|Koseform]] des Namens Nikolaus) oder der &amp;#039;&amp;#039;Jultomte&amp;#039;&amp;#039;, ein kleines, dickes, altes, bärtiges Männlein mit roter Zipfelmütze. Seine noch kleineren Begleiter wurden in der modernen amerikanischen und der heutigen [[Globalisierung|globalisierten]] [[Popkultur]] zu &amp;#039;&amp;#039;Santa’s little helpers&amp;#039;&amp;#039;. Die charakteristische pelzverbrämte Zipfelmütze des Weihnachtsmannes entstand hingegen wohl aus der [[Mitra]], der bischöflichen Kopfbedeckung des Bischofs Nikolaus, durch Assimilierung mit seinen „rauen“, eher „pelzigen“, strafenden Begleitern in der deutschen Tradition, etwa dem [[Knecht Ruprecht]], den rauen [[Perchten]] oder dem gezähmten Teufel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Kulturkämpfen [[Kanada]]s zwischen englisch- und französischsprachigen Einwanderern im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert spielte die „tuque“ eine Rolle als polemisches Symbol. Sie galt den Anglophonen als ein Zeichen einer frankophonen Rückständigkeit und Bäuerlichkeit und vermischte sich gern mit antiklerikalen Aussagen, da die katholische Kirche in [[Quebec]] jahrzehntelang vorherrschte; der französischsprechende Träger der Mütze hieß&amp;lt;ref&amp;gt;für die Anglophonen abfällig, für die Frankophonen positiv&amp;lt;/ref&amp;gt; „Jean-Baptiste“ (nach: [[Johannes der Täufer]]), denn unter diesem Namen hatten sich bereits sehr früh, seit 1834, die Frankophonen versammelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine deutliche Karikatur bei [https://www.collectionscanada.gc.ca/obj/008/f1/nlc009106-v6.jpg Collections Canada] zeigt oben rechts den Zipfelmützenträger Jean-Baptiste, der vergeblich als Springteufel gegen die modernen, technisch versierten Anglophonen unter Führung [[Abraham Lincoln]]s (siehe das Fernrohr, die Eisenbahn) anrennt. Einer Vorläufergruppe der bis heute bestehenden &amp;quot;Société Jean Baptiste&amp;quot; war es bereits 1834 gelungen, das [[Maple Leaf|Ahornblatt]] als Symbol für das nördliche Nordamerika bekannt zu machen, dessen Ähnlichkeit mit einer Lilie aus dem [[Lilienbanner]] auffällt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das berühmte [[Montreal]]er Künstlermanifest „Refus Total“ (totaler Widerstand) von 1948 forderte in der kritischen Tradition:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=To hell with the holy-water-sprinkler and the tuque!&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
 |Autor=Refus total, 1948&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Zum Teufel mit dem [[Weihwasserbecken]] und der Mütze!}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei war die Mütze durchaus auch als Bischofsmütze, Mitra, zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschsprachiger Raum ==&lt;br /&gt;
Ab dem 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert ist die Bezeichnung für diese [[Mütze]], die ganz überwiegend nur von [[Mann|Männern]] getragen wurde, auch in Nord- und Mitteldeutschland geläufig. Erst seit dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert und vermehrt seit Mitte des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts werden Zipfelmützen auch von Kindern und Frauen getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Bezeichnungen sind &amp;#039;&amp;#039;Kasper(le)mütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Michelmütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Beutelmütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Sackmütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Pusse&amp;#039;&amp;#039; (westliches Niedersachsen), &amp;#039;&amp;#039;[[Klingelbeutel|Klingelbüdel]]&amp;#039;&amp;#039; (scherzhaft niederdeutsch), &amp;#039;&amp;#039;Flöhseckel&amp;#039;&amp;#039; (scherzhaft schwäbisch), &amp;#039;&amp;#039;Zöttelchappe&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Troddelmütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Quasterkapp&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Bammel-, Bambel-, Bimpel-, Bummel-, Bumpel-, Pampel-, Pimpelmütze&amp;#039;&amp;#039; (Rheinland bis Thüringen), &amp;#039;&amp;#039;Klöppelmütsch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Pinnmütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Plümm(en)mütze&amp;#039;&amp;#039; (Ruhrgebiet), &amp;#039;&amp;#039;Plüsmütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Büsselchappe&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Fäuselchappe&amp;#039;&amp;#039; (Schweiz), &amp;#039;&amp;#039;Schnud(d)elkappe&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Schwanzkappe&amp;#039;&amp;#039; (Oberhessen, Westerwald); für gestrickte Zipfelmützen: &amp;#039;&amp;#039;Strumpfmütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Strumpfbetzel&amp;#039;&amp;#039;; für mit (weißem) Pelz verbrämte: &amp;#039;&amp;#039;Nikolausmütze&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Weihnachtsmannmütze&amp;#039;&amp;#039; und noch viele mehr.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Friedrich Foltin nennt in seiner Dissertation noch etwa drei Mal so viele  Synonyme allein für den deutschsprachigen Raum: Hans-Friedrich Foltin: &amp;#039;&amp;#039;Die Kopfbedeckungen und ihre Bezeichnungen im Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. [[Dissertation|Inauguraldissertation]], Philipps-Universität Marburg; Wilhelm Schmitz Verlag, Giessen, 1963, {{DNB|481945059}}, S. 155–288.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls seit Anfang des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurde die Zipfelmütze besonders in der politischen Karikatur zum Erkennungszeichen des [[Deutscher Michel|Deutschen Michels]], der [[Nationalallegorie|nationalen Personifikation]] der Deutschen. Angelehnt an Sprichwörter des Humanismus und des Barocks symbolisiert der Deutsche Michel den vorgeblichen „Nationalcharakter“ der [[Deutscher|Deutschen]], ihre Tugenden und besonders ihre Untugenden. Hierbei steht die Zipfelmütze entweder für die Kopfbedeckung des [[bieder]]en, naiven, ungebildeten, bis ungehobelten und versoffenen, aber auch von ausländischen Moden „unverdorbenen“ Landmanns, oder, besonders im Zusammenhang mit der gescheiterten [[Deutsche Revolution 1848/49|Revolution von 1848]], für die [[Schlafmütze]] des ebenso biederen, [[Gemütlichkeit|gemütlichen]], phlegmatischen, politisch desinteressierten, „verschlafenen“ [[Bürgertum|Bürgers]] oder [[Spießbürger|Spießers]]. Noch heute wirkt diese Konnotation in der Ikonographie des als typisch deutsch geltenden [[Gartenzwerg]]s nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere bekannte Zipfelmützenträger sind [[Die Schlümpfe]], die [[Mainzelmännchen]] (mit phrygischen Mützen) und das [[Unser Sandmännchen|Sandmännchen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Magi (1).jpg|Die drei Weisen aus dem Morgenland mit roten phrygischen Mützen, Ravenna, 6. Jahrhundert&lt;br /&gt;
DEU Köditz COA.svg|Wappen von [[Köditz]], Oberfranken, Heidenhut mit Stulp aus [[Hermelin (Heraldik)|Hermelin]]&lt;br /&gt;
Grosses Wappen Siebenlehn.png|&amp;#039;&amp;#039;Markgräfliches Wappen&amp;#039;&amp;#039; von [[Siebenlehn]], Landkreis Mittelsachsen&lt;br /&gt;
BeinKasper.jpg|Kasperlepuppe&lt;br /&gt;
Caganer front.png|Caganer&lt;br /&gt;
Glædelig Jul, ca 1917.jpg|Norwegische Weihnachtswichtel auf einer Postkarte von Christian Magnus, ca. 1917&lt;br /&gt;
CDU Wahlkampfplakat - kaspl015.JPG|Der Deutsche Michel sägt, zur Freude der Sowjets, am Ast, auf dem er sitzt. Wahlkampfplakat des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]], 1957&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Chullo]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ingrid Loschek]]: &amp;#039;&amp;#039;Reclams Mode- und Kostümlexikon&amp;#039;&amp;#039;, Artikel „Zipfelmütze“, 5., erw. Aufl., Reclam, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-010577-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Zipfelmutze}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mütze]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Phzh</name></author>
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