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	<title>Zinsdifferenzgeschäft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T21:17:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zinsdifferenzgesch%C3%A4ft&amp;diff=652015&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wowo2008: +Kat.</title>
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		<updated>2023-11-16T11:54:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+Kat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zinsdifferenzgeschäft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist allgemein im [[Finanzwesen]] die Ausnutzung der [[Zinsdifferenz]] zwischen den niedrigen [[Habenzins]]en und den höheren [[Kreditzins]]en durch Einsatz von [[Finanzprodukt]]en zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Eine Zinsdifferenz besteht, wenn es im Inland einen Unterschied zwischen dem Kreditzins und den Habenzinsen bei identischer [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] der zinstragenden Finanzprodukte gibt. Wenn das [[Zinsniveau]] im Inland nicht mit dem Zinsniveau einer [[Fremdwährung]] – wiederum bei identischer Laufzeit des Finanzproduktes – übereinstimmt, gibt es eine Zinsdifferenz zwischen dem Inland und dem Ausland. Diese [[Zinsniveau#Zweck und Arten|Zinsgefälle]] können gewinnbringend ausgenutzt werden, doch ist dies nur [[Kreditinstitut]]en erlaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
Die deutsche [[Nichtbank]] „Targetum Treuhand GmbH“ nahm  [[Finanzprodukt|Einlagen]] von [[Privatperson]]en an und verlieh diese als [[Kredit]]e an [[Kreditnehmer]], sie betrieb damit Zinsdifferenzgeschäfte. Im Juni 2018 verbot die [[Bankenaufsicht]] [[BaFin]] diese Geschäfte, weil die Gesellschaft keine [[Banklizenz]] besaß, aber das von ihr betriebene Kredit- oder Einlagengeschäft eine solche erforderte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.vzhh.de/themen/finanzen/probleme-der-geldanlage/targetum-nicht-gut-beraten Verbraucherzentrale Hamburg vom 27. Februar 2019, &amp;#039;&amp;#039;Targetum – nicht gut beraten&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 15. Juli 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; Da die Gesellschaft diese Einlagen nicht zurückzahlen konnte, meldete sie [[Insolvenz]] an,&amp;lt;ref&amp;gt;AG Hamburg, Beschluss vom 7. August 2018, Az.: 67g IN 267/18&amp;lt;/ref&amp;gt; was am 3. September 2018 ins [[Handelsregister]] eingetragen wurde. Die Gesellschaft hatte gewerblich [[Bankgeschäft]]e betrieben ([[Einlagengeschäft]] nach {{§|1|kredwg|juris}} Abs. 1 Nr. [[Kreditwesengesetz|KWG]], [[Kreditgeschäft]] nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 KWG), wozu sie eine [[Erlaubnis]] nach {{§|32|kredwg|juris}} Abs. 1 KWG benötigt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Zinsdifferenzgeschäfte durch Nichtbanken betrieben, bedürfen diese stets der Erlaubnis der BaFin, die aber regelmäßig versagt wird, weil diese Nichtbanken der Bankenaufsicht unterliegen würden und das [[Bankrecht (Deutschland)|Bankrecht]] zu beachten hätten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Anwendungen ==&lt;br /&gt;
Das klassische Zinsdifferenzgeschäft im weiteren Sinne wird durch Kreditinstitute mit dem Kreditgeschäft und Passivgeschäft betrieben. Vor allem in der [[Schweiz]] wird dieser Begriff in dieser Form verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=1qsLEGaq5HAC&amp;amp;pg=PT14&amp;amp;dq=Zinsdifferenzgesch%C3%A4ft&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjm6YrageXnAhXHyaQKHS_gC3EQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=Zinsdifferenzgesch%C3%A4ft&amp;amp;f=false Max Lüscher-Marty, &amp;#039;&amp;#039;Theorie und Praxis des Bankkredits 1&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 2009, Kapitel 1.02]&amp;lt;/ref&amp;gt; Es besteht darin, dass Kreditinstitute Einlagen ([[Sichteinlage|Sicht-]], [[Termingeld|Termin-]] und [[Spareinlage]]n) annehmen und diese gegen eine [[Kreditmarge]] als Kredite ausleihen; die Kreditmarge bildet die Zinsdifferenz zwischen Kredit- und Passivgeschäft. Werden die Laufzeiten des Passivgeschäfts im Kreditgeschäft nicht beachtet, betreiben die Institute erlaubte [[Fristentransformation]], welche die [[Liquidität]] beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Currency Carry Trade}}&lt;br /&gt;
Im engeren Sinne versteht man unter dem Zinsdifferenzgeschäft die [[Spekulation (Wirtschaft)|spekulative]] Ausnutzung des internationalen Zinsgefälles unter Inkaufnahme des [[Währungsrisiko]]s durch Geldbeschaffung zu niedrigen Habenzinsen, um diesen Geldbetrag mit einem höheren Kreditzins auszuleihen. Dazu wird die [[Handelsstrategie]] des [[Currency Carry Trade]] eingesetzt,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=yqoDBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA270&amp;amp;dq=Carry-trade+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwi6v6vfiuXnAhWYzMQBHbkjDjsQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=Carry-trade%20lexikon&amp;amp;f=false Jürgen Krumnow/Ludwig Gramlich/Thomas A. Lange/Thomas M. Dewner (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank-Lexikon: Bank - Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 270 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; indem ein [[Fremdwährungskredit]] in einer niedrig verzinslichen Währung nur deshalb aufgenommen wird, um den Betrag höher verzinslich in einer anderen Währung anzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=1fv3AgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA60&amp;amp;dq=Zinsdifferenzgesch%C3%A4ft&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjFiOHQ2ePnAhXCAewKHbQiA0Q4FBDoAQgtMAE#v=onepage&amp;amp;q=Zinsdifferenzgesch%C3%A4ft&amp;amp;f=false Dimitri Speck, &amp;#039;&amp;#039;Geheime Goldpolitik: Warum die Zentralbanken den Goldpreis steuern&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 60]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kreditaufnahme erfolgt in [[Niedrigzinsniveau|Niedrigzinsländern]], die Geldanlage entsprechend in [[Hochzinsniveau|Hochzinsländern]]. Die [[Gewinnchance]]n oder [[Verlustgefahr]]en ergeben sich aus der Zinsdifferenz und dem Währungsrisiko während der Laufzeit, wobei die Zinsdifferenz durch nachteilige Wechselkursschwankungen eliminiert werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=baXLm4rOdOwC&amp;amp;pg=PA223&amp;amp;dq=Zinsdifferenz+Carry-trade&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiB1d_R-eTnAhXimFwKHXdbAQUQ6AEIMDAB#v=onepage&amp;amp;q=Zinsdifferenz%20Carry-trade&amp;amp;f=false Claus Hilpold/Dieter G. Kaiser, &amp;#039;&amp;#039;Innovative Investmentstrategien&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 223]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen vom Währungsrisiko lohnt sich die Zinsdifferenzarbitrage, wenn der [[Zinsaufwand]] &amp;lt;math&amp;gt;Z_a&amp;lt;/math&amp;gt; niedriger ist als der [[Zinsertrag]] &amp;lt;math&amp;gt;Z_e&amp;lt;/math&amp;gt;:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;Z_a &amp;lt; Z_e&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um das Währungsrisiko auszuschalten, müsste das Wechselkursrisiko durch ein [[Sicherungsgeschäft]] eliminiert werden, was jedoch [[Transaktionskosten]] verursacht ([[Swapsatz]]), die im Regelfall der Zinsdifferenz entsprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für &amp;#039;&amp;#039;Currency Carry Trades&amp;#039;&amp;#039; war die seit 1995 anhaltende [[Aufwertung (Währung)|Aufwertung]] des [[US-Dollar]] gegenüber dem [[Yen]], die [[Trader]] dazu veranlasste, [[Fremdwährungsschuld]]en in Yen aufzunehmen und zum [[Kaufentscheidung|Kauf]] von höherverzinslichen US-$-Anleihen zu verwenden. Die Gewinnchancen endeten abrupt mit der spätestens im August 1998 einsetzenden [[Russlandkrise]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die risikolose Zinsdifferenzarbitrage kombiniert die Geldanlage am Ort des höchsten Zinsertrages mit einer simultanen Kreditaufnahme gleicher Laufzeit am Ort der niedrigsten Kreditkosten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=tTmR_vyNdfgC&amp;amp;pg=PA328&amp;amp;dq=Zinsdifferenzarbitrage&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiK54_v2-PnAhWBCewKHQUPAC0Q6AEIQzAD#v=onepage&amp;amp;q=Zinsdifferenzarbitrage&amp;amp;f=false Willi Albers (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft (HdWW)&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1977, S. 328]&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispielsweise lässt sich ein [[Arbitrage]]gewinn zwischen dem [[Geldmarkt]] und [[Termingeldhandel|Termingeldmarkt]] durch einen [[Devisentermingeschäft|Devisenterminkauf]] bei simultanem Kauf einer [[Put-Option]] und dem Verkauf einer [[Call-Option]] erzielen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=briIBwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA199&amp;amp;dq=Zinsdifferenzgesch%C3%A4ft&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjFiOHQ2ePnAhXCAewKHbQiA0Q4FBDoAQhgMAc#v=onepage&amp;amp;q=Zinsdifferenzgesch%C3%A4ft&amp;amp;f=false Ulrich Boettger, &amp;#039;&amp;#039;Cash-Management internationaler Konzerne: Strategien - Organisation - Umsetzung&amp;#039;&amp;#039;, 1995, S. 197]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Die von [[John Maynard Keynes]] 1923 entwickelte [[Zinsparitätentheorie]] geht davon aus, dass [[Marktteilnehmer]] von der Zinsdifferenz zwischen zwei Währungen (langfristig) nicht profitieren können.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=e7OHKAeOdBMC&amp;amp;pg=PA57&amp;amp;dq=Zinsdifferenz+Carry-trade&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiB1d_R-eTnAhXimFwKHXdbAQUQ6AEIeDAJ#v=onepage&amp;amp;q=Zinsdifferenz%20Carry-trade&amp;amp;f=false Metz Dennis, &amp;#039;&amp;#039;Devisenhandel – simplified&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 57]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das liegt daran, dass viele Marktteilnehmer Zinsdifferenzarbitrage betreiben ([[Herdenverhalten]]), so dass die Zinsdifferenz so lange sinkt, bis sich die Arbitrage nicht mehr lohnt.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;A Tract on Monetary Reform&amp;#039;&amp;#039;, 1923, S. 127&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzungen ==&lt;br /&gt;
Nicht verwechselt werden darf das Zinsdifferenzgeschäft mit dem [[Zinsgeschäft]], worunter in der [[Bankbetriebslehre]] und im [[Bankwesen]] eine [[Produktgruppe]] von [[zins]]tragenden [[Finanzprodukt]]en bezeichnet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Arbitrage]] bei Zinsdifferenzgeschäften ist nicht mit der [[Spekulation (Wirtschaft)|Spekulation]] bei [[Currency Carry Trade]]s zu verwechseln. Bei letzteren (die das weitaus geringere [[Handelsvolumen (Börse)|Handelsvolumen]] des Fremdwährungsmarktes ausmachen) kaufen und verkaufen [[Marktteilnehmer]] [[Währung]]en an verschiedenen Börsen zum selben Zeitpunkt, um (selbst minimale) Preisunterschiede auszunutzen. Wesentlich ist, dass die Händler bei Arbitrage-Geschäften die Positionen unverzüglich wieder ausgleichen (und damit keine [[Marktrisiko|Marktrisiken]] eingehen), wogegen die Spekulanten beim Currency Carry Trade während der [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] des Geschäftes [[Exposure (Finanzwirtschaft)|offene Positionen]] in den jeweiligen Währungen halten und damit Risiken übernehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Leverage-Effekt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Zinsdifferenzgeschaft}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarktgeschäft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Bank)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zinsgeschäft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wowo2008</name></author>
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