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	<title>Zigeunertonleiter - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-26T14:47:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zigeunertonleiter&amp;diff=236975&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;FordPrefect42 am 27. März 2026 um 06:09 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zigeunertonleiter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Bezeichnung für [[Heptatonik|heptatonische]] [[Tonleiter]]n in [[Folklore|folkloristischer]] und [[E- und U-Musik|klassischer Musik]], die durch zwei [[übermäßig]]e [[Sekunde (Musik)|Sekundschritte]] gekennzeichnet sind. Analog zu den [[Tongeschlecht]]ern [[Dur]] und [[Moll]] unterscheidet man &amp;#039;&amp;#039;Zigeuner-Dur&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Zigeuner-Moll&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Begriff entstand im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im Kontext der bürgerlichen Begeisterung für die &amp;#039;&amp;#039;Zigeunerromantik&amp;#039;&amp;#039;. Dabei wurden die für die [[Dur-Moll-Tonalität]] ungewöhnlichen Tonleitern mit übermäßigen Sekundschritten von westlichen Hörern zunächst mit der [[Musik der Roma und Sinti#Ungarn|Musik der ungarischen Roma]] assoziiert, später auch mit orientalischer oder allgemein mit exotischer Musik. Ihren Eingang in die europäischen Kunstmusik fanden diese Skalen insbesondere durch die Kompositionen im ungarischen Stil (&amp;#039;&amp;#039;style hongrois&amp;#039;&amp;#039;) [[Joseph Haydn]]s und [[Franz Liszt]]s (&amp;#039;&amp;#039;[[Ungarische Rhapsodien]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Skalenstrukturen finden sich zwar auch als fakultative Intonationsvarianten des [[Phrygischer Modus|phrygischen Modus]] (&amp;#039;&amp;#039;modo frígio&amp;#039;&amp;#039;) im spanischen [[Flamenco]], jedoch ohne hier terminologisch besonders benannt zu werden. Lediglich das im Kontext der Flamencomusik gelegentlich verwendete Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;[[Roma|gitano]] (m.)&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;gitana (f.)&amp;#039;&amp;#039; (wie beispielsweise in &amp;#039;&amp;#039;[[Rumba]] gitana&amp;#039;&amp;#039;) verweist sowohl auf die ethnische Genese eines [[Palo (Flamenco)|Flamenco-Palos]], als auch auf dessen zumeist phrygischen Modus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zigeuner-Moll ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gypsy scale 1.JPG|mini|c-Zigeuner-Moll; {{Audio|Tonleiter c-zigeuner-moll.mid|Hörbeispiel}}]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zigeuner-Moll&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{frS|mode hongrois}}, auch &amp;#039;&amp;#039;ungarische Tonleiter&amp;#039;&amp;#039;) genannte Skala entspricht in ihrer Struktur einem [[Harmonisches Moll|harmonischen Moll]] mit erhöhter vierter Stufe und wird daher von einigen Autoren von diesem abgeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Riemann Musiklexikon |Lemma=Zigeunertonleiter |Auflage=12 |Band=3 |Seite=1079}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch die Alteration der vierten Stufe entsteht ein weiterer ([[Sekunde (Musik)|übermäßiger Ganztonschritt]]) zwischen der dritten und vierten Stufe, der im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert mit der [[Musik der Sinti und Roma#Ungarn|Musik der ungarischen Roma]] assoziiert wurde und von Komponisten wie [[Joseph Haydn]] und [[Franz Liszt]] als Stilmittel ihrer Werken im &amp;#039;&amp;#039;style hongrois&amp;#039;&amp;#039; (im ungarischen Stil) verwendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine terminologische Gleichsetzung der für die Melodiebildung charakteristischen übermäßigen Sekunden der Zigeunerskalen mit dem [[Sekunde (Musik)#Hiatus|Hiatus]] zwischen sechster und siebter Stufe des sogenannten &amp;#039;&amp;#039;harmonischen Moll&amp;#039;&amp;#039; verbietet sich, da die kompositorische Praxis insbesondere im Barock und in der Klassik die erhöhte siebte Stufe als ausschließlich harmonisch legitimierten [[Leitton]] zum Grundton bzw. als Durterz über der fünften Tonleiterstufe interpretierte und den seinerzeit verpönten übermäßigen Ganztonschritt durch die Melodieführung umging, beispielsweise durch die abspringende [[Septime]] in der Mitte der Melodieformel e-f&amp;amp;nbsp;Gis-A.&amp;lt;ref&amp;gt;Diether de la Motte: &amp;#039;&amp;#039;Harmonielehre&amp;#039;&amp;#039;. Bärenreiter-Verlag, Kassel 1976, ISBN 3-7618-0540-3, S. 77&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die musiktheoretische Ableitung des Zigeuner-Moll von der harmonischen Molltonleiter ist unter den Aspekt der jeweils unterschiedlichen Behandlung der übermäßigen Sekunde problematisch.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Moll|titel1=Abschnitt „Hiatus und übermäßige Sekunde“ im Artikel Moll}}&lt;br /&gt;
[[Georges Bizet]] verwendet sowohl das Zigeuner-Moll als auch das Zigeuner-Dur für das „Schicksalsmotiv“ in seiner Oper [[Carmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zigeuner-Dur {{Anker|ZigeunerDur}} ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gypsy scale 2.JPG|mini|C-Zigeuner-Dur; {{Audio|Tonleiter c-zigeuner-dur.mid|Hörbeispiel}}]]Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zigeuner-Dur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;-Tonleiter besitzt eine Durterz und besteht aus zwei identisch strukturierten Tetrachorden mit jeweils in der Mitte liegendem übermäßigem Ganztonschritt, ist also symmetrisch aufgebaut. Sie wird gelegentlich im Kontext pseudo-orientalischer Musik auch &amp;#039;&amp;#039;arabische Tonleiter&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tonleiter entspricht in ihrer Struktur einer [[phrygisch-dominante Tonleiter|phrygischen Tonleiter mit Durterz]] mit erhöhter siebter Stufe. Damit entsteht wie bei der Dur-Tonleiter ein [[Leitton]]. Ein anderer Erklärungsansatz besteht darin, die zweite und die sechste Stufe einer Dur-Tonleiter um einen Halbton zu erniedrigen, wodurch abwärtsführende Leittöne zur ersten und fünften Stufe entstehen. Das Zigeuner-Dur kann auch als [[Plagaltonart|plagale]] Form des Zigeuner-Molls (beginnend auf der 5. Stufe) aufgefasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ableitung aus Tetrachorden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franz Liszt]], der sich auch intensiv mit der [[Musiktheorie im antiken Griechenland]] auseinandergesetzt hatte, leitet die Zigeunertonarten „… aus dem altgriechischen ‚chromatischen [[Tetrachord]]‘ ab. Dieser letztere besteht nämlich aus einem kleinen Terzschritt und zwei aufeinanderfolgenden Halbtonschritten. Die kleine Terz stimmt aber im Klang mit der übermäßigen Sekunde überein, mit einem Tonintervall, das die westeuropäische Theorie nur deshalb benötigt, weil in der Fiktion der Skala (d.&amp;amp;nbsp;h. Tonleiter) keine Stufe übersprungen werden darf.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Literatur |Autor=István Szelényi |Titel=Der unbekannte Liszt |Herausgeber =Klara Hamburger | Sammelwerk= Franz Liszt – Beiträge von ungarischen Autoren | Auflage=| Verlag= Reclam| Ort=Leipzig| Jahr=1978| ISBN= 963-13-0088-9| Seiten=276}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Setzt man die kleine Terz mit der übermäßigen Sekunde gleich, so lässt sich der Bau der Zigeunertonleitern mithilfe von Tetrachorden der Struktur &amp;#039;&amp;#039;Halbton-übermäßiger&amp;amp;nbsp;Ganzton-Halbton&amp;#039;&amp;#039; erklären:&lt;br /&gt;
* Das &amp;#039;&amp;#039;C-Zigeuner-Dur&amp;#039;&amp;#039; besteht aus den beiden &amp;#039;&amp;#039;disjunkten&amp;#039;&amp;#039; (durch einen Ganzton getrennten) Tetrachorden &amp;#039;&amp;#039;c-des-e-f&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;g-as-h-c&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Das &amp;#039;&amp;#039;c-Zigeuner-Moll&amp;#039;&amp;#039; besteht aus den beiden &amp;#039;&amp;#039;konjunkten&amp;#039;&amp;#039; (durch einen gemeinsamen Ton) verbundenen Tetrachorden &amp;#039;&amp;#039;d-es-fis-g&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;g-as-h-c&amp;#039;&amp;#039;, wobei die Tonleiter durch ein unten angefügtes &amp;#039;&amp;#039;c&amp;#039;&amp;#039; vervollständigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontroversen ==&lt;br /&gt;
Es gibt immer wieder Forderungen, auch historisch gewachsene Wortkonstruktionen aus dem Sprachgebrauch verschwinden zu lassen, wenn sie als diskriminierend empfundene Begriffe enthalten, selbst dann, wenn sie – wie im konkreten Fall –&amp;amp;nbsp;keine abwertende Konnotation aufweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.dwds.de/wb/Zigeunertonleiter |titel=DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache |sprache=de |abruf=2022-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Losert, Karen Schlimp |Titel=Klangwege: Improvisation anregen - lernen - unterrichten |Verlag=LIT Verlag Münster |Datum=2019 |ISBN=978-3-643-50908-6 |Online=https://books.google.de/books?id=3b6gDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA195#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false |Abruf=2022-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derlei Forderungen folgen nur selten Vorschläge zu sinnvollen sprachlichen Alternativen, die sowohl den Erfordernissen der [[Politische Korrektheit|&amp;#039;&amp;#039;political correctness&amp;#039;&amp;#039;]] als auch dem Bedürfnis von Musikern nach Kontinuität der historisch gewachsenen musikalischen Terminologie zu genügen vermögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörbeispiele ==&lt;br /&gt;
* {{Audio|Tonleiter c-zigeuner-moll.mid|Tonleiter in C-Zigeuner-Moll}}&lt;br /&gt;
* {{Audio|Tonleiter c-zigeuner-dur.mid|Tonleiter in C-Zigeuner-Dur}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Musik der Roma#Ungarn|Musik der Roma (Ungarn)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Christoph Hempel]]: &amp;#039;&amp;#039;Neue allgemeine Musiklehre.&amp;#039;&amp;#039; Schott, Mainz 1997, ISBN 3-254-08200-1, S. 143.&lt;br /&gt;
* [[Kurt Johnen (Musikpädagoge)|Kurt Johnen]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Musiklehre.&amp;#039;&amp;#039; RUB 7352. 19., durchgesehene Auflage. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-007352-9, S. 61.&lt;br /&gt;
* Ulrich Michels: &amp;#039;&amp;#039;dtv-Atlas zur Musik.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. dtv, München 1977, ISBN 3-423-03022-4, S. 86&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* [[Wieland Ziegenrücker]]: &amp;#039;&amp;#039;ABC Musik. Allgemeine Musiklehre.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. Breitkopf &amp;amp; Härtel, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-7651-0309-4, S. 143&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tonleiter]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;FordPrefect42</name></author>
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