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	<title>Zentralismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zentralismus&amp;diff=53169&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bisam: Halbgeviertstrich</title>
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		<updated>2025-09-06T07:33:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Halbgeviertstrich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Map of unitary states.svg|mini|350px|Karte der Staaten mit unitärer Verfassung]]&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zentralismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet ein [[Struktur (Soziologie)|Strukturprinzip]] zur Kennzeichnung einer gesellschaftlichen [[Raumordnung]], die zentral organisiert ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Ammon, Michael Hartmaier: &amp;#039;&amp;#039;Zentralismus und Föderalismus – die zwei prägenden Strukturprinzipien der europäischen Raumordnung&amp;#039;&amp;#039;. In: Günther Ammon, Matthias Fischer u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Föderalismus und Zentralismus. Europas Zukunft zwischen dem deutschen und dem französischen Modell&amp;#039;&amp;#039;. Baden-Baden 1996, S. 11–26, ISBN 3-7890-4446-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem allgemeinen Verständnis wird Zentralismus in einem Gegensatz oder als ein komplementäres [[Prinzip]] zum [[Regionalismus]] aufgefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christof Dipper]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Italien 1860-1960. Politische und kulturelle Aspekte im Vergleich&amp;#039;&amp;#039;. München / Oldenbourg 2005, S. 37, ISBN 3-486-20015-1; Winfried Böttcher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Subsidiarität - Regionalismus - Föderalismus.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S. 178, ISBN 3-8258-6752-8; Manfred Kittel: &amp;#039;&amp;#039;Provinz zwischen Reich und Republik.&amp;#039;&amp;#039; München / Oldenbourg 2000, S. 322, ISBN 3-486-56501-X.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Politik]] bedeutet Zentralismus das Streben, alle Kompetenzen im [[Staat]] bei einer zentralen obersten Instanz zu konzentrieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Dudenredaktion (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Universalwörterbuch&amp;#039;&amp;#039;. 5. überarb. Aufl. Mannheim / Leipzig / Wen / Zürich 2003, S. 1850, ISBN 3-411-05505-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wird dieses Streben gesellschaftliche Wirklichkeit, so wird der Begriff ebenso zur Kennzeichnung von charakteristischen Strukturen eines [[Politisches System|politischen Systems]], insbesondere bei [[Regime]]n, verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Horst Möller]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nationalsozialismus in der Region: Beiträge zur regionalen und lokalen Forschung und zum internationalen Vergleich.&amp;#039;&amp;#039; München / Oldenbourg 1996, S. 313, ISBN 3-486-64500-5; Manfred Alexander: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Völker in der Geschichte Osteuropas.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1991, S. 87, ISBN 3-515-05473-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Ausdrucksform findet der Zentralismus in einem zentralistisch organisierten [[Einheitsstaat]] (Zentralstaat), der durch eine ausschließliche Konzentration der politischen [[Souveränität]] auf der [[nation]]alen Ebene gekennzeichnet ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Nohlen]], Florian Grotz: &amp;#039;&amp;#039;Kleines Lexikon der Politik.&amp;#039;&amp;#039; 4. aktualisierte und erw. Aufl., München 2007, S. 152, ISBN 978-3-406-51062-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Religion]] wird der Begriff zur Beschreibung zentralistischer Strukturen der [[Kirche (Organisation)|Organisation von Kirchensystemen]] verwendet;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Troeltsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Protestantisches Christentum und Kirche in der Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;. Berlin / New York 2004, S. 307, ISBN 3-11-016341-1; Peter C. Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Jesuiten&amp;#039;&amp;#039;. München 2001, S. 22, ISBN 3-406-44771-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Wirtschaft]] zur Kennzeichnung von [[Zentralverwaltungswirtschaft|Planwirtschaften]] sowie zentralistischen [[Konzern]]strukturen.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner E. Thum, Michael Semmler: &amp;#039;&amp;#039;Kundenwert in Banken und Sparkassen. Wie Berater Ertragspotenziale erkennen und ausschöpfen&amp;#039;&amp;#039;. Wiesbaden 2003, S. 59, ISBN 3-409-12427-6; Egbert Deekeling, Olaf Arndt: &amp;#039;&amp;#039;CEO-Kommunikation. Strategien für Spitzenmanager.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.M, / New York 2006, S. 123, ISBN 3-593-37948-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Ein Musterbild für Zentralismus zeichnete sich im [[Abendland]] in der Ausbildung des Kirchensystems in der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] ab. Als ein früher [[Papst]], der auf den [[Römischer Zentralismus|römischen Zentralismus]] drängte, gilt [[Damasus I.]] (366–384).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Horst Fuhrmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Cicero und das Seelenheil oder wie kam die heidnische Antike durch das christliche Mittelalter?&amp;#039;&amp;#039; München / Leipzig 2003, S. 13, ISBN 3-598-77561-X.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu einer Herausbildung des römischen Zentralismus kam es indessen im [[Frühmittelalter]], als die Kirche in Auseinandersetzung mit dem [[Theokratie|theokratischen]] Selbstverständnis des [[Germanen|germanischen]] Königtums geriet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leibholz432&amp;quot;&amp;gt;[[Gerhard Leibholz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Menschenwürde und freiheitliche Rechtsordnung.&amp;#039;&amp;#039; Tübingen 1974, S. 432, ISBN 3-16-636162-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf der Grundlage der Verbundenheit der Kirchen mit der politischen Ordnung sowie der befürchteten [[Legitimität]]sproblematik angesichts der „Umarmungsversuche von [[König]]en und [[Kaiser]]n in den einzelnen Ländern“, wurde im Kirchensystem der staatliche Zentralismus reproduziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leibholz432&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeitalter des [[Absolutismus]] setzte sich gegen das mittelalterliche Modell des [[Personenverbandsstaat]]s der [[Flächenstaat]] durch.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus Türk]], Thomas Lemke, Michael Bruch:&amp;#039;&amp;#039; Organisation in der modernen Gesellschaft. Eine historische Einführung.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2006, S. 56, ISBN 3-531-33752-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der älteren Forschung, in der der Blick „oft an den Machtzentralen und ihren Handlungsträgern hängen geblieben war“, wurde der Zentralismus pauschal als ein charakteristisches Merkmal des Absolutismus herausgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hinrichs30&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Hinrichs]]: &amp;#039;&amp;#039;Fürsten und Mächte. Zum Problem des europäischen Absolutismus.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2000, S. 30, ISBN 3-525-36245-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neuere, differenziertere Forschungsansätze betonen hingegen – neben der zentralistischen Machtausübung der [[Monarchie]]n – auch die politische [[Macht]] der [[Ständegesellschaft|Stände]] sowie den Regionalismus der [[Elite]]n. So werden im „ständischen“ Forschungsansatz die zahllosen [[Konflikt]]e zwischen Ständen und [[Fürst]]en herausgestellt, „die keinesfalls immer eindeutig zugunsten der Fürsten ausgegangen“ sind, sowie die ständische [[Partizipation|Mitwirkung]] in einzelnen [[Territorium|Territorien]] des Reichs und flächenmäßig kleineren Staaten (Schweden, Dänemark).&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Hinrichs: &amp;#039;&amp;#039;Fürsten und Mächte. Zum Problem des europäischen Absolutismus.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2000, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der „regionalistischen“ Forschung hat sich gezeigt, dass selbst die zahllosen [[Landeshoheit|landesherrlichen]] Amtsträger über ein dichtes Beziehungsnetzwerk zu den regionalen Eliten verfügten. Auf diese Weise konnte der Absolutismus in den [[Provinz]]en – zumindest in den großen Staaten (Spanien, Frankreich, Österreich-Böhmen-Ungarn, Brandenburg-Preußen) – nicht „nach unten“ durchgreifen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hinrichs30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Ideengeschichte|ideengeschichtlich]] bedeutsame [[Theorie|theoretische]] Grundlegung erhielt das zentralistische Politikmodell des monarchisch-absolutistischen Staates in der [[Politische Philosophie|politischen Philosophie]] von [[Thomas Hobbes]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;KrausNicklas195f&amp;quot;&amp;gt;Hans-Christof Kraus, Thomas Nicklas (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Politik. Alte und neue Wege.&amp;#039;&amp;#039; München / Oldenbourg 2007, S. 195 f., ISBN 3-486-64444-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Hobbes, der seine Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[Leviathan (Thomas Hobbes)|Leviathan]]&amp;#039;&amp;#039; auf dem Hintergrund seines Eindrucks des [[Englischer Bürgerkrieg|englischen Bürgerkriegs]] verfasste, konnte dem [[Ständestaat|Ständewesen]] als politische Organisationsform des Landes und als institutionalisierte Gegenmacht gegen die monarchische [[Herrschaft]] kein Gewicht mehr beigemessen werden. Die Gemeinschaft sollte die politische Macht – aufgrund der von Hobbes ins Blickfeld genommenen schlechten Eigenschaften des [[Mensch]]en – stattdessen durch [[Übereinkunft]] einem [[Mann]] oder einer Versammlung anvertrauen, so dass sich in diesem Zentrum die reale Einheit aller repräsentiere.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KrausNicklas195f&amp;quot; /&amp;gt; Weiterentwickelt wurde dieser Ansatz später von dem Rechtsphilosophen [[John Austin (Rechtsphilosoph)|John Austin]], der sich auf die Idee der unauflösbaren und unbegrenzbaren [[Souveränität|souveränen]] Macht festlegte.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Bredt: &amp;#039;&amp;#039;Die demokratische Legitimation unabhängiger Institutionen. Vom funktionalen zum politikfeldbezogenen Demokratieprinzip.&amp;#039;&amp;#039; Tübingen 2006, S. 112, ISBN 3-16-148871-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die mit diesen Ansätzen zum Ausdruck gebrachte These, dass die [[Staatsgewalt]] durch Zentralisation gefestigt werde – und der Mensch Schutz und [[Sicherheit]] zum Preis der [[Freiheit]] erhalte&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerd Held]]: &amp;#039;&amp;#039;Territorium und Großstadt. Die räumliche Differenzierung der Moderne.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2005, S. 75, ISBN 3-531-14423-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; –, spielt im theoretischen und öffentlichen Diskurs bis in die Gegenwart eine bedeutsame Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Verlag Herder|Herder]] Lexikon Politik&amp;#039;&amp;#039;. Mit rund 2000 Stichwörtern sowie über 140 Graphiken und Tabellen, Sonderauflage für die [[Landeszentrale für politische Bildung]] NRW, Freiburg / Basel / Wien 1993, S. 236.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Europa]] gilt [[Frankreich]] als das Beispiel für Zentralismus schlechthin,&amp;lt;ref name=&amp;quot;HaenschTuemmers227&amp;quot;&amp;gt;Günther Haensch, Hans J. Tümmers: &amp;#039;&amp;#039;Frankreich. Politik, Gesellschaft, Wirtschaft&amp;#039;&amp;#039;. München 1998, S. 227 ff., ISBN 3-406-43345-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei sich die Anfänge bis [[Ludwig XIII.]], [[Richelieu]] und [[Ludwig XIV.]] zurückverfolgen lassen. Letzterer entzog den regionalen [[Feudalherrschaft|Feudalherren]] ihre politischen Rechte, sodass sie zu [[Hofstaat|Höflingen]] des Königs degradiert wurden. Nach der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] und der Konstituierung des [[moderne]]n [[Nationalstaat]]s, knüpfte [[Napoléon Bonaparte]] an die zentralistische Denkweise an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HaenschTuemmers227&amp;quot; /&amp;gt; Auf der Grundlage der [[Jakobiner|jakobinisch]]-zentralistischen [[Tradition]] gewann in Frankreich die Idee eines [[Starker Staat|starken Staates]], in dem politische und gesellschaftliche Veränderungen „von oben“ herab durchgesetzt werden können, eine nachhaltige Bedeutung.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Schild, Henrik Uterwedde: &amp;#039;&amp;#039;Frankreich. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. 2., aktualisierte Aufl., Wiesbaden 2006, S. 24, ISBN 3-531-15076-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Abbild fand der politische Zentralismus Frankreichs in der [[Verkehrsinfrastruktur]]. Im ganzen Land sind die Straßen sternförmig auf die Hauptstadt [[Paris]] ausgerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Thomas (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch interkulturelle Kommunikation und Kooperation.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2.: Länder, Kulturen und interkulturelle Berufstätigkeit. Göttingen 2003, S. 43, ISBN 3-525-46166-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden demgegenüber [[Dezentralisierung (Politik)|Dezentralisierungsideen]] politisch umgesetzt, die insbesondere in der Einrichtung verschiedenartiger [[Gebietskörperschaft (Deutschland)|Gebietskörperschaften]] ihren Ausdruck fanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HaenschTuemmers227&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu Frankreich konnte das [[Kaiser]]tum in Deutschland nie eine ähnlich zentrale Machtstellung erringen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HaenschTuemmers227&amp;quot; /&amp;gt; Bestimmend wurde in Deutschland das [[Föderalismus|föderative]] Prinzip. Seit der [[Frankfurter Nationalversammlung]] von 1848 wird mit Blick auf den zentralistischen Einheitsstaat ebenso der ursprünglich in der [[Theologie]] geprägte Begriff [[Unitarisierung|Unitarismus]] verwendet, der als ein Gegenbegriff zu föderalistischen Denkweisen geprägt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schulz15&amp;quot;&amp;gt;Gerhard Schulz: &amp;#039;&amp;#039;Die Periode der Konsolidierung und der Revision des Bismarckschen Reichsaufbaus 1919-1930&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 1: Zwischen Demokratie und Diktatur. 2., durchges. u. erg. Aufl., Berlin / New York 1987, S. 15, ISBN 3-11-011558-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seitdem nimmt der Begriff Zentralismus in der Föderalismusdiskussion einen besonderen Stellenwert ein. Zwar konnte der im 19. Jahrhundert von der [[Völkische Bewegung|nationalen Bewegung]] ausgebildete nationalstaatliche Unitarismus die Ideen und Theorien des Föderalismus nicht verdrängen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schulz15&amp;quot; /&amp;gt; allerdings werden zentralistische Denkweisen in dieser Diskussion noch in der Gegenwart kritisch beurteilt und als ein besonderes Merkmal des [[Totalitarismus]] herausgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Nohlen, Florian Grotz: &amp;#039;&amp;#039;Kleines Lexikon der Politik.&amp;#039;&amp;#039; 4. aktualisierte und erw. Aufl., München 2007, S. 152; [[Rainer-Olaf Schultze]]: &amp;#039;&amp;#039;Föderalismus&amp;#039;&amp;#039;. In: Dieter Nohlen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch Staat und Politik&amp;#039;&amp;#039;. [[Bundeszentrale für politische Bildung]], Bonn 1991, S. 146&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im öffentlichen [[Diskurs]] in der [[Bundesrepublik Deutschland]] hat der Begriff Zentralismus als [[Schlagwort (Sprachwissenschaft)|Schlagwort]] in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts insgesamt an Bedeutung verloren. In der [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]] wurde der Begriff zwar nicht als Schlagwort verwendet, blieb aber über den Begriff [[Demokratischer Zentralismus]] in der Sprache präsent. Um die Wende zum 21. Jahrhundert blieb die zeitweilige Brisanz des Begriffs Zentralismus in den deutschsprachigen Wörterbüchern allgemein ausgeklammert.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Felbick: &amp;#039;&amp;#039;Schlagwörter der Nachkriegszeit 1945-1949.&amp;#039;&amp;#039; Berlin / New York 2003, S. 569, ISBN 3-11-017643-2. (Zugl.: Bonn, Univ., Diss., 2001.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
In der [[Systemtheorie]] werden zentralistische Ansätze in Frage gestellt, wenn sie pauschal zur Beschreibung von [[moderne]]n Gesellschaften verwendet werden. Auf der Grundlage des theoretischen Konzepts der [[Funktionale Differenzierung|funktionalen Differenzierung]] konstatierte der Soziologe [[Niklas Luhmann]], dass „&amp;#039;&amp;#039;Theorien der Hierarchie oder der Delegation oder der Dezentralisierung, die immer noch von einer Spitze oder einem Zentrum ausgehen, die heutigen Sachverhalte nicht adäquat erfassen können&amp;#039;&amp;#039;“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Luhmann203&amp;quot;&amp;gt;[[Niklas Luhmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Ökologische Kommunikation. Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen?&amp;#039;&amp;#039; 3. Aufl., Opladen 1990, S. 203, ISBN 3-531-11775-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; Luhmann gestand zwar zu, dass ein [[politisches System]] die staatlichen Organisationen und das Wirtschaftssystem mehr oder minder zentralistisch organisieren kann, gab allerdings zu bedenken, dass sich weder Kanalisierungen von [[Kommunikation]]sflüssen noch allgemeine Zentralisierungen der Entscheidungen feststellen lassen. Luhmann zufolge liefere ein theoretischer Denkansatz, der sich auf das Muster von Zentralisation und Dezentralisation reduziert, keine Erklärung für die [[Interdependenz]]en der Systeme. Das Unterscheidungskriterium bei der wissenschaftlichen [[Analyse]] sei vielmehr, inwiefern sich Systeme „&amp;#039;&amp;#039;nach Maßgabe ihres Kommunikationsmediums Zentralisation und Dezentralisation zu kombinieren und beides zu steigern versuchen&amp;#039;&amp;#039;“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Luhmann203&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Vincent Hoffmann-Martinot: &amp;#039;&amp;#039;Zentralisierung und Dezentralisierung in Frankreich,&amp;#039;&amp;#039; in Adolf Kimmel, Henrik Uterwedde (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Länderbericht Frankreich. Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; [[VS Verlag]], 2. Aufl. Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14631-9&amp;lt;ref&amp;gt;auch bei [[Bundeszentrale für politische Bildung|BpB]], Bonn ISBN 978-3-89331-574-1. Stark veränd. Neuaufl.: nur BpB, 2012, ISBN 978-3-8389-0264-7; dieser Essay unveränd.&amp;lt;/ref&amp;gt; S. 323–342&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Zentrismus]]&lt;br /&gt;
* [[Zentrum]]&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/suche/index?q=Zentralismus&amp;amp;submit.x=0&amp;amp;submit.y=0&amp;amp;sort=relevanz Artikel zum Thema Zentralismus] – Archiv der Wochenzeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4136805-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zentralismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorie (Stadtplanung)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bisam</name></author>
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