<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Zeitfalle</id>
	<title>Zeitfalle - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Zeitfalle"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zeitfalle&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T16:46:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zeitfalle&amp;diff=1411285&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zeitfalle&amp;diff=1411285&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-12T22:00:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zum gleichnamigen Fernsehfilm siehe &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeitfalle]]&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeitfalle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird im Bereich des [[Technologiemanagement|Technologie-]] und des [[Innovationsmanagement]]s die ungünstige Situation bezeichnet, in die ein Follower (Nachzügler) im Technologiewettbewerb aufgrund seines verspäteten Markteintritts geraten kann.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Pfeiffer, 1985, S. 128; W. Pfeiffer, E. Weiß, 1994, S. 279 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitwettbewerb und Zeitfalle ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Zeitfalle nach Pfeiffer.png|360px|mini|Follower in der Zeitfalle (nach Pfeiffer)]]&lt;br /&gt;
Grundsätzlich lassen sich in Bezug auf den Markteintritt die &amp;#039;&amp;#039;Pionier-&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Firstposition&amp;#039;&amp;#039; einerseits und die &amp;#039;&amp;#039;Folger-&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Followerposition&amp;#039;&amp;#039; andererseits unterscheiden. Bei Pionierunternehmen steht einem [[Produkt (Wirtschaft)|Neuprodukt]] zum Zeitpunkt der [[Markteinführung]] kein technisch vergleichbares Konkurrenzprodukt gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;K.-I. Voigt, 1998, S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Followerunternehmen kommt mit einem vergleichbaren Produkt erst später auf den Markt. Unter den veränderten Rahmenbedingungen, wie sie seit den 1980er Jahren in zahlreichen Industriebranchen bestehen, droht Nachzüglern nach &amp;#039;&amp;#039;Pfeiffer und Weiß&amp;#039;&amp;#039; eine gefährliche &amp;#039;&amp;#039;Zeitfalle&amp;#039;&amp;#039;. Sie nennen drei maßgebliche Trends:&amp;lt;ref&amp;gt;W. Pfeiffer, E. Weiß, 1994, S. 278 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# Verkürzte Marktzyklen („Marktzykluskontraktion“)&lt;br /&gt;
# „Explodierende“ Vorbereitungskosten&lt;br /&gt;
# Komplexere [[Forschung und Entwicklung|Forschungs- und Entwicklungsprozesse]] und damit längere Zeiträume zwischen frühen Forschungsaktivitäten und dem Erreichen der [[Serienreife]] („Entstehungszyklus-Expansion“)&lt;br /&gt;
Kurz: Erhöhte Entwicklungskosten verlängern die [[Amortisationszeit]] für neue Produkte, gleichzeitig werden die [[Zeitfenster]] für eine erfolgreiche [[Marketing|Vermarktung]] kürzer.&amp;lt;ref&amp;gt;V. Trommsdorff, F. Steinhoff, 2007, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter derartigen Rahmenbedingungen wiegen die Nachteile einer Folgerposition besonders schwer:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Angebotsseitige Nachteile&amp;#039;&amp;#039; sind unter anderem der durch den Pionier aufgebaute [[Patentschutz]] sowie der fehlende Zugriff auf leistungsfähige [[Lieferant]]en bzw. die fehlende Einkaufsmacht. Erhebliche Nachteile entstehen dem Folger auf der Herstellkostenseite durch fehlende Erfahrungs- und Größeneffekte ([[Erfahrungskurve]]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nachfrageseitige Nachteile&amp;#039;&amp;#039; sind z. B. die beträchtlich kleineren [[Marktanteil]]e des Nachzüglers und das kleinere insgesamt verfügbare [[Marktvolumen]]. Auch entgehen dem Folger Preisprämien, mit denen frühe Käufer neuer Produkte Pionierunternehmen in frühen Marktphasen belohnen.&amp;lt;ref&amp;gt;T. J. Gerpott, 2005, S. 221.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unternehmen in der Zeitfalle (Beispiele) ==&lt;br /&gt;
* Mitte der 2000er Jahre rutschte der deutsche Fernsehhersteller [[Loewe AG|Loewe]] in eine tiefe Krise, weil man dort den Trend zu [[Flachbildschirm|Flachbildschirm-Fernsehern]] weitgehend verschlafen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-338285.html Loewe Den Trend verschlafen ], auf manager-magazin.de, abgerufen am 6. August 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; Befreien konnte sich Loewe aus der Zeitfalle mit Hilfe des japanischen Flachbildschirmherstellers [[Sharp]], der Ende 2004 seine [[Kapitalbeteiligung]] an Loewe erhöhte und frisches [[Kapital#Kapitalbegriffe in der Betriebswirtschaftslehre|Kapital]] von 15 Millionen Euro zuführte, die in den Umbau der Produktpalette investiert werden konnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz-1512845&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Johannes Winkelhage |url=https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/unterhaltungselektronik-vom-ueberleben-in-der-premiumnische-1512845.html |titel=Vom Überleben in der Premiumnische |werk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung#FAZ.NET|FAZ.net]] |datum=2008-01-03 |abruf=2018-10-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* US-Autohersteller wie [[General Motors]] und [[Ford]] verfügten 2008 kaum über marktreife sparsame Pkw-Modelle für den US-Markt. Angesichts einer deutlichen Nachfrageänderung zu Lasten von [[Sport Utility Vehicle|SUVs]] (Sport Utility Vehicles) und zu Gunsten von kleinen effizienteren Pkw befinden sich die US-Hersteller in einem „Wettlauf mit der Zeit“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepresse.com/403458/us-autoindustrie-stellt-sich-um-wettlauf-mit-der-zeit?from=simarchiv US-Autoindustrie stellt sich um: Wettlauf mit der Zeit], auf diepresse.com, auf abgerufen am 6. August 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Halbleiterhersteller [[Infineon]] scheiterte als Nachzügler auf dem Markt für [[Solid State Disk|Flash-Speicherchips]]. 2003 wurde für die Entwicklung und Produktion von Flash-Speichern ein [[Joint Venture]] mit Saifun Semiconductors gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.manager-magazin.de/digitales/it/a-236946.html Infineon Flash-Speicher sind der Trend], auf manager-magazin.de, abgerufen am 6. August 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der ausgegliederte Infineon-Speicherchipbereich [[Qimonda]] erreichte 2007 aber lediglich einen Anteil von 0,1 Prozent am Flashspeicher-Weltmarkt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.isuppli.com/NEWS/default.asp?id=8349&amp;amp;m=8&amp;amp;y=2007 | wayback=20071017171817 | text=Samsung Capitalizes on Improved NAND Flash Market Conditions in Q2 Company pads lead; iSuppli raises 2007 revenue forecast }}, auf isuppli.com, abgerufen am 7. August 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im April 2008 kündigte Qimonda an, sich aus der Entwicklung von Flash-Speicherchips zurückzuziehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sz-206034&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/infineon-zieht-schlussstrich-qimonda-streicht-jede-zehnte-stelle-1.206034 |titel=Qimonda streicht jede zehnte Stelle |werk=[[Süddeutsche Zeitung|sueddeutsche.de]] |datum=2010-05-17 |abruf=2018-10-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ein weiteres Beispiel für eine Zeitfallensituation ist der Handyhersteller [[Nokia]] im Marktsegment der [[Smartphone]]s: Die Finnen dominierten jahrelang u. a. mit der Communicator-Baureihe den Markt, verschliefen aber den Trend weg von der Tastatur hin zum Touchscreen bei gleichzeitiger Erhöhung der Bedienungsfreundlichkeit. Seit seiner Markteinführung 2007 gilt [[Apple iPhone|Apples iPhone]] als [[Benchmark]]. Nokia-Chef [[Stephen Elop]] formulierte die Kritik am eigenen Unternehmen im April 2011 so: „Das iPhone erschien 2007 und wir haben noch immer kein Produkt, das ihm annähernd ebenbürtig ist“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/wuetende-email-nokia-chef-elop-kritisiert-die-leistung-seines-konzerns/3827006.html Nokia-Chef Elop kritisiert die Leistung seines Konzerns], auf handelsblatt.com, abgerufen am 29. April 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innovation als Weg aus der Zeitfalle ==&lt;br /&gt;
Das verspätete Angebot technisch ähnlicher Produkte ([[Me-too-Strategie]]) bietet Nachzüglern wenig Chancen, aus einer Zeitfalle auszubrechen. Aussichtsreich ist dagegen die [[Strategie (Wirtschaft)|Strategie]], erfolgreiche Pionierunternehmen mit technisch deutlich verbesserten Produkten anzugreifen und zu überholen.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Pfeiffer, E. Weiß, 1994, S. 289 und V. Shankar, G. S. Carpenter, L. Krishamurthi, 1998, S. 55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1980 führte Dornier Medizintechnik als Pionier den ersten [[Dornier-Nierensteinzertrümmerer|Nierensteinzertrümmerer]] (Lithotripter) in den Markt ein. [[Siemens Medical Solutions|Siemens Medizintechnik]] konterte erst 1986 mit einem völlig anderen Lithotripter. Die „Dornier-Badewanne“ wurde durch eine trockene Ankopplung beim Siemens-Gerät ersetzt. Die Betriebskosten konnten deutlich gesenkt werden und mehr Patienten in kürzeren Intervallen behandelt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kampf auf Stoßen und Brechen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Industriemagazin.&amp;#039;&amp;#039; 24, 11, 1990, S. 70–75.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Auf dem Markt für [[Langstreckenflugzeug]]e für ca. 300 Passagiere befindet sich [[Airbus]] gegenüber [[Boeing]] in einer Zeitfallensituation. Ungeachtet der Verzögerungen der Erstauslieferung lagen Boeing Mitte 2008 rund 900 Bestellungen für das neue Modell [[B 787]] (Dreamliner) vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url =https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bestellungen-von-langstreckenjets-airbus-hinkt-boeing-hinterher-1.818934|titel=Airbus hinkt Boeing hinterher|datum=2008-12-05|abruf=2024-09-27}} &amp;lt;!-- https://www.sueddeutsche.de/?secu=397&amp;amp;dpa_news_id=6067006&amp;amp;news_id= (Link nicht abrufbar) abgerufen am 6. August 2008 --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Airbus dagegen konnte das Konkurrenzprodukt zum Boeing Dreamliner, den [[Airbus A350|A 350]] XWB, erst ab Dezember 2014 ausliefern. Entscheidende Bedeutung für den Markterfolg des A 350 XWB wird der technische Innovationsgrad haben. Dies wurde 2006 deutlich, als Airbus den vorherigen Plan aufgab, bereits 2010 einen A 350 anzubieten, der aber gegenüber den Vorgängermodellen [[Airbus A330|A 330]] und A 340 nur relativ wenig Verbesserungen gebracht hätte. Nach starken Kundenprotesten änderte Airbus die A-350-Strategie. Der A 350 XWB bekommt neue Tragflächen, stärkere Triebwerke und einen breiteren Rumpf (XWB = Extra Wide Body).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/2006/21/Airbus-Boeing_xml &amp;#039;&amp;#039;Darf es etwas breiter sein?&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Zeit online.&amp;#039;&amp;#039; Abgerufen am 6. August 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Disruptive Technologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* T. J. Gerpott: &amp;#039;&amp;#039;Strategisches Technologie- und Innovationsmanagement.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Stuttgart 2005.&lt;br /&gt;
* W. Pfeiffer: &amp;#039;&amp;#039;Zur Notwendigkeit strategischer Vorsteuerung von Innovationsprozessen.&amp;#039;&amp;#039; In: J. Franke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Betriebliche Innovation als interdisziplinäres Problem.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1985, S. 124–133.&lt;br /&gt;
* W. Pfeiffer, R. Dögl: &amp;#039;&amp;#039;Das Technologie-Portfolio-Konzept zur Beherrschung der Schnittstelle Technik und Unternehmensstrategie.&amp;#039;&amp;#039; In: D. Hahn, B. Taylor (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Strategische Unternehmensplanung. Stand und Entwicklungstendenzen.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Heidelberg / Wien 1986, S. 149–177.&lt;br /&gt;
* W. Pfeiffer, E. Weiß: &amp;#039;&amp;#039;Technologieorientierte Wettbewerbsstrategien.&amp;#039;&amp;#039; In: H. Corsten (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Produktionsmanagement. Strategie – Führung – Technologie – Schnittstellen.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 1994, S. 275–291.&lt;br /&gt;
* V. Shankar, G. S. Carpenter, L. Krishamurthi: &amp;#039;&amp;#039;Late Mover Advantage: How Innovative Late Entrants Outsell Pioneers.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Marketing Research.&amp;#039;&amp;#039; 35, 1, 1998, S. 54–70.&lt;br /&gt;
* V. Trommsdorff, F. Steinhoff: &amp;#039;&amp;#039;Innovationsmarketing.&amp;#039;&amp;#039; München 2007.&lt;br /&gt;
* K.-I. Voigt: &amp;#039;&amp;#039;Strategien im Zeitwettbewerb. Optionen für Technologiemanagement und Marketing.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 1998.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Technischer Fortschritt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Innovationsmanagement]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strategiemanagement]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
	</entry>
</feed>