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	<title>Zeidlerei - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zeidlerei&amp;diff=268008&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 20. Februar 2026 um 04:57 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Waldbienenzucht.png|mini|hochkant|Zeidlerei – Historische Darstellung der Waldimkerei aus [[Adam Gottlob Schirach]]s &amp;#039;&amp;#039;Wald-Bienenzucht&amp;#039;&amp;#039; von 1774]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeidlerei&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Zedlerei&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Zeitlerei&amp;#039;&amp;#039;) ist das gewerbsmäßige Sammeln von [[Honig]] wilder oder halbwilder [[Honigbiene|Bienenvölker]] vornehmlich von Bäumen. Die Tätigkeit wird von Wald[[imker]]n, den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeidlern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Einzahl &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeidler&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, für ‚Bienenzüchter‘, abgeleitet von &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeidel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;zīdel&amp;#039;&amp;#039; ‚zur Wildbiene gehörig‘, ‚Wildbienen-‘) bzw. althochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;zīdelāri&amp;#039;&amp;#039;, von germanisch &amp;#039;&amp;#039;tīthlia&amp;#039;&amp;#039;, ‚Bienenkorb‘,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: &amp;#039;&amp;#039;Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes&amp;#039;&amp;#039;), S. 459 (Anmerkungen zu &amp;#039;&amp;#039;seydelhönig&amp;#039;&amp;#039; und zum Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;seydlein&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; von indogermanisch *&amp;#039;&amp;#039;dei[ā]-&amp;#039;&amp;#039; ‚hell glänzen‘, ‚schimmern‘, in Bezug auf den klaren und glänzenden Honig&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]], [[Alfred Götze (Philologe)|Alfred Götze]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Auflage. Hrsg. von [[Walther Mitzka]]. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 877 (&amp;#039;&amp;#039;Zeidler&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) betrieben und wurde bereits im [[Mittelalter]] z. B. in [[Deutschland]] ausgeübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tätigkeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wald Zeidlerei.png|mini|hochkant|Waldzeidlerei an Bäumen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Zeidler historische darstellung puppe.JPG|mini|hochkant|Eine Puppe verkleidet als Zeidler]]&lt;br /&gt;
Das Sammeln des Honigs wilder Bienen durch den Menschen ist für die Zeit seit 9000 Jahren belegt. Der Begriff des Zeidlers oder Zeitlers bezeichnet einen besonderen Beruf des Honigsammlers, wie er sich in Europa seit dem [[Frühmittelalter]] ausgebildet hat. Der Zeidler hielt, anders als der [[Imker]] im heutigen Sinne, die Bienen nicht in gezimmerten [[Bienenstock|Bienenstöcken]] oder [[Bienenkorb|Bienenkörben]]. Man hieb alten Bäumen künstliche Höhlen (Beuten) in etwa sechs Meter Höhe ein und versah den Eingang mit einem Brett, in das ein Flugloch eingebracht war. Ob eine Beute von Bienen beflogen wurde oder nicht, hing ganz vom natürlichen Umfeld ab und wechselte jedes Jahr. Auch entwipfelte man die Bäume, um dem [[Windbruch]] vorzubeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ihre Arbeit benötigten die Zeidler ein [[Beil]], evtl. große Hohleisen und ein [[Kletterseil]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Süddeutsche Zeitung |url=https://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeit-berufe-archiv-vergangenheit-geschichte-1.4871048 |titel=Vergessene Professionen: Diese Jobs gibt es nicht mehr |abruf=2020-05-09 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Überaus günstig, wenn nicht sogar Voraussetzung für die Zeidlerei, waren [[Nadelholzgewächse|Nadelholzgebiete]]. Wichtige Standorte der Zeidlerei waren im Mittelalter Gebiete im [[Fichtelgebirge]] und im [[Nürnberger Reichswald]]. In [[Bayern]] etwa ist eine Waldbienenhaltung bereits für das Jahr 959 in der Gegend von [[Grabenstätt]] nachgewiesen. Aber auch auf dem Gebiet von Berlin gab es ausgedehnte Zeidlerei, insbesondere im damals noch viel größeren [[Grunewald (Forst)|Grunewald]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem im [[Nürnberg]]er Umland gibt es immer noch zahlreiche Hinweise auf das dort früher blühende Zeidlerwesen (wie das [[Zeidlerschloss]] in [[Feucht (Mittelfranken)|Feucht]] oder das Wappen der Gemeinde [[Schwaig bei Nürnberg|Schwaig]]). Der Honig war wichtig für die Nürnberger [[Lebkuchen]]&amp;amp;shy;produktion; der Nürnberger Reichswald („Des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] Bienengarten“) lieferte genug davon. In Feucht befand sich von 1296 bis 1796 das [[Zeidelgericht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der deutsche Ortsname &amp;#039;&amp;#039;Zeidler&amp;#039;&amp;#039; des heutigen [[Brtníky]] in [[Tschechien]] geht auf die dortige historische Waldimkerei zurück. [[Zeidler (Tharandt)|Zeidler]] heißt außerdem eine ehemalige Gemeinde im Ortsteil Fördergersdorf der sächsischen Stadt [[Tharandt]] am [[Tharandter Wald]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der älteste Nachweis eines Zeidlers in Bayern stammt aus dem Jahr 748 und dokumentiert diesen Beruf am Donauufer und in Schwarzach. [[Karl der Große]] förderte in dieser Zeit die häusliche Bienenhaltung. Die Bienen gehörten dem Kaiser, doch die Nutzungsrechte an ihren Produkten überließ er den Zeidlern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bayerischer Rundfunk |Titel=Geschichte der Imkerei: Von Zeidlern und hohlen Bäumen |Datum=2017-09-28 |Online=https://www.br.de/themen/wissen/bienen-imkerei-honig-wachs-zeidel-zeidlerei-geschichte-biene-bienensterben-100.html |Abruf=2020-02-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Imkerei - Das Geschäft mit der Biene&amp;#039;&amp;#039;: am 2. Oktober 2017 um 9:05 Uhr und am 23. Oktober 2017 um 15:05 Uhr, radioWissen, Bayern 2&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 10.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde der Honig aus Waldbienenwirtschaft gewonnen und stellte die einzige Quelle für Süßungsmittel dar – Zucker oder gar synthetische Süßstoffe waren in Europa nicht verfügbar (bzw. noch nicht erfunden). Auch die Gewinnung von Süße aus Früchten ([[Apfelkraut]]) hatte nur lokale Verbreitung und den Nachteil, dass die Süßwirkung des Endprodukts dem Honig unterlegen war. Das Bienenwesen hatte vor der Einführung des [[Rohrzucker]]s daher eine ganz zentrale Bedeutung. Bienen lieferten das Süßungsmittel (Honig), darüber hinaus Wachs als eine verbesserte Grundlage zur Beleuchtung, und Basisstoffe für die Medizin ([[Propolis]], Kittharz der Bienen, Honig und [[Gelée royale]]). Wo kein Wachs verfügbar war, musste man mit Fackeln, [[Öllampe]]n oder [[Kienspan|Kienspänen]] vorlieb nehmen. Das Licht aus Bienenwachskerzen rußte weniger, stank weniger, flackerte weniger und hielt länger als alle anderen Optionen – entsprechend begehrt und teuer war es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zeidler entwickelte die Bienenwirtschaft durch eine planmäßige Weiterentwicklung der Waldbienenhaltung. Neue Nistplätze wurden für die Bienen angelegt, die Bienenvölker dadurch vermehrt und der Ertrag gesteigert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://mobile.feucht.de/cms.new/dokumente/zeidelwesen.html?navItem=534&amp;amp;subNavItem=535&amp;amp;PHPSESSID=ftnfrqk0tfhe7lqj3gm42qbmh6 |titel=Zeidelwesen - Markt Feucht |abruf=2020-02-15 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Bienenstock war in der Regel in hohlen Bäumen im Wald untergebracht, bis zu mehrere Meter hoch, mehrere übereinander. Wenn ein Zeidler im Wald ein wildes Bienenvolk fand, durfte er in den zugehörigen Baum sein Zeichen einschlagen – dann durfte er das Volk nutzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Zeidler-Honig - Bienen in Baumhöhlen&amp;#039;&amp;#039;: am 14. Juli 2017 um 19 Uhr, Unser Land, BR Fernsehen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeidler höhlten die Bäume unterhalb des Wipfels, den sie oft beseitigten, aus. Sie verschlossen die so gewonnene Bienenwohnung, die Beuten, mit einem Brett, während eine kleine Öffnung als Flugloch diente. Diese Baumbienenwohnungen wurden von schwärmenden Bienen besetzt, oder der Zeidler brachte selbst einen Schwarm hinein. Neben der Waldbienenpflege wurde auch Bienenfang betrieben. Die Zeidler durften wilde Bienen fangen und im Wald schwärmen lassen. Zur Erntezeit wurden die Beuten geöffnet und Honig und Wachs entnommen. Durch das Anlegen der Beuten starb der Baum ab, was zu großen Verlusten des Baumbestands führte. Teilweise entwickelte sich aus dieser Art der Haltung die [[Klotzbeute]], welche in gewisser Weise eine mobile Form des ausgehöhlten Baums darstellt und in Asien teilweise immer noch in Gebrauch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar gab es auch die Heimbienenhaltung, bei der Bienenvölker in eigens für sie gebauten Stöcken auf Bauernhöfen lebten. Doch konnte sich diese Form der Bienenhaltung auf Grund der großen Bedeutung der Waldbienenhaltung in den großen Wäldern um Nürnberg nicht etablieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeidler hatten schon im 11. und 12. Jahrhundert ein gewisses Pfändungs- und Rügerecht, waren also in den Rang niederer Waldbeamter erhoben worden. Im Nürnberger Reichswald durften außer dem Forstmeister und den Patrizierfamilien Waldstromer und Koler nur die Zeidler Honigwirtschaft betreiben. Die Zeidler waren formal den Erbförstern gleichgestellt. Sie waren freie und unabhängige Lehensleute. Dem Kaiser waren sie zu Kriegsdiensten verpflichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lotter, JM |Titel=Das alte Zeidelwesen in den Nuernbergischen Reichswaldungen |Verlag=Fachbuchverlag-Dresden |Datum=2015 |ISBN=9783956920387}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts waren die Rechte und Pflichten der Zeidler in dem großen Privileg Kaiser [[Karl IV. (HRR)|Karls IV.]] zusammengefasst. Ihre Eigenschaft als Bienenzüchter wurde beschrieben und ihre Funktion als Zeidler ausdrücklich von anderen Berufsgruppen abgegrenzt. Sie waren neben den [[Förster]]n allein berechtigt, in den Nürnberger Wäldern Bienen zu halten. Alles hierzu nötige Holz, ebenso das Bauholz für ihre Wohn- und Wirtschaftsgebäude, musste ihnen unentgeltlich überlassen werden. Sie waren in allen Städten des Reichs zollfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ihre Güter mussten sie seit 1427 ein gewisses Quantum Honig, später eine Vergütung in Geld, das so genannte Honiggeld, bezahlen. Im Jahr 1606 mussten von Zeidlern im Lorenzer Wald zum Beispiel 411 Maß (1 Maß = 1,069 Liter) Honig erbracht werden, was einem Wert von 40 Gulden, sechs Pfund und 20 Pfennigen entsprach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Die Zeidler bildeten [[Zunft|Zünfte]] mit bestimmten Rechtsbräuchen, die in Form der „Zeidelweide“ Niederschlag in &amp;#039;&amp;#039;Zeidelordnungen&amp;#039;&amp;#039; (etwa bis ins 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im [[Fürstentum Bayreuth|Markgraftum Bayreuth]])&amp;lt;ref&amp;gt;[[Max Döllner]]: &amp;#039;&amp;#039;Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933.&amp;#039;&amp;#039; Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums &amp;#039;&amp;#039;150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828-1978.&amp;#039;&amp;#039;) S. 455.&amp;lt;/ref&amp;gt; fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Privilegierung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU Feucht COA.svg|mini|hochkant|„[[Zeidlermännchen]]“. [[Feucht (Mittelfranken)|Feuchter]] Wappen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Imkerbund Zeidlerfigur.jpg|mini|hochkant|Zeidler-Darstellung mit Armbrust am Sitz des [[Deutscher Imkerbund|Deutschen Imkerbundes]] in [[Villip]]]]&lt;br /&gt;
Das wichtigste Privileg der Zeidler war ihre eigene (niedere) [[Gerichtsbarkeit]]. Sie war im Nürnberger Reichswald notwendig geworden, da die intensive Nutzung des Waldes zu dessen Lasten ging: Die Anwohner trieben ihre Schweine zur [[Eichelmast|Fütterung]] hinein, Nürnberg bezog sein [[Brennholz]] daraus. Diese Nutzung ging so weit, dass Kaiser Karl&amp;amp;nbsp;IV. sich nach seinem Satz „Mein Wald geht mir vor die Säue“ zu einer Regelung des Gebrauchs genötigt sah. Er legalisierte die [[Aufforstung]]sversuche der Nürnberger Familie Stromer (später „Waldstromer“ genannt; dies waren die Vorboten der heutigen [[Monokultur]] an [[Kiefern|Föhren]] im „Reichswald“ um Nürnberg – [[Peter Stromer]] gilt als einer der Pioniere der [[Forstwirtschaft]] im heutigen Sinne) und er übertrug dieser Familie „waldpolizeiliche“ Ordnungsaufgaben. Im Zuge dieser Neuorganisation versah Karl&amp;amp;nbsp;IV. die Zeidler mit dem umfassenden Privileg von 1350.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zeidelgericht, das inoffiziell bereits im 12. Jahrhundert in Feucht existierte, bildete das Zentrum der 92 vorwiegend im [[Lorenzer Reichswald]] verstreuten Zeidelgüter. Mit Urkunde vom 22. August 1296 wurde dem Zeidelmeister &amp;#039;&amp;#039;Hilteprant&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Feucht - Ein Streifzug durch die Jahrhunderte, 2011, Kap. Nichts als dichter Wald? von Alexander Büttner (S. 46)&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Feucht (Mittelfranken)|Feucht]] seine Zuständigkeit zur Rechtsprechung über die Zeidler bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Feucht - Geschichte nach Dr. Friedel Derks Heinl, 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;W. Schwemmer: &amp;#039;&amp;#039;Alt-Feucht&amp;#039;&amp;#039;. Feucht 1977, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 13. Jahrhundert war das Zeidelwesen bereits voll ausgebildet. Die Zeidler hatten ihren eigenen Gerichtsstand, und ihr Gericht hatte seinen Sitz in Feucht. Sie wurde in der reichsunmittelbaren Privilegierung durch König [[Karl IV. (HRR)|Karl&amp;amp;nbsp;IV.]] in seinem „Zeidel Fryheit Brieff“ vom 1. Juni 1350 niedergeschrieben. Darin wurden die Zeidler mit der eigenen Gerichtsbarkeit belehnt. Als äußeres Zeichen dieser Privilegierung führten ihre Vorsteher ([[Starost]]en) einen weißen Stab, die Zeidler erhielten die (in den damaligen Wäldern durchaus nötige) Erlaubnis zur Führung einer Waffe (der [[Armbrust]]) und trugen eine spezifische grüne Tracht mit der typischen langen [[Zipfelmütze]] (siehe hierzu das Zeidlerwappen am [[Zeidlerschloss|Zeidelschloss in Feucht]]). Dafür mussten die Zeidler den Kaiser sicher durch den Nürnberger Reichswald geleiten und einige [[Zentner]] Wachs pro Jahr an den [[Stephansdom|Stephansdom in Wien]] liefern und einige Dinge mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Vorsitz im Zeidlergericht führte ursprünglich der von den Zeidlern gewählte Zeidelmeister, später der Waldamtmann. Das Gericht bestand aus Oberrichter, Unterrichter, Schöffen und Ratsschöffe, den Vierern, den Waldherren und dem Waldamtmann. Im Hochmittelalter gab es in jedem Dorf ein Ortsgericht, in dem der jeweilige Grundherr als Richter Recht sprach. In Feucht war es die Ministerialenfamilie der Feuchter. Es ist aber anzunehmen, dass bereits 1470 das Ortsgericht Feucht nicht mehr existierte, sondern dass das Zeidelgericht auch allgemeines Ortsgericht geworden war. Die räumliche Zuständigkeit erstreckte sich auf den Lorenzer Wald mit Ausnahme von Brunn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich tagte das Zeidelgericht dreimal im Jahr. Im 17. und 18. Jahrhundert tagte es nur noch selten. Die letzte Sitzung fand 1779 statt. Der Hauptgrund für diesen Rückgang lag im Niedergang der Zeidlerei sowie der weitgehenden Überschneidung rechtlicher und sachlicher Zuständigkeiten des Zeidelgerichts mit denen des Forstgerichts Lorenzi bzw. des Land- und Bauerngerichts in Nürnberg. Dazu kamen die hohen Kosten, die mit der im 16. Jahrhundert sehr aufwendigen konstituierenden Eröffnungssitzung verbunden waren. Die preußischen Behörden hoben schließlich das Zeidelgericht 1796 auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Max Wagner |Titel=as Zeidelwesen und seine Ordnung im Mittelalter und in der neueren zeit&amp;amp;nbsp;: ein Beitrag zur Geschichte der Waldbenutzung und Forstpolitik |Verlag=Kellerer |Datum=1895 |ISBN=9783957704603}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Interessanterweise wurde dieses Privileg (das [[Zeidelrecht]]) nie eigens aufgehoben. Ein rechtlicher Nachhall dieses Privilegs findet sich im [[Bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerlichen Gesetzbuch]] mit seinen [[Bienenrecht|Bienenparagraphen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Niedergang ===&lt;br /&gt;
In der Antike war Honig ein wichtiges Handelsgut. Die Römer nutzten Kerzen aus Wachs für ihre religiösen Feste; später die Kirche bei zahlreichen Zeremonien. Als der Bedarf an [[Bienenwachs]] für die Beleuchtung in Burgen, Kirchen, Klöstern und Städten stark anstieg, bekam die Imkerei Auftrieb. Es wurde vermehrt Wachs produziert, während Honig eher ein Nebenprodukt war. Nach der [[Reformation]] wurde allerdings von den Kirchen weniger Kerzenwachs benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der schleichende Niedergang der Zeidlerei verlief in Europa von West nach Ost. Der Niedergang wurde eingeleitet durch die Einfuhr von [[Rohrzucker]], der aber noch im 17. Jahrhundert so teuer war, dass ihn sich nur reichere Leute leisten konnten. Erst der Anbau von [[Zuckerrübe]]n in Europa im 19. Jahrhundert änderte die Situation grundlegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Lausitz]], dem [[Baltikum]] und [[Russland]] konnte sich die Waldimkerei bis ins 19. Jahrhundert als ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor erhalten. Dagegen ist die Zeidlerei, zumindest in Deutschland, als aktiver Wirtschaftsfaktor völlig bedeutungslos. Es gibt aber Bestrebungen, diese Form der Honigernte auch in Deutschland wieder aufleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeidlerei in Asien ==&lt;br /&gt;
In Asien wird Zeidlerei noch betrieben&amp;lt;ref name=ZEIDA&amp;gt;{{YouTube |id=ID |titel=Honeyhunters in Pakistan|upload=2023-02-19 |abruf=2024-02-27 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---&lt;br /&gt;
{{Internetquelle |url= https://www.gofornepal.com/blog/a-day-with-honey-hunters-in-nepal|titel=A Day with Honey Hunters in Nepal |sprache=en |zugriff=2020-02-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausblick ==&lt;br /&gt;
Während in anderen Ländern die Zeidlerei nie aufgegeben wurde&amp;lt;ref name=ZEID1&amp;gt;{{Internetquelle |url= https://deutscherimkerbund.de/userfiles/Veranstaltungen/Wanderversammlung_2014/Referate/Boigenzahn.pdf|titel=Anforderungen an eine bienenfreundliche Kulturlandschaft |hrsg=Deutscher Imkerbund |zugriff=29. Juli 2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=ZEID3&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=gSbxlg9kv38|titel=Traditional hunter honey bees forest in Nepal |sprache=en |zugriff=29. Juli 2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, gibt es in [[Mitteleuropa]] im Rahmen des Naturschutzes vereinzelte Versuche, zur Förderung der [[Biodiversität]] Bienenvölker im Wald anzusiedeln und die Zeidlerei wieder aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=http://www.freethebees.ch/bienenhaltung/zeidlerei/ | titel=Zeidlerei |hrsg=FREETHEBEES|zugriff=30. Juni 2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=ZEID2&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://freethebees.ch/wp-content/uploads/2017/11/2014_01_11_Zeidler_Projekt_Beschreibung_Final.pdf |titel=Pilotprojekt zur Wiedereinführung der Zeidlerei in der Schweiz |autor= André Wermelinger |zugriff=29. Juli 2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt;{{Anker|UNESCO-Kulturerbe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Immaterielles Kulturerbe der Menschheit ==&lt;br /&gt;
Im Jahre 2020 wurde &amp;#039;&amp;#039;Bienenkultivierung in Bäumen&amp;#039;&amp;#039; in [[Belarus]] und [[Polen]] von der [[UNESCO]] in die [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ich.unesco.org/en/RL/01573 |titel=Tree beekeeping culture |datum=2020 |abruf=2023-12-02 |hrsg=UNESCO Intangible Cultural Heritage |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Imkerei]]&lt;br /&gt;
* [[Honigernte auf Timor]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- alfabetisch nach Autor*in! --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Johannes E. Bischoff: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeidelhuben und Bienenpflege im Sebalder Reichswald zwischen Erlangen und Nürnberg in siedlungs- und waldgeschichtlicher Sicht&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für fränkische Landesforschung 1956&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Klaus Baake: &amp;#039;&amp;#039;Das Zeidelprivileg von 1350&amp;#039;&amp;#039;. München 1990&lt;br /&gt;
* [[Eva Crane]]: &amp;#039;&amp;#039;The world history of beekeeping and honey hunting.&amp;#039;&amp;#039; Duckworth London 2000, ISBN 0-7156-2827-5 (englisch)&lt;br /&gt;
* [[Karl Hasel]], [[Ekkehard Schwartz]]: &amp;#039;&amp;#039;Forstgeschichte. Ein Grundriss für Studium und Praxis&amp;#039;&amp;#039;. 2., aktualisierte Auflage. Kessel Remagen 2002, ISBN 3-935638-26-4&lt;br /&gt;
* Richard B. Hilf: &amp;#039;&amp;#039;Der Wald. Wald und Weidwerk in Geschichte und Gegenwart – Erster Teil&amp;#039;&amp;#039; [Reprint]. Aula, Wiebelsheim 2003, ISBN 3-494-01331-4&lt;br /&gt;
* [[Adam Gottlob Schirach]]: &amp;#039;&amp;#039;Wald-Bienenzucht&amp;#039;&amp;#039;. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1774 ([https://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10298846-7 Digitalisiert in der BSB München])&lt;br /&gt;
* Max Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Das Zeidelwesen und seine Ordnung im Mittelalter und in der neueren zeit : ein Beitrag zur Geschichte der Waldbenutzung und Forstpolitik.&amp;#039;&amp;#039; Kellerer, München 1895&amp;lt;ref&amp;gt;[http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:38m:1-50241 Digitalisat in der ZB MED]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tree beekeeping|Zeidlerei}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Zeidler}}&lt;br /&gt;
* [[Badische-zeitung.de]] 24. Februar 2024, Diana Laarz (Text), Sascha Montag (Fotos): [https://www.badische-zeitung.de/waldimker-ernten-honig-aus-baeumen-diese-besondere-art-der-imkerei-ist-in-europa-selten &amp;#039;&amp;#039;Waldimker ernten Honig aus Bäumen – diese besondere Art der Imkerei ist in Europa selten&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zeidelmuseum Feucht&amp;#039;&amp;#039;: [https://www.zeidelmuseum.de zeidelmuseum.de]&lt;br /&gt;
* {{YouTube|1f0sjiGtWIQ|Rettung für unsere Bienen?}}&lt;br /&gt;
* [https://www.zeidelmuseum.de/feucht-und-das-zeidelwesen-2/ Feucht und das Zeidelwesen] Zeidelmuseum Feucht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Beruf (Tierhaltung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Imkerei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Imkerei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Waldnutzung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Agrarberuf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forstwirtschaft und Holzeinschlag]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Belarus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Polen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Repräsentatives immaterielles Kulturerbe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multinationales immaterielles Kulturerbe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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