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	<title>Zechenkolonie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zechenkolonie&amp;diff=322249&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;MGHI: Bild ergänzt</title>
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		<updated>2026-04-27T06:39:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bild ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dahlhauser Heide01.jpg|mini|Die [[Dahlhauser Heide]] als typische Zechenkolonie]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zechenkolonien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden im [[Ruhrgebiet]] die im 19. und 20. Jahrhundert errichteten typischen [[Arbeitersiedlung|Bergarbeitersiedlungen]] bezeichnet, die sich um die Standorte der [[Bergwerk|Zechen]] gruppierten. In anderen [[Bergrevier]]en gab es ebenfalls Werkssiedlungen, die unterschiedlich bezeichnet wurden. Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Zeche&amp;#039;&amp;#039; war nicht überall üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu eigentlichen [[Bergbaustadt|Bergbaustädten]] sind Zechenkolonien nicht der Anfang von eigentlichen Stadtgründungen späterer Großstädte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industrialisierung im Ruhrgebiet ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lange diercke sachsen deutschland ruhrgebiet 1830.jpg|mini|links]]&lt;br /&gt;
Das heutige Ruhrgebiet (zwischen den Flüssen [[Rhein]], [[Ruhr]] und [[Lippe (Fluss)|Lippe]] und durchquert von der [[Emscher]]) war, wie die Karte aus dem Jahr 1830 zeigt, vor der [[Industrialisierung in Deutschland|Industrialisierung]] Anfang des 19. Jahrhunderts nur dünn besiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lediglich am [[Westfälischer Hellweg|Hellweg]], einer der bedeutendsten Handelsstraßen des [[Mittelalter]]s, lagen mit [[Duisburg]], [[Essen]], [[Bochum]] und [[Dortmund]] einige Städte, deren Anfänge bis ins frühe Mittelalter zurückreichen. Die nördlich vom Hellweg gelegene Emscherniederung war weitgehend sumpfig, so dass sie sich kaum zur Besiedlung eignete. Da die Emscher die Grenze zwischen der südlichen [[Grafschaft Mark]] und dem nördlichen [[Vest Recklinghausen]] bildete, wurden entlang der Emscher eine Reihe von Burgen (unter anderem [[Schloss Horst|Horst]], [[Haus Crange|Crange]]) errichtet, die die Keimzellen kleinerer Siedlungen bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Südrand des Ruhrgebietes ([[Muttenbach (Ruhr)|Muttental]]) gab es schon früh [[Zeche|Kleinzechen]] und holzkohlebetriebene [[Eisenhütte]]n, deren Arbeiter aus der ansässigen Landbevölkerung stammten und in bäuerlichen Strukturen lebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Einführung der [[Dampfmaschine]] änderte sich diese Situation innerhalb kurzer Zeit. In den 1830er Jahren entstanden erste große Eisenhütten und Maschinenbaubetriebe, der Bedarf an Arbeitern nahm rasch zu, und es wurden erste sogenannte Ledigenwohnheime gebaut, kasernenartige Unterkünfte ([[Kaserne der Paulinenhütte]]) für alleinstehende Industrie- und Bergarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wohnsiedlungen ==&lt;br /&gt;
Um Wohnraum für verheiratete Vorarbeiter und Meister zu schaffen, begann 1844 die [[Gutehoffnungshütte]] in [[Oberhausen]] als erster Industriebetrieb mit der Kolonie „[[Siedlung Eisenheim|Eisenheim]]“ mit dem [[Werkswohnung]]sbau. Jedes der Häuser war zweistöckig und bestand aus zwei Wohnungen mit separaten Eingängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der typische Haustyp einer Zechenkolonie, der später das [[Ruhrgebiet]] prägte, das Haus im „Kreuz-Grundriss“, wurde erstmals in [[Mülhausen]] (im [[Elsass]]) für die Kalibergbau-Arbeiter gebaut und [[1855]] auf der [[Weltausstellung Paris 1855|Weltausstellung]] in [[Paris]] gezeigt. 1858 entstand in [[Bochum]]-[[Stahlhausen]] eine erste Siedlung nach diesem Schema im Ruhrgebiet. Die Häuser waren zweigeschossig mit vier Wohnungen, zu ihnen gehörte ein Garten mit einem [[Schuppen (Gebäude)|Schuppen]] als Stall und Toilette.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1871 nach dem Sieg im Krieg gegen [[Frankreich]] die Wirtschaft weiter aufblühte, kamen in den folgenden 40 Jahren in mehreren Wellen über 700.000 Zuwanderer ins Ruhrgebiet, vornehmlich besitzlose Landarbeiter aus [[Westpreußen]], [[Ostpreußen]], [[Schlesien]] und [[Polen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zechensiedlungen konnten den Zustrom an Arbeitskräften kaum verkraften, so dass sich viele Familien eine Wohnung teilten und [[Kostgänger]] oder [[Schlafbursche]]n aufnahmen. Diese Entwicklung wurde beim Bau neuer Häuser berücksichtigt, indem die Küche zur Wohnküche wurde und der Zugang zu den anderen Räumen vorverlegt wurde. So konnten die Untermieter ihre Zimmer erreichen, ohne die Familienzimmer betreten zu müssen. Eine Weiterentwicklung war die Anlage von „Wohnungsfluren“, die als Schleuse den Zugang der Häuser kontrollierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Entwicklungen ==&lt;br /&gt;
Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausschließlich monotone [[Reihensiedlung]]en ohne jede Begrünung in der Form geschlossener Zeilen und später dann Reihensiedlungen mit Vor- und Hausgärten errichtet wurden, begann etwa ab 1905 der Bau von Arbeitergartenstädten (siehe [[Gartenstadt]]). Als Musterbeispiele sind die von [[Robert Schmohl]] entworfenen Kruppschen Siedlungen in Rheinhausen, Datteln ([[Beisenkamp]]) und Bochum-[[Hordel]] ([[Dahlhauser Heide]]) zu nennen. Die bekanntesten Beispiele sind aber wohl die von [[Georg Metzendorf]] entworfene Kruppsche Siedlung [[Margarethenhöhe]] in Essen und die vom gleichen Architekten gebaute [[Gartenstadt Hüttenau]] der [[Henrichshütte]] in [[Welper]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen weiter gefassten Ansatz verfolgten die Stadtplaner der [[Neue Stadt Wulfen|Neuen Stadt Wulfen]] in den 1960er Jahren. Hier wurde eine komplette Stadt mit Infrastruktur für bis zu 60.000 Einwohner auf dem Reißbrett entworfen. Wegen mangelnder Produktivität des größten Arbeitgebers, der [[Zeche Wulfen]], mussten die Pläne jedoch auf 20.000 Einwohner herabgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schrumpfung der deutschen Montanindustrie führte ab den 1960er Jahren zu einer Privatisierung des Werkswohnungsbestandes, der zu sozialen Problemen der Bewohner dieser Siedlungen und teilweise heftigem Widerstand führte. Darüber hinaus wurde der [[Geschlossene Bauweise (Baurecht)|geschlossene]] städtebauliche Charakter oft durch die „Gestaltungswut“ und übertriebene individuelle Vielfalt der neuen Eigentümer zerstört. In einigen Fällen konnte jedoch durch die Unterschutzstellung der Siedlungen als [[Denkmalbereich]] der ursprüngliche Siedlungscharakter und ein Hauch des verflossenen Charmes gerettet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Koenigsborn Zechensiedlung 2.jpg|Zechensiedlung mit typischen [[Kniestock]]häusern&lt;br /&gt;
Kaiserau Sektion 8 Ende 1970er 1024.jpg|Verdichtete Bauweise, Sektion VIII in [[Kaiserau (Kamen)|Kaiserau]] ca. 1978&lt;br /&gt;
Dortmund Kolonie Landwehr IMGP0606.jpg|[[Kolonie Landwehr]], [[Zeche Zollern]]&lt;br /&gt;
Göttingerode Weichbild Kreisstraße.jpg|[[Göttingerode]], Bergarbeitersiedlung außerhalb des Ruhrgebiets ca. 1936&lt;br /&gt;
Zechenhaussiedlung in Rünthe.jpg |Kolonie [[Rünthe]]-Süd, [[Bergkamen]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bergmannssprache]]&lt;br /&gt;
* [[Route der Industriekultur – Arbeitersiedlungen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Moritz Grän: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungen aus einer Bergarbeiterkolonie im Ruhrgebiet.&amp;#039;&amp;#039; 1983 ([https://www.lwl.org/voko-download/BilderNEU/422_036Graen.pdf lwl.org] PDF, Volltext) – zur Kolonie Scholven in Gelsenkirchen&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=Wilhelm und Gertrude Hermann&lt;br /&gt;
 |Titel=Die alten Zechen an der Ruhr. Vergangenheit und Zukunft einer Schlüsseltechnologie. Mit einem Katalog der „Lebensgeschichten“ von 477 Zechen.&lt;br /&gt;
 |Reihe=Die Blauen Bücher&lt;br /&gt;
 |Auflage=6., um einen Exkurs nach S. 216 erweiterte und in energiepolitischen Teilen aktualisierte&lt;br /&gt;
 |Verlag=Verlag Langewiesche&lt;br /&gt;
 |Ort=Königstein i. Ts.&lt;br /&gt;
 |Datum=2008&lt;br /&gt;
 |ISBN=978-3-7845-6994-9&lt;br /&gt;
 |Kommentar=nach der 5., völlig neu bearbeiteten und erweiterten Auflage 2003, Nachbearbeitung 2002: Christiane Syré, Endredaktion 2007 Hans-Curt Köster, mit Nachweis denkmalgeschützter Bergmanns-Siedlungen}}&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Kaldewei]]: &amp;#039;&amp;#039;Gartenstädte und Zechenkolonien. Beispiele im Ruhrgebiet und in Nordwestdeutschland von 1850 bis 1918/2015&amp;#039;&amp;#039;. Aschendorff Verlag, Münster 2018, ISBN 978-3-402-13275-3.&lt;br /&gt;
* Andreas Koerner, Klaus Scholz, [[Wolfgang Sykorra]]: &amp;#039;&amp;#039;Man war nie fremd. Die Essener Bergbaukolonie Schönebeck und ihr Stadtteil.&amp;#039;&amp;#039; Edition Rainruhr, Essen 2009, ISBN 978-3-9811598-9-9.&lt;br /&gt;
* Gabriele Unverferth (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Leben im Schatten des Förderturms. Die Kolonie Holstein in Dortmund-Asseln.&amp;#039;&amp;#039; Regio-Verlag, Werne 2005, ISBN 3-929158-18-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.iba.nrw.de/ Internationale Bauausstellung Emscherpark]&lt;br /&gt;
* [https://www.route-industriekultur.ruhr/ Route Industriekultur]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bergbaukultur und -tradition]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lokale Siedlungsform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkssiedlung|!Zechensiedlung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;MGHI</name></author>
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