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	<title>Zauberspruch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zauberspruch&amp;diff=38605&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;ChristophDemmer: /* Die Wirkung von Zaubersprüchen */</title>
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		<updated>2025-12-07T17:05:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Die Wirkung von Zaubersprüchen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zauberspruch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zauberformel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Folge von Worten, die im Rahmen einer [[Magie|magischen]] Operation gebraucht werden sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Zauberspruch muss nicht gesprochen werden, die Macht der magischen Worte kann auch durch Niederschreiben, Lesen, das Beisichtragen (z.&amp;amp;nbsp;B. auf [[Amulett]]en) oder die Einverleibung durch Verschlucken oder Ablecken eines Schriftträgers wirksam werden. Siehe [[Wolfgang Beck (Germanist)|Wolfgang Beck]]: &amp;#039;&amp;#039;Zauberspruch.&amp;#039;&amp;#039; In: Gert Ueding (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Rhetorik]]&amp;#039;&amp;#039; Band 9 St–Z. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2009, Sp. 1483.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hierzu können der Name des beschworenen [[Geistwesen]]s (zum Beispiel einer [[Gottheit]] oder eines [[Dämon]]s), die Beschreibung der gewünschten Wirkung, aber auch unverständliche &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zauberworte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ohne eigentlichen Sinn wie &amp;#039;&amp;#039;Abrakadabra&amp;#039;&amp;#039; gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zaubersprüche sind der [[Verbalmagie]] zuzuordnen. Eine exakte Abgrenzung des Zauberspruchs zum [[Gebet]] oder [[Segen]] ist nicht möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;beck&amp;quot;&amp;gt;[[Wolfgang Beck (Germanist)|Wolfgang Beck]]: &amp;#039;&amp;#039;Zauberspruch.&amp;#039;&amp;#039; In: Gert Ueding (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Rhetorik]]&amp;#039;&amp;#039; Band 9 St–Z. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2009, Sp. 1483–1486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zauberformeln sind schon aus dem Altertum bekannt und gehören in der deutschen Literatur zu den ältesten Zeugnissen, beispielsweise die [[Merseburger Zaubersprüche]] (wahrscheinlich im 8. Jahrhundert entstanden). Die [[Grimoire]]s (Zauberbücher) des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit enthalten zahlreiche Zaubersprüche, die teilweise auf antike Quellen zurückgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Merseburger zaubersprueche farbig.jpg|mini|hochkant|Die [[Merseburger Zaubersprüche]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Zauberspruch&amp;#039;&amp;#039; ist erstmals 1691 belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kaspar von Stieler]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs.&amp;#039;&amp;#039; Nürnberg 1691, [https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb112239 Sp. 2104].&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Begriffe für &amp;#039;&amp;#039;Zauber&amp;#039;&amp;#039; gibt es im [[Althochdeutsche Sprache|Althochdeutschen]] die Worte &amp;#039;&amp;#039;zoupar&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;galdar&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;galstar&amp;#039;&amp;#039; (aus gemeingermanisch *&amp;#039;&amp;#039;galdra&amp;#039;&amp;#039; Zauberlied, Gesang, siehe [[Galster]]), &amp;#039;&amp;#039;karminōd&amp;#039;&amp;#039; (Gemurmel) und &amp;#039;&amp;#039;liod&amp;#039;&amp;#039; (Lied), im Mittelhochdeutschen &amp;#039;&amp;#039;galster&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;zouber&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;segen&amp;#039;&amp;#039; und als Komposita etwa &amp;#039;&amp;#039;zobersegen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;zouberwort&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;zouberschrift&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;beck&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
In der vorchristlichen, [[Heidentum|heidnisch-]][[Germanische Mythologie|germanischen]] Frühzeit dienten Zaubersprüche dazu, „durch die Macht des gebundenen Wortes die magischen Kräfte, die sich der Mensch dienstbar machen will, nutzbar zu machen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Rudolf Simek]] |Titel=Lexikon der germanischen Mythologie |Auflage=2., erg. |Verlag=Kröner |Ort=Stuttgart |Datum=1995 |ISBN=3-520-36802-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Je nach Art der Verletzung oder Erkrankung gab es spezifische Zaubersprüche oder Heilsprüche, so sind [[Blutsegen]] (bei Blutungen), [[Wundsegen]] (bei Verletzungen), aber auch [[Wurmsegen]] (nicht nur bei [[Wurmerkrankung]]en, sondern allgemein bei Schmerzen, deren Ursache man in wurmartigen Dämonen sah&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Monika Schulz (Germanistin)|Monika Schulz]]: &amp;#039;&amp;#039;Beschwörungen im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Winter, Heidelberg 2003, ISBN 3-8253-1438-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;) belegt. Germanische (Merseburger) Zaubersprüche ähneln zudem altindischen Heilsprüchen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Krankheiten, denen eine dämonische Ursache zugrunde gelegt wurde, kamen Zaubersprüche als Teil eines [[Exorzismus]] zum Einsatz, um den jeweiligen Dämon zum Verlassen des Erkrankten zu bewegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;wegner&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Wegner: &amp;#039;&amp;#039;Zauberspruch.&amp;#039;&amp;#039; In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]] und Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2005, S. 1524–1526.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer im [[Kloster Tegernsee]] gefundenen Wurmbannung des 10. Jahrhunderts heißt es: „Geh heraus, Nesso [Wurm], mit neun kleinen Nesslein, aus dem Mark in die Ader, von der Ader in das Fleisch, vom Fleisch in das Fell …“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[s:Pro Nessia|Pro Nessia]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Bayerische Staatsbibliothek]] Clm 18524, S. 203v). Althochdeutscher Text in: [[Wilhelm Braune]]: &amp;#039;&amp;#039;Althochdeutsches Lesebuch.&amp;#039;&amp;#039; 13. Aufl. Niemeyer, Tübingen 1958, S. 86. Vgl. auch: Rainer Reiche: &amp;#039;&amp;#039;Neues Material zu den altdeutschen Nesso-Sprüchen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv Für Kulturgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 59 (1977), {{Doi|10.7788/akg-1977-jg02}}, S. 1–24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im [[Mittelalter]] aufgezeichneten Zaubersprüche stammen zumindest konzeptionell aus antik-römischen, germanischen und von [[Mönchtum|Mönchen]] und Mönchsärzten aufgetanen Quellen und sind häufig christlich geprägt oder beeinflusst.&lt;br /&gt;
Für diese mittelalterlichen Zaubertexte wurde eine Klassifikation nach formalen, inhaltlichen und funktionalen Kriterien in [[Beschwörung]]en und magischen Heilsegen bzw. Heilsprüchen erarbeitet. Die wesentlichen Strategien von&lt;br /&gt;
* Befehl an [[Dämon]]en,&lt;br /&gt;
* Analogie zwischen Welterschaffung, Wunder, hervorragendem [[Historisches Ereignis|historischen Ereignis]] und dem Heilungsversprechen für den Kranken sowie&lt;br /&gt;
* einer den Kranken fesselnden Erzählung ([[Historiola]])&lt;br /&gt;
bieten einen Überblick auf die Variabilität der Texte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Irmgard Hampp]] |Titel=Beschwörung Segen Gebet |Ort=Stuttgart |Datum=1961}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen, darstellenden [[Zauberkunst]] dienen Zaubersprüche hauptsächlich zur Ablenkung des Publikums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferte Zaubersprüche ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;ΑΣΚΙ(ΟΝ) ΚΑΤΑΣΚΙ(ΟΝ) ΛΙΞ ΤΕΤΡΑΞ ΔΑΜΝΑΜΕΝΕΥΣ ΑΙΣΙΟΝ&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;aski(on) kataski(on) lix tetrax damnameneus aision&amp;#039;&amp;#039;) ist ein sehr früher griechischer Zauberspruch, belegt seit dem 4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr., der als [[Ephesia grammata]] („[[Ephesos|ephesische]] Buchstaben“) bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Opisthographic defixio Terme.jpg|mini|Magische [[Fluchtafel]] mit Zaubersprüchen (3.–4. Jh. n. Chr.)]]&lt;br /&gt;
* In den griechischen Zauberpapyri und auf den sogenannten [[Fluchtafel|Fluchtäfelchen]] finden sich zahlreiche Zauberformeln, sinnlose Buchstabenfolgen, Vokalwiederholungen, teilweise in geometrischer Anordnung, die als [[Voces magicae]] bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Auch in der antiken Literatur finden sich Zaubersprüche, unter anderem bei [[Marcellus Empiricus]], [[Pelagonius]] und [[Plinius der Ältere|Plinius dem Älteren]]. So gab Marcellus Empiricus in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[De medicamentis]]&amp;#039;&amp;#039; als Zauberspruch gegen Bauchkneifen an: &amp;#039;&amp;#039;ADAM BEDAM ALAM BETUR ALAM BOTUM&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jutta Kollesch]], [[Diethard Nickel]]: &amp;#039;&amp;#039;Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus den medizinischen Schriften der Griechen und Römer.&amp;#039;&amp;#039; Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= &amp;#039;&amp;#039;Reclams Universal-Bibliothek.&amp;#039;&amp;#039; Band 771); 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, S. 168f. (Marcellus: &amp;#039;&amp;#039;Über Heilmittel, Kap. 28, 72–74&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sator Square at Oppède.jpg|mini|Die Formel des [[Sator-Quadrat]]s]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Sator-Quadrat|SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS]]&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Palindrom]], untereinander geschrieben bildet es ein [[Magisches Quadrat]]. Inschriften finden sich ab dem ersten Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Abrakadabra]]&amp;#039;&amp;#039; erinnert an [[Abraxas]] und ist ein bereits aus dem 3. Jahrhundert bekanntes Zauberwort, das Unglück und Krankheit abwehren und gute Geister herbeirufen soll. [[Hebräische Sprache|Hebräisch]] bedeutet &amp;#039;&amp;#039;abra ke dabra&amp;#039;&amp;#039; „ich werde erschaffen, wie ich sprechen werde“. Bei [[Aleister Crowley]] ist &amp;#039;&amp;#039;ABRAHADABRA&amp;#039;&amp;#039; das Wort des [[Äon (Thelema)|Äon]]s in seinem magischen System [[Thelema]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lorscher Bienensegen.jpg|mini|Der [[Lorscher Bienensegen]], eine Zauberformel aus dem 10. Jh.]]&lt;br /&gt;
* Der [[Lorscher Bienensegen]] gehört zu den ältesten gereimten [[Dichtung]]en in deutscher Sprache. Der Spruch wurde im 10. Jahrhundert in [[Althochdeutsche Sprache|althochdeutscher Sprache]] kopfüber an den Rand einer Seite der apokryphen&amp;#039;&amp;#039; [[Visio Sancti Pauli|Visio St. Pauli]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem frühen 9. Jahrhundert geschrieben (heute [[Biblioteca Apostolica Vaticana|Bibliotheca Vaticana]]: &amp;#039;&amp;#039;Pal. lat. 220&amp;#039;&amp;#039;, fol. 58r). Das Manuskript stammte ursprünglich aus dem [[Kloster Lorsch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Herkunft der [[Merseburger Zaubersprüche]], die im 9.–10. Jahrhundert gefunden wurden, ist unbekannt. Sie entstammen einer theologischen Sammelhandschrift aus [[Merseburg]], daher ihr Name. Inhaltlich geht es in den Sprüchen um die Befreiung eines Gefangenen und die Heilung einer Beinverletzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Das magische Wort &amp;#039;&amp;#039;AGLA&amp;#039;&amp;#039; erscheint ab dem frühen Mittelalter in Inschriften und auf Amuletten. Einer Interpretation nach ist &amp;#039;&amp;#039;AGLA&amp;#039;&amp;#039; ein Notarikon, bestehend aus den Anfangsbuchstaben von &amp;#039;&amp;#039;ʾAtā gībōr ləʿōlām ʾĂḏōnāy&amp;#039;&amp;#039; ({{heS|אַתָּה גִּבּוֹר לְעוֹלָם אֲדֹנָי}}, „Du Gott bist allmächtig“) aus dem jüdischen [[Achtzehnbittengebet]]. Diese Interpretation erscheint jedoch erst wesentlich später als die inschriftlichen Belege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Für die Herkunft von &amp;#039;&amp;#039;[[Hokuspokus]]&amp;#039;&amp;#039;, belegt seit dem 17. Jahrhundert, gibt es verschiedene Theorien:&lt;br /&gt;
** In den [[Einsetzungsworte]]n der christlichen [[Liturgie]]n (auch &amp;#039;&amp;#039;Wandlung&amp;#039;&amp;#039; von Brot und Wein in Leib und Blut Christi genannt) heißt es „Hoc est enim corpus meum“ (Das ist mein Leib). Man vermutet, dass bei den leise zu sprechenden Wandlungsworten das [[Latein]] des Priesters nicht verstanden wurde und so eine volkstümliche [[Verballhornung]] entstand: „Jetzt macht er wieder seinen Hokuspokus.“&lt;br /&gt;
** Ein Taschenspieler wurde im [[England]] des 17. Jahrhunderts nach einem oft verwendeten (und nichts bedeutenden) Zauberspruch aus dem 16. Jahrhundert &amp;#039;&amp;#039;hax pax max deus adimax&amp;#039;&amp;#039; „Hocos pokos“ genannt. Die Herkunft dieses Zauberspruchs ist aber wahrscheinlich wieder auf die Einsetzungsworte zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Wirkung von Zaubersprüchen ==&lt;br /&gt;
Wirkungsfragen über historisch angewendete Zaubersprüche werden oft mit großer Skepsis oder geradezu mit [[Enthusiasmus]] behandelt. Deshalb sind die Bedingungen von Form und Inhalt des Textes und von der Situation, in der ein Zauberspruch – hier Heilzauberspruch und Beschwörung – angewandt wurde, jeweils genauer zu analysieren. Empirische Beobachtungen haben schlagkräftige Argumente für Kreislauf- und Gefäßwirkungen erbracht; Extremsituationen sind [[Voodoo]]-Bedingungen mit Todesfällen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claude Lévi-Strauss|Lévi-Strauss]]: &amp;#039;&amp;#039;Strukturale Anthropologie.&amp;#039;&amp;#039; I, Paris 1985, (dt.:) Frankfurt/M. 1981², S.&amp;amp;nbsp;183.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Rahmen der Überlieferung im europäischen Raum wurden die Texte seit über 1000 Jahren teilweise geheim als wertvoller Tradierungsschatz betrachtet und im [[Hochmittelalter]] nachweislich auch von Ärzten herangezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Telle: &amp;#039;&amp;#039;Petrus Hispanus in der altdeutschen Medizinliteratur.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 1972, S. 169–171, 367.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 10–15 Jahren sind aufgrund bildgebender Verfahren ([[Magnetresonanztomographie]] MRT) und auf der Basis des EEGs ([[Elektroenzephalogramm]]) mit [[Ereigniskorrelierte Potentiale|ereigniskorrelierten Potentialen]] (EKP) Kriterien erarbeitet worden, die auch für Gehirne vor 1000 Jahren postuliert werden müssen. Voraussetzung für exakte Folgerungen sind allerdings die Annahme einer Notfallsituation des Kranken mit hormonell gegebenem Erwartungsdruck zur Aufnahme der psychoperformativen [[Imagination]] und eine kulturkonforme Textgestaltung evtl. mit [[hypnose]]artigen Praktiken durch [[Schamanen]], Mönchsarzt oder Mediziner.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Ernst (Mediziner)|Wolfgang Ernst]]: &amp;#039;&amp;#039;Gehirn und Zauberspruch. Archaische und mittelalterliche psychoperformative Heilspruchtexte und ihre natürlichen Wirkkomponenten.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M. u.&amp;amp;nbsp;a. 2013, S. 46–55.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als evidente Hirngewebsreaktionen liegen folgende Ergebnisse vor:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Metaphorik der Benennung eines Übels als Dämon, z.&amp;amp;nbsp;B. bei der Beschwörung des [[Albtraum]]s, wandelt Horror, Angst und Spannung in verhandelbare greifbare Elemente, indem sie per „Labeling [[Emotion]]s“ das limbische System entlastet und das kognitiv arbeitende [[Stirnhirn]] rechts erregt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Matthew D. Lieberman]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Subjective responses to emotional stimuli during labeling, reappraisal and distraction.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Emotion&amp;#039;&amp;#039; 11 (2011), S. 468–488.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die in Zaubersprüche eingebauten Holzwegformeln (z.&amp;amp;nbsp;B. Adynata: „Gegen [[Kolik]]: Es steht ein Baum in Meeresmitte und da hängt ein Gefäß voll Gedärme, drei Jungfrauen gehen herum, zwei binden an, eine löst auf“ oder „Ich beschwöre euch, Dämonen, ihr sollt Steine fressen!“) lassen sich als Inkongruenzeffekt, d.&amp;amp;nbsp;h. als kognitives Überraschungspotential N400 mit EEG abgreifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Angela D. Friederici]]: &amp;#039;&amp;#039;Menschliche Sprachverarbeitung und ihre neuronalen Grundlagen.&amp;#039;&amp;#039; In: H. Meier, D. Ploog (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Mensch und sein Gehirn.&amp;#039;&amp;#039; München 1998, S. 137–156.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Mit der Inszenierung therapeutischer Bilder und Wortfiguren, Regressionen und Erzählungen können zugleich kognitive und emotionale innere ‚Bibliotheken‘ zur Mobilisierung von Ressourcen angeregt werden. Dies ist in modernen symbolbezogenen Psychotherapien ([[Hypnotherapie]], [[Katathym-Imaginative Psychotherapie|Katathymes Bilderleben]], [[Psychodrama]] u.&amp;amp;nbsp;a.) als erfolgreich getestet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.&amp;amp;nbsp;B. für die Hypnotherapie: Ulrike Halsband: &amp;#039;&amp;#039;Neurobiologie der Hypnose.&amp;#039;&amp;#039; In: Dirk Revenstorf, Burkhard Peter: &amp;#039;&amp;#039;Hypnose.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 2009, S.&amp;amp;nbsp;809f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Induzierung von Leidens- und Erlösungsformeln, besonders in mittelalterlichen [[Gebet]]sbeschwörungen, kann zu einer introversiven [[Katharsis (Psychologie)|Katharsis]] mit Erregung der mittleren Gehirnstrukturen und zu Kreislaufveränderungen mit Wirkung auf das [[Homöostase|homöostatische]] Gleichgewicht ebenso beitragen wie die extroversive Katharsis mit befehlenden Dämonenbannungen für Erregung lateraler und frontaler Hirngebiete.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Ernst (Mediziner)|Wolfgang Ernst]]: &amp;#039;&amp;#039;Gehirn und Zauberspruch.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M. u.&amp;amp;nbsp;a. 2013, S. 131–174.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den hirnorganischen Evidenznachweisen, die neurolinguistisch eine Reaktion von Hirngewebe zeigen, kann allerdings eine jeweils wirklich nachhaltige therapeutische Wirkung für historische Spruchvermittlung immer nur als möglich, nicht als gesichert gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zauberformeln in der Populärkultur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sesam, öffne Dich&amp;#039;&amp;#039; ist der Zauberspruch in der Geschichte [[Ali Baba|Ali Baba und die vierzig Räuber]], die erstmals in der Übersetzung des [[Frankreich|französischen]] [[Orientalist]]en [[Antoine Galland]] (1704–1708) als Teil der Sammlung [[Tausendundeine Nacht]] erschien. Auffällig ist die Ähnlichkeit zum Märchen [[Simeliberg]] ([[Aarne-Thompson-Index|ATU 954]]) in der Sammlung der [[Kinder- und Hausmärchen]] der [[Brüder Grimm]] (KHM 142), in dem es heißt: „Berg Semsi, Berg Semsi, tu dich auf.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Mutabor&amp;#039;&amp;#039;, lateinisch „ich werde verwandelt werden“, ist das zentrale Zauberwort im Märchen &amp;#039;&amp;#039;[[Die Geschichte von Kalif Storch]]&amp;#039;&amp;#039; (1826) von [[Wilhelm Hauff]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Simsalabim]]&amp;#039;&amp;#039;: Der [[Duden]] gibt an, dass die Herkunft des Spruches ungeklärt ist, möglicherweise aber auf das lateinische &amp;#039;&amp;#039;similia similibus&amp;#039;&amp;#039; („Gleiches mit Gleichem“, siehe auch [[Analogiezauber]] und [[Homöopathie]]) zurückzuführen ist. Der deutsche Zauberer [[Kalanag]] behauptete in den 1940er Jahren, das Wort erfunden zu haben, &amp;#039;&amp;#039;Sim Sala Bim&amp;#039;&amp;#039; war jedoch Zauberspruch und Markenzeichen des dänisch-amerikanischen Zauberkünstlers [[Harry August Jansen]] (bekannt als &amp;#039;&amp;#039;Dante the Magician&amp;#039;&amp;#039;), dessen gleichnamige Revue 1940 am [[Broadway (Theater)|Broadway]] Premiere hatte. Dante sagte in einem Magazinbericht, er habe den Namen für seine Show 1922 gewählt, angeregt durch ein altes Kinderlied, die dänische Fassung von &amp;#039;&amp;#039;[[Auf einem Baum ein Kuckuck]]&amp;#039;&amp;#039; ({{daS|&amp;#039;&amp;#039;Højt på en gren en krage&amp;#039;&amp;#039;}}) mit dem Refrain &amp;#039;&amp;#039;Sim sa la bim, bam ba, sa la du, sa la dim&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Dante Ready for a Successor — But Guy Must Have $$, Prestige&amp;#039;&amp;#039;. Artikel in &amp;#039;&amp;#039;The Billboard&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe vom 28. August 1943, {{Digitalisat|IA=bub_gb_rgwEAAAAMBAJ|SZ=n17|LT=S. 18}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bibbidi-Bobbidi-Boo&amp;#039;&amp;#039;, wurde von der guten Fee in dem [[Disney-Film]] [[Cinderella (1950)|Cinderella]] (1950) verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Salmei, Dalmei, Adomei&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Schampampurasch&amp;#039;&amp;#039; sind die beiden Zaubersprüche von [[Catweazle]], der Titelfigur einer populären [[Catweazle (Fernsehserie)|Fernsehserie]] der 1970er Jahre und deren [[Catweazle (Film)|Neuverfilmung]] von 2021, wobei &amp;#039;&amp;#039;Schampampurasch&amp;#039;&amp;#039; an [[Schemhamphorasch]], den geheimen Namen Gottes in der jüdischen Überlieferung, angelehnt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bibi Blocksberg]] hext seit 1980 mit &amp;#039;&amp;#039;eene meene&amp;#039;&amp;#039; (neben seltener &amp;#039;&amp;#039;Aberakadabera&amp;#039;&amp;#039; und einmal &amp;#039;&amp;#039;am dam dei&amp;#039;&amp;#039;) und der Schlussformel &amp;#039;&amp;#039;hex hex&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die [[Harry Potter|Harry-Potter-Romane]] von [[Joanne K. Rowling]] enthaltene zahlreiche [[pseudolatein]]ische Zaubersprüche und -formeln, am bekanntesten wohl der Todesfluch &amp;#039;&amp;#039;Avada Kedavra&amp;#039;&amp;#039; (siehe die [[Liste der Zaubersprüche und Flüche der Harry-Potter-Romane]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Quellen, Ausgaben&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Alf Önnerfors]]: &amp;#039;&amp;#039;Antike Zaubersprüche : Griechisch / Lateinisch / Deutsch.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-008686-5.&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Eis]]: &amp;#039;&amp;#039;Altdeutsche Zaubersprüche.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 1964.&lt;br /&gt;
* Irmgard Hampp: &amp;#039;&amp;#039;Beschwörung – Segen – Gebet. Untersuchungen zum Zauberspruch aus dem Bereich der Volksheilkunde.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1961 (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des staatlichen Amtes für Denkmalpflege Stuttgart.&amp;#039;&amp;#039; C, 1).&lt;br /&gt;
* [[Elias von Steinmeyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler.&amp;#039;&amp;#039; Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1916.&lt;br /&gt;
* Godfrid Storms: &amp;#039;&amp;#039;Anglo-Saxon Magic.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 2013, ISBN 978-94-017-6312-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Forschungsliteratur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Beck (Germanist)|Wolfgang Beck]]: &amp;#039;&amp;#039;Zauberspruch.&amp;#039;&amp;#039; In: Gert Ueding (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Rhetorik]]&amp;#039;&amp;#039; Band 9 St–Z. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2009, Sp. 1483–1486.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Ernst (Mediziner)|Wolfgang Ernst]]: &amp;#039;&amp;#039;Beschwörungen und Segen. Angewandte Psychotherapie im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2011, ISBN 978-3-412-20752-6.&lt;br /&gt;
* Friedrich Hälsig: &amp;#039;&amp;#039;Der Zauberspruch bei den Germanen bis um die Mitte des XVI. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Philosophische Dissertation Leipzig 1910.&lt;br /&gt;
* [[Achim Masser]]: &amp;#039;&amp;#039;Zaubersprüche und Segen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft|Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; Band 4, 1984, S. 957–965.&lt;br /&gt;
* Jonathan Roper: &amp;#039;&amp;#039;Zauberspruch.&amp;#039;&amp;#039; In: Rolf Brednich (Hrsg.) et al.: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 14. de Gruyter, Berlin/Boston 2015, ISBN 978-3-11-040829-4, Sp. 1197–1201.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Simek]]: &amp;#039;&amp;#039;Zauberspruch und Zauberdichtung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde]]&amp;#039;&amp;#039; 34. De Gruyter, Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-018389-4, S. 441–446.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Althochdeutsche Zaubersprüche}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Magic words}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4190550-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zauberformel| Zauberspruch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wort]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ChristophDemmer</name></author>
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