<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Yaqui</id>
	<title>Yaqui - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Yaqui"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Yaqui&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-09T04:20:31Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Yaqui&amp;diff=306065&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Klammern korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Yaqui&amp;diff=306065&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-01-20T12:10:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Klammern korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die indigene Ethnie der Yaqui, für den gleichnamigen Fluss siehe [[Río Yaqui]].}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Yaqui&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind eine [[Indigene Völker|indigene]] [[Ethnie]] [[Mexiko]]s. Die Yaqui nennen sich selbst „Yoeme“, das Yaqui-Wort &amp;#039;&amp;#039;yoemem&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;yo&amp;#039;emem&amp;#039;&amp;#039; bedeutet „Menschen“. Die Yaqui gelten als die indigene Gruppe Mexikos, die sich am militantesten und erfolgreichsten gegen die „weißen Eroberer“ zur Wehr gesetzt und so Symbolcharakter für den indigenen Widerstand gegen koloniale und neokoloniale Domination errungen hat.&lt;br /&gt;
Die Yaqui leben heute zum Teil im Norden von Mexiko in der Umgebung der Stadt [[Ciudad Obregón]]. Sie sprechen  „Hiaki“&amp;lt;ref&amp;gt;Hiaki Language. Research and Documentation Project, auf arizonahiaki.org  [http://arizonahiaki.org/hiaki-basics/]&amp;lt;/ref&amp;gt; oder „[[Cahita]]“ eine zur [[Uto-aztekische Sprachen|uto-aztekischen]] [[Sprachfamilie]] gehörenden Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Widerstand ==&lt;br /&gt;
=== Widerstand in der Zeit der spanischen Conquista bis Aufhebung des Jesuitenordens ===&lt;br /&gt;
Zum Zeitpunkt der [[Konquistador|Conquista]] bildeten die Yaqui acht [[Nation]]en, die auf einem gemeinsamen [[Territorium]] lebten, dessen Zentrum, die [[Sierra del Bacatete]], als heiliges Ursprungsland verehrt und von den acht darum herum lebenden Völkern überwacht und verteidigt wurde. 1533 kam es zu einer ersten kriegerischen Auseinandersetzung mit den Spaniern unter [[Diego de Guzmán (Conquistador)|Diego de Guzmán]], in der die Yaqui sich nicht von Feuerwaffen und Kanonen einschüchtern ließen. Es gelang ihnen vielmehr, die Spanier zurückzuschlagen. Da sie weit im Norden in einer unwirtlichen Halbwüste lebten, hatten die Spanier zunächst kein wirtschaftliches Interesse an ihnen. Anders als die übrigen indianischen Gruppen setzten sie sich der Evangelisation nicht entgegen, sondern baten 1617 um die Entsendung von [[Jesuiten]]-[[Missionar]]en, weil sie darin eine Bewahrung und Stärkung ihrer [[Territorialität]] sahen. Erst durch die Religion errangen die Yaqui ihre eigentliche ethnische Identität. Unter dem Protektorat der Jesuiten durchliefen sie einen Prozess der selektiven, selbstgewählten [[Akkulturation]], der erst [[1740]] mit einem Aufstand und der [[Aufhebung des Jesuitenordens|Vertreibung]] der Jesuiten beendet wurde. Die Yaqui zogen sich daraufhin in die Sierra zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Raquel Padilla Ramos: &amp;#039;&amp;#039;Los irredentos parias. Los yaquis, Madero y Pino Suárez en las elecciones de Yucatán, 1911.&amp;#039;&amp;#039; Instituto Nacional de Antropología e Historia, México 2011, ISBN 978-607-484-226-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Widerstandsbewegungen zu Beginn der Unabhängigkeitskriege bis Moderne ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der [[Mexikanischer Unabhängigkeitskrieg|Unabhängigkeitskriege]], [[1810]], hielten sich die Yaqui zunächst am Rande des Konfliktes, hatte doch für sie das Konzept der Unabhängigkeit einen anderen Wert als für die [[Kreolen]] oder [[Mestizen]]. Unter Führung von [[Juan Baderas]] organisierte sich im ganzen Gebiet der heutigen Staaten [[Sinaloa]] und [[Sonora (Bundesstaat)|Sonora]] eine indianische Unabhängigkeitsbewegung (Yaqui, [[Mayo (Volk)|Mayo]], [[Pima]] und [[Opata (Volk)|Opata]]) mit messianischem Charakter, die im Namen der Jungfrau von Guadalupe in einer Reihe von Aufständen zwischen 1826 und 1833 die Vertreibung der Weißen, der &amp;quot;yori&amp;quot;, aus ihrem Gebiet forderte. So gelang es der Regierung von Sonora nie, ihr Territorium vollständig zu kolonialisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cajemé.jpg|mini|Der Yaqui-Führer [[Cajeme]] um 1887]]&lt;br /&gt;
Unter Führung von [[Cajeme]] kam es in den Yaqui-Kriegen zwischen 1867 und 1887 zum letzten Versuch, die Mexikaner aus Sonora zu vertreiben. Cajeme wurde [[Füsilieren|füsiliert]], die Hälfte der überlebenden Yaqui floh nach Arizona, und Tausende von Yaqui und Mayo wurden nach [[Yucatán (Halbinsel)|Yucatán]] auf [[Sisal-Agave|Sisalplantagen]] zwangsdeportiert. Dennoch gaben die Yaqui ihren Kampf um das ihnen heilige Land nicht auf; 10 Jahre nach der letzten blutigen Auseinandersetzung, 1927, gab ihnen schließlich Präsident [[Lázaro Cárdenas del Río|Cardenas]] 1936 den Rechtstitel über 750 Hektar Land, einen kleinen Teil dessen, was ihnen einst gehört hatte, und anerkannte ihr Recht auf Selbstbestimmung. Doch durch den Bau von Staudämmen am Yaqui-Fluss wurde ihre wichtigste Ressource, das Wasser, für ihren Bewährungs- und Kanalfeldbau, abgeleitet. Ihre Wasser- und Landrechte versuchen sie heute auf dem Verhandlungswege einzufordern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn auch der militante Widerstand der Völker auf die Dauer immer gebrochen wurde, haben sie dennoch häufig auf anderer Ebene Widerstand geleistet: sie konnten sich meist als differenzierte soziale Einheit behaupten, mit einer eigenen Identität, die sich in einer individuellen Kultur manifestiert, an der nur die Mitglieder der eigenen Gruppe partizipieren. Diese individuellen, angepassten Strategien im täglichen Leben charakterisiert [[Bonfil Batalla]] als „Kultur des Widerstandes“ ({{esS|cultura de la resistencia}}), die mit dem Ziel der Erhaltung der eigenen Kultur durchaus auch Veränderungen akzeptiert. Diese Dynamik der indigenen Kulturen ist nur vor dem Hintergrund der kolonialen Dominierung verständlich, welche die Kultur an ihrer freien Entwicklung hindert und ständig fremde und den Bedürfnissen der Gruppe entgegengesetzte Elemente durchsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für diesen kulturellen Widerstand finden wir in der entwicklungspolitischen Fachliteratur viele Beispiele: An einem Ort werden die verbesserten Saatsorten, die Düngemittel, die Insektizide nicht akzeptiert; man versteckt die Kinder vor der Impfkampagne, ein neuer Haustyp stößt auf Ablehnung oder wird zweckentfremdet (Hühnerstall im Badezimmer). Ein Grund für die Ablehnung ist, dass diese Neuerungen meist eine Einschränkung der Gruppenautonomie bedeuten. Zwar würden Saatsorten, Insektizide und Düngemittel die Ernteerträge steigern, doch steigt mit ihnen auch die Außenabhängigkeit, müssen sie doch verkauft werden und gehören wie die Spritze und der Impfstoff nicht zu den von der Gruppe produzierten oder kontrollierten Ressourcen. Konservatives Verhalten ist, so betrachtet, Teil eines ständigen Kampfes um Selbstbestimmung über die eigenen Kulturelemente.&amp;lt;ref&amp;gt;Raquel Padilla Ramos: &amp;#039;&amp;#039;Progreso y Libertad. Los yaquis en la víspera de la repatriación.&amp;#039;&amp;#039; Programa Editorial Sonora/Instituto Sonorense de Cultura, México 2006, ISBN 968-5755-37-X.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen Jett: &amp;#039;&amp;#039;The Yaquis: A cultural history.&amp;#039;&amp;#039; Journal of Historical Geography (October 1982), 8(4), [[DOI:10.1016/0305-7488(82)90310-3]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Yaqui location.svg|mini|Die Karte zeigt das ungefähre Siedlungsgebiet (orange) des Yaqui-Volkes.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Map of Yaqui population.svg|mini|Detailkarten zum Siedlungsgebiet des Yaqui-Volkes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Carlos Castaneda ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Büchern von [[Carlos Castaneda]] spielt ein gewisser [[Don Juan Matus]], der in seiner [[Literatur|literarischen]] [[Literarische Figur|Figur]] der [[Ethnie]] der Yaqui angehörte, die Hauptrolle als Gegenpart des ([[Fiktion#Fiktion und Realität|realen]] oder [[Fiktion|fiktiven]]) Ich-Berichterstatters. Er gibt zunächst vor, einen „Yaqui-Weg des Wissens“ darzustellen (so der Untertitel des ersten Castaneda-Bandes „The Teachings of Don Juan: A Yaqui Way of Knowledge“ (1968)); in späteren Bänden wird aber betont, dass sein [[Spiritualität|spiritueller]] Weg nicht zwangsläufig an die Ethnie der Yaqui gekoppelt sei. Castaneda hat mit der genannten Studie den Mastertitel an der [[Universität von Kalifornien in Los Angeles|UCLA]] erworben. Mit einer späteren Studie über Juan Matus wurde er an der Universität von Kalifornien in Los Angeles [[promoviert]] („Reise nach Ixtlan“ [[Literaturjahr 1972|1972]]). Die Bücher hatten weltweit für Furore gesorgt und erreichten eine Auflage von mehreren Millionen; Castaneda und ein angedeuteter Yaqui kamen sogar auf das Titelbild des [[Time Magazine]]. Castanedas Bücher wurden als Beleg dafür bezeichnet, dass es auch in Altamerika spirituelles Wissen gegeben habe, das „mit dem großen System des Ostens vergleichbar ist“ (so die offizielle Werbung des Verlags). Allerdings hat das Gedankengebäude von Don Juan, wie es von Castaneda beschrieben worden ist, zum Schamanismus der Yaqui keinen Bezug.&lt;br /&gt;
[[Datei:Tumacacori-Carmen-Tumacácori Museum-2 (2).jpg|mini|Traditionelle Yaqui-Tanz[[Maske#Rituelle_Masken|maske]] im Tumacácori-Museum, ([[Tumacácori National Historical Park]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Raphael Brewster Folsom: &amp;#039;&amp;#039;The Yaquis and the Empire: Violence, Spanish Imperial Power, and the Native Resilience in Colonial Mexico.&amp;#039;&amp;#039; Yale University Press, New Haven 2014, ISBN 978-0-300-19689-4. ([https://www.gbv.de/dms/bowker/toc/9780300196894.pdf Inhaltsverzeichnis])&lt;br /&gt;
* Guillermo Bonfil Batalla: &amp;#039;&amp;#039;México profundo: una civilización negada&amp;#039;&amp;#039;, México: Grijalbo 2000. ISBN 970-05-0572-3.&lt;br /&gt;
* Cécile Gouy-Gilbert: &amp;#039;&amp;#039;Los Yaquis. Una resistencia india.&amp;#039;&amp;#039; INI Serie de Antropologia social, No. 71, México 1985.&lt;br /&gt;
* Maria-Teresa Huerta &amp;amp; Patricia Palacio: &amp;#039;&amp;#039;Rebeliones indígenas de la época colonial.&amp;#039;&amp;#039; SEP-INAH, México 1976.&lt;br /&gt;
* [[Mark Münzel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die indianische Verweigerung. Lateinamerikas Ureinwohner zwischen Ausrottung und Selbstbestimmung.&amp;#039;&amp;#039; rororo-aktuell, Hamburg 1978.&lt;br /&gt;
* Susanne Hammacher, INCOMINDIOS No. 52, 1989.&lt;br /&gt;
* [[Paco Ignacio Taibo II]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Yaqui: indigener Widerstand und ein vergessener Völkermord&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzung Andreas Löhrer. Berlin : Assoziation A, 2017, ISBN 978-3-86241-442-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Yaqui|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* Literatur über die [https://lhiai.gbv.de/DB=1/LNG=DU/CMD?ACT=SRCHA&amp;amp;IKT=1016&amp;amp;SRT=YOP&amp;amp;TRM=yaqui Yaqui] im Katalog des [[Ibero-Amerikanisches Institut|Ibero-Amerikanischen Instituts]] in [[Berlin]]&lt;br /&gt;
* Culture. Ceremonies of the Yaqui, auf pascuayaqui-nsn.gov  [https://www.pascuayaqui-nsn.gov/culture/yaqui-ceremonies/]&lt;br /&gt;
* Native Peoples of the Sonoran Desert: The Yoeme. Tumacácori National Historical Park, auf nps.gov [https://www.nps.gov/articles/yoeme.htm]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=|LCCN=sh85149014}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Indianerwiki}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Mexiko]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sonora]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indigenes Volk in Nordamerika]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
	</entry>
</feed>