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	<title>Yamauba - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Yamauba&amp;diff=771795&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 15. Juni 2023 um 12:20 Uhr</title>
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		<updated>2023-06-15T12:20:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die mythologische Figur Yamauba/Yamamba. Für den gleichnamigen Modetrend siehe [[Ganguro#Yamamba]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:SekienYamauba.jpg|mini|240px|Die Yamauba, wie sie in Sekiens &amp;#039;&amp;#039;Gazu Hyakki Yagyō&amp;#039;&amp;#039; von 1776 dargestellt wird.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MET DP132756.jpg|mini|240px|Der Künstler Ichikawa Danjūrō in der Rolle der Yamauba in einem Nō-Stück von 1775.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MET DP144022.jpg|mini|240px|Yamauba und Kintarō, Ukyo-e Holzdruck von Kitagawa Utamaro (ca. 1795).]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Yamauba&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Japanische Schrift|japanisch]] {{lang|ja|山姥}}; „Berghexe“, „Gipfelhexe“), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Yama-baba&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (山母; „Mutter der Gipfel“) genannt, ist eine [[Dämon]]in der [[japan]]ischen [[Folklore]] aus der Gruppe der [[Oni]], [[Yōkai]], der [[Yūrei]] und der [[Naturgeist]]er. Sie wird gelegentlich mit der [[Schnee]]frau &amp;#039;&amp;#039;[[Yuki Onna]]&amp;#039;&amp;#039; verwechselt (und umgekehrt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Yamauba wird ein [[ambivalent]]er Charakter nachgesagt, sie kann das Gute wie das Böse gleichermaßen verkörpern. Sie ist ein beliebter und fest etablierter Charakter im [[tradition]]ellen [[Nō]]-, [[Bunraku]]- und [[Kabuki]]-Theater. Sie taucht seit dem [[14. Jahrhundert]] in zahllosen [[Roman]]en, [[Haiku]], Gedichten und Liedern auf, ihr Wesen hat auch in moderne Romanerzählungen, [[Comic]]s, [[Manga]]s, [[Drama|Dramen]] und [[Horrorfilm]]e Einzug gehalten. Sogar in [[Computerspiel]]en tritt sie auf. [[Folkloristik|Folkloristen]] und [[Historiker]] bewerten die Figur der Yamauba als eine Vermischung aus verschiedenen, [[Mythologie|mythologischen]] Wesen, die schon in frühchristlicher Zeit bekannt und zum Teil gefürchtet waren. Sie wird sozusagen als eine „Alleskönnerin“ präsentiert. Während die Yamauba vielerorts als mächtige Naturgöttin und [[Orakel]] verehrt wird, ist sie in manchen ländlichen Gegenden noch heute als Kinder raubende [[Hexe]] und [[Kannibalismus|Kannibalin]] gefürchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die Yamauba wird für gewöhnlich als hochgewachsene, hagere und unattraktive [[Alter|Greisin]] mit [[mähne]]nhaft verwildertem Haar beschrieben. Das Haar ist meist weiß bis grau oder schmutzig-blond, seltener rötlich-grau bis anthrazit und es soll ihr bisweilen bis zu den Knöcheln reichen. Ihre Augen sind gelblich, blutunterlaufen und wirken oft glasig. Ihr Blick wird meist als durchdringend, stechend und starr beschrieben. Ihr Mund soll überproportioniert und mit spitzen, gelblichen Zähnen bestückt sein, alternativ ist ihr Mund hingegen zahnlos. Ihre Finger- und Fußnägel werden als unnatürlich lang und [[Kralle|klauenartig]] beschrieben. Als begnadete [[Gestaltwandler]]in soll sie sich in eine wunderschöne, junge Frau oder gar in ein hübsches Mädchen verwandeln können. Wieder andere [[Sage]]n behaupten, sie könne sich unsichtbar machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 19–22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem [[18. Jahrhundert]], speziell mit Beginn der [[Meiji-Zeit]], erfährt das Aussehen der Yamauba eine zunehmende [[Sexualisierung]] und „Aufhübschung“: nun wird sie immer häufiger als barbusige, junge Dame mit sehr langem, schwarzen Haar dargestellt, das ihr aber weiterhin wild absteht. Auch bleibt ihr strenger Blick und es heißt, wenn sie zornig werde, nehme sie wieder ihre hexenhafte Gestalt an.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Japanese Demon Lore...&amp;#039;&amp;#039;, Logan 2010, S. 83–86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Beschreibungen zu Yamaubas Charakter variieren seit der frühen Literatur beträchtlich. Mal wird sie als gewalttätige, rachsüchtige und grausame Hexe mit [[Kannibalismus|kannibalistischen]] Zügen beschrieben, mal als lediglich gruselige und mürrische Herumtreiberin und [[Bettler]]in und dann wiederum als gütige, weise und barmherzige Gönnerin und Mutter. Wieder andere [[Legende]]n beschreiben sie als [[Orakel]] und [[Schamanismus|Schamanin]] mit [[Telepathie|telepathischen]] und [[Hypnose|hypnotischen]] Fähigkeiten, sie soll die Zukunft treffsicher vorhersagen können. Als Wetterhexe und Naturgeist soll sie das Klima und sogar die Jahreszeiten beeinflussen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 23–26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als häufigster Aufenthaltsort der Yamauba werden schneebedeckte Berggipfel genannt, alternativ dichte und schwer zugängliche Bergwälder. Sie soll jedoch regelmäßig hinabsteigen und nachts durch die Dörfer und dunklen Gassen von Vororten streifen. Kurz vor [[Winter]]einbruch suche sie wenig besuchte Märkte auf, um [[Sake]] zu erbetteln (oder zu kaufen) und sich anschließend in gut getarnte Höhlen nahe der Berggipfel zurückzuziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 9–11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alternativ hause sie in gut getarnten Hütten in den Bergwäldern, in die sie ahnungslose Einzelgänger (meist verirrte Wanderer oder verloren gegangene Kinder) locke, um sie dann zu verspeisen.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Dylan Foster: &amp;#039;&amp;#039;The Book of Yokai&amp;#039;&amp;#039;..., Berkeley 2015, S. 143.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprünge und Hintergründe ==&lt;br /&gt;
=== Mythologischer Ursprung ===&lt;br /&gt;
[[Folkloristik|Folkloristen]] wie Baba Akiko, Noburo Miyata, Noriko T. Reider und Michael Dylan Foster machen darauf aufmerksam, wie schwierig es sei, einen gesicherten Ursprung der Figur der Yamauba zu ermitteln. Drei Dinge würden die Suche nach einem Ursprung behindern: Erstens, ihr Eigenname „Yamauba“ erscheint nicht vor der [[Muromachi-Zeit]] im frühen [[14. Jahrhundert]]. In frühchristlichen Werken kursierten zwar unzählige Legenden, Anekdoten und Sagen um „Berghexen“ und „alte Frauen, die in den Bergen hausten“, doch nie lässt sich für diese Wesen ein gemeinsamer Name oder wenigstens eine gemeinsame Bezeichnung finden. Ab dem frühen [[12. Jahrhundert]] taucht die Umschreibung als &amp;#039;&amp;#039;Oni-onna&amp;#039;&amp;#039; (鬼女; &amp;#039;&amp;#039;Oni-Frau, Ogerin&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;Oni-baba&amp;#039;&amp;#039; (鬼母; &amp;#039;&amp;#039;Oni-Mutter&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Mutter der Oni&amp;#039;&amp;#039;) gehäuft auf. Als zweites Hindernis sehen Folkloristen Yamaubas Namen selbst. Ob in [[Kanji]] oder [[Hiragana]] geschrieben, ihr Name bietet dutzende verschiedener Lesungen und [[Transkription (Schreibung)|Transkriptionen]], darunter &amp;#039;&amp;#039;Yamauba, Yama-Uba, Yamamba, Yamanba&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Yama-baba&amp;#039;&amp;#039;. Auch der Übersetzung und Deutung des Namens seien wenig Grenzen gesetzt: von „Berghexe“, „Berg-[[Oger]]in“, „Alte-vom-Berg“ über „Alte Bergfrau“ bis „Berg-Krone“ sei fast alles möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Dylan Foster: &amp;#039;&amp;#039;The Book of Yokai&amp;#039;&amp;#039;..., Berkeley 2015, S. 144–146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 29–31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Hürde schließlich sei die passende [[Klassifizierung]] und mythologische Zuordnung für die Yamauba. Weil sie alle nur erdenklichen guten wie schlechten, übernatürlichen Fähigkeiten und [[Eigenschaft|Attribute]] in sich vereine, sei ihr Wesen strenggenommen nicht ohne Weiteres festzulegen. Die Yamauba verkörpere von Allem etwas. Ihre Gestalt als Naturgeist und Wetterhexe, die sich kurz vor Wintereinbruch in die Berge zurückzieht, erinnert an die selten erwähnten Göttinnen des Herbstes und der Ernte, &amp;#039;&amp;#039;Akibimeno-kami&amp;#039;&amp;#039; (秋毘売神; „Göttin des Herbstes“) und &amp;#039;&amp;#039;Tatsumahime&amp;#039;&amp;#039; (竜田姫; „Prinzessin des roten Laubes“). Auch erinnert ihr bevorzugter Rückzugs- und Aufenthaltsort, nämlich hohe Berggipfel, an eine Gottheit, nämlich die Berggöttin &amp;#039;&amp;#039;Yamahime&amp;#039;&amp;#039; (山姫; „Gipfel-Prinzessin“).&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 6 u. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Yamaubas langes, weißes Haar, ihre Verbindung zu Schnee und Eis und ihre Schwäche für Sake lassen Ähnlichkeiten mit der Figur der Schneefrau &amp;#039;&amp;#039;Yuki-onna&amp;#039;&amp;#039; erkennen. Mit Letzterer wird Yamauba gelegentlich verwechselt.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Dylan Foster: &amp;#039;&amp;#039;The Book of Yokai&amp;#039;&amp;#039;..., Berkeley 2015, S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Gestalt als Übermutter und barmherzige Ziehmutter erinnere an wohltätige Götter und Göttinnen, wie zum Beispiel an [[Kannon|Kan&amp;#039;non]] (観音; „Die den Klagen lauscht“), die Göttin der Gnade und des Mitgefühls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutungen und Interpretationen ===&lt;br /&gt;
Folkloristen und [[Historiker]] wie Akiko, Miyata, Reider und Foster bewerten die Figur der Yamauba nach ihren verschiedenen Wesenszügen. Als „Ogerin“ und „Hexe“ verkörpere sie das klassische „wilde Weib“, das den gesellschaftlichen [[Soziale Norm|Normen]] widerspreche und sich diesen nicht selten widersetze. Ihre dargestellte Hässlichkeit unterstreiche die gesellschaftlichen Ablehnungen und [[Vorurteil]]e („schön = gut; hässlich = schlecht/böse“). Die nachgesagte „Abnormalität“ komme auch in den verschiedenen Verhaltensweisen der Yamauba zum Tragen, die bereits in frühmodernen Gesellschaften als [[Tabu]] angesehen und entsprechend geächtet wurden, wie zum Beispiel [[Kannibalismus]]. Vorgebliche „Hexen“, „Ogerinnen“ und „Yōkai-Frauen“ waren im realen Leben meist verwitwete oder unverheiratet gebliebene, alte Frauen, die sich sehr zurückzogen und nun mehr oder weniger [[einsiedler]]isch lebten. Nicht selten galten sie dann als Ausgestoßene und/oder Außenseiterinnen, die in den umliegenden Gemeinden gemieden oder gar gefürchtet wurden. Miyata und Reider sehen sich an die Legende des [[Obasute]] (jap. 姥捨て, „Eine alte Frau zurücklassen“) erinnert, ein angeblicher Brauch, bei dem alte Mütter (aber auch ungewollte Säuglinge) in den Bergwäldern ausgesetzt und eiskalt sich selbst überlassen wurden. Rein historisch oder gar [[Archäologie|archäologisch]] nachgewiesen ist der Brauch nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko Reider: &amp;#039;&amp;#039;Seven Demon Stories from Medieval Japan.&amp;#039;&amp;#039; Boulder/Logan 2016, Seite 203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferungen ==&lt;br /&gt;
=== Frühe literarische Erwähnung ===&lt;br /&gt;
Eine Art von Vorläufer der späteren Yamauba lässt sich möglicherweise ab dem [[12. Jahrhundert]] nachweisen. In dem Werk &amp;#039;&amp;#039;Konjaku Monogatari-shū&amp;#039;&amp;#039; (今昔物語集; &amp;#039;&amp;#039;Geschichtensammlung von Einst und Jetzt&amp;#039;&amp;#039;) von [[Toba Sōjō]] aus dem Jahr 1126 beispielsweise, findet sich die dramatische Geschichte &amp;#039;&amp;#039;Sanseru-on&amp;#039;na minami Yamashina ni yuki, oni ni&amp;#039;aite nigetaru koto&amp;#039;&amp;#039; (産女南山科に行き鬼に値ひて逃ぐる語; &amp;#039;&amp;#039;Von der Dame aus [[Yamashina-ku (Kyōto)|Süd-Yamashina]], die fortging, ein Kind zu gebären, eine Ogerin traf und entkam&amp;#039;&amp;#039;). Sie erzählt von einer hochschwangeren Dame, die in einem Bergwald wandelt, als die Wehen einsetzen. Da erscheint eine alte Frau, die der Dame anbietet, das Kind in ihrer Hütte zur Welt kommen zu lassen. Die Alte stellt sich gar freundlich und erst im allerletzten Moment erkennt die erschrockene Dame, dass die Alte in Wirklichkeit ein böser [[Oni]] ist, der es auf das Baby abgesehen hatte. Nur mit letzter Müh’ und Not kann die Protagonistin entkommen. Etwa ab dem Erscheinen des &amp;#039;&amp;#039;Konjaku Monogatari-shū&amp;#039;&amp;#039; nehmen ähnliche Geschichten um heimtückische, kannibalistisch geneigte Oni-Frauen aus den Bergen zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Dylan Foster: &amp;#039;&amp;#039;The Book of Yokai&amp;#039;&amp;#039;..., Berkeley 2015, S. 147.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erste literarische Direkt-Widmung ihres Namens findet sich in dem Nachschlagewerk &amp;#039;&amp;#039;Ainoshō&amp;#039;&amp;#039; des [[Buddhismus|buddhistischen]] [[Mönch]]es Gyõyo aus dem Jahr 1446. Wenig später erscheint sie in &amp;#039;&amp;#039;Gaun nikkenroku batsuyu&amp;#039;&amp;#039; (卧雲日件錄抜尤; &amp;#039;&amp;#039;Tägliche Aufzeichnungen der Ereignisse im Wolkenreich&amp;#039;&amp;#039;) des [[Zen]]-Priesters Zuikei Shūhō aus dem Jahr 1460, danach unter anderem in dem Werk &amp;#039;&amp;#039;Getsuan suiseiki&amp;#039;&amp;#039; (源直朝; &amp;#039;&amp;#039;Was Getsuan zu erzählen wusste&amp;#039;&amp;#039;) von Isshiki Tadatomo aus dem Jahr 1597. In einer zum Teil verschollenen [[Chronik]] des [[kaiser]]lichen [[Samurai]] Matsudaira Tadaaki aus dem Jahr 1604 findet sich ein interessanter Eintrag über ein angebliches Erscheinen einer Yamauba am [[Tōfuku-ji]] zu [[Kyōto]] (ein Zen-Tempel im heutigen Stadtbezirk [[Higashiyama-ku (Kyōto)|Higashiyama]]). Tadaaki schreibt, sie verspeise „große Essensportionen mit nur einem Happs“ und sie sei ein „verrückter [[Albinismus|Albino]] aus den Bergen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 181–182.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in Japan bis heute beliebte Legende ist &amp;#039;&amp;#039;Kuwazu nyōbō&amp;#039;&amp;#039; (食わず女房; &amp;#039;&amp;#039;Das Weib das niemals isst&amp;#039;&amp;#039;), die sich im Sammelwerk &amp;#039;&amp;#039;Kokon hyaku monogatari hyōban&amp;#039;&amp;#039; (古今百物語評判; &amp;#039;&amp;#039;Hundert Geschichten aus alten und modernen Zeiten&amp;#039;&amp;#039;) von Yamaoka Genrin findet. Das Werk wurde etwa im [[Mai]] 1671 vollendet, aber erst im [[August]] 1685, lange nach Genrins Tod, veröffentlicht. Die Geschichte handelt von einem unerträglich [[geiz]]igen Mann, der eine wunderschöne Frau heiratet, weil sie augenscheinlich niemals isst, aber den Mann vorzüglich bekocht. Er weiß nicht, dass die Frau sehr wohl isst, nämlich dann, wenn er außer Haus ist oder tief schläft. Und sie benutzt nicht ihren menschlichen Mund, sondern einen zweiten, der sich an ihrem Hinterkopf befindet. Als der Mann die Frau eines Abends erwischt, zeigt sie sich in ihrer wahren Gestalt als Yamauba, packt den Mann und rennt mit ihm in Richtung des Berges, aus dem sie einst gekommen war. Nur ganz knapp kann der Mann entkommen, als er sich in einem Dickicht aus [[Beifuß]] und [[Schwertlilie]] versteckt.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 26 u. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Geschichte mag die Figur der später wohlbekannten „Zweimund-Frau“ &amp;#039;&amp;#039;[[Futakuchi-onna]]&amp;#039;&amp;#039; inspiriert haben: Im Sammelwerk &amp;#039;&amp;#039;Ehon Hyaku Monogatari&amp;#039;&amp;#039; (絵本百物語; &amp;#039;&amp;#039;Bilderbuch der hundert Erzählungen&amp;#039;&amp;#039;) von Tōka Sanjin aus dem Jahr 1841 ist die Abbildung einer Futakuchi-onna zu sehen. Der Begleittext gibt die Legende in verkürzter Form wieder und nennt die abgebildete Frau wortwörtlich &amp;#039;&amp;#039;Futakuchi-onna&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 182.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;#039;&amp;#039;Wakan Sansai Zue&amp;#039;&amp;#039; (和漢三才図会; &amp;#039;&amp;#039;Chinesisch-japanisches Nachschlagewerk&amp;#039;&amp;#039;) von Terajima Ryōan aus dem Jahr 1712 wird die Yamauba bizarrerweise als ein exotisches, [[primaten]]ähnliches Tier beschrieben, das nur ein Bein mit drei Zehen am Fuß und je drei Finger an seinen Händen habe. Es hause in den Bergen der chinesischen [[Provinz]]en [[Guangdong|Guǎngdōng]] und [[Guangxi|Guǎngxī]] und streune nachts umher, um von Wanderern und Anwohnern der Gegend Essen zu erbetteln.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 3–6.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diversen Bilderkatalogen der [[Edo-Zeit|Edo-]] und [[Meiji-Zeit]] ([[18. Jahrhundert]]) erscheinen zahlreiche Abbildungen nebst Kurzbeschreibungen der Yamauba. So ist sie unter anderem in Suekichi Hokusais Werk &amp;#039;&amp;#039;Bakemono tsukushi emaki&amp;#039;&amp;#039; (化物尽絵巻; &amp;#039;&amp;#039;Bebilderte Handrolle der Ungeheuer&amp;#039;&amp;#039;) aus dem Jahr 1763 und in [[Toriyama Sekien]]s berühmten Werk &amp;#039;&amp;#039;Gazu Hyakki Yagyō&amp;#039;&amp;#039; (画図百鬼夜行; &amp;#039;&amp;#039;Bilderbuch der Nachtprozession der 100 Dämonen&amp;#039;&amp;#039;) aus dem Jahr 1776 abgebildet. Sekiens Zeichnung scheint von diversen Darstellungen aus bekannten Nō-Theatern inspiriert worden zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Hiroko Yoda, Matt Alt: &amp;#039;&amp;#039;Japandemonium Illustrated...&amp;#039;&amp;#039; New York/Mineola 2017, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Darstellung in frühen Theatern und Ritualen ===&lt;br /&gt;
Ihre Figur erschien ebenfalls schon früh in heute legendären [[Theater]]stücken des [[tradition]]ellen [[Nō]], [[Bunraku]] und [[Kabuki]]. Die ersten (und zugleich bekanntesten) Stücke, die sich ihrem Namen widmeten, waren &amp;#039;&amp;#039;Yamamba&amp;#039;&amp;#039; von dem Nō-Künstler [[Kan’ami]] aus dem Jahr 1398 und &amp;#039;&amp;#039;Tōshō-ji nezumi monogatari&amp;#039;&amp;#039; (東勝寺ねずみ物語; &amp;#039;&amp;#039;Die Sage von den Mäusen im Tōshō-Tempel&amp;#039;&amp;#039;) von [[Zeami Motokiyo]] aus dem Jahr 1537. Ebenfalls berühmt ist das Kabuki-Stück &amp;#039;&amp;#039;Komochi Yamauba&amp;#039;&amp;#039; (嫗山姥; &amp;#039;&amp;#039;Ziehmutter Yamauba&amp;#039;&amp;#039;) von [[Chikamatsu Monzaemon]] aus dem Jahr 1712. Es stellt die Legende um Yamaubas (Zieh-)Sohn Kintarō nach.&amp;lt;ref&amp;gt;Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Logan 2021, S. 53–55.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in zahlreichen anderen Theatern unterschiedlicher Genre tritt die Figur der Yamauba auf. Dabei scheint auch der Thematik keine Grenze gesetzt zu sein: ob als [[Komödie]], [[Drama]], [[Liebesbeziehung|Romanze]], sogar als [[Oper]] werden Legenden und Geschichten vorgetragen. Dabei scheinen vor allem Dramen und Komödien beliebt gewesen zu sein, alle jedoch mit einer gewissen [[Moral]]predigt oder Weisheit im Hintergrund. Der Charakter der Yamauba wechselt in den jeweiligen Stücken genauso oft und schnell, wie in der Literatur. Die traditionelle Theaterwelt hat maßgeblich zum Erhalt und zur Popularität der Figur der Yamauba beigetragen und so werden bis heute Theaterstücke mit ihrer Figur darin aufgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;James T. Araki, Karen Brazell: &amp;#039;&amp;#039;Traditional Japanese Theater...&amp;#039;&amp;#039;, New York City 1998, S. 207–211.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Kuchisake-onna]]:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Weiblicher Yōkai in Gestalt einer maskierten Frau, die nachts Kindern auflauern und sie wahlweise verstümmeln oder entführen soll.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Ubume]]:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Weiblicher Yōkai in Gestalt einer hageren Frau, die während der Schwangerschaft oder Geburt starb und nun Kinder entführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Mountain Witches: Yamauba&amp;#039;&amp;#039;. Utah State University Press, Logan 2021, ISBN 9781646420551.&lt;br /&gt;
* Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Japanese Demon Lore: Oni from Ancient Times to the Present&amp;#039;&amp;#039;. Utah State University Press, Logan 2010, ISBN 9780874217940, S. 83–86.&lt;br /&gt;
* Noriko T. Reider: &amp;#039;&amp;#039;Seven demon stories from medieval Japan&amp;#039;&amp;#039;. Utah State University Press, Logan 2016, ISBN 9781607324898.&lt;br /&gt;
* Michael Dylan Foster: &amp;#039;&amp;#039;The Book of Yokai: Mysterious Creatures of Japanese Folklore&amp;#039;&amp;#039;. California Press, Berkeley 2015, ISBN 9780520271012.&lt;br /&gt;
* Hino Iwao: 日本妖怪変化語彙: 動物妖怪譚. Chūkō-Kōron Shinsha, Tokio 2006, ISBN 978-4-12-204792-1, S. 235–238.&lt;br /&gt;
* Hiroko Yoda, Matt Alt: &amp;#039;&amp;#039;Japandemonium Illustrated: The Yokai Encyclopedias of Toriyama Sekien.&amp;#039;&amp;#039; Dover Publications, New York City/Mineola 2017, ISBN 9780486800356.&lt;br /&gt;
* James T. Araki, Karen Brazell: &amp;#039;&amp;#039;Traditional Japanese Theater: An Anthology of Plays&amp;#039;&amp;#039;. Columbia University Press, New York City 1998, ISBN 9780231108737, S. 207–211.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Yama-uba}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yōkai]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturgeist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Moderne Sage]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weibliches Fabelwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hexe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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