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	<title>Wurzelkanalbehandlung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T17:55:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wurzelkanalbehandlung&amp;diff=133793&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Leerzeichen vor Beleg entfernt</title>
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		<updated>2026-03-04T20:37:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor Beleg entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Endo TX.jpg|mini|Zähne 25 und 26 nach endodontischer Behandlung, provisorische Versorgung]]&lt;br /&gt;
Unter einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wurzelkanalbehandlung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man in der [[Zahnmedizin]] eine Therapie mit dem Ziel, einen Zahn zu erhalten, dessen [[Zahnpulpa|Pulpa]] (im Volksmund: „Zahnnerv“) vital, aber irreversibel [[Entzündung|entzündet]] oder devital (abgestorben) ist. Dabei wird das vitale oder devitale Pulpengewebe aus dem Wurzelkanal entfernt, der Wurzelkanal erweitert und dabei das den Wurzelkanal umgebende infizierte Wurzeldentin durch Herausfeilen entfernt. Abschließend wird der Wurzelkanal gefüllt. Die Wurzelkanalbehandlung ist Teil der [[Endodontie]], die wiederum zur &amp;#039;&amp;#039;konservierenden Zahnheilkunde&amp;#039;&amp;#039; gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dental X-ray 2012 PD 06.JPG|mini|Apikale Aufhellung an der mesialen Wurzelspitze des Zahnes&amp;amp;nbsp;36]]&lt;br /&gt;
Die Ursachen für die [[Entzündung]] des Zahnmarks ([[Pulpitis]]) sind vielfältig. Meist besteht zunächst ein [[Zahnkaries|kariöser]] Defekt, der als Eintrittspforte für [[Bakterien]] dient und eine gewisse Zeit schmerzfrei verläuft. Eine [[Zahnfraktur]] oder ein Behandlungs[[Trauma (Medizin)|trauma]], zum Beispiel durch Überhitzung beim Beschleifen des Zahnes für eine [[Zahnkrone]], kann zu einer Pulpitis führen, die akut äußerst schmerzhaft sein kann. Gelegentlich kann auch eine Entzündung der Pulpa von [[Anatomische Lage- und Richtungsbezeichnungen#Verlaufsbezeichnungen|retrograd]] erfolgen, wenn der [[Zahnhalteapparat]] so weit geschädigt ist, dass die Infektion über die [[Zahnfleisch]]tasche bis an die Wurzelspitze vordringt und von dort in den [[Zahnwurzel|Wurzelkanal]] aufsteigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf einer [[Odontogene Infektion|odontogenen Infektion]] stirbt unbehandelt die Pulpa ab und die Keime breiten sich im System der Wurzelkanäle aus. Der Körper reagiert mit einer Entzündung des Zahnhalteapparates ([[Apikale Parodontitis|Parodontitis apicalis]]) im Sinne einer Abwehrreaktion. Eine Parodontitis apicalis kann in einer [[Krankheitsverlauf#Zeitlicher Verlauf|akuten]] oder einer [[Krankheitsverlauf#Zeitlicher Verlauf|chronischen]] Form vorliegen. Die akute Form ist oft mit Schmerzen verbunden, sie kann unter Umständen [[röntgen]]ologisch nur schwer [[Verifizierung|verifiziert]] werden, während eine chronische Parodontitis apicalis bei einer Auflösung der Knochenstruktur im Bereich der Wurzelspitze im Röntgenbild als [[Verschattung|Aufhellung]] sichtbar sein kann. Im Röntgenbild erscheint die Aufhellung dunkel, da das Röntgenbild ein [[Negativfilm|Negativ]] darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Indikationen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pulp tissue removed during endodontic therapy by a size 20 broach file.jpg|mini|Exstirpationsnadel mit frisch entfernter Pulpa]]&lt;br /&gt;
Eine Wurzelkanalbehandlung wird im Regelfall bei zwei Indikationen durchgeführt:&lt;br /&gt;
* Ist der Zahn vital und die Pulpa irreversibel geschädigt, wird eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vitalexstirpation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; durchgeführt. Nach einer [[Lokalanästhesie (Zahnmedizin)|Lokalanästhesie]] wird die Pulpa mit einer [[Exstirpationsnadel]] entfernt und das System der Wurzelkanäle mechanisch durch eine Aufbereitung gereinigt. Dabei wird mit Feilen mit aufsteigendem Durchmesser die Kanalwand ausgefeilt. Nach weiteren Reinigungsprozessen mittels [[Natriumhypochlorit]]lösungen wird der Zahn mittels einer Wurzelkanalfüllung wieder verschlossen.&lt;br /&gt;
* Ist der Zahn bereits devital, ist das Ziel der Behandlung die Entfernung der [[Gangrän|gangränösen]] Pulpa und der Keime aus dem Zahninneren. Nach der Eröffnung des Zahnes wird auch hier – wie bei der Vitalexstirpation – das System der Wurzelkanäle ausgefeilt und gereinigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der häufigen Annahme, ein wurzelbehandelter Zahn sei „tot“, bleibt dieser durch den Zahnhalteapparat weiterhin in den lebenden Organismus eingebunden und stoffwechselaktiv. Die mechanische Stabilität des Zahnes wird primär nicht durch die Devitalisierung selbst, sondern durch den vorangegangenen Verlust an Zahnsubstanz beeinträchtigt, was häufig eine protektive Versorgung durch Teilkronen oder Kronen erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In manchen Fällen muss ein vitaler, gesunder Zahn mittels einer Wurzelkanalbehandlung devitalisiert werden. Dies kann in folgenden Fällen erforderlich sein, wenn der Zahn sonst nicht prothetisch versorgt werden könnte:&lt;br /&gt;
* Der Zahn hat eine ungünstige, meist gekippte Stellung und soll als [[Pfeilerwertigkeit|Pfeiler]] für eine prothetische Versorgung dienen, beispielsweise eine [[Zahntechnik#Teilprothese – Modellguss|Teilprothese]] auf [[Teleskopkrone]]n, jedoch muss er auf Grund des Kippungsgrades so weit zugeschliffen werden, dass sich eine Eröffnung der Pulpa nicht vermeiden lässt.&lt;br /&gt;
* Der vitale Zahn ist auf Zahnfleischniveau frakturiert, die Pulpa ist nicht eröffnet und der Zahn muss durch einen [[Stiftaufbau]] wiederaufgebaut werden. Hierzu muss ein Befestigungsstift in den Wurzelkanal eingebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziel der Behandlung ==&lt;br /&gt;
=== Ziele und Prinzipien der Wurzelkanalaufbereitung ===&lt;br /&gt;
* Vollständige Entfernung des Pulpagewebes, von Keimen und nekrotischem Material aus allen Kanälen&lt;br /&gt;
* Erhaltung der Integrität des periapikalen Gewebes oder Schaffen der Voraussetzung zur Ausheilung bereits existierender [[Läsion]]en endodontischen Ursprungs&lt;br /&gt;
* Aufbereitung exakt bis zum [[Endodontischer Apex|endodontischen Apex]]&lt;br /&gt;
* Allseits gleichmäßige Bearbeitung der Kanalwände ohne Formveränderung des Kanals und ohne übermäßige Schwächung der Wurzel&lt;br /&gt;
* Formgebung zur Erleichterung und Optimierung der definitiven Füllung&amp;lt;ref&amp;gt;modifiziert nach {{Literatur |Autor=Michael Hülsmann |Hrsg=Ott, R.W., H.-P. Vollmer, W. E. Krug |Titel=Endodontie |Sammelwerk=Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin |Verlag=Georg Thieme Verlag |Ort=Stuttgart, New York |Datum=2003 |ISBN=3-13-131781-7 |Seiten=194}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele und Prinzipien der Wurzelfüllung ===&lt;br /&gt;
Bakteriendichter und dauerhafter Verschluss des Wurzelkanalsystems mit nichtresorbierbaren, randständigen, röntgensichtbaren und biokompatiblen Materialien wie [[Guttapercha]]. Das Füllmaterial soll dabei gegebenenfalls auch leicht wieder entfernbar sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Hülsmann |Hrsg=Ott, R.W., H.-P. Vollmer, W. E. Krug |Titel=Endodontie |Sammelwerk=Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin |Verlag=Georg Thieme Verlag |Ort=Stuttgart, New York |Datum=2003 |ISBN=3-13-131781-7 |Seiten=201 f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Praktische Durchführung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Root Canal Illustration Molar.svg|mini|Schritte der Wurzelkanalbehandlung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Misc endo instruments 25.jpg|mini|Wurzelkanalinstrumente, von links: [[Henri Lentulo|Lentulo]] (Wurzelfüller), Reamer, K-Feile, [[Hedströmfeile]], alle ISO-Größe 25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zugangskavität ===&lt;br /&gt;
Nach ggf. Anlegen von [[Kofferdam]] wird zunächst ein Zugang zum Kanalsystem geschaffen. Dieser muss einerseits groß genug sein, um die Behandlung unter guter Sicht durchführen zu können, andererseits aber auch nicht zu groß, um einen unnötigen Verlust von gesunder Zahnsubstanz zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reinigung ===&lt;br /&gt;
Nach einer [[Lokalanästhesie (Zahnmedizin)|Lokalanästhesie]] erfolgt die Längenbestimmung des Wurzelkanals oder der -kanäle (anhand eines [[Röntgen]]einzelbilds in Verbindung mit speziellen Messnadeln oder auf elektrischem Weg durch [[Endometrie]]). Anschließend werden die Kanäle mit Handfeilen oder maschinell angetriebenen [[Rotierende zahnärztliche Instrumente|rotierenden Instrumenten]] [[Konus|konisch]] erweitert („aufbereitet“). Durch Spülungen mit verschiedenen Lösungen, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Natriumhypochlorit|NaOCl]], [[Wasserstoffperoxid|3-prozentige H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Lösung]], [[Ethylendiamintetraacetat|EDTA]] oder [[Chlorhexidin|CHX]], werden Verunreinigungen aus den Kanälen entfernt, die Schmierschicht beseitigt und [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]] bekämpft. Mittels Laser kann vor der Abfüllung der Kanäle zusätzlich zu den üblich verwendeten Spüllösungen eine Desinfektion erfolgen. Die Spüllösungen können durch Ultraschall aktiviert werden, um die Wirkung zu verstärken. Auf diese Weise können auch Kanalverzweigungen und infizierte [[Dentin]]bereiche desinfiziert werden, die einer instrumentellen Aufbereitung nicht zugänglich sind. Auf Endodontie spezialisierte Zahnärzte verwenden bei der Wurzelkanalbehandlung ein [[Operationsmikroskop]], das mit seiner zusätzlichen Lichtquelle mit koaxialem Licht und der Vergrößerung das Auffinden und Betrachten der Kanaleingänge erleichtert. Da das Wurzelkanalsystem insbesondere an der Wurzelspitze oft haarfeine Verästelungen und Hohlräume aufweist, die über den Hauptkanal hinausgehen, ist eine dreidimensionale Reinigung und Aufbereitung entscheidend für den langfristigen Erfolg. Während bei Standardbehandlungen oft nur die Hauptkanäle erreicht werden, ermöglicht der moderne Einsatz von Operationsmikroskopen mit hoher Vergrößerung das Auffinden und Desinfizieren dieser filigranen Strukturen, um spätere neue Entzündungsherde zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausformung ===&lt;br /&gt;
Zur füllungsgerechten Aufbereitung des Kanalsystems hat es sich bewährt, die Kanaleingänge zuerst von koronal nach apikal mit Gates-Glidden-Bohrern koronal zu erweitern. Die weitere Aufbereitung des Kanalsystems kann entweder mit einer apikal-koronalen Methode wie der Step-back-Technik oder bei gekrümmten Kanälen mit einer koronal-apikalen Methode wie der Crown-down-Technik erfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.dgzmk.de/uploads/tx_szdgzmkdocuments/Good_clinical_practice:_Die_Wurzelkanalbehandlung.pdf |wayback=20110703011616 |text=&amp;#039;&amp;#039;Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2024-06-18 03:20:04 InternetArchiveBot }} (PDF). Gemeinsame Stellungnahme der DGZ und der DGZMK, Stand 23. Juli 2007, V 1.b Quelle: DZZ 60 (2005) 8. Abgerufen am 14. Juli 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Wurzelkanalinstrumente dienen neben dem Dentinabtrag (im Sinne einer Reinigung) vorrangig zur Formgebung der Wurzelkanalhohlräume. Die Instrumente schaffen durch die Bearbeitung der Wurzelkanalwände Platz, um die [[Effektivität]] der Spüllösungen zu verbessern und um ein definiertes Profil zum vorhersehbaren Verschluss zu präparieren.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; widths=&amp;quot;220&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Step back.png&lt;br /&gt;
  Passive step back.png&lt;br /&gt;
  Crown down.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Füllung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lentulo-6 s.JPG|mini|hochkant 0.2|Wurzelfüller nach [[Henri Lentulo|Lentulo]]]]&lt;br /&gt;
Die Wurzelfüllung gehört zu den [[Füllungstherapie|Zahnfüllungen]]. Nach der Reinigung und Ausformung der Wurzelkanäle werden die Hohlräume gefüllt. Dies erfolgt überwiegend mit [[Guttapercha]] und einem Dichtzement, einem Versiegler (engl. „[[Sealer (Zahnmedizin)|Sealer]]“). Die Wurzelfüllung sollte möglichst viel Guttapercha und möglichst wenig Sealer enthalten, weil die Guttapercha das biokompatiblere und stabilere Material darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte keine sofortige Wurzelfüllung möglich sein, erfolgt zunächst eine medikamentöse Einlage. Dabei wird meistens ein (iodhaltiges) Calciumhydroxid-Präparat,&amp;lt;ref&amp;gt;Peter H. A. Guldener, Kaare Langeland: &amp;#039;&amp;#039;Endodontologie.&amp;#039;&amp;#039; Thieme Verlag, Stuttgart / New York 1982, ISBN 3-13-610001-8, S. 203 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; seltener ein Kortison-Antibiotikum-Präparat,&amp;lt;ref&amp;gt;Peter H. A. Guldener, Kaare Langeland: &amp;#039;&amp;#039;Endodontologie.&amp;#039;&amp;#039; Thieme Verlag, Stuttgart / New York 1982, ISBN 3-13-610001-8, S. 266.&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Hülsmann |Hrsg=Ott, R.W., H.-P. Vollmer, W. E. Krug |Titel=Endodontie |Sammelwerk=Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin |Verlag=Georg Thieme Verlag |Ort=Stuttgart / New York |Datum=2003 |ISBN=3-13-131781-7 |Seiten=200&amp;amp;nbsp;f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesen Fällen werden die Wurzelkanäle erst in einer weiteren Behandlungssitzung endgültig verschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wurzelfüllung kann klassisch mittels eines Zements und eines Guttaperchastifts erfolgen (Ein-Stift-Methode) oder mittels lateraler Kondensation, wo zusätzlich noch weitere Guttaperchastifte eine dichtere Wurzelfüllung ermöglichen. Es gibt des Weiteren die Möglichkeit, mittels thermischer Wurzelfüllungstechniken den Zahn abzufüllen. Dabei wird ein Guttaperchastift erwärmt und dann in den Kanal eingebracht, wodurch die Möglichkeit besteht, durch Verflüssigung des Materials in die Aufästelung des Wurzelkanals an der Wurzelspitze in die kleinen Lumen einzudringen. Hier kann es zu einem Herauspressen des Sealermaterials um die Wurzelspitze kommen (Puff). Zudem besteht die Möglichkeit, einen Stift zuerst einzubringen, ihn dann im Kanal zu erwärmen und abzutrennen („Downpack“) und den Rest des Kanals mit flüssiger Guttapercha (Backfill) aufzufüllen. Für die zuletzt genannte Technik ist ein Operationsmikroskop zur besseren Sicht von Vorteil. Zusätzlich bietet das Operationsmikroskop die Möglichkeit, weitere kleinere Kanäle im Zahn aufzufinden oder Perforationen im Kanal mit besonderen Materialien zu decken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forschung ====&lt;br /&gt;
Neue Arten von Guttapercha-Spitzen sollen mit Hilfe von [[Nanotechnologie|Nanodiamanten]] das Wachstum von [[Bakterien]] nach einer Wurzelkanalbehandlung erfolgreich bekämpfen. Dabei handelt es sich um winzige [[Kohlenstoff#Verbindungen|Kohlenstoffverbindungen]], welche gezielt mit Arzneien gefüllt werden können und somit zu einer verbesserten Wirkung in der Behandlung beitragen. Die NDGP genannten Guttaperchaspitzen werden mit einem Anteil an Nanodiamanten und mit dem [[Antibiotikum|Breitbandantibiotikum]] [[Amoxicillin]] versetzt. Bakteriellen Restinfektionen soll damit nach einer Wurzelkanalbehandlung vorgebeugt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DOI10.1021/acsnano.5b05718&amp;quot;&amp;gt;Dong-Keun Lee, Sue Vin Kim u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Nanodiamond – Gutta Percha Composite Biomaterials for Root Canal Therapy.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;ACS Nano.&amp;#039;&amp;#039; 2015, S.&amp;amp;nbsp;151021080042004, [[doi:10.1021/acsnano.5b05718]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Zusammensetzung&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dentistry.ucla.edu/ Nanodiamonds might prevent tooth loss after root canals], [[University of California, Los Angeles|UCLA]] School of Dentistry. Abgerufen am 30. Oktober 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Trans-1,4-Polyisopren + ZnO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; + BaSO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt; + Wachs&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nanodiamanten + Amoxicillin → ND-AMC&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel ===&lt;br /&gt;
Der Ablauf einer Wurzelkanalbehandlung am [[Zahnschema#Systematik des Zahnschemas|Zahn 17]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=&amp;quot;100%&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
ZMO0582-R01.jpg|Röntgenaufnahme vor Wurzelkanalbehandlung&lt;br /&gt;
ZMO0582-026.jpg|Zahn eröffnet, Pulpa soll entfernt werden&lt;br /&gt;
ZMO0582-027.jpg|Pulpa exstirpiert&lt;br /&gt;
ZMO0582-R02.jpg|Messaufnahme&lt;br /&gt;
ZMO0582-028.jpg|Drei Kanäle aufbereitet und ausgeformt&lt;br /&gt;
ZMO0582-029.jpg|Oft haben obere Molaren allerdings vier Kanäle&lt;br /&gt;
ZMO0582-030.jpg|Alle vier Kanäle abgefüllt&lt;br /&gt;
ZMO0582-R03.jpg|Kontrollaufnahme nach Wurzelkanalbehandlung&lt;br /&gt;
ZMO0582-032.jpg|Deckfüllung&lt;br /&gt;
ZMO0582-R04.jpg|Kontrollaufnahme nach 20 Monaten&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mögliche Komplikationen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dental x-rays 2010 pd 009.JPG|mini|Wurzelfraktur zwei Jahre nach einer Wurzelkanalbehandlung]]&lt;br /&gt;
Unter optimalen Bedingungen liegen die Erfolgschancen einer Wurzelbehandlung bei 90 Prozent. In Deutschland sind allerdings in 60 bis 50 Prozent der Fälle weitere Behandlungen nötig, da ideale Bedingungen selten gegeben sind und häufig Komplikationen auftreten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.endodontie-online.com/index.php/de/endodontie-de/erfolgschancen-de Endodontie online – Eine Initiative zur Förderung der Endodontie, abgerufen am 4. April 2016]&amp;lt;/ref&amp;gt; Komplikationen bei Wurzelkanalbehandlungen können verursacht werden durch:&lt;br /&gt;
* unzugängliche Kanalabschnitte (Verlegung des Kanallumens durch [[Dentikel]], starke Krümmung der Wurzel, Verzweigungen),&lt;br /&gt;
* abgebrochene Instrumente,&lt;br /&gt;
* besonders hartnäckige Mikroorganismen wie etwa &amp;#039;&amp;#039;[[Enterococcus faecalis]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Candida albicans]]&amp;#039;&amp;#039;, die bis zu 0,4&amp;amp;nbsp;mm tief in [[Dentin]]tubuli eindringen und als Monoinfektion überleben können,&lt;br /&gt;
* eine zusätzliche [[Zahnhalteapparat|parodontale]] Schädigung des Zahnes,&lt;br /&gt;
* [[Via falsa]] („falscher Weg“) – [[iatrogen]]e (vom Arzt verursachte) [[Perforation]] der Wurzel oder&lt;br /&gt;
* [[Knochenbruch|Frakturen]] der Wurzel.&lt;br /&gt;
In manchen Fällen ist ergänzend eine &amp;#039;&amp;#039;[[Wurzelspitzenresektion]]&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;retrograder Wurzelfüllung&amp;#039;&amp;#039; indiziert. Alternativ kann eine [[Wurzelkanalrevision|Revision]] der Wurzelkanalbehandlung angebracht sein, der im Regelfall der Vorzug vor einer Wurzelspitzenresektion gegeben werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Hülsmann |Hrsg=Ott, R.W., H.-P. Vollmer, W. E. Krug |Titel=Endodontie |Sammelwerk=Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin |Verlag=Georg Thieme Verlag |Ort=Stuttgart, New York |Datum=2003 |ISBN=3-13-131781-7 |Seiten=205}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;siehe ausführlicher:&amp;#039;&amp;#039; Alternativen zur [[Wurzelspitzenresektion#Alternativen|Wurzelspitzenresektion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Immunologische Aspekte ==&lt;br /&gt;
In der wissenschaftlichen Diskussion wird gelegentlich die Rolle wurzelbehandelter Zähne als potenzielle Entzündungsherde für den Gesamtorganismus (z. B. Auswirkungen auf Gelenke oder Organe) thematisiert. Immunologische Untersuchungen zeigen jedoch, dass solche Fernwirkungen in der Regel auf unzureichend gereinigte oder desinfizierte Kanalsysteme zurückzuführen sind, in denen Bakterien verbleiben. Sofern eine vollständige Keimfreiheit durch moderne, gründliche Reinigungsverfahren sichergestellt ist, ergeben sich nach aktuellem Wissensstand keine Anhaltspunkte für eine Belastung des Organismus durch den behandelten Zahn.&amp;lt;ref&amp;gt;Pascal Marquardt: [https://www.marquardt-dentists.de/wurzelbehandlung-mit-mikroskop/ &amp;#039;&amp;#039;Wurzelkanalbehandlung mit Mikroskop&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 4. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankenversicherungsrechtliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
In Deutschland wurden zum 1. Januar 2004 die Kassenrichtlinien zur Wurzelkanalbehandlung geändert. Eine Wurzelkanalbehandlung kann vom [[Zahnarzt]] nur noch dann zu Lasten der Gesetzlichen [[Krankenkassen]] erbracht werden, wenn für den jeweiligen Zahn die Richtlinien des [[Gemeinsamer Bundesausschuss|Gemeinsamen Bundesausschusses]] (G-BA) erfüllt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.g-ba.de/downloads/62-492-78/RL-Z_Behandlung_2006-03-01.pdf Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung vom 1. März 2006] (PDF; 158&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Endodontische Behandlungen von Zähnen, die nicht diesen Richtlinien entsprechen, können mit dem gesetzlich versicherten Patienten auf dessen Wunsch privat nach der [[Gebührenordnung für Zahnärzte]] (GOZ) vereinbart werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wurzelkanalbehandlung an [[Molar (Zahn)|Molaren]] ist in der Regel angezeigt, wenn&lt;br /&gt;
* damit eine geschlossene Zahnreihe erhalten werden kann,&lt;br /&gt;
* eine einseitige [[Freiendsituation]] vermieden wird,&lt;br /&gt;
* der Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz nur dadurch möglich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus grenzen die Richtlinien des G-BA die vertragszahnärztliche Wurzelkanalbehandlung weiter ein.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bema-goz.de/kommentar/leseproben/KCH-35.pdf BEMA-Richtlinien] (Auszug; PDF; 480&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;9.1 Eine Behandlung im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung ist nur dann angezeigt, wenn die Aufbereitbarkeit und Möglichkeit der Füllung des Wurzelkanals bis bzw. bis nahe an die Wurzelspitze gegeben sind.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;9.4 Bei pulpentoten Zähnen mit im Röntgenbild diagnostizierter pathologischer Veränderung an der Wurzelspitze ist bei der Prognose kritisch zu überprüfen, ob der Versuch der Erhaltung des Zahnes durch konservierende oder konservierend-chirurgische Behandlung unternommen wird. Für die Therapie von Zähnen mit Wurzelkanalfüllungen und apikaler Veränderung sind primär chirurgische Maßnahmen angezeigt.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;9.5 Bei kombinierten parodontalen und endodontischen Läsionen ist die Erhaltung der Zähne im Hinblick auf die parodontale und endodontische Prognose kritisch zu prüfen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;10. In der Regel ist die Entfernung eines Zahnes angezeigt, wenn er nach den in diesen Richtlinien beschriebenen Kriterien nicht erhaltungsfähig ist. Ein Zahn, der nach diesen Richtlinien nicht erhaltungswürdig ist, soll entfernt werden. Eine andere Behandlung von nicht erhaltungswürdigen Zähnen ist kein Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach §&amp;amp;nbsp;8 Abs.&amp;amp;nbsp;7 BMV-Z sind die Zuzahlungen zu Vertragsleistungen unzulässig. Jedoch dürfen Leistungen, die nicht im Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind und im Zusammenhang mit Wurzelbehandlung stehen, dem Patienten außervertraglich angeboten und zusätzlich vereinbart werden, ohne dass deswegen die gesamte Behandlung privat abgerechnet werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bema-goz.de/ |titel=DER Kommentar BEMA und GOZ (das Standardwerk für die zahnärztliche Abrechnung) |abruf=2018-09-23 |sprache=de |kommentar=Der Zugang zur kostenpflichtigen Version kann 10 Tage lang über einen kostenfreien Testzugang gewährleistet werden}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Entscheidung über die Notwendigkeit der Zusatzleistungen wird vom Zahnarzt getroffen und zwischen ihm und dem Patienten in der Regel schriftlich vor der Behandlung anhand der GOZ vereinbart. Solche fakultativen Leistungen werden nicht von den deutschen gesetzlichen Krankenkassen getragen, jedoch können sie von privaten [[Zahnzusatzversicherung|Zahnzusatzversicherungen]] oder einer [[Private Krankenvollversicherung|privaten Krankenvollversicherung]] je nach Tarif erstattet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stammzellengewinnung aus dem Zahnmark der Milchzähne ==&lt;br /&gt;
Das Milchzahngebiss eignet sich als Quelle der [[Stammzelle]]ngewinnung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Suseela Keerti Popuri |Titel=Concerns of a Pediatric Dentist in Dental Stem Cells: An Overview |Sammelwerk=The open dentistry journal |Datum=2018 |Seiten=596–604}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die im Zahnmark befindlichen Zellen können extrahiert, mit einem speziellen Wachstumsmittel kultiviert und schließlich für  medizinische Zwecke konserviert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=J. Jobst |url=https://ratgeber.kigorosa.de/stammzellengewinnung-aus-milchzaehnen/ |titel=Stammzellengewinnung aus Milchzähnen |werk=Kigorosa |hrsg=Roman Safreider |datum=2019-01-14 |abruf=2019-03-11 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Stammzellen können in der [[Zahnmedizin]] für die Regeneration der dentalen [[Zahnpulpa|Pulpa]] bei Erwachsenen eingesetzt werden. Mithilfe einer Verpflanzung von Stammzellen im Rahmen eines [[Tissue Engineering]]s können sich Teile der [[Zahnwurzel|Wurzelkanäle]] wieder erneuern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=G. Schmalz |Titel=Auf dem Weg zur neuen Pulpa: können wir die Pulpa regenerieren? |TitelErg=Österreichischer Zahnärztekongress 2012 und Symposium für Kinderzahnheilkunde |Band=109 |Verlag=Springer |Ort=Wien |Datum=2012-09 |Seiten=52–96}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Vertucci-Klassifizierung]]&lt;br /&gt;
* [[Zahnwurzel#Anzahl der Wurzeln und Wurzelkanäle|Anzahl der Wurzeln und Wurzelkanäle]]&lt;br /&gt;
* [[Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen#Teil 1 – Konservierende und chirurgische Leistungen und Röntgenleistungen|Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen, BEMA-Nummern 28, 32 und 35]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Zahnmedizin}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Root canal}}&lt;br /&gt;
* [http://www.dgzmk.de/index.php?lnk=m034X Wissenschaftliche Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, darunter mehrere zur konservierenden Zahnheilkunde und zu endodontischen Themen]&lt;br /&gt;
* [http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta109_bericht_de.pdf Technologiefolgenbericht zur Wurzelkanalbehandlung an Molaren (incl. Erfolgsraten)] (PDF; 607 kB)&lt;br /&gt;
* [http://www.dgendo.de/ Deutsche Gesellschaft für Endodontie]&lt;br /&gt;
* [http://oegendo.at/home/patienten/index.html Österreichische Gesellschaft für Endodontie]&lt;br /&gt;
* [http://www.agz-rnk.de/agz/content/3/3_4/3_4_2/3_4_2_2/3_4_2_2_1/index.php Wurzelkanalbehandlung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Endodontie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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