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	<title>Wortstamm - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wortstamm&amp;diff=24206&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sternetaucher: Die letzte Textänderung von ~2026-24208-86 wurde verworfen und die Version 260768431 von Alazon wiederhergestellt.</title>
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		<updated>2026-04-20T12:20:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-24208-86&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-24208-86&quot;&gt;~2026-24208-86&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/260768431&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/260768431&quot;&gt;260768431&lt;/a&gt; von Alazon wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wortstamm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder kurz &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stamm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man in der [[Grammatik]] (und zwar der [[Morphologie (Linguistik)|Morphologie]]) einen Bestandteil eines Wortes, der als Ausgangsbasis für weitere [[Wortbildung]] dienen kann; beispielsweise ist „Teil“ ein Stamm, der die Weiterbildung „Teilchen“ ermöglicht. Der Stamm kann meist auch [[Flexion|flektiert]] werden (Mehrzahl „Teil-e“); dies ist für die Definition aber weniger entscheidend. Stämme können bei einer Weiterbildung verändert werden bzw. es kann eine Auswahl zwischen Stammvarianten für bestimmte Zwecke geben, etwa: „H&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;u&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nd – H&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ü&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ndchen“. (Populäre Erläuterungen des Wortstamms als „der Teil eines Wortes, der sich nicht verändert“&amp;lt;ref&amp;gt;So: [https://www.sofatutor.com/deutsch/videos/wortfamilien-woerter-mit-dem-gleichen-wortstamm-2#haeufig-gestellte-fragen-zum-thema-woerter-mit-gleichem-wortstamm Sofatutor.de #Worterklärung zu Wortstamm]; [https://studyflix.de/deutsch/wortstamm-7093 Studyflix.de #Wortstamm einfach erklärt]; [https://www.schuelerhilfe.de/online-lernen/2-deutsch/852-schreibung-von-wortstaemmen Schülerhilfe.de #Schreibung von Wortstämmen]. Alle Quellen abgerufen am 31. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind also unrichtig.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Stamm ist nicht immer, aber häufig etwas, was im Wort einem [[Affix (Linguistik)|Affix]] gegenübersteht; von einem Stamm ist aber im genauen Sinn nur dann die Rede, wenn mit diesem Wortteil weitere Wortbildung möglich wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Stamm kann selbst zusammengesetzt sein, also bereits Produkt einer Wortbildungsregel sein (&amp;#039;&amp;#039;Sekundärstamm&amp;#039;&amp;#039;), oder er kann eine nicht weiter zerlegbare Einheit sein (&amp;#039;&amp;#039;Primärstamm&amp;#039;&amp;#039;, teilweise in dieser Bedeutung auch &amp;#039;&amp;#039;Wurzel&amp;#039;&amp;#039; genannt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Beispiel: TRINK ist eine [[Wurzel (Linguistik)|Wurzel]], die in folgender Weise weitergebildet werden kann:&lt;br /&gt;
* als verbaler Stamm in einem flektierten Verb wie &amp;#039;&amp;#039;trink-e / trink-st&amp;#039;&amp;#039; etc., ebenso im Infinitiv &amp;#039;&amp;#039;trink-en&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* als verbaler Stamm für die Ableitung eines Substantivs wie &amp;#039;&amp;#039;Trink-er&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* als verbaler Stamm in einem zusammengesetzten Substantiv wie &amp;#039;&amp;#039;Trink-brunnen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit kann die Wortzusammensetzung ([[Komposition (Grammatik)|Komposition]]) als Verbindung aus zwei Stämmen definiert werden. Im Beispiel &amp;#039;&amp;#039;Trinkbrunnen&amp;#039;&amp;#039; ist also &amp;#039;&amp;#039;Trink-&amp;#039;&amp;#039; „ein Stamm“, der im Kompositum neben anderen Stämmen enthalten ist, folglich ist mit &amp;#039;&amp;#039;Stamm&amp;#039;&amp;#039; hier eine bestimmte Sorte von Wortbaustein gemeint. Bei der [[Derivation (Linguistik)|Wortableitung]] &amp;#039;&amp;#039;Trink-er&amp;#039;&amp;#039; hingegen  bedeutet &amp;#039;&amp;#039;Stamm&amp;#039;&amp;#039; auch eine bestimmte Funktion für den Wortaufbau: Der Teil &amp;#039;&amp;#039;Trink-&amp;#039;&amp;#039; ist „der Stamm“ der gesamten Form, also das, was den Anschlusspunkt für das Affix bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Stamm kann also nicht nur durch ein Affix erweitert werden, sondern Stämme können auch miteinander zu komplexen Stämmen kombiniert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hiervon abweichende Terminologie vor allem bei [[Wortstamm#Eisenberg|Eisenberg (2020)]], siehe den Abschnitt [[#Stamm und Wurzel]]. Für die hier zugrundegelegte Standarddefinition siehe z.&amp;amp;nbsp;B.: Karsten Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Stamm.&amp;#039;&amp;#039; In: Stefan Schierholz, Pál Uzonyi (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grammatik: Formenlehre.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft&amp;#039;&amp;#039; (WSK), 1.1). Walter de Gruyter, Berlin 2022, ISBN 978-3-11-018472-3, S.&amp;amp;nbsp;688f. – Ebenso: Angelika Wöllstein, Dudenredaktion (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Duden. Die Grammatik&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Der Duden,&amp;#039;&amp;#039; 4). 10. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-411-91447-0 (elektronisch), Randnr. 1051 / S.&amp;amp;nbsp;620.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das Produkt eines solchen Vorgangs, z.&amp;amp;nbsp;B. die Zusammensetzung &amp;#039;&amp;#039;Trinkbrunnen,&amp;#039;&amp;#039; kann dann wiederum als Stamm dienen, etwa für die flektierte Form &amp;#039;&amp;#039;Trinkbrunnen-s&amp;#039;&amp;#039; ([[Genitiv]]). Es kann aber auch für nochmals weitere Komposition verwendet werden, wie in &amp;#039;&amp;#039;Trinkbrunnen-reinigung&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso ist das Ergebnis der Ableitung &amp;#039;&amp;#039;Trink-er&amp;#039;&amp;#039; wiederum ein Stamm, der flektiert werden kann (&amp;#039;&amp;#039;des Trinker-s&amp;#039;&amp;#039;) oder für Komposition weiterverwendet werden kann (wie in &amp;#039;&amp;#039;Trinker-nase&amp;#039;&amp;#039;) oder für Derivation (wie in &amp;#039;&amp;#039;Trinker-in&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Flexionsformen gehört auch der Infinitiv (wie etwa &amp;#039;&amp;#039;trink-en&amp;#039;&amp;#039;). Der Infinitiv wird aber im Deutschen häufig mitgenannt, wenn eine „[[Grundform (Grammatik)|Grundform]]“ eines Verbs benötigt wird (man sagt zum Beispiel oft Dinge wie: „Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Trinkbrunnen&amp;#039;&amp;#039; ist eine Zusammensetzung aus &amp;#039;&amp;#039;trinken&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Brunnen&amp;#039;&amp;#039;“). Da der Verbstamm normalerweise nicht allein auftreten kann (im Unterschied zu den Stämmen von Substantiven und Adjektiven, [[#Stamm und Wort|siehe unten]]), ist der Infinitiv dann die neutralste Form, die genannt werden kann – aber er ist keine Grundform im Sinne von Wortstamm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition und Begriffsvarianten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stamm und Basis ===&lt;br /&gt;
Ein Stamm kann Ausgangspunkt zur Bildung von flektierten [[Wortform]]en sein, wird aber in der Regel als ein Element definiert, das selbst unflektiert ist.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Duden: Die Grammatik.&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage 2009, Randnr. 982 / S.&amp;amp;nbsp;652. – Dudengrammatik 10. Auflage 2022, Randnr. 1049 / S.&amp;amp;nbsp;619&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Typischerweise geschieht das Hinzufügen einer Flexion zu einem Stamm dann durch [[Affix (Linguistik)|Affixe]], jedoch gibt es auch Prozesse, die ins Innere seiner Gestalt eingreifen können (siehe [[#Stammveränderung und morphologische Analyse|weiter unten]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu &amp;#039;&amp;#039;Stamm&amp;#039;&amp;#039; wird der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Basis&amp;#039;&amp;#039; in einem allgemeineren Sinn verwendet, um jede Art von Element zu bezeichnen, das als Gegenstück zu einem Affix dient, oder auch zu einem [[Klitikon]]. Der Unterschied zwischen Stamm und Basis zeigt sich, wenn an eine bereits flektierte Form noch etwas angefügt werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;Stamm vs. Basis direkt so gegenübergestellt in: Francis Katamba, John Stonham: &amp;#039;&amp;#039;Morphology&amp;#039;&amp;#039;. Second Edition. Palgrave Macmillan, New York 2006, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Beispiel ist die reflexive Form von Verben im [[Russische Grammatik|Russischen]], bei denen die Reflexivendung &amp;#039;&amp;#039;-s&amp;#039;&amp;#039; an die [[Personalform]] angefügt wird:&lt;br /&gt;
 бреюсь&lt;br /&gt;
 brejus&amp;#039; = bre - ju - s&amp;#039;&lt;br /&gt;
      rasieren- 1.sg- REFL&lt;br /&gt;
      „ich rasiere mich“&lt;br /&gt;
Hier ist die Form &amp;#039;&amp;#039;breju&amp;#039;&amp;#039; („ich rasiere“) die Basis für die Anfügung des Reflexivs &amp;#039;&amp;#039;-s,&amp;#039;&amp;#039; aber &amp;#039;&amp;#039;breju&amp;#039;&amp;#039; wäre nicht als Wortstamm zu bezeichnen, denn eine solche bereits flektierte Form könnte nicht mehr als Ausgangspunkt für Wortbildungsprozesse dienen (etwa die Ableitung eines Substantivs).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits ist der Begriff der Basis insofern eingeschränkter als er nur bei Affigierung und Klitisierung eine Rolle spielt, wogegen Stämme auch in der [[Komposition (Grammatik)|Komposition]] verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stamm und Wurzel ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wurzel (Linguistik)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurzel ist häufig eine Bezeichnung für ein Element, das nicht zerlegbar ist und als Stamm benutzt werden kann, sie ist dann also ein Spezialfall eines Stammes (ein &amp;#039;&amp;#039;Primärstamm&amp;#039;&amp;#039;). Andere Terminologien treffen jedoch auch eine Unterscheidung zwischen einer Wurzel und einem nicht zerlegbaren Stamm: In manchen Sprachen müssen die für Wortbildung und Flexion benötigten Primärstämme erst durch [[Morphophonologie|morphophonologische]] Prozesse (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Ablaut]]) aus einer zugrundeliegenden Wurzel gebildet werden. Hier ist also die Wurzel, im Gegensatz zum Stamm, etwas, was nicht für sich in Erscheinung treten kann. Zum Beispiel lässt sich im [[Sanskrit]] eine Wurzel &amp;#039;&amp;#039;hṛ-&amp;#039;&amp;#039; für die Bedeutung „nehmen“ identifizieren, als Präsensstamm dient die Form &amp;#039;&amp;#039;hara-&amp;#039;&amp;#039; (abgeleitet, dennoch nicht zerlegbar, also ein morphologischer Primärstammm). Auch im [[Arabische Sprache|Arabischen]] werden Wurzeln in diesem Sinn beschrieben; z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;k-t-b&amp;#039;&amp;#039; „schreiben, Buch“ (Wurzel) → &amp;#039;&amp;#039;-ktub-&amp;#039;&amp;#039; (Präsensstamm, morphologischer Primärstamm). Siehe den Artikel [[Radikal (semitische Sprachen)]] zum Begriff der Wurzel in der Semitischen Sprachwissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Wurzeln als eher abstrakte Einheiten erscheinen, wird ihnen unter Umständen auch kein Merkmal für eine bestimmte Wortart (Kategoriemerkmal) zugeschrieben, sondern es tritt erst im Lauf der morphologischen oder syntaktischen Weiterverarbeitung dazu. Diese Annahme findet sich in der traditionellen Indogermanistik ebenso wie in modernen Theorien wie der [[Distributed Morphology]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe für letzteres: David Embick &amp;amp; Rolf Noyer: &amp;#039;&amp;#039;Distributed Morphology.&amp;#039;&amp;#039; In: Gillian Ramchand &amp;amp; Charles Reiss (eds.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Handbook of Linguistic Interfaces.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2007, S. 289–324. Siehe insbesondere S. 295.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei zusammengesetzten Stämmen ist die Wortstruktur jedoch in der Regel mit Kategoriemerkmalen aufzuschlüsseln; siehe hierzu das Beispiel unter [[Kopf (Grammatik) #Komposition]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinzelt werden auch noch andere Bezeichnungskonventionen für das Verhältnis von „Stamm“ und „Wurzel“ vertreten: etwa dass &amp;#039;&amp;#039;Wurzel&amp;#039;&amp;#039; eine tiefere Ebene und &amp;#039;&amp;#039;Stamm&amp;#039;&amp;#039; eine komplexere Ebene der Zusammensetzung bezeichnet (so dass auch Wurzeln zusammengesetzt sein können),&amp;lt;ref&amp;gt;[[#Wiese|Wiese (1996)]], S.&amp;amp;nbsp;129f.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder dass „Stamm“ mit elementaren Einheiten, also Wurzeln/Primärstämmen, gleichgesetzt wird, und komplexe Stämme als „Stammgruppe“ bezeichnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[#Eisenberg|Eisenberg (2020)]], S.&amp;amp;nbsp;29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flexionsstamm, Derivationsstamm, Kompositionsstamm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wortstämme können Varianten ausbilden, unter anderem deswegen, weil nach verschiedenen Arten der Weiterbildung differenziert werden kann. Dann unterscheidet man nach [[Flexion]]s&amp;amp;shy;stämmen, [[Derivation (Linguistik)|Derivation]]s&amp;amp;shy;stämmen und Kompositionsstämmen eines [[Lexem]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Wortstamm, der speziell dazu dient, mit einer Flexionsendung versehen zu werden, kann als &amp;#039;&amp;#039;Flexionsstamm&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet werden. In manchen Fällen sind für Flexionsformen bestimmte Varianten eines Wortstamms zuständig, die sich von solchen Varianten unterscheiden, die in der Wortbildung vorkommen. Beispiel: Der Verbstamm „klag-“ liegt den Flexionsformen zugrunde: „klag-st“, „klag-te“, „klag-en“ (Infinitiv oder 1./3. Person Plural). In den Ableitungen „Kläg-er“, „kläg-lich“ liegt eine Variante des Stamms vor, die nicht für die Verbflexion benutzt wird (also ein Derivationsstamm)&amp;lt;ref&amp;gt;[[#Eisenberg|Eisenberg (2020)]], S.&amp;amp;nbsp;232 (von dort auch das Beispiel).&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe hierzu auch den nachfolgenden Abschnitt zur [[#Stammveränderung und morphologische Analyse|Stammveränderung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch Fälle, wo prinzipiell nur ein Wortbildungsstamm, aber kein Flexionsstamm verfügbar ist, sogenannte [[Konfix]]e. Dies sind Elemente, die in der Wortbildung mit Affixen kombiniert werden können, aber keine freistehend benutzbaren [[Wortform]]en bilden können. Beispiel: „ident-“, das nur in Wortbildungen auftritt wie „ident-isch, Ident-ität, ident-ifizieren“.&amp;lt;ref&amp;gt;Elke Donalies: &amp;#039;&amp;#039;Die Wortbildung des Deutschen. Ein Überblick.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Gunter Narr, Tübingen 2005. S.&amp;amp;nbsp;21f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Formenbildung eines Wortes können auch mehrere Stammvarianten unterschieden werden, die für jeweils verschiedene Flexionskategorien verwendet werden, zum Beispiel bei Verben ein Stamm für Präsens-Endungen und ein anderer Stamm für Perfekt-Endungen. Siehe hierzu den Artikel [[Stammform (Verb)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog kann von &amp;#039;&amp;#039;Kompositionsstämmen&amp;#039;&amp;#039; gesprochen werden, wenn eine besondere Form des Stamms für Komposita verwendet wird. Beispielsweise können Bildungen mit [[Fugenmorphem]] als verschiedene Kompositionsstämme analysiert werden, etwa die verschiedenen Erstglieder in &amp;#039;&amp;#039;Kind-frau&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kinds-mutter&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kindes-kind&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kinder-zimmer&amp;#039;&amp;#039; als Kompositionsstämme des Lexems KIND.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stamm und Wort ==&lt;br /&gt;
Im Deutschen, ebenso wie in vielen anderen Sprachen, kann unter Umständen auch die Form des Stammes allein, ohne weitere Endungen, schon als ein selbständiges [[Wort]] dienen, z.&amp;amp;nbsp;B. häufig bei Substantiven und Adjektiven: In dem Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;einen Trinker&amp;#039;&amp;#039; wird zwar beim Artikel der [[Akkusativ]] durch ein Affix &amp;#039;&amp;#039;-en&amp;#039;&amp;#039; markiert, aber beim Substantiv wird der Stamm &amp;#039;&amp;#039;Trinker&amp;#039;&amp;#039; unverändert benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterscheidung zwischen „Stamm“ und „Wort“ wird jedoch auch beibehalten, wenn beide gleich aussehen, denn es geht dabei auch um die Funktion der betreffenden Einheit. „Stamm“ ist ein Begriff, der in Regeln des Wortaufbaus vorkommt ([[Morphologie (Linguistik)|morphologische Regeln]]), wogegen [[Syntax|syntaktische]] Regeln nach verbreiteter Auffassung nur auf in sich abgeschlossene „Wörter“ Zugriff haben, nicht auf Stämme. Im obigen Beispiel wird &amp;#039;&amp;#039;Trinker&amp;#039;&amp;#039; dadurch zum Wort, dass ihm im Satzzusammenhang (&amp;#039;&amp;#039;…einen Trinker…&amp;#039;&amp;#039;) das Merkmal „Akkusativ“ zugeschrieben werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenspiel zwischen Morphologie und Syntax wird allerdings in verschiedenen [[Grammatiktheorie]]n unterschiedlich gesehen. Es gibt auch Konzeptionen mit abstrakteren Syntaxregeln, die sich direkt auf Wortteile beziehen können; ein Beispiel ist die [[Distribuierte Morphologie|&amp;#039;&amp;#039;distributed morphology&amp;#039;&amp;#039;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stammveränderung und morphologische Analyse ==&lt;br /&gt;
Wenn ein Stamm bei seiner morphologischen Weiterverarbeitung in sich Veränderungen zeigt, im Deutschen zum Beispiel der Vokalwechsel bei [[Ablaut]] und [[Umlaut]], gibt es verschiedene Möglichkeiten der Analyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man  Wortformen stets als eine Aneinanderkettung von Elementen (d.&amp;amp;nbsp;h. [[Morph]]en) erklären, so kann man auf die oben erläuterte Unterscheidung von [[#Flexionsstamm, Derivationsstamm, Kompositionsstamm|Flexionsstämmen]] zurückgreifen und mehrere Varianten des Stamms im Lexikon ansetzen. Bei der Pluralbildung &amp;#039;&amp;#039;Traum – Träume&amp;#039;&amp;#039; also dann &amp;#039;&amp;#039;[1]Traum-&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[2]Träum-&amp;#039;&amp;#039;. Morphologische Regeln würden dann vorschreiben, welche der beiden Stammvarianten jeweils gewählt werden muss; so hätte z.&amp;amp;nbsp;B. die Regel der Pluralbildung auf &amp;#039;&amp;#039;-e&amp;#039;&amp;#039; dann die Form: &amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;sub&amp;gt;Stamm2&amp;lt;/sub&amp;gt;__-e&amp;#039;&amp;#039; (d.&amp;amp;nbsp;h. „&amp;#039;&amp;#039;-e&amp;#039;&amp;#039; verlangt Stamm2“). In diesem Fall gibt es also [[Allomorphie]] von Stämmen (nicht nur von Affixen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird angenommen, dass morphologische Operationen neben Affigierung auch globale Veränderungen in der Gestalt der Basis bewirken können, so kann ein einziger Wortstamm angesetzt werden: Dann wäre im obigen Beispiel der Stamm der flektierten Wortform &amp;#039;&amp;#039;Träume&amp;#039;&amp;#039; ([[Nominativ]] [[Plural]]) derselbe  wie für den [[Singular]], nämlich TRAUM; die Form &amp;#039;&amp;#039;Träum-&amp;#039;&amp;#039; entsteht dann erst durch eine morpho(phono)logische Regel, die bei der Pluralbildung die Gestalt des Stamms insgesamt auf eine neue Gestalt abbildet. Dies führt auf Modelle mit nichtlokalen Operationen über Wortgerüste oder auf ein Modell der &amp;#039;&amp;#039;wortbasierten Morphologie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.&amp;amp;nbsp;B. [[#Hasi|Haspelmath &amp;amp; Sims (2010)]], Kapitel 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Analyseweg liegt insbesondere dann nahe, wenn diese Bildungen [[Produktivität (Sprache)|produktiv]] sind, sich also eine Operation des Vokalwechsels immer wieder aufs Neue abspielen könnte, anstatt dass der Prozess sprachhistorisch erstarrt ist (also unproduktiv ist und nur noch eine [[Diachronie|diachrone]] Erklärung darstellt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Laurie Bauer: &amp;#039;&amp;#039;Introducing Linguistic Morphology.&amp;#039;&amp;#039; 2nd edition. Edinburgh University Press, Edinburgh 2003, ISBN 0-7486-1705-1.&lt;br /&gt;
* {{Anker|Eisenberg}}[[Peter Eisenberg (Linguist)|Peter Eisenberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundriss der Deutschen Grammatik.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Das Wort.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. J.B. Metzler / Springer, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05095-3.&lt;br /&gt;
* {{Anker|Hasi}}[[Martin Haspelmath (Linguist)|Martin Haspelmath]], Andrea Sims: &amp;#039;&amp;#039;Understanding Morphology.&amp;#039;&amp;#039; 2nd Edition. Routledge, London 2010, ISBN 978-0-340-95001-2&lt;br /&gt;
* Joachim Mugdan: &amp;#039;&amp;#039;Morphological Units.&amp;#039;&amp;#039; In: R. E. Asher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Encyclopedia of Language and Linguistics.&amp;#039;&amp;#039; Band 5: &amp;#039;&amp;#039;Maa to Oxf.&amp;#039;&amp;#039; Pergamon Press, Oxford u. a. 1994, ISBN 0-08-035943-4, S. 2543–2553.&lt;br /&gt;
* {{Anker|Wiese}}[[Richard Wiese]]: &amp;#039;&amp;#039;The phonology of German&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, 1996, ISBN 978-0-19-829950-9. (Kap. 5: &amp;#039;&amp;#039;Aspects of lexical phonology and morphology&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4190286-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linguistische Morphologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grammatik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[eo:Radiko#Lingvo]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sternetaucher</name></author>
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