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	<title>Wirtsvolk - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wirtsvolk&amp;diff=1594915&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Antisemitische Verwendung */ Dateigröße angepasst</title>
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		<updated>2026-01-13T21:47:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Antisemitische Verwendung: &lt;/span&gt; Dateigröße angepasst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wirtsvolk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein in der [[Biologie]] verwendeter Begriff, der insbesondere zur Kennzeichnung von [[Ameisen]]- und [[Bienen]]völkern verwendet wird, die von [[Parasiten]] befallen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Kirchner: &amp;#039;&amp;#039;Die Ameisen. Biologie und Verhalten.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, ISBN 3-406-44752-X, S. 101 ff. Sabine Steghaus-Kovac: &amp;#039;&amp;#039;Bienen, Wespen und Ameisen.&amp;#039;&amp;#039; Nürnberg 2004, ISBN 3-7886-0259-7, S. 13 ff. Steffen Wünsch: &amp;#039;&amp;#039;Das Massensterben der Honigbiene APIs mellifera. Eine Diskussion möglicher Ursachen.&amp;#039;&amp;#039; München 2008, ISBN 3-638-89605-6, S. 41 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antisemitische Verwendung ==&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 19. und ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff im [[Biologismus]] und [[Essentialismus|essentialistisch]] begründeten [[Sozialdarwinismus]] unter einem [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|antisemitischen]] Vorzeichen als [[politisches Schlagwort]] verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Was ist Antisemitismus?&amp;#039;&amp;#039; München 2004, ISBN 3-406-52212-2, S. 86. Ernst Wenisch: &amp;#039;&amp;#039;Memoiren und Aufsätze gegen den Nationalsozialismus 1933–1938.&amp;#039;&amp;#039; Mainz 1994, ISBN 3-7867-1737-0, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurde das Wort in einen [[Rassismus|rassistisch]] fundierten [[Dualismus]] zwischen „[[Arier]]n“ und „[[Judentum|Juden]]“ eingewoben,&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Brocker (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Unfriedliche Religionen? Das politische Gewalt- und Konfliktpotenzial von Religionen.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14786-2, S. 83.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei das schillernde Bild des „[[Jüdischer Parasit|jüdischen Parasiten]]“ mit der naturhaften Wirklichkeit identifiziert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Bein: &amp;#039;&amp;#039;„Der jüdische Parasit“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;, 1965, Jg. 13, Heft 2, S. 129; [https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1965_2_1_bein.pdf ifz-muenchen.de] (PDF; 1,4&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt; Eingearbeitet wurde das Wort dabei auch in eine [[Metapher|Metaphorik]] von „[[Blut]]“ und „Lebenssaft“ des „[[Volk]]es“, auf das es Juden als [[Person|personifizierte]] „[[Vampir]]e“ abgesehen hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;Rolf Giesen: &amp;#039;&amp;#039;Der phantastische Film. Zur Soziologie von [[Horrorfilm|Horror]], Science-fiction und [[Fantasy]] im Kino.&amp;#039;&amp;#039; Teil 2: &amp;#039;&amp;#039;Mythologie&amp;#039;&amp;#039;. Schondorf (Ammersee) 1980, ISBN 3-88144-214-6, S. 259.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die antisemitische Idee des Wirtsvolks ist auf das Engste mit der Vorstellung von einem „[[Volkskörper]]“ verbunden,&amp;lt;ref&amp;gt;Eckhard Rohrmann: &amp;#039;&amp;#039;Mythen und Realitäten des Anders-Seins. Gesellschaftliche Konstruktionen seit der frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2007, ISBN 3-531-15527-X, S. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei sich diese Vorstellung seit dem [[Abendland|abendländischen]] Mittelalter im Rahmen von [[Säkularisierung]]sprozessen zusammen mit einer [[Christentum|christlich]]-[[Religiosität|religiös]] gedeuteten [[Blut]]metaphorik herausgebildet hat.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christina von Braun]]: &amp;#039;&amp;#039;Viertes Bild: Blut und Blutschande&amp;#039;&amp;#039;. Zur Bedeutung des Blutes in der antisemitischen Denkwelt. In: [[Julius H. Schoeps]], Joachim Schlör (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bilder der Judenfeindschaft&amp;#039;&amp;#039;. Antisemitismus – Vorurteile und Mythen. Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0734-2, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Aufsatz von [[Martin Luther]] aus dem Jahre 1543 ist zu lesen, dass die [[Italien]]er dem Hauswirt „Küche, Keller, Kasten und Beutel“ einnehmen würden – und er ergänzte: „Ebenso tun uns die Juden, unsere Gäste, auch; wir sind ihre Hauswirte.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bein128&amp;quot;&amp;gt;Alexander Bein: &amp;#039;&amp;#039;„Der jüdische Parasit“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;, 1965, Jg. 13, Heft 2, S. 128.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Popularisiert wurde die Rede vom Wirtsvolk indessen in den 1880er Jahren von [[Heinrich von Treitschke]], [[Eduard von Hartmann]] sowie [[Eugen Dühring]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bein128&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit der [[Weimarer Republik]] spielte die Idee eines Wirtsvolks in der [[NS-Propaganda|nationalsozialistischen Propaganda]] eine bedeutsame Rolle. 1924 griff [[Adolf Hitler]] in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Mein Kampf]]&amp;#039;&amp;#039; zur Veranschaulichung seiner [[Rassentheorie]] auf einen ganzen Katalog von Begriffen aus der Biologie und Medizin zurück, um diese in bösartige politische [[Metapher]]n zu überführen.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcel Atze: &amp;#039;&amp;#039;„Unser Hitler“. Der Hitler-Mythos im Spiegel der deutschsprachigen Literatur nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2003, ISBN 3-89244-644-X, S. 152.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei reihte sich ebenso die Metapher des Wirtsvolks in sein verwendetes Vokabular ein. Gleichsam das tradiert antisemitische Bild vom [[Ewiger Jude|ewigen Juden]] aufnehmend schrieb Hitler:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Er ist und bleibt der ewige [[Jüdischer Parasit|Parasit]], ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert in: [[Karl-Volker Neugebauer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundkurs deutsche Militärgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Das Zeitalter der Weltkriege&amp;#039;&amp;#039;. Oldenbourg, München 2007, ISBN 3-486-58099-X, S. 210 (Quelle: Hitler: &amp;#039;&amp;#039;Mein Kampf.&amp;#039;&amp;#039; München 1942, S. 333 ff.).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1929 und 1931 veröffentlichte [[Ulrich Fleischhauer]], ehemaliger Oberstleutnant der „[[Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)|Kaiserlichen Armee]]“, einer der Hauptpropagandisten der ab 1923 vom NSDAP-Chefideologen [[Alfred Rosenberg]] publizierten &amp;#039;&amp;#039;[[Protokolle der Weisen von Zion]]&amp;#039;&amp;#039; und Herausgeber der international verbreiteten Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Welt-Dienst]]&amp;#039;&amp;#039;, vier von geplanten sechs großvolumigen Bänden seines programmatischen Nachschlagewerks „Sigilla Veri“. Der Inhalt dieser Bände, die gemäß dem ersten Band als „Grundlage für die Wissenschaft der [[Rassentheorie|Gegenrasse]]“ gedacht waren, war laut den Autoren eine „Judäologie“, worunter sie die „Kunde von den Tricks, Täuschungen und Verstellungen, womit sich der Jude in die Wirtsvölker bohrt“, verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Magnus Brechtken]]: &amp;#039;&amp;#039;Madagaskar für die Juden. Antisemitische Idee und politische Praxis 1885–1945.&amp;#039;&amp;#039; München 1997, S. 44 f., ISBN 3-486-56240-1. (Quelle: Sigilla Veri, Band I, S. 33 und 55.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Publizist [[Karl Anton Rohan]], der seit Ende 1931 auf eine Verbindung zwischen [[Katholizismus]] und [[Nationalsozialismus]] hoffte, legte sich seitdem auf einen biologischen Antisemitismus fest, wobei er 1932 in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Europäische Revue&amp;#039;&amp;#039; zugleich die [[Assimilation (Soziologie)|Assimilationsthematik]] ins Blickfeld nahm. Rohan schrieb:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Politisch wird die [[Judenfrage]] im antisemitischen Sinne immer nur dort und dann, wenn das Wirtsvolk sich von dem ‚[[Fremde]]n‘, ‚Anderen‘ im ‚Jüdischen‘ bedrängt fühlt; sei es, daß zu viele und zu wenig assimillierte Juden vorhanden sind, sei es, daß sie zu großen [[Einfluss|Einfluß]] auf die öffentlichen Geschäfte und die Wirtschaft nehmen oder im Geistesleben eine für das Wirtsvolk unerträglich bedeutende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert in: Guido Müller: &amp;#039;&amp;#039;Europäische Gesellschaftsbeziehungen nach dem Ersten Weltkrieg. Das Deutsch-Französische Studienkomitee und der Europäische Kulturbund.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2005, S. 400, ISBN 3-486-57736-0 (Quelle: Karl Anton Rohan: &amp;#039;&amp;#039;Einige Bemerkungen zur Judenfrage.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Europäische Revue&amp;#039;&amp;#039;, 1932, Jg. 8, Band 2, S. 458).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem NS-[[Propagandafilm]] &amp;#039;&amp;#039;[[Der ewige Jude]]&amp;#039;&amp;#039;, der während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] anlief, wurde das antisemitische Bild der Zersetzung auf die Spitze getrieben. So hieß es in dem Begleitwort:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Immer dort, wo sich an einem Volkskörper eine Wunde zeigt, setzen sie sich fest und ziehen aus dem zerfallenden [[Organismus]] ihre Nahrung. Mit den Krankheiten der [[Volk|Völker]] machen sie ihre Geschäfte und darum sind sie bestrebt, Krankheitszustände zu vertiefen und zu [[Ewigkeit|verewigen]]. […] Darin liegt die ungeheure Gefahr. Denn auch diese assimilierten Juden bleiben immer [[Fremdkörper]] im Organismus des Gastvolkes, so sehr sie ihm äußerlich ähnlich sehen mögen.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert in: [[Christina von Braun]]: &amp;#039;&amp;#039;Viertes Bild: Blut und Blutschande&amp;#039;&amp;#039;. Zur Bedeutung des Blutes in der antisemitischen Denkwelt. In: [[Julius H. Schoeps]], Joachim Schlör (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bilder der Judenfeindschaft. Antisemitismus – Vorurteile und Mythen&amp;#039;&amp;#039;. Augsburg 1999, S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr, 1943, griff auch der Schriftsteller [[Wilhelm Arp]] die Assimilationsthematik auf, benutzte das politische [[Symbol]] „Assimilationsjude“ und brachte es ebenfalls in einen Zusammenhang mit dem Bild vom Wirtsvolk.&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Böhnigk: &amp;#039;&amp;#039;Kulturanthropologie als Rassenlehre. nationalsozialistische Kulturphilosophie aus der Sicht des Philosophen Erich Rothacker.&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 2002, ISBN 3-8260-2194-0, S. 50 (Quelle: Wilhelm Arp: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Bildung im Kampf um Begriffe und Gestalt unseres arteigenen Menschentums.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1943, S. 40).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Science-Fiction-Literatur ==&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Wort in der [[Science-Fiction]]-Literatur ebenso in einen Zusammenhang mit dem Schreckensbild eines [[Mutation|Mutanten]] gebracht, der sich ohne Verlust des eigenen [[Wesen (Philosophie)|Wesens]] äußerlich einem Wirtsvolk „anverwandelt“ und dieses „zersetzt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Massimo Ferrari Zumbini: &amp;#039;&amp;#039;Die Wurzeln des Bösen. Gründerjahre des Antisemitismus – Von der Bismarckzeit zu Hitler.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2003, ISBN 3-465-03222-5, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antisemitismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parasitologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rassismus im Nationalsozialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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