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	<title>Wirtschaftskrieg - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;17387349L8764: HC: Ergänze Kategorie:Kriegsart</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Kriegsart&quot; title=&quot;Kategorie:Kriegsart&quot;&gt;Kategorie:Kriegsart&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftskrieg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; im engeren Sinne ist eine [[Wirtschaftssanktionen|Wirtschaftssanktion]], die im Rahmen von [[Sanktion]]en gegen die [[Volkswirtschaft]] der [[feind]]lichen [[Bevölkerung]] verhängt wird und durch Gegenmaßnahmen des sanktionierten Staates [[Eskalation|eskaliert]]. Als [[politisches Schlagwort]] wird der Begriff für Wirtschaftssanktionen verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Über die [[militär]]ische Auseinandersetzung hinaus wird die Zivilbevölkerung des Feindes auch durch wirtschaftliche [[Zwangsmittel]] getroffen. Im weiteren Sinne soll der Wirtschaftskrieg, ohne dass eine militärische Auseinandersetzung stattfindet, die Zivilbevölkerung wirtschaftlich schädigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Henning C. Schneider: [https://www.google.de/books/edition/Wirtschaftssanktionen/nupvmoGtrHcC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Wirtschaftssanktionen+lexikon&amp;amp;pg=PA41&amp;amp;printsec=frontcover &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftssanktionen&amp;#039;&amp;#039;, 1999, S. 41].&amp;lt;/ref&amp;gt; Im letzteren Fall ist der Wirtschaftskrieg mit der Wirtschaftssanktion identisch. Um einen archetypischen Wirtschaftskrieg handelt es sich, wenn der sanktionierte Staat selbst wirtschaftliche Gegensanktionen ergreift. Im Wirtschaftskrieg können neben ökonomischen oft auch [[Rechtswissenschaften|juristische]], [[Politisches Risiko|politische]] und/oder [[Nachrichtendienst|geheimdienstliche]] Instrumente Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftskriege müssen nicht gegen einen bestimmten [[Staat]] gerichtet sein, sondern können auch der Unterstützung der eigenen [[Wettbewerbsfähigkeit]] im Rahmen der [[Außenwirtschaftspolitik]] dienen.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Lang, Siegfried Russwurm: [https://www.google.de/books/edition/Wie_soll_die_Wirtschaft_mit_Autokratien/joBPEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Getreideembargo+1980&amp;amp;pg=PA21&amp;amp;printsec=frontcover &amp;#039;&amp;#039;Wie soll die Wirtschaft mit Autokratien umgehen?&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 2022, S. 21].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dann wird häufig von einem [[Handelskrieg]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Historiker [[Sönke Neitzel]] verwandte 2010  eine sehr weit gefasste Definition von Wirtschaftskriegen als {{Zitat|Konflikte, die im Wesentlichen mit wirtschaftlichen Mitteln ausgetragen werden, auf die Wirtschaft zielen oder deren Ausgang von ökonomischen Faktoren dominiert wird. Wirtschaftskriege können somit Teil eines ‚heißen Krieges‘ sein, aber auch in Friedenszeiten ausgetragen werden […] Entscheidend ist, dass ökonomische Aspekte einen Krieg oder – in Friedenszeiten – den Charakter der bilateralen Beziehungen bestimmen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Sönke Neitzel, &amp;#039;&amp;#039;Von Wirtschaftskriegen und der Wirtschaft im Kriege&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Wolfram Dornik]], [[Johannes Gießauf]], Walter M. Iber (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Krieg und Wirtschaft. Von der Antike bis ins 21. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, Studien Verlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2010, ISBN 978-3-7065-4949-3, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgrundlagen ==&lt;br /&gt;
Der [[UN-Sicherheitsrat]] kann nur als Reaktion auf eine [[Gewalt]]anwendung eines Staates ein [[Handelsembargo]] oder andere Wirtschaftssanktionen anordnen, die dann für alle [[UN-Mitglied]]er verbindlich sind ({{Art.|41|0.120|ch}} [[UN-Charta]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Rat der Europäischen Union]] kann als Teil seiner [[Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik|Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik]] Wirtschaftssanktionen anordnen ({{Art.|215|aeuv|dejure}} [[AEUV]]). Ist ein Tätigwerden der Gemeinschaft vorgesehen, um die Wirtschaftsbeziehungen zu einem oder mehreren dritten Ländern auszusetzen, einzuschränken oder vollständig einzustellen, trifft der Rat nach {{Art.|301|aeuv|dejure}} AEUV die erforderlichen Sofortmaßnahmen; der Rat beschließt auf Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit. Die [[Europäische Wirtschaftsgemeinschaft]] verhängte ihre erste Wirtschaftssanktion 1982 gegen die [[Sowjetunion]], bis 2019 gab es 35 weitere Sanktionen gegen andere Staaten. Die häufigsten Sanktionsinstrumente sind [[Waffenembargo]]s, [[Einreise]]verbote, [[Kontosperre]]n und Waren- und Dienstleistungsboykotts. Solche „intelligenten Sanktionen“ ({{enS|smart sanctions}}) sollen zielgerichtet einzelne Individuen oder Gruppen der herrschenden Elite im jeweiligen Land treffen, ohne zugleich die Zivilbevölkerung zu schädigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Königs, &amp;#039;&amp;#039;Sanktionspolitik der EU&amp;#039;&amp;#039;, in: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling, &amp;#039;&amp;#039;Das Europalexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2020, ISBN 978-3-8012-0418-1, S. 224 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland sieht {{§|4|awg_2013|juris}} Abs. 1 [[Außenwirtschaftsgesetz|AWG]] vor, dass insbesondere im Falle der Störung der [[öffentliche Sicherheit|öffentlichen Sicherheit]] oder des friedlichen Zusammenlebens der Völker der [[Außenwirtschaft]]sverkehr mittels Rechtsverordnung Rechtsgeschäfte und Handlungen beschränkt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Form der Durchführung ==&lt;br /&gt;
Verhängte Wirtschaftssanktionen können ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie mittels [[Beschlagnahme]] ([[Mobilie]]n, [[Immobilie]]n, [[Kontosperre]]n), [[Blockade (Militär)|Blockade]], [[Boykott]], [[Desinvestition]], [[Embargo]] ([[Exportverbot]], [[Importverbot]]), Verbot des [[Technologietransfer]]s oder Wirtschaftskrieg umgesetzt werden. Mit Hilfe einer – meist mit militärischen Mitteln durchgeführten – Blockade wird beispielsweise der [[Gütertransport|Güter-]] oder [[Personentransport]] verhindert, die einer Sanktion unterliegen. Die Abgrenzung dieser Begriffe in der Fachliteratur ist uneinheitlich. Die Maßnahmen gegen das ehemalige [[Südrhodesien]] im Jahre 1965 wurden beispielsweise als „Sanktionen“ und gleichzeitig als „Embargo-Maßnahmen“ bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;[[Per Fischer]], in: Hans-Peter Ipsen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Außenwirtschaft und Außenpolitik: Rechtsgutachten zum Rhodesien-Embargo&amp;#039;&amp;#039;, 1967, § 58 Rn. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder als „Embargo“ und zugleich „Boykott“.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Verdross, Bruno Simma: &amp;#039;&amp;#039;Universelles Völkerrecht: Theorie und Praxis&amp;#039;&amp;#039;, 1984, § 232, ISBN 978-3-428-13296-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt sogar Begriffspaare wie „Boykottsanktion“ und „Sanktionsboykott“.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Erler: &amp;#039;&amp;#039;Boykott (wirtschaftlicher)&amp;#039;&amp;#039;, in: Karl Strupp, Hans-Jürgen Schlochauer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des Völkerrechts&amp;#039;&amp;#039;, Band I, 1960, S. 240.&amp;lt;/ref&amp;gt; {{enS|Economic sanction}}, {{enS|boycott}} und {{enS|embargo}} werden sogar als Synonyme betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Donald L Losman: &amp;#039;&amp;#039;International Economic Sanctions: The Case of Cuba, Israel and Rhodesia&amp;#039;&amp;#039;, 1979, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Frühe Wirtschaftskriege standen seit der [[Antike]] regelmäßig in Zusammenhang mit der [[Kolonialisierung]] fremder Länder und hatten vor allem das Ziel, fremde [[Ressource]]n zu erobern, ohne einen langwierigen bewaffneten Konflikt zu führen. Mit oftmals geringen [[militär]]ischen Mitteln, jedoch weitreichenden einseitigen Handelsvereinbarungen konnten [[Rohstoff]]e und die [[Arbeitsleistung]] des [[Kolonie|kolonialisierten]] Landes im weiteren Verlauf oft ohne den Einsatz von Waffen ausgebeutet werden, da die einheimische Bevölkerung die Tragweite ihrer Zusagen zunächst nicht erkannte. Wurde die Ausbeutung bemerkt, hatte sich der aggressive Wirtschaftspartner bereits weitreichenden Einfluss auf [[Legislative|Gesetzgebung]] und/oder [[Exekutive]] verschafft. Erst nach langen Verhandlungen und zahlreichen Kriegen wurden nahezu alle Kolonien im 20. Jahrhundert aufgegeben (siehe [[Entkolonialisierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] hatte nach den Erfahrungen des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] verschiedene Beratungsgremien für wirtschaftliche Handels- und Versorgungsunterbrechungen eingerichtet und nach dem Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] im [[September 1939]] die Gründung des [[Ministry of Economic Warfare|Ministeriums für wirtschaftliche Kriegsführung]] (MEW) vollzogen. Im Zweiten Weltkrieg hatte sich dann deutlich gezeigt, wie wichtig bestimmte Rohstoffe für die Wirtschaft eines Landes sein können. [[Adolf Hitler|Hitlers]] Eroberungsfeldzüge zielten auch darauf ab, sich den Zugriff auf Rohstofflagerstätten zu sichern und ihn seinen Gegnern zu verwehren. Zum Beispiel sicherte sich das Deutsche Reich&lt;br /&gt;
* die [[Eisenerz]]-[[Lagerstätte]]n bei [[Kiruna]] durch das [[Unternehmen Weserübung]] – die Besetzung der neutralen Staaten Dänemark und Norwegen im Mai 1940. Nach britischer Einschätzung hätte das Deutsche Reich ohne die kriegswirtschaftlich notwendigen skandinavischen Erze – Eisenerz und Stahlveredlungsmetalle – den Krieg nicht länger als zwölf Monate durchhalten können; und&lt;br /&gt;
* die rumänischen [[Ploiești]]-[[Ölfeld]]er (siehe auch [[Operation Tidal Wave]]).&lt;br /&gt;
Auch andere knappe Ressourcen – darunter auch Rohstoffe – galten in Deutschland als &amp;#039;kriegswichtig&amp;#039;. Das &amp;#039;Unternehmen Weserübung&amp;#039; kam einer britischen Aktion, dem [[Plan R 4]], knapp zuvor. Ziel dieser Aktion war es unter anderem, das Deutsche Reich von Kiruna abzuschneiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende begann bald der [[Kalter Krieg|Kalte Krieg]]; die [[Wirtschaftsspionage]] als Mittel der strategischen [[Kriegsführung]] zwischen Nationen und Wirtschaftsunternehmen entwickelte sich weiter, begünstigt durch große Fortschritte der [[Nachrichtentechnik]], der [[Filmtechnik]] und der [[Satellitentechnik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die russische Wirtschaft hatte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Schwierigkeiten, sich wieder auf &amp;#039;Friedensproduktion’ umzustellen. Viele westliche [[Industriestaat]]en verkauften der [[Sowjetunion]] keine [[Dual Use|Dual-Use-Güter]], um ihr Rüstungspotential nicht zu unterstützen (siehe auch [[Exportbeschränkung]]).&lt;br /&gt;
[[Warschauer Pakt|Östliche]] Geheimdienste versuchten, durch Wirtschaftsspionage im Westen an westliches [[Know-how]] zu gelangen und mit diesem die technologische Rückständigkeit des [[Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe|Comecon]] zu verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das gezielte Ausspähen von Staats- oder [[Geschäftsgeheimnis]]sen mit Hilfe [[Nachrichtendienst|geheimdienstlicher]] Methoden wird hierbei versucht, bestimmte Schlüsselkompetenzen zu erlangen. Das Ziel der Schädigung bzw. Vernichtung des Konkurrenten oder Teilen der gegnerischen Volkswirtschaft steht hierbei im Vordergrund. Die erfolgreiche Vernichtung oder Verteidigung von Arbeitsplätzen sowie gewachsener [[Infrastruktur]] wird in diesem Zusammenhang von den kriegführenden Parteien ebenso als „Sieg“ oder „Niederlage“ gekennzeichnet, wie eine verlorene oder gewonnene Schlacht konventioneller Kriegsführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1948 und den 1990er Jahren bestand ein auf zahlreichen Ebenen institutionalisierter [[Boykott Israels durch die Arabische Liga]], durch welchen die arabischen Staaten versuchten, ihren erklärten Feind wirtschaftlich zu schwächen. Ziel war es, jedwede wirtschaftliche Kontakte Israels mit der Außenwelt zu unterbinden. Aufgrund der Unterstützung Israels durch westliche Staaten ging diese Strategie nicht auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2018 begann der [[Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China]]. Er wurde 2018 von US-Präsident Donald Trump&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Philippe Gélie |url=https://www.lefigaro.fr/conjoncture/2018/03/22/20002-20180322ARTFIG00142-la-tension-monte-entre-la-chine-et-les-etats-unis.php |titel=Trump déclare la guerre économique à la Chine |werk=Le Figaro |datum=2018-03-22 |sprache=fr |abruf=2025-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und 2025 vom [[Handelsblatt]] als Wirtschaftskrieg bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Moritz Koch |url=https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-wirtschaftskrieg-gegen-china-trump-verspielt-das-dollar-privileg/100120646.html |titel=Wirtschaftskrieg gegen China - Trump verspielt das Dollar-Privileg |werk=Handelsblatt |datum=2025-04-12 |abruf=2025-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Möglichkeiten ==&lt;br /&gt;
=== Handelshemmnisse ===&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Handelsstreit}}&lt;br /&gt;
Eine andere Form des Wirtschaftskrieges zwischen Nationen wird durch den Einsatz von [[Handelshemmnis]]sen dargestellt. Werden [[Zoll (Abgabe)|Zölle]], Importbestimmungen oder die Unterbrechung von [[Nachrichtenverbindung]]en zur Wirtschaftsblockade und Isolierung einer gesamten Volkswirtschaft verdichtet eingesetzt, kommt die Industrieproduktion, soweit vorhanden, zum Erliegen, die Versorgung der Bevölkerung wird schwieriger, ggf. können Gelder auf internationalen Konten nicht mehr disponiert werden und der private sowie gewerbliche [[Internet]]verkehr kommt zum Erliegen. Eine derart angegriffene Volkswirtschaft ist isoliert, mit der Folge einer einsetzenden Verarmung und einer extremen Schädigung der [[Binnenmarkt|Binnenwirtschaft]] (Beispiel aus dem Jahr 2001: Somalia wurde auf Druck der USA vom Internet getrennt und sämtliche Auslandskonten der somalischen Bank Al-Barakaat wurden eingefroren. Die Folge war, dass der Transfer von Geld ins Land behindert wurde, etwa von Somalis, die im Ausland arbeiteten und ihren Familien Geld schickten – siehe Weblinks).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Finanzkrieg ===&lt;br /&gt;
Ein Wirtschaftskrieg kann mit den Mitteln des Finanzmarktes geführt werden („financial warfare“). Da circa 80 Prozent des internationalen Handels und 90 Prozent aller Devisengeschäfte in amerikanischer Währung abgerechnet werden, kann die US-Regierung Privatpersonen, Unternehmen oder ganze Wirtschaftssektoren gezielt ausschalten, den internationalen Handel eines Landes und seinen Zugang zum internationalen Kapitalmarkt erschweren, indem sie die Verbindung der Banken zu [[SWIFT]] kappt beziehungsweise Kreditinstitute dazu zwingt, Überweisungen und Kreditkartenzahlungen lahmzulegen und ihre Geschäftsbeziehungen zu bestimmten Ländern einzustellen. Auf diesem Wege sicherte eine Sonderabteilung des amerikanischen Finanzministeriums beispielsweise [[Wirtschaftssanktion]]en gegen Nordkorea, den Iran und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Kerstin Kohlenberg, Mark Schieritz |url=https://www.zeit.de/2014/44/financial-warfare-sanktionen-russland/komplettansicht |titel=Die Superwaffe des Mr. Glaser. Sanktionen gegen Russland und den Iran: Wie amerikanische Finanzbeamte zu Wirtschaftskriegern werden |werk=zeit.de |datum=2014-10-23 |abruf=2025-01-06 |kommentar=aus &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit&amp;#039;&amp;#039; 44/2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner kann die [[Staatsschuldenquote]] eines Landes durch internationale, die Gläubigerinteressen vertretende Institutionen gesteuert und dazu genutzt werden, die wirtschafts- und haushaltspolitische Souveränität einer nationalen Regierung zu beseitigen. Beispiel: Konditionierung der Geldversorgung Griechenlands durch die [[Euro-Gruppe]], [[EZB]] und [[IWF]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/die-souveraenitaet-der-griechen-wird-eingeschraenkt-juncker_id_2173863.html |titel=Juncker: „Die Souveränität der Griechen wird eingeschränkt“ |werk=focus.de |hrsg=Focus Online |datum=2013-11-13 |abruf=2025-01-06 |kommentar=Gespräch mit [[Jean-Claude Juncker]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationale Finanzorganisationen instrumentalisieren währungs- und finanzpolitische Krisen zum technokratischen Umbau nationaler Wirtschaftssysteme nach dem chilenischen Modell der „[[Chicago Boys]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Erhard Stackl |url=https://www.derstandard.at/consent/tcf/1324501112173/stackls-suedblick-untote-pinochets-geist-geht-um-in-europa |titel=Untote: Pinochets Geist geht um in Europa |werk=Der Standard |datum=2011-12-22 |abruf=2025-01-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militärische Einrichtungen ===&lt;br /&gt;
Spionageeinrichtungen, die zu Zeiten des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] gegen feindliche Staaten gerichtet wurden, können heute auch gegen Wirtschaftsunternehmen befreundeter Staaten eingesetzt werden, um Wirtschaftsspionage zu betreiben. Dan Smith, bis 1993 als [[Militärattaché]] an der Londoner [[Botschaft (Diplomatie)|Botschaft]], betonte gegenüber der [[BBC]], die [[National Security Agency|NSA]] spioniere nicht im Auftrag einzelner US-Unternehmen. Es wurde allerdings zugegeben, dass die Ziele so breit ausgewählt seien, dass man „unvermeidlich“ auch Kommunikation aufzeichne, die militärisch nicht relevant sei. Im [[Oberbayern|oberbayerischen]] [[Bad Aibling]] befand sich bis 2004 eine [[Echelon]]-Station, die zweitgrößte Abhöranlage der USA im Ausland. Mit diesem wohl weltweit größten elektronischen Überwachungssystem, bestehend aus 120 Horchposten, die rund um die Uhr [[Kommunikationssatellit|Telekommunikationssatelliten]] und [[Mobilfunksender]] abhören sowie [[Seekabel|Untersee-Telefonkabel]] und [[Mailserver]] anzapfen, werden laut des ehemaligen NSA-Direktors William Studeman, in einer Stunde rund zwei Millionen Nachrichten mitgeschnitten. Die so gewonnenen Erkenntnisse können in Form von [[Patent]]anmeldungen gegen Wettbewerber verwendet werden oder zur [[Preispolitik|Preisfindung]] nützlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[École de guerre économique]]&lt;br /&gt;
* [[Handelsstreit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Blum]]: &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftskrieg. Rivalität ökonomisch zu Ende denken&amp;#039;&amp;#039;. Springer Gabler, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-28363-6.&lt;br /&gt;
* [[Paul Krugman]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg. Eine Abrechnung mit den Pop-Ökonomen&amp;#039;&amp;#039;. Campus, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-593-36147-7 (Essay-Sammlung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|8590|Wirtschaftskrieg|Autor=[[Hervé de Weck]] / GL}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4190061-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftskonflikt| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Internationale Sanktion| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diplomatie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärökonomie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Völkerrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriegsart]]&lt;/div&gt;</summary>
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