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	<title>Wirtschaftskreislauf - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wirtschaftskreislauf&amp;diff=97579&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mathze: /* Wirtschaftskreislauf einer offenen Volkswirtschaft */</title>
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		<updated>2026-03-12T06:39:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Wirtschaftskreislauf einer offenen Volkswirtschaft&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Rather Flow than Cycle (Economy) cause included Central- and Commercial Bank´s granting loans.jpg|mini|In herkömmlichen Kreislauftheorien der Volkswirtschaftslehre ([[VWL]]) werden weder die [[Kredittheorie|Geldschöpfungsmöglichkeiten der Geschäftsbanken]] noch die der Zentralbank berücksichtigt.]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftskreislauf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|Circular flow of income}}) bezieht sich in der [[Volkswirtschaftslehre]] in Form eines [[Modell]]s auf den Umlaufprozess von [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Gütern]] oder [[Dienstleistung]]en (&amp;#039;&amp;#039;Güterkreislauf&amp;#039;&amp;#039;) und korrespondierenden [[Zahlungsmittel]]n (&amp;#039;&amp;#039;Geldkreislauf&amp;#039;&amp;#039;) im [[Wirtschaftsprozess]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[Realwirtschaft]] (Güterkreislauf) und die korrespondierende [[Finanzwirtschaft]] (Geldkreislauf) stellen in einer [[Volkswirtschaft]] keine zwei voneinander getrennte Sektoren dar, sondern sind in vielfacher Weise durch [[Komplementor|komplementäre]] [[Interdependenz]]en miteinander verknüpft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=qEImBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA146&amp;amp;dq=Realwirtschaft+Finanzwirtschaft+interdependenz&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjBpKnXjaL1AhVRQ_EDHVkoDV4Q6AF6BAgEEAE#v=onepage&amp;amp;q=Realwirtschaft%20Finanzwirtschaft%20interdependenz&amp;amp;f=false Armin Günther, &amp;#039;&amp;#039;Complementor Relationship Management&amp;#039;&amp;#039;, 2015, S. 146]&amp;lt;/ref&amp;gt; Wichtigste [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktion]] ist in der [[Wirtschaft]] der [[Kaufvertrag|Kauf]], bei dem die erworbenen Güter oder Dienstleistungen durch [[Geld]] bezahlt werden. Auf diese Weise berühren alle Transaktionsarten den Güterkreislauf und Geldkreislauf oder einen von beiden. Aus der Perspektive der ökonomischen Transaktion ist der Wirtschaftskreislauf die Gesamtheit aller ökonomischen Transaktionen, bei denen [[Wirtschaftsobjekt]]e mit oder ohne [[Gegenleistung]] von einem [[Wirtschaftssubjekt]] auf ein anderes übergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreislaufmodell enthält [[Strömungsgröße]]n, die zwischen den Wirtschaftssubjekten zirkulieren. Dazu gehören die Güterströme und die hiermit – aber nicht immer – korrespondierenden [[Zahlungsstrom|Zahlungsströme]]. Sie verbinden die aus den Wirtschaftssubjekten bestehenden Pole.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ZmzpBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA265&amp;amp;dq=Wirtschaftskreislauf+str%C3%B6mungsgr%C3%B6%C3%9Fen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjlq82j1p_1AhUxSPEDHQWlBDgQ6AF6BAgJEAE#v=onepage&amp;amp;q=Wirtschaftskreislauf%20str%C3%B6mungsgr%C3%B6%C3%9Fen&amp;amp;f=false Heinz-Dieter Hardes/Alexandra Uhly, &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 265]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Wirtschaftskreislauf kommt es im Hinblick auf den Sektor „Ausland“ nicht auf die [[Staatsangehörigkeit]] von Wirtschaftssubjekten an, sondern auf den Schwerpunkt ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten. Ein in Deutschland ansässiger ausländischer [[Arbeitnehmer]] gilt danach als [[Inländer]], analog auch ein in Deutschland ansässiges [[Unternehmen]], selbst wenn es eine [[Tochtergesellschaft]] einer ausländischen [[Muttergesellschaft]] ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=fsStP8nQ-SsC&amp;amp;pg=PA257&amp;amp;dq=%C3%B6konomische+Transaktionen&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=%C3%B6konomische%20Transaktionen&amp;amp;f=false Wolfgang Cezanne, &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 257]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Transaktionen beider werden deshalb im inländischen Wirtschaftskreislauf berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Richard Cantillon]] stellte bereits in seinem um 1730 verfassten und 1755 publizierten Buch kreislauftheoretische Überlegungen in Bezug auf die Verteilung des in einer Periode anfallenden [[Bodenertrag]]s an.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Cantillon, &amp;#039;&amp;#039;Essai sur la nature du commerce en général&amp;#039;&amp;#039;, 1755, S. 157&amp;lt;/ref&amp;gt; Er befasste sich als erster mit der [[Umlaufgeschwindigkeit (Geld)|Umlaufgeschwindigkeit des Geldes]], denn je kürzer die Zeiträume, für welche die [[Landpacht]] gezahlt wird, umso rascher zirkuliert das Geld im Kreislauf. Im selben Jahr 1755 präsentierte [[Johann Heinrich Gottlob von Justi]] sein Modell des Kreislaufs der [[Staatseinnahmen]] und [[Staatsausgaben]] analog zur [[Blutzirkulation]].&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Heinrich Gottlob von Justi, &amp;#039;&amp;#039;Staatswirtschaft oder systematische Abhandlung aller ökonomischen und [[Kameralwissenschaft|Cameralwissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039;, 1755, S. 45 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er begriff die [[Produktion]], [[Geldumlauf|Zirkulation]], [[Einkommensverteilung|Distribution]] und [[Konsum]]tion von Gütern als einen geschlossenen Mechanismus und entwickelte erste Kreislaufmodelle sowie hieraus die Grundzüge des [[Akzelerator]]- und [[Multiplikator (Volkswirtschaft)|Multiplikatorprinzips]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arzt und Ökonom [[François Quesnay]] übertrug 1758 die Vorgänge beim [[Blutkreislauf]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[William Harvey]] beschrieb den Blutkreislauf erstmals 1628&amp;lt;/ref&amp;gt; auf den Wirtschaftskreislauf. Er teilte die Gesellschaft in drei Klassen ein, die [[Landpacht|Pächter]] und [[Landwirt]]e („produktive Klasse“; {{frS|classe productive}}), [[Handwerker]], [[Gewerbe]], [[Adel]] und [[Kirche (Organisation)|Kirche]] („Klasse, die keine Werte schafft“; {{frS|classe stérile}}) und die [[Grundeigentum|Grundeigentümer]] und [[Großgrundbesitzer]] ({{frS|classe propriétaire}}). In seinem erstmals 1758 publizierten [[Tableau économique]] stellte Quesnay den Wirtschaftskreislauf in einem Zick-zack-Schema ({{frS|zigzag}}) dar.&amp;lt;ref&amp;gt;François Quesnay, &amp;#039;&amp;#039;Tableau économique&amp;#039;&amp;#039;, 158, S. 397 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Schema zeigte die Transaktionen zwischen den drei von ihm unterschiedenen Klassen, so dass im Ergebnis ein geschlossener Kreislauf entstand, der sich Jahr für Jahr wiederholt und damit einen stationären Zustand beschrieb. 1766 gestaltete er die Ursprungsfassung mit dem Zick-zack-Schema in eine dem [[Datenflussdiagramm|Flussdiagramm]] nahekommende Darstellung um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl Marx]] befasste sich 1867 mit dem Kreislauf des [[Kapital]]s, um die Frage nach der [[Marxistische Wirtschaftstheorie#Die Reproduktion des Kapitals|Reproduktion des Kapitals]] zu klären. Hierbei verdichtete er den Kapitalkreislauf zu der Formel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=N7aLMVPEMMQC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=karl+marx+Kreislauf&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=karl%20marx%20Kreislauf&amp;amp;f=false Karl Marx, &amp;#039;&amp;#039;Das Kapital: Kritik der politischen Ökonomie&amp;#039;&amp;#039;, 1867, o. S.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;M - X -\mathrm{M^&amp;#039;}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie sagt aus, dass ein Geldvorschuss (Kredit) &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; eine Ware &amp;lt;math&amp;gt;X&amp;lt;/math&amp;gt; durch Handel oder Produktion hervorbringt, woraus ein Geldrückfluss (&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{M^&amp;#039;}&amp;lt;/math&amp;gt;) resultiert und dabei vorausgesetzt wird, dass &amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{M^&amp;#039;} &amp;gt; M&amp;lt;/math&amp;gt; ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[John Rogers Commons]] unterschied 1931 eine physische Tauschebene und eine Transaktionsebene.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.efm.bris.ac.uk/het/commons/institutional.txt |wayback=20150502232448 |text=John R. Commons, &amp;#039;&amp;#039;Institutional Economics&amp;#039;&amp;#039;, in: American Economic Review, vol. 21, 1931, S. 652 |archiv-bot=2024-06-16 10:52:28 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Weiterentwicklung erfuhr die Kreislaufanalyse durch die Arbeiten von [[John Maynard Keynes]]. Den Anstoß für seine Überlegungen bildete die [[Massenarbeitslosigkeit]] während der [[Weltwirtschaftskrise]] ab 1929. Keynes führte neben dem bisherigen Güterkreislauf der Klassiker im Jahre 1932 auch den Geldkreislauf ein,&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;Vom Gelde&amp;#039;&amp;#039;, 1932, S. 105 und S. 401–415&amp;lt;/ref&amp;gt; denn für die Klassiker wie Quesnay spielte Geld keine eigenständige Rolle bei der gesamtwirtschaftlichen [[Produktionswirtschaft]] ([[Geldschleier]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=QLV1DQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA20&amp;amp;dq=wirtschaftskreislauf+keynes&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiY0qf-vp_1AhVTS_EDHROjCisQ6AF6BAgDEAE#v=onepage&amp;amp;q=wirtschaftskreislauf%20keynes&amp;amp;f=false Michael Frenkel/Klaus Dieter John/Ralf Fendel, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung&amp;#039;&amp;#039;, 2016, S. 20]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Grundlage für den Geldkreislauf bildet Keynes zufolge die [[Geldnachfrage]].&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;[[Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes]]&amp;#039;&amp;#039;, 1936, S. 54 ff., 68 ff., 205 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Kreislaufschema geht von der [[Ersparnis]] aus, die den Güterkreislauf durch [[Investitionsausgaben]] und [[Konsumausgaben]] in Gang setzt. [[Zinssatz]] und [[Volkseinkommen]] bilden die [[Schnittstelle]] zum Geldkreislauf, der aus einer [[Spekulation (Wirtschaft)|spekulativen]] und einer [[Transaktion (Wirtschaft)|transaktiven]] Geldnachfrage besteht, die letztlich zum [[Geldangebot]] aggregiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=BhuBDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA63&amp;amp;dq=geldkreislauf+keynes+geldnachfrage,&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwi-2pGYwZ_1AhU5RvEDHSTmBFcQ6AF6BAgCEAE#v=onepage&amp;amp;q=geldkreislauf%20keynes%20geldnachfrage%2C&amp;amp;f=false Guenter Hobbensiefken/Bodo Gebhardt, &amp;#039;&amp;#039;Ökologieorientierte Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 1991, S. 63]&amp;lt;/ref&amp;gt; Veränderungen im Geldkreislauf haben Keynes zufolge Einfluss auf den Güterkreislauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Basis schuf [[Richard Stone (Ökonom)|Richard Stone]] ab 1945 für die [[UN]] und die [[OECD]] die Grundlage der heute international verwendeten Systeme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Unterschieden wird zwischen dem einfachen, erweiterten, vollständigen und dem Wirtschaftskreislauf einer offenen Volkswirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfacher Wirtschaftskreislauf ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Einfacher Wirtschaftskreislauf.png|mini|Der einfache Wirtschaftskreislauf zwischen Haushalt und Unternehmen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Modell beschränkt sich auf die Beziehungen zwischen den Sektoren [[Verbraucher|Konsumenten]] und [[Produktion|Produzenten]]. Der Wirtschaftskreislauf stellt die wesentlichen Geldströme und Güterströme zwischen beiden dar. Einflüsse von [[Staat#Ökonomie|Staat]], [[Kreditinstitut]]en, [[Kapitalsammelstelle]]n sowie des [[Ausland]]s werden dabei nicht betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Geldstrom&amp;#039;&amp;#039; besteht aus dem [[Einkommen]] und [[Konsum]]ausgaben der Haushalte sowie den [[Einnahme]]n und [[Ausgabe (Rechnungswesen)|Ausgaben]] der [[Unternehmer]]. Im &amp;#039;&amp;#039;Güterstrom&amp;#039;&amp;#039; fließen [[Ökonomisches Gut|Wirtschaftsgüter]] (Waren und Dienstleistungen) von den Unternehmen zu den Konsumenten und die [[Produktionsfaktor]]en ([[Arbeit (Volkswirtschaftslehre)|Arbeit]], [[Boden (Produktionsfaktor)|Boden]], [[Kapital]]) von den privaten Haushalten zu den Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Betrachtungsweise stellen die Haushalte den Unternehmen die Produktionsfaktoren, insbesondere den Faktor Arbeit, zur Verfügung und produzieren keine Güter. Dafür erhalten die Haushalte von den Unternehmen Einkommen (Lohn, Zins, Grundrente). Da es sich hierbei um Entgelte für die Produktionsfaktoren (Lohn, Zinsen, Miete, Pacht) handelt, bezeichnet man sie als [[Faktoreinkommen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einkommen fließen für Käufe von Konsumgütern von den Haushalten teilweise an die Unternehmen zurück. Die Unternehmen liefern ihrerseits Konsumgüter an die Haushalte. Zwischen Haushalten und Unternehmen fließen also zwei Güterströme (Produktionsfaktoren, Konsumgüter) und jeweils gegenläufig zwei Geldströme (Einkommen, Ausgaben für Konsumgüter). Somit ist der Kreislauf geschlossen, statisch (nicht wachsend).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erweiterter Wirtschaftskreislauf (einschließlich Kreditvergabe) ===&lt;br /&gt;
Der erweiterte Wirtschaftskreislauf schließt die Möglichkeit ein, dass Haushalte nicht ihr gesamtes Einkommen konsumieren, sondern auch einen Teil davon [[sparen]]. Darunter ist jede Form von [[Arbeitnehmersparzulage|Vermögensbildung]] bzw. [[Vermögensverwaltung]] zu verstehen, z.&amp;amp;nbsp;B. auch [[Rücklage]]n in den Unternehmensbilanzen. Aus der Ersparnis fließen (scheinbar automatisch) ebenfalls Einkommen, nämlich [[Zinsertrag|Zinserträge]]. Zinserträge bedeuten einen Einnahmeüberschuss, der jedoch von einer Komplementärgruppe mittels Ausgabenüberschuss finanziert werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Credit_Mechanics_4_mechanical_interrelationships_governing_the_credit_volume_(Table_1_by_F._Decker_&amp;amp;_C._Goodhart_2021).PNG|mini|Zu Schöpfung, Vernichtung von Giralgeld (sowie zu keiner Veränderung der Giralgeldmenge im Fall von Wirtschaftskrisen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Wilhelm Lautenbach]]: &amp;#039;&amp;#039;Kapitalbildung und Kapitalverwendung&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1932: „[…] dass aber die gewünschte Belebung der Wirtschaft ausgeblieben ist. […] die unerhörten Anstrengungen und Vorkehrungen das Kreditangebot zu verbilligen und zu vermehren, waren ein Schlag ins Wasser, weil der Kreditnehmer ausblieb, auf den man gerechnet hatte. Es wurde nicht neuer, zusätzlicher Produktionskredit in Anspruch genommen, sondern nahezu ausschließlich Kredit zur Umschuldung, namentlich für Farmer, Eisenbahngesellschaften und illiquide Banken.“&amp;lt;br&amp;gt;Vgl. [[Hans Gestrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Neue Kreditpolitik&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart und Berlin 1936, S. 40: „Besteht eine starke eingefrorene Verschuldung der wirtschaftlichen Unternehmungen, so werden die neu entstehenden Girogelder in der ersten Periode einer Kreditausweitung zunächst von den Empfängern zum Abbau ihrer Schulden benutzt.“&amp;lt;br&amp;gt;Vgl. [[Heinrich Rittershausen]]: &amp;#039;&amp;#039;Bankpolitik.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1956. S. 32.&amp;lt;br&amp;gt;Vgl. [[Bilanzrezession]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, allgemein bei Zahlungen von [[Debitor]]en an Debitoren).&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Decker, Charles A.E. Goodhart (2021): &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Lautenbach’s credit mechanics – a precursor to the current money supply debate&amp;#039;&amp;#039;, Taylor &amp;amp; Francis, p. 8, DOI: [https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09672567.2021.1963796?journalCode=rejh20 10.1080/09672567.2021.1963796].&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
In klassischen Lehren (orthodoxe [[Kredittheorie]]) wird häufig dargestellt, dass von Kreditinstituten verwaltete [[Sparguthaben]] an Wirtschaftssubjekte in Form von [[Kredit]]en verliehen würden ([[Crowding-out#Klassischer Kapitalmarkt|Theorie des klassischen Kapitalmarkts]]). Das ist tatsächlich &amp;#039;&amp;#039;so&amp;#039;&amp;#039; aber nicht der Fall.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Gestrich, &amp;#039;&amp;#039;Kredit und Sparen&amp;#039;&amp;#039;, Jena, 1944, (1. Auflage), S. 73.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kreditvergabe]] benötigt in der Bankbilanz zunächst keine Gegenposition in Form von Spareinlagen. [[Buchgeld]] wird per Kreditvergabe geschaffen&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank, 2012:  {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Geld und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Buch_Broschuere_Flyer/geld_und_geldpolitik_schuelerbuch.pdf?__blob=publicationFile |wayback=20130729113015 }} (PDF) S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Giralgeldschöpfung) und per [[Tilgung (Geldverkehr)|Tilgung]] vernichtet (die [[Bilanzverkürzung|Bilanz verkürzt]]) – aus der [[Kredittheorie#Moderne Kredittheorie|Mechanik der Kreditgewährung]] werden dem privaten (wie auch teilweise dem öffentlichen) Sektor &amp;#039;&amp;#039;Kreditgeld&amp;#039;&amp;#039; für Investitionen und/oder Konsumausgaben vorübergehend (gegen Geldverbindlichkeiten) zur Verfügung gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Konsumverzicht (Gesamtwirtschaftliches Sparen).png|mini|hochkant=1.6|„Netto-Geldsparen“ aus Ausgabenverzicht und Finanzierungslücke]]&lt;br /&gt;
In einer Volkswirtschaft muss (nicht nachfragendes) Geldsparen mittels Ausgabeüberschüssen, also mittels gesamtsektoraler [[Nettokreditaufnahme]] kompensiert werden: Werden z.&amp;amp;nbsp;B. nicht ausreichend neue Kredite nachgefragt (oder sogar mehr Kreditvolumen getilgt als neu vergeben), stehen der Konjunktur eben nicht weiter ausreichend Geldmittel (sinkende Nachfrage) zur Verfügung (bei sonst gleichen Bedingungen), da das Geld für Kredittilgung (exkl. Verzinsung) nicht wieder zurück in den Kreislauf fließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Können also geplante [[Investition]]en mangels Bankkrediten nicht finanziert werden, sinkt die Wirtschaftstätigkeit,&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank, 2012:  {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Geld und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Buch_Broschuere_Flyer/geld_und_geldpolitik_schuelerbuch.pdf?__blob=publicationFile |wayback=20130729113015 }} (PDF) S. 101.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Unternehmen reduzieren ihre Ausgaben und verringern damit auch die Höhe der Einnahmen innerhalb der Ökonomie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern keine &amp;#039;&amp;#039;Verringerung der Abweichung&amp;#039;&amp;#039; vom gesamtwirtschaftlichen [[Saldenmechanik#Gleichschritt und Kreditbedarf|Ausgabengleichschritt]] stattfindet (und kumulierte Einnahmeüberschüsse, also Geldsparvermögen innerhalb der jeweiligen Ökonomie auch &amp;#039;&amp;#039;nicht reduziert&amp;#039;&amp;#039; werden),&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach (Hrsg. Wolfgang Stützel): [http://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/Lautenbach%20(1952)%20Zins%20Kredit%20und%20Produktion.pdf &amp;#039;&amp;#039;Zins, Kredit und Produktion&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 1,2 MB), Tübingen 1952, S. 62: „Wenn die ersparten Beträge als Depositen bei den Banken gehalten werden, verschlechtert sich ceteris paribus die Liquidität [des Gesamtbankensystems]. Das Kreditvolumen wächst bei gleicher Kasse, so dass das Verhältnis von Gesamteinlagen zu Kasse sich verschlechtert. Denn hätten die Sparer nicht gespart, sondern ihr Einkommen verausgabt, so wären die Geldbeträge genau so nach Durchfluss durch den Einzelhandel unweigerlich im Kreislauf an die Banken gekommen; der Barmittelbestand der Banken wäre also der gleiche gewesen, das Kreditvolumen aber geringer, weil die zum Konsum verausgabten Beträge von Unternehmern vereinnahmt worden wären mit der Folge, dass ihr Kreditbedarf entsprechend geringer, ihr Umsatz aber höher gewesen wäre. Das ist ein nach jeder Richtung hin paradoxes Ergebnis. Verdienst, Liquidität und infolgedessen Neigung zu investieren, sind größer, wenn Lohn- und Gehaltsempfänger weniger sparen. Das Sparen erzeugt gerade erst Kreditbedarf bei verringertem Umsatz, umgekehrt wird, wenn Sparer frühere Ersparnisse verzehren, die Liquidität sowohl der Banken wie der Unternehmungen, gesteigert und zugleich das Unternehmereinkommen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; ist es notwendig, um den störungsfreien Wachstumsprozess der Volkswirtschaften zu gewährleisten, kreditfinanzierte Investitionen sogar mittels Erweiterung des Zahlungsmittelumlaufs zu forcieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Mahr, &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Abhandlungen zur ökonomischen Theorie&amp;#039;&amp;#039;, Berlin, 1967. ([http://books.google.at/books?id=v7xCfLEV2coC&amp;amp;pg=PA151&amp;amp;dq=%22Es+geh%C3%B6rt+geradezu+zu+den+Voraussetzungen+eines+st%C3%B6rungsfreien+Wachstumsprozesses,+da%C3%9F+die+Investitionen+h%C3%B6her+sind+als+die+Ersparungen,+wobei+das+Mehr+an+Investitionen+durch+Erweiterung+des+Zahlungsmittelumlaufs+finanziert+wird.%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=aqxSUb_fJoX74QTorIDoAw&amp;amp;ved=0CC4Q6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=%22Es%20geh%C3%B6rt%20geradezu%20zu%20den%20Voraussetzungen%20eines%20st%C3%B6rungsfreien%20Wachstumsprozesses%2C%20da%C3%9F%20die%20Investitionen%20h%C3%B6her%20sind%20als%20die%20Ersparungen%2C%20wobei%20das%20Mehr%20an%20Investitionen%20durch%20Erweiterung%20des%20Zahlungsmittelumlaufs%20finanziert%20wird.%22&amp;amp;f=false online]) S. 151:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Es gehört geradezu zu den Voraussetzungen eines störungsfreien Wachstumsprozesses, dass die Investitionen höher sind als die Ersparungen, wobei das Mehr an Investitionen durch Erweiterung des Zahlungsmittelumlaufs finanziert wird.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank, 2012:  {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Geld und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Buch_Broschuere_Flyer/geld_und_geldpolitik_schuelerbuch.pdf?__blob=publicationFile |wayback=20130729113015 }} (PDF) S. 78:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kreditvergabe und die damit verbundene [[Geldschöpfung]] führen deshalb in der Tendenz zu Investitionen und vorgezogenem Konsum – und auf diese Weise zu erhöhter Produktion und volkswirtschaftlicher Wertschöpfung.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden die Geldströme zwischen den privaten Nichtunternehmern und den privaten Unternehmen in einer geschlossenen Volkswirtschaft gesamtwirtschaftlich betrachtet, ist jedenfalls eine Budgetlücke der Unternehmen in der Höhe der Einnahmeüberschüsse der privaten Nichtunternehmer und damit [[Finanzierungsbedarf]] zu erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Stützel, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Saldenmechanik&amp;#039;&amp;#039;, (Nachdruck der 2. Auflage) Tübingen 2011, S. 80:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Unternehmergewinne bleiben stets nur genau um jenen Betrag hinter dem Unternehmeraufwand für Konsum und Investition zurück, um den die Nichtunternehmer Einnahmeüberschüsse bilden.“&amp;lt;/ref&amp;gt; – somit würde (sofern sich die Unternehmen in Höhe der Finanzierungslücke nicht laufend selbst verschulden&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Schneider, &amp;#039;&amp;#039;Geld, Kredit, Volkseinkommen und Beschäftigung&amp;#039;&amp;#039;, Tübingen 1964, 8. Auflage, S. 129:&amp;lt;br /&amp;gt;„Wenn die beabsichtigte Ersparnis aus dem Einkommen &amp;lt;math&amp;gt;Y&amp;lt;/math&amp;gt; die Höhe &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt; hat, so kann dieses Einkommen dann und nur dann bestehen bleiben, wenn die Unternehmer freiwillig Investitionen in einer der beabsichtigten Ersparnis gleichen Höhe durchführen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. durch andere Sektoren nicht kompensiert wird) der Wirtschaftskreislauf unterbrochen ([[ex post]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach, &amp;#039;&amp;#039;Zins, Kredit und Produktion&amp;#039;&amp;#039;, (Hrsg. Wolfgang Stützel), Tübingen 1952. ( {{Webarchiv|text=PDF |url=http://www.arno.daastol.com/books/Lautenbach%20%281952%29%20Zins%20Kredit%20und%20Produktion.pdf |wayback=20131017101302 }}) S. 49:&amp;lt;br&amp;gt;„Der Kreditbedarf der Unternehmer entsteht hier also gerade dadurch, dass Nichtunternehmer sparen, einerlei, ob es Private sind oder ob es die öffentliche Hand ist […].“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Geldstrom (Kreditmechanik).png|mini|Investitionsgüter-/Konsumgüterindustrie]]&lt;br /&gt;
;Investitionen der Unternehmer (Business to Business)&lt;br /&gt;
Jede zusätzliche Investition innerhalb des Unternehmenssektors erhöht das Einkommen eines anderen Unternehmers, womit dieser, der Einnahmen aus der Investition des ersten erhält, wiederum Investitionen tätigen kann und ein weiteres Unternehmen daraus Einkommen generieren kann – insofern, wenn die Gesamtheit der Unternehmer, also diese im &amp;#039;&amp;#039;Ausgabengleichschritt&amp;#039;&amp;#039; Investitionen tätigen, finanzieren sich deren zusätzliche Investitionen sogar selbst und insofern entstehe den Unternehmen (untereinander) daraus kein Kreditbedarf.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Stützel, &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Saldenmechanik. Ein Beitrag zur Geldtheorie&amp;#039;&amp;#039;, Tübingen 2011, (Nachdruck d. 2. Auflage). S. 73.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wilhelm Lautenbach]] formuliert dieses scheinbare Paradoxon auch wie folgt: „Die Nachfrage der Unternehmer ist nicht eine Funktion ihres Einkommens, sondern ihr Einkommen ist eine Funktion ihrer Nachfrage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Lautenbach, &amp;#039;&amp;#039;Zins Kredit und Produktion&amp;#039;&amp;#039;, (Hrsg. Wolfgang Stützel), Tübingen, 1952. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bilden die Unternehmen vermehrt Rücklagen (Sparen an den Ausgaben), wirkt dies auf die [[Konjunktur]] freilich abkühlend und setzt sich weiter fort, wenn weitere [[Privathaushalt]]e verringerte Einnahmen (in Relation zum gewohnten Niveau) erzielen und selbst beginnen (aufgrund des reduzierten Einnahmeniveaus), sich in ihren Ausgaben einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Schneider, &amp;#039;&amp;#039;Geld, Kredit, Volkseinkommen und Beschäftigung&amp;#039;&amp;#039;, Tübingen 1964, (8. Auflage), S. 128:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Ist die beabsichtigte Nettoersparnis aus einem bestimmten Einkommen größer als die beabsichtigte Nettoinvestition, so wird ein das Volkseinkommen beschränkender Prozess ausgelöst.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vollständiger Wirtschaftskreislauf (einschließlich Staat) ===&lt;br /&gt;
Der Staat beeinflusst den Wirtschaftskreislauf in mehrfacher Hinsicht. Einerseits nimmt er [[Steuer]]n und [[Sozialabgaben]] von den Wirtschaftssubjekten ein. Sowohl Haushalte als auch Unternehmen zahlen [[direkte und indirekte Steuer]]n. Andererseits zahlt er [[Einkommen]] (Löhne und [[Transfereinkommen]]) an die Haushalte und tätigt bei den [[Unternehmen]] Käufe ([[Staatskonsum]]). Auch hat er die Möglichkeit, [[Subventionen]] an Unternehmen zu leisten, bei denen  dem Geldstrom keine direkte Gegenleistung in Form eines Güterstroms gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gesamtsektorale Nettokreditaufnahme (Bedarf).png|mini|hochkant=1.6|Mögliche Kompensation der Finanzierungslücke der Unternehmen&amp;lt;ref&amp;gt;Ewald Nowotny: &amp;#039;&amp;#039;Gründe und Grenzen der öffentlichen Verschuldung.&amp;#039;&amp;#039; In: Ökonomie in Theorie und Praxis. Berlin u. Heidelberg 2002. ([http://books.google.at/books?id=kcFP8wJLOdMC&amp;amp;pg=PA261&amp;amp;dq=%22Typischerweise+weisen+dabei+die+privaten+Haushalte+erhebliche+%C3%9Cbersch%C3%BCsse+(Nettoersparnisse)+auf%22+%22Wirtschaftspolitisch+bedeutungsvoll+ist+dabei+die+zwingende+saldenmechanische+Beziehung%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=DPFLUq3KLuS40QX_mIDwBA&amp;amp;ved=0CDMQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=%22Typischerweise%20weisen%20dabei%20die%20privaten%20Haushalte%20erhebliche%20%C3%9Cbersch%C3%BCsse%20(Nettoersparnisse)%20auf%22%20%22Wirtschaftspolitisch%20bedeutungsvoll%20ist%20dabei%20die%20zwingende%20saldenmechanische%20Beziehung%22&amp;amp;f=false online]) S. 261:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Typischerweise weisen dabei die privaten Haushalte erhebliche Überschüsse (Nettoersparnisse) auf. […] Wirtschaftspolitisch bedeutungsvoll ist dabei die zwingende &amp;#039;&amp;#039;saldenmechanische&amp;#039;&amp;#039; Beziehung, …“&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Die Beziehungen des Staates zu den Kreditinstituten verdeutlichen die [[Ambivalenz]] staatlicher Aktivitäten. Weist in einer Volkswirtschaft die [[Neuverschuldung]] durch Private in Bezug zu gewohnten Vorperioden eine sinkende [[Tendenz]] auf und wird der Ausgabenrückgang nicht durch [[Entsparen]] kompensiert,&amp;lt;ref&amp;gt;Leonhard Gleske, &amp;#039;&amp;#039;Die Liquidität in der Kreditwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 1954, S. 64:&amp;lt;br&amp;gt; „Das Ansammeln liquider Mittel, die der Wirtschaft als Erlösüberschüsse zugeflossen und auf Depositenkonten „angelegt“ worden sind sowie die Ersparnisbildung der Produktionsfaktoren, soweit sie sich auf Sparkonten im Kreditsystem vollzieht, bedeuten zunächst die Stilllegung von Geld, das bisher im Geldkreislauf gebunden war. Die Fortsetzung des Produktionsprozesses auf dem bisherigen Niveau ist bei einer solchen Geldstillegung nur durch eine „kompensatorische“ &amp;#039;&amp;#039;Geldschöpfung&amp;#039;&amp;#039; des Banksystems möglich, denn diese ist notwendig, um die „aktive“, der Befriedigung des zirkulatorischen Geldbedarfs dienende Geldmenge auf ihrem alten Stand zu halten.“&amp;lt;/ref&amp;gt; so kann staatliche Schuldenaufnahme (Inland/Ausland) ein Gleichgewicht herstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftskreislauf einer offenen Volkswirtschaft ===&lt;br /&gt;
Bei einer [[Offene Volkswirtschaft|offenen Volkswirtschaft]] wird der Wirtschaftskreislauf um den Sektor [[Ausland]] ergänzt. Das Ausland kann mit alle anderen Sektoren in Beziehung treten. Die Haushalte können beispielsweise ausländische Faktoreinkommen erhalten (z.&amp;amp;nbsp;B. Arbeiter sind im Ausland beschäftigt und wohnen im Inland, ihr Einkommen fließt also vom Ausland zum Sektor der (inländischen) Haushalte) und umgekehrt können inländische Faktoreinkommen von den Unternehmen ins Ausland fließen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Gastarbeiter]] im Inland nehmen ihren Lohn/Gehalt mit ins Ausland). Des Weiteren können Sparleistungen vom Ausland in die inländischen Kapitalsammelstellen fließen (z.&amp;amp;nbsp;B. legt das Ausland Geld im Inland an, um Zinserträge zu bekommen), oder Sparleistungen von den inländischen Haushalten ins Ausland (z.&amp;amp;nbsp;B. versuchen Inländer im Ausland höhere Zinserträge zu erwirtschaften). Der wichtigste Teil in diesem Wirtschaftskreislauf ist der (positive/negative) Außenbeitrag. Dieser ergibt sich aus den beiden Strömen [[Export]] und [[Import]]. Beispiel: Wenn die Exporte die Importe übertreffen, so entsteht im Inland ein positiver [[Außenbeitrag]], d.&amp;amp;nbsp;h., es fließt zusätzlich Geld vom Ausland ins Inland ([[Nettoexport]]). Umgekehrt liegt ein negativer Außenbeitrag vor, wenn die Exporte kleiner als die Importe sind ([[Leistungsbilanz#Leistungsbilanzsaldo|Leistungsbilanzdefizit]]). Die [[Geldmenge]] im Inland sinkt, da Geld ins Ausland fließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftskreislauf als Subsystem der Umgebung ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Ökologische Ökonomie}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Njp506747f1 hr-stock-flow-consistent-ecological-model.jpg|mini|Stock-Flow Consistent Input–Output-Modell]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In jüngeren Ansätzen, etwa dem [[Stock-Flow Consistent Model]], werden vermehrt [[Ressource]]n, [[Abfall]], [[Energie]] und [[Erderwärmung]] in Modelle des Wirtschaftskreislaufs zu integrieren versucht. Beim &amp;#039;&amp;#039;Stock-Flow Consistent Model&amp;#039;&amp;#039; werden sämtliche Finanzströme erfasst, so dass jeder Ausgabe eines Wirtschaftssubjekts gleichzeitig die Einnahme eines anderen sein und jede Änderung einer [[Bestandsgröße]] (etwa [[Kapitalstock]]) gleichzeitig in einer [[Stromgröße]] (zusätzliche [[Investitionsausgaben]]) wiederzufinden sein muss.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=NPSSDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT175&amp;amp;dq=Stock-Flow+Consistent+Model+wirtschaftskreislauf&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjlpMyQ0KT1AhVQ3qQKHUx_B1oQ6AF6BAgJEAE#v=onepage&amp;amp;q=Stock-Flow%20Consistent%20Model%20wirtschaftskreislauf&amp;amp;f=false Mathias Binswanger, &amp;#039;&amp;#039;Der Wachstumzwang&amp;#039;&amp;#039;, 2019, o. S.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Die Kreislaufanalyse bildet die Grundlage der [[Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung|volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung]] und damit auch der [[Makroökonomie]]. Der Wirtschaftskreislauf ist die Folge zunehmender [[Arbeitsteilung]] und in seinem Umfang von deren Entwicklung abhängig.&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Th. Gabler Verlag (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 6, 1984, Sp. 2288 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Wirtschaftskreislauf sind alle Wirtschaftssubjekte (Unternehmen, Privathaushalte und der Staat) beteiligt. Verändert sich die Anzahl der Wirtschaftssubjekte, so wirkt sich dies auf den Umfang des Wirtschaftskreislaufs aus. Wird das Ausland aus dem Wirtschaftskreislauf ausgeklammert, spricht man von einer [[Geschlossene Volkswirtschaft|geschlossenen Volkswirtschaft]], bei dessen Berücksichtigung liegt eine offene Volkswirtschaft vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in einer modernen Volkswirtschaft Güter gegen Geld getauscht werden, gibt es einen &amp;#039;&amp;#039;Güterkreislauf&amp;#039;&amp;#039; und einen ihm entgegen gerichteten &amp;#039;&amp;#039;Geldkreislauf&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Th. Gabler Verlag (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 6, 1984, Sp. 2288 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Güterkreislauf kombinieren Unternehmen Produktionsfaktoren und [[Transformation (Betriebswirtschaft)|transformieren]] diese in [[Endprodukt]]e; sie zahlen an die Privathaushalte für die Überlassung des Faktors Arbeit die [[Arbeitskosten]] (Lohn, Gehalt), die wiederum durch die [[Güternachfrage]] von den Haushalten teilweise an die Unternehmen zurückfließen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=9CokBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA431&amp;amp;dq=G%C3%BCterkreislauf+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiI272-9qH1AhXQjKQKHaoUDisQ6AF6BAgGEAE#v=onepage&amp;amp;q=G%C3%BCterkreislauf%20lexikon&amp;amp;f=false Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Kompakt-Lexikon Wirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 431]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geldkreislauf ist dem Güterkreislauf entgegengesetzt, weil die Güter auf dem [[Gütermarkt]] gegen Geld zum [[Marktpreis]] getauscht werden. Deshalb steht jedem [[Güterstrom]] in entgegengesetzter Richtung ein [[Geldstrom]] gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=INFPFmbOdpYC&amp;amp;pg=PA209&amp;amp;dq=G%C3%BCterkreislauf&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiwrKOC_KH1AhWI6qQKHTKYCtQQ6AF6BAgEEAE#v=onepage&amp;amp;q=G%C3%BCterkreislauf&amp;amp;f=false Horst Siebert/Oliver Lorz, &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 209]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im geschlossenen Wirtschaftskreislauf entspricht daher die Summe der Güterabflüsse der Summe der Geldzuflüsse (&amp;#039;&amp;#039;Kreislaufaxiom&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=vnxLGdmmLF4C&amp;amp;pg=PA217&amp;amp;dq=kreislaufaxiom&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjSo8j6_KH1AhUPsaQKHfgdBFUQ6AF6BAgCEAE#v=onepage&amp;amp;q=kreislaufaxiom&amp;amp;f=false Gerhard Gehrig, &amp;#039;&amp;#039;Input-Output-Analyse&amp;#039;&amp;#039;, in: Willi Albers (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, Band IV, 1978, S. 217]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Krelle]], &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung&amp;#039;&amp;#039;, 1959, S. 17&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des Wirtschaftskreislaufs darf nicht mit der [[Kreislaufwirtschaft]] verwechselt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kredittheorie]]&lt;br /&gt;
* [[Kreditklemme]]&lt;br /&gt;
* [[Konjunkturtheorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Carl Föhl: &amp;#039;&amp;#039;Geldschöpfung und Wirtschaftskreislauf.&amp;#039;&amp;#039; (1. Auflage 1937) Berlin 1997.&lt;br /&gt;
* Emery K. Hunt, Howard J. Sherman: &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre. Band 2. Makroökonomie.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1993. Insbesondere S. 47 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4066463-6}}&lt;br /&gt;
* Ralf Wagner: [http://www.wagner-berlin.de/am9.htm Leitfaden Volkswirtschaftslehre: Wirtschaftskreislauf]&lt;br /&gt;
* G.J. Krol: {{Webarchiv|url=http://www.wiwi.uni-muenster.de/ioeb/Downloads/Studieren/Veranstaltungen/SS04/041504/Praesentation_Wirtschaftskreislaeufe.pdf|wayback=20140517115556|text=(Präsentation)}} (PDF; 31&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* Rolf Hüpen: [http://www.ruhr-uni-bochum.de/wista/download/Beilagen/VGR_Aufl4_2005.pdf Wirtschaftskreislauf und Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen] (PDF; 214&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4066463-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mikroökonomie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Makroökonomie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftswissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mathze</name></author>
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