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	<title>Wir Flüchtlinge - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T09:00:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wir_Fl%C3%BCchtlinge&amp;diff=609211&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert</title>
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		<updated>2025-10-16T21:44:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wir Flüchtlinge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (deutschsprachige Fassung erstmals 1986), im englischen Original &amp;#039;&amp;#039;We Refugees,&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Paradigma|paradigmatischer]] [[Essay]] von [[Hannah Arendt]] über das politische Selbstverständnis von Flüchtlingen, das sie [[1943]] in der [[Judentum|jüdischen]] Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Menorah Journal&amp;#039;&amp;#039; publizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Arendt zeichnet die Lebensgeschichte eines „Herrn Cohn“ nach, der als jüdischer Flüchtling sich intensiv – „150-prozentig“ – bemüht, sich in dem jeweiligen Nationalstaat zu [[Assimilation (Soziologie)|assimilieren]]. Doch für einen [[Flüchtling]] bleiben alle Anstrengungen, ein [[Deutsche]]r, ein [[Wien]]er oder ein [[Franzosen|Franzose]] und somit ein politisches Mitglied der Gesellschaft zu sein, erfolglos. Als [[Staatenloser]] bleibt er rechtlos und „[[Vogelfreiheit|vogelfrei]]“. Herr Cohn stellt am Ende für sich mit Balzac fest: &amp;#039;&amp;#039;on ne parvient pas deux fois&amp;#039;&amp;#039; (sein Glück kann man nicht zwei Mal finden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Text plädiert Arendt gegen die Anstrengung der [[Assimilation (Soziologie)|Assimilation]] und für ein neues Selbstbewusstsein der Flüchtlinge, für ihre Sache politisch zu werden:&lt;br /&gt;
: „Die [[Geschichte]] ist für sie [die jüdischen Flüchtlinge] kein Buch mit sieben Siegeln und Politik kein Privileg der [[Goi (Nichtjude)|Nichtjuden]] mehr. Sie wissen, dass unmittelbar nach der Ächtung des [[Judentum|jüdischen Volkes]] die meisten europäischen [[Nation]]en für vogelfrei erklärt wurden. Die von einem Land ins andere vertriebenen Flüchtlinge repräsentieren die [[Avantgarde]] ihrer Völker.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Analyse, dass der [[Imperialismus]] die [[Nationalstaat]]en zersetzt und Menschen mit Nationalitäten ohne territoriale Bindungen für vogelfrei erklärt habe, vertiefte Hannah Arendt in ihrem Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;[[Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft]]&amp;#039;&amp;#039; (dt. 1955). Sie konstatierte das „Recht, Rechte zu haben“ und führte aus, dass das Konzept der aus der Natur des Menschen oder göttlicher Gebote begründeten [[Menschenrechte]] die Millionen Heimat- und [[Staatenloser|Staatenlosen]] des 20. Jahrhunderts nicht beträfe. Rechte könne es nur innerhalb eines politischen Gemeinwesens geben, dessen Mitglieder sich diese gegenseitig versichern.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München / Zürich 1986 (TB). (12. Auflage. 2008, ISBN 978-3-492-21032-4), S. 560ff, 614ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Entmündigung“ der Flüchtlinge durch eine „Fabrikation von Leichen“ war für Arendt ein deutliches Zeichen für Fehler in den bisherigen [[Politische Theorie|politischen Theorien]], die diese Tatbestände nicht erfassten. Eine Theorie des politischen Handelns müsse auf der Grundlage einer Analyse der rechtlichen Situation der Flüchtlinge entwickelt werden. Sie forderte im &amp;#039;&amp;#039;[[Aufbau (jüdische Zeitung)|Aufbau]]&amp;#039;&amp;#039; – schon vor dem Erscheinen des Essays – eine jüdische Armee innerhalb der alliierten Truppen. Eine solche Armee sei die einzige wirkungsvolle Antwort der Juden auf die Lügen, dass die Gegner der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] mehr oder weniger bewusst für das „internationale Judentum“ kämpften. Nur so werde verstanden, „daß &amp;#039;&amp;#039;nur&amp;#039;&amp;#039; wenn die Juden als Juden &amp;#039;&amp;#039;mit&amp;#039;&amp;#039;kämpfen, das &amp;#039;&amp;#039;Gerede&amp;#039;&amp;#039;, daß andere für sie kämpfen, verschwinden wird“.&amp;lt;ref&amp;gt;Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;Mit dem Rücken zur Wand.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Aufbau.&amp;#039;&amp;#039; 3. Juli 1942, S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem seien die Nationalsozialisten dadurch zu bewegen, die Juden als feindliche [[Nation]] im Sinne des [[Kriegsvölkerrecht|Kriegsrechts]] anzuerkennen. Auch das Recht, bei internationalen Konferenzen – wie einer Friedenskonferenz – anwesend zu sein, sah sie von dem Status als Nation abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Obwohl sie diese Thesen ausführlich in ihrem als Standardwerk der [[Politikwissenschaft]] anerkannten Werk &amp;#039;&amp;#039;Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft&amp;#039;&amp;#039; vertreten hat, werden sie in Deutschland erst seit wenigen Jahren breiter diskutiert. &amp;#039;&amp;#039;We Refugees&amp;#039;&amp;#039; wurde erst 1986 ins Deutsche übersetzt und publiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Thomas Meyer ist die Formel Arendts, ein »Recht, Rechte zu haben« „nicht weniger als Arendts auf eine knappe Formel gebrachte Revolution des Menschenrechtsdiskurses.“ Er behaupte weiter, dass &amp;#039;&amp;#039;Wir Flüchtlinge&amp;#039;&amp;#039; „eines der wenigen politischen Programme einer Philosophin [ist], das im täglichen Kampf um Menschenrechte tatsächlich wirksam geworden ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Von »Wir Flüchtlinge« zu »Es gibt nur ein einziges Menschenrecht«&amp;#039;&amp;#039;, S. 47f, in: Monika Boll, Dorlis Blume, Raphael Gross (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;We Refugees&amp;#039;&amp;#039;. Menorah Journal, 1943.&lt;br /&gt;
* Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;Wir Flüchtlinge.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zur Zeit. Politische Essays.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Amerikanischen von [[Eike Geisel]]. Hrsg. von [[Marie Luise Knott]]. Rotbuch, Berlin 1986, ISBN 3-88022-715-2, S.&amp;amp;nbsp;7–21 (dtv-Taschenbuch München 1989 ISBN 3-423-11152-6).&lt;br /&gt;
* Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;We Refugees&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;South As A State Of Mind&amp;#039;&amp;#039;, Heft 6, 2015.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.documenta14.de/de/south/35_we_refugees &amp;#039;&amp;#039;We Refugees&amp;#039;&amp;#039; (englischer Text)], www.documenta14.de, abgerufen am 8. Februar 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;Wir Flüchtlinge&amp;#039;&amp;#039;. Philipp Reclam jun. Verlag GmbH (Stuttgart) 2016. 64 Seiten. ISBN 978-3-15-019398-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Giorgio Agamben]]: &amp;#039;&amp;#039;Au-delà des droits de l’homme.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Libération..&amp;#039;&amp;#039; v. 9./10. Juni 1993.&lt;br /&gt;
* Giorgio Agamben: &amp;#039;&amp;#039;Au-delà des droits de l’homme – exil et citoyenneté européenne.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Figures de l’Étranger. Immigrés, nomades, exilés.&amp;#039;&amp;#039; Numéro 5, novembre 1994.&lt;br /&gt;
* Giorgio Agamben: &amp;#039;&amp;#039;Jenseits der Menschenrechte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Subtropen.&amp;#039;&amp;#039; Beilage zur &amp;#039;&amp;#039;[[Jungle World]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 28/01, 21. Juni 2002.&lt;br /&gt;
* Giorgio Agamben: &amp;#039;&amp;#039;We Refugees&amp;#039;&amp;#039;, Symposium, 49:2 (1995:Summer) p. 114&lt;br /&gt;
* Thomas Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Von »Wir Flüchtlinge« zu »Es gibt nur ein einziges Menschenrecht«&amp;#039;&amp;#039;, S. 39 bis 48, in: Monika Boll, Dorlis Blume, Raphael Gross (Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 2020, ISBN 978-349207035-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Volker Breidecker: &amp;#039;&amp;#039;Wir Flüchtlinge. Ein Essay Hannah Arendts aus dem Jahr 1943.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Süddeutsche Zeitung]], Nr. 28, 4. Februar 2016, S. 12; [https://www.sueddeutsche.de/kultur/ein-aufsatz-wir-fluechtlinge-1.2847330 Aufsatz von Hannah Arendt. Wir Flüchtlinge]. Online, 3. Februar 2016&lt;br /&gt;
* Thomas Meyer: [https://www.deutschlandfunk.de/hannah-arendt-ueber-fluechtlinge-es-bedeutet-den.1184.de.html?dram:article_id=337310 Hannah Arendt über Flüchtlinge &amp;quot;Es bedeutet den Zusammenbruch unserer privaten Welt&amp;quot;], [[Deutschlandfunk]], 20. Dezember 2015&lt;br /&gt;
* [[Daniel Loick]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.academia.edu/19867577/We_Refugees_Wir_Fl%C3%BCchtlinge_ENG_GER_ We refugees]&amp;#039;&amp;#039;, 30. September 2015&lt;br /&gt;
* Giorgio Agamben: &amp;#039;&amp;#039;Jenseits der Menschenrechte. Einschluss und Ausschluss im Nationalstaat.&amp;#039;&amp;#039; ({{Webarchiv | url=http://jungle-world.com/artikel/2001/27/25547.html | wayback=20160915185922 | text=Archiv-URL}}) Übers. von Thomas Atzert. In: &amp;#039;&amp;#039;Jungle World.&amp;#039;&amp;#039; Nº&amp;amp;nbsp;28, 4.&amp;amp;nbsp;Juli 2001 (Volltext)&lt;br /&gt;
* [[Byung-Chul Han]]: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/optimismus-der-fremden-wer-ist-fluechtling-14718649.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 Wer ist Flüchtling?], in: [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], 24. Januar 2017&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachliteratur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Flüchtlingsthematik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk von Hannah Arendt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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