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	<title>Winkeladvokat - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Winkeladvokat&amp;diff=208028&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-09-05T17:18:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Winkeladvokat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Winkelschreiber&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet ursprünglich eine [[Person]], die sich, ohne [[Rechtsanwalt]] (früher [[Advokat]] genannt) zu sein, berufsmäßig damit befasst, gegen Entgelt die Rechtsangelegenheiten anderer zu erledigen. Heute ist der Ausdruck eine abwertende Bezeichnung für einen Rechtsanwalt, dem es an [[Rechtswissenschaft|juristischen]] Kenntnissen mangelt und/oder der auf unlautere bzw. illegale Methoden zurückgreift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsherkunft ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Winkeladvokat&amp;#039;&amp;#039; entstand wohl im Laufe des 19. Jahrhunderts und bezieht sich nach allgemein verbreiteter Meinung auf einen Advokaten, der unbefugt und heimlich &amp;#039;&amp;#039;im Winkel&amp;#039;&amp;#039;, also versteckt, arbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ernst Kretschmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt der Galgenlieder Christian Morgensterns und der viktorianischer Nonsense&amp;#039;&amp;#039;. Berlin/New York 1983, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einer [[Volksetymologie|volksetymologischen]] These ungeklärter Herkunft zufolge könnte der Ausdruck auch von dem [[Lateinische Sprache|lateinischen]] Wort &amp;#039;&amp;#039;vinculum&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Band&amp;#039;&amp;#039;) abgeleitet sein, das im übertragenen Sinn auch so viel wie &amp;#039;&amp;#039;Fessel&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Haft&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;[[Gefängnis]]&amp;#039;&amp;#039; bedeuten kann. Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Winkeladvokat&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet aber nicht den Rechtsanwalt, der hauptsächlich [[Straftäter]], etwa bereits einsitzende Kleinkriminelle und ähnliche Mandanten, vertritt. Vielmehr ist der &amp;#039;&amp;#039;advocatus vinculi&amp;#039;&amp;#039; ein [[Anwaltschaft in der Schweiz|Fürsprecher]] in Sachen ehelicher oder kirchlicher Bande (siehe [[Bandverteidiger]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kai von Lewinski]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundriss des Anwaltlichen Berufsrechts&amp;#039;&amp;#039;, 3. Aufl., Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-8329-7833-4, S. 42 Fn. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andererseits könnte der Begriff auch vom niederländischen Wort &amp;#039;&amp;#039;winkel&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://nl.wiktionary.org/wiki/winkel Wiktionary: winkel]&amp;lt;/ref&amp;gt; für (&amp;#039;&amp;#039;Laden, Geschäft&amp;#039;&amp;#039;) herrühren, was die Gewerbsmäßigkeit der unlauteren Rechtsberatung hervorhebt. Seit dem späten 19. Jahrhundert hat der Begriff seine deutlich negative [[Konnotation]].&amp;lt;ref&amp;gt;Simone Rücker: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsberatung: Das Rechtsberatungswesen von 1919–1945 und die Entstehung des Rechtsberatungsmissbrauchsgesetzes von 1935&amp;#039;&amp;#039;, Mohr Siebeck, 2006, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtlicher Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Die sogenannte Winkelschreiberei, also die Arbeit als [[Rechtsbeistand]] ohne entsprechende Qualifikation, war in [[Deutschland]] seit 1935 nach dem [[Rechtsberatungsgesetz]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsberatungsgesetz in der im [[Bundesgesetzblatt (Deutschland)|BGBl.]] III, Gliederungsnummer 303-12, veröffentlichten bereinigten Fassung, zuletzt geändert durch Art. 21a des Gesetzes vom 21. Juni 2002 ({{BGBl|2002n I S. 2072}})&amp;#039;&amp;#039;, Art. 1 Abs. 1&amp;lt;/ref&amp;gt; verboten, seit Mitte 2008 ist die Rechtslage für unentgeltlichen Rechtsrat, sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Annexberatung&amp;#039;&amp;#039; und für nicht-anwaltliche [[Befähigung zum Richteramt|Volljuristen]] durch das [[Rechtsdienstleistungsgesetz]] liberalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] ist die Winkelschreiberei, soweit sie gewerbsmäßig erfolgt, unter anderem als Verwaltungsstraftatbestand gemäß § 57 Abs. 2 der RAO zu verfolgen – ebenso das bloße Anbieten. Art.&amp;amp;nbsp;III Abs.&amp;amp;nbsp;1 Ziffer 1 des EGVG geht noch weiter, indem er unter anderem das Verfassen schriftlicher Anbringen oder sonstiger Urkunden verbietet, sofern dies für den Gebrauch vor inländischen oder ausländischen Verwaltungsbehörden erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundeskanzleramt Rechtsinformationssystem.at: [http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=20005871 &amp;#039;&amp;#039;Einführungsgesetz zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen 2008&amp;#039;&amp;#039;], BGBl. Nr. 87/12008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsprechung zur Verwendung ==&lt;br /&gt;
In Deutschland galt der Ausdruck nach einer 2011 getroffenen Entscheidung des [[Landgericht Köln|Landgerichts Köln]]&amp;lt;ref&amp;gt;LG Köln, Urteil vom 25. November 2011, Az. 5 O 344/10, [https://openjur.de/u/266148.html Volltext].&amp;lt;/ref&amp;gt; als [[Beleidigung (Deutschland)|Beleidigung]]. Obwohl dem Wort kein eindeutiger Bedeutungsinhalt zukomme, sei es negativ besetzt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass man darunter eine Person verstehe, die entweder intellektuell nicht in der Lage sei, den anwaltlichen Beruf standesgemäß auszuüben, oder sich dazu Methoden befleißige, die mit [[Moral]] und [[Gesetz]] in Konflikt stehen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.n-tv.de/ratgeber/Winkeladvokat-ist-Beleidigung-article5211701.html &amp;#039;&amp;#039;„Winkeladvokat“ ist Beleidigung&amp;#039;&amp;#039;], n-tv vom 14. Januar 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Bundesverfassungsgericht]] hat die Entscheidung aufgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;BVerfG, Beschluss vom 2. Juli 2013, Az. 1 BvR 1751/12, [https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20130702_1bvr175112.html Volltext].&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Rechtsstreit ging es allerdings um den Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Winkeladvokatur&amp;#039;&amp;#039;, im speziellen Fall wurde keine Person, sondern eine Anwaltskanzlei diffamiert. „Die Bezeichnung einer Rechtsanwaltskanzlei kann von der Meinungsfreiheit gedeckt sein“, heißt es in den Gründen. Grund für die Aufhebung: Die Äußerung &amp;#039;&amp;#039;Winkeladvokatur&amp;#039;&amp;#039; tangiere nur die berufliche Ehre&amp;amp;nbsp;– und somit lediglich die Sozialsphäre&amp;amp;nbsp;– des Betroffenen, weise sachlichen Bezug auf und sei zunächst nur gegenüber der [[Rechtsanwaltskammer]] und im Rahmen eines Zivilprozesses geäußert worden. Die Bezeichnung eines Anwaltskollegen als &amp;#039;&amp;#039;Winkeladvokat&amp;#039;&amp;#039;, beziehungsweise die Bezeichnung seiner Kanzlei als &amp;#039;&amp;#039;Winkeladvokatur&amp;#039;&amp;#039;, stellt zwar grundsätzlich einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen dar. Nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts handelt es sich jedoch nur dann um eine nicht hinzunehmende [[Schmähkritik]], wenn es dem Äußernden gerade um die Diffamierung der Person gehe. Hat die Äußerung dagegen einen Sachbezug, so kann sie von der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit gedeckt sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite news|title=BVerfG zur Meinungsfreiheit: &amp;quot;Winkeladvokat&amp;quot; nicht unbedingt beleidigend|url=https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bverfg-beschluss-1bvr175112-winkeladvokat-beleidigung-meinungsfreiheit/|accessdate=2013-08-12|newspaper=Legal Online Tribune|date=2013-08-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite news|last=Frank|first=Hans Georg|title=Bundesverfassungsgericht Karlsruhe: &amp;quot;Winkeladvokat&amp;quot; ist straffrei|url=http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/politik_artikel,-Winkeladvokat-ist-straffrei-_arid,224942.html|accessdate=2013-08-12|newspaper=Schwäbisches Tageblatt|date=2013-08-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite news|title=„Winkeladvokat“ muss keine Schmähung sein|url=http://www.sz-online.de/nachrichten/-winkeladvokat-muss-keine-schmaehung-sein--2636556.html|accessdate=2013-08-12|newspaper=Sächsische Zeitung|date=2013-08-09|archiveurl=https://web.archive.org/web/20130914132907/http://www.sz-online.de/nachrichten/-winkeladvokat-muss-keine-schmaehung-sein--2636556.html|archivedate=2013-09-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite news|last=Leffers|first=Jochen|title=Streit unter Rechtsanwälten: &amp;quot;Winkeladvokat&amp;quot; fällt unter Meinungsfreiheit|url=http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/bundesverfassungsgericht-winkeladvokat-faellt-unter-meinungsfreiheit-a-915761.html|accessdate=2013-08-12|newspaper=Spiegel Online|date=2013-08-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung im Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
Von [[Antisemit]]en wurde der Begriff nicht für Anwälte mit unter anderem mangelnder juristischer Bildung verwendet, sondern das Negativbild des Winkeladvokaten speziell auf [[Juden|jüdische]] Anwälte projiziert (Klassifikation nach &amp;#039;&amp;#039;[[Rassentheorie|Rasse]]&amp;#039;&amp;#039;, nicht nach Qualifikation).&amp;lt;ref&amp;gt;Simone Rücker: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsberatung: Das Rechtsberatungswesen von 1919–1945 und die Entstehung des Rechtsberatungsmissbrauchsgesetzes von 1935&amp;#039;&amp;#039;, Mohr Siebeck, 2006, S. 162.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beschränkungen für jüdische Anwälte wurden in Deutschland im April 1933 im Rahmen des [[Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft|Gesetzes über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft]] erlassen. Das 1935 erlassene Rechtsberatungsgesetz hatte auch die Aufgabe, [[Deutsche Juden|Juden]] von der Ausübung juristischer Berufe auszuschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rechtsberatungsgesetz.info:  {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Zur Entstehungsgeschichte des Gesetzes zur Verhütung von Missbräuchen auf dem Gebiete der Rechtsberatung vom 13. Dezember 1935&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.rechtsberatungsgesetz.info/entstehung.html |wayback=20100113103953 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund des [[Frontkämpferprivileg]]s konnte dennoch eine hohe Anzahl von jüdischen Rechtsanwälten ihren Beruf bis 1938 ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Winkelschreibereiverordnung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anwaltschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schimpfwort (Person)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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