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	<title>Wilzen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Kultureule: Änderung 263529344 von Kultureule rückgängig gemacht;</title>
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		<updated>2026-01-22T10:45:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/263529344&quot; title=&quot;Spezial:Diff/263529344&quot;&gt;263529344&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Kultureule&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Kultureule&quot;&gt;Kultureule&lt;/a&gt; rückgängig gemacht;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilzen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Wilsen, Wilciken, Welataben&amp;#039;&amp;#039;) waren ein [[Westslawen|westslawischer]] [[Stammesverband]], der im 8. und 9. Jahrhundert im östlichen [[Mecklenburg]], [[Vorpommern]] und im Norden [[Brandenburg]]s siedelte. Der Stammesverband setzte sich aus namentlich unbekannten Stämmen zusammen, an dessen Spitze ein Samtherrscher oder Großfürst stand. Bis Mitte des 10. Jahrhunderts zerfiel der Stammesverband und es bildete sich eine Reihe von neuen Stämmen, die Ende des 10. Jahrhunderts in den sächsischen Quellen unter der Bezeichnung [[Lutizen]] zusammengefasst wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Der Name des Stammesverbandes erschien erstmals im Jahr 789 als &amp;#039;&amp;#039;Wilze&amp;#039;&amp;#039; in den zeitgenössischen&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hartmut Hoffmann (Historiker)|Hartmut Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur karolingischen Annalistik&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bonner historische Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 10, {{ZDB|500545-0}}). Röhrscheid, Bonn 1958, S. 138 ff.: &amp;#039;&amp;#039;Aufzeichnungen ab den neunziger Jahren des 8. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Reichsannalen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 789: &amp;#039;&amp;#039;Inde iter permotum partibus Sclavaniae, quorum vocabulum est Wilze, Domino adiuvante&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist slawischer Herkunft und könnte sinngemäß mit &amp;#039;&amp;#039;Die Riesen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Die Großen&amp;#039;&amp;#039; übersetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Wigger (Archivar)|Friedrich Wigger]]: &amp;#039;&amp;#039;Mecklenburgische Annalen bis zum Jahre 1066. Eine chronologisch geordnete Quellensammlung mit Anmerkungen und Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; Hildebrand, Schwerin 1860, S. 114.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Einhard]] behauptete in seiner [[Vita Karoli Magni]], die Wilzen hätten sich selbst als &amp;#039;&amp;#039;Welataben&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Natio quaedam Sclavenorum est in Germania, sedens super litus oceani, quae propria lingua Welatabi, francica autem Wiltzi vocatur.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn [[Helmold von Bosau]] den Namen in Anlehnung an [[Adam von Bremen]] noch im 12. Jahrhundert zur Beschreibung der Lage der Insel [[Rügen]] verwendet,&amp;lt;ref&amp;gt;Helmold I, 2: &amp;#039;&amp;#039;alterae insulae, longe maior, est contra Wilzos posta&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; so ist damit der Stamm der Wilzen gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;Fred Ruchhöft: &amp;#039;&amp;#039;Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archäologie und Geschichte im Ostseeraum.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 4). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008, ISBN 978-3-89646-464-4, S. 112&amp;lt;/ref&amp;gt; Demgegenüber soll die Erwähnung der Wilzen in der Aufzählung der von [[Heinrich I. (Ostfrankenreich)|Heinrich I.]] 928/929 besiegten slawischen Stämme bei [[Widukind von Corvey]]&amp;lt;ref&amp;gt;Widukind I, 36: &amp;#039;&amp;#039;Cumque vicinae gentes a rege Heinrico factae essent tributariae, Apodriti, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilti, Hevelli&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Dalamanci, Boemi, Redarii, et pax esset, Redarii defecerunt a fide.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; lediglich einer Verherrlichung Heinrichs I. und seiner Taten dienen, indem er mit dem Wilzenbezwinger [[Karl der Große|Karl dem Großen]] auf eine Stufe gestellt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S. 192 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Feldzug gegen die Wilzen hat Heinrich I. nie geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsgebiet ==&lt;br /&gt;
Das Siedlungsgebiet der Wilzen erstreckte sich Mitte des 9. Jahrhunderts im Norden von [[Demmin]] in [[Vorpommern]] entlang der [[Ostsee]] bis zur [[Persante]] bei [[Kołobrzeg|Kolberg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Fred Ruchhöft: &amp;#039;&amp;#039;Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039;  (= &amp;#039;&amp;#039;Archäologie und Geschichte im Ostseeraum.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 4). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008, ISBN 978-3-89646-464-4, S. 99.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Westen gehörten Teile des [[Müritz]]gebietes dazu, im Osten die [[Uckermark]]. Im Süden grenzte das wilzische Territorium im heutigen [[Brandenburg]] an [[Havel]] und [[Spree]]. Da der [[Bayerischer Geograph|Bayerische Geograph]] die Wilzen von den [[Heveller]]n unterscheidet, ist eine weitere Ausdehnung nach Süden unwahrscheinlich. Zwar setzt die in der angelsächsischen [[Orosius]]bearbeitung enthaltene Völkertafel aus der Zeit [[Alfred der Große|Alfreds des Großen]] die Heveller mit den Wilzen gleich, [[Widukind von Corvey]] vermag jedoch im Jahr 929 noch zwischen Wilzen und Hevellern zu unterscheiden.&amp;lt;ref&amp;gt;Widukind I, 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darüber hinaus bestehen Anhaltspunkte für die Annahme, dass zwischen Wilzen und Hevellern ursprünglich die Grenze zwischen der polabischen und der sorbischen Sprache verlief.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Hermann Fritze: &amp;#039;&amp;#039;Beobachtungen zu Entstehung und Wesen des Lutizenbundes.&amp;#039;&amp;#039; in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands Band 7 (1958), S. 1–38, hier S. 24 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse [[Archäologie|archäologischer]] Untersuchungen haben für das von der [[Geschichtswissenschaft]] erschlossene Siedlungsgebiet Schwerpunkte im Peenegebiet, auf [[Usedom]], südöstlich von [[Malchin]], bei [[Altentreptow]], am [[Tollensesee]] und am [[Kummerower See]] sowie in der [[Uckermark]] ergeben. Die Mehrzahl der Fundplätze mit [[Feldberger Keramik]] liegt im Gebiet der Wilzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ewald Schuldt]] |Titel=Die slawische Keramik in Mecklenburg |Hrsg=Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin |Verlag=Akademie-Verlag |Ort=Berlin |Datum=1956 |Reihe=Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte |BandReihe=5 |Seiten=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Das Wissen über die Wilzen beruht im Wesentlichen auf den Aufzeichnungen der fränkischen Annalisten und Historiographen. Deren Interesse galt naturgemäß den Taten der karolingischen Herrscher, so dass Nachrichten über die Wilzen nur im Zusammenhang mit Grenzhandlungen oder Formen der karolingischen Herrschaftsausübung überliefert sind. Dementsprechend überschaubar sind die Informationen zur Geschichte der Wilzen, berührte doch deren Siedlungsgebiet nicht den Herrschaftsbereich der Franken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfassung ===&lt;br /&gt;
Der wilzische Stammesverband setzte sich Ende des 8. Jahrhunderts aus einer Mehrzahl namentlich unbekannter Kleinstämme zusammen, denen jeweils ein als Kleinfürst oder [[Kleinkönig]] (&amp;#039;&amp;#039;regulus&amp;#039;&amp;#039;) zu bezeichnendes Oberhaupt vorstand. Untereinander verband die Kleinstämme eine gemeinsame Zugehörigkeit zum Stammesverband. Außerdem waren die Kleinstämme vergleichbar den Verfassungsstrukturen bei den [[Abodriten]] der Oberhoheit eines Samtherrschers oder Großfürsten (&amp;#039;&amp;#039;rex&amp;#039;&amp;#039;) unterstellt. Anders als für die Abodriten lassen sich den fränkischen Quellen nur wenige Anhaltspunkte für die verfassungsmäßige Legitimation des wilzischen Samtherrschers entnehmen, so dass offenbleiben muss, ob dieser von Wilzen oder Franken eingesetzt wurde, kraft Erbrechtes in die Stellung einrückte oder die Bestellung auf der Grundlage einer Kombination dieser Möglichkeiten erfolgte.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S. 61, der eine Kombination zumindest ab 789 für am wahrscheinlichsten hält.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwar berichten die Reichsannalen zum Jahr 823, der &amp;#039;&amp;#039;populus Wilzorum&amp;#039;&amp;#039; habe den Sohn des Liub, [[Milegast]], als Samtherrscher ein- und wieder abgesetzt und anschließend dessen Bruder [[Cealadragus]] zum Samtherrscher bestimmt, doch bleibt in diesem Zusammenhang unklar, wer sich hinter dem Verfassungsorgan des &amp;#039;&amp;#039;populus Wilzorum&amp;#039;&amp;#039; verbirgt und welches Maß an Verbindlichkeit seiner Entscheidung zukam, reisten doch die um die Herrschaft streitenden Brüder zum fränkischen Kaiser und baten [[Ludwig der Fromme|Ludwig den Frommen]] um eine Entscheidung, der dann allem Anschein nach erst Verbindlichkeit zukam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Namen der einzelnen wilzischen Kleinstämme bleiben im Dunkeln. Die fränkischen Quellen nennen sie nicht. Die Gleichsetzung der vier &amp;#039;&amp;#039;regiones&amp;#039;&amp;#039; des Bayerischen Geographen aus dem 9. Jahrhundert mit den bei Adam von Bremen im 11. Jahrhundert genannten [[Kessiner]]n, [[Redarier]]n, [[Tollensanen]] und [[Zirzipanen]] hat sich schon aufgrund des zeitlichen Abstandes nicht durchsetzen können, zumal die Kessiner jedenfalls,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerard Labuda]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Gliederung der slawischen Stämme in der Mark Brandenburg (10.-12. Jahrhundert).&amp;#039;&amp;#039; In: Otto Büsch, [[Klaus Zernack]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands]].&amp;#039;&amp;#039; Band 42, Saur, München 1994, {{ISSN|0075-2614}}, S. 103–139, hier S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wahrscheinlich auch die Zirzipanen, bis ins 10. Jahrhundert politisch dem Stammesverband der Abodriten angehörten und inzwischen von einer Neubildung der Redarier und der Tollensanen erst nach Zerfall des Stammesverbandes der Wilzen ausgegangen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;So bereits Wolfgang Hermann Fritze: &amp;#039;&amp;#039;Beobachtungen zu Entstehung und Wesen des Lutizenbundes.&amp;#039;&amp;#039; in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands Band 7 (1958), S. 1–38, hier S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Neuerdings ist versucht worden, auf der Grundlage der von der Archäologie erschlossenen Siedlungskammern Stammesgebiete zu identifizieren und diesen die Namen der aus späteren Jahrhunderten bekannten Stämme zuzuordnen, so dass die Wilzen als Stamm im [[Peene]]raum, die Wolliner, die [[Ukranen]] in der Uckermark, die Redarier, die Tollensanen, die [[Retschanen]] und einige kleinere Stämme den Stammesverband gebildet hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;Fred Ruchhöft: &amp;#039;&amp;#039;Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; (= Archäologie und Geschichte im Ostseeraum. Bd. 4). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008, ISBN 978-3-89646-464-4, S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wilzenfeldzug ===&lt;br /&gt;
Ende des 8. Jahrhunderts reichte das Herrschaftsgebiet der Wilzen weit über ihr Siedlungsgebiet hinaus. Unter ihrem Samtherrscher [[Dragowit]], der die Fürsten der Kleinstämme an „vornehmer Abkunft, Ansehen und Alter“ überragte, erstreckte sich der politische Einflussbereich der Wilzen bis in die [[Prignitz]] und endete erst an der mittleren [[Elbe]]. Die für dieses Gebiet in den fränkischen Quellen erwähnten Stämme der [[Linonen]], [[Smeldinger]] und [[Bethenzer]] unterstanden dem wilzischen Samtherrscher oder waren zumindest mit ihm verbündet.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S. 45, 49–51&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der fränkischen Konzeption einer Reichsgrenze an der Elbe und befriedeten anliegenden Herrschaftsräumen musste damit das Gebiet dieser dem wilzischen König Dragowit politisch zugehörigen elbslawischenen Kleinstämme unterworfen werden, um die jüngsten Eroberungen in Sachsen zu sichern.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Schmauder: &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zur östlichen Grenze des karolingischen Reiches.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Walter Pohl]], Helmut Reimitz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grenze und Differenz im Frühen Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Denkschriften.&amp;#039;&amp;#039; 287). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2000, ISBN 3-7001-2896-7, S. 57–97, hier S. 60 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus diesem Grund&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; stellte [[Karl der Große]] 789 ein Heer aus Franken, Sachsen, Friesen, Sorben und Abodriten zusammen und zog kämpfend bis zur Burg des wilzischen Samtherrschers Dragowit,&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 789; [[Fragmentum chesnii]] 789; [[Annales Mettenses priores]] 789; [[Annales Einhardi]] 789.&amp;lt;/ref&amp;gt; der &amp;#039;&amp;#039;civitas Dragawiti&amp;#039;&amp;#039; an der [[Peene]] bei [[Demmin]]. Dragowit öffnete nach längeren Verhandlungen dem fränkischen König seine Festung und ergab sich kampflos. In Anerkennung von Karls Oberherrschaft unterwarfen sich anschließend auch die gefangenen Fürsten der elbnahen Kleinstämme, leisteten Karl den Treueeid und stellten Geiseln. Entsprechend der karolingischen Doktrin von einer Reichsgrenze an der Elbe ließ Karl der Große keine Besatzungstruppen im Gebiet der Wilzen zurück. Politische Veränderungen nahm Karl nur in der Prignitz vor. Zu deren Befriedung unterstellte er die dortigen Kleinstämme der Linonen, Smeldinger und Bethenzer der Oberhoheit der Abodriten&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Friedmann: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Geschichte des abodritischen Fürstentums bis zum Ende des 10. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Osteuropastudien des Landes Hessen.&amp;#039;&amp;#039; Reihe 1: &amp;#039;&amp;#039;Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 197). Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1986, ISBN 3-428-05886-0, S. 223.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter ihrem Samtherrscher [[Witzan]], mit dem Karl ein strategisches Bündnis eingegangen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Eingriff Karls in das politische Einflussgebiet der Wilzen blieb für die nächsten 20 Jahre – möglicherweise die verbleibende Herrschaft Dragowits oder seines Geschlechts – unangefochten. Erst 799 sah der fränkische König sich genötigt, seinen Sohn [[Karl der Jüngere|Karl den Jüngeren]] an die Elbgrenze zu entsenden, um Streitigkeiten zwischen Wilzen und den mit ihm verbündeten Abodriten um die Vorherrschaft in der Prignitz zu schlichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grenzkämpfe in der Prignitz ===&lt;br /&gt;
Die nächsten Nachrichten über die Wilzen stammen aus den Jahren 808–812 und berichten von Grenzkämpfen zwischen Franken und Wilzen in der Prignitz. Im Rahmen einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Dänen und Abodriten um den Handelsplatz Reric an der Ostsee waren die Linonen und Smeldinger 808 von den Abodriten abgefallen und wieder unter den Einfluss der Wilzen gelangt.&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 808.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese nutzten den dänischen Angriff und drangen zeitgleich von Osten her in die abodritischen Kernlande ein, plünderten diese und zogen sich alsdann wieder zurück. Im darauffolgenden Jahr kehrten sich die Verhältnisse um und der wieder erstarkte abodritische Samtherrscher Drasco unternahm einen Rachefeldzug gegen die Wilzen, verwüstete deren Gebiet und kehrte dann seinerseits mit reicher Beute nach Hause zurück. Derart innenpolitisch gestärkt stellte er ein noch größeres Heer zusammen und eroberte noch im gleichen Jahr die größte Burg der Smeldinger, die danach wieder den Abodriten unterstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 809.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Ende aber gelang es den Abodriten nicht, die Oberhoheit über die Stämme der verkehrswichtigen Prignitz zurückzuerlangen. 810 zerstörten die Wilzen die erst im Vorjahr errichtete fränkische Burg [[Vietzer Schanze|Hochbuoki]] an der Elbe&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 810: &amp;#039;&amp;#039;castellum vocabulo Hohbuoki Albiae flumini adpositum, in quo Odo legatus imperatoris et orientalium Saxonum erat praesidium, a Wilzis captum.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; und stellten damit die Verhältnisse vor dem Wilzenfeldzug wieder her: Das wilzische Einflussgebiet reichte wieder bis an die mittlere Elbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran sollte sich auch in den folgenden Jahren nichts mehr ändern. Zwar besetzten die Franken die linkselbischen Festungen wieder, aber zu einer erneuten Unterstellung der Prignitz unter abodritische Herrschaft kam es nicht mehr. Stattdessen gab es im unmittelbaren Grenzgebiet jenseits der Elbe immer wieder militärische Auseinandersetzungen mit den Wilzen und ihren Satellitenstämmen. Die Franken beschränkten sich jetzt, da Sachsen in das Reich integriert worden war, auf eine Sicherung der Reichsgrenze an der Elbe. Gemeinsam mit den Abodriten marschierten 812 drei Heeresabteilungen in der Prignitz gegen die Wilzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zerfall ===&lt;br /&gt;
Der Stammesverband scheint bis Mitte des 10. Jahrhunderts in der politischen Bedeutungslosigkeit versunken zu sein. Mit dem Jahr 839 brechen die Nachrichten über die Wilzen in den fränkischen Quellen abrupt ab. Zu diesem Jahr werden sie im Zuge eines gemeinsamen Angriffes von Sorben und Wilzen auf sächsisches Gebiet letztmals in den [[Annalen von St. Bertin]] erwähnt. Anschließend finden sie sich nur noch im [[Bayerischer Geograph|Bayerischen Geographen]] und der Angelsächsischen Völkertafel aufgelistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Zuge des Slawenaufstandes entstandene Organisation ehemals wilzischer Stämme nannte sich nicht mehr Wilzen, sondern [[Lutizen]]. Diese stellten jedoch nicht den territorialen oder verfassungsmäßigen Nachfolger der Wilzen dar, sondern sind von den Wilzen als eigenständige Neugründung eines Stammesverbundes mit einer stark abweichenden Verfassung zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Annales regni Francorum]]&lt;br /&gt;
* [[Fragmentum chesnii]]&lt;br /&gt;
* [[Annales Mettenses]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S. 34 ff., [https://repositorium.uni-muenster.de/document/miami/c9e3727c-b5c6-42b9-9359-b42e302ff5e0/Diss_Hanewinkel.pdf online (PDF; 5 MB)].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische europäische Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mecklenburgische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pommersche Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brandenburgische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Slawischsprachige Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wilzen| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kultureule</name></author>
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