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	<title>Willy Lehmann - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Hardenacke: /* Literatur */ + wikilink</title>
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		<updated>2025-12-22T15:11:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Willy Lehmann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[30. Mai]] [[1884]] in [[Mehderitzsch]] bei [[Leipzig]]; † [[13. Dezember]] [[1942]] in [[Berlin]]) war ein deutscher Beamter der [[Politische Polizei|Politischen Polizei]], später der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] und [[Sowjetunion|sowjetischer]] [[Agent (Nachrichtendienst)|Agent]] im [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutschen Reich]]. Der Kriminalinspektor und [[SS-Hauptsturmführer]] alias Agent &amp;#039;&amp;#039;A-201/Breitenbach&amp;#039;&amp;#039; war vor und während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] eine der wertvollsten Quellen des sowjetischen Geheimdienstes [[Innenministerium der UdSSR|NKWD]] in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Willy Lehmann wurde als Sohn eines Volksschullehrers geboren und erlernte nach dem Schulbesuch den Beruf eines Tischlers. Von 1901 bis 1911 diente er in der [[Kaiserliche Marine|Kaiserlichen Marine]], zuletzt als Oberstückmeister.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1911 begann Willy Lehmann seinen Dienst im [[Der Polizeipräsident in Berlin|Königlichen Polizeipräsidium in Berlin]], zuerst in der Abteilung IV ([[Kriminalpolizei (Deutschland)|Kriminalpolizei]]), dann in der Abteilung VII ([[Preußische Geheimpolizei|Politische Polizei]]). Seit 1913 diente er, anfangs als Hilfskommissar, danach als Kriminalkommissar in der für [[Spionageabwehr]] zuständigen „C.St“. unter Polizeirat Richard Koch. Ab 1920 war er dort Referatsleiter bei der Spionageabwehr und wurde 1929 unter Mitwirkung seines ehemaligen Spionageabwehrkollegen Ernst Kuhr von der Auslandsaufklärung des NKWD angeworben. Obwohl Lehmann seit dem [[Russisch-Japanischer Krieg|Russisch-Japanischen Krieg]] 1904/1905 großes Interesse und eine gewisse Zuneigung für Russland entwickelte, wurde er nicht auf ideologischer, sondern auf rein materieller Basis angeworben. Der zuckerkranke Polizeibeamte träumte nämlich davon, nach seiner [[Pension (Altersversorgung)|Pensionierung]] ein kleines [[Hotel]] im [[Riesengebirge]] zu kaufen und zu bewirtschaften.&lt;br /&gt;
Sowohl in der [[Weimarer Republik]] wie zur [[Zeit des Nationalsozialismus]] war Lehmann bei der Abwehr „[[Kommunismus|kommunistischer]] [[Spionage]]“ tätig. Nach 1933 ließ er deshalb der Sowjetunion neben wertvollen Informationen über den inhaftierten [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]]-Führer [[Ernst Thälmann]] und über die deutsche Rüstungsindustrie (insbesondere über die Raketenforschung und -produktion) zum Beispiel 1935 die Warnung zugehen, dass der sowjetische Agent Stefan Lang alias [[Arnold Deutsch]] unmittelbar vor seiner Verhaftung stehe. Dem Agenten gelang daraufhin die Flucht nach England, wo er seine Spionagetätigkeit erfolgreich fortsetzte. Auch im Spionagefall des bekannten polnischen Spions [[Jerzy Sosnowski|Georg von Sosnowski]], ließ Lehmann, der den Fall seitens der Gestapo 1934/1935 parallel zur Abwehr bearbeitete, alle einschlägigen Informationen seinen sowjetischen Auftraggebern zugehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lehmann trat 1934 auf Betreiben der Sowjets in die [[Schutzstaffel|SS]] und zum 1. Mai 1937 in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ein ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 5.920.162).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-I/2016&amp;lt;/ref&amp;gt; 1939 wechselte er zum Amt IV des [[Reichssicherheitshauptamt|RSHA]]. Dort war er für Spionageabwehr innerhalb der deutschen [[Rüstungsindustrie]] zuständig. Diese Tätigkeit ermöglichte es Agent &amp;#039;&amp;#039;Breitenbach&amp;#039;&amp;#039;, den sowjetischen Geheimdienst mit zahlreichen Informationen über deutsche Rüstungsvorhaben zu versorgen. Lehmann meldete dem NKWD das genaue Datum und die Uhrzeit, zu der die Deutschen den Einmarsch in die Sowjetunion planten. Seine Nachricht wurde an [[Lawrenti Beria|Beria]] und [[Josef Stalin|Stalin]] telegrafiert, der sie jedoch wie andere derartige Meldungen abtat. Nach dem Start des &amp;#039;&amp;#039;[[Unternehmen Barbarossa|Unternehmens Barbarossa]]&amp;#039;&amp;#039; am 22. Juni 1941 riss die Verbindung zum sowjetischen Geheimdienst, die bislang über als Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft getarnte Nachrichtendienstler lief, jäh ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Uwe Klussmann: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.spiegel.de/geschichte/spionage-im-zweiten-weltkrieg-a-948520.html Stalins Mann in der Gestapo]&amp;#039;&amp;#039;, [[Spiegel Online]], 29. September 2009, abgerufen am 29. Mai 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1942 wurde Willy Lehmann im Zusammenhang mit der Aufdeckung der [[Rote Kapelle|Roten Kapelle]] nach einem groben Führungsfehler des sowjetischen Geheimdienstes enttarnt und verhaftet.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Weigelt: &amp;#039;&amp;#039;Kurzbiographien&amp;#039;&amp;#039;. In: Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller, [[Thomas Schaarschmidt (Historiker)|Thomas Schaarschmidt]], [[Mike Schmeitzner]]: &amp;#039;&amp;#039;Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947): Eine historisch-biographische Studie&amp;#039;&amp;#039; (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Bd. 56). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-36968-5, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde wenig später ohne ein Gerichtsverfahren auf Befehl von [[Reichsführer SS]] [[Heinrich Himmler]] erschossen, der gleichzeitig anordnete, den Fall zu vertuschen. Von der Sowjetunion aus waren nämlich 1942 Fallschirmspringer (deutsche Antifaschisten) über Ostpreußen abgesetzt worden, welche sich nach Berlin durchschlagen und dort die Verbindung zu wichtigen Vorkriegsagenten wiederherstellen sollten. Da damit zu rechnen war, der eine oder andere Agent könne sich jetzt weigern, seine Spionageaktivitäten fortzusetzen, führten diese als Druckmittel Kopien von alten handschriftlichen Zahlungsquittungen jener Spione mit sich. Diese Zahlungsquittungen fielen bei der Verhaftung der Fallschirmspringer in die Hände der Gestapo und verrieten auch Willy Lehmann.&lt;br /&gt;
In [[Russland]] wurde erst ab circa 1990 öffentlich gemacht, dass man über „einen Mann in der Gestapo“ verfügte. Jedoch hatten bereits nach 1945 sowjetische Geheimdienstmitarbeiter die immer noch in Berlin lebende Witwe von Lehmann aufgesucht und ihr postum zwar keinen sowjetischen Orden für ihren Mann, aber immerhin eine goldene Uhr überreicht. In führenden [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED-Kreisen]] in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] war gleichfalls bekannt, dass der Gestapobeamte Willy Lehmann als Spion für die Sowjetunion tätig gewesen war. Doch aufgrund seines anrüchigen Berufes schwieg man bis zuletzt über ihn, zeichnete ihn nicht postum mit einem Orden aus, benannte auch keine Straßen oder [[Nationale Volksarmee|NVA]]-Truppenteile nach ihm, wie im Falle anderer Widerstandskämpfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans Coppi junior|Hans Coppi]]: &amp;#039;&amp;#039;Willy Lehmann.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hans Schafranek]] und [[Johannes Tuchel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Krieg im Äther. Widerstand und Spionage im Zweiten Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Picus Verlag, Wien 2004, ISBN 3-85452-470-6.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen W. Schmidt]]: &amp;#039;&amp;#039;Gegen Russland und Frankreich. Der deutsche militärische Geheimdienst 1890–1914.&amp;#039;&amp;#039; Ludwigsfelde 2007 (Zu Lehmanns Tätigkeit in der deutschen Spionageabwehr).&lt;br /&gt;
* [[Matthias Uhl]]: &amp;#039;&amp;#039;GRU. Die unbekannte Geschichte des sowjetisch-russischen Militärgeheimdienstes von 1918 bis heute.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Herder, Freiburg i.&amp;amp;nbsp;B. 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Uwe Klussmann: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.spiegel.de/geschichte/spionage-im-zweiten-weltkrieg-a-948520.html Stalins Mann in der Gestapo]&amp;#039;&amp;#039;, [[Spiegel Online]], 29. September 2009, abgerufen am 1. Oktober 2009.&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20131210100754/http://german.ruvr.ru/freigegebene_geheimdienst_dokumente_leman/ Willy Lehmann bei &amp;#039;&amp;#039;Radio Stimme Russlands&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=143077023|VIAF=160887935}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lehmann, Willy}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nachrichtendienstliche Person (Rote Kapelle)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (NKWD)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestapo-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriminalpolizist (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1884]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1942]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lehmann, Willy&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Lehmann, Willi&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=sowjetischer Spion im Deutschen Reich&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=30. Mai 1884&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Mehderitzsch]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=Dezember 1942&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hardenacke</name></author>
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