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	<title>William Joyce - Versionsgeschichte</title>
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		<updated>2026-04-29T15:43:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Gefangennahme durch die Briten, Urteil und Hinrichtung: &lt;/span&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert den Politiker William Joyce. Zum Schriftsteller siehe [[William Joyce (Schriftsteller)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Capture of William Joyce, Germany, 1945 BU6910.jpg|mini|William Joyce als Kriegsgefangener im Jahr 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;William Joyce&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; alias [[Lord Haw-Haw]] (* [[24. April]] [[1906]] in [[Brooklyn]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ron Christenson |Titel=Political trials in history: from antiquity to the present |Verlag=Transaction Publishers |Datum=1991 |ISBN=0-88738-406-4 |Online=[http://books.google.com/books?id=wBdOvs2THGEC&amp;amp;pg=PA233&amp;amp;dq=%22William+Joyce%22++born+Brooklyn Google Books] |Abruf=2009-06-22 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[New York (Bundesstaat)|NY]]; † [[3. Januar]] [[1946]] in [[Wandsworth]]) war ein [[Irland|irisch]]-[[Vereinigte Staaten|US-amerikanischer]] [[Faschismus|faschistischer]] [[Politik]]er und während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] ein [[Rundfunkpropaganda im Zweiten Weltkrieg|Propaganda-Rundfunksprecher]] der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialisten]]. Er wurde nach Kriegsende von den [[Vereinigtes Königreich|Briten]] wegen [[Hochverrat]]s angeklagt und hingerichtet: Als Inhaber eines britischen Passes habe er dem britischen Staat Treue geschuldet – jedoch hatte er sich das Ausweispapier mit falschen Angaben erschwindelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend ===&lt;br /&gt;
Joyce wurde als Kind eines irischen, [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Vaters]] und einer [[England|englischen]], [[Anglikanismus|anglikanischen Mutter]] geboren. Ein paar Jahre nach seiner Geburt kehrte seine Familie nach [[Galway]] in Irland zurück, wo er von 1915 bis 1921 das [[Coláiste Iognáid]] besuchte. Für irische [[Römisch-katholische Kirche auf der Insel Irland|Katholiken]] ungewöhnlich, waren William Joyce und sein Vater überzeugte [[Unionismus (Irland)|Unionisten]]. William Joyce behauptete später, die [[Black and Tans|Black-and-Tans]] unterstützt zu haben und deswegen von der [[Irisch-Republikanische Armee (1919-1922)|IRA]] bedroht worden zu sein. Aus Angst vor Rache zog die Familie Joyce nach der Gründung des [[Irischer Freistaat|Irischen Freistaates]] nach [[London]]. Hier bewarb sich William Joyce am [[Birkbeck, University of London|Birkbeck College]] der [[Universität London|Universität von London]] und später für den Eintritt ins [[Officer Training Corps]]. Auf dem College entwickelte Joyce sein Interesse für den [[Faschismus]] und trat den [[British Fascists|British Fascisti]] von [[Rotha Lintorn-Orman]] bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er 1924 bei einer Veranstaltung der [[Conservative Party|Konservativen Partei]] bediente, wurde er mit einem Rasiermesser angegriffen und erlitt einen tiefen Schnitt über seine rechte Wange vom Ohrläppchen bis zum Mundwinkel, der eine bleibende Narbe hinterließ. Joyce war überzeugt, dass sein Angreifer ein „[[Juden|jüdischer]] [[Kommunismus|Kommunist]]“ gewesen sei, und dieser Zwischenfall prägte seine Weltanschauung nachdrücklich. Seine Frau jedoch beharrte darauf, dass eine irische Frau ihn angegriffen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://jamescrossland.substack.com/p/the-first-fascists James Crossland: &amp;#039;&amp;#039;The First Fascists – How the British Far Right of the 1920s Offers a Warning for the Present Today&amp;#039;&amp;#039;, jamescrossland.substack.com vom 11. Februar 2025.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== British Union of Fascists ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1932 schloss er sich [[Oswald Mosley]]s &amp;#039;&amp;#039;[[British Union of Fascists]]&amp;#039;&amp;#039; an und stieg als begabter Redner rasch zu einem ihrer Wortführer auf. Der Journalist und Romanautor [[Cecil Roberts]] beschreibt eine Rede von William Joyce folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Dünn, bleich und heftig, er hatte noch nicht viele Minuten gesprochen, als wir schon elektrisiert waren von diesem Mann, … so mitreißend in seiner Dynamik, so offensiv, von so ätzender Schärfe.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934 stieg Joyce zum Propagandabeauftragten der BUF auf und wurde später zu Mosleys Stellvertreter ernannt. Neben seiner Reputation als Redner erwarb sich Joyce auch den Ruf eines Krawallmachers. Seine aggressive Rhetorik und die Bereitschaft, auch physisch gegen seine Gegner vorzugehen, trugen sicherlich dazu bei, die durchaus vorhandene Sympathie der Briten für den Faschismus zu dämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer BUF-Versammlung im Londoner Ausstellungszentrum [[Olympia (London)|Olympia]] mit 30.000 Teilnehmern kam es zu blutigen Ausschreitungen zwischen 500 in den Saal gelangten Antifaschisten und 1000 Schwarz-Hemd-Ordnern. In der Folge des öffentlichen Aufschreis über diese Ausschreitungen setzte sich Joyce an die Spitze des Wandels der BUF-Politik von wirtschaftlicher Wiederbelebung zum [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemitismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joyce unterstützte 1936 die Namensänderung der BUF in &amp;#039;&amp;#039;British Union of Fascists and National Socialists&amp;#039;&amp;#039;. 1937 war er Kandidat für die Wahlen zum [[County of London|London County Council]]. Mosley reduzierte jedoch kurz nach den Wahlen die Parteispitze der BUF, wobei Joyce seine Position verlor. Daher formierte Joyce eine Splitterorganisation, die [[National Socialist League]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als Joyce war Mosley nie ein ausgewiesener Antisemit, sondern zog es vor, lediglich anti-jüdische Gefühle als zweckdienliches politisches Werkzeug zu nutzen. Nach 1937 wandte sich seine Partei vom Antisemitismus ab, hin zum Anti-Kriegs-Aktivismus. Obwohl Joyce seit 1933 stellvertretender Parteichef der BUF und ein einflussreicher Redner gewesen war, verleugnete ihn Mosley in seiner Autobiographie und prangerte ihn aufgrund seiner Tätigkeit im Krieg als Verräter an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Joyce alias Lord Haw Haw ===&lt;br /&gt;
Als sich im Sommer 1939 die Lage auf dem europäischen Kontinent zuspitzte, floh Joyce mit seiner Frau Margaret nach Deutschland. Er hatte (möglicherweise von [[Maxwell Knight]] vom [[Security Service|MI5]]) den Hinweis erhalten, dass die britischen Behörden ihn nach der [[Defence Regulation 18B]] [[Internierungslager|internieren]] wollten. In Deutschland fand er bald Anstellung in [[Joseph Goebbels]]’ [[Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda|Propagandaministerium]] und wurde Sprecher des Programms &amp;#039;&amp;#039;[[Germany Calling]]&amp;#039;&amp;#039;. Produziert wurde das Programm bis 1943 in Berlin, danach in Stuttgart und gesendet wurde über den [[Nordische Rundfunk AG|Reichssender Hamburg]]. 1940 wurde Joyce durch [[Einbürgerung|Naturalisation]] deutscher Staatsbürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name ‚[[Lord Haw-Haw]] von [[Zeesen]]‘ wurde 1939 von dem [[pseudonym]]en &amp;#039;&amp;#039;[[Daily Express]]&amp;#039;&amp;#039;-[[Radio]]-Kritiker [[Jonah Barrington (Pseudonym)|Jonah Barrington]] geprägt, bezog sich anfangs aber auf [[Wolf Mittler]] oder möglicherweise [[Norman Baillie-Stewart]]. Als Joyce der bekannteste Propaganda-Rundfunksprecher geworden war, ging der Spitzname auf ihn über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joyce’ Sendungen wurden in der britischen Öffentlichkeit sehr populär: Zeitweise hörten mehr als sechs Millionen Engländer seine Sendungen, auch weil die Namen von britischen Kriegsgefangenen in Deutschland und deren Briefe verlesen sowie Kurzinterviews eingespielt wurden, kurz: alles, was die Familien der Soldaten zu Hause brennend interessierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;einestages&amp;quot;&amp;gt;Matthias Matussek: [https://www.spiegel.de/geschichte/propagandakrieg-im-aether-a-946466.html &amp;#039;&amp;#039;Propagandakrieg im Äther. Hitlers hämischer Lord.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[einestages]].&amp;#039;&amp;#039; 2. Juli 2010, abgerufen am 30. April 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie begannen immer mit den Worten „Germany calling, Germany calling“, aber aufgrund von Joyce’ nasaler Aussprache klang es stets wie „Jairmany calling, Jairmany calling“. Die Sendungen drängten das britische Volk zur Aufgabe und waren bekannt für ihren höhnischen, sarkastischen und bedrohlichen Tonfall. Die britische Moral untergruben sie nicht, viele ärgerten sich über Joyce oder spotteten über ihn. Andererseits hörten Briten, vor allem aus den unteren Schichten, auch gern den professionell gemachten Spott über ihre Obrigkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;einestages&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joyce’ letzte Sendung wurde am 30. April 1945 ausgestrahlt. Hörbar betrunken beschimpfte er Großbritannien für seine Rolle bei der bevorstehenden Niederlage Deutschlands und warnte, dass der Krieg Britannien nun arm und unfruchtbar zurücklassen würde. Er schloss mit den letzten trotzigen Worten: „Es lebe Deutschland! [[Hitlergruß|Heil Hitler]] and farewell!“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Radiografías de la historia |url=https://www.youtube.com/watch?v=Oe-THrWu_4I |titel=Lord Haw Haw William Joyce Final Broadcast 1945 |abruf=2020-07-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seinen Rundfunksendungen gehörte auch die Verbreitung von [[Nationalsozialistische Propaganda|Propaganda]] unter den britischen [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Kriegsgefangenen]] zu Joyce&amp;#039; Pflichten. Er versuchte, sie für das [[Britisches Freikorps|British Free Corps]], einen Zweig der [[Waffen-SS]], zu rekrutieren. Er schrieb außerdem ein Buch, &amp;#039;&amp;#039;Twilight over England&amp;#039;&amp;#039;, das vom deutschen Propagandaministerium gefördert wurde: Ein Werk, in dem er einen unvorteilhaften Vergleich zwischen den Übeln des angeblich jüdisch-dominierten [[Kapitalismus|kapitalistischen]] Britannien mit den Wundern des [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Deutschlands zog. [[Adolf Hitler]] zeichnete Joyce für seine Sendung mit dem [[Kriegsverdienstkreuz]] Erster und Zweiter Klasse aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Reichssicherheitshauptamt|RSHA]] setzte Joyce im Winter 1941/42 zu Vorlesungen an der [[Humboldt-Universität zu Berlin|Universität Berlin]] nur für [[Schutzstaffel|SS]]-Angehörige ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Über &amp;#039;&amp;#039;Der englische Faschismus sowie akute Fragen des engl. Weltreiches&amp;#039;&amp;#039;. Name zu Joice verschrieben. {{Webarchiv |url=http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ChrSS-Schulung.pdf |wayback=20211126042757 |text=homepages.uni-tuebingen.de}} (PDF; 670&amp;amp;nbsp;kB) S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gefangennahme durch die Briten, Urteil und Hinrichtung ===&lt;br /&gt;
In den letzten Kriegstagen flüchtete Joyce über die sogenannte [[Rattenlinie Nord]] nach [[Flensburg]] und tauchte mit gefälschten Papieren als &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Hansen&amp;#039;&amp;#039; unter. Ende Mai 1945 wurden er und seine Frau von Einheiten der 2. britischen Armee zufällig in [[Kupfermühle]] gefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Martin Hannan |url=https://www.thenational.scot/news/18479328.capture-trial-execution-nazi-stooge-lord-haw-haw/ |titel=The capture, trial and execution of Nazi stooge Lord Haw-Haw |werk=[[The National (Schottland)]] |datum=2020-05-28 |sprache=en |abruf=2025-11-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war dabei, Feuerholz zu sammeln, als er zufällig auf die britischen Soldaten Captain Bertie Lickorish und Lieutenant Geoffrey Perry (einen nach Großbritannien geflüchteter Deutscher jüdischen Glaubens namens Horst Pinschewer, Jahrgang 1922, der 1936 übergesiedelt war) traf. Perry kamen dessen Akzent und die Sprechweise bekannt vor, auffällig war auch dessen überdeutliche Silbenbetonung. Er sprach ihn als Joyce an, dieser griff in seine Hosentasche. Perry befürchtete eine Waffe, war schneller und schoss ihm mit seiner Waffe ins Gesäß.&amp;lt;ref&amp;gt;Svenja Falk: &amp;#039;&amp;#039;Die letzten Tage der Diktatur&amp;#039;&amp;#039;. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2026, ISBN 978-3-608-96694-7, S. 214 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er verhaftete den irisch-amerikanischen Radiosprecher, der vorgegeben hatte, ein Brite zu sein, und dann Deutscher geworden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;nickel&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.nickelinthemachine.com/2010/02/the-execution-of-lord-haw-haw-at-wandsworth-prison-in-1946/ |titel=The Execution of Lord Haw Haw at Wandsworth Prison in 1946 |werk=nickelinthemachine.com |datum=2010-02-20 |sprache=en |abruf=2013-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Perry war beim inzwischen britischen [[Nordwestdeutscher Rundfunk|Radio Hamburg]] beschäftigt und saß vor demselben Mikrofon, über das Joyce in seiner letzten Propagandasendung gesprochen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man brachte Joyce nach England und machte ihm den Prozess. Dabei wurde ihm „Förderung und Unterstützung der Feinde des [[Georg VI. (Vereinigtes Königreich)|Königs]]“ durch Ausstrahlung von Propaganda an dessen Untertanen sowie durch Anstreben der Naturalisation als Deutscher vorgeworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joyce brachte zu seiner Verteidigung vor, dass seine Beweggründe für die Sendungen patriotischer Natur gewesen seien: Sein Ziel sei eine antikommunistische Allianz zwischen Deutschland und Großbritannien gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Verhandlung wurde entdeckt, dass Joyce nicht britischer, sondern [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten|US-amerikanischer Staatsbürger]] war, er als Nicht-Staatsbürger somit überhaupt nicht des [[Hochverrat]]s angeklagt werden konnte. Der [[Generalstaatsanwalt]], Sir [[Hartley Shawcross]], argumentierte dagegen erfolgreich mit folgender Begründung: Joyce hatte mit falscher Angabe seiner Staatsangehörigkeit einen britischen [[Reisepass]] erhalten, der im Juli 1940 abgelaufen war. Während dessen Gültigkeit habe dieser ihm britischen [[Diplomatie|diplomatischen Schutz]] gewährt, daher habe Joyce in dieser Zeit dem König Treue geschuldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joyce wurde [[Todesstrafe|zum Tode]] durch den [[Galgen|Strang]] verurteilt. Der [[Court of Appeal (England und Wales)|Court of Appeal]] und das [[House of Lords]] bestätigten das Urteil. Am 3. Januar 1946 wurde es im [[Wandsworth (Gefängnis)|Gefängnis von Wandsworth]] durch den [[Scharfrichter|Henker]] [[Albert Pierrepoint]] vollstreckt. Joyce war der vorletzte Mann, der im [[Vereinigtes Königreich|Vereinigten Königreich]] für ein anderes Verbrechen als Mord [[Hinrichtung|hingerichtet]] wurde (am Tag darauf wurde [[Theodore Schurch]] im [[Pentonville-Gefängnis]] wegen [[Spionage]] exekutiert). In der Geschichte des britischen Strafrechts war dies außerdem der letzte Fall, in dem ein Mensch wegen Hochverrats zum Tode verurteilt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Historiker [[Alan J. P. Taylor]] merkte dazu an: „Im Endeffekt wurde Joyce hingerichtet wegen einer Falschaussage vor der Passbehörde, ein Vergehen, das normalerweise schlichte zwei Pfund Bußgeld kostet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;nickel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Margaret Joyce alias Lady Haw Haw ==&lt;br /&gt;
Joyce heiratete 1937 in zweiter Ehe die 1901 in [[Old Trafford (Siedlung)|Old Trafford]], [[Manchester]], geborene Margaret White. Sie wurde stellvertretende Kassenwartin in seiner kurzlebigen &amp;#039;&amp;#039;National Socialist League&amp;#039;&amp;#039; und floh mit ihm Ende August 1939 kurz vor der Kriegserklärung nach Deutschland, wo sie zusammen mit ihm 1940 durch Naturalisation deutsche Staatsbürgerin wurde. Von November 1940 (nach anderen Quellen Oktober 1939) machte sie regelmäßige Radiopropagandasendungen, die an Frauen im Vereinigten Königreich gerichtet waren. Sie propagierte die angeblich sehr viel bessere allgemeine Versorgungslage in Deutschland verglichen mit der ‚ärmlichen‘ im Vereinigten Königreich und eine bessere Sozialversorgung. Bekannt wurde sie erst als ‚Lady Haw-Haw‘ und von Dezember 1942 unter ihrem eigenen Namen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Michael Smith |url=https://www.telegraph.co.uk/news/uknews/1373906/How-Lady-Haw-Haw-was-shown-mercy.html |titel=How Lady Haw Haw was shown mercy |werk=[[The Daily Telegraph|The Telegraph]] |datum=2000-11-10 |abruf=2018-10-25 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Biographie von William und Margaret Joyce schreibt der britische Autor und Journalist Nigel Farndale nach Sichtung von Dokumenten, die zwischen 2000 und 2005 zum ersten Mal öffentlich gemacht wurden, dass die britische Justiz auch eine Anklage gegen Margaret erwog.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Farndale&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nigel Farndale |url=https://www.telegraph.co.uk/culture/books/3641790/Love-and-treachery.html |titel=Love and treachery |werk=[[The Daily Telegraph|The Telegraph]] |datum=2005-05-09 |abruf=2018-10-24 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Nigel Farndale |Titel=Haw-Haw: The Tragedy of William and Margaret Joyce |Verlag=Macmillan |Datum=2005 |ISBN=0-333-98992-9 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
MI5 verfügte über zumindest 500 Radiomitschnitte und Lohnabzüge für über 33000 Reichsmark, und Margaret, anders als ihr irisch-US-amerikanischer Ehemann, war englisch „wie warmes Bier.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Farndale&amp;quot; /&amp;gt; Es gab aber offenbar eine Vereinbarung zwischen der Anklage und Joyce, nach der Joyce nichts über seine Verbindungen zu MI5 erzählen werde und dass im Gegenzug seine Frau nicht angeklagt werde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Farndale&amp;quot; /&amp;gt; So geschah es auch: zwei Tage nach Joyce&amp;#039; Hinrichtung wurde sie aus der Haft entlassen, mit einem Militärflugzeug von London nach Brüssel geflogen&amp;lt;ref name=&amp;quot;NAT&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sunday Dispatch Reporter |url=http://discovery.nationalarchives.gov.uk/details/r/C10907222 |titel=MRS. JOYCE IS AN ALIEN, TO BE DEPORTED |hrsg=Sunday Dispatch archiviert bei [[The National Archives]] |datum=1946-01-06 |abruf=2018-10-25 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und nachdem sie während des Krieges die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, in die britische Besatzungszone in Deutschland abgeschoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Farndale&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Farndale schreibt: „So wurde also der US-amerikanische Ehemann als Engländer gehängt, und seine gleichermaßen schuldige englische Ehefrau als Deutsche freigelassen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den 32 britischen Überläufern und Propagandisten, die gleich nach dem Krieg in Deutschland aufgegriffen wurden, war sie die einzige, die nicht wegen Verrats angeklagt wurde, obwohl sie als ‚Fall No. 9‘ bei MI5 geführt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Farndale&amp;quot; /&amp;gt; Ende 1947 tauchte sie wieder in den Akten von MI5 und des [[Foreign and Commonwealth Office|Foreign Office]] auf, und es wurde entschieden, dass sie wieder zurückkehren dürfe, diesmal als Britin;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Control Office for Germany and Austria and Foreign Office: Control Commission for Germany (British Element), Legal Division, and UK High Commission, Legal Division |url=http://discovery.nationalarchives.gov.uk/details/r/C10907222 |titel=Nationality problems: Mrs Margaret Cairns Joyce widow of convicted traitor William Joyce |hrsg=[[The National Archives]] |datum=2000-11-10 |abruf=2018-10-25 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wann genau sie heimkehrte, ist ungeklärt. Margaret Joyce starb 1972 in [[Soho (London)|Soho]] ([[London]]), Meldungen zufolge an [[Alkoholkrankheit|Alkoholmissbrauch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Familie ==&lt;br /&gt;
William Joyce hatte zwei Töchter mit seiner ersten Frau Hazel, die dann Oswald Mosleys Leibwächter Eric Piercey heiratete. Eine von ihnen, Heather Landolo, ließ ihren Vater 1976 von seiner unmarkierten Grabstelle im Hof des Wandsworth Gefängnisses auf den New Cemetery in [[Bohermore]], [[County Galway]], [[Irland]] umbetten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite news |first=Francis |last=Beckett |authorlink=Francis Beckett |url=https://www.theguardian.com/secondworldwar/story/0,14058,1657724,00.html |title=&amp;#039;My father was a traitor but he was kind and loving to me&amp;#039; |work=The Guardian |date=2005-12-05 |accessdate=2019-06-08 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Verarbeitungen ==&lt;br /&gt;
Das Leben von William Joyce war Vorbild für [[Kurt Vonnegut]]s Figur Howard W. Campbell in seinen Romanen &amp;#039;&amp;#039;[[Mutter Nacht|Mother Night]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug|Slaughterhouse Five]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem 2023 erschienenen Roman „[[Mr. Goebbels Jazz Band (Roman)|Mr. Goebbels Jazz Band]]“ des Schweizer Autors [[Demian Lienhard]] ist William Joyce eine der Hauptfiguren. Sein darin geschilderter Lebenslauf und die Geschichte der Swing Band „[[Charlie and His Orchestra]]“, die das NS-Regime für seine von Joyce moderierten englischsprachigen Propagandasendungen einsetzte, beruhen im Wesentlichen auf Tatsachen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Oliver Jungen |url=https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/demian-lienhards-roman-mr-goebbels-jazz-band-ueber-das-dritte-reich-18833383.html |titel=Totentanz im Spiegelkabinett |werk=[[FAZ.net]] |datum=2021-04-21 |abruf=2022-06-14 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
[[Datei:William Joyce - Dämmerung - Mutter Erde fec.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Dämmerung über England.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. 1942]]&lt;br /&gt;
* William Joyce: &amp;#039;&amp;#039;Dämmerung über England.&amp;#039;&amp;#039; Internationaler Verlag Cesare Santoro, Berlin 1940.&lt;br /&gt;
** Englisch: &amp;#039;&amp;#039;Twilight over England.&amp;#039;&amp;#039; Internationaler Verlag Cesare Santoro, Berlin 1940 ([[iarchive:TwilightOverEngland/page/n1/mode/2up|Digitalisat]]). Neuausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Twilight over England.&amp;#039;&amp;#039; Mit einer Einleitung von Terry Charman. Imperial War Museum, London 1992, ISBN 0-901627-72-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Margret Boveri]]: [https://www.zeit.de/1956/32/der-verrat-im-zwanzigsten-jahrhundert &amp;#039;&amp;#039;Der Verrat im zwanzigsten Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 32/1956.&lt;br /&gt;
* William Cole: &amp;#039;&amp;#039;Lord Haw-Haw and William Joyce.&amp;#039;&amp;#039; Faber and Faber, London 1964.&lt;br /&gt;
* Nigel Farndale: &amp;#039;&amp;#039;Haw-Haw: the tragedy of William and Margaret Joyce.&amp;#039;&amp;#039; Macmillan, London 2005.&lt;br /&gt;
* Mary Kenny: &amp;#039;&amp;#039;Germany Calling – a personal biography of William Joyce.&amp;#039;&amp;#039; New Island Books, Dublin 2003.&lt;br /&gt;
* C. E. Bechhofer Roberts (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Trial of William Joyce.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Old Bailey Trials series&amp;#039;&amp;#039;). Jarrolds, London 1946 ([[iarchive:in.ernet.dli.2015.216340/page/n7/mode/2up|Digitalisat]]).&lt;br /&gt;
* Francis Selwyn: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s Englishman.&amp;#039;&amp;#039; Routledge and Kegan Paul, London 1987.&lt;br /&gt;
* Rebecca West: &amp;#039;&amp;#039;The Meaning of Treason.&amp;#039;&amp;#039; Macmillan, London 1949.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörspiele ==&lt;br /&gt;
* [[Robert Neumann (Schriftsteller)|Robert Neumann]]: &amp;#039;&amp;#039;Lord Haw Haw. Der Mann, der Goebbels’ Goebbels sein wollte&amp;#039;&amp;#039; [Radiofeature über William Joyce]; kein Hinweis auf Realisierung. Manuskript-Konzept im Nachlass in der [[Österreichische Nationalbibliothek|Österreichischen Nationalbibliothek]]. Signatur: ONB06-000140079 bzw. Cod. Ser. n. 20968 (o.&amp;amp;nbsp;J.).&lt;br /&gt;
* Mechthild Müser: &amp;#039;&amp;#039;Charlie and His Orchestra. Ein fast unbekanntes Stück nationalsozialistischer Radiogeschichte.&amp;#039;&amp;#039; [[Deutschlandfunk]] DLF 13. April 2008, 20.05 Uhr, 55 Minuten. [[Bremen Zwei|Nordwestradio]] 25. Februar 2007, 9.05 Uhr.&lt;br /&gt;
* Johann Buchholz, Daniel Gerlach: &amp;#039;&amp;#039;Lord Haw-Haw, Hitlers englische Stimme&amp;#039;&amp;#039;. Ein dokumentarisches Hörspiel mit Ulrich Noethen, 2006 Random House Audio.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://news.bbc.co.uk/1/hi/magazine/4132578.stm Artikel der BBC] (&amp;#039;&amp;#039;englisch&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [https://www.bbc.co.uk/programmes/p01nqyvd Lord Haw Haw – Britain&amp;#039;s Most Hated WW2 Traitor], Radiosendung des BBC World Service, 3. Januar 2014 (&amp;#039;&amp;#039;englisch&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [https://spartacus-educational.com/2WWjoyceW.htm Biographie] (&amp;#039;&amp;#039;englisch&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [https://www.jrbooksonline.com/HTML-docs/Fascism_and_Jewry.htm Faschismus und Judentum – Ersterscheinung 1933, Reproduktion eines Pamphlets von William Joyce für die BUF] (&amp;#039;&amp;#039;englisch&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118713280}}&lt;br /&gt;
* [http://archive.org/details/LordHawHaw-WilliamJoyce-GermanyCalling1-7of23 Originalaufnahmen der Propagandasendung &amp;#039;&amp;#039;Germany Calling.&amp;#039;&amp;#039;] bei [[Archive.org &amp;quot;This item is no longer available.&amp;quot;|Archive.org]]&lt;br /&gt;
* Ann B. Dobie: [https://64parishes.org/entry/william-joyce William Joyce.] Eintrag bei &amp;#039;&amp;#039;64 Parishes: Encyclopedia&amp;#039;&amp;#039;, 23. August 2013, zuletzt aktualisiert am 7. März 2019.&lt;br /&gt;
* {{Findagrave}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118713280|LCCN=n/82/81023|NDL=00551790|VIAF=74104702}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Joyce, William}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Vereinigtes Königreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Faschismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied einer rechtsextremen Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der NS-Propaganda]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Vereinigtes Königreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wegen Kollaboration im Zweiten Weltkrieg hingerichtete Person]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1906]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Joyce, William&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Lord Haw-Haw&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=britischer Politiker (British Union of Fascists)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=24. April 1906&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Brooklyn]], [[New York (Bundesstaat)|NY]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Januar 1946&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wandsworth]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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