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	<title>William Harvey - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-09-08T03:27:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Harvey William color.jpg|mini|William Harvey (Ausschnitt aus einem Gemälde von [[Daniel Mytens]], ca. 1627, Öl auf Leinwand, [[National Portrait Gallery (London)|National Portrait Gallery]])]]&lt;br /&gt;
[[Datei:William Harvey by Richard Gaywood.jpg|mini|William Harvey (Gemälde von Richard Gaywood, Kopie nach einem Original der späten 1640er Jahre, Öl auf Leinwand, National Portrait Gallery)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;William Harvey&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[1. April]] [[1578]] in [[Folkestone]]/[[Kent|Grafschaft Kent]]; † [[3. Juni]] [[1657]] in [[London Borough of Wandsworth|Roehampton]], einem Stadtteil von [[London]]) war ein englischer Arzt und [[Anatomie|Anatom]] sowie – mit dem experimentellen Nachweis und der 1628 veröffentlichten Arbeit „Über die Bewegung des Herzens und des Blutes“, einer erstmaligen Beschreibung des Kreislaufs vom Blut im Körper (des großen [[Blutkreislauf]]s) – der Wegbereiter der modernen, die antike [[Humoralpathologie|Humorallehre]] ablösenden, [[Physiologie]]. Er legte mit seinen Publikationen einen Grundstein für die heutige [[Kardiologie]] und damit auch für die [[Herzchirurgie]]. Zudem entwarf er eine Theorie zur Entstehung allen Lebens aus dem [[Ei]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft und Ausbildung ===&lt;br /&gt;
William Harvey wurde als ältestes von neun Kindern des Kaufmanns Thomas Harvey und seiner Ehefrau Joan in [[Folkestone]] geboren. Er lernte in Canterbury an der &amp;#039;&amp;#039;[[The King’s School, Canterbury|King’s School]]&amp;#039;&amp;#039; Latein sowie Griechisch&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara I. Tshisuaka: &amp;#039;&amp;#039;Harvey, William.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 538.&amp;lt;/ref&amp;gt; und studierte zunächst ab dem Jahr 1593&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÄL&amp;quot;&amp;gt;Ralf Bröer: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfgang U. Eckart]], [[Christoph Gradmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ärztelexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck München 1995, S. 172–174; &amp;#039;&amp;#039;Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage ebenda 2001, S. 148 f.; 3. Auflage. Springer-Verlag, Heidelberg / Berlin / New York 2006, S. 156 f. [[doi:10.1007/978-3-540-29585-3]].&amp;lt;/ref&amp;gt; am [[Gonville and Caius College|Caius College]] der [[Universität Cambridge]]. Dieses Studium beendete er 1597 mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[Bachelor]] of Arts&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Baccalaureus artium&amp;#039;&amp;#039;). Von 1599&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang U. Eckart]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Berlin / Heidelberg / New York 1990; 3., überarbeitete Auflage ebenda 1998, S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis 1602 studierte er Medizin an der [[Universität Padua]] in Italien, der renommiertesten medizinischen Fakultät jener Zeit. Im April 1602 wurde er dort zum &amp;#039;&amp;#039;Doctor medicinae&amp;#039;&amp;#039; promoviert. In Padua hatte Harveys wichtigster Lehrer, der angesehene Chirurg und Anatom [[Girolamo Fabrizio|Hieronymus Fabricius ab Aquapendente]] zwar die Funktion der [[Venenklappe]]n&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang U. Eckart: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 1998, S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt; als Erster eingehender erforscht, ihre Bedeutung jedoch noch nicht verstanden, da nach den damals gültigen Auffassungen [[Galenos|Galens]] ein Kreislauf des Blutes nicht vorstellbar war. Vielmehr war man seit 14 Jahrhunderten der galenischen Auffassung, das Blut werde laufend in der [[Leber]] produziert und durch [[Muskelkontraktion|Kontraktion]] der [[Arterie]]n in Bewegung versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirken ===&lt;br /&gt;
Mit diesen Eindrücken kehrte Harvey zwei Jahre später zurück nach England. In London eröffnete er eine Praxis und heiratete Elizabeth Browne, die Tochter des [[Leibarzt]]es von Königin [[Elisabeth&amp;amp;nbsp;I.]] 1607 wurde Harvey Mitglied des &amp;#039;&amp;#039;[[Royal College of Physicians]]&amp;#039;&amp;#039;, 1608 an den Hof von König [[Jakob I. (England)|James&amp;amp;nbsp;I.]] berufen, und nach dessen Tod 1625 auch Leibarzt von dessen Nachfolger [[Karl I. (England)|Charles&amp;amp;nbsp;I.]], mit dem er befreundet war und der seine Forschungen großzügig unterstützte. Vorlesungen über Physiologie und Anatomie hatte Harvey ab 1615 gehalten. Im Rahmen dieser Vorlesungen trug er bereits 1616, zwölf Jahre vor der gedruckten Publikation, seine ihn so bekannt machende Theorie der Blutbewegung vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang U. Eckart: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 1998, S. 177 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1636 nahm Harvey an einer Gesandtschaft zu [[Ferdinand II. (HRR)|Kaiser Ferdinand II.]] nach Regensburg teil mit anschließendem Abstecher nach Italien. Über die Stationen dieser gefährlichen Reise - in Deutschland tobte der [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährige Krieg]] - wurde ein Tagebuch geführt, das 2011 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Blutiger Sommer. Eine Deutschlandreise im Dreißigjährigen Krieg|Blutiger Sommer]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;William Crowne: Eine Deutschlandreise im Dreißigjährigen Krieg. Hrsg.: Alexander Ritter, Rüdiger Keil. 2. Auflage. [[Wissenschaftliche Buchgesellschaft]], Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-24296-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach seiner Rückkehr nach London betrieb Harvey wieder seine Praxis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÄL&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1628 veröffentlichte er sein 72-seitiges Werk &amp;#039;&amp;#039;Exercitatio anatomica de motu cordis et sanguinis in animalibus&amp;#039;&amp;#039; („Anatomische Studie über die Bewegung des Herzens und des Blutes in Tieren“) oder kurz &amp;#039;&amp;#039;De motu cordis&amp;#039;&amp;#039;, in dem er den der Lehre von der Blutbewegung Galens entgegenstehenden [[Blutkreislauf]], wie er heute bekannt ist, beschreibt, was ihm zu Ansehen in ganz Europa verhalf, ihm andererseits auch harte Kritik der Anhänger Galens einbrachte, auf die er 1649 mit der Veröffentlichung seiner detaillierten Antworten reagierte. Harveys Theorie betraf den großen Blutkreislauf (Körperkreislauf), für dessen die ganze Physiologie Galens „ins Wanken“ bringende Entdeckung im Jahr 1627&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johanna Bleker]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Nierenkrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Boehringer Mannheim, Mannheim 1972, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; unter anderem die zuvor publizierten Beobachtungen des kleinen Blutkreislaufs (Lungenkreislauf) durch [[Michael Servetus|Serveto]] und [[Realdo Colombo|Colombo]] grundlegend waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang U. Eckart: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 1998, S. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das große Rätsel, wie das Blut aus den Arterien in die [[Vene]]n komme, löste mit Hilfe des [[Mikroskop]]s der italienische Anatom [[Marcello Malpighi]] mit seiner Entdeckung der [[Kapillare (Anatomie)|Kapillaren]] und schloss mit dieser Beobachtung des Kapillarkreislaufs&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Harveys Beweiskette. Erst danach setzte sich im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts die Zirkulationstheorie des zuvor als „Circulator“ verspotteten Harvey durch. Bis dahin galt vor allem Galen als Unterrichtsgrundlage.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang U. Eckart: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 1998, S. 179 und 204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitentscheidend für Harveys Theorie des Blutkreislaufs war, dass er, obgleich geprägt von der aristotelisch-galenischen Tradition,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Richard Toellner]]: &amp;#039;&amp;#039;Zum Begriff der Autorität in der Medizin der Renaissance.&amp;#039;&amp;#039; In:  [[Rudolf Schmitz (Pharmaziehistoriker)|Rudolf Schmitz]], [[Gundolf Keil]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Humanismus und Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Weinheim 1984 (= &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Forschungsgemeinschaft: Mitteilungen der Kommission für Humanismusforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 159–179, hier: S. 163 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Existenz von zuvor angenommenen Poren in der Herzscheidewand anzweifelte. Diese Poren hatte [[Galenos|Galen]] postuliert, konnten aber bereits von [[Andreas Vesal]] nicht bewiesen werden und wurden von diesem auch weiterhin, wenn auch als unsichtbar klein, angenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang U. Eckart]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Medizin&amp;#039;&amp;#039;. Springer, Berlin / Heidelberg / New York 1990; 3., überarbeitete Auflage ebenda 1998, S. 143 und 178.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem verfasste Harvey in seinem zweiten Essay über den Blutkreislauf die erste genaue Beschreibung einer [[Herzbeuteltamponade]].&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Wilhelm Hehrlein: &amp;#039;&amp;#039;Herz und große Gefäße.&amp;#039;&amp;#039; In: Franz&amp;amp;nbsp;X. Sailer, F. W. Gierhake (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Chirurgie historisch gesehen: Anfang – Entwicklung – Differenzierung.&amp;#039;&amp;#039; Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 164–185, hier: S. 170 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alter von 79 Jahren erlag Harvey den Folgen eines [[Schlaganfall]]es. Begraben wurde er in Hempstead, einem Dorf im Distrikt [[Uttlesford]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Findagrave|12085551|Abruf=2022-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Fast alle seiner [[Manuskript|Handschriften]] sind entweder während des [[Englischer Bürgerkrieg|Bürgerkriegs]] oder aber bei dem großen [[Großer Brand von London|Brand in London]] (1666) untergegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was William Harvey von vielen seiner forschenden Zeitgenossen unterschied, war seine klare Trennung von [[Hypothese]]n und [[Tatsache|Fakten]]. Ergebnisse seiner Forschungen akzeptierte er erst, wenn sie auch in [[Kontrollversuch]]en bestätigt wurden. Er war somit der erste, der wissenschaftliche Methoden auf dem Gebiet der Biologie und Medizin einführte, und kann somit als der Begründer der neuzeitlichen Medizin und Physiologie betrachtet werden. Seine Berechnung der Pumpleistung des [[Herz]]ens ist die erste bedeutende Anwendung der [[Mathematik]] auf die [[Biologie]]. Das [[Herzzeitvolumen]] wurde bei Harvey erstmals wissenschaftlich untersucht. Er bezog seine Untersuchungen jedoch nicht auf das heutige Herzminutenvolumen, sondern – bedingt durch ihm zur Verfügung stehenden, aus heutiger Sicht ungenauen Zeitmessgeräte&amp;lt;ref&amp;gt;[[Werner Friedrich Kümmel]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Puls und das Problem der Zeitmessung in der Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorisches Journal.&amp;#039;&amp;#039; Band 9, 1974, S. 1–22, hier: S. 4–6.&amp;lt;/ref&amp;gt; – auf ein Halbstundenvolumen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gisela Teichmann]]: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey und das Herzminutenvolumen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Innere Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Band 19, 1992, Nr. 3, S. 94–96.&amp;lt;/ref&amp;gt; Harveys neue Erkenntnisse eröffneten auch den philosophischen Kampf zwischen [[Vitalismus|Vitalisten]] und [[Mechanistisches Weltbild|Mechanisten]], der sich etwa bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hinzog, bevor er mit den Erkenntnissen der [[Zelltheorie]] und der Entdeckung der [[DNA]] sein Ende nahm.&lt;br /&gt;
Bedeutsam war auch seine Tätigkeit am &amp;#039;&amp;#039;Royal College of Physicians,&amp;#039;&amp;#039; wo er seit 1615 Vorlesungen hielt, [[Obduktion|Sektionen]] sowie anatomische Demonstrationen durchführte, seine [[These]]n über den Blutkreislauf seit etwa 1618 vertrat und sich damit vor der Veröffentlichung seiner Ansichten der [[Kritik]] stellte. Bei einer Vorlesung im Jahr 1618 erwähnte Harvey auch, mit Berufung auf [[Caspar Bauhin]]s &amp;#039;&amp;#039;Theatrum anatomicum&amp;#039;&amp;#039; (1605), widernatürlich im Herzen vorkommen könnende „kleine Mengen von steinhartem Fett“,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Hugo Lauer|Hans H. Lauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliches zur Koronarsklerose.&amp;#039;&amp;#039; BYK Gulden, Konstanz 1971 (Aus dem Institut für Geschichte der Medizin der Universität Heidelberg), S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; also die Verkalkung der Herzkranzgefäße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Akzeptanz seiner aufgestellten Theorie des Blutkreislauf und seiner Ergebnisse zur Kreislaufforschung führten Ende des 17. Jahrhunderts zu erstmaligen Verabreichungen von Medikamenten über die Adern ([[Infusion]], [[Injektion (Medizin)#Intravenöse Injektion|Injektion]]) und zur Durchführung von [[Bluttransfusion|Blutübertragungen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang U. Eckart: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 1998, S. 179 f. und 195.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seiner 1651 veröffentlichten Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Exercitationes de Generatione Animalium&amp;#039;&amp;#039; („Übungen über die Erzeugung der Tiere“) lieferte Harvey bedeutende Beiträge zur [[Embryologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ilse Jahn]], Rolf Löther, Konrad Senglaub (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Biologie.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. 1985, {{OCLC|4950483822}}, S. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Bruno Bloch]]: &amp;#039;&amp;#039;Die geschichtlichen Grundlagen der Embryologie bis auf Harvey.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nova acta. Abhandlungen der kaiserlich Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher.&amp;#039;&amp;#039; Band 80, Nr. 3, (Halle an der Saale) 1904, S. 215–334.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;W. Meyer: &amp;#039;&amp;#039;An Analysis of the De generatione animalium of William Harvey.&amp;#039;&amp;#039; Stanford 1936.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. darüber hinaus Charles Webster: &amp;#039;&amp;#039;Harvey’s De generatione: Its Origins and Relevance to the Theory of Circulation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;British Journal for the History of Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 3, 1967, S. 262–274.&amp;lt;/ref&amp;gt; Harvey war der erste, der nicht nur aufeinanderfolgende Entwicklungsstadien beschrieb, sondern eine dynamische Betrachtungsweise einnahm. Im Widerspruch zu der damals allgemein anerkannten [[Präformationslehre]] stellte er dar, wie die verschiedenen [[Organ (Biologie)|Organe]] aus undifferenzierter Substanz hervorgehen ([[Epigenese]]). Der Zeugungsvorgang bestand dabei nach Harvey aus der Übertragung einer immateriellen „Fruchtbarkeit“ des Samens, die sich beim Menschen primär im Blut manifestiert, auf die mütterliche Materie. Der Embryo entwickle sich dann autonom zunächst über das Zwischenstadium „Ei“ („Omne animal ex ovo“). Aus dem ursprünglichen Blutstropfen traten dann die Organe in definierter Reihenfolge in Erscheinung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ÄL&amp;quot; /&amp;gt; In der Tradition des griechischen Philosophen [[Aristoteles]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erna Lesky]]: &amp;#039;&amp;#039;Harvey und Aristoteles.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Sudhoffs Archiv]].&amp;#039;&amp;#039; Band 41, 1957, S. 289–311 und 349–378.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. Stannard: &amp;#039;&amp;#039;Aristotelian Influences and References in Harvey’s De motu locali animalium.&amp;#039;&amp;#039; In: R. Tursman (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Studies in the Philosophy  and History of Science: Essays in Honor of Max Fisch.&amp;#039;&amp;#039; Lawrence (Kansas) 1970, S. 122–131.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Charles B. Schmitt]]: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey and Renaissance Aristotelianism. A Consideration of the Praefatio to &amp;#039;De generatione animalium&amp;#039; (1651).&amp;#039;&amp;#039; In: Deutsche Forschungsgemeinschaft: &amp;#039;&amp;#039;Humanismus und Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Rudolf Schmitz und [[Gundolf Keil]], Acta humaniora der Verlag Chemie GmbH, Weinheim 1984 (= &amp;#039;&amp;#039;Mitteilung der Kommission für Humanismusforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 117–138.&amp;lt;/ref&amp;gt; nahm er dabei ein formbildendes Prinzip an, das er als einen „göttlichen [[Architekt]]en“ bezeichnete. Mit diesen Anschauungen war er zu seiner Zeit ein Außenseiter; der von ihm vertretene epigenetische Ansatz konnte sich, von dem [[Metaphysik|metaphysischen]] Beiwerk befreit, erst im frühen 19. Jahrhundert gegen den Präformismus durchsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Exercitatio anatomica de motu cordis et sanguinis in animalibus.&amp;#039;&amp;#039; Wilhelm Fitzer, Frankfurt am Main 1628 ([https://books.google.de/books?id=oDdR_nOBLUIC&amp;amp;pg=PA2 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
** Robert Ritter von Töply: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey, Die Bewegung des Herzens und des Blutes.&amp;#039;&amp;#039; Übersetzt und erläutert. In: [[Karl Sudhoff]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Klassiker der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; J. A. Barth, Leipzig 1910 ([https://books.google.de/books?id=8cZqAAAAMAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA1 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
** Chauncey Depew Leake (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Exercitatio anatomica de motu cordis et sanguinis in animalibus.&amp;#039;&amp;#039; Thomas, Springfield/Baltimore 1928 ([https://www.biodiversitylibrary.org/page/5828212 Digitalisat]) – Faksimileausgabe mit englischer Übersetzung.&lt;br /&gt;
** Faksimileausgabe in: W. Blasius, J. Boglar, K. Kramer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Founders of experimental physiology.&amp;#039;&amp;#039; J. E. Lehmanns, München 1971.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Exercitationes duae anatomicae de circulatione sanguinis.&amp;#039;&amp;#039; Arnold Leers, Rotterdam 1649  ([https://books.google.gp/books?id=efDeauZTMh8C&amp;amp;pg=PP1 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Exercitationes duae anatomicae de circulatione sanguinis.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Kenneth J. Franklin, Oxford 1958.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Exercitationes de generatione animalium.&amp;#039;&amp;#039; London 1651 ([https://www.biodiversitylibrary.org/page/30644340 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
** englische Übersetzung: G. Whitteridge: &amp;#039;&amp;#039;Disputations Touching the Generation of Animals.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 1981.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Nach ihm ist die in New York vorgetragene [[Harvey Lecture]], die von ihm selbst initiierte [[Harveian Oration]] des [[Royal College of Physicians]] in London und die [[William Harvey Lecture]] der [[European Society of Cardiology|Europäischen Gesellschaft für Kardiologie]] benannt. Gleiches gilt für die [[Harvey Heights]] auf der [[Brabant-Insel]] in der Antarktis und den Mondkrater [[Harvey (Mondkrater)|Harvey]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{PlanetaryNames|2379}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Henry E. Sigerist]]:  &amp;#039;&amp;#039;William Harveys Stellung in der europäischen Geistesgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Kulturgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 19, (Münster) 1928, S. 158–168.&lt;br /&gt;
* G. K. Plochmann: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey and His Methods.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Studies in the Renaissance.&amp;#039;&amp;#039; Band 10, 1963, S. 192–210.&lt;br /&gt;
* J. S. Wilkie: &amp;#039;&amp;#039;Harvey’s Immediate Dept to Aristotle and to Galen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;History of Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, 1965, S. 103–124.&lt;br /&gt;
* [[Geoffrey Keynes]]: &amp;#039;&amp;#039;The Life of William Harvey.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 1966.&lt;br /&gt;
* [[Walter Pagel]]: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey’s biological ideas. Selected aspects and historical background.&amp;#039;&amp;#039; Basel / New York, Karger 1967.&lt;br /&gt;
* G. Whitteridge: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey and the Circulation of the Blood.&amp;#039;&amp;#039; London / New York 1971.&lt;br /&gt;
* [[Christian Probst]]: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey.&amp;#039;&amp;#039; In: Kurt Fassmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie: Die Großen der Weltgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 5. Kindler, Zürich 1974, S. 625–643.&lt;br /&gt;
* Gottfried Zirnstein: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey&amp;#039;&amp;#039;. (= [[Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner]]. Band 28). Teubner, Leipzig 1977, {{DNB|780021789}}.&lt;br /&gt;
* J. J. Bylebyl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;William Harvey and His Age.&amp;#039;&amp;#039; Baltimore 1979.&lt;br /&gt;
* A. Wear: &amp;#039;&amp;#039;William Harvey and the „Way of the Anatomists“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;History of Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 31, 1983, S. 223–249.&lt;br /&gt;
* Barbara I. Tshisuaka: &amp;#039;&amp;#039;Harvey, William.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 538.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang U. Eckart]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Berlin / Heidelberg / New York 1990; 3., überarbeitete Auflage ebenda 1998, S. 143–144, 171–172, 176–182 und 210.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118546481}}&lt;br /&gt;
* {{VerzDtDrucke |VD=17 |PPN=00428965X}}&lt;br /&gt;
* [http://www.m-ww.de/persoenlichkeiten/harvey.html/ Biografie] bei Onmeda&lt;br /&gt;
* William Harvey: [https://www.fordham.edu/halsall/mod/1628harvey-blood.html &amp;#039;&amp;#039;On The Motion Of The Heart And Blood In Animals.&amp;#039;&amp;#039;] 1628.&lt;br /&gt;
* [http://special.lib.gla.ac.uk/exhibns/month/june2007.html De motu cordis.] Glasgow University Library Special Collections&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118546481|LCCN=n/79/21742|NDL=00522442|VIAF=29584187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Harvey, William}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der University of Cambridge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anatom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Neulatein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person als Namensgeber für einen Mondkrater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Engländer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1578]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1657]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Harvey, William&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=englischer Arzt und Anatom, Wegbereiter der modernen Physiologie&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1. April 1578&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Folkestone]], Grafschaft Kent, England&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Juni 1657&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[London Borough of Wandsworth|Roehampton]], einem Stadtteil von London&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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