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	<title>Willi Stoph - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Willi_Stoph&amp;diff=39123&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-10677-69: Vor dem 01.10.1920 war Schöneberg kein Teil Berlins. Siehe auch unter seinem Bruder [[Kurt Stoph], der am geleichen Ort 1912 geboren ist.</title>
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		<updated>2026-04-26T21:58:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Vor dem 01.10.1920 war Schöneberg kein Teil Berlins. Siehe auch unter seinem Bruder [[Kurt Stoph], der am geleichen Ort 1912 geboren ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-R0430-0305A, Willi Stoph.jpg|mini|Willi Stoph (1976)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[9. Juli]] [[1914]] in [[Berlin-Schöneberg|Schöneberg]]; † [[13. April]] [[1999]] in [[Berlin]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Politiker]] der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]], der ab 1953 dem [[Politbüro]] der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]] angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1952 bis 1955 war er [[Ministerium des Innern (DDR)|Innen-]] und von 1955 bis 1960 [[Ministerium für Nationale Verteidigung|Verteidigungsminister]]. Als die westdeutsche Presse im Mai 1960 die von Stoph in der [[Zeit des Nationalsozialismus|NS-Zeit]] publizierten Lobreden auf den [[Nationalsozialismus]] enthüllte, wurde er als Verteidigungsminister abgesetzt, blieb aber stellvertretender Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1964 bis 1973 war er Vorsitzender des [[Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik|Ministerrates der DDR]], dann bis 1976 als [[Vorsitzender des Staatsrats|Vorsitzender]] des [[Staatsrat der DDR|Staatsrats]] das Staatsoberhaupt der DDR und anschließend bis Herbst 1989 erneut Vorsitzender des Ministerrates.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1989 bis Februar 1990 wurde er wegen [[Amtsmissbrauch (Deutschland)|Amtsmissbrauchs]] erstmals inhaftiert. Ab Mai 1991 saß er wegen der Tötungen an der innerdeutschen Grenze 15&amp;amp;nbsp;Monate in Untersuchungshaft, bis das Verfahren wegen [[Verhandlungsfähigkeit (Deutschland)|Verhandlungsunfähigkeit]] im August 1993 eingestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biografie ==&lt;br /&gt;
=== Kindheit, Ausbildung, Ehen ===&lt;br /&gt;
Willi Stoph wurde am 9. Juli 1914 in [[Berlin-Schöneberg]] in eine Arbeiterfamilie hineingeboren. Sein älterer Bruder war [[Kurt Stoph]]. Ihr Vater fiel 1915 im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Besuch der Volksschule von 1920 bis 1928 absolvierte er während der Wirtschaftskrise in Berlin eine dreijährige [[Maurer]]lehre, die er mit der Gesellenprüfung abschloss. Nach der Lehrzeit war er, abgesehen von Kurzzeitbeschäftigungen als Maurer und Gelegenheitsarbeiter, bis 1934 arbeitslos. Eigenen Angaben zufolge will Stoph Mitglied des [[Kommunistischer Jugendverband Deutschlands (1918)|Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD)]] in verschiedenen Funktionen gewesen sein. 1931 erfolgte sein Eintritt in die [[Kommunistische Partei Deutschlands]] (KPD), anschließend war er im parteieigenen Geheimapparat ([[Antimilitärischer Apparat]]) aktiv. Ende der 1930er Jahre qualifizierte er sich durch ein Fernstudium zum [[Bautechniker]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. April 1938 heiratete er Marianne Wiegank. Die Ehe wurde 1947 geschieden, seine geschiedene Frau zog nach West-Berlin. Wenige Monate später heiratete er seine Sekretärin, mit der er vier Kinder hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 283, S. 289.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Laufbahn bei der Wehrmacht und Unteroffizier im Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Stoph gehörte von 1935 bis 1945 fast durchweg der deutschen [[Wehrmacht]] an. Im Oktober 1935 wurde er zum brandenburgischen Artillerieregiment einberufen und 1937 zum Oberkanonier befördert. Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde Stoph am 17. Februar 1940 als Kraftfahrer zum Artillerieregiment 93 eingezogen. Im selben Jahr wurde er zum [[Gefreiter|Gefreiten]] befördert. 1941 versetzte man ihn von der [[Bretagne]] an die [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Ostfront]]. 1942 erkrankte er als [[Obergefreiter]] an [[Dysenterie|Ruhr]] und [[Gelbsucht]]. 1943 wurde er [[Stabsgefreiter]] und wurde erneut gelbsüchtig, weshalb man ihn als frontuntauglich zum Ersatztruppenteil nach [[Frankfurt (Oder)]] abkommandierte, wo er wegen einer attestierten [[Herzinsuffizienz|Herzmuskelschwäche]] bis 1944 blieb. 1944/45 absolvierte er einen mehrwöchigen Unteroffizierslehrgang. Im Februar 1945 wurde er [[Unteroffizier]]. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 280, 284, 289.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 21. April 1945 desertierte er und ließ sich von [[Rote Armee|Rotarmisten]] verhaften, die ihn nach kurzer Kriegsgefangenschaft in den Lagern [[Wriezen]] und [[Kostrzyn nad Odrą|Küstrin]] Mitte Juli wieder entließen. 14&amp;amp;nbsp;Tage später wurde er erneut [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]]-Mitglied.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 287.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1960 wurde ein von Stoph 20&amp;amp;nbsp;Jahre zuvor in einer [[Architektur]]-Fachzeitschrift veröffentlichter Artikel bekannt, in dem er von [[Führergeburtstag|Hitlers Geburtstagsparade]] schwärmte und den [[volksgemeinschaft]]lichen Geist militärischer [[Manöver (Militär)|Manöver]] lobte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://ausstellung.geschichte-innenministerien.de/biografien/willi-stoph/ |titel=Willi Stoph |werk=ausstellung.geschichte-innenministerien.de |hrsg=Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang. Umgang mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Innenministerien 1949-1970 |abruf=2022-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Karriere in der DDR ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-15882-0001, Berlin, Festakt zum Nationalfeiertag der VR Korea, Willi Stoph.jpg|mini|Stoph beim Festakt zum Nationalfeiertag der [[Volksrepublik Korea]], Ost-Berlin 1952]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-44786-0002, Empfang von NVA-Offizieren durch Wilhelm Pieck.jpg|mini|Stoph (rechts) in Uniform als [[Generaloberst]] der [[Nationale Volksarmee|NVA]] 1957]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wandlitz Waldsiedlung - Haus 1 - DSC00007.jpg|mini|[[Waldsiedlung Wandlitz]], das einst von Stoph, zuvor von [[Otto Grotewohl]] bewohnte &amp;quot;Haus 1&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
Nach seiner Laufbahn bei der Wehrmacht betrieb Stoph 1946 seine Anerkennung als Opfer des Faschismus ([[OdF-Ausschüsse|OdF]]). Seine diesbezügliche Anfrage an den OdF-Ausschuss beim Amt für Sozialwesen des Bezirksamtes Weißensee wurde abschlägig entschieden, weil Stoph sich in Widersprüche verstrickte und er keine glaubwürdigen Zeugen für die von ihm behauptete illegale Widerstandstätigkeit gegen das NS-Regime nennen konnte. Als das [[Ministerium für Staatssicherheit]] (MfS) recherchierte, warum Stoph 1958 trotzdem die [[Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945]] verliehen bekommen hatte, stellte sich heraus, dass seine Handakte im [[Magistrat von Berlin|Berliner Magistrat]] weder seinen Lebenslauf noch den obligatorischen Fragebogen zur Anerkennung als &amp;#039;&amp;#039;[[Verfolgter des Naziregimes]]&amp;#039;&amp;#039; (VdN) enthielt. 1984 verzichtete die SED-Propaganda darauf, ihn anlässlich seines 70. Geburtstages als Widerstandskämpfer zu feiern.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 286.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1948 wurde Stoph Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik beim SED-Parteivorstand. 1950 wurde er ins Sekretariat des [[Zentralkomitee der SED|Zentralkomitees (ZK) der SED]] berufen und [[Abgeordneter]] der Volkskammer. Nach dem [[Aufstand des 17. Juni|Volksaufstand am 17. Juni 1953]] stieg er ins [[Politbüro des ZK der SED]] auf. Von 1950 bis 1952 war Stoph Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses der [[Volkskammer]] und Leiter des Büros für Wirtschaftsfragen beim [[Ministerrat (DDR)|Ministerrat der DDR]]. Danach war er von Mai 1952 bis Juni 1955 [[Ministerium des Innern (DDR)|Minister des Innern]] sowie von 1954 bis 1962 stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1955 bis 1960 war Stoph [[Ministerium für Nationale Verteidigung|Minister für Nationale Verteidigung]]. Durch dieses Amt wurde er 1955 Generaloberst und 1959 [[Armeegeneral]]. Als die westdeutsche Presse 1960 Stophs [[Eloge]]n aus der [[Zeit des Nationalsozialismus]] enthüllte, deren Authentizität dieser nicht abstreiten konnte, beschlossen Honecker und Ulbricht seinen Abgang aus dem Verteidigungsministerium. Stoph blieb aber stellvertretender Ministerpräsident und wurde mit der „allseitigen Koordinierung und Kontrolle der Durchführung der Beschlüsse des ZK und des Ministerrates“ beauftragt. Als sich [[Otto Grotewohl]]s Gesundheitszustand verschlechterte, wurde Stoph 1962 erster Stellvertreter und nach dessen Tod 1964 sein Nachfolger als Ministerpräsident, jetzt mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Vorsitzender des Ministerrats&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mählert294&amp;quot;&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 294.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-F0309-0201-001, Berlin, Empfang DDR-Frauen bei Ulbricht.jpg|mini|Willi Stoph im Gespräch mit [[Lotte Ulbricht]] und [[Walter Ulbricht]] (1967)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F031406-0017, Erfurt, Treffen Willy Brandt mit Willi Stoph.jpg|mini|Treffen mit [[Willy Brandt]] am 19.&amp;amp;nbsp;März 1970 in Erfurt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Erich Honecker und Willi Stoph.jpg|mini|[[Erich Honecker]] und Willi Stoph neben ihren [[GAZ-13 Tschaika]] auf der [[Leipziger Messe|Leipziger Frühjahrsmesse]] 1972]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1970 traf er sich mit [[Bundeskanzler (Deutschland)|Bundeskanzler]] [[Willy Brandt]] in [[Erfurt]] ([[Erfurter Gipfeltreffen]]) und [[Kassel]] ([[Gipfeltreffen in Kassel 1970]]) zu zwei deutschen Gipfeln, die die [[Entspannungspolitik]] einläuteten. Nach dem Tod [[Walter Ulbricht]]s 1973 wurde Stoph [[Vorsitzender des Staatsrats|Staatsratsvorsitzender]] und somit protokollarisch DDR-Staatsoberhaupt. 1976 musste Stoph seinen Posten an [[Erich Honecker]] abtreten, unter dessen Amtsführung er an Einfluss verlor.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stoph wurde wieder Vorsitzender des Ministerrates und stellvertretender Vorsitzender des Staatsrats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ansicht des Zeithistorikers [[Ulrich Mählert]] war Stoph ein „Reformbremser“, der zu den [[Leonid Iljitsch Breschnew|Breschnew]]-hörigen Kräften gehörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mählert294&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politisches Ende nach der Wende in der DDR ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-N1227-404, Neujahrsansprache Stoph.jpg|mini|Neujahrsansprache 1974]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Dienstag, 17. Oktober 1989 beantragte Stoph im Politbüro, Honecker von seiner Funktion als Generalsekretär zu entbinden. Er gehörte im September/Oktober 1989 zum Personenkreis, der die Absetzung von Erich Honecker, nach einigen für die DDR schwerwiegenden Schritten in dieser Zeit, plante. Stoph trat am 7. November gemeinsam mit der gesamten Regierung der DDR zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 279.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zur Neubildung der Regierung unter dem vorigen SED-Bezirkschef von Dresden, [[Hans Modrow]], blieb Stoph geschäftsführend im Amt. Er bekannte vor der Volkskammer, dass der Ministerrat seine politische Verantwortung gemäß der Verfassung nicht wahrgenommen habe. Am 8. November trat das gesamte Politbüro des ZK der SED (damit auch Stoph) zurück. Am 17. November wurde Stoph als Mitglied des Staatsrates abberufen und verlor sein Volkskammermandat. Am 3. Dezember wurde er durch das [[ZK der SED]] aus der Partei ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bekanntwerden der Privilegienwirtschaft Stophs ===&lt;br /&gt;
Nach der [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|friedlichen Revolution in der DDR]] musste Stoph aus seinem Haus in der [[Waldsiedlung (Bernau bei Berlin)|Waldsiedlung Wandlitz]] ausziehen. Es wurde bekannt, dass Stoph ein Jagdhaus inmitten eines Naturschutzgebietes am Ostufer der [[Müritz]] besaß, das 8,35 Millionen Mark gekostet hatte und an Größe alle Wochenendbehausungen der anderen Politbüromitglieder weit übertraf. Das komfortable Anwesen hatte neun Garagen und besaß eine eigens für ihn gegrabene zwei Kilometer lange Wasserstraße von der Müritz zum [[Specker See]]. Der für die Versorgung der Waldsiedlung verantwortliche MfS-Offizier Gerd Schmidt beschrieb zehn Jahre nach der Wende in seinen Memoiren ausführlich die Maßlosigkeit der aufwendigen, luxuriösen Lebensführung und die abgehobene Privilegienwirtschaft Stophs. Stoph hatte sich in der Nähe des Specker Sees einen eigenen ausgedehnten Familiensitz mit großen Obstplantagen und Gewächshäusern, mit Orangen-, Zitronen- und Mandarinenbäumchen errichten lassen, für die zusätzliches Wach- und Gartenpersonal beschäftigt werden musste.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 298 ff.; zur Privilegienwirtschaft Stophs: Gerd Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Ich war Butler beim Politbüro: Protokoll der Wahrheit über die Waldsiedlung Wandlitz.&amp;#039;&amp;#039; Schkeuditz 1999. S. 79 ff.; Ulrich Baron: [https://www.welt.de/print-welt/article316753/Betreutes-Wohnen-Wandlitz.html Betreutes Wohnen Wandlitz.] [[Die Welt]], 29. Mai 2004; [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15118822.html „Ick fühl mir wie im Krankenhaus“.] [[Der Spiegel]], 22. November 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. Dezember 1989 leitete der [[Generalstaatsanwalt]] der DDR gegen Stoph ein Ermittlungsverfahren unter dem Verdacht des [[Amtsmissbrauch (Deutschland)|Amtsmissbrauchs]] und der Korruption zum Schaden der Volkswirtschaft und zur persönlichen Bereicherung ein. Er nahm ihn am selben Tage in Untersuchungshaft. Nachdem Stoph im Februar 1990 aus gesundheitlichen Gründen entlassen worden war, versuchte er, [[Asyl]] in der Sowjetunion zu erhalten. Staatspräsident [[Michail Sergejewitsch Gorbatschow|Michail Gorbatschow]] ließ ihm mitteilen, dass sein Wunsch zur Kenntnis genommen wurde, antwortete aber nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus Behling]]: [https://books.google.de/books?id=T5t0DAAAQBAJ&amp;amp;pg=PT108#v=onepage&amp;amp;q=Willi%20Stoph&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Geheimnisse eines versunkenen Landes&amp;#039;&amp;#039;], Bild und Heimat, 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anklage nach der Wiedervereinigung ===&lt;br /&gt;
Als im [[Deutsche Wiedervereinigung|wiedervereinigten Deutschland]] die Justiz Ermittlungen wegen der [[Schießbefehl|Tötungen]] an der DDR-Grenze und den [[Todesopfer an der Berliner Mauer|Todesopfern an der Berliner Mauer]] aufnahm, kam Stoph im Mai 1991 erneut in [[Untersuchungshaft]], aus der er nach 15&amp;amp;nbsp;Monaten freikam. Am 11. November 1992 eröffnete das [[Landgericht Berlin]] das Verfahren gegen Stoph, Honecker und Mielke. Stoph war beim Prozessauftakt krankheitsbedingt nicht zugegen. Das Gericht trennte Stophs Verfahren ab und stellte es im August 1993 wegen Verhandlungsunfähigkeit&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Mählert: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303, hier S. 299.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis zu seiner Genesung ein, nachdem Sachverständige eine „schwere instabile [[Angina pectoris]]“ (Sauerstoffmangel im Herz) und depressive Angstzustände diagnostiziert hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Honecker bald allein vor Gericht |Sammelwerk=Die Tageszeitung: taz |Datum=1992-11-14 |ISSN=0931-9085 |Seiten=2 |Online=https://taz.de/Honecker-bald-allein-vor-Gericht/!1643509/ |Abruf=2022-01-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. Oktober 1994 entschied das [[Verwaltungsgericht Berlin]], dass Stoph sein 1990 beschlagnahmtes Sparguthaben in Höhe von 200.000&amp;amp;nbsp;[[Deutsche Mark|DM]] nicht zurückerhalte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stoph starb am 13. April 1999 in Berlin und wurde in [[Wildau]] beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;knerger.de: [http://knerger.de/html/stophpolitiker_73.html Das Grab von Willi Stoph]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur weiteren Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft in der DDR. Reden und Aufsätze.&amp;#039;&amp;#039; Dietz-Verlag, Berlin 1974.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Für das Erstarken unseres sozialistischen Staates. Ausgewählte Reden und Aufsätze.&amp;#039;&amp;#039; Dietz-Verlag, Berlin 1979.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;DDR – Staat des Sozialismus und des Friedens. Ausgewählte Reden und Aufsätze.&amp;#039;&amp;#039; Dietz-Verlag, Berlin 1984.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sozialismus und Frieden zum Wohle des Volkes. Ausgewählte Reden und Aufsätze.&amp;#039;&amp;#039; Dietz-Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-320-01343-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=willi-stoph|lemma=Stoph, Willi|autor=[[Bernd-Rainer Barth]], [[Helmut Müller-Enbergs]]|band=2|idNum=3431}}&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Mählert]]: &amp;#039;&amp;#039;Willi Stoph – Ein Fußsoldat der KPD als Verteidigungsminister der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hans Ehlert]], [[Armin Wagner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 279–303.&lt;br /&gt;
* {{NDB|25|441||Stoph, Willi|Dierk Hoffmann|118975714}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118975714}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ddr-geschichte.de/PERSONEN/Stoph/stoph.html DDR-Biografien]&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG |Bio=willi-stoph |Titel=Willi Stoph}}&lt;br /&gt;
* [https://www1.wdr.de/stichtag3326.html Reportage zum 35. Jahrestag der Ernennung Stophs zum DDR-Staatsratsvorsitzenden], [[WDR]]&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/politik/stube-65-a-db0a9c11-0002-0001-0000-000043065701?context=issue Stoph-Biographie], [[Der Spiegel]], 18. Mai 1960&lt;br /&gt;
* [[BStU]]: Themenbeitrag: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/online-entdecken/themenbeitraege/codename-konfrontation/ Codename &amp;quot;Konfrontation&amp;quot;: Erstes deutsch-deutsches Treffen: Willy Brandt trifft Willi Stoph in Erfurt]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Filmausschnitt Zeitdokument AP, [https://www.youtube.com/watch?v=OwOvOpvmYek Willi Stoph eröffnet Parteitag im Palast der Republik]&lt;br /&gt;
* [https://www.ardmediathek.de/video/aktuelle-kamera/willi-stoph-empfaengt-in-berlin-regierungsdelegationen-der-drv-und-aus-ghana/ard/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xMTM5MTc Willi Stoph empfängt in Berlin Regierungsdelegationen der DRV und aus Ghana] [[Deutscher Fernsehfunk]], 29. Dezember 1965 (Video im [[ARD Retro|ARD-Retro]]-Angebot der [[ARD Mediathek]]).&lt;br /&gt;
* [https://www.ardmediathek.de/video/aktuelle-kamera/ministerratsvorsitzender-willi-stoph-spricht-vor-kommunalpolitikern/ard/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xNDg4MjY Ministerratsvorsitzender Willi Stoph spricht vor Kommunalpolitikern] [[Deutscher Fernsehfunk]], 15. Oktober 1965 (Video im [[ARD Retro|ARD-Retro]]-Angebot der [[ARD Mediathek]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118975714|LCCN=n50010826|VIAF=109556746}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Stoph, Willi}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Antimilitärischen Apparat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsoberhaupt der DDR]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regierungschef der DDR]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Innenminister (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verteidigungsminister (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Staatsrates der DDR]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Armeegeneral (Nationale Volksarmee)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Politbüros des ZK der SED]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sekretär des ZK der SED]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Heer der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vertreter des Marxismus-Leninismus]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Sowjetunion]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Bürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1914]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1999]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Stoph, Willi&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (SED), MdV, Ministerpräsident&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=9. Juli 1914&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin-Schöneberg|Schöneberg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. April 1999&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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