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	<title>Willi Kreikemeyer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Willi_Kreikemeyer&amp;diff=861774&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Polimorph: /* Leben */ Grammatik korrigiert</title>
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		<updated>2026-01-25T13:05:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt; Grammatik korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Willi Kreikemeyer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[11. Januar]] [[1894]] in [[Salbke]] bei Magdeburg; † vermutlich [[31. August]] [[1950]]) war [[Kommunistische Partei Deutschlands|kommunistischer]] [[Internationale Brigaden|Spanienkämpfer]], als Funktionär der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]] von 1949 bis 1950 Generaldirektor der [[Deutsche Reichsbahn (1945–1993)|Deutschen Reichsbahn]] und starb als Opfer [[Fall Noel Field|Fieldaffäre]] in einem Gefängnis des [[Ministerium für Staatssicherheit|Ministeriums für Staatssicherheit]] (MfS).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Willi Kreikemeyer war ein gelernter Dreher. Er schloss sich 1910 der [[Gewerkschaft]] an und 1919 der [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]]. Durch seine Funktionärstätigkeit für die KPD kam er in engen Kontakt zu [[Willi Münzenberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1937 wurde Kreikemeyer im [[Spanischer Bürgerkrieg|Spanischen Bürgerkrieg]] Offizier der republikanischen Armee und der [[XI. Internationale Brigade|11. Internationalen Brigade]]. Nach schwerer Verwundung wurde Kreikemeyer zuerst als [[Kader]]chef der deutschen Abteilung, später als Chefadjutant für alle Kaderabteilungen der [[Internationale Brigaden|Internationalen Brigaden]] eingesetzt. In diesen Tätigkeiten hatte er Kontakt mit [[Erich Mielke]], der unter dem Decknamen &amp;#039;&amp;#039;Leistner&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Leissner&amp;#039;&amp;#039; Chef der Instruktionsabteilung und Adjutant der zentralen Administration war. Unter anderem ist bekannt, dass Kreikemeyer sowohl um Bemühungen Mielkes wusste, sich in das sichere [[Mexiko]] abzusetzen, als auch um Hilfen, die Mielke aus dem Hilfswerk [[Noel Field]]s erhielt. Im April 1939 heiratete er Marthe Fels, eine Elsässerin. Diese Ehe bewahrte ihn bei Kriegsausbruch vor einer längeren Internierung in Frankreich. Als Angehöriger eines Arbeitsbataillons wurde er nach der Kapitulation Frankreichs entlassen und konnte sich legal in Toulouse und Marseille aufhalten. Nach der [[Befreiung von Paris]] gingen Kreikemeyers in die französische Hauptstadt, Kreikemeyer wurde dort bis Februar 1946 Leiter der [[Union Immigrés allemands antinazis]]. Mitte Februar 1946 traf Kreikemeyer in Berlin ein und meldete sich sofort im [[Zentralkomitee]] der Kommunistischen Partei Deutschlands. Bereits am 18. Februar wurde er als [[OdF-Ausschüsse|Opfer des Faschismus]] anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fieldaffäre ===&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg Kreikemeyer bis 1949 zum Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn auf. Im Zuge der Fieldaffäre geriet er ins Visier der [[Zentrale Parteikontrollkommission|Zentralen Parteikontrollkommission]] der SED, da er für [[Noel Field]]s Hilfswerk gearbeitet hatte. Bei deren Ermittlungen ordnete er den Decknamen &amp;#039;&amp;#039;Leistner&amp;#039;&amp;#039; [[Erich Mielke]] zu, dem Staatssekretär im [[Ministerium für Staatssicherheit]] (MfS). Der dienstlich davon informierte Mielke musste deshalb befürchten, als Begünstigter Fields erkannt und in der Affäre mit lebensgefährlichen Folgen belastet zu werden. Mielke ließ Kreikemeyer durch das MfS verhaften und in die [[Reichsbahnbunker Friedrichstraße|Untersuchungshaftanstalt in der Albrechtstraße]] in Berlin-Mitte bringen, wo er ihn sofort verhörte. Mielke sorgte dafür, dass der Fall Kreikemeyer in der DDR, auch innerhalb des MfS, zum Tabu-Thema wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kreikemeyers Tod ===&lt;br /&gt;
Nach dem Verhör durch Mielke, der ihm dabei den Parteiausschluss mitgeteilt hatte, und der Abfassung einer persönlichen Erklärung soll Kreikemeyer nach späterer Darstellung des MfS [[Suizid|Selbstmord]] durch Erhängen begangen haben. Kreikemeyer sei stark verschnupft gewesen, soll daher einen Wärter um die Herausgabe konfiszierter Taschentücher gebeten haben, und sich dann mit drei zusammengeknoteten Taschentüchern an der Zellentür erhängt haben. Diese Version wurde vier&amp;amp;nbsp;Jahre nach dem angeblichen Selbstmord niedergeschrieben und erst 1957 veröffentlicht. Auch der Totenschein wurde erst 1957 ausgestellt. [[Wolfgang Kießling]] bezweifelte diese Darstellung, weil er weder einen Beleg dafür fand, dass die Leiche des Häftlings ärztlich untersucht wurde, noch dokumentiert ist, wo sie bestattet wurde. Von Mielke existieren zwei Briefe an [[Walter Ulbricht]], in denen er behauptete, Kreikemeyer sei sowjetischen Behörden übergeben worden und 1955 in sowjetischer Haft verstorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreikemeyers Schicksal wurde nie aufgeklärt. Wolfgang Kießling vermutet, dass Mielke Kreikemeyer ermorden ließ, möchte aber auch eine Selbsttötung nicht völlig ausschließen, weil die letzten Notizen Kreikemeyers in der Untersuchungshaft dessen tiefe Bestürzung über seinen Parteiausschluss dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zersetzungsmaßnahmen gegen seine Ehefrau ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Zersetzung (Ministerium für Staatssicherheit)}}&lt;br /&gt;
Kreikemeyers Ehefrau, Marthe Kreikemeyer, wurde als „feindlich zur DDR“ eingestuft – wohl, weil sie immer wieder Briefe an die Behörden schrieb, in denen sie Aufklärung über das Schicksal ihres Mannes forderte. Diese Briefe weisen sie als überzeugte Kommunistin aus, die fest an einen Justizirrtum glaubte. Ihre einzige „feindliche“ Tat bestand in ihrer Weigerung, ihren französischen Pass abzugeben, solange ihre Eltern noch lebten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mielke trieb sie aus dem Land: Er lud sie 1954 zu einem Gespräch ein, in dem er sich angeblich zu Kreikemeyers Schicksal äußern wollte. Tatsächlich aber konfrontierte er sie mit Verdächtigungen, auch sie sei in die Fieldaffäre verstrickt. Marthe Kreikemeyer floh daraufhin nach [[West-Berlin]] und weiter nach Frankreich. Über die [[Parti communiste français|Kommunistische Partei Frankreichs]] sandte sie weiter ihre Briefe nach [[Ost-Berlin]]. Dort wurden sie geflissentlich ignoriert. Im April 1956 beschloss eine im Rahmen der [[Entstalinisierung#DDR|Entstalinisierung]] unter Vorsitz Walter Ulbrichts zusammengetretene „Kommission zur Überprüfung von Angelegenheiten von Parteimitgliedern“, „den Brief von Frau Kreikemeyer zur Kenntnis zu nehmen und den staatlichen Organen zu empfehlen, der Frau Kreikemeyer keine Antwort zukommen zu lassen, da sie selbst Ausländerin ist und im Ausland lebt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Dokument 3: &amp;#039;&amp;#039;Zweite Sitzung der Kommission des Zentralkomitees zur Überprüfung von Angelegenheiten von Parteimitgliedern vom 25.4.1956&amp;#039;&amp;#039;. In: Josef Gabert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zur Entlassung werden vorgeschlagen … Wirken und Arbeitsergebnisse der Kommission des Zentralkomitees zur Überprüfung von Angelegenheiten von Parteimitgliedern 1956. Dokumente&amp;#039;&amp;#039;. Dietz, Berlin 1991, ISBN 3-320-01610-5, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst 1957 bekam Marthe Kreikemeyer eine Antwort: Die oben erwähnte Stasi-Version vom Selbstmord ihres Mannes. Bis zu ihrem Tod 1986 schrieb sie weiter Briefe an die DDR-Behörden. Das einzige Ergebnis war, dass Willi Kreikemeyers Parteiausschluss schließlich rückgängig gemacht wurde. 1990 wurde Kreikemeyer von der [[Partei des Demokratischen Sozialismus|PDS]] rehabilitiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Lothar Hornbogen |url=https://archiv2017.die-linke.de/partei/geschichte/politische-rehabilitierungen/ |titel=Politische Rehabilitierungen: Eine Lehre aus unserer Geschichte |werk=die-linke.de |datum=2008-11-24 |abruf=2022-11-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=willi-kreikemeyer|lemma=Kreikemeyer, Willi|autor=[[Bernd-Rainer Barth]]|band=1|idNum=1897}}&lt;br /&gt;
* [[Udo Grashoff]]: &amp;#039;&amp;#039;„In einem Anfall von Depression …“. Selbsttötungen in der DDR.&amp;#039;&amp;#039; Links, Berlin 2006, ISBN 3-86153-420-7, S.&amp;amp;nbsp;111 und 305.&lt;br /&gt;
* Udo Grashoff: [https://web.archive.org/web/20160304202716/http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2008/heft-59/05909/ Angezweifelte Selbsttötungen politischer Häftlinge in der DDR] [[Horch und Guck]] 1/2008&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Kießling]]: &amp;#039;&amp;#039;„Leistner ist Mielke“. Schatten einer gefälschten Biographie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Aufbau-Taschenbücher&amp;#039;&amp;#039; 8036). Aufbau-Taschenbuch-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-7466-8036-0.&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Mielke]], [[Stefan Heinz]]: &amp;#039;&amp;#039;Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung – Widerstand – Emigration (1933–1945)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Gewerkschafter im Nationalsozialismus. Verfolgung – Widerstand – Emigration.&amp;#039;&amp;#039; Band 7). Metropol, Berlin 2017, ISBN 978-3-86331-353-1, S.&amp;amp;nbsp;308, 405, 551ff.&lt;br /&gt;
* [[Andreas Herbst]]: &amp;#039;&amp;#039;Willi Kreikemeyer – Ein erstes Opfer der Überprüfung von Westimmigranten in der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Christine Fischer-Defoy]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;1945: Jetzt wohin? Exil und Rückkehr .. . nach Berlin? Katalog zur Ausstellung vom 1. Mai bis 15. Juli 1995 auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Bahnhofs in Berlin-Kreuzberg&amp;#039;&amp;#039;. Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin, Berlin 1995.&lt;br /&gt;
* [[Wilfriede Otto]]: [https://www.rosalux.de/publikation/id/2396/das-verschwinden-des-willi-kreikemeyer &amp;#039;&amp;#039;Das Verschwinden des Willi Kreikemeyer&amp;#039;&amp;#039;.] In: Utopie kreativ, Heft 100, Februar 1999, hier das PDF von Wilfriede Otto herunterladen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kreikemeyer, Willi&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Werner Röder]], [[Herbert A. Strauss]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben&amp;#039;&amp;#039;. München: Saur 1980, S. 393f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119484439}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|GND=119484439}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Generaldirektoren der Deutschen Reichsbahn}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119484439|LCCN=n98036211|VIAF=125074144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kreikemeyer, Willi}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:USPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KPD-Funktionär]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Interbrigadist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betroffener der Noel-Field-Affäre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn (1945–1993)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betroffener eines Parteiausschlussverfahrens (SED)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer der Diktatur in der DDR]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SED-Funktionär]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1894]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1950]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kreikemeyer, Willi&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SED-Funktionär, Generaldirektor der Reichsbahn, Schlüsselfigur der Fieldaffäre&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. Januar 1894&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Salbke]] bei Magdeburg&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=31. August 1950&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Polimorph</name></author>
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