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	<title>Wilhelm de la Mare - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T13:28:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Alanus am 12. Januar 2026 um 08:48 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-12T08:48:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilhelm de la Mare&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Gulielmus de la Mare&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Gulielmus de Lamare&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Guillermo de la Mare&amp;#039;&amp;#039;, im englischen Sprachraum auch &amp;#039;&amp;#039;William de la Mare&amp;#039;&amp;#039;; † um 1290), im Mittelalter mit dem Ehrentitel &amp;#039;&amp;#039;Doctor correctivus&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, war ein englischer [[Franziskanische Orden|Franziskanertheologe]] und [[Philosoph]], der die traditionelle [[Neuplatonismus|neuplatonisch]]-[[Augustinus|augustinische]] Schule vertrat. Er war ein prominenter Kritiker der durch [[Thomas von Aquin]] wiederbelebten [[Aristotelismus|aristotelischen]] Ideen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Wilhelms erste Jahre ist wenig bekannt. Etwa in den 1260er Jahren hielt er eine Predigt im Franziskanerkonvent von [[Lincoln (Lincolnshire)|Lincoln]] und verfasste einen „Sentenzenkommentar“ (Kommentar zu den &amp;#039;&amp;#039;Sentenzen&amp;#039;&amp;#039; des [[Petrus Lombardus]]). Er wurde wohl von den zeitgenössischen Autoren [[Johannes Peckham]], der als sein direkter Lehrer gilt, [[Walter von Brügge]], [[Roger Bacon]] und dem [[Dominikaner]] [[Innozenz V.|Petrus von Tarentaise]] beeinflusst. In seinen frühen Werken ist die Kritik am Dominikaner Thomas von Aquin noch wenig ausgeprägt und bleibt im Rahmen der üblichen Schulstreitigkeiten. Die spätere, grundlegende Kritik am [[heterodox]]en Aristotelismus und an [[Averroes]] ist noch nicht zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mitglied des Franziskanerordens legte Wilhelm seinen [[Magister]] der [[Theologie]] um 1275 an der [[Universität Paris]] ab. Als Professor in [[Paris]] vertrat er die augustinische Schule, wie sie von dem renommierten italienischen Franziskaner [[Bonaventura]] fortgeführt worden war. In seinem in Paris verfassten &amp;#039;&amp;#039;Commentarium super libros sententiarum&amp;#039;&amp;#039; („Kommentar zu den Sentenzenbüchern“ [des [[Petrus Lombardus]]]) und seinen &amp;#039;&amp;#039;Disputationes de quodlibet&amp;#039;&amp;#039; reflektiert er auch über den Erkenntnisprozess, den er als Operation einer intrinsischen Kraft im menschlichen [[Geist]] begreift, die dem Menschen von [[Gott]] bei der Erschaffung mitgegeben wurde. Der daraus resultierende menschliche Wille, sich mit Gott wiederzuvereinigen, und eine innere Erleuchtung der [[Seele]], durch die die ewigen Ideen und Wahrheiten erkannt werden können, bilden für Wilhelm die Grundlage der Seelenlehre. Seine [[Wissenschaftstheorie|wissenschaftstheoretischen]] Auffassungen ähneln denen Roger Bacons, mit dem er das Interesse für [[Grammatik]], [[Sprachwissenschaft]], [[Logik]] und [[Empirismus|empiristische]] Ideen teilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Pariser Lehrtätigkeit kehrte er nach England zurück, vermutlich nach [[Oxford]]. Dort schrieb er 1277/78 sein bekanntes Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Correctorium fratris Thomae]]&amp;#039;&amp;#039; („Sammlung von Korrekturen zu Bruder Thomas“), welches als Manifest der neu-augustinischen Franziskanerschule bezeichnet werden kann. Darin kritisiert er die Lehren des Dominikaners Thomas von Aquin heftig. Von den dominikanischen Parteigängern des Thomas wurde es von Beginn an als &amp;#039;&amp;#039;Corruptorium&amp;#039;&amp;#039; („Verderbnisschrift“) angefeindet. Es löste den als Korrektorienstreit bezeichneten Disput aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einführung der aristotelischen Ideen im [[Spätmittelalter]], besonders durch Thomas von Aquin, forderte die traditionell [[Neuplatonismus|neuplatonisch]] denkenden Gelehrten heraus, deren Ansichten bisher dominiert hatten. So ist es auch das Ziel von Wilhelms Schrift &amp;#039;&amp;#039;Correctorium fratris Thomae&amp;#039;&amp;#039;, den Anhängern dieser Richtung eine Anleitung an die Hand zu geben, wie sie mit Thomas’ Ideen umgehen sollten. Dazu griff Wilhelm 118 Artikel aus Thomas’ Schriften heraus, vornehmlich aus dessen &amp;#039;&amp;#039;[[Summa theologiae]]&amp;#039;&amp;#039; („Summe der Theologie“), aber auch aus den &amp;#039;&amp;#039;Quodlibeta&amp;#039;&amp;#039; und dem Kommentar zum 1. Sentenzenbuch, um zu zeigen, wie das aristotelische Gedankengut zu Interpretationen führt, die der [[Kirche (Organisation)|kirchlichen]] Lehre widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilhelms Kritik an Thomas wurde 1282 vom gesamten Franziskanerorden übernommen, als der [[Liste franziskanischer Generalminister|franziskanische Generalminister]] [[Bonagratia von Bologna]] das Studium der Schriften des Thomas von Aquin verbot. 1283 wurde das &amp;#039;&amp;#039;Correctorium&amp;#039;&amp;#039; auf dem [[Generalkapitel]] der Franziskaner in [[Straßburg]] auch förmlich kanonisiert. Thomas’ &amp;#039;&amp;#039;Summa theologiae&amp;#039;&amp;#039; durften die [[Minoriten]] nun nur noch auf der Basis der im &amp;#039;&amp;#039;Correctorium&amp;#039;&amp;#039; geäußerten Kritik studieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon bald nach seiner Veröffentlichung wurde das &amp;#039;&amp;#039;Correctorium&amp;#039;&amp;#039; selbst zum Ziel polemischer [[Publikation]]en von Thomisten, die dieses wiederum „korrigierten“. Besonders die englischen Dominikaner [[Richard Clapwell]] und [[Thomas Sutton]] und der französische Dominikaner [[Johannes von Paris]] antworteten mit Gegenschriften, die als &amp;#039;&amp;#039;Correctoria corruptorii&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeregt von [[Roger Bacon]] beschäftigte sich Wilhelm de la Mare auch mit einer kritischen [[Bibelausgabe]], der &amp;#039;&amp;#039;Correctio textus bibliae&amp;#039;&amp;#039; („Korrektur des Textes der Bibel“) und verfasste ein Glossar für die [[Hebräische Sprache|hebräisch]]en und [[griechische Sprache|griechischen]] Wörter, das &amp;#039;&amp;#039;De Hebraeis et Graecis vocabulis glossarum bibliae&amp;#039;&amp;#039; („Über die hebräischen und griechischen Begriffe der Bibel“). Das [[Glossar]] gilt als eines der gelehrtesten des Mittelalters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilhelm sah die [[Theologie]] als Anleitung zum rechten Handeln und damit als eine „praktische [[Wissenschaft]]“. Allerdings nicht im streng aristotelischen Sinne des Wortes „Wissenschaft“, sondern als auf göttliche Autorität gestützte, letztlich [[dogma]]tische, Gesetze, die zum Glauben führen wollen und das Handeln des Menschen zur [[Seligkeit]] hinführen sollen. Auch damit steht Wilhelm in der von [[Augustinus]] herkommenden frühen franziskanischen Tradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn Wilhelms Hauptwerk einen wichtigen Schritt für die franziskanische Theologie darstellte, war die Nachwirkung seiner Kritik an Thomas von Aquin und der aristotelischen Beeinflussung der Theologie nicht dauerhaft. Seinen Arbeiten zu einer kritischen Bibelausgabe war eine stärker anhaltende Wirkung beschieden; sie wurden u.&amp;amp;nbsp;a. von [[Johannes Duns Scotus]] und [[Petrus Johannis Olivi]] rezipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Commentarium super libros sententiarum&amp;#039;&amp;#039; („Kommentar zum Sentenzenbuch“)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Disputationes de quodlibet&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Correctorium fratris Thomae]]&amp;#039;&amp;#039; („Korrektur des Bruder Thomas“)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Correctio textus bibliae&amp;#039;&amp;#039; („Korrektur des Textes der Bibel“)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De Hebraeis et Graecis vocabulis glossarum bibliae&amp;#039;&amp;#039; („Über die hebräischen und griechischen Begriffe der Bibel“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Louis J. Bataillon: &amp;#039;&amp;#039;Guillaume de la Mare. Note sur sa regence parisienne et sa predication&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Archivum Franciscanum Historicum 98 (2005)&amp;#039;&amp;#039;, S. 367–422.&lt;br /&gt;
* Federica Caldera: &amp;#039;&amp;#039;Guglielmo de la Mare tra Bonaventura, Tommaso d’Aquino e Pietro di Tarantasia. Dipendenze testuali e originalità del Commento alle Sentenze&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Archivum Franciscanum Historicum 98 (2005)&amp;#039;&amp;#039;, S. 465–508.&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Denifle]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Handschriften der Bibel-Correctorien des 13. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Literatur- und Kirchengeschichte des Mittelalters 4 (1888)&amp;#039;&amp;#039;, S. 263–311, S. 471–601.&lt;br /&gt;
* Hans Kraml: &amp;#039;&amp;#039;Einleitung&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Guillelmus de la Mare, Scriptum in primum librum sententiarum. Ed. Hans Kraml&amp;#039;&amp;#039;, (Bayerische Akademie der Wissenschaften. Veröffentlichungen der Kommission für die Herausgabe ungedruckter Texte aus der mittelalterlichen Geisteswelt Bd. 15). München 1989, 13*-85*.&lt;br /&gt;
* Hans Kraml: &amp;#039;&amp;#039;Erläuterungen zum Prolog des Sentenzenkommentars von Wilhelm de la Mare&amp;#039;&amp;#039;, in: Bruno Niederbacher / Gerhard Leibold (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Theologie als Wissenschaft im Mittelalter. Texte, Übersetzungen, Kommentare&amp;#039;&amp;#039;. Münster 2006, S. 312–324.&lt;br /&gt;
* Hans Kraml: &amp;#039;&amp;#039;The Quodlibet of William de la Mare&amp;#039;&amp;#039;, in: Christopher Schabel (Ed.), &amp;#039;&amp;#039;Theological Quodlibeta in the Middle Ages. The Thirteenth Century&amp;#039;&amp;#039;. Leiden 2006, S. 151–170.&lt;br /&gt;
* Hadrianus a Krizovljan: &amp;#039;&amp;#039;Primordia scholae franciscanae et thomismus&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Collectanea Franciscana 31&amp;#039;&amp;#039;, 1961, S. 133–175.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629163103/http://www.bautz.de/bbkl/w/wilhelm_d_l_m.shtml |band=13|autor=Detlef Metz|spalten=1247-1250}}&lt;br /&gt;
* Adriano Oliva: &amp;#039;&amp;#039;La deuxième rédaction du Correctorium de Guillaume de la Mare: Les questions concernant la I pars&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Archivum Franciscanum Historicum 98 (2005)&amp;#039;&amp;#039;, S. 423–464.&lt;br /&gt;
* Franz Pelster: &amp;#039;&amp;#039;Das Ur-Correctorium Wilhelms de la Mare. Eine theologische Zensur zu Lehren des hl. Thomas&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Gregorianum 28&amp;#039;&amp;#039;, 1947, S. 220–235.&lt;br /&gt;
* Franz Pelster: &amp;#039;&amp;#039;Einige ergänzende Angaben zum Leben und zu den Schriften des Wilhelm de la Mare OFM&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Franziskanische Studien 37&amp;#039;&amp;#039;, 1955, S. 75–80.&lt;br /&gt;
* Theodor Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Die Einheit des Menschen. Die anthropologische Formel „anima forma corporis“ in sogenannten Korrektorienstreit und bei Petrus Johannis Olivi. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des Konzils von Vienne&amp;#039;&amp;#039;,  (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters, Neue Folge Bd. 8). Münster 1973.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119254115|NAME=Guilelmus de Lamara}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119254115|LCCN=n/90/709600|VIAF=115309073}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wilhelm #La Mare}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politischer Philosoph]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franziskaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Katholischer Theologe (13. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Sorbonne)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Engländer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 13. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 13. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wilhelm de la Mare&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=William de la Mare; Doctor correctivus (Spitzname); Gulielmus de la Mare; Gulielmus de Lamare; Guillermo de la Mare&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=englischer Franziskaner und Gegenspieler des Thomas von Aquin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=England&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=um 1285 oder um 1290&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alanus</name></author>
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