<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Wilhelm_Souchon</id>
	<title>Wilhelm Souchon - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Wilhelm_Souchon"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wilhelm_Souchon&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T03:16:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wilhelm_Souchon&amp;diff=612659&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lukas Jaedicke: /* Mittelmeerdivision */ Grammatik korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wilhelm_Souchon&amp;diff=612659&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-10-29T01:40:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Mittelmeerdivision: &lt;/span&gt; Grammatik korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Wilhelm Souchon.jpg|mini|Wilhelm Souchon, 1918]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Otto Liman Von Sanders with daughter and Wilhelm Souchon.jpg|mini|Wilhelm Souchon (r.) und [[Otto Liman von Sanders]] (l.), Limans Tochter in der Mitte (vermutlich 1915)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Anton Souchon&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[2. Juni]] [[1864]] in [[Leipzig]]; † [[13. Januar]] [[1946]] in [[Bremen]]) war [[Vizeadmiral]] der [[Kaiserliche Marine|kaiserlichen Marine]] im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. Er wurde bekannt als Befehlshaber der [[Mittelmeerdivision]], die im August 1914 durch ihr Einlaufen in die [[Dardanellen]] und ihre Übergabe an die Türkei erheblich zum Kriegseintritt des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]] auf Seite der [[Mittelmächte]] beitrug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkriegszeit ==&lt;br /&gt;
Souchon entstammte einer hugenottischen Familie; er war der Sohn des Kunstmalers [[Wilhelm Ferdinand Souchon]] und der Charlotte geb. Naumann, der Tochter eines Berliner Bankdirektors.&lt;br /&gt;
Als [[Seekadett]] der Crew 1881 nahm Souchon, wie auch der spätere Admiral [[Franz von Hipper|Franz Hipper]], als Besatzungsmitglied der [[Fregatte|Kreuzerfregatte]] &amp;#039;&amp;#039;[[Leipzig (Schiff, 1877)|Leipzig]]&amp;#039;&amp;#039; bei der Flaggenhissung und offiziellen Inbesitznahme der Kolonie [[Deutsch-Südwestafrika]] am 7.&amp;amp;nbsp;August 1884 bei dem Fort Vogelsang in Angra Pequena ([[Lüderitzbucht]]) teil. Vom 20.&amp;amp;nbsp;Mai bis zum 3.&amp;amp;nbsp;Oktober 1894 war Souchon Kommandant des Minenschulschiffes &amp;#039;&amp;#039;[[Rhein (Schiff, 1867)|Rhein]]&amp;#039;&amp;#039; und wurde während dieses Kommandos zum [[Kapitänleutnant]] befördert. Im April/März 1900 war er als I.&amp;amp;nbsp;Offizier des [[Küstenpanzerschiff]]es &amp;#039;&amp;#039;[[Odin (Schiff, 1896)|Odin]]&amp;#039;&amp;#039; vertretungsweise dessen Kommandant. Der inzwischen zum Korvettenkapitän beförderte Souchon war während der Flottenmanöver 1903 [[Chef des Stabes]] des II.&amp;amp;nbsp;(Reserve-)Geschwaders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1904 wurde Souchon Chef des Stabes des [[Ostasiengeschwader|Kreuzergeschwaders]] in Ostasien unter Vizeadmiral [[Curt von Prittwitz und Gaffron]] auf der &amp;#039;&amp;#039;[[Fürst Bismarck (Schiff, 1900)|Fürst Bismarck]]&amp;#039;&amp;#039;. Im gleichen Jahr nahm er an einer [[Jangtsekiang|Jangtsefahrt]] des Geschwaderchefs mit Besuchen bei hochrangigen chinesischen Würdenträgern teil. Während der Endphase des [[Russisch-Japanischer Krieg|Russisch-Japanischen Krieges]] fanden wenige Fahrten des Geschwaders statt. Im November 1905 übernahm Konteradmiral [[Alfred Breusing]] den Befehl über das Geschwader. Unter ihm wurde noch eine Reise durch [[Niederländisch-Indien]] durchgeführt und der erste Besuch deutscher Marineoffiziere nach dem [[Boxeraufstand]] in [[Peking]] mit einer Audienz bei Kaiser und Kaiserinwitwe [[Cixi]]. Nach einem Besuch im Japan trat Souchon die Heimreise an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Juni 1906 war er im [[Reichsmarineamt]] tätig, wo er zum [[Kapitän zur See]] befördert wurde. Im Oktober 1907 wurde er Kommandant des [[Einheitslinienschiff|Linienschiffes]] &amp;#039;&amp;#039;[[Wettin (Schiff, 1902)|Wettin]]&amp;#039;&amp;#039; und im September 1909 Chef des Stabes der [[Marinestation der Ostsee]]. Auf diesem Posten wurde er am 10.&amp;amp;nbsp;April 1911 zum [[Konteradmiral]] befördert. Im Oktober wurde er 2.&amp;amp;nbsp;Admiral des II.&amp;amp;nbsp;Geschwaders der Hochseeflotte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mittelmeerdivision ==&lt;br /&gt;
Am 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 1913 übernahm Souchon den Befehl über die im Vorjahr gebildete Mittelmeerdivision, die aus dem [[Schlachtkreuzer]] &amp;#039;&amp;#039;[[Goeben (Schiff)|Goeben]]&amp;#039;&amp;#039;, dem [[Kleiner Kreuzer|Kleinen Kreuzer]] &amp;#039;&amp;#039;[[Midilli (Schiff)|Breslau]]&amp;#039;&amp;#039; sowie der Stationsyacht &amp;#039;&amp;#039;[[Loreley (Schiff, 1886)|Loreley]]&amp;#039;&amp;#039; bestand. Zugeteilt war der Division noch der alte Kreuzer &amp;#039;&amp;#039;[[Geier (Schiff, 1895)|Geier]]&amp;#039;&amp;#039;, abgezogen von der Position des Stationärs in Ostafrika. Darüber hinaus konnte der Divisionschef bei Bedarf über die im Mittelmeer operierenden Schulschiffe verfügen, von denen im Winter 1913/14 die &amp;#039;&amp;#039;[[Hansa (Schiff, 1899–1920)|Hansa]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;[[Victoria Louise]]&amp;#039;&amp;#039; erwartet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im August 1914 mit dem Ausbruch von Feindseligkeiten zu rechnen war, führte Konteradmiral Souchon seine beiden Schiffe, die &amp;#039;&amp;#039;Goeben&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Breslau&amp;#039;&amp;#039;, aus der [[Adriatisches Meer|Adria]] ins westliche [[Mittelmeer]], beschoss nach Kriegsausbruch die Hafenanlagen von [[Annaba|Bône]] und [[Skikda|Philippeville]] in [[Algerien]], entzog sich danach erfolgreich Versuchen der britischen [[Royal Navy]], ihn zu stellen, und lief schließlich am 10.&amp;amp;nbsp;August 1914 in die Dardanellen ein. Nach mehrtägigen Verhandlungen führte er sein kleines Geschwader nach [[Istanbul]], wo es am 12.&amp;amp;nbsp;August offiziell in die türkische Marine übernommen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15.&amp;amp;nbsp;August kündigte die Türkei ihr Marineabkommen mit Großbritannien und verwies die britische Marinemission unter Admiral [[Arthur Limpus]] bis zum 15.&amp;amp;nbsp;September des Landes. Die Dardanellen wurden mit deutscher Hilfe befestigt, der [[Bosporus]] durch die in &amp;#039;&amp;#039;Yavuz Sultan Selim&amp;#039;&amp;#039; umbenannte &amp;#039;&amp;#039;Goeben&amp;#039;&amp;#039; gesichert, und beide Meerengen wurden am 27.&amp;amp;nbsp;September 1914 offiziell für die internationale Schifffahrt gesperrt. Am 29.&amp;amp;nbsp;Oktober griff Souchon unter osmanischer Flagge auf Befehl des türkischen Kriegsministers [[Enver Pascha]] [[Russisches Kaiserreich|russische]] Hafenstädte im Schwarzen Meer an. Am 2.&amp;amp;nbsp;November erfolgte daraufhin die [[Kriegserklärung Russlands an das Osmanische Reich]] und am 12.&amp;amp;nbsp;November 1914 die der osmanischen Regierung an die [[Triple Entente]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Osmanische Marine ==&lt;br /&gt;
Souchon wurde zum [[Oberbefehlshaber]] der [[Osmanische Marine|osmanischen]]&amp;amp;nbsp;– nach dem Kriegseintritt [[Zarentum Bulgarien|Bulgariens]] auch der [[Bulgarische Marine|bulgarischen&amp;amp;nbsp;]]– Kriegsmarine ernannt und führte bis 1917 verschiedene Kampfhandlungen gegen die [[Kaiserlich Russische Marine|russische Marine]] und russische Hafen- und Küstenanlagen im [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meer]] durch. Er wurde am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 1915 zum [[Vizeadmiral]] befördert und erhielt am 29.&amp;amp;nbsp;Oktober 1916 den Orden [[Pour le Mérite]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Zeit im Osmanischen Reich war er, wie aus seinen Tagebüchern hervorgeht, über den [[Völkermord an den Armeniern|Genozid]] an der [[Armenier in der Türkei|armenischen Bevölkerung]] nicht nur wohl informiert, sondern befürwortete dieses Vorgehen auch stillschweigend.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Gust]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Völkermord an den Armeniern. Die Tragödie des ältesten Christenvolkes der Welt.&amp;#039;&amp;#039; Hanser, München/Wien 1993, ISBN 3-446-17373-0, S.&amp;amp;nbsp;277.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
So schrieb Souchon am 10. August 1915: „Für die Türkei würde es eine Erlösung sein, wenn sie den letzten Armenier umgebracht hat, sie würde dann die staatsfeindlichen Blutsauger los sein“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jürgen Gottschlich]]: &amp;#039;&amp;#039;Beihilfe zum Völkermord: Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, 1. Aufl. 2015, ISBN 978-3-86153-817-2, S. 205 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschwaderchef in der Hochseeflotte ==&lt;br /&gt;
Im September 1917 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er vom 4.&amp;amp;nbsp;September 1917 bis zum 12.&amp;amp;nbsp;August 1918 das Vierte Schlachtgeschwader der [[Hochseeflotte]] mit den [[Dreadnought|Großlinienschiffen]] der [[Kaiser-Klasse (1912)|&amp;#039;&amp;#039;Kaiser&amp;#039;&amp;#039;-Klasse]] ([[Flaggschiff]] &amp;#039;&amp;#039;[[Friedrich der Große (Schiff, 1912)|Friedrich der Große]]&amp;#039;&amp;#039;) befehligte und es bei der [[Unternehmen Albion|Besetzung der Baltischen Inseln]] und verschiedenen Flottenvorstößen kommandierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kieler Matrosenaufstand ==&lt;br /&gt;
Dann wurde er „zur Allerhöchsten Verfügung“ gestellt, und am 11. August 1918 zum Admiral befördert.&amp;lt;ref&amp;gt;Marine-Offizier-Verband (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ehrenrangliste der Kaiserlich-Deutschen Marine 1914–18&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1930.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im September vertrat Souchon kurzzeitig [[Franz von Hipper]] als Chef der Hochseeflotte, weil dieser auf Urlaub nach Bad Kissingen fuhr.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz von Hipper: &amp;#039;&amp;#039;Privates Kriegstagebuch. Sechster Teil – Das zweite Halbjahr 1918.&amp;#039;&amp;#039; In: Arbeitskreis Krieg zur See 1914–1918 e.&amp;amp;nbsp;V. (Hrsg.): Marine-Nachrichtenblatt, Nr. 28, 2020, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ende Oktober 1918 wurde er zum Chef der [[Marinestation der Ostsee]] sowie zum Gouverneur von [[Kiel]] ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Souchon spielte damit eine zentrale Rolle beim [[Kieler Matrosenaufstand]]. Ihm wurde wiederholt vorgeworfen, er hätte den Aufstand durch entschiedeneres Handeln unterdrücken können und er habe geplante Maßnahmen torpediert. Zuletzt wurde dieser Vorwurf 1978 von [[Ernst-Heinrich Schmidt]] in seiner Dissertation erhoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst-Heinrich Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Heimatheer und Revolution 1918. Die militärischen Gewalten im Heimatgebiet zwischen Oktoberreform und Novemberrevolution.&amp;#039;&amp;#039; Erschienen als Band 23 im Rahmen der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, [[Deutsche Verlags-Anstalt]], Stuttgart 1981, ISBN 3-421-06060-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Auslöser der Meuterei war der gegen den erklärten Willen der neuen Reichsregierung von der Seekriegsleitung und dem Kommando der Hochseeflotte geplante Flottenvorstoß gemäß dem [[Flottenbefehl vom 24. Oktober 1918]]. Souchon dagegen entschied sich – nachdem der Schusswaffeneinsatz gegen die große Demonstration die Erbitterung hatte weiter anwachsen lassen – mit der neuen Regierung zu kooperieren. Am 3.&amp;amp;nbsp;November 1918 bat er darum, einen führenden Sozialdemokraten nach Kiel zu schicken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;daehnhardt&amp;quot;&amp;gt;[[Dirk Dähnhardt]]: &amp;#039;&amp;#039;Revolution in Kiel. Der Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik 1918/19.&amp;#039;&amp;#039; Neumünster 1978, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Problematik, dass die Matrosen Widerstand gegen eine illegale Aktion ihrer Offiziere übten, wird von Schmidt nicht berücksichtigt. Auch die Verwendung von zwei für seine Beweisführung wichtigen Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus erfolgt von ihm ohne erkennbare kritische Distanz.&amp;lt;ref&amp;gt;Schmidt, Heimatheer, S. 43–58.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dirk Dähnhardt]] kommt in seiner etwa zeitgleich erstellten Analyse zu einem anderen Ergebnis (wobei er nicht verschweigt, dass Souchon in einigen Fällen zu zögerlich, falsch und inkonsequent gehandelt habe): Die Schüsse der Patrouille in der Karlstraße auf die Matrosen und Arbeiter hätten gezeigt, dass sich die lange angestaute, tiefsitzende Unzufriedenheit nicht mehr mit Gewalt unterdrücken ließ und dass diese Gewalt vielmehr den Solidarisierungsprozess der Matrosen untereinander aber auch mit den Kieler Arbeitern verstärkte. Damit hätte Souchon in Kiel nun vor kaum lösbaren Aufgaben gestanden. Da er erst einige Tage in Kiel war, musste er sich auf seine Untergebenen verlassen, die die Lage viel zu optimistisch einschätzten oder nicht den Mut hatten, eigene Versäumnisse einzugestehen. Zum anderen breitete sich der Aufstand so schnell aus, dass die Offiziere resignierten. Souchon bewies jedoch Verantwortungsbewusstsein, denn rücksichtslose Gewaltanwendung hätte den Aufstand nicht mehr unterdrücken können, hätte aber ein Chaos mit unabsehbaren Folgen heraufbeschworen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dähnhardt, Revolution, S. 78 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Wilhelm Deist (Historiker)|Wilhelm Deist]] übt deutliche Kritik an Schmidts Thesen. Er beschreibt die Massenbewegung nach der gescheiterten Frühjahrsoffensive 1918 mit ihren vielfältigen und ausgedehnten Verweigerungsformen unter den Soldaten und sieht darin eine wesentliche Voraussetzung für die Revolution. Demgegenüber spiele die von Schmidt angeführte „‚Entscheidungsschwäche‘ der militärischen Führungsschicht […] eine vergleichsweise ganz untergeordnete Rolle.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Deist: &amp;#039;&amp;#039;Militär, Staat und Gesellschaft. Studien zur preussisch-deutschen Militärgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; München 1991 (Beiträge zur Militärgeschichte. Band 34), S. 231, unter Verweis auf Schmidt, Heimatheer, S. 433.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wolfram Wette]] kam in einer Untersuchung aus dem Jahre 2010 zu der Schlussfolgerung, dass „eine gewaltsame Konfrontation mit den Matrosen wegen fehlender eigener Machtmittel unmöglich und aussichtslos war“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfram Wette]]: &amp;#039;&amp;#039;Gustav Noske und die Revolution in Kiel 1918&amp;#039;&amp;#039;. Heide 2010, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Martin Rackwitz]] schrieb 2018, die Vorwürfe seien „schlichtweg unrealistisch“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Rackwitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Kiel 1918. Revolution – Aufbruch zu Demokratie und Republik.&amp;#039;&amp;#039; Kiel/Hamburg 2018, S. 82.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klaus Kuhl kommt in seiner 2023 vorgelegten Präsentation und Analyse der Berichte von Souchon und anderer führenden Seeoffiziere in Kiel zu dem Ergebnis, dass Souchons Vorgänger Admiral [[Gustav Bachmann]] nicht adäquat auf die sich abzeichnenden Probleme in Kiel reagiert habe. Verschiedene Vorhaltungen und Ermahnungen wären weder von seinen Offizieren noch von ihm selbst ernst genommen worden. Damit musste Souchon, als er am 30. Oktober 1918 den Posten von Bachmann übernahm, sich auf ein Offizierskorps stützen, das sich der Realität nicht stellen wollte und die Lage beschönigte. Die später in der Marine vorgebrachten Schuldzuweisungen an Souchon und den Stabschef [[Hans Küsel]] sollten schließlich von der schwerwiegenden Fehlentscheidung [[Adolf von Trotha]]s und [[Hugo Kraft]]s ablenken, das III. Geschwader in das als „Pulverfass“ geltende Kiel zu schicken. Die entgegen den Versprechungen vorgenommenen Verhaftungen auf der &amp;#039;&amp;#039;Markgraf&amp;#039;&amp;#039; fachten die Empörung weiter an und führten zu einer schnellen Verbindung der Besatzungen mit den Kieler Arbeitern, die gerade einen großen Streik zur Durchsetzung des Friedens planten. Für die Niederschlagung des sich überraschend schnell ausbreitenden Aufstands standen nicht genügend loyale Einheiten zur Verfügung, wie ein Brief von Adalbert von Falk&amp;lt;ref&amp;gt;Adalbert von Falk: &amp;#039;&amp;#039;Brief vom 12. November 1936 an den Major a.&amp;amp;nbsp;D. Erich Trowitz&amp;#039;&amp;#039;. Bundesarchiv BArch RM 8/1025 Bl. 53. Ein Auszug ist online zugänglich (aufgerufen am 5. Dezember 2023) unter: [https://kiel-wiki.de/Zeitzeugen_Matrosen%E2%80%93_und_Arbeiteraufstand_1918/1919#Adalbert_von_Falk,_kommandierender_General_des_stellvertretenden_Generalkommandos_des_IX._Armee-Korps_in_Altona].&amp;lt;/ref&amp;gt;, dem kommandierenden General des stellvertretenden Generalkommandos des IX. Armee-Korps in Altona deutlich macht.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Kuhl: &amp;#039;&amp;#039;Gefangen in Überheblichkeit und Engstirnigkeit: Die führenden Seeoffiziere und der Matrosen- und Arbeiteraufstand in Kiel 1918. Die Berichte der Chefs der Marinestation und Gouverneure von Kiel, Admiral Gustav Bachmann und Admiral Wilhelm Souchon sowie ihres Stabschefs Konteradmiral Hans Küsel.&amp;#039;&amp;#039; Kiel 2023, S. 74–79. ISBN 978-3-86935-458-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Souchon sah sich gezwungen, mit [[Karl Artelt]] und anderen Mitgliedern der Kieler [[Arbeiter- und Soldatenrat|Soldatenräte]] und Vertretern der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] und [[Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands|USPD]] zu verhandeln und die inhaftierten Matrosen freizulassen. Der SPD-Reichstagsabgeordnete [[Gustav Noske]], der noch am Abend des 4.&amp;amp;nbsp;November in Kiel eingetroffen war, löste Admiral Souchon am 7.&amp;amp;nbsp;November als Gouverneur von Kiel ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilhelm Souchon wurde 1919 pensioniert. 1932 hielt er neben dem [[Reichsmarine|Chef der Marineleitung]], Admiral [[Erich Raeder]], eine Gedenkrede für den letzten Chef der Hochseeflotte, Admiral [[Franz von Hipper]], auf dem [[Ohlsdorfer Friedhof]] in Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Wilhelm Souchon war verheiratet mit Violet geborene Lahusen. Aus der Ehe ging Eberhard Alfred Souchon (1897–1989), späterer Fregattenkapitän und Abteilungschef im Oberkommando der Marine (O.K.W.) hervor. Leutnant [[Hermann Souchon]], der mutmaßliche Mörder von [[Rosa Luxemburg]], war Wilhelm Souchons Neffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* [[Eisernes Kreuz]] (1914) II. und I. Klasse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine für das Jahr 1918.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Marine-Kabinett, Mittler &amp;amp; Sohn Verlag, Berlin 1918, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Roter Adlerorden]] II. Klasse mit Stern, Eichenlaub und Schwertern&amp;lt;ref name=Rangliste/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Königlicher Kronen-Orden (Preußen)|Kronenorden]] II. Klasse mit Stern&amp;lt;ref name=Rangliste/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Preußisches [[Dienstauszeichnungskreuz]]&amp;lt;ref name=Rangliste/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Kriegsverdienstkreuz (Lippe)|Lippisches Kriegsverdienstkreuz]]&amp;lt;ref name=Rangliste/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Albrechts-Orden|Komturkreuz I. Klasse des Albrechts-Ordens]]&amp;lt;ref name=Rangliste/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Hausorden vom Weißen Falken|Großkreuz des Hausordens vom Weißen Falken]] mit Schwertern&amp;lt;ref name=Rangliste/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Kreuz für Verdienste im Kriege (Sachsen-Meiningen)|Kreuz für Verdienste im Kriege]]&amp;lt;ref name=Rangliste/&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Pour le Mérite]] (1916)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Jürgen Witthöft]]: Lexikon zur deutschen Marinegeschichte. Herford 1977.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Dermot Bradley]] (Hrsg.), [[Hans Hildebrand (Marinehistoriker)|Hans H. Hildebrand]], Ernest Henriot: &amp;#039;&amp;#039;Deutschlands Admirale 1849-1945.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;P-Z.&amp;#039;&amp;#039; Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-2482-4, S. 347–348.&lt;br /&gt;
* [[Dirk Dähnhardt]]: &amp;#039;&amp;#039;Revolution in Kiel. Der Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik 1918/19.&amp;#039;&amp;#039; Wachholtz, Neumünster 1978, ISBN 3-529-02636-0.&lt;br /&gt;
* Hans H. Hildebrand, Albert Röhr, Hans-Otto Steinmetz: &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien – ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford. (7 Bände)&lt;br /&gt;
* Klaus Kuhl: &amp;#039;&amp;#039;Gefangen in Überheblichkeit und Engstirnigkeit: Die führenden Seeoffiziere und der Matrosen- und Arbeiteraufstand in Kiel 1918. Die Berichte der Chefs der Marinestation und Gouverneure von Kiel, Admiral Gustav Bachmann und Admiral Wilhelm Souchon sowie ihres Stabschefs Konteradmiral Hans Küsel.&amp;#039;&amp;#039; Kiel 2023. ISBN 978-3-86935-458-3.&lt;br /&gt;
* Walter Riccius: &amp;#039;&amp;#039;Die Institution der Marineattachés, Deutsche Marineattachés von Beginn bis 1945&amp;#039;&amp;#039;. Dr. Köster Verlag, Berlin, 2023, S. 205ff.&lt;br /&gt;
* Ernst-Heinrich Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Heimatheer und Revolution 1918.&amp;#039;&amp;#039; [[Deutsche Verlags-Anstalt]], Stuttgart 1981, ISBN 3-421-06060-6.&lt;br /&gt;
* [[Wolfram Wette]]: &amp;#039;&amp;#039;Gustav Noske und die Revolution in Kiel 1918.&amp;#039;&amp;#039; Boyens, Heide 2010, ISBN 978-3-8042-1322-7.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 | Autor=Matti E. Mäkelä&lt;br /&gt;
 | Titel=Souchon, der Goebenadmiral, greift in die Weltgeschichte ein.&lt;br /&gt;
 | Verlag= Vieweg&lt;br /&gt;
 | Datum=1936&lt;br /&gt;
 |Online=https://libarch.nmu.org.ua/bitstream/handle/GenofondUA/21246/b2c327449cb0ba47e5e0696844493864.pdf&lt;br /&gt;
 }} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Wilhelm Anton Souchon}}&lt;br /&gt;
* [http://www.firstworldwar.com/bio/souchon.htm FirstWorldWar.com: Wilhelm Souchon]&lt;br /&gt;
* [http://www.gwpda.org/naval/souchonz.htm An essay on Admiral Souchon (englisch)]&lt;br /&gt;
* [http://www.kurkuhl.de/de/novrev/zeitleiste.html Zeitleiste Matrosenaufstand]&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/016803}}&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/d5ce3a88-8101-4559-b896-756184f34c6d/ Nachlass Bundesarchiv N 156]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117484512|LCCN=n/99/15530|VIAF=162720717}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Souchon, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Admiral (Kaiserliche Marine)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linienschiff-Kommandant (Kaiserliche Marine)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Osmanisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Bulgarien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Militärorden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Komtur 1. Klasse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Großkreuz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsch-türkische Beziehungen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1864]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Souchon, Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Souchon, Wilhelm Anton&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Marineoffizier, zuletzt Admiral im Ersten Weltkrieg sowie Höchstkommandierender der osmanischen und bulgarischen Seestreitkräfte&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=2. Juni 1864&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Leipzig]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. Januar 1946&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bremen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lukas Jaedicke</name></author>
	</entry>
</feed>