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	<title>Wilhelm Koppe - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wilhelm_Koppe&amp;diff=580949&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ichigonokonoha am 2. Februar 2026 um 18:50 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den SS-Führer. Für den Geschichtswissenschaftler siehe [[Wilhelm Koppe (Historiker)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Wilhelm Koppe.jpg|mini|hochkant|Wilhelm Koppe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1969-052-27, Kinder begrüßen Heinrich Himmler u. a..jpg|mini|Zur Begrüßung überreichen Kinder Blumen an Heinrich Himmler, von links: SS-Gruppenführer Wilhelm Koppe, [[Heinrich Himmler]] und der [[Gauleiter]] von Oberschlesien, [[Fritz Bracht]] (um 1941).]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Karl Heinrich Wilhelm Koppe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[15. Juni]] [[1896]] in [[Hildesheim]]; † [[2. Juli]] [[1975]] in [[Bonn]]) war ein deutscher [[SS-Obergruppenführer]], [[General]] der [[Waffen-SS]] und [[Polizeigeneral|der Polizei]]. Zur [[Zeit des Nationalsozialismus]] war er unter anderem Abgeordneter des [[Reichstag (Zeit des Nationalsozialismus)|Deutschen Reichstages]], von 1937 bis 1939 Leiter der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] in [[Dresden]] sowie in Personalunion ab 1. Februar 1938 [[Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD]] Sachsen. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] ließ er als [[SS- und Polizeiführer|Höherer SS- und Polizeiführer]] knapp 2.000 behinderte Menschen in [[Ostpreußen]] ermorden und war insbesondere mitverantwortlich für den [[Holocaust]] im westlichen Teil des [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|deutsch besetzen Polens]]. Nach Kriegsende konnte Koppe zunächst untertauchen und als Fabrikdirektor Karriere machen. Nach seiner Enttarnung wurde er in der Bundesrepublik angeklagt, das Verfahren wurde jedoch aufgrund von Verhandlungsunfähigkeit eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und Werdegang ===&lt;br /&gt;
Wilhelm war der Sohn des Gerichtsvollziehers Robert Koppe und dessen Ehefrau Franziska, geborene Ising. Er besuchte die höheren Schulen in [[Stolzenau]], [[Hamburg-Harburg|Harburg]] und [[Hamburg-Wilhelmsburg|Wilhelmsburg]]. Nach dem Abitur meldete er sich während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] im Oktober 1914 als [[Kriegsfreiwilliger|Freiwilliger]] beim Schleswig-Holsteinischen Pionier-Bataillon Nr. 9. Im Januar 1915 kam er mit der 2. Feldkompanie des Bataillons an die [[Westfront (Erster Weltkrieg)|Westfront]]. Nach seiner Beförderung zum [[Leutnant der Reserve]] im Dezember 1916 wurde Koppe hier ab Januar 1917 als Bataillons-Gas-Offizier eingesetzt und während der Kämpfe in [[Flandern]] verwundet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Waffenstillstand von Compiègne (1918)|Waffenstillstand von Compiègne]] und seiner [[Demobilisierung]] wurde Koppe im Dezember 1918 aus dem Heeresdienst entlassen. Er machte sich dann als Kaufmann und Inhaber einer Großhandlung für Lebensmittel und Tabakwaren in Harburg selbständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Karriere in der NSDAP, SS und Polizei ===&lt;br /&gt;
Zum 1. September 1930 trat Wilhelm Koppe der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 305.584).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/537144&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurzbio114&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Erschließungsband zur Mikrofiche-Edition: Mit einer Einleitung von Angelika Ebbinghaus zur Geschichte des Prozesses und Kurzbiographien der Prozeßbeteiligten&amp;#039;&amp;#039;, S. 114. Karsten Linne (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Nürnberger Ärzteprozeß 1946/47. Wortprotokolle, Anklage- und Verteidigungsmaterial, Quellen zum Umfeld.&amp;#039;&amp;#039; Im Auftrag der Hamburger Stiftung Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts herausgegeben von [[Klaus Dörner]], Deutsche Ausgabe, Mikrofiche-Edition, Saur, München 2000&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem wurde er Mitglied der [[Sturmabteilung|SA]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schreiber47&amp;quot;&amp;gt;Carsten Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Elite im Verborgenen – Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerks am Beispiel Sachsens&amp;#039;&amp;#039;, München 2008, S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im November 1933 wurde er in den zur Zeit des Nationalsozialismus bedeutungslosen Reichstag gewählt, dem er bis zum Ende des NS-Regimes 1945 angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Januar 1932 wechselte er von der SA zur [[Schutzstaffel|SS]] (SS-Nummer 25.955).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurzbio114&amp;quot; /&amp;gt; Innerhalb der Schutzstaffel machte er rasch Karriere und wurde bereits im April 1933 zum SS-Standartenführer befördert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee330&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 330.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits 1934 wurde er zum SS-Oberführer und wenige Monate später zum SS-Brigadeführer ernannt. Da er sich als Führer mehrerer SS-Abschnitte und SS-Oberabschnitte, unter anderem in [[Münster]] und ab Oktober 1934 in der [[Freie Stadt Danzig|Freien Stadt Danzig]], bewährte, wurde Reichsführer-SS [[Heinrich Himmler]] auf ihn aufmerksam und beförderte ihn im September 1936 zum [[SS-Gruppenführer]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schreiber47&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Himmler kommandierte den seinerzeit in [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]] befindlichen Koppe nach Sachsen, wo er im Februar 1937 [[Lothar Beutel]] als Leiter des [[SD-Oberabschnitt]]s &amp;#039;&amp;#039;Elbe&amp;#039;&amp;#039; nachfolgte. Zeitgleich wurde ihm die Leitung der Staatspolizeileitstelle Dresden übertragen, obwohl er weder über polizei- noch nachrichtendienstliche Erfahrungen verfügte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schreiber47&amp;quot; /&amp;gt; Hintergrund von Himmlers Entscheidung für den Personalwechsel war seine Hoffnung, dass Koppe sich im Zuge der Kompetenzstreitigkeiten zwischen Gauleiter [[Martin Mutschmann]] und [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] behaupten würde. Formal war Koppe zwar als &amp;#039;&amp;#039;Sachbearbeiter für die politisch-polizeilichen Angelegenheiten&amp;#039;&amp;#039; im sächsischen Innenministerium dazu verpflichtet, der Landesregierung Auskunft über die geheimpolizeilichen Tätigkeiten im Land zu geben, andererseits sollte diese Unterstellung nicht den Vorgaben seines Vorgesetzten [[Reinhard Heydrich]] entgegenlaufen. Koppe, der seinen Dienst- und Wohnsitz in [[Dresden]] hatte, konzentrierte sich im Wesentlichen auf seine Tätigkeit als Gestapoleiter. Die Tätigkeit für den SD überließ er größtenteils seinem Stellvertreter in Leipzig, dem Dienstsitz des SD-Oberabschnitts &amp;#039;&amp;#039;Elbe&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schreiber48&amp;quot;&amp;gt;Carsten Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Elite im Verborgenen – Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerks am Beispiel Sachsens&amp;#039;&amp;#039;, München 2008, S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im März 1938 erfolgte seine Ernennung zum örtlichen [[Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurzbio114&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Verbrechen gegen die Menschlichkeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-E12108, Posen, NS-Feierstunde, Ehrenkompanie.jpg|mini|Inspektion einer Ehrenkompanie der Wehrmacht in Posen im November 1939. In der ersten Reihe von links nach rechts: [[Johann-Erasmus von Malsen-Ponickau]], Wilhelm Koppe und [[Arthur Greiser]].]]&lt;br /&gt;
Nach dem [[Überfall auf Polen]] wurde er Ende September 1939 im [[Militärbezirk Posen]] mit der Organisation des [[Volksdeutscher Selbstschutz|Volksdeutschen Selbstschutzes]] betraut sowie dem Aufbau von SS- und Polizeiverbänden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chronik411&amp;quot;&amp;gt;[[Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstadt|Die Chronik des Gettos Lodz / Litzmannstadt]] (5 Bände)&amp;lt;br /&amp;gt; Schriftenreihe zur Lodzer Getto-Chronik (Hrsg. von der Arbeitsstelle Holocaustliteratur (Universität Gießen) und dem Staatsarchiv Lodz).&amp;lt;br /&amp;gt; Herausgegeben von Sascha Feuchert, Erwin Leibfried, Jörg Riecke. In Kooperation mit Julian Baranowski, Joanna Podolska, Krystyna Radziszewska, Jacek Walicki. Unter Mitarbeit von Imke Janssen-Mignon, [[Andrea Löw]], Joanna Ratusinska, Elisabeth Turvold und Ewa Wiatr. Wallstein Verlag, Göttingen 2007, hier &amp;#039;&amp;#039;1941&amp;#039;&amp;#039;, S. 411.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 26. Oktober 1939 wurde er zum [[SS- und Polizeiführer|Höheren SS- und Polizeiführer (HSSPF)]] im [[Warthegau]] mit Sitz in Posen ernannt und zeitgleich zum Beauftragten des [[Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums|Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums]] (RKFdV).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee330&amp;quot; /&amp;gt; In einem Schreiben vom 12. November 1939 nannte er die Zahl von 100.000 Juden und 200.000 Polen, die aus seinem Bereich (v.&amp;amp;nbsp;a. aus Posen, [[Łódź|Lodz]], [[Gniezno|Gnesen]] und [[Inowrocław|Hohensalza]]) ins [[Generalgouvernement]] vertrieben werden sollten, um für [[Deutsch-Balten]] Platz zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Curilla]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Judenmord in Polen und die deutsche Ordnungspolizei 1939–1945&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77043-1, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe auch Dokument BArch 70 Polen/198, Bl. 1, in: Klaus-Peter Friedrich (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;[[Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945]]&amp;#039;&amp;#039; (Quellensammlung) Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Polen – September 1939-Juli 1941&amp;#039;&amp;#039;, München 2011, ISBN 978-3-486-58525-4, S. 680f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende Mai/Anfang Juni 1940 organisierte Koppe den [[Massenmord]] mittels [[Gaswagen]] an 1.558 deutschen und ca. 300 polnischen behinderten Menschen in dem [[Ostpreußen|ostpreußischen]] [[KZ Soldau|Durchgangs- und Konzentrationslager Soldau]], der von dem ihm unterstehenden [[Sonderkommando Lange]] durchgeführt wurde. Am 18. Oktober 1940 schrieb er an den HSSPF Nord-Ost [[Jakob Sporrenberg]], dass er mit dessen Vorgänger im Amt [[Wilhelm Redieß]] für die „Evakuierung“ jedes Kranken einen Betrag von 10 [[Reichsmark|RM]] ausgemacht habe und die ausstehenden 15.580 RM nun einfordere.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;„Euthanasie“ im Dritten Reich. Die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt/Main 2010, ISBN 978-3-596-18674-7, S. 171ff&amp;lt;/ref&amp;gt; Später ließ Koppe bei Himmler anfragen, ob 30.000 unheilbar erkrankte polnische [[Tuberkulose]]patienten getötet werden könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ian Kershaw]]: &amp;#039;&amp;#039;Hitler 1936–1945.&amp;#039;&amp;#039; Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-421-05132-5, S. 644f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Koppe war hauptverantwortlich für die [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportation]] der Juden ins [[Ghetto Litzmannstadt]] und das [[Vernichtungslager Kulmhof]]. Er sandte Himmler am 10. September 1941 ein Schreiben, in dem er anbot, aus dem Deutschen Reich „60000 Juden im Ghetto Litzmannstadt“ aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Longerich]]: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich Himmler. Biographie&amp;#039;&amp;#039;. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-859-5, S. 560&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Weisung des Gauleiters [[Arthur Greiser]] und Koppes errichtete das &amp;#039;&amp;#039;Sonderkommando Lange&amp;#039;&amp;#039; in [[Chełmno nad Nerem]] ein Vernichtungslager, in dem ab Dezember 1941 mittels [[Gaskammer (Massenmord)|Gaswagen]] Massenmorde an Juden und „Zigeunern“ begangen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulrich Herbert]], [[Karin Orth]], [[Christoph Dieckmann (Historiker)|Christoph Dieckmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die nationalsozialistischen Konzentrationslager – Entwicklung und Struktur.&amp;#039;&amp;#039; Band I, Wallstein, Göttingen 1998, ISBN 3-89244-289-4, S. 499&amp;lt;/ref&amp;gt; Koppe delegierte die Aufsicht über das ihm offiziell unterstehende &amp;#039;&amp;#039;Sonderkommando Lange&amp;#039;&amp;#039; an den örtlichen Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD [[Ernst Damzog]].&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Schwantner, Andreaş Schwantner, Thekla Schwantner: &amp;#039;&amp;#039;Ideologie und Wirklichkeit des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Hermann Langbein Symposium 2007, Wien/London 2008, S. 40&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 9. November 1943 wurde er Nachfolger von [[Friedrich-Wilhelm Krüger]] als HSSPF Ost sowie Staatssekretär für das Sicherheitswesen in der Regierung des Generalgouvernements unter [[Hans Frank]]. In diesen Funktionen war er verantwortlich für nationalsozialistische Verbrechen im Generalgouvernement&amp;lt;ref name=Schenk&amp;gt;Dieter Schenk: &amp;#039;&amp;#039;Hans Frank – Hitlers Kronjurist und Generalgouverneur&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt 2008, S. 318 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; und war dem Generalgouverneur direkt unterstellt. Da der Staatssekretär aber zugleich auch RKFdV-Vertreter Himmlers war, konnte dieser auch direkt Koppe Befehle erteilen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Curilla]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Judenmord in Polen und die deutsche Ordnungspolizei 1939–1945&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77043-1, S. 53&amp;lt;/ref&amp;gt; Koppe, seit Januar 1942 SS-Obergruppenführer und General der Polizei, wurde Anfang Juli 1944 schließlich noch zum General der Waffen-SS befördert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurzbio114&amp;quot; /&amp;gt; Er überlebte am 11. Juli 1944 in [[Krakau]] einen Attentatsversuch von Kämpfern der [[Polnische Heimatarmee|Polnischen Heimatarmee]], nachdem 20 Widerstandskämpfer sein gepanzertes Dienstfahrzeug kurz nach seiner Abfahrt vom [[Wawelhügel|Wawel]] beschossen hatten. Koppe konnte sich auf dem Boden des Dienstfahrzeuges in Sicherheit bringen, sein Adjutant wurde jedoch tödlich getroffen. Zwei Angreifer starben bei dem Zwischenfall, drei wurden schwer verletzt und elf Tage später hingerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Schenk]]: &amp;#039;&amp;#039;Krakauer Burg: die Machtzentrale des Generalgouverneurs Hans Frank, 1939–1945.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links, Berlin 2010, S. 167&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurde Koppe Befehlshaber im Sonderstab III der [[Heeresgruppe Weichsel]]. Am 20. April 1945 löste er noch den bei den NS-Machthabern in Ungnade gefallenen HSSPF Süd [[Friedrich Karl von Eberstein]] in [[München]] ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurzbio114&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegszeit, berufliche Karriere, Ablehnung des Prozesses ===&lt;br /&gt;
Zum Kriegsende im Mai 1945 folgte er der sogenannten [[Rattenlinie Nord]] nach [[Flensburg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Link: &amp;#039;&amp;#039;„Rattenlinie Nord“. Kriegsverbrecher in Flensburg und Umgebung im Mai 1945.&amp;#039;&amp;#039; In: Gerhard Paul, Broder Schwensen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mai ’45. Kriegsende in Flensburg.&amp;#039;&amp;#039; Flensburg 2015, S.&amp;amp;nbsp;22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Koppe tauchte anschließend unter und nahm den Geburtsnamen seiner Frau (Lohmann) an. Beruflich knüpfte er an seine Zeit als [[Unternehmer]] an und wurde unter seinem Falschnamen [[Geschäftsführung (Deutschland)|Geschäftsführer]] der großen Schokoladenfabrik [[Sarotti]] in [[Bonn]]. In der damaligen Bundeshauptstadt war seine Tochter als Sekretärin beim Bundesverteidigungsministerium beschäftigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schreiber48&amp;quot; /&amp;gt; Sein Sohn Manfred Lohmann war als Rechtsanwalt in Bonn tätig und betrieb insbesondere mit [[Werner Best]] Anfang der 1960er Jahre Lobbyarbeit bei Politikern für eine Straffreiheit von NS-Tätern.&amp;lt;ref&amp;gt;Marc von Miquel: &amp;#039;&amp;#039;Ahnden oder amnestieren? Westdeutsche Justiz und Vergangenheitspolitik in den sechziger Jahren&amp;#039;&amp;#039;, Reihe: Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, Band 1, Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-748-9, S. 211 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Koppes wahre Identität wurde 1960 aufgedeckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schreiber48&amp;quot; /&amp;gt; Anfang der 1960er Jahre wurde gegen ihn wegen der Mordaktionen im Osten in seinem Verantwortungsbereich ermittelt. Er wurde am 1. Februar 1960 verhaftet und umgehend in Untersuchungshaft genommen. Koppe bestritt bei Vernehmungen seine Zuständigkeit für das Vernichtungslager Kulmhof.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Birn109&amp;quot;&amp;gt;[[Ruth Bettina Birn]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein deutscher Staatsanwalt in Jerusalem – Zum Kenntnisstand der Anklagebehörde im Eichmann-Prozess und der Strafverfolgungsbehörden der Bundesrepublik&amp;#039;&amp;#039;. In: Werner Renz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Interessen um Eichmann. Israelische Justiz, deutsche Strafverfolgung und alte Kameradschaften&amp;#039;&amp;#039;. Campus, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 2012, ISBN 978-3-593-39750-4, S. 109&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 2. Februar 1960 äußerte er sich während seiner Aussage folgendermaßen: „Unter &amp;#039;&amp;#039;Evakuierung&amp;#039;&amp;#039; war damals die physische Vernichtung der Juden zu verstehen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Aussage Koppes am 2. Februar 1960 (18 Js 52/60 OstA Bonn). Zitiert bei Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 330&amp;lt;/ref&amp;gt; 1961 machte [[Adolf Eichmann|Eichmann]] in seinem in Israel stattfindenden [[Eichmann-Prozess|Prozess]] belastende Aussagen gegen Koppe, die der Staatsanwaltschaft Bonn übermittelt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Birn109&amp;quot; /&amp;gt; Am 19. April 1962 wurde Koppe jedoch gegen Zahlung einer [[Kaution]] von 30.000 [[Deutsche Mark|DM]] wieder freigelassen. 1964 wurde gegen ihn in Bonn ein [[Gerichtsverfahren|Verfahren]] eröffnet. Unter anderem war er im Rahmen des Tatkomplexes Kulmhof wegen des „Verdachts der [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] und Anstiftung zum [[Massenmord]] in 145.000 Fällen“ angeklagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Carsten Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Elite im Verborgenen – Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerks am Beispiel Sachsens&amp;#039;&amp;#039;, München 2008, S. 48f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus „gesundheitlichen Gründen“ wurde das Verfahren ausgesetzt. Im Jahre 1966 wurde schließlich die Eröffnung des Hauptverfahrens durch das Landgericht Bonn wegen Krankheit abgelehnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurzbio114&amp;quot; /&amp;gt; In der [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] wurde der Fall Koppe folgendermaßen kommentiert: „Koppe, von dessen Vergangenheit in Bonn niemand eine Ahnung hatte, spielte bis zu seiner Verhaftung in der Gesellschaft der Bundeshauptstadt eine beachtliche Rolle“.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &amp;#039;&amp;#039;Verfahren gegen Koppe eingestellt. Dem ehemaligen SS-Obergruppenführer wird Haftunfähigkeit bescheinigt&amp;#039;&amp;#039;. In: FAZ vom 29. Mai 1965. Zitiert bei: Carsten Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Elite im Verborgenen – Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerks am Beispiel Sachsens&amp;#039;&amp;#039;, München 2008, S. 49&amp;lt;/ref&amp;gt; Koppe lebte dann unbehelligt bis zu seinem Tod 1975.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurzbio114&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* [[Eisernes Kreuz]] (1914) II. und I. Klasse&lt;br /&gt;
* [[Militärverdienstkreuz (Mecklenburg)|Mecklenburgisches Militärverdienstkreuz]] II. Klasse&lt;br /&gt;
* [[Verwundetenabzeichen#Verwundetenabzeichen (1918)|Verwundetenabzeichen]] (1918) in Silber&lt;br /&gt;
* [[Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938]]&lt;br /&gt;
* [[Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938]]&lt;br /&gt;
* [[Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP]] am 30. Januar 1943.&lt;br /&gt;
* [[Eisernes Kreuz|Spange zum Eisernen Kreuz]] II. und I. Klasse&lt;br /&gt;
* [[Kriegsverdienstkreuz]] (1939) II. und I. Klasse mit Schwertern&lt;br /&gt;
* [[Gauehrenzeichen]] des Reichsgaues Wartheland für Verdienste im Volkstumskampf&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Dwulecki: &amp;#039;&amp;#039;Das Gauehrenzeichen des Reichgaues Wartheland: Ehrenzeichen für Verdienste im Volkstumskampf&amp;#039;&amp;#039;. In: Internationales Militaria-Magazin Nr. 129 September / Oktober 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[SS-Ehrendegen|Ehrendegen des Reichsführers SS]]&lt;br /&gt;
* [[SS-Ehrenring|Totenkopfring der SS]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Tuviah Friedman|Tôviyyā Friedman]]: &amp;#039;&amp;#039;Der höhere SS- und Polizeiführer beim Reichsstatthalter in Posen im Wehrkreis XXI Wilhelm Koppe, SS-Obergruppenführer und General der Polizei: Dokumentensammlung&amp;#039;&amp;#039;. Haifa: Inst. of Documentation in Israel for the Investigation of Nazi War Crimes, 1997 [http://d-nb.info/954539249 DNB].&lt;br /&gt;
* Peter Klein, &amp;#039;&amp;#039;Die „Gettoverwaltung Litzmannstadt“ 1940 bis 1944 : eine Dienststelle im Spannungsfeld von Kommunalbürokratie und staatlicher Verfolgungspolitik&amp;#039;&amp;#039;, Hamburger Ed., Hamburg 2009, ISBN 978-3-86854-203-5, S. 134 ff.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3770052544}}&lt;br /&gt;
* [[Dermot Bradley]] (Hrsg.), [[Andreas Schulz (Historiker)|Andreas Schulz]], Günter Wegmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Die militärischen Werdegänge der Generale, sowie der Ärzte, Veterinäre, Intendanten, Richter und Ministerialbeamten im Generalsrang.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Hachtel–Kutschera.&amp;#039;&amp;#039; Biblio Verlag. Bissendorf 2005. ISBN 3-7648-2592-8. S. 552–562.&lt;br /&gt;
* Carsten Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Elite im Verborgenen – Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerks am Beispiel Sachsens, Studien zur Zeitgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band 77, Oldenbourg Wissenschafts-Verlag GmbH, München 2008, ISBN 978-3-486-58543-8 ([https://link.bsb-muenchen.de/BV023073694 Volltext online verfügbar]).&lt;br /&gt;
* Szymon Datner: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Koppe: nieukarany zbrodniarz hitlerowski&amp;#039;&amp;#039;, Zachodnia Agencja Prasowa, Warszawa 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|120475782}}&lt;br /&gt;
* [http://www.fasena.de/hamburg/koppe.htm Lebenslauf]&lt;br /&gt;
* [https://hamburg-ns-dabeigewesene.de/item/316 Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=120475782|LCCN=n/83/203096|VIAF=37748772}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Koppe, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Obergruppenführer und General der Polizei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS- und Polizeiführer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestapo-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaust in Polen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Wartheland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatssekretär im Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Polens 1939–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (NS-Krankenmorde)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Reich, 1933–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Hamburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Mecklenburgischen Militärverdienstkreuzes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1896]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1975]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Koppe, Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Lohmann, Wilhelm; Koppe, Karl Heinrich Wilhelm (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Offizier, SS-Führer, Politiker (NSDAP), MdR und Polizist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. Juni 1896&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hildesheim]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. Juli 1975&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bonn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
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