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	<title>Wilhelm Hollbach - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Hollbach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[20. Dezember]] [[1893]] in [[Aachen]]; † [[11. Dezember]] [[1962]] in [[Frankfurt am Main]]) war ein deutscher [[Journalist]] und vom 28. März 1945 bis 4. Juli 1945 als &amp;#039;&amp;#039;Amtierender Bürgermeister&amp;#039;&amp;#039; der Stadt Frankfurt am Main (&amp;#039;&amp;#039;temporary lordmayor&amp;#039;&amp;#039;) tätig. Er wurde bereits am Tag vor der endgültigen Befreiung der Mainmetropole durch den US-[[Militärgouverneur]] Colonel Howard D. Criswell in dieses Amt eingesetzt, nachdem sich der Direktor der [[Metallgesellschaft]], Hermann Lumme, verweigert hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hilmar Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurts Oberbürgermeister 1945 – 1995: Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2012, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Journalismus ==&lt;br /&gt;
Hollbach verbrachte seine Schulzeit in Aachen und [[Volontariat|volontierte]] bei der &amp;#039;&amp;#039;Aachener Post&amp;#039;&amp;#039;. Danach schrieb er von 1911 – mit Unterbrechungen während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] – bis 1919 für die &amp;#039;&amp;#039;Weimarische Zeitung&amp;#039;&amp;#039;. Es folgte eine Tätigkeit als Politik-Redakteur und stellvertretender Chefredakteur in [[Mannheim]] bei der &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Badische Landeszeitung|Neuen Badischen Landeszeitung]]&amp;#039;&amp;#039; (bis 1924). Nach einem abermaligen Ortswechsel wurde er Mitglied der Chefredaktion des &amp;#039;&amp;#039;Kölner Tageblatts&amp;#039;&amp;#039;. Als Mitglied der [[Linksliberalismus|linksliberalen]] [[Deutsche Demokratische Partei|Demokratischen Partei]] wurde er [[Gemeinderat (Deutschland)|Stadtverordneter]] in [[Köln]], und bis 1933 engagierte er sich zudem im überparteilichen, pro-republikanischen [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Hollbach schon in den 1920er-Jahren nebenberuflich als [[Korrespondent]] für die [[Frankfurter Zeitung]] tätig gewesen war, zog er 1930 an den [[Main]], wo er bis zu deren Verbot durch die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] (1943) Leiter der Nachrichtenredaktion war. Zugleich war er in Frankfurt von 1931 bis 1944 [[Chefredakteur]] („Schriftleiter“) des &amp;#039;&amp;#039;Illustrierten Blatts&amp;#039;&amp;#039; und ab 1934 zudem Chefredakteur der [[Neueste Zeitung|&amp;#039;&amp;#039;Neuesten Zeitung – Illustrierte Tageszeitung und Versicherung&amp;#039;&amp;#039;]], die beide ebenfalls im &amp;#039;&amp;#039;Societätsverlag&amp;#039;&amp;#039;, dem Verlag der landesweit bedeutenden Frankfurter Zeitung, herausgegeben wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;„Ein Urteil über seine Rolle als Chefredakteur im Nationalsozialismus gilt bis heute noch als wichtiges Desiderat der Forschung.“ [https://www.mediengruppe-frankfurt.de/pressemeldungen/das-einzige-erhaltene-exemplar-der-neuesten-zeitung-online/ &amp;#039;&amp;#039;Das einzige erhaltene Exemplar der „Neuesten Zeitung“.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Societäts-Medien GmbH&amp;#039;&amp;#039;, 7. März 2012, [https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/varia/periodical/titleinfo/3426502 Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Amtierender Bürgermeister von Frankfurt am Main ==&lt;br /&gt;
[[Wolfgang Klötzer]] schrieb in seiner &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Biographie&amp;#039;&amp;#039;, Wilhelm Hollbach habe bei Kriegsende geplant, „die am 31.8.1943 eingestellte F[rankfurter] Z[eitung] wiederzubeleben. Von den einrückenden Amerikanern als tatkräftiger Demokrat eingeschätzt, wurde H[ollbach] jedoch am 28.3.1945 kurzerhand zum Amtierenden Bürgermeister von Ffm. ernannt“ und drei Tage später von einem aus politisch unbelasteten Personen gebildeten „Bürgerrat“ in seinem Amt bestätigt. Hollbach hatte sich kurz zuvor – am 26. März 1945 – kurzerhand zum Geschäftsführer des Verlags der &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Zeitung&amp;#039;&amp;#039; erklärt, nachdem am 25. März die nationalsozialistische Führung aus Frankfurt geflohen war. Der Nazi-treue Geschäftsführer des Verlags hatte vor seiner Flucht noch das politische Archiv in Brand gesetzt und vernichtet sowie die Setz- und Rotationsmaschinen zu zerstören versucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hollbach stellte seinen Mitarbeiterstab vornehmlich aus ehemaligen Redakteuren der Frankfurter Zeitung zusammen. In seiner Amtsführung war er, nicht zuletzt aufgrund fehlender Verwaltungserfahrung, völlig von den Weisungen der Militärbehörden abhängig. Wegen seines Improvisationstalents und seiner unkonventionellen und flexiblen Arbeitsweise konnte er trotzdem einige wegweisende Entscheidungen treffen. So berief er im April den Tierarzt [[Bernhard Grzimek]], der für das &amp;#039;&amp;#039;Illustrierte Blatt&amp;#039;&amp;#039; [[Tierpsychologie|tierpsychologische]] Kolumnen verfasst hatte, zunächst zu seinem persönlichen Referenten. Nachdem Grzimek von den US-Behörden zum Frankfurter Polizeipräsidenten ernannt worden war, dieses Amt aber ablehnte, wurde Grzimek auf eigenen Wunsch von Hollbach am 1. Mai 1945 zum Direktor des [[Frankfurter Zoo|Zoologischen Gartens]] berufen und in dieser Funktion Hollbach direkt unterstellt. Grzimek sorgte dann dafür, dass der von der US-Verwaltung bereits dauerhaft geschlossene Zoo wiedereröffnet wurde und so bis heute erhalten blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wurde Hollbach von der amerikanischen Militärregierung Anfang April 1945 angewiesen, die Frankfurter Justiz neu aufzubauen. Nach einer Besprechung mit unbelasteten Frankfurter Juristen wurde am 19. April 1945 [[Walter Moehrs]] zum Präsidenten des (noch zu gründenden) [[Oberlandesgericht Frankfurt am Main|Oberlandesgerichts Frankfurt am Main]] ernannt. Unter Hollbachs Leitung wurden auch die Ämter des Landgerichtspräsidenten, des Generalstaatsanwalts und des Präsidenten der Rechtsanwaltskammer neu besetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Arthur von Gruenewaldt: &amp;#039;&amp;#039;Die Richterschaft des Oberlandesgericht Frankfurt am Main in der Zeit des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;.  Mohr/Siebeck, Tübingen, 2015, ISBN 978-3-16-153843-8, S. 341, 342&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hollbach kritisierte die amerikanische [[Entnazifizierung]]spolitik als zu schematisch und wandte sich gegen die Beschlagnahme von Wohnraum durch die Besatzungstruppen. Bereits seit Ende April 1945 betrieb die Militärregierung seine Amtsenthebung, die schließlich am 4. Juli 1945 im Amtszimmer von Criswells Nachfolger, dem Chef der Frankfurter Militärregierung, Militärgouverneur Oberst Robert K. Phelps, mit sofortiger Wirkung erfolgte. Aus einem Schreiben des Direktors des [[Freies Deutsches Hochstift|Freien Deutschen Hochstift]] vom 14. Dezember 1953 geht hervor, dass die US-Militärregierung von einem missgünstigen [[KPD]]-Mitglied dazu bewogen worden sein soll, Hollbach nach nur drei Monaten wieder aus dem Amt des Oberbürgermeisters zu entlassen. Einem Vermerk in seiner Personalakte ist zu entnehmen, dass Hollbach (Spitzname: &amp;#039;&amp;#039;Ho&amp;#039;&amp;#039;) seine Amtsenthebung, die ihm gegenüber nicht begründet wurde, mit den Worten quittierte, dass er das nicht überleben werde, da er stets gegen die Naziherrschaft gewesen sei. Ein erhaltener Aktenvermerk deutet darauf hin, dass auch der US-Führungsoffizier, der Hollbach unter Zeugen seines Amtes enthob, die Entlassungsgründe nicht für stichhaltig hielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelang es Wilhelm Hollbach später nicht mehr, seine noch im August 1945 schriftlich dokumentierte Hoffnung zu verwirklichen, wieder an seine journalistische Tätigkeit anzuknüpfen; der nach seiner Amtsenthebung erfolgte Versuch, in der französischen Besatzungszone einen &amp;#039;&amp;#039;Drei-Kreise-Verlag&amp;#039;&amp;#039; aufzubauen, scheiterte 1948 mit der [[Währungsreform 1948 (Westdeutschland)|Währungsreform]]. In den Akten der Stadt Frankfurt ist folgender Vermerk vom 6. Dezember 1951 überliefert: „Herr Hollbach ist in die Irrenanstalt Herborn eingeliefert worden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hilmar Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurts Oberbürgermeister 1945 – 1995 …&amp;#039;&amp;#039;, S. 52–53.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er sei ein schwieriger Patient, der ständig Streit mit anderen Insassen suche, und: „Er ist süchtig und Säufer.“ Mehrere weitere Klinikaufenthalte, die seine Familie an den Rand des finanziellen Ruins brachten, stabilisierten aber allmählich wieder seine fragil gewordene Gesundheit. Er starb am 11. Dezember 1962 in Frankfurt an den Folgen eines Krebsleidens. An einer Grabrede dankte ihm Bürgermeister [[Wilhelm Fay]] auf dem [[Hauptfriedhof (Frankfurt am Main)|Frankfurter Hauptfriedhof]] zwar im Namen des Magistrats der Stadt „für den Mut in den Tagen nach dem Einmarsch der Amerikaner“, ein Ehrengrab wurde Wilhelm Hollbach jedoch nicht zuerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hilmar Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurts Oberbürgermeister 1945 – 1995 …&amp;#039;&amp;#039;, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den besonderen Verdiensten Hollbachs während seiner kurzen Amtszeit zählt auch seine Mitwirkung an der Wiedereröffnung der [[Johann Wolfgang Goethe-Universität|Universität Frankfurt]], zu der es allerdings erst unter seinem Nachfolger [[Kurt Blaum]] kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hilmar Hoffmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Hollbach.&amp;#039;&amp;#039; In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurts Oberbürgermeister 1945–1995: Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2012, S. 34–54, ISBN 978-3-942921-89-3&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3782904443}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|124803423}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.fr-online.de/oberbuergermeisterwahl-frankfurt,11317964,11888746.html | wayback=20120315205103| text=Foto von Hollbach und dem US-Kommandeur Crisswell.}}. Erschienen in: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Rundschau&amp;#039;&amp;#039;, 2012. Quelle: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;
* [https://kalliope-verbund.info/DE-611-BF-121234 BUNDESARCHIV - Zentrale Datenbank Nachlässe] In: &amp;#039;&amp;#039;nachlassdatenbank.de.&amp;#039;&amp;#039; Abgerufen am 31. Januar 2026 (Informationen über den Nachlass Wilhelm Hollbachs im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt).&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=124803423|titel=Hollbach, Wilhelm|datum=2022-12-20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Institut für Stadtgeschichte / Stadtarchiv Frankfurt am Main, Personalakte Hollbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Oberbürgermeister von Frankfurt am Main}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124803423|VIAF=35399135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hollbach, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeitungsjournalist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oberbürgermeister (Frankfurt am Main)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frankfurt am Main im 20. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Journalist (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1962]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtrat (Köln)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Frankfurter Zeitung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hollbach, Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker und Journalist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. Dezember 1893&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Aachen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=11. Dezember 1962&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gerbil</name></author>
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