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	<title>Wilhelm Hoegner - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wilhelm_Hoegner&amp;diff=22085&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Murkus69: /* Literatur */ Titel hinzugefügt</title>
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		<updated>2026-03-05T12:56:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Titel hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:HoegnerWilhelm.jpg|mini|Wilhelm Hoegner, 1930]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-H0612-503- 001, München, Ministerpräsidenten-Konferenz.jpg|mini|Hoegner (2.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;l.) im Juni 1947 auf der [[Münchener Ministerpräsidentenkonferenz]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-64549-0006, Sonthofen, Generalslehrgang, Besuch Blank.jpg|mini|Hoegner und [[Theodor Blank]] beim Besuch eines Offizierslehrgangs am 15. Mai 1956]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Johann Harald Hoegner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[23. September]] [[1887]] in [[München]]; † [[5. März]] [[1980]] ebenda) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Jurist]], [[Richter]], [[Hochschullehrer]] und [[Politiker]] ([[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]). Von 1945 bis 1946 und 1954 bis 1957 war er [[Bayerischer Ministerpräsident]] und ist dabei bis heute der einzige Ministerpräsident Bayerns nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], der nicht der [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] angehörte. Während seines [[Schweiz]]er [[Exil]]s erarbeitete er einen Verfassungsentwurf, der wesentlich in die heutige [[Verfassung des Freistaates Bayern]] eingegangen ist und gilt darum als „Vater der bayerischen Verfassung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Jahre ==&lt;br /&gt;
Wilhelm Hoegner war das siebte von 13 Kindern des aus [[Gräfensteinberg]] bei [[Gunzenhausen]] stammenden Eisenbahnbeamten Michael Georg Hoegner und seiner Frau Therese, geborene Engelhardt. Nach Stationen in München und [[Oberding|Aufkirchen]] bei [[Erding]] ließ sich die Familie schließlich in [[Perach]] bei [[Altötting]] nieder. Ab 1898 besuchte Hoegner das [[Kurfürst-Maximilian-Gymnasium Burghausen|humanistische Gymnasium]] in [[Burghausen]]. Von 1901 bis 1907 besuchte er das [[Ludwigsgymnasium (München)|Münchner Ludwigsgymnasium]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel2&amp;quot; /&amp;gt; Von 1907 bis 1911 studierte er [[Rechtswissenschaften]] in [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berlin]], [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] und [[Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg|Erlangen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt; 1911 wurde er mit der Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Die bedingte Strafaussetzung nach dem Vorentwurf (verglichen mit der bedingten Begnadigung)&amp;#039;&amp;#039; zum [[Dr.&amp;amp;nbsp;jur.]] promoviert. 1914 meldete er sich im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] als [[Freiwilliger (Militär)|Kriegsfreiwilliger]], wurde jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war katholisch getauft, trat aber 1918 aus der Kirche aus. Am 3.&amp;amp;nbsp;Oktober 1918 heiratete er die Bankangestellte Anna Woock (geboren am 25.&amp;amp;nbsp;Oktober 1892 in München). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot;&amp;gt;{{cite web|url=http://www.bayern.de/staatsregierung/ministerpraesident/die-bayerischen-ministerpraesidenten-seit-1945/dr-wilhelm-hoegner/|title=Dr. Wilhelm Hoegner Lebenslauf|publisher=Bayerische Staatsregierung|accessdate=23. Februar 2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1917 bis 1918 arbeitete er als [[Assessor]] und vom 15.&amp;amp;nbsp;Mai 1918 bis zum 1.&amp;amp;nbsp;Februar 1920 als [[Rechtsanwalt]] in München, nachdem er am 14.&amp;amp;nbsp;Mai seine Zulassung als Rechtsanwalt erhalten hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Kritzer: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Hoegner.&amp;#039;&amp;#039; München 1979, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 2.&amp;amp;nbsp;Februar 1920 bis zum 29.&amp;amp;nbsp;Februar 1920 war er als geprüfter Rechtspraktikant und danach bis zum 20.&amp;amp;nbsp;April 1920 als ständiger juristischer Hilfsarbeiter bei der [[Staatsanwaltschaft]] München&amp;amp;nbsp;I tätig. Am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 1920 wurde er dort zum III.&amp;amp;nbsp;Staatsanwalt ernannt, was er bis zum 30.&amp;amp;nbsp;November 1925 blieb. Vom 1.&amp;amp;nbsp;Dezember 1925 bis zum 31.&amp;amp;nbsp;März 1929 war er am [[Amtsgericht München]] als Amtsrichter tätig. Bereits 1920/21 und 1923 hatte er sich erfolglos um eine Stelle als Amtsrichter beworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1.&amp;amp;nbsp;März 1929 kehrte er als II.&amp;amp;nbsp;Staatsanwalt zur Staatsanwaltschaft München&amp;amp;nbsp;I zurück, was er bis zum 31.&amp;amp;nbsp;Dezember 1932 blieb. Am 1.&amp;amp;nbsp;Januar 1933 wurde er zum [[Landgerichtsrat]] beim [[Landgericht München&amp;amp;nbsp;I]] ernannt. Am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 1933 wurde er wegen seiner politischen Tätigkeit für die SPD auf der Grundlage des §&amp;amp;nbsp;4 des NS-Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ aus dem bayerischen Staatsdienst entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der SPD war Hoegner 1919 beigetreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt; 1924 bis 1930 war er [[Mitglied des Landtages|Mitglied]] des [[Bayerischer Landtag (Weimarer Republik)|Landtags]] und 1930 bis 1933 [[Mitglied des Reichstages|Mitglied]] des [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstages]]. Hoegner gehörte während der [[Weimarer Republik]] der Republikschutzorganisation [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold]] an. Im Bayerischen Landtag war Hoegner Mitberichterstatter im [[Untersuchungsausschuss]] zum [[Hitler-Ludendorff-Putsch]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exil und Rückkehr ==&lt;br /&gt;
Nach seiner Entlassung aus dem bayerischen Staatsdienst am 1. Mai 1933&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt; konnte Hoegner mit Hilfe von [[Sylvia Elvira Klar]] am 11. Juli 1933 nach [[Tirol (Bundesland)|Tirol]] fliehen, wo er sich als Sekretär bei der [[Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs|Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs]] in [[Innsbruck]] betätigte. Im Februar 1934 zu Beginn des [[Österreichischer Bürgerkrieg|Österreichischen Bürgerkriegs]] ging Wilhelm Hoegner ins Exil in die [[Schweiz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Flucht war ihm jede politische, juristische oder journalistische Tätigkeit untersagt. So blieb ihm nur die [[Literatur]] als Mittel der Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich. Unter dem Pseudonym „Urs Liechti“ publizierte er 1936 in [[Zürich]] den Roman &amp;#039;&amp;#039;Wodans Wiederkunft. Lustiger Reisebericht aus einer traurigen Zeit&amp;#039;&amp;#039;, der grimmig-satirisch mit Hitler-Deutschland abrechnete. Ein Ich-Erzähler berichtet von haarsträubenden Erlebnissen: Er wird Zeuge eines Volksgerichtsverfahrens gegen [[Karl der Große|Karl den Großen]], muss sich wegen [[Führer]]beleidigung verantworten, weil er mit seinem Wagen durch den Staub fuhr, über den kurz zuvor [[Adolf Hitler]] geschritten war, und erlebt eine [[Walpurgisnacht]] mit [[Julius Streicher]] auf dem [[Franken (Region)|fränkischen]] [[Hesselberg]]. Der Roman blieb das einzige Werk, das Hoegner unter diesem Pseudonym veröffentlichte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|url=http://www.linsmayer.ch/autoren/L/LiechtiUrs.html|title=Urs Liechti|publisher=Charles Linsmayer|accessdate=23. Februar 2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er nutzte weitere Pseudonyme wie Garibaldi Ritter, Hans Ritter oder Bertschi.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.filmportal.de/person/dr-jur-wilhelm-hoegner_9c06ad8733344c689deb4a4144c9332e Dr. jur. Wilhelm Hoegner] filmportal.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1939/40 entwarf er zusammen mit [[Hans Nawiasky]], [[Otto Braun]] und [[Joseph Wirth]] eine Reichsverfassung, zwischen 1943 und Frühjahr 1945 schrieb er einen &amp;#039;&amp;#039;Vorschlag für die Neugliederung Deutschlands&amp;#039;&amp;#039;, außerdem formulierte er Gesetzestexte für die Errichtung eines bayerischen Staates im Rahmen eines föderalistischen Systems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juni 1945 kehrte er nach Deutschland zurück und leitete im Auftrag des bayerischen Ministerpräsidenten [[Fritz Schäffer]] den Wiederaufbau der Justizverwaltung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt; Im September wurde er Senatspräsident des [[Oberlandesgericht München|Oberlandesgerichts München]], übte dieses Amt jedoch nur sehr kurz aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Karriere ==&lt;br /&gt;
=== Erste Regierung Hoegner ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kabinett Hoegner I}}&lt;br /&gt;
Am 28.&amp;amp;nbsp;September 1945 ernannte die amerikanische Besatzungsbehörde Hoegner als Nachfolger Fritz Schäffers zum bayerischen Ministerpräsidenten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt; Am 18.&amp;amp;nbsp;Oktober übernahm er zusätzlich das Amt des [[Bayerisches Staatsministerium der Justiz|Justizministers]] und wurde Mitglied im [[Länderrat des amerikanischen Besatzungsgebietes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13.&amp;amp;nbsp;Mai 1946 wurde Hoegner zum Vorsitzenden der [[SPD Bayern|bayerischen SPD]] gewählt. Am 16.&amp;amp;nbsp;Oktober 1946 war er als einer von zwei deutschen Vertretern bei der [[Hinrichtung]] der [[Todesstrafe|zum Tode verurteilten]] Angeklagten der [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher|Nürnberger Prozesse]] anwesend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bayerische Verfassung ===&lt;br /&gt;
Die Besatzungsbehörde beauftragte Hoegner, die Bayerische Verfassung vorzubereiten. Von März bis Juni 1946 war er Mitglied des [[Beratender Landesausschuss (Bayern)|Beratenden Landesausschusses]], von Juni bis November Mitglied der [[Verfassunggebende Landesversammlung (Bayern)|Verfassunggebenden Landesversammlung]] und von deren Verfassungsausschuss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt; Auf ihn gehen besonders die Institutionalisierung von [[Direkte Demokratie in Bayern|Volksbegehren und Volksentscheid]], die Gleichstellung von Bekenntnisschule und Gemeinschaftsschule sowie die starke Verankerung der gemeindlichen Selbstverwaltung zurück. Auf ihn geht auch der &amp;#039;&amp;#039;[[Schwammerlparagraph]]&amp;#039;&amp;#039; Artikel&amp;amp;nbsp;141 zurück, in dem ein freier Zugang zur Natur garantiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|url=https://www.br.de/themen/bayern/inhalt/geschichte/bayerische-verfassung-verfassung-freistaat100.html|title=Demokratie und Schwammerl|publisher=Bayerischer Rundfunk|date=8. Dezember 2011|accessdate=23. Februar 2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hoegner gilt damit als Vater der [[Verfassung des Freistaates Bayern]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bayerischer Justizminister ===&lt;br /&gt;
Bei den ersten [[Landtagswahl in Bayern 1946|Landtagswahlen am 1.&amp;amp;nbsp;Dezember 1946]] siegte die [[CSU]] und [[Hans Ehard]] bildete ein Kabinett aus CSU, SPD und [[Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung (Partei)|WAV]]. Hoegner blieb im [[Kabinett Ehard I]] Justizminister und wurde stellvertretender Ministerpräsident. 1946 wurde er [[Honorarprofessor]] für [[Verfassungsrecht]] an der Juristischen Fakultät der [[Ludwig-Maximilians-Universität München]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die SPD-Landtagsfraktion kündigte 1947 die Koalition mit der CSU auf. Hoegner wandte sich gegen diese Entscheidung und trat als Minister und Parteivorsitzender zurück. Hoegner war als Delegierter des Bayerischen Landtags Mitglied der ersten [[Bundesversammlung (Deutschland)|Bundesversammlung]], die [[Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1949|1949]] [[Theodor Heuss]] zum ersten deutschen [[Bundespräsident (Deutschland)|Bundespräsidenten]] wählte. Hoegner war auch Mitglied der Bundesversammlung von [[Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1959|1959]] und [[Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1969|1969]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel2&amp;quot;&amp;gt;{{cite web|url=http://www.hdbg.de/parlament/content/persDetail.php?id=4354&amp;amp;popH=614.4000000000001|title=Hoegner, Dr. Wilhelm|publisher=Haus der Bayerischen Geschichte|accessdate=23. Februar 2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Außerhalb der Regierung ===&lt;br /&gt;
Wegen seiner Haltung in der Koalitionsfrage und weil er in der Frage der Zustimmung zum [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz]] eine von der Parteilinie abweichende Meinung vertrat, kam es zwischen ihm und der Parteileitung bis 1949 zu heftigen Auseinandersetzungen. Nach seinem Rücktritt als Minister wurde Hoegner 1947 Senatspräsident am Oberlandesgericht München. 1948 bis 1950 war er [[Generalstaatsanwalt]] am [[Bayerisches Oberstes Landesgericht|Bayerischen Obersten Landesgericht]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hoegner war ab Dezember 1946 Landtagsabgeordneter und blieb es bis zum 22.&amp;amp;nbsp;November 1970. Sein Stimmkreis war anfangs der [[Stimmkreis Altötting|Stimmkreis Burghausen-Altötting]], dann [[Stimmkreis München-Pasing|Stimmkreis München XI-West]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit [[Waldemar von Knoeringen]] baute er ab 1948 die Georg-von-Vollmar-Schule (ab 1968: [[Georg-von-Vollmar-Akademie]]) auf, deren Ziel es ist, durch [[politische Bildung]] und Schulung die Menschen dazu zu befähigen, sich aktiv für die [[soziale Demokratie]] einzusetzen, um so dem nationalsozialistischen Gedankengut entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bayerischer Innenminister ===&lt;br /&gt;
Bei der [[Landtagswahl in Bayern 1950|Landtagswahl 1950]] errang die SPD mit 28&amp;amp;nbsp;Prozent knapp den höchsten Stimmenanteil, zog aber dennoch nur als zweitstärkste Partei in den Landtag ein. Hoegner trat als [[Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr|Innenminister]] und stellvertretender Ministerpräsident in das aus CSU und SPD gebildete [[Kabinett Ehard III|dritte Kabinett Hans Ehard]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweite Regierung Hoegner ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kabinett Hoegner II}}&lt;br /&gt;
Bei den [[Landtagswahl in Bayern 1954|Landtagswahlen vom 28.&amp;amp;nbsp;November 1954]] konnte die SPD leicht zulegen, wurde aber von der CSU überholt, die sich um 10,6&amp;amp;nbsp;Prozentpunkte auf 38,0&amp;amp;nbsp;Prozent steigern konnte. Da eine Fortsetzung der bisherigen großen Koalition an der Haltung der CSU scheiterte, bildete die [[SPD Bayern|SPD]] zusammen mit der [[Bayernpartei]], dem [[Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten|BHE]] und der [[FDP Bayern|FDP]] eine [[Viererkoalition (Bayern)|Viererkoalition]] mit Hoegner als Ministerpräsidenten. Die CSU stellte die einzige Oppositionspartei dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hoegners Regierung versuchte unter anderem die Volksschullehrerausbildung zu reformieren. Am 31.&amp;amp;nbsp;Januar 1956 stellte er vor dem Bayerischen Landtag sein „[[Pfalz-Manifest]]“ vor, das der [[Pfalz (Region)|Pfalz]] im Falle der Rückkehr zu Bayern weitgehende Zusagen machte, doch das entsprechende Volksbegehren vom April 1956 erreichte nicht das notwendige [[Quorum (Politik)|Quorum]]. In seine Amtszeit fiel jedoch 1956 die Eingliederung des bis dahin selbständigen [[Landkreis Lindau (Bodensee)|Landkreises Lindau]] in den Freistaat Bayern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Bundestagswahl 1957]] mit dem triumphalen Sieg der Unionsparteien und einem Stimmenanteil von 57,2&amp;amp;nbsp;Prozent für die CSU in Bayern zerbrach seine Viererkoalition. Von der CSU ermuntert, trat am 7.&amp;amp;nbsp;Oktober der BHE aus der Koalition aus. Noch am selben Tag erklärten um 21&amp;amp;nbsp;Uhr auch die Minister und Staatssekretäre der Bayernpartei ihren Rücktritt, und Hoegner musste sein Amt am 8.&amp;amp;nbsp;Oktober abgeben. [[Hanns Seidel]] von der CSU wurde sein Nachfolger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Rücktritt ===&lt;br /&gt;
Hoegner führte von 1958 bis 1962 die Landtagsfraktion der SPD und war anschließend bis zu seinem Ausscheiden aus dem Landtag 1970 stellvertretender Präsident des Bayerischen Landtags.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel1&amp;quot; /&amp;gt; Im September 1961 wurde Wilhelm Hoegner in den Deutschen Bundestag gewählt. Er verzichtete aber schon Ende des Jahres auf sein Mandat; Nachrücker war [[Georg Kahn-Ackermann]]. 1971 wurde Hoegner Ehrenvorsitzender der bayerischen SPD.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hoegner starb am 5.&amp;amp;nbsp;März 1980 in München. Er wurde auf dem [[Friedhof am Perlacher Forst]] im Grab Nr. 7-A-56 beigesetzt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Grabstätte Wilhelm Hoegner.jpeg|mini|Grabstätte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen (Auszug) ==&lt;br /&gt;
* 1953: [[Datei:GER Bundesverdienstkreuz 7 Grosskreuz.svg|60px]]  [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großkreuz]] der Bundesrepublik Deutschland&lt;br /&gt;
* 1956: [[Datei:Cordone di gran Croce OMRI BAR.svg|60px]] [[Verdienstorden der Italienischen Republik|Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik]]&lt;br /&gt;
* 1957: [[Datei:AUT Honour for Services to the Republic of Austria - 3rd Class BAR.png|60px]]  [[Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1952)|Großes Silbernes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_10542/imfname_251156.pdf Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952] (PDF; 6,59&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1961: [[Bayerische Verfassungsmedaille]] in Gold&amp;lt;ref name=&amp;quot;bel2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1974: [[Europäischer Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft]]&lt;br /&gt;
* 1981: Wilhelm-Hoegner-Straße in München-[[Neuperlach]]&amp;lt;ref&amp;gt;Helga Pfoertner: &amp;#039;&amp;#039;Mit der Geschichte leben.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1, Literareron, München 2001, ISBN 3-89675-859-4, S. 200 ({{Webarchiv |url=http://www.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de/files/pfoertner1.pdf |text=PDF; 1,1 MB |wayback=20140428180641}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; und im [[Regensburg]]er Stadtteil Königswiesen-Süd.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias Freitag |Titel=Regensburger Straßennamen |Verlag= Mittelbayerische Verlagsgesellschaft mbH |Ort=Regensburg |Datum=1997 |ISBN=3-931904-05-9 |Seiten=138}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1987: Anlässlich seines 100. Geburtstages wurde von der Landtagsfraktion der bayerischen SPD der [[Wilhelm-Hoegner-Preis]] gestiftet. &lt;br /&gt;
* Hoegner ist außerdem [[Ehrenbürger]] der Stadt München, der Stadt [[Burghausen]] und der Stadt [[Vohburg an der Donau]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Volksbetrug der Nationalsozialisten. Rede des Abgeordneten Dr. W. Hoegner im Reichstag am 18. Oktober 1930&amp;#039;&amp;#039;. J. H. W. Dietz, Berlin 1930. (2. Aufl. 1931)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Frau im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. J. H. W. Dietz, Berlin 1931.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Faschismus und die Intellektuellen. Untergang des deutschen Geistes&amp;#039;&amp;#039;. Verlagsanstalt Graphia, Karlsbad 1934 unter dem Pseudonym „Landgerichtsdirektor“ &lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wodans Wiederkunft. Lustiger Reisebericht aus einer traurigen Zeit&amp;#039;&amp;#039; (Roman, 1936) unter dem Pseudonym „Urs Liechti“&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Politik und Moral&amp;#039;&amp;#039; (1937)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die verratene Republik. Geschichte der deutschen Gegenrevolution&amp;#039;&amp;#039; (1958)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der schwierige Außenseiter. Erinnerungen eines Abgeordneten, Emigranten und Ministerpräsidenten&amp;#039;&amp;#039; (1959)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Flucht vor Hitler. Erinnerungen an die Kapitulation der ersten deutschen Republik 1933&amp;#039;&amp;#039; (1977)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Karl-Ulrich Gelberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Protokolle des Bayerischen Ministerrats 1945 – 1954. Das Kabinett Hoegner. 28. September 1945 bis 21. Dezember 1946&amp;#039;&amp;#039;, Oldenbourg, München 1997, ISBN 3-486-56194-4.&lt;br /&gt;
* Peter Kritzer: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Hoegner. Politische Biographie eines bayerischen Sozialdemokraten.&amp;#039;&amp;#039; Süddeutscher Verlag, München 1979, ISBN 3-7991-5874-X.&lt;br /&gt;
* [[Hildegard Kronawitter]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Hoegner.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Einsichten und Perspektiven. Bayerische Zeitschrift für Politik und Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 2, 2005, S. 34–57 ([http://www.blz.bayern.de/blz/eup/archiv_alle.asp Archivübersicht]; [http://www.hildegard-kronawitter.de/vermischtes/aufsatz_hoegner.pdf PDF, 266 kB]).&lt;br /&gt;
* [[Gerhard A. Ritter]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Hoegner (1887–1980).&amp;#039;&amp;#039; In: Gerhard A. Ritter: &amp;#039;&amp;#039;Arbeiter, Arbeiterbewegung und soziale Ideen in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 1996, S. 292–311, ISBN 3-406-40553-3.&lt;br /&gt;
* [[Hermann Rumschöttel (Historiker)|Hermann Rumschöttel]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Hoegner.&amp;#039;&amp;#039; In: Katharina Weigand (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Große Gestalten der bayerischen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Herbert Utz Verlag, München 2011, ISBN 978-3-8316-0949-9.&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3770051831}}&lt;br /&gt;
* Rolf Tauscher: &amp;#039;&amp;#039;Literarische Satire des Exils gegen Nationalsozialismus und Hitlerdeutschland. Von F. G. Alexan bis Paul Westheim.&amp;#039;&amp;#039; Kovac, Hamburg 1992, zu: Wodans Wiederkunft. S. 125–132, ISBN 3-86064-062-3.&lt;br /&gt;
* {{HLS|27985|Wilhelm Hoegner|Autor=[[Hermann Wichers]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20110521234722/http://www.ifz-muenchen.de/archiv/ed_0120.pdf Nachlass Wilhelm Hoegners (ED 120) im Archiv des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin] (PDF-Datei; 1,62 MB)&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118551922}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/007966}}&lt;br /&gt;
* [https://library.fes.de/library/netzquelle/rechtsextremismus/quelle04.html &amp;#039;&amp;#039;Der Volksbetrug der Nationalsozialisten&amp;#039;&amp;#039;] (Rede im Deutschen Reichstag 1930 als E-Text; zitierfähige Quelle in den [http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w8_bsb00000128_00000.html Verhandlungen des Reichstages])&lt;br /&gt;
* [https://www.reichsbanner-geschichte.de/personen/person/hoegner-wilhelm Kurzbiografie zum Engagement im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold]&lt;br /&gt;
* {{HistLexBay||link|Karl-Ulrich Gelberg|Anonym (&amp;amp;#61; Wilhelm Hoegner): Hitler und Kahr. Die bayerischen Napoleonsgrößen von 1923, 1928|2015-11-12|2015-12-23}}&lt;br /&gt;
* [https://www.linsmayer.ch/autoren/L/LiechtiUrs.html Notiz zum Roman &amp;#039;&amp;#039;Wodans Wiederkunft&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/hoegner-wilhelm-354 Wilhelm Hoegner] im NS-Dokumentationszentrum München&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{Normdaten|TYP=p|GND=118551922|LCCN=nr/2001/34232|VIAF=20472068}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hoegner, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wilhelm Hoegner| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorsitzender der SPD Bayern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Mitglied des Bayerischen Landtags in der Weimarer Republik]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Ministerpräsident (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Justizminister (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Innenminister (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes (Großkreuz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um die Republik Österreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Politische Literatur]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1887]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1980]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hoegner, Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hoegner, Wilhelm Johann Harald (vollständiger Name); Liechti, Urs (Pseudonym); Ritter, Garibaldi (Pseudonym); Ritter, Hans (Pseudonym); Bertschi (Pseudonym); Engelhardt (Pseudonym)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist und Politiker (SPD), MdR, MdL, MdB&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=23. September 1887&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[München]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=5. März 1980&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[München]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Murkus69</name></author>
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