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	<title>Wilhelm Flitner - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Flitner W 1a.jpg|mini|Grab von Wilhelm Flitner, Elisabeth Flitner und Susanne von Bargen, geb. Flitner]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilhelm August Flitner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[20. August]] [[1889]] in [[Bad Berka|Berka]]; † [[21. Januar]] [[1990]] in [[Tübingen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Pädagoge]]. Er war ab 1926 außerordentlicher Professor an der [[Christian-Albrechts-Universität Kiel]] und von 1929 bis 1958 ordentlicher Professor an der [[Universität Hamburg]], war ein Vertreter der [[Geisteswissenschaftliche Pädagogik|geisteswissenschaftlichen Richtung]] in der [[Pädagogik]] und einer der führenden Reformpädagogen der [[Weimarer Republik]] und der ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flitner hatte von 1951 bis 1961 als Vorsitzender des Schulausschusses der [[Westdeutsche Rektorenkonferenz|Westdeutschen Rektorenkonferenz]] erheblichen Einfluss auf die Reform der [[gymnasiale Oberstufe|gymnasialen Oberstufe]], die, bei Festhalten an einem Grundkanon, eine deutliche Akzentsetzung durch die Schüler selbst ermöglichen wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flitner Wilhelm Jena CarlZeissPlatz a.jpg|mini|Erinnerung an Wilhelm Flitner, Jena, Carl-Zeiss-Platz]]&lt;br /&gt;
Wilhelm Flitner studierte ab 1909 in [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] und [[Friedrich-Schiller-Universität Jena|Jena]] Germanistik, Anglistik, Geschichte und Philosophie. In Jena war er in der [[Freistudenten]]bewegung aktiv und gehörte dem [[Serakreis Jena|Serakreis]] um den Verleger [[Eugen Diederichs]] an; dort lernte er seine spätere Ehefrau [[Elisabeth Czapski]] kennen, Tochter des bereits 1907 verstorbenen [[Carl Zeiss (Unternehmen)|Zeiss]]-Vorstandes [[Siegfried Czapski]]. Wilhelm Flitner studierte unter anderem bei [[Herman Nohl]], [[Wilhelm Dilthey|Diltheys]] letztem Assistenten. Aus dem Freundeskreis um Nohl blieb eine lebenslange Freundschaft mit dem Philosophen [[Rudolf Carnap]]. In Jena wurde Flitner 1912 bei [[Wilhelm Rein]] mit einer Arbeit über [[August Ludwig Hülsen]] und dessen &amp;#039;&amp;#039;Bund der Freien Männer&amp;#039;&amp;#039; promoviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1914 bis 1918 nahm Flitner am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teil. Danach unterrichtete er als Lehrer an Gymnasien (seit 1920 Studienrat in Jena) und war 1919 maßgeblich an der Gründung der [[Volkshochschule]] Jena beteiligt, die er von ihrem Beginn 1919 bis 1925 leitete. Sein Nachfolger war [[Adolf Reichwein]]. 1922 habilitierte er sich in Jena mit einer Arbeit zu den Grundlagen der [[Didaktik]]. Er war Gründungsmitglied des [[Hohenrodter Bund]]es (1923–1930) und hier wesentlich an der Theorieentwicklung zum Volksbildungswesen beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Laack: &amp;#039;&amp;#039;Das Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung&amp;#039;&amp;#039;. Bad Heilbrunn 1984, S. 624 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hochschullehrer in Kiel und Hamburg ===&lt;br /&gt;
1926 wurde Wilhelm Flitner als außerordentlicher [[Professor]] für [[Philosophie]] und [[Pädagogik]] an die [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel#Pädagogische Hochschule Kiel 1946–1994|Pädagogische Akademie Kiel]] berufen und von dort als ordentlicher Professor 1929 an die [[Universität Hamburg]], wo er das Seminar für Erziehungswissenschaft leitete sowie das Pädagogische Institut, das seit dem Lehrerbildungsgesetz von 1926 auch für die [[Lehrerbildung]] zuständig war (bis 1936 und wieder nach dem Zweiten Weltkrieg).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis der geisteswissenschaftlichen Pädagogik und ihrer führenden Vertreter zum Nationalsozialismus wird seit etwa 1985 innerhalb der Erziehungswissenschaft der Bundesrepublik kontrovers diskutiert.&amp;lt;ref name=&amp;#039;Klafki&amp;quot;&amp;#039;&amp;gt;Wolfgang Klafki: &amp;#039;&amp;#039;Die gegenwärtigen Kontroversen in der deutschen Erziehungswissenschaft über das Verhältnis der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik zum Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Marburg, 1998, https://archiv.ub.uni-marburg.de/sonst/1998/0003/k10.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;#039;Herrmann/Oelkers&amp;quot;&amp;#039;&amp;gt;[[Ulrich Herrmann (Pädagoge, 1939)|Ulrich Herrmann]], [[Jürgen Oelkers]] (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Pädagogik und Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Weinheim/Basel, Beltz Verlag, 1988.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1923 schloss sich Flitner kurzzeitig der SPD an, ansonsten war er parteilos.&amp;lt;ref name=&amp;#039;Hering125&amp;quot;&amp;#039;&amp;gt;[[Rainer Hering]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Flitner&amp;#039;&amp;#039;. In &amp;#039;&amp;#039;[[Hamburgische Biografie]]. Personenlexikon&amp;#039;&amp;#039; (Hg. [[Franklin Kopitzsch]], Dirk Brietzke), Hamburg, Christians Verlag, 2003, Band 2, S. 125–126.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer Rede zur Verfassungsfeier des Hamburger Senats am 11. August 1930 verteidigte Flitner die [[Weimarer Verfassung]] und setzte sich für ihren Erziehungsauftrag ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Staatsarchiv&amp;quot;&amp;gt;Staatsarchiv Hamburg: &amp;#039;&amp;#039;Erziehung und Schule im neuen Volksstaat&amp;#039;&amp;#039;. Rede von Professor Dr. Wilhelm Flitner bei der Verfassungsfeier am 11. August 1930 in der Hamburger Musikhalle. Staatsarchiv Hamburg 135-1 I-IV&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Vorgänge nach der „[[Machtergreifung]]“ der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] und die [[Zeit des Nationalsozialismus]] sind für die Universität Hamburg im Detail historisch aufgearbeitet worden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krause&amp;quot;&amp;gt;[[Eckart Krause]], [[Ludwig Huber (Pädagoge)|Ludwig Huber]], [[Holger Fischer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im „Dritten Reich“. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, 3 Bände.&amp;lt;/ref&amp;gt; Flitner war letzter Dekan vor 1933. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen der Intervention im Laufe des Jahres 1933&amp;lt;ref name=&amp;quot;Borowsky&amp;quot;&amp;gt;[[Peter Borowsky]], &amp;#039;&amp;#039;Die Philosophische Fakultät&amp;#039;&amp;#039;, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im &amp;quot;Dritten Reich&amp;quot;. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 2, S. 441–458&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheuerl&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Scheuerl]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte des Seminars für Erziehungswissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im „Dritten Reich“. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 2, S. 519–535&amp;lt;/ref&amp;gt; zu Gunsten von Kollegen, die von den Nationalsozialisten und den Behörden bedroht und später entlassen wurden, und gefährdet durch die jüdische Herkunft seiner Frau [[Elisabeth Czapski]] versuchte Flitner gemeinsam mit [[Bruno Snell]] und Emil Wolff „Nischen der Gedankenfreiheit“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vogel50&amp;quot;&amp;gt;[[Barbara Vogel (Historikerin)|Barbara Vogel]], &amp;#039;&amp;#039;Hochschullehrer und Staat&amp;#039;&amp;#039;, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im &amp;quot;Dritten Reich&amp;quot;. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 1, S. 50 u. S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt; zu bewahren. Trotzdem findet sich sein Name auf der Liste der Unterzeichner des [[Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler|Bekenntnisses der deutschen Professoren zu Adolf Hitler]] im November 1933.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee156&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 156.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings bestehen Zweifel an der Authentizität der Hamburger „Unterschriften“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fischer597&amp;quot;&amp;gt;Hans Fischer, Völkerkunde, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im &amp;quot;Dritten Reich&amp;quot;. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 2, S. 597 u. S. 605&amp;lt;/ref&amp;gt; Flitner hat auf offene Opposition verzichtet und war Mitglied im [[Nationalsozialistischer Lehrerbund|NS-Lehrerbund]] und der [[Nationalsozialistische Volkswohlfahrt|Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee156&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Saul391&amp;quot;&amp;gt;[[Klaus Saul]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrerbildung in Demokratie und Diktatur&amp;#039;&amp;#039;, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im „Dritten Reich“. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 1, S. 391ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Laufe des Jahres 1933&amp;lt;ref name=&amp;quot;Borowsky&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheuerl&amp;quot; /&amp;gt; und nachdrücklich seit dem Jahr 1935 distanzierte sich Flitner vom Nationalsozialismus; seine Entlassungsurkunde aus der Universität lag seit 1937 bereits unterschrieben beim Leiter der Hamburger Hochschulbehörde, wurde aber nicht ausgehändigt.&amp;lt;ref name=&amp;#039;Peukert19&amp;quot;&amp;#039;&amp;gt;[[Helmut Peukert]]: &amp;#039;&amp;#039;Reflexion am Ort der Verantwortung. Herausforderung durch Wilhelm Flitners pädagogisches Denken.&amp;#039;&amp;#039; Zeitschrift für Pädagogik 26. Beiheft, Weinheim und Basel, Beltz Verlag 1991, S. 15–27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Lehrerbildung wurde 1936 der Universität entzogen und an die neu gegründete Hochschule für Lehrerbildung verlagert. Flitner beschäftigte sich in dieser Zeit deshalb mit allgemein geisteswissenschaftlichen Fragen, insbesondere mit Goethes Spätwerk. Später waren seine Seminare Treffpunkte der [[Weiße Rose Hamburg|Hamburger „Weißen Rose“]], zu deren Unterstützern er neben dem Mediziner [[Rudolf Degkwitz (senior)|Rudolf Degkwitz]] zählte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MüllerundSchöberl427&amp;quot;&amp;gt;[[Hans-Harald Müller]], [[Joachim Schöberl]], Hamburger „Weiße Rose“, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im „Dritten Reich“. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 1, S. 427&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheuerl527&amp;quot;&amp;gt;Hans Scheuerl, Erziehungswissenschaft, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im „Dritten Reich“. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 2, S. 527&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits drei Tage nach dem Einmarsch britischer Truppen in Hamburg am 3. Mai 1945 begann Flitner gemeinsam mit anderen universitätsintern als Gegner des nationalsozialistischen Regimes bekannten Professoren wie [[Rudolf Laun]], [[Bruno Snell]] und dem späteren Rektor [[Emil Wolff (Anglist)|Emil Wolff]] die Reorganisation der Universität Hamburg.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sywottek1389&amp;quot;&amp;gt;[[Arnold Sywottek]], Ausblick: Über die Anfänge der „Universität Hamburg“, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hochschulalltag im „Dritten Reich“. Die Hamburger Universität 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 3, S. 1389&amp;lt;/ref&amp;gt; Flitner nahm zunächst improvisiert seine Vorlesungstätigkeit wieder auf und übernahm nach der Wiedereröffnung der Universität erneut die Leitung des Pädagogischen Instituts und die diesem wieder zugewiesene Lehrerbildung (bis 1958).&lt;br /&gt;
Von 1951 bis 1961 hatte Flitner den Vorsitz des Schulausschusses der [[Westdeutsche Rektorenkonferenz|Westdeutschen Rektorenkonferenz]] inne und organisierte die [[Evangelische Akademie Tutzing|Tutzinger Gespräche]] zur Hochschulreife (bis [[1961]]). In dieser Funktion prägte er wesentlich die Reform der gymnasialen Oberstufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herausgeber der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Erziehung&amp;#039;&amp;#039; ===&lt;br /&gt;
In der [[Weimarer Republik]] gab Flitner ab 1925 gemeinsam mit [[Aloys Fischer]], [[Theodor Litt]], [[Herman Nohl]] und [[Eduard Spranger]] die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Die Erziehung]]&amp;#039;&amp;#039; heraus, deren Schriftleiter er zugleich war. In der Märzausgabe der &amp;#039;&amp;#039;Erziehung&amp;#039;&amp;#039; von 1933 erschienen zwei Artikel von &amp;#039;&amp;#039;Spranger&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Flitner&amp;#039;&amp;#039;, die sich mit der so genannten Machtergreifung der Nationalsozialisten im Grunde positiv, wenn auch mit mahnendem Unterton auseinandersetzen. Im nächsten Heft folgten zwei Aufsätze von [[Martin Havenstein]] und Theodor Litt, die sich unmittelbar gegen die nationalsozialistischen Lehren wandten. 1935 legte Flitner die Schriftleitung nieder, weil er sich weigerte, der Forderung des Verlags nachzukommen, der Reichsschrifttumskammer beizutreten und die Zeitschrift dem Zeitgeist anzupassen. 1937 schieden Flitner, Litt, Nohl und Fischer aus dem Herausgeberkreis der &amp;#039;&amp;#039;Erziehung&amp;#039;&amp;#039; aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Flitner374&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Flitner: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungen&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh Verlag, Paderborn 1986, S. 374.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1943 wurde die Zeitschrift eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Flitner Mitbegründer der Zeitschriften &amp;#039;&amp;#039;[[Die Sammlung (Pädagogik)|Die Sammlung]]&amp;#039;&amp;#039; (1945–60) sowie &amp;#039;&amp;#039;[[Der Evangelische Erzieher]]&amp;#039;&amp;#039; (seit 1949). 1955 begründete Flitner gemeinsam mit [[Fritz Blättner]], [[Otto Friedrich Bollnow]], [[Josef Dolch]] und [[Erich Weniger]] die &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Pädagogik]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auszeichnungen ===&lt;br /&gt;
1963 erhielt Flitner den [[Hansischer Goethe-Preis|Goethe-Preis]] der [[Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.]] 1964 verlieh ihm die Theologische Fakultät der [[Eberhard Karls Universität Tübingen|Universität Tübingen]] die Ehrendoktorwürde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb am 21. Januar 1990 und wurde auf dem [[Nienstedtener Friedhof]] in Hamburg bestattet.&lt;br /&gt;
Seine Kinder sind [[Andreas Flitner]], später ebenfalls Professor für Pädagogik, die Oberstudienrätin Roswitha Lohse-Flitner, verheiratet mit [[Eduard Lohse]], und Hugbert Flitner.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rainer Nicolaysen]], Vorwort in: Der Präsident der Universität Hamburg (hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Flitner (1889 – 1990) – ein Klassiker der Erziehungswissenschaft? Zur 125. Wiederkehr seines Geburtstags – Reden der Festveranstaltung der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg am 22. Oktober 2014&amp;#039;&amp;#039;, Hamburg 2015 ([https://hup.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2015/156/chapter/HamburgUP_HURNF20_Flitner_Vorwort.pdf online])&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Bettina Flitner]], [[Michael Flitner]] und [[Martin Lohse]] sind Enkel von Wilhelm Flitner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;August Ludwig Hülsen und der Bund der freien Männer.&amp;#039;&amp;#039; Jena 1913. (Dissertation)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Laienbildung.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1931 ([https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bvb:355-ubr21828-3 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Pädagogik&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 1950. (15. Aufl. 1997. ISBN 3-608-91882-5)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Selbstverständnis der Erziehungswissenschaft in der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 1957.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hochschulreife und Gymnasium.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 1959.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die gymnasiale Oberstufe.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 1961.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Europäische Gesittung. Ursprung und Aufbau abendländischer Lebensformen.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1961 (überarbeitet als &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der abendländischen Lebensformen&amp;#039;&amp;#039;. München 1967).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Grundlegende Geistesbildung. Studien zur Theorie der wissenschaftlichen Grundbildung und ihrer kulturellen Basis.&amp;#039;&amp;#039; Heidelberg 1965.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ausgewählte pädagogische Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; Besorgt v. [[Heinrich Kanz]] (mit Biografie und Bibliografie). Paderborn 1967.&lt;br /&gt;
* Wilhelm Flitner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Johann Heinrich Pestalozzi: Ausgewählte Schriften.&amp;#039;&amp;#039; Godesberg 1949. (Neuausgabe durchges. u. erg. v. [[Udo Grün]] Weinheim 2001. ISBN 3-407-22089-8)&lt;br /&gt;
Im Schöningh-Verlag Paderborn erscheinen seit 1982 die &amp;#039;&amp;#039;Gesammelten Schriften&amp;#039;&amp;#039; hrsg. v. [[Karl Erlinghagen]] †/[[Andreas Flitner]]/[[Ulrich Herrmann (Pädagoge, 1939)|Ulrich Herrmann]]:&lt;br /&gt;
* Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;Erwachsenenbildung.&amp;#039;&amp;#039; 1982. (ISBN 3-506-72561-0)&lt;br /&gt;
* Bd. 2: &amp;#039;&amp;#039;Pädagogik. Systematische Pädagogik. Allgemeine Pädagogik.&amp;#039;&amp;#039; 1983. (ISBN 3-506-72562-9)&lt;br /&gt;
* Bd. 3: &amp;#039;&amp;#039;Theoretische Schriften. Abhandlungen zu normativen Aspekten und theoretischen Begründungen der Pädagogik.&amp;#039;&amp;#039; 1989. (ISBN 3-506-72563-7)&lt;br /&gt;
* Bd. 4: &amp;#039;&amp;#039;Die Pädagogische Bewegung.&amp;#039;&amp;#039; 1987. (ISBN 3-506-72564-5)&lt;br /&gt;
* Bd. 5: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Bildungsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 1985. (ISBN 3-506-72565-3)&lt;br /&gt;
* Bd. 6: &amp;#039;&amp;#039;Goethe im Spätwerk.&amp;#039;&amp;#039; 1983. (ISBN 3-506-72566-1)&lt;br /&gt;
* Bd. 7: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der abendländischen Lebensformen.&amp;#039;&amp;#039; 1990. (ISBN 3-506-72567-X)&lt;br /&gt;
* Bd. 8: &amp;#039;&amp;#039;Goethe-Studien - Humanismus-Studien.&amp;#039;&amp;#039; 2002. (ISBN 3-506-72568-8)&lt;br /&gt;
* Bd. 9: &amp;#039;&amp;#039;Volksschule und Elementarbildung.&amp;#039;&amp;#039; 2005. (ISBN 3-506-72569-6)&lt;br /&gt;
* Bd. 10: &amp;#039;&amp;#039;Gymnasium und Universität.&amp;#039;&amp;#039; 1997. (ISBN 3-506-72570-X)&lt;br /&gt;
* Bd. 11: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungen 1889-1945.&amp;#039;&amp;#039; 1986. (ISBN 3-506-72571-8)&lt;br /&gt;
* Bd. 12: &amp;#039;&amp;#039;Nachlese.&amp;#039;&amp;#039; In zwei Teilbänden. 2014. (ISBN 3-506-72572-6)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hugbert Flitner: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Flitner – Herkunft und wirtschaftliche Lage in den beruflichen Anfängen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Anke Grotlüschen]], Anette Richter-Boisen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bauhaus und Erwachsenenbildung. Progressive Architektur im Verhältnis zu Reformpädagogik und Arbeiter:innen-Bewegung.&amp;#039;&amp;#039; Opladen, Berlin, Toronto 2023, S. 117–124, [[doi:10.25656/01:28072]].&lt;br /&gt;
* Hugbert Flitner: &amp;#039;&amp;#039;Bauhaus und Reformpädagogik – Walter Gropius und Wilhelm Flitner.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Anke Grotlüschen]], Anette Richter-Boisen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bauhaus und Erwachsenenbildung. Progressive Architektur im Verhältnis zu Reformpädagogik und Arbeiter:innen-Bewegung.&amp;#039;&amp;#039; Opladen, Berlin, Toronto 2023, S. 125–128, [[doi:10.25656/01:28072]].&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Herrmann (Pädagoge, 1939)|Ulrich Herrmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Flitner 1889–1990. Pädagoge und Bildungstheoretiker, Goethe-Forscher und Kulturphilosoph. Eine biographie intellectuelle.&amp;#039;&amp;#039; Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2021, ISBN 978-3-7815-2437-8.&lt;br /&gt;
* Meike G. Werner,  [[Rainer Hering]]: &amp;#039;&amp;#039;Katakombenzeit. Wilhelm Flitner in Hamburg 1929-1969.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8353-5638-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118533991}}&lt;br /&gt;
* {{Munzinger|00000010817}}&lt;br /&gt;
* [https://www.vhs-jena.de/de/wir_ueber_uns/geschichte/649495 Kurzübersicht über die Geschichte der Volkshochschule Jena]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20160304222840/http://gerhard-juers.jimdo.com/ Gerhard Jürs: Zeitgeschichtliche Einschätzung Wilhelm Flitners im Nationalsozialismus auf Grundlage neuer Quellen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118533991|LCCN=n/81/89882|VIAF=108537541}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Flitner, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erziehungswissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Hamburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (PH Kiel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Jugendbewegung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reformpädagoge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Jena)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1889]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1990]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hundertjähriger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Flitner, Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Flitner, Wilhelm August&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Pädagoge&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. August 1889&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bad Berka|Berka]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=21. Januar 1990&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Tübingen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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