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	<title>Wilhelm Führer - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T23:40:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wilhelm_F%C3%BChrer&amp;diff=2593329&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lubitsch2 am 30. Mai 2025 um 22:20 Uhr</title>
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		<updated>2025-05-30T22:20:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Führer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[26. April]] [[1904]] in [[Rüstringen (Stadt)|Rüstringen]]; † [[12. Juli]] [[1974]]) war ein deutscher [[Astronom]] und [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischer]] Wissenschaftsfunktionär. Er war in der Wissenschaftspolitik des [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|nationalsozialistischen Deutschen Reiches]] eine der maßgeblichen Personen im Bereich der Astronomie und [[Physik]]. Führer griff in zahlreiche Personalentscheidungen ein und war mehrfach an der Entfernung politisch missliebiger Wissenschaftler aus ihren Stellungen beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Marinelotsen arbeitete von 1923 bis 1926 als [[Volksschullehrer]] in Oldenburg. 1928 machte er den Abschluss am [[Realgymnasium]] in Rüstringen und studierte danach Astronomie an der [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1930 bis 1933 arbeitete er als Hilfsassistent in der Schriftleitung der [[Astronomische Nachrichten|&amp;#039;&amp;#039;Astronomischen Nachrichten&amp;#039;&amp;#039;]] in [[Kiel]] und [[Promotion (Doktor)|promovierte]] 1933 mit einer Arbeit über &amp;#039;&amp;#039;Farbäquivalente von 51 polnahen Sternen&amp;#039;&amp;#039; an der Universität Kiel. Am 16. Juli des gleichen Jahres wurde er als Hilfsassistent an der [[Universitäts-Sternwarte München]] angestellt, die damals von [[Alexander Wilkens]] geleitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 19-Jähriger war er Mitglied des rechtsradikalen [[Bund Wiking|Wikingbundes]]. Zum 1. Oktober 1930 trat er in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 341.707),&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/10030286&amp;lt;/ref&amp;gt; 1933 in die [[Schutzstaffel|SS]] ein (SS-Nummer 208.688).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee171&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 2007, S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dws-xip.pl/reich/biografie/numery/numer208.html www.dws-xip.pl]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. März 1934 wurde er planmäßiger Assistent und arbeitete an der Sternwarte bis 1936, war aber zwischendurch längere Zeit für Arbeiten im [[Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus|Kultusministerium]] abgestellt. An der Sternwarte war er befreundet mit dem dort ebenfalls als Assistenten arbeitenden [[Bruno Thüring]], der maßgeblich an der Absetzung von Wilkens beteiligt war. 1940 wurde Thüring mit Unterstützung durch Führer Direktor der [[Universitätssternwarte Wien]] als Nachfolger des ebenfalls aus politischen Gründen entfernten [[Kasimir Graff]]. Die beiden scheinen eng befreundet gewesen zu sein, da in der erhaltenen Korrespondenz eine extrem deftige Sprache verwendet wird (Führer an Thüring: „Mein lieber Bruno, hundsseitener Bazi, Du gselchter! […] Ich hab mich aber  gefreut, dass Du mir ein Schreiben schriebst, worauf ich seit Monaten gewartet habe. Du Bauernsau, Du mistige.“&amp;lt;ref&amp;gt;Kerschbaum et al.: &amp;#039;&amp;#039;Die Wiener Universitätssternwarte und Bruno Thüring&amp;#039;&amp;#039; 2006, Anhang 2&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1934 machte Führer eine steile Karriere als nationalsozialistischer Wissenschaftsfunktionär: von April 1934 bis November 1936 als Leiter der Dozentenschaft der [[Ludwig-Maximilians-Universität München|Universität München]], seit Juli 1935 als [[Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund|Dozentenbundführer]], von 1935 bis März 1939 als Gaudozentenbundführer im [[Gau München-Oberbayern]] (bis 18. August kommissarisch). Am 1. Oktober 1936 übernahm er eine Stelle im Referat für Hochschulangelegenheiten des Bayerischen Kultusministeriums und wurde bereits am 29. November 1938 [[Regierungsrat (Amtsbezeichnung)|Regierungsrat]] I. Klasse. In der SS hatte er es 1936 zum [[SS-Untersturmführer]] gebracht und sogar als Astronom kam er noch voran, da er mit einer Ausnahmegenehmigung ab dem Sommersemester 1937 einen Lehrauftrag der Universität München im Bereich [[Astrophysik]] erhielt.&lt;br /&gt;
Ab 1. Februar 1939 arbeitete er dann schon im Berliner [[Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung|Reichswissenschaftsministerium]] als Referent für die Naturwissenschaften, ab Oktober bereits als [[Oberregierungsrat]] und ab August 1943 als [[Ministerialrat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel dazu verlief sein Aufstieg in der SS: 1941 [[SS-Obersturmführer]] (Amt [[Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe|Ahnenerbe]]), 1942 [[SS-Untersturmführer|Untersturmführer]] der [[Waffen-SS]], 1943 [[SS-Hauptsturmführer|Hauptsturmführer]] und Obersturmführer der Waffen-SS. Bei Kriegsende war er [[Ordonnanzoffizier]] im [[SS-Hauptämter#Persönlicher Stab Reichsführer SS|Persönlichen Stab Reichsführer SS]] (Feldkommando-Stab).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende wurde Führer [[Internierung|interniert]] (15. Mai 1945 bis 22. Juni 1948) und 1948 zu vier Jahren [[Arbeitslager]] verurteilt. Aber schon im Juni 1949 wurde er von der [[Spruchkammerverfahren|Spruchkammer]] Nord-Württemberg im Rahmen der [[Entnazifizierung]] als „Minderbelasteter“ und im Juni 1950 dann als „Mitläufer“ eingestuft. In den Jahren nach seiner Entlassung aus der Internierung war Führer als Holzmakler tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee171&amp;quot; /&amp;gt; Die Firma besteht heute noch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über seine Tätigkeit als Adjutant [[Heinrich Himmler]]s hatte er im Rahmen der [[Nürnberger Prozesse]] auszusagen. Bei dieser Gelegenheit gab er zu Protokoll, dass er während seiner Arbeit für Himmler mit der Betreuung von Gästen und der Ablage von Akten beschäftigt gewesen sei. Von [[Kriegsverbrechen]] habe er nichts bemerkt, da die Geheimhaltung sehr streng gewesen sei und außerdem: „Heinrich Himmler hatte eine sehr starke Neigung, alles selbst zu erledigen.“ Die Zugehörigkeit zum persönlichen Stab Himmlers sei außerdem eine Art Ehrenamt gewesen, das keine besondere Inanspruchnahme implizierte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Beispiel: Ich gehörte von Ende 1938 bis zu meiner Einberufung in die Waffen-SS im August 1942 organisatorisch dem Persönlichen Stab [Himmlers] an. In dieser Zeit bin ich nur einmal zu einer SS-Veranstaltung gebeten worden. Es betraf eine Einladung zur [[Sonnwendfeier]] im [[Schlosspark Charlottenburg|Charlottenburger Schlosspark]], der ich mit meiner Frau Folge leistete.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Trial of the Major War Criminals.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 42, Nürnberg 1949. Affidavit SS-63, S. 539–542.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Farbäquivalente von 51 polnahen Sternen. Normalsequenz zur Bestimmung effektiver Wellenlängen &amp;#039;&amp;#039; (Dissertation, Kiel 1933)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Studien- und Prüfungsbestimmungen für Geologen&amp;#039;&amp;#039; (Berlin 1842)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Studien- und Prüfungsbestimmungen für Geophysiker, Meteorologen und Ozeanographen&amp;#039;&amp;#039; (Berlin 1943)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Michael Grüttner]]: &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 6). Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 3-935025-68-8, S. 55.&lt;br /&gt;
* Franz Kerschbaum, Thomas Posch, Karin Lackner: &amp;#039;&amp;#039;Die Wiener Universitätssternwarte und Bruno Thüring.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Astronomiegeschichte&amp;#039;&amp;#039; Bd. 8 (2006), S. 185–202, [http://homepage.univie.ac.at/~kerschf3/Publications/thuering_wien_vs5.pdf online] (PDF; 170&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* Freddy Litten: &amp;#039;&amp;#039;Astronomie in Bayern 1914–1945.&amp;#039;&amp;#039; Steiner, Stuttgart 1992, S. 237.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://adsabs.harvard.edu/cgi-bin/nph-abs_connect?db_key=AST&amp;amp;db_key=PRE&amp;amp;qform=AST&amp;amp;arxiv_sel=astro-ph&amp;amp;arxiv_sel=cond-mat&amp;amp;arxiv_sel=cs&amp;amp;arxiv_sel=gr-qc&amp;amp;arxiv_sel=hep-ex&amp;amp;arxiv_sel=hep-lat&amp;amp;arxiv_sel=hep-ph&amp;amp;arxiv_sel=hep-th&amp;amp;arxiv_sel=math&amp;amp;arxiv_sel=math-ph&amp;amp;arxiv_sel=nlin&amp;amp;arxiv_sel=nucl-ex&amp;amp;arxiv_sel=nucl-th&amp;amp;arxiv_sel=physics&amp;amp;arxiv_sel=quant-ph&amp;amp;arxiv_sel=q-bio&amp;amp;sim_query=YES&amp;amp;ned_query=YES&amp;amp;adsobj_query=YES&amp;amp;aut_logic=OR&amp;amp;obj_logic=OR&amp;amp;author=F%C3%BChrer&amp;amp;object=&amp;amp;start_mon=&amp;amp;start_year=&amp;amp;end_mon=01&amp;amp;end_year=1950&amp;amp;ttl_logic=SIMPLE&amp;amp;title=&amp;amp;txt_logic=OR&amp;amp;text=&amp;amp;nr_to_return=200&amp;amp;start_nr=1&amp;amp;jou_pick=ALL&amp;amp;ref_stems=&amp;amp;data_and=ALL&amp;amp;group_and=ALL&amp;amp;start_entry_day=&amp;amp;start_entry_mon=&amp;amp;start_entry_year=&amp;amp;end_entry_day=&amp;amp;end_entry_mon=&amp;amp;end_entry_year=&amp;amp;min_score=&amp;amp;sort=SCORE&amp;amp;data_type=SHORT&amp;amp;aut_syn=YES&amp;amp;ttl_syn=YES&amp;amp;txt_syn=YES&amp;amp;aut_wt=1.0&amp;amp;obj_wt=1.0&amp;amp;ttl_wt=0.3&amp;amp;txt_wt=3.0&amp;amp;aut_wgt=YES&amp;amp;obj_wgt=YES&amp;amp;ttl_wgt=YES&amp;amp;txt_wgt=YES&amp;amp;ttl_sco=YES&amp;amp;txt_sco=YES&amp;amp;version=1 Veröffentlichungen von W. Führer] im [[Astrophysics Data System]]&lt;br /&gt;
* [https://ns-reichsministerien.de/2020/03/10/wilhelm-fuehrer/ Kurzbiografie] – [https://ns-reichsministerien.de/ Projekt „Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=|VIAF=277734246|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2023-03-06}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Fuhrer, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronom (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDDB-Funktionär]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationalsozialismus (München)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied im Bund Wiking]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeuge in den Nürnberger Prozessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1904]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1974]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Führer, Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Astronom und nationalsozialistischer Wissenschaftsfunktionär&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=26. April 1904&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Rüstringen (Stadt)|Rüstringen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. Juli 1974&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lubitsch2</name></author>
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