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	<title>Wilhelm Biener - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T09:38:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wilhelm_Biener&amp;diff=143087&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bartleby08: /* Verfolgung und Tod */</title>
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		<updated>2025-12-10T07:14:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verfolgung und Tod&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:A - Rattenberg - 20Hl. ND a.png|mini|Eine Darstellung Wilhelm Bieners auf einem [[Notgeld|Notgeldschein]] von [[1920]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tiroler Landtag.jpg|mini|Kanzler Biener verhindert am Tiroler Landtag den Auszug der geistlichen und adligen Opposition, Gemälde von [[Karl Anrather]] (1861–1893)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Biener&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wilhelm Bienner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Guilielmus Bienner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, (* vor 1590 in [[Lauchheim]]; † [[17. Juli]] [[1651]] in [[Rattenberg (Tirol)]]) war von 1630 bis zu seiner Bestellung zum Hofkanzler im Jahr 1638 Regimentskanzler („Kanzler von Tirol“) der [[Oberösterreich (Habsburg)|oberösterreichischen Habsburgischen Lande]]. Er wurde Opfer eines [[Justizmord|Justizmordes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliche Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Wilhelm Biener, Sohn des in Diensten des [[Deutscher Orden|Deutschen Ordens]] an der [[Kommende|Komturei]] [[Schloss Kapfenburg|Kapfenburg]] tätigen Beamten Christoph Biener und der [[Patriziat (Nürnberg)|Nürnberger Patrizierin]] Ursula Kauz, studierte in [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg]] und [[Universität Ingolstadt|Ingolstadt]] Rechtswissenschaften. Er promovierte 1610 und stand ab 1620 im Dienst des Markgrafen [[Karl von Burgau]] und von 1625 bis 1630 in Diensten des bayrischen Kurfürsten, wurde dann von Kaiser [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] in den Reichshofrat berufen und Erzherzog [[Leopold V. (Österreich-Tirol)|Leopold V.]] von Tirol als Berater zugeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1638 bis 1648 war er [[vorderösterreich]]ischer Hofkanzler bei Erzherzogin [[Claudia de’ Medici]] und dann nach ihrem Tod 1648 Kanzler bei ihrem Sohn Erzherzog [[Ferdinand Karl (Österreich-Tirol)|Ferdinand Karl]]. Während seiner Zeit in Tirol erwarb Wilhelm Biener das [[Schloss Büchsenhausen]] im Innsbrucker Stadtteil [[Hötting]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken ==&lt;br /&gt;
Biener stärkte gegen den Widerstand der Stände die landesfürstliche Stellung. Er straffte die Verwaltung, ging hart gegen Korruption und Amtsmissbrauch vor und verhinderte ein Herauslösen der geistlichen Fürstentümer [[Brixen]] und [[Erzbistum Trient|Trient]] aus ihren vertraglichen Bindungen mit der [[Gefürstete Grafschaft Tirol|gefürsteten Grafschaft Tirol]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch diplomatisches Geschick gelang es ihm, einen Einfall der Franzosen in das [[Münstertal (Schweiz)|Münstertal]] zu verhindern und Streitigkeiten mit den [[Graubünden|Bündner]] Bauern beizulegen, die damals noch offiziell unter Tiroler Oberhoheit standen, praktisch aber Selbständigkeit genossen. Allerdings geriet er in schwere Konflikte mit [[Isaak Volmar]], dem er Inkompetenz vorwarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biener protestierte auch vergeblich gegen den Ausverkauf von Tiroler Herrschaftsrechten an [[Graubünden]], mit dem der verschwenderische Lebensstil Ferdinand Karls finanziert werden sollte. Das [[Prättigau]] und das [[Engadin|Unterengadin]] fielen daher an Graubünden. Er kritisierte offen den verschwenderischen Lebensstil Ferdinand Karls und forderte die Abschaffung der [[Vorrecht]]e für [[Adel]]ige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfolgung und Tod ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wilhelm Biener Gedenktafel Rattenberg.jpg|mini|Gedenktafel für Kanzler Wilhelm Biener auf dem Rattenberger Schloßberg]]&lt;br /&gt;
Dem Adel war Bieners politisches Wirken ein Dorn im Auge, da es die soziale und ökonomische Stellung des Adels in Tirol zu gefährden schien. Erzherzog Ferdinand Karl war ein schwacher und unentschlossener Regent, so dass sein Vertrautenkreis ihn gegen den Kanzler aufhetzen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während sich Biener in einer Sitzung befand, ließen seine Gegner sein Haus durchsuchen und angeblich verdächtige [[Schriftstück]]e mitnehmen. Biener flüchtete ins [[Stift Wilten|Kloster Wilten]], um seiner Verhaftung zu entgehen. Der [[Bischof von Brixen]] [[Anton von Crosini]] war ihm ebenfalls feindlich gesinnt und hob das [[Asyl]]recht auf. Von persönlichen und politischen Gegnern 1650 gestürzt, wurde er am 28. August 1650 verhaftet und wegen [[Hochverrat]]s und [[Vermögensdelikt|Unterschlagung]] angeklagt. Die meisten Anschuldigungen konnte Biener zwar widerlegen, doch der Prozess war eine abgekartete Angelegenheit, und Biener wurde rechtswidrig zum Tod verurteilt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hinrichtung Bieners war für den 17. Juli 1651 im [[Burgruine Rattenberg|Schlosshof von Rattenberg]] angesetzt. Bieners [[Gemahlin]] stellte ein  [[Gnadengesuch]] an den Kaiser, das von diesem auch gewährt wurde. Das Begnadigungsschreiben wurde jedoch wenige Minuten vor der Hinrichtung durch den Tiroler Kammerpräsidenten Schmaus abgefangen. Der Schwertstreich des [[Henker]]s war so kräftig, dass nicht nur das Haupt Bieners, sondern auch die vor dem Haupt zum Gebet gefalteten Hände abgetrennt wurden. Als [[Künigl (Adelsgeschlecht)|Graf Künigl]], der Überbringer der kaiserlichen Begnadigung, in die [[Burg]] Rattenberg einritt, hörte dieser bereits das Totenglöcklein läuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirkung ==&lt;br /&gt;
Wilhelm Biener wurde im Tiroler [[Kulturkampf]] zu einer Symbolfigur der [[Nationalliberalismus|liberal-freiheitlichen]] Opposition in Tirol.&lt;br /&gt;
Der Schriftsteller [[Hermann von Schmid]] setzte ihm in seinem historischen Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Der Kanzler von Tirol]]&amp;#039;&amp;#039; (1862) ein literarisches Denkmal und stellte ihn als Vertreter der [[Aufklärung]] und eines [[Großdeutsche Lösung|gesamtdeutschen Nationalbewusstseins]] den Anhängern der [[Reaktion (Politik)|Reaktion]] und des [[Ultramontanismus]] gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bühnenfassung des Romans aus der Feder des Tiroler Dichters [[Josef Wenter]] wird bis heute mit großem Erfolg auf Tiroler Bühnen aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Zeit des Nationalsozialismus|NS-Zeit]] wurde an der [[Universität Innsbruck]] aus der vormaligen &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Landsmannschaft|Landsmannschaft]] Tyrol&amp;#039;&amp;#039; eine &amp;#039;&amp;#039;[[Kameradschaft (Studentenorganisation)|Kameradschaft]] Kanzler Biener&amp;#039;&amp;#039; des [[Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund|NS-Studentenbundes]] aufgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bernhard Grün |Hrsg=Detlef Frische, Wolfgang Kümper |Titel=Zwischen Fronteinsatz und Freiheitsklang - Studententum und Kameradschaftswesen im Nationalsozialismus |Sammelwerk=Historia academica. Schriftenreihe der Studentengeschichtlichen Vereinigung des Coburger Convents |Band=57 |Ort=Würzburg |Datum=2019 |ISBN=978-3-930877-52-2 |Seiten=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Josef Hirn (Historiker)|Josef Hirn]]: &amp;#039;&amp;#039;Kanzler Bienner und sein Prozess&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Forschungen zur Geschichte, Litteratur und Sprache Österreichs und seiner Kronländer.&amp;#039;&amp;#039; Band 5). Innsbruck 1898 ([https://digital.tessmann.it/tessmannDigital/Buch/12878/ digital.tessmann]).&lt;br /&gt;
* {{ADB|2|627|628|Biener, Dr. Wilhelm|Hermann Schmid|ADB:Bienner, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|2|229|230|Bienner, Wilhelm|Fritz Steinegger|12912849X}}&lt;br /&gt;
* {{BBKL|autor=Thomas Kuster|artikel=Biener (Bienner), Wilhelm|band=32|spalten=83-92}}&lt;br /&gt;
* Theodor Schön: &amp;#039;&amp;#039;Aus Kanzler W. Bienners jüngerer (schwäbischer) Zeit.&amp;#039;&amp;#039; In: Diözesanarchiv von Schwaben 24/1906, S. 81–84.&lt;br /&gt;
* Herman [sic!] Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Der Kanzler von Tirol.&amp;#039;&amp;#039; Geschichtlicher Roman. E.&amp;amp;nbsp;A. Fleischmann’s Buchhandlung, München 1862 (3 Bände, Digitalisat: [https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10119570-4 Band 1], [https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10119571-0 Band 2], [https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10119572-5 Band 3]).&lt;br /&gt;
* Josef Wenter: &amp;#039;&amp;#039;Der Kanzler von Tirol.&amp;#039;&amp;#039; Schauspiel in 5 Akten und einem Epilog [Bühnenmanuskript]. München 1934.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{VerzDtDrucke |VD=17 |PPN=005290961}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=12912849X|LCCN=nr2005029406|VIAF=36877890}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Biener, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Reichshofrates]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kanzler (deutsche Geschichte)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Tirol)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1651]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tirolensien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Biener, Wilhelm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Bienner, Wilhelm; Bienner, Guilielmus&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsch-österreichischer Jurist und Tiroler Kanzler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=vor 1590&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Lauchheim]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. Juli 1651&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Rattenberg (Tirol)|Rattenberg]], [[Tirol]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bartleby08</name></author>
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