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	<title>Wiener Klangstil - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wiener_Klangstil&amp;diff=2037027&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf Ludwig Finscher und „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“; Kleinkram</title>
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		<updated>2026-01-10T13:18:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf Ludwig Finscher und „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wiener Klangstil&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein relativ neuer Sammelbegriff für Eigenschaften, die den speziellen Klang der Wiener [[Orchester]] ausmachen. Der Begriff bezeichnet die spezifische Art der Interpretation von Werken der Orchester- und Kammermusikliteratur durch Wiener (und zum Teil österreichische) Orchester, die sich bezüglich der stilistischen Ausführung und der klanglichen Präferenzen von internationalen Gepflogenheiten deutlich unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Die Wiener Musiker machten nicht alle instrumententechnischen Neuerungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit, die auf ein größeres Klangvolumen und leichtere Spielbarkeit abzielten. Der Begriff „Wiener Klangstil“ findet sich erstmals 1966 in einem Schreiben des damaligen Präsidenten der [[Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien]], [[Hans Sittner]], an das Bundesministerium, in dem er die Neugründung eines wissenschaftlichen [[Institut für Wiener Klangstil|Instituts für Wiener Klangstil]] beantragte. 1973 erfolgte die Herausgabe eines dreibändigen, handschriftlich abgefassten Werkes &amp;#039;&amp;#039;Der Wiener Bläserstil&amp;#039;&amp;#039; durch [[Hans Hadamowsky]], in dem erstmals die Besonderheiten der Wiener Musiziertradition zum damaligen Zeitpunkt aus überwiegend subjektiver Sicht schriftlich festgelegt und definiert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1980 folgten Untersuchungen auf naturwissenschaftlicher Basis zu den baulichen, akustischen und spieltechnischen Besonderheiten der Wiener Oboe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book|last=Widholm|first=Gregor|title=Die Wiener Oboe als Teil eines spezifischen orchestralen Klangkonzeptes, in: Paul W. Fürst: „Zur Situation der Musiker in Österreich.“ Referate der Musik-Symposien im Schloß Schlosshof 1989–1993|year=1994|publisher=Institut für Wiener Klangstil|isbn=3900914001|pages=169–176}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, des [[Wiener Horn]]s&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gregor Widholm |Titel=Hörner -- V. Akustik der Horninstrumente |Hrsg=[[Ludwig Finscher]] |Sammelwerk=[[Die Musik in Geschichte und Gegenwart]] (MGG) |Verlag=Bärenreiter/Metzler |Datum=1996 |ISBN=3761811055 |Seiten=395–416}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book|last=Widholm|first=Gregor|title=Das Wiener Horn. Sein Klang – seine Spieltechnik, in: Paul W. Fürst: „Zur Situation der Musiker in Österreich.“ Referate der Musik-Symposien im Schloß Schlosshof 1989–1993|year=1994|publisher=Institut für Wiener Klangstil|isbn=3900914001|pages=99–112}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Wiener Pauke&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book|last=Bertsch|first=Matthias|title=Vibration patterns and sound analysis of the Viennese Timpani, in: Proceedings of ISMA &amp;#039;2001, Stanzial, Domenico|year=2001|publisher=Musical and Architectural Acoustics Lab. FSSG-CNR Venezia|isbn=88-900646-0-9|pages=281–284 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zahlreiche nationale, vor allem aber internationale Publikationen verankerten den Begriff Wiener Klangstil im In- und Ausland. Schließlich wurde im Jahr 2006 der Begriff „Wiener Klangstil“ zur Umschreibung der Charakteristiken des Wiener Musizierstils von [[Gregor Widholm]] im &amp;#039;&amp;#039;[[Oesterreichisches Musiklexikon|Oesterreichischen Musiklexikon]]&amp;#039;&amp;#039; Bd. 5&amp;lt;ref&amp;gt;{{OeML|Wiener_Klangstil|Wiener Klangstil|GWid}}&amp;lt;/ref&amp;gt; definiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiener Orchesterinstrumente ==&lt;br /&gt;
Der Wiener Klangstil zieht ein breites Spektrum von [[Klangfarbe]]n einem grundsätzlich homogenen Klang vor, dafür wird eine unbequemere Spielweise in Kauf genommen. Dass der heutige exakt dem authentischen Klang der [[Wiener Klassik]] entspreche, lässt sich aufgrund der zahlreichen Veränderungen in der Zwischenzeit allerdings nicht sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale bei Bläsern ===&lt;br /&gt;
* Sparsamer und gezielter Einsatz des [[Vibrato]]s als Ausdrucksmittel und nicht generell als Stilmittel. &lt;br /&gt;
* Präferenz für Instrumente, die eine starke Klangfarbenänderung in Abhängigkeit von der gespielten Dynamik ermöglichen. &lt;br /&gt;
* Bei [[Oboe]], [[Waldhorn]], [[Posaune]] und [[Tuba]] aufgrund der engeren [[Mensur (Musik)|Mensur]] beziehungsweise bei den Holzblasinstrumenten aufgrund eines leichteren [[Rohrblatt]]es generell eine hellere (teiltonreichere) [[Klangfarbe]]. &lt;br /&gt;
* Bei [[Klarinette]] und [[Trompete]] ist eine gegenüber dem international üblichen Instrumentarium wesentlich dunklere ([[teilton]]ärmere) Klangfärbung charakteristisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale beim Schlagwerk ===&lt;br /&gt;
Bei [[Pauke]]n und [[Trommel]]n werden ausschließlich (und nur in Wien) [[Ziegenfell]]e eingesetzt. Durch die bei diesen Fellen stärker ausgeprägten radialen [[Moden|Schwingungsmoden]] ist der Anteil der tonalen Komponenten im Klang der [[Wiener Pauke]] wesentlich höher. Darüber hinaus ist eine an die Eigenschaften des Fells angepasste Wahl des Materials des Schlägelkopfes und der Schlägelhaltung feststellbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale bei Streichern ===&lt;br /&gt;
Es gibt keine Unterschiede zum Instrumentarium anderer internationaler Orchester, die Merkmale des „Wiener Streicherklanges“ beruhen ausschließlich auf der Komponente Mensch. Bei den meisten [[Streichinstrument]]en sind von der Zeit der Wiener Klassik bis heute durchgehend Streicherschulen nachweisbar, in denen die Lehrer selbst [[Konzertmeister]] der großen Wiener Orchester waren und nach dem Meister-Schüler-Prinzip die Musiziertradition kontinuierlich weitergaben. Davon unabhängig ist das Anwenden von kammermusikalischen Prinzipien im Orchesterspiel und der Einfluss böhmischer, tschechischer und russischer Streicherschulen ein wesentliches Kennzeichen des Wiener Streicherklanges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Merkmale ==&lt;br /&gt;
Stilistisch liegen die Wurzeln des Wiener Klangstils in den Interpretationsregeln der [[Wiener Klassik]], durchsetzt mit Einflüssen der deutschen [[Romantik (Musik)|Romantik]]. Was die [[Klangfarbe]] betrifft, so liegt die Präferenz eindeutig bei Instrumenten, welche den Musikern eine gezielte Gestaltung der Klangfarbe in Abhängigkeit vom musikalischen Kontext&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book|last=Widholm|first=Gregor|title=Viennese Sound: Traditional belief or actual reality?|year=2002|publisher=Leo S. Olschki Editore MMIV|isbn=882225337X|pages=101–110|language=en}} {{ISSN|0394-4395}}&amp;lt;/ref&amp;gt; erlauben. So wie der Mensch selbst ist aber auch die stilistische und klangliche Charakteristik eines Orchesters einem kontinuierlichen Wandel unterworfen. Am Beispiel des Gebrauchs des [[Vibrato]]s bei den Streichern der [[Wiener Philharmoniker]] im Laufe des 20. Jahrhunderts kann dieser permanente Evolutionsprozess nachvollzogen werden. Der Wiener Klangstil ist daher etwas sich Veränderndes. Unverändert bleibt jedoch das Festhalten an den klanglichen und stilistischen Grundprinzipien. Dieses Festhalten ist der Grund für das besondere, nur in Wien verwendete Instrumentarium bei den [[Blasinstrument]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden alle Orchesterinstrumente einer Modifikation in Richtung größerer Lautstärke ([[Schallleistung]]) unterworfen. Bei den Holz- und Blechblasinstrumenten erfolgte zusätzlich aufgrund der gestiegenen technischen Anforderungen überhaupt eine Neukonstruktion. Bei Trompeten setzte sich endgültig die [[Ventil (Blasinstrument)|Ventilversion]], beim Horn das [[Doppelhorn]] (Erfindung durch Eduard Kruspe vor 1900) durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auffallend ist, dass die Wiener Orchester alle Instrumente, bei welchen die komfortablere Spielbarkeit im Zuge der Neukonstruktion zu Lasten der klanglichen Differenzierbarkeit ging, ablehnten und auch heute noch ablehnen. Deutlich zeigt sich dies bei den [[Holzblasinstrument]]en. Während weltweit die von [[Theobald Böhm]] und [[Guillaume Triébert]] in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neu konstruierten Instrumente in Verwendung stehen, ist die moderne „Wiener Oboe“ nichts anderes als ein modifiziertes Instrument des Dresdner Instrumentenmachers Carl Golde (verstorben 1873). Bei [[Klarinette]] und [[Fagott]] werden leicht modifizierte deutsche Instrumente eingesetzt, nur im Falle der [[Querflöte]] entschied man sich nach langem Zögern erst ab zirka 1930 nach und nach zum Umstieg auf das weltweit verwendete Böhm-Modell. Grund dafür könnte sein, dass – wie neuere Untersuchungen zeigten – die mit der Querflöte produzierte Klangfarbe, durchaus ähnlich der Situation bei den Streichinstrumenten, nicht so sehr vom Instrument, sondern weitestgehend vom Spieler abhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [[Waldhorn]] verzichten die Wiener Orchester auf die leichtere Spielbarkeit und höhere Sicherheit des Doppelhorns um den Vorteil der klanglichen Vielfalt nicht zu verlieren. Das [[Wiener Horn]] entspricht im Wesentlichen dem [[Naturhorn]] der Wiener Klassik mit hinzugefügten Pumpenventilen des Instrumentenmachers Leopold Uhlmann (1806–1878). Bei den Trompeten wird im Gegensatz zu den weltweit eingesetzten [[Perinet-Ventil]]-Instrumenten das alte deutsche Modell mit [[Drehventil]]en&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book|last=Widholm|first=Gregor|title=Wiener Spezialitäten - Besonderheiten der Wiener Orchesterinstrumente, in: „Das Orchester“,  Vol. 50, Nr. 9|year=2002|publisher=Schott Verlag International8|pages=25–32|language=de}} {{ISSN|0030-4468}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendet, die Wiener [[Tuba]] in F ist ein eigenständiger Instrumententypus. Lediglich bei den [[Posaune]]n folgen die Wiener Orchester der allgemein zunehmenden Verdrängung der heute so genannten [[Barockposaune]], obwohl auch hier durch die Wahl engerer [[Mensur (Musik)|Mensur]]en eine klangliche Präferenz erkennbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Streichinstrumenten hatten die im 19. Jahrhundert vorgenommenen Änderungen (größerer [[Bassbalken]], steilerer Winkel des [[Griffbrett]]es und höherer [[Steg (Saiteninstrument)|Steg]]) keinen so großen Einfluss auf das klangliche Verhalten der Instrumente wie bei den Blasinstrumenten. Dies dürfte auch der Grund für die Akzeptanz der neuen Instrumente durch die Wiener Orchester gewesen sein. Darüber hinaus hängt die mit Streichinstrumenten produzierte Klangfarbe weniger vom Instrument, sondern vor allem von der Besaitung (historisch mit Darm oder seit ca. Mitte des 20. Jahrhunderts mit Stahl), aber auch der Spieltechnik ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste naturwissenschaftliche und durch die Teilnahme von weltweit über tausend Testpersonen auch statistisch ausreichend abgesicherte Beweis für die Existenz eines bisher nur behaupteten Wiener Klangstils erfolgte 2002 durch [[Matthias Bertsch]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book|last=Bertsch|first=Matthias|title=Der Wiener Mythos. Der Wiener Orchesterklang: Ein Mythos auf dem Prüfstein, in: „Das Orchester“,  Vol. 50, Nr. 9|year=2002|publisher=Schott Verlag International|pages=18–24|language=de}} {{ISSN|0030-4468}} ({{Webarchiv |url=http://personal.mdw.ac.at/bertsch/MB-PDF/2003d_MB_WBNY-Orchester.pdf |wayback=20150722135126 |text=Archivlink |format=PDF}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Anhand von käuflich erwerbbaren CD-Aufnahmen der [[Wiener Philharmoniker|Wiener]], [[Berliner Philharmoniker|Berliner]] und [[New Yorker Philharmoniker]] wurde mit Hilfe von rund 1200 Personen, darunter Laien, Amateurmusiker, professionelle Orchestermusiker, Solisten, Tonmeister und Studierenden von Musikuniversitäten sowie internationalen Top-Dirigenten, die einige der verwendeten Aufnahmen selbst leiteten, wie zum Beispiel [[Zubin Mehta]] oder [[Seiji Ozawa]], die Erkennbarkeit der Wiener Philharmoniker im [[Blindtest]] untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die Hörbarkeit im Wesentlichen von der individuellen Hörerfahrung und Vertrautheit des Hörers mit den klanglichen Besonderheiten sowie der rhythmischen Interpretation abhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://iwk.mdw.ac.at/ Institut für Wiener Klangstil]&lt;br /&gt;
* {{OeML|Wiener_Klangstil|Wiener Klangstil|GWid}}&lt;br /&gt;
* [http://www.wieneroboe.at/ Website des Wiener Oboenvereins]&lt;br /&gt;
* {{Toter Link |url=http://vsl.co.at/de/70/3139/3141/3142/5409.vsl |date=2025-12-25 |text=vsl.co.at}} Wiener Horn&lt;br /&gt;
* {{Toter Link |url=http://www.einfach-musik.de/Die%20Wiener%20Trompetentradion.html |date=2025-12-25 |text=einfach-musik.de}} Wiener Trompetentradition&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fachbegriff (Orchester)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Wien)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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