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	<title>Westfernsehen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Global Fish: /* Verbote */ Antennengemeinschaften gabs definitiv nicht nur in den &quot;besonders schwierigen&quot; Regionen</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verbote: &lt;/span&gt; Antennengemeinschaften gabs definitiv nicht nur in den &amp;quot;besonders schwierigen&amp;quot; Regionen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Westfernsehen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurden alltagssprachlich im [[Sprachgebrauch in der DDR]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sabina Schroeter: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache der DDR im Spiegel ihrer Literatur. Studien zum DDR-typischen Wortschatz&amp;#039;&amp;#039; Gruyter 1994, S. 61. [http://books.google.de/books?id=Cvur8obEY9AC&amp;amp;pg=PA61&amp;amp;lpg=PA61&amp;amp;dq=Westfernsehen+DDR-Sprache&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=Olbrf1NAcJ&amp;amp;sig=Edb-g5CKzFzAQcYg6HqcW4MTwrU&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=0aCyUN_rIYyMswbAjIDQAw&amp;amp;ved=0CGEQ6AEwBw#v=onepage&amp;amp;q=Westfernsehen%20DDR-Sprache&amp;amp;f=false online] in [[Google Bücher]]&amp;lt;/ref&amp;gt; die [[Rundfunkprogramm|Fernsehprogramme]] aus der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesrepublik Deutschland]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.duden.de/rechtschreibung/Westfernsehen. &amp;#039;&amp;#039;Westfernsehen&amp;#039;&amp;#039;], duden.de, abgerufen am 25. November 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, die während der [[Deutsche Teilung|deutschen Teilung]] neben dem [[Deutscher Fernsehfunk|DDR-Fernsehen]] zu empfangen waren. [[Das Erste]] und [[ZDF]] konnten fast überall (außer im östlichen Sachsen, wo der Begriff „[[Tal der Ahnungslosen]]“ geprägt wurde, und dem äußersten Nordosten) empfangen werden, [[Norddeutscher Rundfunk|NDR]], [[Sender Freies Berlin|SFB]], [[Hessischer Rundfunk|hr]] und [[Bayerischer Rundfunk|BR]] sowie ab Mitte der 1980er Jahre [[RTL Television|RTL]], [[Sat.1]] und [[RIAS-TV]] nur in bestimmten Regionen. Das [[Gemeinsames Vormittagsprogramm von ARD und ZDF|Vormittagsprogramm der ARD]], später gemeinsam mit dem ZDF, wurde von 1961 bis 1980 exklusiv für die DDR gesendet. Im Berliner Raum war noch [[American Forces Network|amerikanisches]], [[British Forces Broadcasting Service|britisches]] und [[Radio Forces Françaises de Berlin|französisches]] Soldatenfernsehen mit geeigneten oder umgebauten Fernsehempfängern wegen der Verwendung anderer [[Fernsehnorm]]en und geringer Sendeleistungen meist nur in unmittelbarer Grenznähe empfangbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Durch das Westfernsehen konnten sich große Teile der Bevölkerung der DDR einen Eindruck über das Leben und die Konsumwelt in Westdeutschland verschaffen. Erst in den 1980er Jahren waren überhaupt [[Videorekorder]] und Videokassetten aus dem westlichen Ausland und der Bundesrepublik für DDR-Bürger zugänglich, aber nur begrenzt und ausschließlich über private Kontakte. Die Gründe für den Empfang des Westfernsehens waren für die meisten DDR-Bürger das vergrößerte Fernsehprogrammangebot, interessante Spielfilme, Fernsehserien, Musiksendungen, Unterhaltungsshows sowie Sportübertragungen, die das Fernsehen der DDR nicht übertrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch Nachrichtensendungen im Westfernsehen galten als interessant, da sie die aktuellen Themen von einer anderen Seite betrachteten. Zudem sendete das Westfernsehen auch [[Zensur in der DDR|in der DDR nicht veröffentlichte Meldungen]], so über [[Christen und Kirchen in der DDR|kirchliche]] und [[Dissident|regimekritische]] Aktivitäten oder auch über geglückte und gescheiterte [[Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR|Fluchten aus der DDR]]. Es wurde beispielsweise im Mai 1989 eine geglückte (und gefilmte) Flucht im Westfernsehen gezeigt, bei der die Brüder Holger und Ingo Bethke ihren Bruder Egbert Bethke in Ostberlin am [[Sowjetisches Ehrenmal (Treptower Park)|Treptower Ehrenmal]] mit zwei [[Ultraleichtflugzeug]]en abholten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/welt_print/article3802967/In-elf-Minuten-und-zwei-Sekunden-ueber-die-Mauer-fliegen.html &amp;#039;&amp;#039;In elf Minuten und zwei Sekunden über die Mauer fliegen.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt.&amp;#039;&amp;#039; 26. Mai 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch über die DDR-Flüchtlinge in Ungarn wurde im Westfernsehen wesentlich ausführlicher berichtet, auch diese Information führte zur Verstärkung der Ausreisewelle über Ungarn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Wende und friedliche Revolution in der Deutschen Demokratischen Republik|Wende und friedlichen Revolution]] traten politische Themen beim Westfernsehempfang stark in den Vordergrund, wie bei den [[Montagsdemonstrationen 1989/1990 in der DDR|Montagsdemonstrationen in Leipzig]] und zur Wiedervereinigung Deutschlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== DDR-Propagandasendung &amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Der schwarze Kanal Logo.png|mini|Der [[Trailer|Fernsehvorspann]] der Sendung &amp;#039;&amp;#039;[[Der schwarze Kanal]]&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsführung der DDR versuchte bis 1989, sich mit Mitteln der [[Propaganda|Fernsehpropaganda]] in der Fernsehsendung &amp;#039;&amp;#039;[[Der schwarze Kanal]]&amp;#039;&amp;#039; [[Agitation|politisch-agitatorisch]] anhand von Sendungsausschnitten mit dem Westfernsehen auseinanderzusetzen. Deshalb waren auch kurze Ausschnitte aus Fernsehsendungen der Bundesrepublik Deutschland in dieser Sendung des DDR-Fernsehens zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigeninitiative und Selbstbau von Antennenanlagen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:EA Goer 25 Antenne.jpg|mini|Heimlich auf einem Dachboden errichtete, nach Westen ausgerichtete Antenne]]&lt;br /&gt;
Zum Empfang des Westfernsehens mussten sich interessierte DDR-Bürger häufig in Eigeninitiative geeignete Antennen, Filter, Verstärker und [[UHF-Konverter]] beschaffen. Viele selbstgebaute Anlagen belegten das Improvisationsvermögen und technische Können der DDR-Bürger, jedoch besonders das Interesse am Empfang des Westfernsehens. Im Handel der DDR gab es von [[Rundfunk- und Fernmelde-Technik|RFT]] Zubehör wie etwa [[Antennenverstärker]], Kanalweichen und Antennen, die sich auch zum Empfang des Westfernsehens eigneten. Bauanleitungen für Antennenverstärker und Fachbücher für den Antennenbau wie das Buch &amp;#039;&amp;#039;Antennen&amp;#039;&amp;#039; von [[Eberhard Spindler]] oder das &amp;#039;&amp;#039;Antennenbuch&amp;#039;&amp;#039; von [[Karl Rothammel]] waren frei erhältlich.&lt;br /&gt;
Schon 1961 ging in der Bundesrepublik Deutschland das ZDF im UHF-Bereich auf Sendung. Aber erst mit der Einführung des 2. Programms des Deutschen Fernsehfunks zum 20. Jahrestag des Bestehens der DDR am 7. Oktober 1969 kamen auch UHF-Antennen und Antennenverstärker aus den Antennenwerken Bad Blankenburg sowie UHF-Konverter in den Handel der DDR. Zu diesem Zeitpunkt waren schon die [[Drittes Fernsehprogramm|Dritten Programme]] in der Bundesrepublik gestartet. Das Handelssortiment in der DDR war überwiegend für den Empfang des DDR-Fernsehens ausgerichtet, das lange Zeit nur bis zum UHF-Kanal 39 genutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbote ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ochsenkopf Jan 2005.jpg|mini|Der Sendeturm Ochsenkopf in Bayern]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-87001-0001, Mauerbau, Leipzig, FDJ-Aufruf.jpg|mini|FDJ-ler verfassen einen Aufruf: „Die FDJ-Gruppe will geschlossen den Kampf gegen das Westfernsehen und das Hören von NATO-Rundfunksendern aufnehmen“, Leipzig (1961)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angehörigen der Staatsorgane der DDR, wie der [[Nationale Volksarmee|NVA]], dem [[Ministerium für Staatssicherheit]], der Polizei und der Feuerwehr war es bis 1987 untersagt, westliche Fernseh- und Radiosender zu empfangen. In den Fernsehräumen der NVA-Kasernen wurde versucht, dieses Verbot durch die Versiegelung der [[Rundfunk- und Fernmelde-Technik|RFT-Geräte]] und disziplinarische Konsequenzen durchzusetzen, was jedoch nur teilweise gelang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang der 1960er Jahre wurde in der „[[Ochsenkopfantenne|Aktion Ochsenkopf]]“ die Bevölkerung aufgefordert, Vorrichtungen in den Fernsehgeräten, die Westempfang ermöglichten, zu entfernen und Antennen, die nach Westen gerichtet waren, zu beseitigen. [[Freie Deutsche Jugend|FDJ]]-Trupps entfernten mitunter eigenmächtig Antennen von Häuserdächern, vereinzelt kam es zu Rangeleien. Die Aktion war nach der westdeutschen Sendeanlage [[Sender Ochsenkopf|Ochsenkopf]] nahe der [[Innerdeutsche Grenze|innerdeutschen Grenze]] benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=43366009|Titel=Aktion Ochsenkopf|Autor=|Jahr=1961|Nr=37|Seiten=23|Datum=1961-09-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kampagne war von einer großen, staatlich gelenkten Presseberichterstattung und von Denunziationsversuchen seitens der FDJ begleitet. Dennoch scheiterte die Kampagne schon nach wenigen Wochen, weil sich zu viele Bürger in ihren Privatwohnungen der Überwachung entziehen konnten – notfalls durch sogenannte Nachtantennen, die nur zum Fernsehempfang in der Dunkelheit aufgestellt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab aber trotz solcher Aktionen nie ein gesetzliches Verbot des Westfernsehkonsums. Seit den 1970er Jahren sah die Staatsführung – begleitet von der Entspannungspolitik zwischen der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesrepublik]] und der DDR – das Thema gelassener und nahm ihn hin.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/westfernsehen-in-der-ddr-geistige-grenzgaenger-1.3010277 |titel=Geistige Grenzgänger |datum=2016-05-29 |sprache=de |abruf=2024-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damals sollen laut Umfragen schon 70 Prozent aller Fernsehgerätebesitzer Westfernsehen gesehen haben. Die Handhabung war aber regional und örtlich unterschiedlich.&amp;lt;!--Quelle fehlt--Noch im Jahr 1988 wurde etwa der Schwiegervater von &amp;#039;&amp;#039;Wolfgang Rehm&amp;#039;&amp;#039;, Bürgergemeinschaft TV-Sat Coswig (privates Antennenprojekt), Mitglied der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]], zu einer Unterredung mit einem SED-Bezirksleitungsmitglied einbestellt: {{&amp;quot;|Man wolle sich nicht über die politische Würdigung auslassen, aber das Problem sei, die Beschaffung derartiger Anlagen wäre legal nicht möglich, also illegal. Einschlägige Aktivitäten könnten das Leben von seinem Schwiegersohn und seiner Schwiegertochter ruinieren, noch wäre es Zeit umzukehren.}}--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde nicht nur in Regionen mit besonders schwierigen Empfangsverhältnissen sogar die Bildung von lokalen [[Großgemeinschaftsantennenanlage|Antennengemeinschaften]], einer Vorläuferform des Kabelfernsehens, geduldet. Auch boten oder gestatteten viele kommunale und genossenschaftliche Wohnungsverwaltungen ihren Mietern die Möglichkeit, Westfernsehen zu empfangen. Der Empfang dieser Sender in staatlichen Einrichtungen wie Wohnheimen und Kasernen blieb weiterhin offiziell untersagt und wurde auch teilweise mit Hilfe von [[Bandsperre|Sperrfiltern]] oder Siegeln bzw. mit mechanischen Sperren an den Kanalwählern unterbunden. Dort, wo trotzdem ein Empfang möglich war, wurde er jedoch oft stillschweigend geduldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reichweite und Störsender ==&lt;br /&gt;
In einigen Regionen der DDR konnte Westfernsehen und Radio aufgrund der [[Störsender|Beeinträchtigung]] durch lokale Radio- und Fernsehstationen sowie durch benachbarte [[TV-Umsetzer]], wie auch den [[Fernmeldeturm Calau]] schlecht oder gar nicht empfangen werden. Allerdings wurde hier meist auf international koordinierten Frequenzen gesendet. Der Bundesregierung waren 1981 der Antwort auf eine Frage eines Bundestagsabgeordneten zufolge „gezielte Störungen der Rundfunk- und Fernsehprogramme aus der Bundesrepublik Deutschland durch die DDR“ nicht bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dserver.bundestag.de/btd/09/000/0900094.pdf Drucksache 9/94 des Deutschen Bundestags, Antwort auf Frage 51, Seite 22]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fernsehempfang ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ard-reichweite-ddr.png|mini|Grobe Darstellung der ARD-Reichweite in das Gebiet der DDR mit Senderstandorten]]&lt;br /&gt;
Dank der [[Topografie (Messtechnik)|topografischen]] Gegebenheiten war Westfernseh-Empfang im größten Teil der DDR mehr oder weniger gut möglich: ARD und ZDF hatten absichtlich starke Grundnetzsender in Grenznähe positioniert (ebenso wie der [[Deutscher Fernsehfunk|DFF]] in die andere Richtung) und reichten so bis zu 200&amp;amp;nbsp;Kilometer weit in die DDR hinein. Die Tatsache, dass [[Thüringen|der Südwesten der DDR]] wie eine „Halbinsel“ in das Gebiet der Bundesrepublik hineinragte, verhalf diesem zu besonders guten Empfangsbedingungen. Die Sender in [[West-Berlin]] füllten durch ihre Lage ebenfalls eine regionale Lücke aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ungünstigen Empfangslagen wurde in der DDR oft ein sehr großer Aufwand für die Antenne, beispielsweise für die sogenannte [[Ochsenkopfantenne]], betrieben, was die Reichweite des Westfernsehens zusätzlich vergrößerte.&lt;br /&gt;
Nur im Nordosten und Südosten, mit Ausnahme weniger Ortslagen, war kein durchgehender terrestrischer Empfang mehr möglich. Die große Entfernung sowohl von der westdeutschen Grenze als auch von Berlin und die besonders in Dresden ungünstige Tallage verhinderten oft den Empfang. Der Fernsehempfang aus Westdeutschland wurde nie aktiv von Seiten der DDR technisch gestört. Der Fernsehempfang in Schwarz-Weiß war in den 1960er Jahren nach der Umstellung des [[DDR-Fernsehen]]s auf das westeuropäische [[Comité Consultatif International des Radiocommunications|CCIR]]-System mit handelsüblichen Fernsehgeräten problemlos möglich. Viele moderne Farbfernsehgeräte von RFT waren schon ab Werk mit einem zusätzlichen, in der Bundesrepublik üblichen [[Phase Alternating Line|PAL]]-Farbfernsehsystem-Decoder im Einzelhandel der DDR frei erhältlich, auch eine nachträgliche Erweiterung auf das PAL-System war oft technisch problemlos möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hörfunkempfang ===&lt;br /&gt;
Auf [[Mittelwelle]] konnte man das Westradio an den meisten Orten in der DDR bei günstigen Bedingungen, oft aber erst nach dem Einbruch der Dunkelheit, gut empfangen, z. B. in Sachsen den Bayerischen Rundfunk, der mit bis zu 600&amp;amp;nbsp;[[Watt (Einheit)|kW]] aus [[Sender Ismaning|Ismaning]] auf 801&amp;amp;nbsp;[[Hertz (Einheit)|kHz]] sendete, und in Vorpommern den Norddeutschen Rundfunk, der auf 972&amp;amp;nbsp;kHz mit 300&amp;amp;nbsp;kW aus [[Sender Billwerder-Moorfleet|Hamburg]] sendete. Dann war auch der Empfang von [[Radio Luxemburg]] und der Europawelle Saar ([[SR 1 Europawelle|SR1]]) möglich. Die [[Deutsche Welle]] ließ sich auf [[Kurzwelle]] in der gesamten DDR empfangen. Einige Rundfunksender waren auch über [[Langwelle]] gut empfangbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Langwelle]]nsender des [[Deutschlandfunk]]s stellten ein leistungsfähiges Instrumentarium dar, um in der gesamten DDR und auch in Ländern Osteuropas an Informationen aus westlichen Quellen zu gelangen. Der Empfang war im gesamten Gebiet der DDR prinzipiell ganztags möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktive technische Störmaßnahmen der DDR, die sich direkt gegen den Empfang von Westprogrammen richteten, sind für zwei Programme bekannt. Die Mittelwellenfrequenzen des [[RIAS]] wurden bis Ende der 1970er Jahre gestört, dies betraf nicht die UKW-Ausstrahlung. Mit dem Inkrafttreten eines neuen internationalen Frequenzplans für den Mittelwellenbereich endeten die Störungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der UKW-Rundfunkempfang war auf Grund der ähnlichen physikalischen Ausbreitungsbedingungen in der Regel auch dort möglich, wo Fernsehsender der ARD empfangen werden konnten. Häufig war die Reichweite der UKW-Radiosender etwas größer als die der Fernsehsender von der ARD.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1988 wurde die von Ost-Berliner Oppositionellen produzierte Sendung [[Radio 100#Radio Glasnost|Radio Glasnost]] beim West-Berliner Sender [[Radio 100]] (Frequenz: 103,4 MHz) durch zwölf Störsender in Ost-Berlin und Potsdam gestört.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/berlin/dissidenten-funk-opposition-auf-sendung/992774.html &amp;#039;&amp;#039;Rita Nikolow – Opposition auf Sendung&amp;#039;&amp;#039;]. Website des Tagesspiegels. Abgerufen am 12. Oktober 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|Wendezeit]] (1989) wurde das Programm des West-Berliner Senders [[Hundert,6]] auf UKW durch einen im [[Berliner Fernsehturm]] aufgebauten Sender gestört. Diese Störungen waren auffällig, da sie nur auf Wortbeiträge Anwendung fanden, der Fernsehsender RIAS-TV informierte darüber. Der Empfang in Teilen von West-Berlin war auch gestört. Ironischerweise wurde nach der Wende das reguläre Programm von Hundert,6 über die von der DDR zum Stören eingesetzte Sendeanlage ausgestrahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antennengemeinschaften und private Kabelnetze ==&lt;br /&gt;
Rechtlich waren der [[Satellitenrundfunk|Satellitendirektempfang]] und Antennengemeinschaften in der DDR in der Rechtsform einer [[Bürgergemeinschaft]] erlaubt. Wie [[Hausantenne|Großgemeinschaftsantennenanlagen]] waren sie zwar genehmigungspflichtig, die Genehmigung war aber im Regelfall problemlos zu bekommen. Mit privat importierten Satellitenschüsseln entstanden zum Ende der 1980er Jahre in Regionen ohne Westfernsehen von Initiativen gebaute Kabelnetze. Die Netze wurden geduldet, später sogar indirekt gefördert, indem Neubaugebiete schon in der Bauphase verkabelt wurden. Auch bestehende kommunale Wohnungen in den Innenstädten wurden mit einem Gemeinschaftsantennenanschluss aufgewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die Kabelnetze wurden Programme wie [[3sat]] oder die gerade entstandenen Privatsender [[RTL Television|RTL]], [[Sat.1]], [[Tele 5]] und der Bezahlsender [[Teleclub]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.kdgforum.de/viewtopic.php?f=4&amp;amp;t=12943#p166333 Ost vs. West im Kabel-TV]&amp;lt;/ref&amp;gt; eingespeist. [[Das Erste|ARD]], [[ZDF]] und die Mehrzahl der [[Drittes Fernsehprogramm|Dritten Programme]] waren zur damaligen Zeit jedoch noch nicht per Satellit verfügbar. Vereinzelt wurden deshalb aufwendige Antennenanlagen an besonders günstigen Orten aufgestellt, um diese Programme von dort in die Kabelnetze einspeisen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige dieser Anlagen werden heute noch als [[Kabelfernsehen]] von den Nachfolgern der damaligen Betreiber weiterbetrieben. Andere Anlagen verschwanden nach der [[Deutsche Wiedervereinigung|deutschen Wiedervereinigung]] und der Einführung des Kabelfernsehens durch die [[Deutsche Bundespost]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Senderstandorte in der Bundesrepublik ==&lt;br /&gt;
Wichtige Grundnetzsender waren von Nord nach Süd:&lt;br /&gt;
* [[Sender Bungsberg|Bungsberg]] (ARD/ZDF/Nord III)&lt;br /&gt;
* [[Sender Dannenberg/Zernien|Dannenberg]] (ARD)/[[Sender Höhbeck|Höhbeck]] (ZDF/Nord III)&lt;br /&gt;
* [[Sendemast Torfhaus|Torfhaus]] (ARD/ZDF/Nord III)&lt;br /&gt;
* [[Sender Hoher Meißner|Hoher Meißner]] (ARD/ZDF/Hessen 3)&lt;br /&gt;
* [[Sender Kreuzberg|Kreuzberg (Rhön)]] (ARD)/[[Sender Heidelstein|Heidelstein]] (ZDF/Bayerisches FS/Hessen 3)&lt;br /&gt;
* [[Sender Ochsenkopf|Ochsenkopf]] (ARD)/[[Sender Großer Waldstein|Großer Waldstein]] (ZDF/Bayerisches Fernsehen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sowie die Sendeanlagen [[Sender Scholzplatz|Scholzplatz]] (ARD) und [[Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg|Schäferberg]] (ZDF/Nord III) in West-Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Radio- und Fernsehsender aus Polen und der ČSSR ==&lt;br /&gt;
Die Volksrepublik [[Polen]] und die [[Tschechoslowakei]] hatten das Fernsehen und den UKW-Rundfunk nach der [[Organisation Internationale de Radiodiffusion et de Télévision|OIRT]]-Norm. Deshalb war es nicht möglich, mit handelsüblichen UKW-Radioempfängern aus der DDR den UKW-Rundfunk im [[OIRT-Band]] zu empfangen. Beim Fernsehen konnte der Ton nur mit besonderen OIRT/CCIR Zweinormempfängern, wie dem in der DDR von [[Kombinat Robotron|Robotron]] produzierten Combi-Vision, einem tragbareren Schwarz-weiß-Fernseher, empfangen werden. Jedoch war das allgemeine Interesse am Empfang dieser Sender recht gering.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Gegenden wirkten diese Fernsehsender jedoch unbeabsichtigt auch als lokale [[Störsender]], da diese auch auf gleichen oder benachbarten Frequenzen sendeten und damit den Empfang des Westfernsehens beeinträchtigten. Häufig wurde in diesen Fällen versucht, mit Richtantennen und Sperrfiltern (der sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Tschechenfalle&amp;#039;&amp;#039;) den Empfang dieser störenden Sender zu unterdrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Radio- und Fernsehsender der Alliierten ==&lt;br /&gt;
In und um Berlin konnten die Radio- und Fernsehsender der [[Alliierte#Zweiter Weltkrieg|alliierten]] Streitkräfte empfangen werden, die jedoch, wegen geringerer Sendeleistungen, nur eine sehr begrenzte Reichweite hatten. Aus den entsprechenden Westsektoren Berlins wurden die Fernsehsender [[American Forces Network|AFN]] (US), [[British Forces Broadcasting Service|BFBS]] (britisch) und [[France 2]] (französisch) ausgestrahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der verwendeten abweichenden [[Fernsehnorm]]en bei AFN (NTSC) und BFBS (PAL I) war eine Wiedergabe dieser Sendungen auf in der DDR üblicherweise verwendeten Fernsehempfängern nur eingeschränkt möglich. Jedoch wurde der Sender [[France 2]] nicht in der französischen Norm Secam L, sondern im in der DDR üblichen Secam-B/G-Verfahren ausgestrahlt, so dass dieser sowohl auf in der DDR als auch in West-Berlin verwendeten Empfangsgeräten gesehen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Sender der [[Rote Armee|sowjetischen Streitkräfte]], der eine Übernahme des ersten Fernsehprogramms aus [[Moskau]] darstellte und von diversen Standorten innerhalb der DDR ausgestrahlt wurde, verwendete den Secam-B/G-Standard (anstelle des in Osteuropa üblichen Secam D/K) und konnte somit in der DDR und West-Berlin gesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren gab es diverse Rundfunkprogramme der Alliierten auf UKW und Mittelwelle. Neben AFN und BFBS war der englischsprachige [[BBC World Service]] mit einem eigenen UKW-Sender in Berlin vertreten. Auch die Sender des [[RIAS]] waren Programme der US-Alliierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Thomas Beutelschmidt: &amp;#039;&amp;#039;Sozialistische Audiovision. Zur Geschichte der Medienkultur in der DDR.&amp;#039;&amp;#039; Potsdam 1995, ISBN 3-930850-14-1.&lt;br /&gt;
* Rainer Bohn, Knut Hickethier, Eggo Müller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mauer-Show. Das Ende der DDR, die deutsche Einheit und die Medien.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1992, ISBN 3-89404-905-7.&lt;br /&gt;
* Rolf Geserick: &amp;#039;&amp;#039;40 Jahre Presse, Rundfunk und Kommunikationspolitik in der DDR.&amp;#039;&amp;#039; München 1989, ISBN 3-597-10568-8.&lt;br /&gt;
* Gerhard Gmel, Susanne Deimling, Jürgen Bortz: &amp;#039;&amp;#039;Die Nutzung des Mediums Fernsehen in der DDR vor und nach der Wende.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rundfunk und Fernsehen.&amp;#039;&amp;#039; 4/1994, S. 542–554.&lt;br /&gt;
* Kurt R. Hesse: &amp;#039;&amp;#039;Westmedien in der DDR. Nutzung, Image und Auswirkungen bundesrepublikanischen Hörfunks und Fernsehens.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1988.&lt;br /&gt;
* Tibor Kliment: &amp;#039;&amp;#039;Fernsehnutzung in Ostdeutschland und das Bild von der Bundesrepublik. Ein Beitrag zur Kultivierungshypothese.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rundfunk und Fernsehen.&amp;#039;&amp;#039; 4/1994, S. 485–509.&lt;br /&gt;
* Norbert Linke: &amp;#039;&amp;#039;Die Rezeption der Programme von ARD und ZDF in der DDR als Gegenstand der SED-Kommunikationspolitik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Publizistik.&amp;#039;&amp;#039; 32/1987, S. 45–68.&lt;br /&gt;
* [[Michael Meyen]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.bpb.de/publikationen/K3L7NU,0,Die_ARD_in_der_DDR.html Die ARD in der DDR].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Aus Politik und Zeitgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 20/2010, S. 28–34.&lt;br /&gt;
* Franziska Kuschel: &amp;#039;&amp;#039;Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein-Verlag, Göttingen 2016. ISBN 978-3-8353-1789-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://altonablog.de/das-westfernsehen-und-die-wende-in-der-ddr/ Das Westfernsehen und der revolutionäre Umbruch in der DDR im Herbst 1989] (Magisterarbeit)&lt;br /&gt;
* [http://www.gag-burgstaedt.de/history.htm Die Geschichte der Antennengemeinschaft Burgstädt in der DDR]&lt;br /&gt;
* [http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_DDR.htm Eine Darstellung der Entwicklung des Fernsehens aus dem „anderen“ Deutschland - der DDR]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprache (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fernsehen (DDR)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Global Fish</name></author>
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