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	<title>Wertpapierleihe - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Malabon: Änderungen von ~2025-27510-9 (Diskussion) auf die letzte Version von Wowo2008 zurückgesetzt</title>
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		<updated>2025-07-26T20:29:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2025-27510-9&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2025-27510-9&quot;&gt;~2025-27510-9&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2025-27510-9&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2025-27510-9 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Wowo2008&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Wowo2008 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Wowo2008&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wertpapierleihe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder: &amp;#039;&amp;#039;Wertpapier-Darlehen&amp;#039;&amp;#039;; bei Aktien auch &amp;#039;&amp;#039;Aktienleihe&amp;#039;&amp;#039; oder selten auch &amp;#039;&amp;#039;Aktiendarlehen&amp;#039;&amp;#039;) ist im [[Finanzwesen]] eine Art des [[Sachdarlehensvertrag]]s, bei dem vom [[Kreditgeber|Wertpapier-Darlehensgeber]] [[Wertpapier]]e an einen [[Kreditnehmer|Wertpapier-Darlehensnehmer]] gegen eine marktgerechte [[Gebühr]] mit der Maßgabe übertragen werden, dass der Darlehensnehmer dem Darlehensgeber Wertpapiere von gleicher Art, Güte und Menge am Ende der [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] zurückzuerstatten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Wertpapierleihe“ ist irreführend, weil der [[Leihvertrag (Deutschland)|Leihvertrag]] für den Entleiher unentgeltlich ist und außerdem dieselben Sachen zurückgegeben werden müssen (§{{§|598|bgb|juris}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]], {{§|604|bgb|juris}} BGB). In diese Kategorie umgangssprachlicher Fehlbenennung gehören auch [[Autoverleih]], [[Leihbibliothek]] oder [[Pfandleiher|Pfandleihe]], die ebenfalls nicht unentgeltlich sind. Die [[Finanzinnovation]] der Wertpapierleihe gibt es in Deutschland seit Juli 1990.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Blitz/Jörg Illhardt, &amp;#039;&amp;#039;Die Wertpapierleihe beim Deutschen Kassenverein&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Die Bank (Zeitschrift)|Die Bank]], 1990, S. 142–145&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die obige [[Legaldefinition]] für die Wertpapierleihe ergibt sich aus {{§|200|kagb|juris}} [[KAGB]] („Wertpapier-Darlehen“) und entspricht der Legaldefinition für das Sachdarlehen des {{§|607|bgb|juris}} Abs. 1 BGB. Damit ist die Wertpapierleihe eine Unterform des Sachdarlehens. Beide setzen voraus, dass [[Fungibilität|vertretbare Sachen]] wie Wertpapiere darlehensweise für eine bestimmte Laufzeit gegen Entgelt befristet überlassen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/B%C3%B6rsen_Lexikon/IaJsDwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=wertpapierleihe+lexikon&amp;amp;pg=PA344&amp;amp;printsec=frontcover Hermann-Josef ten Haaf, &amp;#039;&amp;#039;Wertpapierleihe&amp;#039;&amp;#039;, in: Alfred B.J. Siebers/Martin Weigert (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Börsen-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 344 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Da es sich um vertretbare Sachen handelt, müssen nicht dieselben Wertpapiere zurückgegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
[[Vertragspartei]]en sind der Darlehensgeber („Verleiher“), der dem Darlehensnehmer ein bestimmtes Wertpapier (genauer: [[Effekten]]: [[Aktie]]n und [[Anleihe]]n) befristet überlässt. Der Darlehensnehmer („Entleiher“) wird [[Eigentümer]], der Darlehensgeber wird [[Besitz (Deutschland)#Arten des Besitzes|mittelbarer Besitzer]]. Da am Ende der Laufzeit Wertpapiere von gleicher Art, Güte und Menge zurückzugeben sind ([[Gattungsschuld]]), muss der Darlehensnehmer keinen [[Kaufpreis]] entrichten. Die Wertpapierleihe räumt dem Entleiher das – mit dem Eigentum an den Wertpapieren verbundene – Recht ein, während der Laufzeit den [[Kapitalertrag]] ([[Dividende]]n, [[Kupon]][[zins]]en) zu vereinnahmen und sonstige Rechte ([[Bezugsrecht]], [[Stimmrecht]] bei Aktien) wahrzunehmen. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach der [[Marktentwicklung]] für die vereinbarte Laufzeit und dem [[Marktwert]] der [[Finanzierungstitel]] am Tag der Überlassung bis zum [[Fälligkeit]]stag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Lexikon_der_Finanzinnovationen/aRo_CwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=wertpapierleihe+lexikon&amp;amp;pg=PA427&amp;amp;printsec=frontcover Guido Eilenberger, &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Finanzinnovationen&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 427 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Generell wird unterschieden:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Bank_Lexikon/yqoDBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=wertpapierleihe+lexikon&amp;amp;pg=PA1415&amp;amp;printsec=frontcover Jürgen Krumnow/Ludwig Gramlich/Thomas A. Lange/Thomas M. Dewner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank-Lexikon: Bank – Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 1415]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Automatische Wertpapierleihe&amp;#039;&amp;#039;: Sie wird von [[Clearinghaus|Clearing-Häusern]] (wie [[Clearstream]] oder [[Euroclear]]), [[Betreiber]]n oder Zentralstellen von [[Gironetz]]en ([[Deutsche Bundesbank]], [[Europäische Zentralbank]]) als [[Kreditsicherheit]] für die Absicherung des [[Zahlungsrisiko]]s aus [[Übernachtkredit]]en vorgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Krumnow/Ludwig Gramlich/Thomas A. Lange/Thomas M. Dewner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank-Lexikon: Bank – Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 105&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gelegentliche Wertpapierleihe&amp;#039;&amp;#039;: Ein [[Kreditinstitut]] oder [[institutioneller Anleger]] ([[Pensionskasse]]n, [[Versicherer]]) tritt als Entleiher auf und kontaktiert im Rahmen von Einzelgeschäften den Verleiher. Dies kann zu Verzögerungen oder dem Nichtabschluss eines Wertpapierdarlehens führen, wenn der Entleiher die entsprechenden Wertpapiere inzwischen anderweitig erhalten hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Krumnow/Ludwig Gramlich/Thomas A. Lange/Thomas M. Dewner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank-Lexikon: Bank – Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 584&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die automatische Wertpapierleihe ist in einem [[Rahmenvertrag]] geregelt, die gelegentliche muss in Einzelverträgen vereinbart werden, die aber auch einem Rahmenvertrag unterworfen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Markt für Wertpapierleihen ==&lt;br /&gt;
;Wertpapierleihe zur Optimierung der Rendite&lt;br /&gt;
Institutionelle Anleger und Investmentgesellschaften mit großen [[Portfolio]]s können durch den Verleih ihrer Wertpapiere an [[Bank]]en gegen Gebühr ihre [[Rendite]] verbessern und ihre Depotgebühren senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wertpapierleihe für Leerverkäufe und Lieferschwierigkeiten&lt;br /&gt;
Wertpapierleihen werden genutzt, den bei [[Leerverkauf|Leerverkäufen]] entstehenden Lieferverpflichtungen nachzukommen. Bei einem Weiterverkauf gerade erworbener Wertpapiere können Leihgeschäfte verwendet werden, um Unterschiede in der [[Wertstellung|Valuta]] oder Lieferschwierigkeiten des ursprünglichen Verkäufers zu überbrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wertpapierleihe zur Refinanzierung&lt;br /&gt;
Wertpapiere der Wertpapierleihe können auch der [[Refinanzierung]] dienen. So ist die Wertpapierleihe besonders im [[Rentenmarkt]] eine weit verbreitete Praxis, dank der sich [[Marktteilnehmer]] durch den Verkauf geborgter Titel Liquidität beschaffen können. Statt die geborgten Titel im Markt zu verkaufen, können diese auch für Liquiditätsaufnahmen bei [[Zentralbank]]en im Rahmen von [[Offenmarktgeschäft]]en oder im [[Rückkaufvereinbarung|Repomarkt]] eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhält der Verleiher für die entliehenen Wertpapiere eine Barsicherheit, stellt dies für ihn eine Liquiditätsbeschaffung dar. Wirtschaftlich sind eine besicherte Leihe und ein [[Wertpapierpensionsgeschäft]] kaum zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wertpapierleihe als Instrument zur Steuervermeidung&lt;br /&gt;
Da zum Beispiel Banken nicht der [[Steuerbefreiung]] für Dividenden gem. §&amp;amp;nbsp;8b KStG unterliegen, war die Verleihung von Wertpapieren an begünstigte Unternehmen eine leichte Methode, um [[Steuervermeidung|Steuern zu vermeiden]]. Der Entleiher bekam die zu 95 % steuerfreie Dividende und bezahlte im Gegenzug eine Leihgebühr an die Bank, die seine [[Steuerlast]] minderte. Der Vorteil für die Bank war, dass die Leihgebühr etwas höher war als die Dividende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Modell wurde durch §&amp;amp;nbsp;8b Abs. 10 KStG ab dem Jahr 2007 abgeschafft. Die Leihgebühr ist für den Entleiher keine [[Betriebsausgabe]] mehr, wodurch sich keine Gesamtsteuerersparnis mehr ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Wertpapierleihe bei Kapitalerhöhungen&lt;br /&gt;
Besonders auch bei [[Kapitalerhöhung]]en wird oft auf das Instrument der Wertpapierleihe zurückgegriffen. Da [[Junge Aktie]]n zunächst im entsprechenden Registergericht eingetragen werden müssen und bis zu dieser Eintragung letztendlich eine Restunsicherheit besteht, dass diese nicht erfolgt oder sich verzögert, werden oft zunächst entsprechend geliehene [[Aktie]]n als „[[junge Aktie]]n“ emittiert, obwohl sie im eigentlichen Sinne [[alte Aktie]]n sind und die eigentlichen jungen Aktien, sobald diese zugelassen wurden, der verleihenden Partei als Rückzahlung zugeteilt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da jeder Zulassungsantrag junger Aktien eine entsprechende [[Veröffentlichung]] voraussetzt, es aus taktischen Gründen jedoch oft nicht erwünscht ist, die Öffentlichkeit schon Tage vorher über den genauen Zeitpunkt der Kapitalerhöhung zu informieren, ist der Umweg über die Wertpapierleihe eine oft gewählte Variante, die Kapitalerhöhung erst unmittelbar vor deren Termin definitiv anzukündigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das neue [[Finanzmarktrichtlinie-Umsetzungsgesetz|FRUG]] wurden die Veröffentlichungspflichten diesbezüglich ein wenig gelockert, so dass Kapitalerhöhungen mittlerweile bei Kapitalerhöhungen bis 10 % erst nach der Eintragung erfolgen können.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.finanzplatz-frankfurt.de/dynasite.cfm?dssid=150&amp;amp;dsmid=7945&amp;amp;id=357&amp;amp;go=1 Finanzplatz Frankfurt, &amp;#039;&amp;#039;Neue Pflichten für Kapitalmarkttransaktionen&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilanzierung ==&lt;br /&gt;
;Deutschland&lt;br /&gt;
Die Wertpapierleihe ist als Finanzinnovation in [[Bilanzrecht (Deutschland)|Bilanz-]] und [[Steuergesetz]]en nicht ausdrücklich vorgesehen. Die Frage der [[Bilanzierung]] war deshalb für lange Zeit umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Handelsrecht (Deutschland)|Handelsrecht]] wurde zunächst davon ausgegangen, dass das [[Kursrisiko]] ([[Gewinnchance]] oder [[Verlustgefahr]]) aus dem verliehenen Wertpapier beim Verleiher bleiben und deshalb von diesem weiter bilanziert werden müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Schmidt/Felix Mühlhäuser, &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftliches Eigentum und Gewinnrealisierung bei der Wertpapierleihe&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Betriebs-Berater]] 51 (46), 2001, S. 2613&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Wolf-Dieter Hoffmann, &amp;#039;&amp;#039;Wertpapierleihe&amp;#039;&amp;#039;, in: PiR - Internationale Rechnungslegung 8, 2006, S. 152&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verleiher sei [[Risikoträger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen befürworten die [[Finanzverwaltung (Deutschland)|Finanzverwaltung]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesministerium der Finanzen]], Verwaltungsanweisung vom 3. April 1990 - IV B 2-S 2134-2/90, in: [[Der Betrieb]], 1990, S. 863&amp;lt;/ref&amp;gt; und Teile der [[Fachliteratur]] eine [[wirtschaftliche Betrachtungsweise]], wonach das wirtschaftliche Eigentum auf den Entleiher übergeht und deshalb die Wertpapiere von diesem zu bilanzieren sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus D Hahne, &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zur Behandlung von Geschäften mit Wertpapieren im Regelungszusammenhang von § 8a KStG&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Finanz-Rundschau]], 2007, S. 821&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn er kann während der Wertpapierleihe über die Papiere uneingeschränkt verfügen durch Weiterverkauf, Wertpapierleihe oder [[Verpfändung]]. Damit sind die Voraussetzungen des wirtschaftlichen Eigentums aus {{§|39|ao_1977|juris}} Abs. 1 [[Abgabenordnung|AO]] erfüllt. Diese Auffassung wird gestützt durch {{§|246|hgb|juris}} Abs. 1 Satz 2 [[Handelsgesetzbuch|HGB]]. Ist danach ein nicht dem Eigentümer (Verleiher) gehörender [[Vermögensgegenstand]] einem anderen (Entleiher) wirtschaftlich zuzurechnen, so hat dieser ihn in seiner [[Bilanz]] auszuweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgt man dem Dogma des wirtschaftlichen Eigentums, muss der Verleiher am Tag der Wertpapierleihe diese Wertpapiere zum [[Buchwert]] aus seiner Bilanz ausbuchen und gleichzeitig in gleicher Hohe eine [[Forderung]] aus dem Rückübertragungsanspruch gegen den Entleiher einbuchen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesministerium der Finanzen, Verwaltungsanweisung vom 3. April 1990 - IV B 2-S 2134-2/90, in: Der Betrieb, 1990, S. 863&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser [[Aktivtausch]] ist erfolgs- und liquiditätsneutral. Beim Entleiher erfolgen korrespondierende Buchungen, nämlich die [[Aktivierung (Rechnungswesen)|Aktivierung]] als [[Bilanzposition]] „Wertpapiere“ bei gleichzeitiger [[Passivierung]] als „[[Verbindlichkeit]] aus Rückgabeverpflichtungen“,&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus D Hahne, &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zur Behandlung von Geschäften mit Wertpapieren im Regelungszusammenhang von § 8a KStG&amp;#039;&amp;#039;, in: Finanz-Rundschau, 2007, S. 821&amp;lt;/ref&amp;gt; was eine [[Bilanzverlängerung]] darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Bundesfinanzhof]] (BFH) klärte diese [[Rechtsfrage]] abschließend im September 2021. Trägt bei einem Wertpapierdarlehen der Darlehensnehmer die Kurschancen und -risiken der überlassenen Wertpapiere, so spricht dies gegen einen Verbleib des wirtschaftlichen Eigentums beim Darlehensgeber.&amp;lt;ref&amp;gt;BFH, Urteil vom 29. September 2021, Az.: I R 40/17 = {{Rspr|BFHE 274, 463}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Urteil stellte er gleichzeitig fest, dass die an die Stelle der darlehensweise ausgereichten Wertpapiere getretene Rückübertragungsforderung vom Darlehensgeber erfolgsneutral mit dem Buchwert der Wertpapiere zu aktivieren ist. [[Teilwertabschreibung]]en auf die Rückübertragungsforderung dürfen nicht gemäß {{§|8b|kstg_1977|juris}} Abs. 3 Satz 3 [[Körperschaftsteuergesetz (Deutschland)|KStG]] außerbilanziell neutralisiert werden. Der BFH berief sich im Urteil unter anderem auf seine Definition, wonach es sich bei einem „Wertpapierdarlehen (umgangssprachlich auch als „Wertpapierleihe“ bezeichnet) zivilrechtlich um einen Sachdarlehensvertrag (handelt), aufgrund dessen der Darlehensgeber verpflichtet wird, dem Darlehensnehmer das Eigentum an den Wertpapieren zu übertragen. Der Darlehensnehmer wiederum wird verpflichtet, nach Ablauf der Vertragslaufzeit nicht dieselben, sondern Papiere gleicher Art, Güte und Menge zurück zu übereignen“.&amp;lt;ref&amp;gt;BFH, Urteil vom 16. April 2014, Az.: I R 2/12 = {{Rspr|BFHE 246, 15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;International&lt;br /&gt;
Die [[IFRS]] gehen nach [[IAS 39]] bei der Wertpapierleihe ({{enS|securities lending}}) &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; von einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ({{enS|substance over form}}) aus. Sie schreiben vielmehr in IAS 39.AG 40(b), IAS.39.AG51(a) und IAS.39.AG51(b) vor, dass die Wertpapiere weiterhin in der Bilanz des Verleihers auszuweisen sind, weil er die Papiere wieder zurück erhält und dadurch zum Zeitpunkt der Rückübertragung dem Risiko einer [[Wertminderung]] oder [[Zuschreibung (Rechnungswesen)|Wertsteigerung]] ausgesetzt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Bankbilanzierung_nach_HGB_und_IFRS/RaL0G3oLeCIC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=wertpapierleihe+ifrs&amp;amp;pg=PA316&amp;amp;printsec=frontcover Hartmut Bieg, &amp;#039;&amp;#039;Bankbilanzierung nach HGB und IFRS&amp;#039;&amp;#039;, 2011, S. 316 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Korrespondierend bilanziert der Entleiher die Wertpapiere zunächst nicht (IAS.39.AG50), sondern erst, wenn er sie weiterveräußert. Dann hat er gemäß IAS 39.37(b) den [[Veräußerung]]serlös und die Rückübertragungsverpflichtung zum [[Fair Value]] zu bilanzieren. Unternehmen, die ihren [[Jahresabschluss]] (auch) nach IFRS erstellen, müssen sich nach diesen – dem deutschen Handelsrecht entgegengesetzten – Regeln richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Als Verleiher treten Unternehmen mit großem Wertpapierbestand auf ([[Bank]]en, [[Großaktionär]]e, [[Investmentfonds]], Pensionskassen, Versicherer), deren Motiv darin besteht, ihre [[Rendite]]n durch Leihgebühren zu erhöhen und [[Outperformer|Outperformance]] zu betreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;Eberhard Heinke, &amp;#039;&amp;#039;Wertpapierleihe: Instrument für Trading, Hedging und Arbitrageoperationen&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Handelsblatt]] Nr. 165, 1992, S. B23&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig tritt eine [[Kostensenkung]] ein, weil der Verleiher keine [[Depotgebühr]] für die verliehenen Wertpapiere mehr entrichten muss. Der Entleiher erhält Wertpapiere, die möglicherweise anderweitig (etwa durch [[Kassageschäft]]) nicht erworben werden können ([[Geldkurs]]). Damit verbunden ist beim Entleiher die Möglichkeit, die entliehenen Wertpapiere zur Erfüllung eines [[Leerverkauf]]s zu verwenden. Weiteres Motiv könnte sein, dass der Entleiher mit steigenden Wertpapierkursen rechnet und trotzdem in den Genuss des Kapitalertrags kommen möchte. Der Verleiher trägt ein mit dem [[Kreditrisiko]] vergleichbares [[Erfüllungsrisiko]], dass der Entleiher die Wertpapiere am Fälligkeitstag nicht zurückgeben kann oder will.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Bank_Lexikon/oQibBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=wertpapierleihe+lexikon&amp;amp;pg=PA131&amp;amp;printsec=frontcover Wolfgang Grill, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank-Lexikon: Bank – Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 1995, S. 548]&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem ist dem Verleiher das [[Emittentenrisiko]] zuzurechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Während mit der Wertpapierleihe keine [[Liquidität]]swirkung verbunden ist, muss für den Abschluss von echten [[Wertpapierpensionsgeschäft]]en und [[Pensionsgeschäft]]en Liquidität eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann-Josef ten Haaf, &amp;#039;&amp;#039;Wertpapierleihe&amp;#039;&amp;#039;, in: Alfred B.J. Siebers/Martin Weigert (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Börsen-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1998, S. 344&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim „Sell/Buy-Back“ liegt ein [[Swap (Wirtschaft)|Swapgeschäft]] in der Form der Kombination eines [[Kassageschäft|Kassaverkaufs]] mit einem [[Termingeschäft|Terminverkauf]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Krumnow/Ludwig Gramlich/Thomas A. Lange/Thomas M. Dewner, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank-Lexikon: Bank – Börse – Finanzierung&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 1415&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Empty Voting]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Georg Acker: &amp;#039;&amp;#039;Die Wertpapierleihe – Grundlagen, Abwicklung und Risiken eines neuen Bankprodukts.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Wiesbaden, 1995.&lt;br /&gt;
* Jörg Ambrosius, Andreas Franz: &amp;#039;&amp;#039;Wertpapierleihe – Aufschwung durch neue gesetzliche Freiheiten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für das ganze Kreditwesen.&amp;#039;&amp;#039; Band 61, Heft 5/2008, S. 196–198.&lt;br /&gt;
* Siegfried Kümpel: &amp;#039;&amp;#039;Die Grundstruktur der Wertpapierleihe und ihre rechtlichen Aspekte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Wertpapiermitteilungen Teil IV.&amp;#039;&amp;#039; Heft 23/Jg. 44, Nr. 23, 9. Juni 1990, S. 909–916.&lt;br /&gt;
* Mike Rinker: &amp;#039;&amp;#039;Kommentierung der §§ 200 (Wertpapierdarlehen), 201 (Wertpapier-Darlehensvertrag) und 202 (Organisierte Wertpapier-Darlehenssysteme) KAGB.&amp;#039;&amp;#039; In: Beckmann, Scholtz, Vollmer: &amp;#039;&amp;#039;Investment – Ergänzbares Handbuch für das gesamte Investmentwesen,&amp;#039;&amp;#039; Erich Schmidt Verlag, Berlin, ISBN 978-3-503-13811-1 (Elektronische Ressource).&lt;br /&gt;
* Johannes Weninger: &amp;#039;&amp;#039;Wertpapierleihe in Österreich.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bank-Archiv.&amp;#039;&amp;#039; Heft 11/Jg. 42, November 1994, S. 859–867.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4276895-0}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aktienmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarktgeschäft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rentenmarkt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schuldrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertpapieremission]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertpapierrecht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Malabon</name></author>
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