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	<title>Weißwal - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wei%C3%9Fwal&amp;diff=83168&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;KatastrophenKommando: /* Verhalten, Kommunikation */</title>
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		<updated>2026-04-15T09:17:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verhalten, Kommunikation&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Weißwal&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Delphinapterus leucas&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[Peter Simon Pallas|Pallas]], 1776)&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Delphinapterus&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon2_Autor     = [[Bernard Germain Lacépède|Lacépède]], 1804&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Gründelwale&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Monodontidae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Delfinartige&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Delphinoidea&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Überfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Zahnwale&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Odontoceti&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Unterordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Wale&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Cetacea&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Bild             = Baluga Whales.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Belugas oder Weißwale&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weißwal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Delphinapterus leucas&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Beluga&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|белуха|belucha}}, von белый &amp;#039;&amp;#039;bely&amp;#039;&amp;#039; „weiß“) ist eine [[Art (Biologie)|Art]] der [[Gründelwale]], die in [[arktis]]chen und [[Subpolare Zone|subarktischen]] Gewässern lebt. Wie die nahe verwandten [[Narwal]]e besitzen sie keine [[Finne (Flosse)|Rückenfinne]]; auffällig ist ihre bläulich-weiße bis cremeweiße Färbung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aussehen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Delphinapterus leucas size model.svg|mini|Umrisszeichnung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Beluga Kopf und Halswirbel.JPG|mini|Schädel eines Belugas – deutlich sichtbar die kegelförmigen Zähne und die beweglichen Halswirbel]]&lt;br /&gt;
Weißwale sind zwischen drei und maximal sechs Meter lang bei einem Gewicht von 400 bis 1000 Kilogramm; die Männchen sind in der Regel größer und schwerer als die Weibchen. Der Körper wirkt massig und ist im Schulterbereich rechteckig ausladend. Der Kopf ist relativ kurz und trägt eine vorgewölbte Verdickung, die sich im Laufe des Lebens ausbildet und ein [[Melone (Wal)|Melone]] genanntes Organ enthält. Der Hals ist meist gut durch einen Nackenabschnitt zu erkennen und der Kopf ist durch unverwachsene [[Halswirbel]] recht gut beweglich. Die [[Fluke]] (Schwanzflosse) ist verhältnismäßig breit und wird mit dem Alter der Tiere zunehmend [[ginkgo]]blattförmig. Die [[Flipper (Flosse)|Flipper]] (Brustflossen) sind abgerundet rechteckig, der Außenrand rollt sich bei älteren Tieren auf. Die [[Auge]]n sind sehr klein und liegen dicht hinter den Mundwinkeln, die [[Ohr]]öffnung ist fast gar nicht sichtbar. Kurz vor dem Nacken liegt das halbmondförmige Blasloch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bei allen [[Wale]]n ist die [[Haut]] unbehaart und besitzt eine dicke Oberschicht. Diese [[Epidermis (Wirbeltiere)|Epidermis]] ist bei den Weißwalen zwischen 5 und 12 Zentimeter dick und liegt damit auch für Wale über dem Durchschnitt, ebenso die darunter liegenden Schichten. Das Unterhautgewebe ist zu einer [[Fette|Fettschicht]] ausgebildet, die, abhängig vom Ernährungszustand, dem Geschlecht und der Jahreszeit, zwischen 2 und 22 Zentimeter dick ist. Die [[Zitze]]n der Weibchen liegen in speziellen Taschen und sind nur bei alten oder säugenden Tieren sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihren Namen erhielten die Weißwale durch ihre Färbung, die sich im Laufe ihres Lebens ändert. So sind neugeborene Weißwale eher schiefergrau bis braun und erhalten nach etwa einem Jahr eine blaugraue Färbung, die sie bis zum fünften Lebensjahr behalten. In dieser Zeit werden sie als „blues“ bezeichnet. Danach werden die Tiere gänzlich weiß, wobei ein bläulicher Schimmer vor allem bei Weibchen bleiben kann. Da sich die Belugas häufig an der [[Packeis]]grenze aufhalten, nützt ihnen ihre weiße Färbung wahrscheinlich als Tarnschutz gegen [[Eisbär]]angriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Merkmal der Weißwale sind die Zähne. Sie sind gleichmäßig kegelförmig und die vorderen Zähne sind, besonders bei den Jungtieren, vorn umgebogen. Von diesen Zähnen besitzen Weißwale im Oberkiefer 10 bis 22, im Unterkiefer 6 bis 22; eine Unterscheidung in verschiedene Zahntypen ist, wie bei allen Zahnwalen, nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine Reihe [[Physiognomie|physiognomischer]] Eigenheiten, die der Kommunikation dienen, sind Weißwale in der Lage, ihren Gesichtsausdruck zu ändern. Sie können beispielsweise ihre Mundwinkel nach oben oder unten ziehen, was allerdings kein Ausdruck von Freude oder Missmut ist, und sogar die Lippen spitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot; caption=&amp;quot;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Delphinapterus leucas head 3.jpg|Weißwal im [[Vancouver Aquarium]]&lt;br /&gt;
Delphinapterus leucas head 2.jpg|Weißwal im Vancouver Aquarium&lt;br /&gt;
RIAN archive 374825 White whales performing at the Moscow Zoo dolphinarium.jpg|Fütterung eines Weißwals im [[Moskauer Zoo]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cetacea range map Beluga.png|mini|Verbreitung des Belugas]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Beluga 1 1999-07-03.jpg|mini| Beluga an der Mündung des [[Churchill River (Hudson Bay)|Churchill River]] in die [[Hudson Bay]]]]&lt;br /&gt;
Belugas sind in den meisten arktischen und subarktischen Gewässern anzutreffen, vor allem an den Küsten [[Alaska]]s, [[Kanada]]s und [[Russland]]s. Die südlichsten Vorkommen liegen im [[Ochotskisches Meer|Ochotskischen Meer]] und dem [[Japanisches Meer|Japanischen Meer]] in Asien sowie im Bereich der [[Sankt-Lorenz-Strom|St.-Lorenz]]-Mündung in Kanada.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa ist ihr Vorkommen ausschließlich auf den äußersten Norden [[Norwegen]]s im Bereich des [[Varangerfjord]]s, auf die [[Barentssee]] und die Gewässer an der [[Halbinsel Kola]] sowie um die Inselgruppen [[Franz-Joseph-Land]] und [[Spitzbergen (Inselgruppe)|Spitzbergen]] beschränkt. Sporadische Funde sind allerdings auch um [[Island]], [[Großbritannien (Insel)|Großbritannien]] und sogar aus der [[Ostsee]] bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.shz.de/lokales/eckernfoerder-zeitung/weisswal-in-der-ostsee-gesichtet-id272508.html &amp;#039;&amp;#039;Weißwal in der Ostsee gesichtet&amp;#039;&amp;#039;], [[Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag|shz.de]]/Eckernförder Zeitung vom 19. November 2012, abgerufen am 10. September 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 18. Mai 1966&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bayerischer Rundfunk |Titel=18. Mai 1966: &amp;quot;Moby Dick&amp;quot; im Rhein gesichtet |Datum=2018-05-18 |Online=https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/moby-dick-im-rhein-gesichtet-102.html |Abruf=2022-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde ein Einzeltier sogar im [[Rhein]] gesichtet. Nachdem der [[Moby Dick (Rhein)|Moby Dick]] genannte Wal über mehrere Wochen den Nachstellungen durch interessierte Biologen entkommen war und sich etwa 400 Kilometer stromaufwärts bei [[Bonn]] befand, schwamm er am 16. Juni 1966, streckenweise eskortiert von zwei Polizeifahrzeugen, zurück ins Meer.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.beluga.exclusivezone.de/seite01c.htm Der Wal am Rhein]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwanderung in Flüsse wird beim Beluga sehr häufig beobachtet. So stieß man auch in der [[Loire]], in der [[Elbe]] und in beinahe allen sibirischen Flüssen auf Einzeltiere oder kleinere Gruppen. Dieses Einwandern steht meist im Zusammenhang mit den jahreszeitlichen Wanderungen der Tiere oder ihren Versammlungen zur Paarung vor den Flussmündungen. Sie können bei allen [[Population (Biologie)|Populationen]] beobachtet werden und dienen wahrscheinlich dem Auffinden von Nahrungsgründen, Paarungsplätzen oder Kalbungsorten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Der Weltbestand der Belugas liegt wahrscheinlich bei etwa 80.000. -- Beleg? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
Die Weißwale bevorzugen als Lebensraum ruhige Küstenbereiche mit mäßiger Tiefe, besonders Meeresbuchten oder den Mündungsbereich größerer Flüsse. Der Brandungsgürtel der Meere wird gemieden. Häufig sind sie auch im [[Treibeis]]bereich oder am Rande des [[Packeis]]es zu finden, die offene See passieren sie wahrscheinlich nur während ihrer Wanderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weißwale ernähren sich beinahe ausschließlich von tierischer Nahrung. Dabei stellt die Zusammensetzung ihrer Nahrung unter den bislang untersuchten Walen die abwechslungsreichste dar. Insgesamt sind über hundert verschiedene Futtertiere bekannt; das Spektrum reicht von [[Hohltiere]]n über [[Tintenfische]], [[Muscheln]], [[Krebstiere]] und [[Gliederwürmer]] bis hin zu größeren [[Knochenfische]]n wie [[Dorsche]]n und [[Lachse]]n. Die Nahrung nehmen die Wale vor allem in flachen Meerestiefen von maximal zehn Metern auf, indem sie den Boden nach Organismen absuchen; daneben können sie jedoch auch im Freiwasser jagen. Die maximal dokumentierten Tauchtiefen liegen bei etwa 200 Metern; diese werden allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit eher selten erreicht. Die Nahrungszusammensetzung verändert sich bei den Weißwalen auch mit dem Alter. Besteht sie bei den Neugeborenen und den „blues“ noch vor allem aus Krebsen wie den [[Garnelen|Sandgarnelen]] (Gattung &amp;#039;&amp;#039;Crangon&amp;#039;&amp;#039;), verschiebt sie sich mit zunehmendem Alter mehr in Richtung der Fische.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fortpflanzung und Entwicklung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Beluga847.jpg|mini|Belugawal mit Kalb]]&lt;br /&gt;
Die Männchen der Belugas werden mit etwa acht bis neun Jahren geschlechtsreif, die Weibchen mit etwa fünf Jahren. Bei den Männchen ist der Zeitpunkt des Erwachsenwerdens hormonell direkt mit einer vollständigen Weißfärbung und einer sprunghaften Vergrößerung der [[Hoden]] von etwa 130 Kubikzentimetern auf mindestens 360, durchschnittlich aber 900 Kubikzentimetern verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Paarung findet in den Monaten April bis Mai, nördlicher auch erst im Juli im Bereich der Kalbungsgründe statt. Dabei werden Flussmündungen bevorzugt, da das dortige Wasser in der Regel bis zu zehn Grad Celsius wärmer ist. Es kann dann zu Ansammlungen von mehreren tausend Tieren aus allen Altersbereichen kommen; so wurden im Jahr 1974 etwa im Delta des [[Mackenzie River]] über 5.000 Belugas gezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paarungsbereite Weibchen locken meist mehrere Männchen an, die ihnen folgen. Die [[Begattung|Kopulation]] beginnt mit einem Im-Kreis-Schwimmen der Paarungspartner mit der Bauchseite, worauf eine längere [[Begattung]] folgt. Nach der Paarung bildet das Weibchen einen [[Vaginalpfropf]] aus, der Eisprung ([[Ovulation]]) wird erst durch die Paarung ausgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tragzeit dauert bei den Weißwalen etwa vierzehneinhalb Monate (440 Tage). Die Neugeborenen sind zwischen 1,40 und 1,70 Meter lang und wiegen zwischen 45 und 75 Kilogramm. Für die ersten Atemzüge werden sie von der Mutter mit der Schnauze über die Wasseroberfläche gebracht, danach bleiben sie immer in ihrer direkten Nähe, meist mit Körperkontakt. Der Zahndurchbruch beginnt zum Ende des zweiten Lebensjahres, bis zu diesem Zeitpunkt werden die Jungtiere von der Mutter gesäugt ([[Muttermilch]] mit ungefähr 23 % Fett und 16 % Eiweiß). Nach der Entwöhnung verpaart sich die Mutter neu, ihr Jungtier bleibt jedoch meist noch bis zu zwei Jahre bei ihr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Fall ließ sich durch DNA-Untersuchungen nachweisen, dass ein auffälliger Walschädel zu einem Tier gehört hatte, das aus einer Paarung eines weiblichen [[Narwal]]s mit einem männlichen Beluga hervorgegangen war.&amp;lt;ref&amp;gt;Mikkel Skovrind et al.: &amp;#039;&amp;#039;Hybridization between two high Arctic cetaceans confirmed by genomic analysis&amp;#039;&amp;#039;, Scientific Reports, Band 9, 2019, Artikel Nr. 7729. [[doi:10.1038/s41598-019-44038-0]] (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebenserwartung liegt bei rund 60 Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://de.whales.org/wale-delfine/artenfuehrer/beluga/ |titel=Beluga {{!}} Fakten &amp;amp; Informationen {{!}} WDC Deutschland |abruf=2026-04-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhalten, Kommunikation ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Beluga vocalizations.ogg|mini|Lautäußerungen eines Belugawals]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Beluga schule.jpg|mini|Schule von Belugawalen]]&lt;br /&gt;
Belugas sind ausgesprochen gesellige und soziale Tiere und leben meist in Familienverbänden oder kleinen Gruppen. Normalerweise findet man sie in kleineren Schulen von etwa zehn Individuen (über 50 Prozent der Beobachtungen), manchmal auch als Einzelschwimmer (etwa 16 Prozent der Beobachtungen); es werden aber auch vereinzelt Gruppen mit mehr als hundert Tieren beobachtet. Die sich während der Paarungszeit bildenden Großgruppen mit teilweise mehr als tausend Tieren stellen allerdings eine Ausnahmeerscheinung während der saisonalen Zusammentreffen dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kommunikation der Weißwale erfolgt über akustische Signale, die im Bereich des Nasenganges zum Blasrohr gebildet werden. Das Repertoire ist bei den Weißwalen ausgesprochen groß und reicht von Brummgeräuschen über Quieklaute bis zu sehr hohen Zwitscherlauten. Der genutzte [[Frequenz]]bereich reicht dabei von 0,7 bis über 20 Kilohertz. Viele der Töne sollen offensichtlich Artgenossen herbeirufen und werden beispielsweise von [[Walstrandung|gestrandeten Walen]] abgegeben. Früher nannten Walfänger die Belugas gerade aufgrund ihrer „Sangesfreude“ und ihres enormen Repertoires die „Kanarienvögel der Meere“.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- An der japanischen [[Tōkai-Universität]] erforscht man die Sprachfähigkeit der Weißwale. So ist es bisher gelungen, den Tieren die Begriffe „[[Tauchermaske]]“, „[[Schwimmflosse|Flosse]]“ und „[[Eimer]]“ akustisch eindeutig zu entlocken. Die Forscher hoffen, dass es ihnen durch weiteres Eindringen in die differenzierte Lautsprache gelingen könnte, wirkliche Gespräche zu führen, Aussagen über ihr Wohlbefinden im Becken, Wünsche zu äußern oder ähnliche abstrakte Dinge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel Online&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spiegel.de/video/video-36189.html &amp;#039;&amp;#039;Walsprache entschlüsselt.&amp;#039;&amp;#039;] auf: &amp;#039;&amp;#039;spiegel.de&amp;#039;&amp;#039;, 16. September 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mensch und Weißwal ==&lt;br /&gt;
=== Jagd und Kultur ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Beluga caza.jpg|mini|Traditionelle Jagd auf Belugawale]]&lt;br /&gt;
Nach wie vor wird der Weißwal [[Walfang|bejagt]], doch ist die Zahl erlegter Tiere in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Im Wesentlichen wird der Weißwal aus traditionellen Gründen und zum persönlichen Bedarf von [[Inuit]] gejagt (&amp;#039;&amp;#039;native hunt&amp;#039;&amp;#039;). Während die Inuit bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts alles vom Wal verwerteten – Knochen, Sehnen und Fasern für Haus-, Schlitten-, Boots- und Werkzeugbau, Haut und Eingeweide als Abdeckungs- und Verpackungsmaterial, Fleisch und Speck (Tran) als Nahrungsmittel für Mensch und Schlittenhund und als Energielieferant (Brennmaterial) –, hat sich dies inzwischen grundlegend geändert. Heute ist der Weißwal für sie vor allem als Lieferant des als besondere Delikatesse geltenden [[Maktaaq]], der Walhaut mit der unter der Oberhaut gelegenen Speckschicht (Blubber, Schwarte), von Bedeutung. Außerdem verwenden sie die geeigneten Teile des Wals als Futter für Schlittenhunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kommerzielle Jagd, Fangkonkurrenz ===&lt;br /&gt;
Kommerziell wird der Weißwal praktisch nur noch im Norden Russlands gefangen. Relevant für den Rückgang kommerzieller Waljagd wurde die vor allem in Küstennähe zunehmende [[Schadstoff]]belastung mit [[DDT]], [[Polychlorierte Biphenyle|PCB]], [[Blei]], [[Cadmium]], [[Titan (Element)|Titan]] und [[Quecksilber]] der von den Walen verzehrten Organismen, die sich im Fleisch und Fett der Wale nachweisen ließ und vermehrt Krankheiten zur Folge hat. Bei der im schadstoffbelasteten Mündungsgebiet des [[Sankt-Lorenz-Strom]]s lebenden Weißwal-Population treten z.&amp;amp;nbsp;B. häufig Krebserkrankungen des Verdauungstrakts auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Martineau u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Cancer in Wildlife, a Case Study. Beluga from the St. Lawrence Estuary, Québec, Canada.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Environ Health Perspect]].&amp;#039;&amp;#039; 110, 2002, S.&amp;amp;nbsp;285–292. PMID 11882480 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mangelnde Kenntnisse von natürlichen Schwankungen der Fischbestände, vor allem bei Heilbutt und Lachs, führten 1929 dazu, dass jedem Fischer vor [[Neufundland]] Prämien für den Abschuss von Belugas gezahlt wurden, sowie eine Extraprämie, wenn sie eine Belugaflosse vorweisen konnten. Da man die Belugas für den katastrophalen Einbruch der Fischindustrie vor der kanadischen Ostküste verantwortlich machte, ließ das Fischereiministerium mittels eines gecharterten Flugzeugs Bomben im Sankt-Lorenz-Strom abwerfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dazu veranstaltete das Musée de la mémoire vivante (Museum of Living Memory, Museum der lebenden Erinnerung) in Saint-Jean-Port-Joli, Quebec eine Sonderausstellung mit dem Titel; siehe [http://www.virtualmuseum.ca/pm_v2.php?id=exhibit_home&amp;amp;fl=0&amp;amp;lg=English&amp;amp;ex=733 The Last Beluga Fisherman] (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schutz der Weißwale wird aufgrund nachlassender Bejagung und weltweiter Walschutzmaßnahmen als ausreichend angesehen. Einen wichtigen Beitrag liefert überdies der [[Fremdenverkehr|Tourismus]], nachdem [[Whale-Watching|Walbeobachtungsprogramme]] auch von Belugas an leicht zugänglichen Küsten in Kanada und Alaska sehr populär geworden sind. Als problematisch erweisen sich andererseits zunehmende Aktivitäten zur [[Erdöl|Gewinnung von Erdöl]] in polaren Gewässern, die zu zunehmender Störung der Tiere und Verschmutzung ihrer Lebensräume führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umweltbelastungen ===&lt;br /&gt;
Für eine Betrachtung der Schadstoffbelastung ist die Population der Weißwale des Sankt-Lorenz-Stroms besonders geeignet. Erstens sind die Belugas hier von den anderen Vorkommen sehr stark isoliert. Zweitens zählt die Region zu den am höchsten belasteten in der Welt. Durch Landwirtschaft und Industrie werden [[Schwermetalle]], insbesondere [[Quecksilber]] und [[Blei]], eingetragen. Ebenso organische Chlorverbindungen wie [[Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe|PAH]], [[Polychlorierte Biphenyle|PCB]] und [[DDT]] und deren Metaboliten, um nur einige zu nennen. Der [[Sankt-Lorenz-Strom]] stellt quasi ein „Auffangbecken“ für die Abflüsse der am höchsten industrialisierten Region der Welt dar. Darüber hinaus ist eine natürliche Umweltbelastung durch Quecksilber dort bekannt. Daher ist es wichtig zu wissen, wie hoch der Unterschied zwischen den natürlich vorhandenen und [[anthropogen]] verursachten Quecksilberbelastungen ist. So konnten u.&amp;amp;nbsp;a. Outridge (2001),&amp;lt;ref name=&amp;quot;Outridge, P.M. 2001&amp;quot;&amp;gt;P. M. Outridge u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;A Comparison of Modern and Preindustrial Levels of Mercury in the Teeth of Beluga in the Mackenzie Delta, Northwest Territories, and Walrus at Igloolik, Nunavut, Canada.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Arctic.&amp;#039;&amp;#039; Vol.&amp;amp;nbsp;55. Nr.&amp;amp;nbsp;2, 2001, S.&amp;amp;nbsp;123–132 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Martineau (2002)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martineau, Daniel 2002&amp;quot;&amp;gt;Daniel Martineau u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Cancer in Wildlife, a Case Study: Beluga from the St. Lawrence Estuary Québec, Canada.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Environmental Health Perspectives.&amp;#039;&amp;#039; Vol.&amp;amp;nbsp;110, 2002, S.&amp;amp;nbsp;285–292 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; oder z.&amp;amp;nbsp;B. Béland (1996)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Béland, Pierre 1996&amp;quot;&amp;gt;Pierre Béland: &amp;#039;&amp;#039;Umweltgifte - der Fall der Weißwale im Sankt-Lorenz-Strom.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Spektrum der Wissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 1996, 7, S.&amp;amp;nbsp;84.&amp;lt;/ref&amp;gt; aufzeigen, dass seit dem 13. Jahrhundert ein konstanter Gehalt an natürlichem Quecksilber vorlag, jedoch die anthropogen verursachten Belastungen deutlich angestiegen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;P. M. Outridge u.&amp;amp;nbsp;a. 2001, S.&amp;amp;nbsp;126&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Martineau (2002)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martineau, Daniel 2002&amp;quot; /&amp;gt; wies nach, dass Zusammenhänge zwischen dem [[Wirtschaftsstandort]] des St.-Lorenz-Stromes und den Schadstoffbelastungen der dort lebenden Belugas besteht. Es wurde festgestellt, dass mit der fortschreitenden Industrialisierung auch ein Anstieg der Schadstoffbelastungen in den Weltmeeren bewirkt wurde. Dennoch wurde nicht genau geklärt, wie hoch der von den Menschen verursachte Anteil ist, was mit verschiedenen Methoden untersucht werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hartgewebe vs. Weichgewebe ====&lt;br /&gt;
Es boten sich Analysen der Zähne an, um die Konzentrationsveränderungen von Quecksilber in den Belugapopulationen im Laufe der Zeit darzustellen. Diese unterliegen im Gegensatz zu Knochen einem schrittweisen Wachstum und keiner ständigen Veränderung, sodass die Spurenelemente, die sich im Laufe der Zeit ansammeln, eher erhalten bleiben. Auch nach dem Tod können diese Elemente besser analysiert werden als in Knochen, bei denen auch dann noch chemische Veränderungsprozesse stattfinden. Die Anlagerungen von [[Quecksilber|Hg]] in Zähnen wird dementsprechend als [[Umweltindikator|Indikator]] für die Belastung des Weichgewebes der Belugas angesehen. Dennoch wurden auch [[Gewebeprobe]]n aus [[Leber]] und [[Nieren]] untersucht und mit den Ergebnissen der Zahnanalyse verglichen. In diesen Ergebnissen stellte sich dar, dass die Quecksilber-Konzentrationen in den Zähnen der Belugas zu 46 – 61 % mit den Werten aus anderen Gewebsteilen des Körpers (darunter Niere, Leber und Muskeln) übereinstimmte. Der Quecksilberanteil steigt demnach im [[Weichgewebe]] und [[Hartgewebe]] gleich an, sodass die Zahlen korrelieren und die Ergebnisse in gleicher Weise interpretiert werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Outridge, P.M 1999&amp;quot;&amp;gt;P. M. Outridge: &amp;#039;&amp;#039;Teeth as biomonitors of soft tissue Mercury Concentrations in Beluga.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Environmental Toxicology and Chemistry.&amp;#039;&amp;#039; Vol.&amp;amp;nbsp;19, Nr.&amp;amp;nbsp;6, 2000, S.&amp;amp;nbsp;1517–1522 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren sollten die Zähne in Studien mit einbezogen werden, da sie durch die Übereinstimmung der Konzentrationen des Quecksilbers auch Auskunft über das Alter des Tieres geben können, was auch nach dem Tod erfolgen kann. Demnach wird durch die Untersuchung an Zähnen die Forschung auf diesem Gebiet erleichtert, da für eine [[retrospektive]] Studie Materialien aus vergangener Zeit benötigt werden. Da diese länger erhalten bleiben und keinem starken Verwesungsprozess unterliegen, wie es bei anderen Organen der Fall ist, eignen sich diese besonders gut für eine dementsprechende Analyse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Outridge, P.M 1999&amp;quot; /&amp;gt; Gewebedatenbanken kennt man erst seit wenigen Jahrzehnten. Daher ist es kaum möglich an Weichgewebeproben aus der Zeit vor 1800 zu gelangen. Bei Hartgewebe, wie den Zähnen, ist diese Problematik kaum vorhanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagemann, R 2005&amp;quot;&amp;gt;R. Wagemann, H. Kozlowska: &amp;#039;&amp;#039;Mercury distribution in the skin of beluga (Delphinapterus leucas) and narwhal (Monodon monoceros) from the Canadian Arctic and mercury burdens and excretion by moulting.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science of The Total Environment.&amp;#039;&amp;#039; Volumes 351-352, 1. Dezember 2005, S.&amp;amp;nbsp;333–343 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methode und Ergebnisse ====&lt;br /&gt;
Laut des Arctic Monitoring und der Assessment Programme (AMAP) 2011 hat sich die Schwermetallbelastung von Belugas, Robben, Eisbären oder Greifvögeln in den vergangenen 150 Jahren verzehnfacht. Um die Veränderungen der Quecksilberkonzentrationen in den betroffenen Gewässern nachvollziehen zu können, haben Outridge, Martineau und Belánd Untersuchungen an den Belugas durchgeführt, die die Werte aus vorindustrieller Zeit bis heute in einen Kontext stellen sollten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Outridge, P.M. 2001&amp;quot; /&amp;gt; Dabei wurden die gestrandeten Belugas und deren [[Kadaver]] über 17 Jahre lang obduziert und mögliche Todesursachen, wie z.&amp;amp;nbsp;B. Parasiteninfektionen, Krebserkrankungen und virale Infektionen, untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeitraum von 1983 bis 1999 wurden 128 gestrandete Weißwale analysiert, von denen an 23 Tieren Krebserkrankungen festgestellt wurden, wobei es sich um 21 verschiedene Krebstypen handelte, von denen sich 18 Typen bereits im Endstadium befanden. Seit 1982 wurden innerhalb von 15 Jahren erneut von Béland und Martineau weitere 73 Belugas an der Tierärztlichen Fakultät der Universität Montreal (Kanada) obduziert. Davon wiesen ca. 40 % der obduzierten Tiere [[Tumor]]en und ca. 45 % der adulten Muttertiere eine zu geringe Milchbildung auf, was auf Entzündungen, nekrotisches Gewebe oder Tumoren in den Milchdrüsen zurückzuführen ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Béland, Pierre 1996&amp;quot; /&amp;gt; Die häufigste Ursache für die Krebserkrankungen bei den St.-Lorenz-Strom-Belugas waren gastrointestinale Epithelkarzinome.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martineau, Daniel 2002&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die am Sankt-Lorenz-Strom gestrandeten Belugas waren im Alter zwischen 21 und 25 Jahren, wohingegen die Belugas in Nordalaska häufig ein Alter von 38 Jahren erreichen. Es stellte sich heraus, dass bei 10-jährigen Belugas aus dem Jahr 1993 die Quecksilberbelastung 2,1-mal höher als bei denen aus vorindustrieller Zeit war. Bei den 40-jährigen waren es bereits 9,1 und bei den über 60 Jahre alten konnte sogar eine 17,7-mal höhere Belastung festgestellt werden. Im Schnitt wurde bei den Belugas aus dem Jahre 1960/61 im Alter zwischen 10 und 60 Jahren ein 3,1 – 4,5 mal höherer Belastungsgrad ermittelt im Vergleich zu denen aus vorindustriellen Zeiten zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert. Dies wird zu 67 – 78 % auf anthropogene Einflüsse bei den Belugas aus dem Jahre 1960/61 und zu 52 – 94 % bei den Individuen aus dem Jahre 1993 zurückgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt resultierten aus den Ergebnissen der Analysen, dass ca. 80 – 95 % der Quecksilberbelastungen in den Belugas, die das zehnte Lebensjahr bereits erreicht hatten, auf anthropogene Einflüsse zurückzuführen ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Outridge, P.M. 2001&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Quecksilberbelastung (Hg) ====&lt;br /&gt;
Ein Anstieg der Quecksilberbelastung (Hg) in den arktischen Gewässern Nordamerikas und West-Grönlands belastet nicht nur die Weißwale, deren Krebserkrankungsrate aufgrund dessen im Gebiet des Sankt-Lorenz-Stromes sehr hoch ist. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Höhe der Quecksilber-Konzentrationen in den verschiedenen Geweben der Belugas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Quecksilberkonzentration von Belugas der westlichen kanadischen Arktis&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wagemann, R 2005&amp;quot; /&amp;gt;|-&lt;br /&gt;
! Organe !! Hg-Konzentration [μg/g]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Dermis]] || 0,29&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Epidermis (Wirbeltiere)|Epidermis]] || 1,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Muskelgewebe || 1,4&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gesamtkonzentration in der Haut || 0,84&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Blubber]] || 0,12&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Jährliche Gesamtaufnahme || 131.400&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings muss an dieser Stelle die Bilanz der Aufnahme und der Ausscheidung von [[Quecksilber]] betrachtet werden. Die jährliche allgemeine Ausscheidung von Hg liegt bei ca. 70 %, die der [[Häutung]] beträgt ca. 0,42 – 2 % der aufgenommenen jährlichen Gesamtaufnahme.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Martineau, Daniel 2002&amp;quot; /&amp;gt; Die Zahlen der Belastungen legen die Vermutungen nahe, dass nicht alle aufgenommenen Mengen des giftigen Quecksilbers ausgeschieden werden können und sich somit im Laufe der Zeit im Organismus der Tiere anreichern, wodurch sich die hohen Zahlen an krebserkrankten oder toten Individuen erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Folgen der Hg-Belastungen ====&lt;br /&gt;
Die genannten Chemikalien, wie Quecksilber, [[Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe|PAH]], [[Polychlorierte Biphenyle|PCB]] und [[DDT]] und deren Metabolite, sind [[fettlöslich]], können beim [[Stoffwechsel]] nicht abgebaut werden und lagern sich im [[Fettgewebe]] der Tiere an. Vor allem die Problematik der Quecksilber-Anreicherung entsteht eben nicht nur dadurch, dass Hg für das Tier selbst schädlich ist, sondern auch besonders für [[Konsument (Ökologie)|Konsumenten]] des Beluga-Fleisches gefährlich ist. Dies ergibt sich auch durch die natürliche [[Nahrungskette]], in der Fleischfresser die Chemikalien durch andere bereits belastete Tiere aufnehmen und in noch höherer Konzentration an andere Tiere weitergeben, sodass dann z.&amp;amp;nbsp;B. der Beluga auch als Endkonsument am stärksten belastet wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Béland, Pierre 1996&amp;quot; /&amp;gt; Aufgrund dessen muss darauf hingewiesen werden, dass selbst in naturbelassenen Gebieten der Verzehr von Belugafleisch vermieden werden sollte. Dies ist besonders für die einheimische Bevölkerung der [[Inuit]] problematisch, da diese die Belugas als traditionelle Hauptnahrungsquelle beziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Gewalt: &amp;#039;&amp;#039;Der Weißwal.&amp;#039;&amp;#039; Hohenwarsleben 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mittlerweile sind die Weißwale des St.-Lorenz-Stromes zwar geschützt, dennoch ist die belastete [[Population (Biologie)|Population]] nicht im Stande, sich zu erholen, da sich die Chemikalien über viele Jahrzehnte festgesetzt haben und durch die Muttertiere an ihren Nachwuchs in Form von belasteter, konzentrierter Milch weitergegeben werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Béland, Pierre 1996&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Trivia ===&lt;br /&gt;
* Der Beluga ist der Namensgeber für den [[Airbus]] A300-600ST („[[Airbus Beluga]]“) und [[Airbus Beluga XL]]. Sein Name steckt auch im Rufzeichen und ICAO-Code des einzigen Betreibers dieser Flugzeuge, [[Airbus Transport International|Airbus Industrie]].&lt;br /&gt;
* Beluga ist der Name [[Beluga (Schiff)|zweier Schiffe]] von [[Greenpeace]].&lt;br /&gt;
* Der bekannte [[Belugakaviar]] stammt nicht vom Beluga-Wal, sondern vom [[Europäischer Hausen|Hausen]], einer auch Beluga-Stör genannten Art aus der Familie der [[Stör]]e.&lt;br /&gt;
* Ein Beluga kommt auch in den Fehlermeldungen von [[Twitter]] vor.&lt;br /&gt;
* Ein im April 2019 im Norden Norwegens aufgetauchter zutraulicher Beluga trug ein Geschirr mit Kamerahalterung, daher wurde er der russischen Spionage verdächtigt; in einer Umfrage bekam er den Spitznamen [[Hvaldimir]].&lt;br /&gt;
* Der oben erwähnte 1966 im Rhein bei Bonn gesichtete Weißwal &amp;#039;&amp;#039;Moby Dick&amp;#039;&amp;#039; ist Namensgeber [[Moby Dick (Schiff, 1976)|eines Bonner Touristenschiffs]] in Form eines Wals.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mobydick-bonn.de/unsere-schiffe/ms-moby-dick www.mobydick-bonn.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Pierre Béland: &amp;#039;&amp;#039;Umweltgifte – der Fall der Weißwale im Sankt-Lorenz-Strom&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Spektrum der Wissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 7, 1996, S.&amp;amp;nbsp;84.&lt;br /&gt;
* Mimi Breton, T. Smith: &amp;#039;&amp;#039;The Beluga.&amp;#039;&amp;#039; (= Underwater World). Dept. of Fisheries and Oceans Canada, Ottawa Ont 1990, ISBN 0-662-17987-0 (englisch).&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Gewalt]]: &amp;#039;&amp;#039;Wale und Delphine – Spitzenkönner der Meere&amp;#039;&amp;#039;. Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1993, ISBN 3-540-56668-6.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Gewalt: &amp;#039;&amp;#039;Der Weißwal&amp;#039;&amp;#039;. (= &amp;#039;&amp;#039;Die Neue Brehm-Bücherei&amp;#039;&amp;#039;. Band 497). Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben 2001, ISBN 3-89432-836-3.&lt;br /&gt;
* International Whale Committee: &amp;#039;&amp;#039;IWC – Report of the sub-committee on small cetaceans&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Report of the … annual meeting of the Scientific Committee of the International Whaling Commission.&amp;#039;&amp;#039; IWC, Cambridge 42.1992, S.&amp;amp;nbsp;185–193; 43.1993, S.&amp;amp;nbsp;130–132 (englisch).&lt;br /&gt;
* Marine Mammal Commission: &amp;#039;&amp;#039;Cook Inlet Beluga Whale (Delphinapterus leucas)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Marine Mammal Commission, Annual Report for 2002.&amp;#039;&amp;#039; Washington DC 2002, S.&amp;amp;nbsp;58–63 (englisch).&lt;br /&gt;
* Daniel Martineau, u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Cancer in Wildlife, a Case Study: Beluga from the St. Lawrence Estuary Québec, Canada.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Environmental Health Perspectives.&amp;#039;&amp;#039; Vol.&amp;amp;nbsp;110. 2002, S.&amp;amp;nbsp;285–292 (englisch).&lt;br /&gt;
* [[Paul Leyhausen]]: &amp;#039;&amp;#039;Waltiere.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Brockhaus. Grzimek&amp;#039;s Enzyklopädie.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, Brockhaus, Leipzig / Mannheim 1997, ISBN 3-7653-6141-0.&lt;br /&gt;
* Tony Martin: &amp;#039;&amp;#039;Beluga Whales&amp;#039;&amp;#039;. Voyager Press, Stillwater MN 1996, ISBN 0-89658-306-6 (englisch).&lt;br /&gt;
* D. W. Morgan: &amp;#039;&amp;#039;The vocal and behavioural reactions of the beluga „Delphinapterus leucas“ to playback of its sounds.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Behaviour of marine animals.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Cetaceans.&amp;#039;&amp;#039; Plenum Press, New York 1979, ISBN 0-306-37573-7 (englisch).&lt;br /&gt;
* J. Niethammer, F. Krapp (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Säugetiere Europas.&amp;#039;&amp;#039; Band 6: &amp;#039;&amp;#039;Meeressäuger.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1A: &amp;#039;&amp;#039;Wale und Delphine 1.&amp;#039;&amp;#039; AULA-Verlag, Wiebelsheim 1994, ISBN 3-89104-559-X.&lt;br /&gt;
* P. M. Outridge: &amp;#039;&amp;#039;Teeth as biomonitors of soft tissue Mercury Concentrations in Beluga&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Environmental Toxicology and Chemistry.&amp;#039;&amp;#039; Vol.&amp;amp;nbsp;19, Nr.&amp;amp;nbsp;6, 2000, S.&amp;amp;nbsp;1517–1522 (englisch).&lt;br /&gt;
* P. M. Outridge u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;A Comparison of Modern and Preindustrial Levels of Mercury in the Teeth of Beluga in the Mackenzie Delta, Northwest Territories, and Walrus at Igloolik, Nunavut, Canada&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Arctic.&amp;#039;&amp;#039; Vol.&amp;amp;nbsp;55. Nr.&amp;amp;nbsp;2. 2002, S.&amp;amp;nbsp;123–132 (englisch).&lt;br /&gt;
* R. Wagemann, H. Kozlowska: &amp;#039;&amp;#039;Mercury distribution in the skin of beluga (Delphinapterus leucas) and narwhal (Monodon monoceros) from the Canadian Arctic and mercury burdens and excretion by moulting.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Science of the Total Environment]].&amp;#039;&amp;#039; Volumes 351-352, 1. Dezember 2005, S.&amp;amp;nbsp;333–343, [[doi:10.1016/j.scitotenv.2004.06.028]] (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Delphinapterus leucas|Weißwal (&amp;#039;&amp;#039;Delphinapterus leucas&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
* [http://animaldiversity.ummz.umich.edu/site/accounts/information/Delphinapterus_leucas.html Animal Diversity Web] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://marinebio.org/species.asp?id=159 Marine Biology] (englisch)&lt;br /&gt;
* {{IUCN|Year=2006|ID=6335|ScientificName=Delphinapterus leucas|YearAssessed=1996|Assessor=Cetacean Specialist Group|Download=11. Mai 2006}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4189512-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Weisswal}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wale]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;KatastrophenKommando</name></author>
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