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	<title>Wasserkunst - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Awistreich: Schöpfwerk</title>
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		<updated>2026-02-11T19:27:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Schöpfwerk&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:WP Brauerwasserkunst 4.jpg|mini|Die Türme der Lübecker [[Bürgerwasserkunst]] (hinten) und der [[Brauerwasserkunst]] (vorne) auf dem [[Hüxterdamm]] im Jahre 1552, dargestellt auf der [[Lübecker Stadtansicht des Elias Diebel]]. Im Vordergrund wird die Herstellung der Holzrohre gezeigt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wasserkunst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein System zur Förderung, Hebung und Führung von Wasser, meist hergestellt oder überwacht von einem [[Kunstmeister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Frühe Wasserkünste ==&lt;br /&gt;
Die Verwendung solcher Systeme vor allem bei der [[Entwässerung]] und [[Wasserversorgung]] ist seit mehreren tausend Jahren belegt. Die [[Römisches Reich|Römer]] setzten [[Wasserrad|Wasserräder]] und [[Archimedische Schraube]]n zu vielen Zwecken ein, unter anderem auch in [[Bergwerk]]en. Ihre Funktion zur Hebung von Wasser wurde zum Beispiel in [[Vitruv]]s Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Vitruv#Werk|De architectura]]&amp;#039;&amp;#039; oder von [[Plinius der Ältere|Plinius dem Älteren]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; beschrieben. Wasserkünste wurden im [[Spätmittelalter]] bei der Wasserversorgung von Städten und Burgen eingesetzt und fanden im [[Bergbau]] weit verbreitet Verwendung bei der [[Wasserhaltung (Bergbau)|Wasserhaltung]] und anderen Einsatzgebieten. [[Georgius Agricola]] beschreibt in seinem 1556 erschienenen Hauptwerk [[De re metallica|&amp;#039;&amp;#039;De re metallica libri XII&amp;#039;&amp;#039;]] die Verwendung unter Tage. Wasserkünste dienten auch dem Betrieb von [[Springbrunnen]] und [[Springbrunnen|Fontänen]] etwa in Parks und auf öffentlichen Plätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der österreichische Ingenieur [[Hermann Waldhauser]] baute auf Grund von Hinweisen bei [[Herodot]] die [[Cheops-Pyramide|Cheopspyramide]] funktionstüchtig als Wasserhebewerk nach.&amp;lt;ref&amp;gt;H.Waldhauser: &amp;#039;&amp;#039;Die Modelldarstellung der Cheops-Pyramide als Wasserpumpwerk&amp;#039;&amp;#039;, [https://www.buch-der-synergie.de/archiv/waldhauser_gesamt.pdf (PDF-Datei)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;siehe auch Kurt Daucher: [https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Wie-sich-die-aegyptischen-Koenige-als-Regenzauberer-betaetigt-haben;art68,818914 &amp;#039;&amp;#039;Wie sich die ägyptischen Könige als Regenzauberer betätigt haben&amp;#039;&amp;#039;] bei nachrichten.at&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Deutung der Pyramide ist jedoch in der Archäologie nicht anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hermann Waldhauser |Titel=Die Modelldarstellung der Cheops-Pyramide als Wasserpumpwerk |Verlag=Selbstverlag |Ort=Steyr |Datum=1978 |ISBN=3-900309-00-0 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserversorgung für Städte und Burgen im Mittelalter ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wasserkunst.stolpen.jpg|mini|Holzröhren der Wasserkunst von [[Burg Stolpen]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bezeichnete der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Wasserkunst&amp;#039;&amp;#039; nur die Einheit aus Pumpwerk und Wasserbehälter, später wurde der Begriff auch für die Gesamtanlage des Röhrensystems verwendet. Die ersten Wasserkünste wurden aus Holz erbaut, später aus Stein. Sie bestanden aus einem [[Pumpe|Pumpwerk]] und dem antreibenden [[Wasserrad]] sowie aus einem Hochbehälter, in dem das Wasser gespeichert wurde. Durch ein Röhrensystem, meistens in Form ausgehöhlter Baumstämme – den [[Deichel]]n –, wurde das Wasser an die Verbrauchsorte ([[Bütte|Wasserbütten]], Steintröge) geleitet, um eine Wasserversorgung der höher gelegenen Wohnhäuser zu gewährleisten. Ein frühes Beispiel für ein solches System ist die [[Alte Wasserkunst (Bautzen)|Alte Wasserkunst]] in Bautzen, deren hölzerne Ausführung erstmals im Jahre 1495 erbaut wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Noch erhaltene bekannte Wasserkünste zur Wasserversorgung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schwarze Wasserkunst.jpg|mini|hochkant|Schwarze Wasserkunst Leipzig]]&lt;br /&gt;
* [[Wasserwerk am Roten Tor]], Augsburg (1416)&lt;br /&gt;
* [[Stadtbefestigung Naumburg (Saale)#Mauertürme|Wasserkunst]], [[Naumburg (Saale)]] (1463/1698)&lt;br /&gt;
* [[Alte Wasserkunst (Bautzen)|Alte Wasserkunst]], Bautzen (1495/1558)&lt;br /&gt;
* [[Abtswasserkunst]], [[Lüneburg]] (1530)&lt;br /&gt;
* [[Landauer Wasserkunst]] (1535)&lt;br /&gt;
* [[Ratswasserkunst]], [[Lüneburg]] (1568)&lt;br /&gt;
* [[Wasserkunst Wismar]] (1579)&lt;br /&gt;
* [[Neue Wasserkunst]], Bautzen (1606)&lt;br /&gt;
* [[Brunnenhausmuseum]], [[Schillingsfürst]] (1702), noch funktionstüchtig&lt;br /&gt;
* Teile der [[Mühlgraben (Gera)#Die Geraer Wasserkunst|Wasserkunst Gera]] (1706)&lt;br /&gt;
* [[Wasserkunst Herrenhausen]], Hannover (1865), wieder funktionstüchtig seit 2021 &lt;br /&gt;
* [[Lübecker Wasserkunst (1867)]]&lt;br /&gt;
* teilerhaltene [[Wasserkunst Gotha]] (1895) mit [[Leinakanal]] und [[Aquädukt]] über eine Bahnlinie&lt;br /&gt;
* [[Wasserkunst (Naumburg)|Wasserkunst Naumburg]] (17.–18. Jh.)&lt;br /&gt;
* von der [[Altenburg]]er Wasserkunst blieb der &amp;quot;Kunstturm&amp;quot; (1844/45) im Stile eines [[Campanile]] als Nachfolgebau erhalten, sowie der &amp;quot;Kleine Teich&amp;quot; (Kunstteich) mit Staudamm von 1594 (siehe Altenburger Denkmalliste)&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nicht erhaltene Wasserkünste:&lt;br /&gt;
* Wasserkunst von [[Jagdschloss Augustusburg]]&lt;br /&gt;
* [[Burg Stolpen#Die Wasserkunst|Wasserkunst der Burg Stolpen]] (1561)&lt;br /&gt;
* [[Leipziger Wasserkünste]]&lt;br /&gt;
* [[Wasserkunst von Toledo]]&lt;br /&gt;
* [[Berliner Wasserkunst]] (1572)&lt;br /&gt;
* schlossartige [[Flusswasserkunst]] (1895) an Stelle der früheren [[Klickmühle]] in [[Hannover]]&lt;br /&gt;
* [[Maschine von Marly]], bei Versailles&lt;br /&gt;
* Wasserkunst zur Versorgung der Neustadt von [[Warburg]] in Westfalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hermann Ludwig |Titel=Heimatverein richtet altes Wasserkunst-Denkmal her |Sammelwerk=Warburg |Datum= |Online=[http://www.nw.de/lokal/kreis_hoexter/warburg/warburg/20800531_Heimatverein-richtet-altes-Wasserkunst-Denkmal-her.html nw.de] |Abruf=2017-04-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Alte Wasserkunst Bautzen I.jpg|[[Alte Wasserkunst (Bautzen)|Alte Wasserkunst Bautzen]]&lt;br /&gt;
   Neue wasserkunst bautzen 100.JPG|[[Neue Wasserkunst]] Bautzen&lt;br /&gt;
   Turm der Abtswasserkunst Lueneburg.jpg|Turm der [[Abtswasserkunst]] in [[Lüneburg]]&lt;br /&gt;
   Wismar, denkmalgeschützte Wasserkunst.JPG|[[Wasserkunst Wismar]]&lt;br /&gt;
   Waterworks building Herrenhausen Hannover Germany.jpg|Wasserkunst für den [[Großer Garten (Hannover)|Großen Garten]] in [[Hannover-Herrenhausen]]&lt;br /&gt;
   Laxeywheel.jpg|Das Wasserrad &amp;#039;&amp;#039;Lady Isabella&amp;#039;&amp;#039; von [[Laxey]] auf der [[Isle of Man]]&lt;br /&gt;
   Gera Wasserkunst 2009.jpg|[[Mühlgraben (Gera)#Die Geraer Wasserkunst|Geraer Wasserkunst]]&lt;br /&gt;
   Altenburg - art tower (aka).jpg|&amp;quot;Kunstturm&amp;quot; [[Altenburg]] (1844/45)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserkunst im Bergbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Underground Water Mill of Rammelsberg.jpg|mini|Unterirdische Wasserkunst im [[Rammelsberg|Bergwerk Rammelsberg]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im [[Bergbau]] fanden Wasserkünste Anwendung. Zweck war hier nicht nur die Entwässerung des [[Grubengebäude]]s bei der [[Wasserhaltung (Bergbau)|Wasserhaltung]]. Wasserkünste kamen zum Beispiel auch zur Förderung von Lasten und Personen ([[Fahrkunst]]), bei der [[Bewetterung|Grubenbewetterung]] oder bei der Zerkleinerung von Gesteinen in [[Pochwerk]]en zum Einsatz. Auch andere Vorrichtungen wurden im Bergbau mit der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Kunst&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von Maschine belegt. Zusammen mit der Wasserkunst bildeten sie die [[Bergmännische Kunst|Bergmännischen Künste]]. [[Georgius Agricola]] beschrieb in mehreren Veröffentlichungen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und vor allem in seinem grundlegenden Werk &amp;#039;&amp;#039;De re metallica libri XII&amp;#039;&amp;#039;, das 1556 ein Jahr nach seinem Tod erschien, zusammen mit den anderen Bergmannskünsten zahlreiche Arten der Wasserkunst im Bergbau.&amp;lt;ref&amp;gt;Marcus Dehler: {{Webarchiv|url=http://www.geo.tu-freiberg.de/Hauptseminar/2008/marcus_dehler.pdf |wayback=20130401032349 |text=Wassermanagement im historischen Bergbau |archiv-bot=2023-02-09 22:09:23 InternetArchiveBot }} (PDF; 1,3&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste mittelalterliche Verwendung von Wasserkünsten im Bergbau fand im sächsisch-böhmischen Erzbergbau statt, hier wurden sogenannte [[Bulgenkunst|Bulgenkünste]] verwendet. Im Harz wurde danach die so genannte [[Heinzenkunst]] um 1435 das erste Mal im Bergwerk Rammelsberg eingesetzt, flächig wurde sie hier um 1536 eingeführt. Seit 1564 kam im Rammelsberg auch die „Kunst am krummen Zapfen“ zum Einsatz, bei der ein [[Pleuel]] an einem [[Kunstrad (Wasserrad)|Kunstrad]] über ein [[Kunstgestänge]] eine [[Pumpenkunst|Pumpe]] antrieb.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilfried Ließmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Historischer Bergbau im Harz.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, 336 S., Springer Verlag, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1997, ISBN 3-540-62930-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wasserkünste kamen später verbreitet zum Einsatz, so im Silberbergbau in [[Tirol]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schwazer Wasserkunst&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.silberbergwerk.at/geschichte/wasserkunst/ |wayback=20180620002354 |text=&amp;#039;&amp;#039;Wasserkunst – Ein Meisterwerk der Technik.&amp;#039;&amp;#039;}} Website des [[Silberbergwerk Schwaz|Schwazer Silberbergwerks]], abgerufen am 8. März 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Kupferbergbau des [[Mansfelder Land|Mansfelder Reviers]]&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Mirsch, Bernd Aberle: [http://www.igmc.tu-clausthal.de/fileadmin/homes/Markscheidewesen/PDF/Altbergaukolloquium/7.Kolloquium/V25__Mirsch__Aberle.pdf &amp;#039;&amp;#039;Von der Kunst Wasser zu heben – über die Bedeutung der Wasserstollen im Mansfelder Revier.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 825&amp;amp;nbsp;kB) 7. Altbergbaukolloqium, Freiberg 2007; abgerufen am 9. März 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder im Kohlebergbau im [[Aachener Revier]] und im [[Ruhrgebiet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für eine alte Wasserkunst im Bergbau ist die des [[Rammelsberg]]s im Harz. Darüber hinaus ist der Harz reich an bergbaulichen Wasserhaltungen und hydraulisch angetriebenen Künsten, so etwa die des [[Polsterberger Hubhaus]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Schwazer Bergbau]] in [[Tirol]] wurde seit 1515 das [[Grubenwasser]] von [[Wasserknecht]]en gehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christoph Bartels]], Andreas Bingener, [[Rainer Slotta]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Schwazer Bergbuch.&amp;#039;&amp;#039; Band III, 1. Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum, 2006, ISBN 3-937203-22-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da es zunehmend zu personellen und finanziellen Schwierigkeiten mit ihnen kam, wurde 1556 unter Tage ein Wasserrad eingebaut, um die Grubenwässer zu heben. Das benötigte Aufschlagwasser wurde über Tage einem Bach entnommen und durch eine vier Kilometer lange Aufschlagrösche herangeleitet. Verbesserungen an dieser Anlage wurden 1650 und 1755 durchgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schwazer Wasserkunst&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Eschweiler]] Stadtteil [[Pumpe-Stich|Pumpe]] im [[Aachener Revier]] entstand vermutlich um 1632 eine aus zwei großen Wasserrädern bestehende Pumpenanlage, „Herrenkunst“ genannt, welche das [[Aufschlagwasser]] von der [[Inde (Fluss)|Inde]] ableitete und in Verbindung mit zwei abgeteuften Schächten der Wasserhaltung im [[Eschweiler Kohlberg]] diente. Der Name „Herrenkunst“ kommt daher, dass die Wasserhaltung auf Rechnung des Territorialherren, dem Grafen von [[Jülich]] erfolgte. Die Pumpenanlage blieb bis 1891 in Betrieb.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
   Fotothek df tg 0000388 Bergwerk ^ Bergbau ^ Wasserkunst ^ Spille ^ Seiltrommel ^ Bulgen ^ Treibehaus.jpg|Kehrrad nach [[Georgius Agricola]]&lt;br /&gt;
   Göpelwerk-Acricola.jpg|Heinzenkunst mit Göpelantrieb nach Agricola&lt;br /&gt;
   Fotothek df rp-a 0920049 Wilsdruff-Grund. Die Radpumpe, nach Stich von Staude.jpg|Radpumpe nach Agricola&lt;br /&gt;
   Fotothek df tg 0000372 Bergwerk ^ Bergbau ^ Wasserkunst ^ Spille ^ Kanne.jpg|Kannenkunst nach Agricola&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bekannte Wasserkünste im Bergbau ===&lt;br /&gt;
* [[Molchner Stolln]]/[[Pobershau]]: voll funktionstüchtiger Nachbau einer unterirdischen Wasserkunst aus Wasserrad, Kunstgestänge und mehreren funktionierenden kaskadierten Saugpumpen. Erzgebirge/Sachsen&lt;br /&gt;
* Wasserkünste im [[Oberharzer Wasserregal]] (ab 1520), Harz, Niedersachsen&lt;br /&gt;
* [[Heinzenkunst]] (ab 1535) des Bergwerks [[Rammelsberg]], Harz, Niedersachsen&lt;br /&gt;
* Wasserkunst im [[Silberbergwerk Schwaz|Schwazer Silberbergwerk]] (1556) in [[Tirol]], Österreich&lt;br /&gt;
* [[Heinzenkunst]] (1575) im [[Faulenseer Stollen]] (späterer Maria-Schacht) bei [[Hergisdorf]], Südharz, Sachsen-Anhalt&lt;br /&gt;
* Wasserkunst der Saline [[Salzderhelden]] (1586), Niedersachsen&lt;br /&gt;
* die Herrenkunst (1632) im [[Eschweiler]] Stadtteil [[Pumpe-Stich|Pumpe]] im [[Aachener Revier]], Nordrhein-Westfalen&lt;br /&gt;
* die Wasserkunst des [[Caroliner Erbstollen]]s in [[Holzwickede]]&amp;lt;ref&amp;gt;siehe [[:Datei:Infotafel Caroline Kunstschacht.jpg|Infotafel]] des Bergbauhistorischen Vereins Holzwickede am Ort der Wasserkunst.&amp;lt;/ref&amp;gt; (1794–1801), Nordrhein-Westfalen&lt;br /&gt;
* original erhaltene ca. 17&amp;amp;nbsp;m hohe [[Wassersäulenmaschine]] (ca. 1800–1830) im [[Mendenschacht]] des Bergwerkes [[Alte Mordgrube|Alte Mordgrube Fundgrube]] bei [[Brand-Erbisdorf]], Erzgebirge, Sachsen&lt;br /&gt;
* Wasserkunst der [[Grube Samson]] (1837), [[Sankt Andreasberg]], Niedersachsen&lt;br /&gt;
* funktionstüchtiger Nachbau eines untertägigen 9-m-Wasserrades (2018 noch ohne Pumpanlage) in der Radstube des Schaubergwerks [[Markus-Röhling-Stolln]], Annaberg-[[Frohnau (Annaberg-Buchholz)|Frohnau]], Erzgebirge, Sachsen&lt;br /&gt;
* funktionstüchtiger Nachbau eines untertägigen 4-m-Wasserrades mit Pumpvorrichtung, Schaubergwerk [[Zinngrube Ehrenfriedersdorf]], [[Ehrenfriedersdorf]], Erzgebirge, Sachsen&lt;br /&gt;
* übertägiger Nachbau einer Wasserkunst mit [[Kunstgestänge]], Bergwerk [[Aufgeklärtes Glück]], [[Hasserode]], Harz, Sachsen-Anhalt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nebenanlagen zum Betrieb der Wasserkünste im Bergbau ===&lt;br /&gt;
Um die meist unterirdisch in einer [[Radstube]] betriebenen [[Kunstrad (Wasserrad)|Wasserräder]] betreiben zu können, wurden weitere Anlagen benötigt:&lt;br /&gt;
* [[Kunstteich]]e (frühe Stauseen) zum Aufstauen von Wasservorräten (vor allem für den wasserarmen Hochsommer)&lt;br /&gt;
* [[Kunstgraben|Kunstgräben]], zum Transport des [[Aufschlagwasser]]s zum Bergwerk&lt;br /&gt;
* Stollen zur Zuleitung des Wassers bis zum unterirdischen Wasserrad, [[Rösche|Aufschlagrösche]] genannt&lt;br /&gt;
* Stollen die das [[Grubenwasser]] und das zusätzlich abgepumpte Wasser aus der Grube leiteten, [[Rösche|Abfallrösche]] oder [[Stollen (Bergbau)#Erbstollen|Erbstollen]] oder auch [[Stollen (Bergbau)#Erbstollen|Wasserlösungsstollen]] genannt&lt;br /&gt;
* seltener wurden [[Aquädukt]]e errichtet wie beispielsweise die [[Altväterbrücke]]&lt;br /&gt;
* [[Kunstgestänge]] zur Übertragung der Energie vom [[Kunstrad (Wasserrad)|Wasserrad]] auf die [[Pumpe]]n&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserkunst in Gärten und Parks ==&lt;br /&gt;
Im Zeitalter der [[Renaissance]] und des [[Barock]] wurden unter dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;Wasserkunst&amp;#039;&amp;#039; auch künstlerisch ausgestaltete Anlagen mit Springbrunnen, [[Wasserspeier]]n, künstlichen [[Kaskade (Wasserfall)|Kaskaden]] und dergleichen verstanden, deren Veränderlichkeit durch die Inszenierung des Wassers als Element zur Darstellung von Wert und Reichtum der epochalen Phase entsprechend architektonisch und künstlerisch umgesetzt wurde. Dabei wurde neben der ursprünglichen Notwendigkeit der Förderung von Wasser als lebenserhaltendes Gut während des Mittelalters, der Brunnen als prospektives Merkmal des verklärenden Reichtums weltlicher und klerikaler Herrschaft. Dem Stand der jeweiligen Technik entsprechend, wurde sowohl der natürliche Druck der Schwerkraft als, insbesondere später seit der Entstehung dezentraler Wasserversorgung als System, der durch Pumpen erzeugte Wasserdruck genutzt, um Fontänen zu betreiben. Diese fanden sich als Teil von Schloss- und Gartengestaltungen und werden heute oft als &amp;#039;&amp;#039;[[Wasserspiele]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Neben ihrer präsentativen Hervorhebung bekamen sie mit Ende des Barock im Übergang zum Absolutismus repräsentativen Ausdruck nationalen und militärischen Souveränität. Als Schmuckelement im öffentlichen Raum bekamen Brunnen im Übergang der Stadt des Frühindustrialismus und der Stände zur industriell-bürgerlichen Stadt der Vormoderne ab dem Ende des 19. Jahrhunderts, Brunnen den Zweck des dekorativen Nutzens. Hierin unterscheidet sich das Verständnis europäischer Stadt- und Gartenanlagen als Resultat aus dem Herrschaftsprinzip der jeweiligen Zeit. Das spätbarocke Paris [[Napoleon III.|Napoleons&amp;amp;nbsp;III.]] wurde durch [[Georges-Eugène Haussmann]] ganz anders überformt als, zeitlich versetzt, das spätpreußische Berlin des Hobrecht-Plans durch [[Josef Stübben]]. (vgl.: [[Städtebau]]). Die italienischen Renaissance-Städte und die Kulturen des Mittelmeerraums haben einen eigenen historischen Umgang mit dem Element in die Konzeption und Anlage ihrer Städte und Gebäude aufgrund der differenten Klimatik einfließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bekannte Wasserkünste in Gärten und Parks ===&lt;br /&gt;
* Wasserspiele im [[Bergpark Wilhelmshöhe]], der Staatlichen Museen und Schlösser und Gärten, [[Kassel]], Weltkulturerbe&lt;br /&gt;
* Wasserspiele im Park von [[Schloss Peterhof]], Russland, Weltkulturerbe&lt;br /&gt;
* [[Wasserkunst Herrenhausen|Wasserkunst]] für den [[Großer Garten (Hannover)|Großen Garten]] in [[Hannover-Herrenhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Zwinger (Dresden)|Dresdner Zwinger]]&lt;br /&gt;
* [[Wasserspiele Hellbrunn]] in [[Salzburg]]&lt;br /&gt;
* [[Jardins du Trocadéro]] in [[Paris]]&lt;br /&gt;
* die Renaissancegärten der [[Villa d’Este]] in [[Tivoli (Latium)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot; widths=&amp;quot;160&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Nymphenbad 1.JPG|Nymphenbad, Zwinger Dresden&lt;br /&gt;
 Wasserspiele am Mannheimer Wassertur 001.JPG|Nacht in Mannheim&lt;br /&gt;
 Wilhelmshoehe - Herkules mit Kaskaden.jpg|Die Kaskaden unterhalb des [[Herkules (Kassel)|Herkules]] in Kassel&lt;br /&gt;
 Ruinenberg.jpg|[[Ruinenberg]], Wasserbecken zum Betrieb der Fontänen im Park von [[Sanssouci]] im Jahre 1775&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserkünste für Höhenburgen, Bergschlösser und Festungen ab dem 16. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
Das sächsische [[Jagdschloss Augustusburg|Schloss Augustusburg]] wurde ehemals von einer Röhrenwasserleitung und einer Wasserkunst mit Wasser versorgt, da der Brunnen nicht ergiebig genug war. Ebenso besaß [[Burg Stolpen#Die Wasserkunst|Festung Stolpen]] eine Wasserkunst mit Röhrenwasserleitung zusätzlich zum Burgbrunnen. Beide Anlagen sind nicht erhalten geblieben.&lt;br /&gt;
Vor dem Felsen mit der Ruine der [[Wendelstein (Memleben)|Festung Wendelstein]] im [[Unstruttal]] hat sich die Ruine einer turmartigen Wasserkunst erhalten, mit der die Festungsanlage einst aus der [[Unstrut]] mit Wasser versorgt wurde. In unmittelbarer Nähe befindet sich am Fluss noch ein Mühlengebäude.&lt;br /&gt;
[[Schloss Friedenstein]] in Thüringen wurde früher über die [[Wasserkunst Gotha]], ein Pumpwerk mit hölzernen Leitungen, mit Wasser versorgt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot; widths=&amp;quot;160&amp;quot; heights=&amp;quot;130&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 V7 pg79 Wendelstein.jpg|[[Wendelstein (Memleben)|Festungsruine Wendelstein im Jahr 1842]], rechte Bildmitte unten: die Ruine der turmartigen Wasserkunst&lt;br /&gt;
 20040504280DR Wendelstein (Kaiserpfalz) Burg Wendelstein.jpg|Reste der Wasserkunst des Wendelsteins unterhalb des rechten Burggebäudes&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasserkünste für Gradierwerke ==&lt;br /&gt;
[[Datei:BadKösen Kunstgestänge Radhaus.JPG|mini|Aus dem „Radhaus“ herauskommendes doppeltes Kunstgestänge, [[Bad Kösen]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:BadKösen-Kunstgestänge.JPG|mini|Ansteigendes [[Kunstgestänge]] am Saaletalhang in Bad Kösen]]&lt;br /&gt;
Einzigartig in ganz Europa soll heute die funktionsfähig erhaltene Wasserkunst (ab 1763) des [[Bad Kösen#Bauwerke|Gradierwerkes in Bad Kösen]], in Sachsen-Anhalt, sein. Ein unterschlächtiges [[Wasserrad]] in einem Fachwerkgebäude im Tal der [[Saale]] auf der „Radinsel“ treibt dabei zwei [[Kunstgestänge|Holzgestänge]] an, die eine Pendelbewegung ausführen. Das mehrere hundert Meter lange Gestänge überträgt die Energie des Wasserrades den Saaletalhang hinauf bis zu den Pumpen in einem Schacht ([[Johann Gottfried Borlach|Borlachschacht]] im Borlachhaus) der Solequelle (Borlachquelle) sowie bis zum 325&amp;amp;nbsp;m langen [[Gradierwerk]], das auf dem Hang des Saaletales steht.&lt;br /&gt;
Das Kunstgestänge durchläuft dabei das Borlachhaus und die weitgehend horizontale Pendelbewegung wird im Gebäude durch ein [[Kunstgestänge#Das Hubgestänge|Kunstkreuz]] in eine vertikale Pendelbewegung umgeformt, die ursprünglich auch die Pumpen im Schacht antrieb (heute sollen diese elektrisch betrieben sein). Das aus dem Borlachhaus austretende Gestänge reicht noch bis zum Gradierwerk hinauf. Die Anlage ist nach Hochwasserschäden seit 2018 in Restauration und soll Mitte 2019 wieder voll funktionstüchtig sein. Am Gradierwerk selbst werden/wurden (?) ehemals noch Pumpen durch das Pendel-Gestänge betrieben, die die aufkonzentrierte [[Salzsole]] im Trog unter dem Gradierwerk bis auf den Kopf des Gradierwerkes pumpten.&lt;br /&gt;
Die durch Tropfen-[[Verdunstung]] aufkonzentrierte Salzlösung (Sole) des Gradierwerkes wurde seinerzeit schließlich durch Verdampfen des Wassers (in Pfannen?) zu verkaufsfähigem [[Speisesalz|Kochsalz]] gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Windrad-Pumpanlagen ==&lt;br /&gt;
* teilerhaltene Anlage im Deutschen Landwirtschaftsmuseum [[Schloss Blankenhain#Museum|Blankenhain]], Sachsen&lt;br /&gt;
* restaurierte Windrad-Pumpanlage Grumbach (um 1915) mit Maschinenhäuschen bei [[Wilsdruff]]-Grumbach, Sachsen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Stiftung Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe|Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe]], Museum zur Geschichte der Hamburger Wasserkunst&lt;br /&gt;
* [[Dampfmaschinenhaus für Sanssouci|Dampfmaschinenhaus zum Betrieb der Fontänen im Park Sanssouci]]&lt;br /&gt;
* [[Park Babelsberg#Dampfmaschinenhaus|Dampfmaschinenhaus zum Betrieb der Fontänen im Park Babelsberg]]&lt;br /&gt;
* [[Schöpfwerk]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Denkmale des Bergbaus in der Montanregion Erzgebirge/Krusnohory, deutsch/tschechisch, Bezirk [[Karlovy Vary]], Tschechien 2014&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Historical water supply buildings in Germany|Historische Wasserkunst}}&lt;br /&gt;
* [http://www.textlog.de/37833.html Wörterbuch Synonyme &amp;#039;&amp;#039;Wasserkunst&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.monumente-online.de/08/04/sonderthema/10_Kulturgeschichte_Sprudelnde_Denkmale.php Wasserkunst als Quell der Freude] bei Monumente Online&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4079063-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserkunst| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauform (Wasserbau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserversorgung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wasserwirtschaft im Bergbau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wassermühlentechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Awistreich</name></author>
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