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	<title>Wandpfeilerkirche - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wandpfeilerkirche&amp;diff=676364&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Camillo-venrath: /* Beispiele */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Beispiele&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dillingen Studienkirche Mariä Himmelfahrt Innen Langhaus Ost 2.JPG|miniatur|Wandpfeilerkirche: Studienkirche Dillingen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grundriss Dillingen Jesuitenkirche.jpg|miniatur|Grundriss der Studienkirche Dillingen]]&lt;br /&gt;
Bei einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wandpfeilerkirche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; handelt es sich um eine Kirche mit einer speziellen Bauform. Man bezeichnet mit diesem Begriff [[Saalkirchen|einschiffige]] gewölbte Kirchenbauten, bei denen wandgebundene Pfeiler an den Längswänden den Innenraum gliedern, insbesondere wenn die [[Pilaster|Wandpfeiler]] von den Wänden her in das Kircheninnere hervortreten, so dass an den Längswänden zwischen den Pfeilern einzelne Raumteile entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Formen ==&lt;br /&gt;
=== Die mittelalterliche Wandpfeilerkirche ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Amberg, St Martin, Interior 01a.jpg|miniatur|Seitenaltäre in der mittelalterlichen [[St. Martin (Amberg)|St. Martins-Kirche]], Amberg]]&lt;br /&gt;
In der [[Gotik|gotischen]] Architektur wurden durch vollständiges oder teilweises Einziehen von Strebepfeilern Wandpfeiler geschaffen, die raumhohe oder niedrigere [[Einsatzkapelle]]n ausgrenzten. Bei mehrschiffigen Kirchenbauten ([[St. Katharinen (Brandenburg an der Havel)|Katharinenkirche in Brandenburg]], [[Frauenkirche (München)|Frauenkirche in München]]) ergaben diese Einsatzkapellen eine zusätzliche Raumschicht in den Seitenschiffen des Langhauses oder im [[Umgangschor|Chorumgang]]. Bei einschiffigen Kirchenbauten der Spätgotik des 15. Jahrhunderts in Bayern und Österreich beschränkten sich die Wandpfeilereinbauten in der Regel auf das Schiff, wodurch sich eine deutliche Längsorientierung des Kirchenraums ergab.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joachim Büchner (Kunsthistoriker)|Joachim Büchner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die spätgotische Wandpfeilerkirche Bayerns und Österreichs&amp;#039;&amp;#039; (Erlanger Beiträge zur Sprach- und Kunstwissenschaft. Band 17). Nürnberg 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der von 1282 bis 1383 errichteten südfranzösischen [[Kathedrale von Albi]] bestimmten die Wandpfeiler den gesamten Kirchenraum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine regionale Sonderform, die eine Verbindung mit dem Bautypus der [[Hallenkirche]] einging, bestand im mittleren 13. Jahrhundert in der [[Westfalen|südwestfälischen]] Wandpfeilerhalle.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Josef Böker]]: &amp;#039;&amp;#039;Die spätromanische Wandpfeilerhalle. Entstehung und Rezeption einer Sonderform des Kleinkirchenbaus im Umkreis des Wittgensteiner Landes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Westfalen.&amp;#039;&amp;#039; 62, 1984, S.&amp;amp;nbsp;54–76. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die frühneuzeitliche Wandpfeilerkirche ===&lt;br /&gt;
[[Datei:SantAndrea pianta.png|miniatur|hochkant|Grundriss einer barocken Kirche vom „Il-Gesù-Typ“. Dies ist keine Wandpfeilerkirche im strengen Sinne.]]&lt;br /&gt;
Die Architektur der nachmittelalterlichen Wandpfeilerkirche hat Vorstufen in der italienischen Renaissance- und [[Architektur des Barock|Barockarchitektur]]. Während die mittelalterliche Baukunst [[Kirchenschiff|mehrschiffige]] Kirchen bevorzugte, führte [[Leon Battista Alberti]]s Bau von [[Sant’Andrea (Mantua)|Sant’Andrea]] in [[Mantua]] die einschiffige, von einem großen Tonnengewölbe bedeckte Saalkirche als neuen Bautypus ein. Um die Wände zu gliedern und eine Abfangung des Querschubs des Gewölbes zu ermöglichen, bildet die Längswand in regelmäßigen Abständen Kapellen mit Quertonnen aus. Dieser Bautypus ermöglichte den ungestörten Blick zum Hochaltar und schuf einen Einheitsraum. Die Weiterentwicklung in der Jesuitenkirche [[Il Gesù]] in Rom hatte eine durchschlagende Wirkung auf den Kirchenbau der Neuzeit. Im Grundriss erscheinen die Mauern zwischen den Kapellen wie die von der Außenwand des Baus nach innen gezogenen Wandpfeiler, weswegen sich im deutschen Sprachgebrauch irrtümlich die Bezeichnung der Wandpfeilerkirche eingebürgert hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Undifferenzierte Verwendung des Begriffs z.&amp;amp;nbsp;B. bei Wilfried Koch, Baustilkunde, München 1988, S. 250&amp;lt;/ref&amp;gt; Räumlich handelt es sich jedoch nicht um nach innen gezogene Wandpfeiler, sondern um [[Strebepfeiler]] außerhalb des zumeist basilikal überhöhten Saalraums, die zugleich die Zwischenwände der gegenüber dem Innenraum deutlich niedrigeren Kapellen bilden. Der Raumeindruck im Inneren ist von einer mit einem durchgehenden Gebälk abgeschlossenen Wand mit Säulenordnung geprägt. Daher sind diese Bauten als Saalkirchen mit Kapellen zu bezeichnen; geläufig wird auch die Bezeichnung „Il-Gesù-Typ“ verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stephan Hoppe]]: &amp;#039;&amp;#039;Was ist Barock. Architektur und Städtebau Europas 1580-1770&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt 2003, S. 28, 61–63.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wandpfeilerkirche im engeren Sinne entwickelte sich nördlich der Alpen aus diesen Vorbildern sowie spätgotischen Raumtypen (Hallenkirchen mit flachen Einsatzkapellen).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Max Hauttmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der kirchlichen Baukunst in Bayern, Schwaben und Franken 1550-1780&amp;#039;&amp;#039;. F. Schmidt, München u.&amp;amp;nbsp;a. 1921, S. 107–116.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insbesondere in der Phase der ersten Übernahme italienischer Renaissance- und Barockformen nördlich der Alpen sowie bei deren starkem Einfluss sind Mischformen möglich ([[St. Michael (München) |St. Michael in München]], [[Klagenfurter Dom]]). Die bei der süddeutschen Wandpfeilerkirche im Unterschied zum italienischen Saalbau in voller Höhe aufragende Außenwand ist durch in den Innenraum gezogene Wandpfeiler stabilisiert und gegliedert. Typischerweise auf identischer Höhe setzt über diesen Wandpfeilern sowohl das Hauptgewölbe des Raumes als auch die (Tonnen-)Gewölbe der Abseitenräume zwischen den Pfeilern an, die dadurch in das Hauptgewölbe hineinschneiden. In diesem Fall tragen die Wandpfeiler kein durchgehendes Gebälk, sondern nur kurze Gebälkstücke und treten als einzelne, raumbestimmende Großformen in Erscheinung. Teilweise, insbesondere bei Bauten des sogenannten [[Vorarlberger Münsterschema|Vorarlberger Bauschemas]] können die Wandpfeiler nahezu frei vor der Wand stehen. Damit nähert sich das Raumschema dem der [[Hallenkirche]] ([[Basilika St. Martin (Weingarten)|Basilika Weingarten]]). In der Regel sind die Räume zwischen den Wandpfeilern als [[Kapelle (Kirchenbau)|Kapellen]] genutzt, bei denen die Altäre nicht an der Außenwand, sondern vor den zum Eingang gerichteten Flanken der Wandpfeiler stehen. Häufig werden die Räume zwischen den Wandpfeilern von [[Empore]]n überspannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Süddeutschland|süddeutschen]] und [[österreich]]ischen [[Barock]] gehörte die Wandpfeilerkirche zu den bevorzugten Bautypen für sakrale Gebäude. Der Kirchenbau der Jesuiten spielte mit der Münchner Michaelskirche und der Studienkirche in Dillingen für die Ausbildung und Verbreitung des Bautypus eine wichtige Rolle. Die im gesamten südlichen deutschsprachigen Raum tätigen [[Auer Zunft|Vorarlberger Baumeister]] verwendeten diesen Bautypus fast durchgehend, weshalb man vom „Vorarlberger Münsterschema“ oder der „Vorarlberger Wandpfeilerkirche“ spricht. Der Bautypus ist jedoch weder von den Vorarlbergern entwickelt worden noch ihren Bauten allein eigentümlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Übersicht und mit den folgenden Beispielen sind nur katholische Kirchen erwähnt. Es gibt jedoch auch einige protestantische Kirchenbauten dieses Typs.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Fürst: &amp;#039;&amp;#039;›Wandpfeilerkirche‹ – über eine Verwirrung in der Fachterminologie der Architekturgeschichte und über ein konfessionelles &amp;#039;&amp;#039;cross-over&amp;#039;&amp;#039; in der Etablierung einer neuzeitlichen Bautypologie&amp;#039;&amp;#039;; in: Jan Ha[[rasimowicz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Protestantischer Kirchenbau der Frühen Neuzeit in Europa. Grundlagen und neue Forschungskonzepte&amp;#039;&amp;#039;; Regensburg 2015, S. 147–160&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Früh- und Mischformen&lt;br /&gt;
*[[St. Michael (München)]]&lt;br /&gt;
*[[Klagenfurter Dom]]&lt;br /&gt;
*[[Stift Vorau]]&lt;br /&gt;
*[[Dreifaltigkeitskirche (Graz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Süddeutscher Typus&lt;br /&gt;
* [[Marienm%C3%BCnster Die%C3%9Fen|Marienmünster Dießen am Ammersee]]&lt;br /&gt;
* [[Studienkirche Mariä Himmelfahrt (Dillingen an der Donau)|Jesuitenkirche Dillingen]]&lt;br /&gt;
* [[St. Mariä Himmelfahrt (Fürstenfeldbruck)|Ehem. Zisterzienserklosterkirche Fürstenfeld]]&lt;br /&gt;
* [[St. Ägidius (Gmund am Tegernsee)]]&lt;br /&gt;
* [[St. Johannes Evangelist (Mallersdorf)|Ehem. Benediktinerabteikirche Mallersdorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Vorarlberger Münsterschema“&lt;br /&gt;
* Kirche des Klosters [[Kloster Obermarchtal | Obermarchtal]]&lt;br /&gt;
* Kirche des Klosters [[Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald|St. Peter auf dem Schwarzwald]]&lt;br /&gt;
* [[Schönenbergkirche | Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg bei Ellwangen]]&lt;br /&gt;
* [[St. Martin (Weingarten)|Klosterkirche Weingarten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Joachim Büchner: &amp;#039;&amp;#039;Die spätgotische Wandpfeilerkirche Bayerns und Österreichs&amp;#039;&amp;#039;. Hans Carl, Nürnberg 1964&lt;br /&gt;
* [[Norbert Lieb]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Vorarlberger Barockbaumeister&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. Schnell und Steiner, München u.&amp;amp;nbsp;a. 1976&lt;br /&gt;
* Bernhard Schütz: &amp;#039;&amp;#039;Die kirchliche Barockarchitektur in Bayern und Oberschwaben 1580-1780&amp;#039;&amp;#039;. Hirmer Verlag, München 2000&lt;br /&gt;
* [[Kai Wenzel]]: &amp;#039;&amp;#039;Zimblich viel anguli, so vor Jaren im Pabstumb gebraucht worden. Mitteleuropäische Wandpfeilerkirchen um 1600 im konfessionellen Wettstreit&amp;#039;&amp;#039;, in: Susanne Wegman, Gabriele Wimböck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Konfessionen im Kirchenraum. Dimensionen des Sakralraums in der Frühen Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;, Korb 2007, S. 95–114&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4189079-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirche (Architektur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenbautyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wandpfeilerkirche| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Camillo-venrath</name></author>
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