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	<title>Wanda Kallenbach - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T16:31:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Wanda_Kallenbach&amp;diff=1591817&amp;oldid=prev</id>
		<title>2A02:2455:826D:D00:DCEF:BBE9:EC6E:7537: /* Ehrung */ Mercedes-Benz-Arena zu Uber-Arena</title>
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		<updated>2024-04-14T20:44:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ehrung: &lt;/span&gt; Mercedes-Benz-Arena zu Uber-Arena&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wanda Kallenbach&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geborene Möhring, * [[13. Juni]] [[1902]] in Krenzoly, einem Vorwerk von [[Ryczywół (Oborniki)|Ritschenwalde]] im [[Kreis Obornik]]&amp;lt;ref&amp;gt;StA Charlottenburg von Berlin, Sterbeurkunde Nr. 2917/1944&amp;lt;/ref&amp;gt;; † [[18. August]] [[1944]] im [[Justizvollzugsanstalt Plötzensee|Strafgefängnis Berlin-Plötzensee]]) war eine Berliner [[Hausfrau]]. Wegen spontan-kritischer Äußerungen zum Kriegsalltag und zu den Verantwortlichen [[Adolf Hitler|Hitler]] und [[Hermann Göring|Göring]] hingerichtet, steht sie in der Erinnerung Berlins beispielhaft für tausende „namenlose Opfer“ der [[Deutsches Reich 1933 bis 1945#Justiz|nationalsozialistischen Terrorjustiz]] im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Peters&amp;quot;&amp;gt;Dietlinde Peters: &amp;#039;&amp;#039;„ … und keiner kriegt mich einfach krumm gebogen …“. Frauen in Friedrichshain und Kreuzberg.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben vom [[FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum|Friedrichshain-Kreuzberg Museum]]. Berlin Story, Berlin 2015, ISBN 978-3-95723-007-2, S. 29 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Wanda Kallenbach verließ als junges Mädchen ihr Heimatdorf, das 1919 an [[Zweite Polnische Republik|Polen]] gefallen war, und ging nach Berlin. Dort arbeitete sie als Hausgehilfin, später als Packerin und war zeitweise Mitglied einer [[Gewerkschaft]]. Sie heiratete den [[Chauffeur|Kraftwagenführer]] Fritz Kallenbach, gebar 1933 eine Tochter und wohnte fortan in der [[Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Friedrichshain|Schreinerstraße 47]] in [[Berlin-Friedrichshain]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Peters&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Krieges besuchte Kallenbach im August 1943 ihre Schwester in [[Budzyń#Gemeinde|Jankendorf]], [[Kreis Kolmar i. Posen]], das im [[Reichsgau Wartheland]] wieder deutsch geworden war, um sich dort vom Schrecken der immer häufigeren [[Luftangriffe der Alliierten auf Berlin]] zu erholen. Gegenüber Bekannten beklagte sie sich über [[Hermann Göring]], den Oberbefehlshaber der [[Luftwaffe (Wehrmacht)|Luftwaffe]], der bei Kriegsbeginn verkündet hatte, niemals werde Deutschland von einer feindlichen Bombe getroffen werden. Auf die Frage, was „kleine Leute“ nun machen könnten, antwortete sie, einer allein sei machtlos, wenn aber alle [[Generalstreik|streiken]] und die Soldaten ihre Waffen wegwerfen würden, wäre der Krieg bald zu Ende.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Peters&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kallenbach war bereits monatelang wieder in Berlin, als die [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] sie am 20. Januar 1944 aufgrund einer [[Denunziation]] aus Jankendorf verhaftete. Am 20. April 1944 erhob die Staatsanwaltschaft gegen Kallenbach Anklage wegen „[[Wehrkraftzersetzung]] und [[Kriegsverrat im Nationalsozialismus|Feindbegünstigung]]“. Am 21. Juni 1944 kam es zur Verhandlung vor dem [[Volksgerichtshof]] (VGH). Den Vorsitz hatte [[Roland Freisler]], mit [[Herbert Linden]] als „ehrenamtlichen Beisitzer“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Götz Aly]]: [https://taz.de/!1722673/ &amp;#039;&amp;#039;Stasi hortete Nazi-Akten&amp;#039;&amp;#039;], dort auch weitere Einzelheiten zum Fall Kallenbach. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Tageszeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 23. April 1991. Abgerufen am 29. Januar 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Karl Bruchhaus]] als Ankläger. Dieser legte Kallenbach neben ihren oben genannten Äußerungen zur Last, sie sei vor 1933 Gewerkschaftsmitglied gewesen, sei „nach der Machtübernahme durch ihre judenfreundliche Einstellung aufgefallen“, gelte nach Einschätzung der örtlichen [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] als „politisch nicht einwandfrei“, habe zur aktuellen Lebensmittelknappheit in Berlin zu einer [[Volksdeutsche]]n in Jankendorf gesagt, „schlechter wie wir es in Berlin haben, könnt ihr es in der Polenzeit auch nicht gehabt haben“, und einen [[Hitlergruß]] mit der Bemerkung erwidert, dafür würde man in Berlin „eins auf die Schnauze“ bekommen. Die Verteidigung machte geltend, dass ihre Nachbarn Kallenbach als stets hilfsbereit und freundlich, aber „etwas einfältig“ nannten. Letzteres bestätigte Freisler höhnisch mit den Worten, sie könne „nicht bis drei“ zählen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitate aus der Verhandlung mit Nachweis bei [[Günther Wieland]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Schicksal der Berliner Arbeiterfrau Wanda Kallenbach&amp;#039;&amp;#039;. In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Das war der Volksgerichtshof&amp;#039;&amp;#039;. Centaurus, Pfaffenweiler 1989, ISBN 3-89085-365-X, S. 112 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer Verhandlungspause im Luftschutzkeller des VGH, verursacht durch einen Luftangriff, bat Pfarrer [[Wilhelm Harnisch (Pfarrer)|Wilhelm Harnisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;Seit 1997 erinnert eine [[Berliner Gedenktafel]] an Harnisch am  [https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/nc/gedenktafeln/gedenktafel-anzeige/tid/wilhelm-harnisch/ Haus Bänschstraße 50]&amp;lt;/ref&amp;gt; von der [[Samariterkirche (Berlin)|Samariterkirche]], der Kallenbachs Tochter zu sich genommen hatte, den Staatsanwalt Bruchhaus vergebens, das Leben der Mutter zu schonen. Der VGH sprach sie schuldig und verurteilte sie zur [[Todesstrafe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ehemann, unterstützt vom Hausarzt Wanda Kallenbachs mit einem Hinweis auf deren „Nervenschwäche, seelische Störungen und Erregungszustände“, bat das Gericht vergeblich um die Umwandlung der Todes- in eine Freiheitsstrafe. Pfarrer Harnisch richtete ein Gnadengesuch an [[Hitler]], doch dieser lehnte es ab. Auf die direkte Anordnung des Reichsjustizministers [[Otto Georg Thierack]] an den [[Oberreichsanwalt]] [[Ernst Lautz]], mit „größter Beschleunigung das Weitere zu veranlassen“, starb Kallenbach am 18. August 1944 in der [[Zentrale Hinrichtungsstätte#Deutsches Reich 1933–1945|zentralen Hinrichtungsstätte]] im [[Gedenkstätte Plötzensee|Strafgefängnis Berlin-Plötzensee]] unter dem [[Fallbeil]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Peters&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat bei [[Günther Wieland]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Schicksal der Berliner Arbeiterfrau Wanda Kallenbach&amp;#039;&amp;#039;. In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Das war der Volksgerichtshof&amp;#039;&amp;#039;. Centaurus, Pfaffenweiler 1989, ISBN 3-89085-365-X, S. 113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Hinrichtung wurde der Körper an den Anatom [[Hermann Stieve]] überstellt, der diesen für seine Forschungen zur Funktionsweise der Monatsblutung nutzen durfte. Die daraus gewonnenen anatomischen Präparate wurden erst am 13. Mai 2019 nach dem späten Auffinden in Stieves Nachlass auf dem [[Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden|Dorotheenstädtischen Friedhof]] in Berlin bestattet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.focus.de/politik/deutschland/gedenkstaette-will-ihnen-ihre-wuerde-wiedergeben-ueberreste-von-opfern-der-ns-unrechtsjustiz-werden-beigesetzt_id_10589831.html |titel=Gedenkstätte will ihnen ihre Würde wiedergeben. Überreste von Opfern der NS-Unrechtsjustiz werden beigesetzt |werk=focus.de |hrsg=[[Focus]] |datum=2019-04-14 |sprache=de |abruf=2022-10-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anklagevertreter Bruchhaus setzte nach Kriegsende seine Karriere in der [[Westdeutschland|westdeutschen]] Justiz bis zu seiner [[Pension (Altersversorgung)|vorzeitigen Pensionierung mit vollen Bezügen]] als Oberstaatsanwalt am [[Landgericht Wuppertal]] im Jahr 1961 fort. Erst 1998 hob das &amp;#039;&amp;#039;[[Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege]]&amp;#039;&amp;#039; das Urteil des VGH gegen Kallenbach auf.&lt;br /&gt;
[[Datei:Berlin-Friedrichshain Wanda-Kallenbach-Straße.jpg|mini|Wanda-Kallenbach-Straße an der [[Mercedes-Benz Arena (Berlin)|früheren O2 World]] ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrung ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 2006 benannte der Berliner [[Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg]] die &amp;#039;&amp;#039;Wanda-Kallenbach-Straße&amp;#039;&amp;#039; an der [[Uber Arena|Uber-Arena]] im Ortsteil [[Berlin-Friedrichshain|Friedrichshain]] nach ihr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Peters&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Dietlinde Peters: &amp;#039;&amp;#039;„… und keiner kriegt mich einfach krumm gebogen …“ Frauen in Friedrichshain und Kreuzberg&amp;#039;&amp;#039;. Berlin-Story, Berlin 2014, ISBN 978-3-95723-007-2, S. 29 f.&lt;br /&gt;
* [[Günther Wieland]]: &amp;#039;&amp;#039;Das war der Volksgerichtshof. Ermittlungen. Fakten. Dokumente&amp;#039;&amp;#039;. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1989, ISBN 3-329-00483-5, S. 112 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.kulturring.org/frauenpersoenlichkeiten/index.php?bezirk=friedrichshain-kreuzberg&amp;amp;frauen=im-oeffentlichen-raum&amp;amp;info=62 &amp;#039;&amp;#039;Wanda Kallenbach&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Frauenpersönlichkeiten in Berlin Friedrichshain/Kreuzberg&amp;#039;&amp;#039;. Website des Kulturring in Berlin e.&amp;amp;nbsp;V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2023-12-13}}&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kallenbach, Wanda}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Berlin-Plötzensee)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1902]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1944]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kallenbach, Wanda&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Möhring, Wanda (Geburtsname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsches Opfer der nationalsozialistischen Justiz&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. Juni 1902&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Krenzoly, [[Kreis Obornik|Kreis Obornik in Posen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. August 1944&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin-Plötzensee]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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