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	<title>Walter Mischel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T00:33:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Walter_Mischel&amp;diff=725426&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
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		<updated>2026-01-05T13:36:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Walter Mischel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[22. Februar]] [[1930]] in [[Wien]]; † [[12. September]] [[2018]] in [[New York City]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nytimes.com/2018/09/14/obituaries/walter-mischel-dead.html |titel=Walter Mischel, 88, Psychologist Famed for Marshmallow Test, Dies |sprache=en |abruf=2018-09-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein US-amerikanischer [[Psychologe|Persönlichkeitspsychologe]] österreichischer Herkunft, der die Robert-Johnston-Niven-Professur an der [[Columbia University]] innehatte. Nach einer im Jahre 2002 in der Fachzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Review of General Psychology]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichten Studie steht Walter Mischel an 25. Stelle der am häufigsten in Lehrbüchern zitierten Psychologen des 20. Jahrhunderts.&amp;lt;ref&amp;gt;Haggbloom, S. J., Warnick, R., Warnick, J. E., Jones, V. K., Yarbrough, G. L., Russell, T. M., … Monte, E. (2002). The 100 most eminent psychologists of the 20th century. Review of General Psychology, 6(2), 139–152.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mithilfe seines &amp;#039;&amp;#039;Marshmallow-Tests&amp;#039;&amp;#039; zeigte er die Wichtigkeit des [[Belohnungsaufschub]]s für den akademischen, emotionalen und sozialen Erfolg einer Person.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Nach dem [[Anschluss Österreichs]] an das Deutsche Reich 1938 floh Mischels Familie wegen ihrer jüdischen Abstammung in die USA; hilfreich dafür war die US-Staatsbürgerschaftsurkunde von Mischels Großvater.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Falter (Wochenzeitung)|Falter]] Nr. 38/2018: Walter Mischel (1930–2018), S. 46&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wuchs in [[Brooklyn]] auf und studierte bei [[George A. Kelly]] und [[Julian B. Rotter]] an der [[Ohio State University]], wo er 1956 zum [[Ph.D.]] in [[Klinische Psychologie|klinischer Psychologie]] promoviert wurde. Mischel war zwischen 1952 und 1959 mit der Anthropologin [[Frances Henry|Franziska Osterman]] verheiratet, mit der er Feldforschung in [[Trinidad und Tobago|Trinidad]] betrieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mischel lehrte zunächst an der [[University of Colorado at Boulder|University of Colorado]], ab 1958 an der [[Harvard University]] und ab 1962 an der [[Stanford University]]. 1983 wechselte Mischel zurück an die Ostküste, wo er seitdem an der [[Columbia University]] forschte und lehrte. Er starb im September 2018 im Alter von 88 Jahren daheim in [[Manhattan]] an den Folgen von [[Bauchspeicheldrüsenkrebs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeitsmodell ==&lt;br /&gt;
Mischel kritisierte die geringe Vorhersagekraft des [[Persönlichkeitseigenschaft|Trait]]-Ansatzes der Persönlichkeitspsychologie und forderte eine stärkere Berücksichtigung der situativen Parameter. Oft ist Verhalten mehr durch Situationsfaktoren beeinflusst als durch Persönlichkeitseigenschaften. Diese Sichtweise wird heute Interaktionismus genannt, doch in Mischels Erstveröffentlichung &amp;#039;&amp;#039;Personality and Assessment&amp;#039;&amp;#039; (1968) taucht dieser Begriff nicht auf. Seine Sicht der Persönlichkeit führte zu intensiven Debatten mit [[Hans Jürgen Eysenck|Eysenck]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das in den 1970er-Jahren entstandene &amp;#039;&amp;#039;kognitive Persönlichkeitsmodell&amp;#039;&amp;#039; von Mischel erklärt verschiedene Verhaltensweisen durch fünf Personenvariablen:&lt;br /&gt;
* Kompetenz: Wissen und Fähigkeiten, die bestimmte Kognitionen zu Verhaltensweisen ermöglichen&lt;br /&gt;
* Strategien der Enkodierung: Art des Individuums, Informationen durch Selektion, Kategorisierung und Assoziationen zu verarbeiten&lt;br /&gt;
* Erwartung: Vorwegnahme wahrscheinlicher Ergebnisse bei bestimmten Handlungen in bestimmten Situationen&lt;br /&gt;
* Persönliche Werte: Bedeutung, die Reizen, Ergebnissen, Menschen und Aktivitäten zugemessen werden&lt;br /&gt;
* Selbstregulierende Systeme und Pläne: erlernte Regeln zur Verhaltenssteuerung, Zielbestimmung und Effektivitätsbewertung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkungen dieser Personenvariablen hängen von der Ein- oder Mehrdeutigkeit einer Situation ab. Ist eine Situation mehrdeutig oder zweifelhaft, so haben die Personenvariablen ihre größten Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Das Belohnungsaufschubs-Paradigma}} Das Belohnungsaufschub-Paradigma ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Belohnungsaufschub#Marshmallow-Test|titel1=Belohnungsaufschub § Marshmallow-Test}}&lt;br /&gt;
In den Jahren 1968 bis 1974 führte er mit etwa vier Jahre alten Kindern aus der Vorschule des Stanford Campus Experimente zum Belohnungsaufschub durch. In Einzelsitzungen wurde den Kindern ein begehrtes Objekt vor Augen geführt, beispielsweise ein [[Marshmallow]] (in Varianten des Experiments wurden u.&amp;amp;nbsp;a. Kekse, Salzgebäck oder Pokerchips aus Plastik verwendet). Der Versuchsleiter teilte dem jeweiligen Kind mit, dass er für einige Zeit den Raum verlassen würde, und verdeutlichte ihm, dass es ihn durch Betätigen einer Glocke zurückrufen konnte und dann einen Marshmallow erhalten würde. Würde es aber warten, bis der Versuchsleiter von selbst zurückkehrte, erhielte es zwei Marshmallows. Hatte das Kind die Glocke nicht betätigt, kehrte der Versuchsleiter gewöhnlich nach 15 Minuten zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Mischel, Y. Shoda, M. L. Rodriguez: &amp;#039;&amp;#039;Delay of gratification in children.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science&amp;#039;&amp;#039; 244, 1989, S. 933–938.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die durchschnittlichen Wartezeiten der Kinder betrugen in verschiedenen Abwandlungen des Experiments ca. 6 bis 10 Minuten, streuten allerdings sehr stark um diese Mittelwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mischel fand in Nachbeobachtungsstudien in den Jahren 1980–1981: Je länger die Kinder im ursprünglichen Experiment gewartet hatten, desto kompetenter wurden sie als Heranwachsende in schulischen und sozialen Bereichen beschrieben, und desto besser konnten sie mit Frustration und Stress umgehen sowie Versuchungen widerstehen; darüber hinaus zeigten sie auch eine tendenziell höhere schulische Leistungsfähigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Y. Shoda, W. Mischel, P. K. Peake |Titel=Predicting Adolescent Cognitive and Self-Regulatory Competencies from Preschool Delay of Gratification: Identifying Diagnostic Conditions |Sammelwerk=Developmental Psychology |Nummer=26 |Datum=1990 |Seiten=978–986 |Online={{Webarchiv |url=https://bingschool.stanford.edu/sites/default/files/publications/115-dev_psych_1990.pdf |text=bingschool.stanford.edu |wayback=20151108212202}} |Format=PDF |KBytes=1000 |DOI=10.1037/0012-1649.26.6.978}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem diese Experimente und Nachuntersuchungen bereits über Jahrzehnte eine weltweite Resonanz in Forschung und Medien gehabt hatten, fasste Mischel seine Ergebnisse 2014 (deutsch 2015) in einem allgemeinverständlichen Buch zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Mischel: &amp;#039;&amp;#039;The Marshmallow Test: Mastering Self-Control.&amp;#039;&amp;#039; Little Brown, New York 2014, ISBN 978-0-316-23087-2. Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Der Marshmallow-Test: Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit.&amp;#039;&amp;#039; Siedler Verlag, München 2015, ISBN 978-3-641-11927-0&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine [[Rezension]] in der [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] betonte die vielen anschaulichen Beispiele für die Umsetzung im Alltag und das Fazit, „wichtige Entscheidungen nicht in Stress- oder Ausnahmesituationen zu treffen, sondern seine Optionen in ruhiger Umgebung nüchtern abzuwägen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Tomasz Kurianowicz]]: &amp;#039;&amp;#039;Marshmallow-Test: Nimm mich!&amp;#039;&amp;#039; Rezension in [https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/buero-co/der-marshmallow-karriere-test-von-walter-mischel-13239811.html, 5. November 2014].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Korrelation]] von Belohnungsaufschub und Erfolg im späteren Leben zeigte sich auch in einer Spezialstudie, bei der schwerpunktmäßig Kinder von Müttern ohne College-Abschluss getestet wurden. Allerdings war hier die Korrelation schwächer als in den ursprünglichen Studien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID29799765&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=T. W. Watts, G. J. Duncan, H. Quan |Titel=Revisiting the Marshmallow Test: A Conceptual Replication Investigating Links Between Early Delay of Gratification and Later Outcomes |Sammelwerk=Psychological science |Band=29 |Nummer=7 |Datum=2018-05-25 |DOI=10.1177/0956797618761661 |PMC=6050075 |PMID=29799765}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* Walter Mischel, [[Frances Mischel]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychological Aspects of Spriti Possession&amp;#039;&amp;#039;, in: [[American Anthropologist]], Vol. 60, No. 2, April 1958, S. 249–260&lt;br /&gt;
* W. Mischel, [[Yuichi Shoda|Y. Shoda]], M. L. Rodriguez: &amp;#039;&amp;#039;Delay of gratification in children.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science.&amp;#039;&amp;#039; 244, 1989, S. 933–938.&lt;br /&gt;
* W. Mischel, O. Ayduk: &amp;#039;&amp;#039;Willpower in a cognitive-affective processing system: The dynamics of delay of gratification.&amp;#039;&amp;#039; In: R. F. Baumeister, K. D. Vohs (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbook of self-regulation: Research, Theory, and Applications.&amp;#039;&amp;#039; Guilford, New York 2004, S. 99–129.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The Marshmallow Test: Mastering Self-Control.&amp;#039;&amp;#039; Little Brown, New York 2014, ISBN 978-0-316-23087-2.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Der Marshmallow-Test: Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit&amp;#039;&amp;#039;, Siedler Verlag, München 2015, ISBN 978-3-641-11927-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Preise und Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 1991 Aufnahme in die [[American Academy of Arts and Sciences]]&lt;br /&gt;
* 1997 Ehrendoktorwürde der [[Ohio State University]]&lt;br /&gt;
* 2004 Aufnahme in die [[National Academy of Sciences|United States National Academy of Sciences]]&lt;br /&gt;
* 2007 Präsident der [[Association for Psychological Science]]&lt;br /&gt;
* 2010 Ehrendoktorwürde der [[Hebräische Universität Jerusalem|Hebräischen Universität Jerusalem]]&lt;br /&gt;
* 2011 [[Grawemeyer Award]] für Psychologie&lt;br /&gt;
* 2012 [[Ludwig-Wittgenstein-Preis]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://sciencev2.orf.at/stories/1705953/index.html |titel=Willenskraft zwischen Wien und Brooklyn |werk=orf.at |hrsg=Österreichischer Rundfunk |datum=2012-10-05 |abruf=2022-01-16 |kommentar=Interview}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://psychology.columbia.edu/content/walter-mischel Walter Mischels Homepage]&lt;br /&gt;
* [[Reto U. Schneider]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://folio.nzz.ch/2008/august/das-experiment-der-perfekte-psychotest Das Experiment - Der perfekte Psychotest]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[NZZ Folio]].&amp;#039;&amp;#039; August 2008&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Joachim de Posada |url=https://www.ted.com/talks/joachim_de_posada_don_t_eat_the_marshmallow |titel=Don&amp;#039;t eat the marshmallow! |hrsg=TED Conferences |datum=2009-02 |sprache=en |abruf=2022-01-16 |kommentar=Video; 5:46 min}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1068280409|LCCN=n79151503|NDL=00471727|VIAF=108918042}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mischel, Walter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Persönlichkeitspsychologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Columbia University)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Stanford University)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Harvard University)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachbuchautor (Pädagogik und Psychologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ludwig-Wittgenstein-Preisträger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Hebräischen Universität Jerusalem]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Ohio State University]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichischer Emigrant in den Vereinigten Staaten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichischer Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1930]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2018]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Mischel, Walter&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=US-amerikanischer Persönlichkeitspsychologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=22. Februar 1930&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. September 2018&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[New York City]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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