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	<title>Walter Jonas - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Martin Sg.: typo, tk, fm, wl, etc.</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;typo, tk, fm, wl, etc.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Dieser Artikel|beschreibt den deutsch-schweizerischen Maler, Grafiker und Kunsthistoriker. Zu weiteren Personen siehe [[Walter Jonas (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Walter Jonas um 1964.jpg|mini|Walter Jonas um 1964]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Walter Hermann Jonas&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[27. März]] [[1910]] in [[Oberursel]], [[Deutsches Kaiserreich|Deutschland]]; † [[12. Juni]] [[1979]] in [[Zürich]]) war ein deutsch-[[schweiz]]erischer [[Malerei|Maler]], [[Grafiker]], [[Kunstkritiker]] und der Schöpfer der urbanistischen Vision &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
=== Jugend ===&lt;br /&gt;
Walter Jonas wurde am 27. März 1910 in Oberursel am [[Taunus]], Deutschland, als Sohn von Israel Salomon Julius und Agnes Schaupp geboren. Er hatte zwei Schwestern. Die drei Jahre ältere, [[Edith Oppenheim-Jonas]] (1907–2001), war die Schöpferin der berühmten [[Papa Moll|Papa-Moll-Figur]]. Jonas’ Vater wurde 1910 als Patentingenieur eine Stelle bei der Firma [[Brown, Boveri &amp;amp; Cie|Brown, Boveri und &amp;amp; Co.]] in Baden angeboten. Das Stellenangebot zog eine Übersiedelung der Familie in die Schweiz nach sich. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] diente der Vater als deutscher Offizier im Feld, die Familie lebte deshalb von 1916 bis 1918 im [[Reichsland Elsaß-Lothringen|Elsass]] und kehrte 1918 nach Baden zurück. Nach dem Besuch der Bezirksschule in Baden erlangte Jonas den Maturitätsabschluss am Kantonalen Gymnasium in Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berlin ===&lt;br /&gt;
Von 1929 bis 1932 besuchte Walter Jonas die private [[Schule Reimann|Kunstschule Reimann]] in [[Berlin]], eine international bekannte avantgardistische Kunst- und Kunstgewerbeschule, und wurde Meisterschüler von [[Moritz Melzer]].&amp;lt;ref&amp;gt;Swantje Kuhfuss-Wickenheiser: &amp;#039;&amp;#039;Die Reimann-Schule in Berlin und London 1902–1943. Ein jüdisches Unternehmen zur Kunst- und Designausbildung internationaler Prägung bis zur Vernichtung durch das Hitlerregime.&amp;#039;&amp;#039; Aachen 2009, ISBN 978-3-86858-475-2, S. 294 f., 538; &amp;#039;&amp;#039;Farbe und Form,&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1930, Heft 7/8, S. 110; &amp;#039;&amp;#039;Farbe und Form,&amp;#039;&amp;#039; 1931, H. 11/12, Titelbild.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser war Lehrer für dekorative Malerei und Bühnenbild. Melzer gehörte zusammen mit [[Ernst Ludwig Kirchner]], [[Fritz Bleyl]] und [[Erich Heckel]] der [[Brücke (Künstlergruppe)|Künstlergruppe „Brücke“]] an. Von seinem Lehrer beeinflusst, entwickelte Jonas eine dem [[Expressionismus]] nahestehende Malweise. Er belegte neben Malerei auch die Fächer Architektur und, bei [[Max Deri]], Kunstgeschichte. In die Ausbildungszeit an der Reimann-Schule fallen ebenfalls Studienreisen nach Südfrankreich, Korsika und Spanien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Paris ===&lt;br /&gt;
Nach Abschluss des Studiums zog Walter Jonas 1932 nach Paris. Dort schloss er unter anderem Bekanntschaft mit [[Robert Delaunay]], [[Albert Marquet]] und [[Antoine de Saint-Exupéry]] und wurde in die internationale [[Künstlergemeinschaft „Porza“]] aufgenommen. Während seiner Zeit in Paris befasste er sich vor allem mit der Darstellung von Figuren und Landschaften und beteiligte sich an ersten Ausstellungen. Obwohl Jonas in Paris mit dem [[Kubismus]] und [[Surrealismus]] in Kontakt kam, blieb der Expressionismus, wenn auch ein «Expressionismus eigener Prägung»,&amp;lt;ref&amp;gt;Carol Nater: &amp;#039;&amp;#039;Künstlerberuf versus Künstlerexistenz – geschwisterliche Gegenpole.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Spitzkehren und andere Kunststücke. Das Leben von Edith Oppenheim-Jonas Erfinderin von Papa Moll.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Joan Fuchs-Oppenheim und Roy Oppenheim. hier+jetzt, Baden 2008, S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt; die sein künstlerisches Schaffen bestimmende Ausdrucksform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zürich ===&lt;br /&gt;
Aufgrund der prekären politischen Grosswetterlage in Europa beantragte die Familie in [[Mellingen AG|Mellingen]], Kanton Aargau, das Schweizer Bürgerrecht, das ihr 1933 zugesprochen wurde.&lt;br /&gt;
1935 kehrte Walter Jonas nach Zürich zurück, wo er sich als Zeichnungslehrer am Kantonalen Gymnasium und mit Privatunterricht über Wasser hielt. Bis zum Ausbruch des Krieges unternahm er Reisen nach [[Korsika]] und an die dalmatische Küste, zu der Jonas, gemäss [[Friedrich Dürrenmatt]], ein geradezu «mystisches Verhältnis» hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Dürrenmatt: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Heinrich E. Schmid. Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Grafiker befasste sich Jonas hauptsächlich mit klassischen Themenbereichen. Auf Einzelblätter mit figürlichen Themen folgten Zyklen und Buchillustrationen. Erwähnenswert ist insbesondere der von ihm in [[Aquatinta|Aquatinta-Technik]] angefertigte, aus 20 grossformatigen Blättern bestehende, &amp;#039;&amp;#039;[[Gilgamesch-Epos]]&amp;#039;&amp;#039;. Der Zyklus zeichnet sich durch seine dichte und spannungsgeladene Bildfolge aus, die sich intensiv mit dem Motiv Leben und Sterben auseinandersetzt. Ausserdem illustrierte Jonas eine Gesamtausgabe von [[Jeremias Gotthelf]] und fertigte Bildzyklen zu Werken von [[Horaz]], [[Cervantes]], [[Friedrich Hebbel]] und [[Radierung]]en zu Mozarts &amp;#039;&amp;#039;[[Zauberflöte]]&amp;#039;&amp;#039; an. Obwohl allgemein in künstlerischen Drucktechniken bewandert, bevorzugte Jonas Handzeichnungen und Radierungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Gosztonyi: &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas – der Maler und Philosoph.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Heinrich E. Schmid. Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 62.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jonas Atelier an der Kronenstrasse 46 wurde zu dieser Zeit zum Treffpunkt von Künstlern, Wissenschaftlern und Literaten, so gehören auch Friedrich Dürrenmatt und [[Max Frisch]] zu seinen regelmässigen Besuchern. In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 1941 stellte Jonas mit Friedrich Dürrenmatt und Werner Y. Müller das &amp;#039;&amp;#039;Buch einer Nacht&amp;#039;&amp;#039; her. Die sich darin befindenden Radierungen von Jonas zählen gemäss Dürrenmatt „zu seinen Schönsten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dürrenmatt22&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Dürrenmatt: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Heinrich E. Schmid. Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Friedrich Dürrenmatt verband Jonas damals eine produktive Freundschaft und Dürrenmatt erklärte später: «Von Jonas lernte ich die Schriftstellerei als Metier, […].»&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dürrenmatt22&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1942 heiratete Jonas Rosa Maria Kemmler (1908–1990), die ihm während vierzig Jahren eine treue Gefährtin war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des 2. Weltkriegs lernte Jonas im [[Aktivdienst]] in der Schweizer Armee den Zürcher Komponisten [[Alfred Baum (Komponist)|Alfred Baum]] kennen. Gemeinsam realisierten sie 1946–1947 das interdisziplinäre Projekt &amp;#039;&amp;#039;Tanzsuite&amp;#039;&amp;#039;. Dabei entstand eine [[Suite (Musik)|Suite]] für Flöte, Viola und Klavier, die aus 17 Sätzen und Aquatintaradierungen besteht. Diese Radierungen wurden im Konzert als Diapositive projiziert. 1955 arbeitete Baum mehrere Sätze für Bläserquintett und Klavier um.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Baum (1904–1993) – Tanzsuite nach Bildern von Walter Jonas (1910–1979)[https://www.youtube.com/watch?v=Rhr5JQE_TMA YouTube]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1948 nahm Jonas auf Einladung italienischer Maler an der 24. &amp;#039;&amp;#039;[[Biennale di Venezia]]&amp;#039;&amp;#039; teil. Dort präsentierte er zwei seiner Radierungen, &amp;#039;&amp;#039;Aquatinta II&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Aquatinta III&amp;#039;&amp;#039;. In den folgenden Jahren reiste Jonas nach Nordafrika (1949) und Indien (1951). Die Indienreise und die östliche Geisteswelt beeinflussten ihn und sein Werk nachhaltig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Walter Jonas - Himalaya 1951 Oel auf Leinwand.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Himalaya.&amp;#039;&amp;#039; 1951, Öl auf Leinwand]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jonas widmete sich in jenen Jahren auch weiterhin seiner Malerei und entwickelte einen farbigen und eindringlichen Malstil. Die Zeit in Indien und seine späteren Reisen nach Südamerika gelten als prägende Zeit für sein malerisches Schaffen. Dabei steht immer die Thematik «Zivilisation versus Natur» im Zentrum. Neben seinen [[Landschaftsmalerei|Landschaften]] und Stadtbildern galt Jonas als begabter [[Porträtmalerei|Porträtmaler]]. Als bekanntestes Beispiel lässt sich das in Privatbesitz befindende Porträt des jungen Dürrenmatt von 1944 nennen. Dennoch ist Walter Jonas malerisches Wirken pluralistisch angelegt und verarbeitet viele Kunstströmungen des 19. Jahrhunderts und lässt sich deshalb keiner bestimmten Kunstrichtung zuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstkritiker und Kunstvermittler ===&lt;br /&gt;
In den 50er Jahren betätigte sich Jonas auch als Kunstkritiker und [[Feuilleton]]ist. Er verfasste, unter anderem für &amp;#039;&amp;#039;[[Die Tat (Schweizer Zeitung)|Die Tat]]&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[die Weltwoche]]&amp;#039;&amp;#039;, Artikel zum Thema Kunst. Gleichzeitig widmete sich Jonas auch der Kunstvermittlung und verfasste 1950 die Schrift &amp;#039;&amp;#039;Wie betrachtet man ein modernes Kunstwerk&amp;#039;&amp;#039;. Ab 1954 wurde er vom Schweizer Fernsehen als Kunstkommentator und Gestalter von Sendungen über Kunst eingestellt. Noch im selben Jahr wurde eine Sendung von Walter Jonas über die Ausstellung [[Vincent van Gogh]]s direkt aus dem [[Kunsthaus Zürich]] übertragen. Sendereihen wie z. B. &amp;#039;&amp;#039;Mit Pinsel und Stift, Berühmte Maler und Atelierbesuch bei …,&amp;#039;&amp;#039; aber auch Berichte über Kunstaktualitäten und Berichte zu Ausstellungen folgten und waren in den 50er Jahren fester Bestandteil des Schweizer Fernsehens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== «Intrapolis» ===&lt;br /&gt;
[[Datei:HYPERB-3 Trichterhaus.PNG|mini|Trichterhaus]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Vukovar turm.jpg|mini|Wasserturm von [[Vukovar]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Porsche Diamond.jpg|mini|Porsche Leipzig, Kundenzentrum]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Walter Jonas - Intrapolis - Vision einer neuen Stadt 1963.jpg|mini|Intrapolis, 1963]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einer Reise nach [[Brasilien]] (1958) inspiriert, entwickelte Jonas die Vision einer neuen humaneren Stadtform: Der &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039;. Diese richtet sich gegen die traditionelle Art des Städtebaus und der damit einhergehenden Labyrinthbildung, Vermassung und Wucherung.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Jonas: &amp;#039;&amp;#039;Das Intra-Haus. Vision einer Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Origo-Verlag, Zürich 1962, S. 13ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Jonas geschaffene Konzept der &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039; geht über den heute gebräuchlichen Begriff Trichterstadt hinaus und verbindet die beiden Termini [[Introversion]] und [[Polis]]. Jonas sah das Prinzip der Introversion nicht nur als wichtigen Bestandteil für das Gleichgewicht einer Gesellschaft, sondern auch als Gegenpunkt zur hektischen Extraversion der unruhigen Welt seiner Zeit an.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Jonas: &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis – ein städtebauliches Projekt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Heinrich E. Schmid. Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 125.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im architektonischen Sinne meint Introversion aber auch, dass im Gegensatz zur herkömmlichen Bauweise von Häusern und Städten der eigentliche Wohnraum nach innen verlegt wird, während die Verkehrswege, Treppen und Aufzüge ausserhalb der Wohnfläche platziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jonas sah sein Konzept der &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039; im Bau von Trichterstädten realisiert. Die Bauweise der terrassenförmig nach innen angeordneten Wohnungen ist raumsparend und ermöglicht gute Licht- und Sichtverhältnisse. Durch die trichterförmige Gebäudestruktur steht mehr unbebaute Grünfläche für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Ebenso können durch die Anordnung der Wohnräume Verkehrslärm und Abgase von den Bewohnern ferngehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die horizontalen Verkehrswege sind ringförmig um den Kegel angelegt, die vertikale Mobilität wird durch Aussenlifte gewährleistet. Das Zentrum des Kegels bildet eine bewachsene Grünzone. Verwaltung, Warenhäuser, Kinos und weitere öffentliche Einrichtungen sind im Trichtersockel untergebracht. Unterhalb des Sockels befindet sich der Gegenkegel, der nicht nur die Stabilität des Trichters sicherstellt, sondern auch Platz bietet für Garagen, [[Zisterne]]n oder Lagerräume.&lt;br /&gt;
Die individuellen Wohneinheiten können je nach Bedarf vergrössert oder verkleinert werden. Jonas glaubte, dass eine solche Trichterstruktur die Verbundenheit der Bewohner untereinander fördern und zudem gerade die ältere Generation besser in die Gemeinschaft integrieren würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Trichter sollte dabei idealerweise einen Durchmesser von 150 bis 230 und eine Höhe von rund 100 Metern haben. Bei einer Trichteröffnung von rund 90 Grad würden sich nach Jonas’ Berechnungen rund 700 Wohnungen mit jeweils drei Zimmern in einer Einheit unterbringen lassen, und somit würde ein Kegel rund 2000 Bewohner fassen können. Drei solcher Kegelelemente bezeichnete Jonas als städtebauliche Grundeinheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Jonas: &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis – ein städtebauliches Projekt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Heinrich E. Schmid. Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 128. und Walter Jonas: &amp;#039;&amp;#039;Das Intra-Haus. Vision einer Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Origo-Verlag, Zürich 1962, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zahlreichen Vorträgen, Ausstellungen und Publikationen stellte Jonas sein Projekt der Öffentlichkeit vor. 1962 publizierte der Origo-Verlag in Zürich seine programmatische Schrift &amp;#039;&amp;#039;Das Intrahaus – Vision einer Stadt&amp;#039;&amp;#039;, zu der auch der renommierte Schweizer Gartenarchitekt [[Ernst Cramer (Gartenarchitekt)|Ernst Cramer]] einen Beitrag, &amp;#039;&amp;#039;Bauwerk und Natur&amp;#039;&amp;#039;, leistete und darin die Weitsichtigkeit des Projektansatzes für Stadt- und Landschaftsentwicklung der Zukunft unterstrich. Die Idee wurde von Laien und Fachleuten begeistert aufgenommen. Verwirklicht wurde das Projekt einer Kegelstadt jedoch nie. Dennoch sollte die Konzeption der &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039; Jonas bis zu seinem Tode beschäftigen.&lt;br /&gt;
Als eine Variante der &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039; kann das von Jonas 1967 eingereichte Projekt für ein schwimmendes Kulturzentrum in Zürich angesehen werden.&lt;br /&gt;
Die Idee von &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039; wurde bereits 1962 von den Autoren der [[Perry Rhodan|Perry-Rhodan]]-Serie aufgegriffen; Trichterbauten sind die Standardbauweise der fiktiven Ethnie der [[Atlan|Arkoniden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walter Jonas war Gründungsmitglied der &amp;#039;&amp;#039;[[Groupe International d’Architecture Prospective]]&amp;#039;&amp;#039; (GIAP), bei der auch Yona Friedmann und [[Ionel Schein]] beteiligt waren. 1967 war er gemeinsam mit deutschen und Schweizer Architekten an der Schaffung einer deutschsprachigen Sektion in Zürich beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Späte Jahre ===&lt;br /&gt;
Durch seine sich verschlechternde Gesundheit immer stärker beeinträchtigt, zog sich Walter Jonas weitgehend von seiner Umwelt zurück. Am 12. Juni 1979 starb er in seinem Atelier in Zürich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits zu Lebzeiten legte das Ehepaar Jonas den Grundstein für die Errichtung einer [[Stiftung (Schweiz)|Stiftung]] &amp;#039;&amp;#039;(Stiftung Walter und Rosa Maria Jonas)&amp;#039;&amp;#039;, die den Nachlass von Walter Jonas erhalten und das umfassende Schaffen von Jonas erforschen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachlass von Walter Jonas befindet sich in der Handschriftenabteilung der [[Zentralbibliothek Zürich]]. Tonbänder, die Walter Jonas in den 1960er und 1970er Jahren aufgenommen hatte und diverse Vorträge, Radiosendungen und Privatgespräche enthalten, befinden sich als Depositum der Stiftung in der [[Schweizer Nationalphonothek| Schweizerischen Nationalphonothek]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstellungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* 1931: Kunststube am Schöneberger Ufer, Berlin, mit der Kunstschule Reimann&lt;br /&gt;
* 1933: Galerie Kleinmann, Paris&lt;br /&gt;
* 1940: Galerie Aktuaryus, Zürich&lt;br /&gt;
* 1941: Galerie Beaux-Arts, Zürich&lt;br /&gt;
* 1943: Galerie Aktuaryus, Erstausstellung &amp;#039;&amp;#039;Gilgamesch&amp;#039;&amp;#039;, Zürich&lt;br /&gt;
* 1948: 24. Biennale Venedig&lt;br /&gt;
* 1948: Galerie Chichio Haller, Zürich, mit Zoran Music&lt;br /&gt;
* 1949: Kunsthaus Zürich, &amp;#039;&amp;#039;Junge Zürcher Künstler&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1949: Kunstgebäude Tübingen, &amp;#039;&amp;#039;Moderne Schweizer Graphik&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1951: Galerie Chichio Haller, &amp;#039;&amp;#039;Indien-Reise&amp;#039;&amp;#039;, Zürich&lt;br /&gt;
* 1952: Galerie Hella Nebelung, Düsseldorf&lt;br /&gt;
* 1955: [[Kunstmuseum St. Gallen]], &amp;#039;&amp;#039;Moderne Schweizer Graphik&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1956: Kunsthaus Zürich, &amp;#039;&amp;#039;Maler der mittleren Generation&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1958: [[Museu de Arte Moderna de São Paulo|Museu de Arte Moderna]], Sâo Paulo&lt;br /&gt;
* 1959: [[Wasserkirche#Helmhaus|Helmhaus Zürich]], &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas – Bilder aus Brasilien&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1965: Palais Marsan, [[Musée du Louvre]], &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039;, Paris&lt;br /&gt;
* 1967: [[Kunsthalle Lund]], &amp;#039;&amp;#039;Superlund&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis&amp;#039;&amp;#039;, Lund&lt;br /&gt;
* 1980: [[Kunstsalon Wolfsberg]], Zürich&lt;br /&gt;
* 1985: Seedamm-Kulturzentrum, &amp;#039;&amp;#039;Retrospektive Walter Jonas&amp;#039;&amp;#039;, Pfäffikon SZ&lt;br /&gt;
* 2012: [[Centre Dürrenmatt]], Neuchâtel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werknachweis ==&lt;br /&gt;
Kunstmuseum St. Gallen; Kunstsammlungen der Stadt Zürich, Museum der [[Werner Coninx Stiftung]], Zürich, Seedamm-Kulturzentrum, Pfäffikon (SZ); Wandbild, Schulhaus [[Untersiggenthal]]; Wandfresken, Zürich-[[Altstetten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis – ein städtebauliches Projekt.&amp;#039;&amp;#039; In: Heinrich E. Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 124–130.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Picasso – das ewige Wunderkind.&amp;#039;&amp;#039; In: Heinrich E. Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 152–156.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Intra-Haus. Vision einer Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Origo-Verlag, Zürich 1962.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wie betrachtet man ein modernes Kunstwerk.&amp;#039;&amp;#039; Amriswil 1950.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;24’Biennale die Venezia. Catalogo. 1948 : Exposizione biennale internazionale d’arte.&amp;#039;&amp;#039; Semissima, Venedig 1948, S. 165.&lt;br /&gt;
* {{Vollmer|2|561||Jonas, Walter}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jonas, Walter.&amp;#039;&amp;#039; In: Verein zur Herausgabe des schweizerischen Künstler-Lexikons (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Künstlerlexikon der Schweiz. XX. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Huber, Frauenfeld 1958, S. 496–497.&lt;br /&gt;
* [[Justus Dahinden]]: &amp;#039;&amp;#039;Stadtstrukturen für morgen. Analysen – Thesen – Modelle.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Gerd Hatje, Stuttgart 1971, ISBN 3-7757-0011-0.&lt;br /&gt;
* [[Alfred A. Häsler]]: &amp;#039;&amp;#039;Aussenseiter, Innenseiter. Porträts aus der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; Huber, Frauenfeld 1983.&lt;br /&gt;
* Heinrich E. Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Dürrenmatt]]: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerung.&amp;#039;&amp;#039; In: Heinrich E. Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 16–25.&lt;br /&gt;
* Alexander Gosztonyi: &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas – der Maler und Philosoph.&amp;#039;&amp;#039; In: Heinrich E. Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Walter Jonas. Maler, Denker, Urbanist.&amp;#039;&amp;#039; Vontobel-Druck, Feldmeilen 1985, S. 50–69.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jonas, Walter.&amp;#039;&amp;#039; In: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. NZZ, Zürich 1998, S. 550–551.&lt;br /&gt;
* Udo Weilacher: &amp;#039;&amp;#039;Landschaftsgestaltung für die Intrapolis von Walter Jonas.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Visionäre Gärten. Die modernen Landschaften von Ernst Cramer.&amp;#039;&amp;#039; Birkhäuser, Basel/Berlin/Boston 2001, ISBN 3-7643-6568-4, S. 142–144.&lt;br /&gt;
* Carol Nater: &amp;#039;&amp;#039;Künstlerberuf versus Künstlerexistenz – geschwisterliche Gegenpole.&amp;#039;&amp;#039; In: Joan Fuchs-Oppenheim, [[Roy Oppenheim]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Spitzkehren und andere Kunststücke. Das Leben von Edith Oppenheim-Jonas Erfinderin von Papa Moll.&amp;#039;&amp;#039; hier+jetzt, Baden 2008, S. 176–203.&lt;br /&gt;
* Hannes Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Ein Leben voller Lust und Kreativität.&amp;#039;&amp;#039; In: Joan Fuchs-Oppenheim, Roy Oppenheim (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Spitzkehren und andere Kunststücke. Das Leben von Edith Oppenheim-Jonas Erfinderin von Papa Moll.&amp;#039;&amp;#039; hier+jetzt, Baden 2008, S. 8–105.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Jonas-Traum. Das Platzhaus im Dschungel Brasiliens.&amp;#039;&amp;#039; In: Tommy Laeng: &amp;#039;&amp;#039;Zukunftsträume von gestern, heute, übermorgen.&amp;#039;&amp;#039; Lit Verlag, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-643-10675-9.&lt;br /&gt;
* {{AKL|78|245||Jonas, Walter}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118558242}}&lt;br /&gt;
* [http://www.walterjonas.ch/ Offizielle Website der &amp;#039;&amp;#039;Stiftung Walter und Rosa Maria Jonas&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* {{SIKART|4025569|Walter Jonas|Autor=[[Roy Oppenheim]]}}&lt;br /&gt;
* [https://www.fonoteca.ch/fond/74953.011 Bestände von &amp;#039;&amp;#039;JONAS, Walter&amp;#039;&amp;#039;] in der [[Schweizerische Nationalphonothek|Schweizerischen Nationalphonothek]].&lt;br /&gt;
* [http://www.zb.uzh.ch/spezialsammlungen/handschriftenabteilung/nachlaesse/einzeln-nachlaesse/002545/index.html.de Nachlass von Walter Jonas] in der Handschriftenabteilung der [[Zentralbibliothek Zürich]]&lt;br /&gt;
* [http://s880616556.online.de/JONAS3_Walter_Jonas.JPG Fotografie eines Modells eines Intra-Hauses]&lt;br /&gt;
* [http://www.perrypedia.proc.org/mediawiki/images/c/c6/AtlanBlauband032.jpg Trichterbau der Arkoniden, Cover eines Atlan-Bandes]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=jpvQ9dPjEX0 &amp;#039;&amp;#039;Intrapolis – Walter Jonas erläutert seine Idee&amp;#039;&amp;#039; (1964)] In: [[YouTube]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118558242|LCCN=n/80/138050|VIAF=47554098}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jonas, Walter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Maler (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkritiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grafiker (Zürich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtplanungstheoretiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architekturtheoretiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1910]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1979]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Jonas, Walter&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Jonas, Walter Hermann (vollständiger Name); Intrapolis&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Schweizer Maler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=27. März 1910&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Oberursel]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. Juni 1979&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Zürich]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Martin Sg.</name></author>
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