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	<title>Walter Caldonazzi - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T10:03:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Walter_Caldonazzi&amp;diff=459884&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Literatur */ Halbgeviertstrich</title>
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		<updated>2025-06-26T07:02:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Halbgeviertstrich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Walter Caldonazzi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[4. Juni]] &amp;lt;!-- in einigen älteren Quellen: 3. Juni. In neueren Publikationen überwiegt die Angabe 4. Juni --&amp;gt;[[1916]] in [[Mals]]/[[Südtirol]]; † [[9. Januar|9. Jänner]] [[1945]] in [[Wien]]) war [[österreich]]ischer Widerstandskämpfer gegen den [[Nationalsozialismus]]. Er wurde vom [[Volksgerichtshof]] zum Tode verurteilt und im [[Landesgericht für Strafsachen Wien#1938–1945|Wiener Landgericht]] enthauptet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der junge Caldonazzi ==&lt;br /&gt;
Walter wurde als Sohn von Rudolf und Wilhelmine Caldonazzi in Mals im [[Vinschgau]] geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DÖWTirol&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=[[Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes|DÖW]] |Titel=Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934–1945, Band 2 |Verlag=Österreichischer Bundesverlag |Ort=Wien |Datum=1984 |ISBN=978-3-215-05369-6 |Seiten=444–448}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] zog die Familie nach [[Kramsach]] in [[Nordtirol]], wo Walter die Pflichtschule absolvierte und [[Ministrant]] in der [[Wallfahrtskirche Mariathal|Pfarrkirche Mariathal]] war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Peter Diem]] |url=https://austria-forum.org/af/Biographien/Caldonazzi%2C_Walter |titel=Caldonazzi, Walter |werk=[[Austria-Forum]] |datum=2017-03-09 |abruf=2017-08-19 |kommentar=Name der Kirche hier als Mari&amp;#039;&amp;#039;en&amp;#039;&amp;#039;thal [sic] angeführt}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Gymnasium besuchte er in [[Kufstein]]. Dort trat er 1931 der Mittelschul-Verbindung &amp;#039;&amp;#039;Cimbria Kufstein&amp;#039;&amp;#039; im [[Mittelschüler-Kartell-Verband|MKV]] bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1933 brach er sich beim Einsteigen in einen Zug die Hüfte und ein Bein. Dieser schwere Unfall führte bei ihm zu einer dauerhaften Gehbehinderung, weshalb er dann oft einen Gehstock mit sich führte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Amelungia&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bbr. Roman Posch |url=https://www.amelungia.org/site/pages/view/12 |titel=Walter Caldonazzi |werk=Website der K.Ö.H.V. Amelungia |abruf=2017-08-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934 maturierte Caldonazzi und ging nach Wien, um an der [[Universität für Bodenkultur Wien|Hochschule für Bodenkultur]] [[Forstwirtschaft]] zu studieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Boku&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Paulus Ebner]] |Hrsg=Manfried Welan |Titel=Die Universität für Bodenkultur Wien: von der Gründung in die Zukunft 1872–1997 |Verlag=Böhlau Verlag |Ort=Wien |Datum=1997 |ISBN=978-3-205-98610-2 |Seiten=134 f. |Online={{Google Buch |BuchID=QCQ5fyeR4GQC |Seite=134 |Hervorhebung=Caldonazzi }}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor 1938 war Caldonazzi auch Mitglied der [[Heimwehr]] und der [[Vaterländische Front|Vaterländischen Front]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;VGH4&amp;quot;&amp;gt;Vgl. Urteil des Volksgerichtshofs, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt; In Wien trat er 1937 der Studentenverbindung &amp;#039;&amp;#039;K.Ö.H.V. Amelungia Wien&amp;#039;&amp;#039; im [[Österreichischer Cartellverband|ÖCV]] bei. Nach dem [[Anschluss Österreichs]] am 12. März 1938 wurden alle katholischen Studentenverbindungen [[Geschichte der Studentenverbindungen#Zeit des Nationalsozialismus|verboten und aufgelöst]]. Dennoch wurde Caldonazzi im Juni 1938 bei einer geheim in der Wohnung eines [[Bundesbruder]]s durchgeführten &amp;#039;&amp;#039;Burschung&amp;#039;&amp;#039; vollwertiges Mitglied der Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Amelungia&amp;quot; /&amp;gt; Walter Caldonazzi war von Kindheit an überzeugter Christ und Patriot. So war er ein entschiedener Gegner der Besetzung Österreichs durch Hitler-Deutschland und der damit verbundenen Unterdrückung religiöser Gruppen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Widerstand ==&lt;br /&gt;
Nach Abschluss seines Studiums mit dem Titel Diplom-Ingenieur fand Caldonazzi 1941 bei den &amp;#039;&amp;#039;Vereinigten Forstkanzleien&amp;#039;&amp;#039; in Wien eine Anstellung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;oebl&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Gisela Hormayr |url=http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_C/Caldonazzi_Walter_1916_1945.xml |titel=Caldonazzi, Walter |titelerg=(1916–1945), Widerstandskämpfer und Forstingenieur |werk=Österreichisches Biographisches Lexikon Online Edition |hrsg=[[Österreichische Akademie der Wissenschaften]] |datum=2016-11-25 |abruf=2017-08-19}}&amp;lt;!-- diese Quelle führt als einzige und sehr sicher fälschlich 1937 als Jahr der Matura --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund seiner Gehbehinderung war er als für den Wehrdienst untauglich eingestuft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VGH4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Besuchen in Tirol soll er in der Umgebung von Kramsach auch mit Hilfe seines Vaters subversiv tätig gewesen sein und gründete gemeinsam mit dem Tiroler Polizisten [[Andreas Hofer (Widerstandskämpfer)|Andreas Hofer]] (einem Urenkel des gleichnamigen [[Andreas Hofer|Tiroler Freiheitskämpfers]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Boku&amp;quot; /&amp;gt;) eine monarchistisch-separatistische Widerstandsgruppe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;oebl&amp;quot; /&amp;gt; Besonders unter den Arbeitern und Angestellten des Rüstungsbetriebs &amp;#039;&amp;#039;Raspewerke&amp;#039;&amp;#039; soll er gut vernetzt gewesen sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchreiberGrüner&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Horst Schreiber, Christopher Grüner |Titel=Den für die Freiheit Österreichs gestorbenen: Das Befreiungsdenkmal in Innsbruck. Prozesse des Erinnerns |Verlag=Universitätsverlag Wagner |Ort=Innsbruck |Datum=2016 |ISBN=978-3-7030-0955-6 |Seiten=72 |Online={{Google Buch |BuchID=zJFFDQAAQBAJ |SeitenID=PT72 |Hervorhebung=Caldonazzi}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese waren aus dem 1938 an die Berliner chemische Firma &amp;#039;&amp;#039;Gebrüder Raspe&amp;#039;&amp;#039; verkauften &amp;#039;&amp;#039;Messingwerk Achenrain&amp;#039;&amp;#039; entstanden und stellten unter anderem schusssichere Benzinbehälter für Flugzeuge her.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gisela Hormayr |Hrsg=Wilfried Beimrohr |Titel=Wiederaufbau und Wohlstand im Tirol der Nachkriegszeit |Sammelwerk=Zeitgeschichtliche Streiflichter: Tirol in der Ersten Republik, unter dem Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit; ein Unterrichtsbehelf für Lehrerinnen und Lehrer |Verlag=Universitätsverlag Wagner |Ort=Innsbruck |Datum=2010 |ISBN=978-3-7030-0468-1 |Seiten=414 |Online=[https://web.archive.org/web/20160325045915/http://www.erinnern.at/bundeslaender/tirol/unterrichtsmaterial/tirol-in-der-ersten-republik-im-nationalsozialismus-und-in-der-nachkriegszeit/10_gisela-hormayr-die-zeit-der-entnazifizierung web.archive.org] |Format=PDF |KBytes=4600 |Abruf=2021-08-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Walters Vater Rudolf Caldonazzi war vor dem Verkauf in den Messingwerken als Metallarbeiter beschäftigt, wurde allerdings nicht in die Raspewerke übernommen, da man ihn für „politisch unzuverlässig“ hielt. Stattdessen fand er eine Stelle als Buchhalter in den [[Ernst Heinkel Flugzeugwerke|Heinkelwerken]] in Jenbach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Unterrichtsbehelf&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gisela Hormayr |Hrsg=Wilfried Beimrohr |Titel=Der Widerstand gegen das NS-Regime |Sammelwerk=Zeitgeschichtliche Streiflichter: Tirol in der Ersten Republik, unter dem Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit; ein Unterrichtsbehelf für Lehrerinnen und Lehrer |Verlag=Universitätsverlag Wagner |Ort=Innsbruck |Datum=2010 |ISBN=978-3-7030-0468-1 |Seiten=226 ff. |Online=[https://web.archive.org/web/20150417002227/http://www.erinnern.at/bundeslaender/tirol/unterrichtsmaterial/tirol-in-der-ersten-republik-im-nationalsozialismus-und-in-der-nachkriegszeit/7-gisela-hormayr-der-widerstand-gegen-das-ns web.archive.org] |Format=PDF |KBytes=1400 |Abruf=2021-08-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch dies war ein wichtiger Rüstungsbetrieb, der beispielsweise Antriebskomponenten für die [[Messerschmitt Me 163]] und [[Aggregat 4|V-2-Raketen]] herstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Markus Schmitzberger |url=http://www.geheimprojekte.at/firma_jenbacher_jenbach.html |titel=Heinkel-Werke – Jenbach |werk=geheimprojekte.at |abruf=2017-08-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch auch dort wurde ihm auf Betreiben von Kramsacher Nationalsozialisten sehr bald gekündigt. Walter und Rudolf Caldonazzi sollen in diesem Umfeld eine Widerstandsbewegung mit 200&amp;lt;ref name=&amp;quot;DÖWTirol&amp;quot; /&amp;gt; bis 400&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot; /&amp;gt; Mitgliedern aufgebaut haben, die auch Kontakt zu Widerstandsgruppen in der Wildschönau und in Brixlegg hatte. Zu den Aktivitäten zählten dabei Flüsterpropaganda, Feststellung Gleichgesinnter und Sabotage von nationalsozialistischen Versammlungen und Sammlung. Ab 1940 erhielt und verbreitete man Informationen über die [[Holocaust|Judenmorde]] und knüpfte über italienische Bauarbeiter Kontakte zu italienischen Widerstandsgruppen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DÖWTirol&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wien schloss sich Walter Caldonazzi spätestens 1943 der [[Maier-Messner-Caldonazzi|Gruppe Maier-Messner]] um die Widerstandskämpfer Kaplan [[Heinrich Maier (Theologe)|Heinrich Maier]] und den Generaldirektor der [[Semperit AG]] [[Franz Josef Messner]] an. Dieser politisch inhomogene Kreis war sich einig in der strikten Ablehnung des NS-Regimes und strebte eine möglichst rasche Wiedererlangung der Unabhängigkeit Österreichs an. Als vorrangige Mittel zu diesem Zweck diente die Weiterleitung von kriegswichtigen Informationen an die Alliierten über Kontakte zu amerikanischen und britischen Geheimdiensten in der Schweiz und der Türkei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchafranekHurton&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andrea Hurton, [[Hans Schafranek]] |url=http://derstandard.at/1271378203933/Im-Netz-der-Verraeter |titel=Im Netz der Verräter |werk=[[derStandard.at]] |datum=2010-06-04 |abruf=2017-08-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Davon versprach man sich gezielte Luftschläge auf kriegswichtige Betriebe – und damit ein frühes Kriegsende –, und dass Wohngebiete von Luftschlägen verschont blieben. Man kann davon ausgehen, dass Caldonazzis Wissen über Tiroler Rüstungsbetriebe auf diesem Wege auch weitergegeben wurde. Im Herbst 1943 führte Caldonazzi in einem Stahlwerk Vermessungsarbeiten durch und fertigte für Maier Planskizzen des Werkes an, die der an die Alliierten weiterleiten wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Urteil des Volksgerichtshofs, S. 12&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1943 berieten sich Caldonazzi, Hofer und der Mediziner [[Josef Wyhnal]], wie sie Bekannten helfen konnten, die vor einer militärischen Untersuchung auf ihren Tauglichkeitsgrad standen und befürchteten, an die Front geschickt zu werden. Man beschloss, von Wyhnal präparierte Bakterienkulturen zu verteilen, mit denen wochenlanges Fieber und somit eine &amp;#039;&amp;#039;Frontuntauglichkeit&amp;#039;&amp;#039; hervorgerufen werden konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Urteil des Volksgerichtshofs, S. 8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Februar 1944 wurde Caldonazzi von der [[Gestapo]] verhaftet.&amp;lt;!-- einige Quellen nennen den 15. Jänner 1944, allerdings schreibt C. selbst: „Seit Feber bin ich von der Gestapo in Haft“ (s.u.) --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefangenschaft und Tod ==&lt;br /&gt;
Walter Caldonazzi wurde im [[Polizeigebäude Rossauer Lände|Gefangenenhaus Rossauer Lände]] gemeinsam mit drei anderen Häftlingen inhaftiert. Bei den Verhören im [[Hotel Métropole|Gestapo-Hauptquartier]] am Morzinplatz wurde er sehr wahrscheinlich auch gefoltert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SchafranekHurton&amp;quot; /&amp;gt; In einem [[Kassiber]] vom 27. Mai 1944 schrieb er:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Seit Feber bin ich von der Gestapo in Haft […] wegen Hochverrat. Ich habe eine sehr große Bitte. Kost ist hier schon total ungenießbar. Da ich jetzt Lebensmittelpakete empfangen darf, bitte ich Dich, falls es Dir möglich ist, mir Brot zu schicken, kann auch schon hart sein […] Wir hungern furchtbar hier […]&lt;br /&gt;
 |Autor=Walter Caldonazzi&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Briefe&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gisela Hormayr |Titel=&amp;quot;Wenn ich wenigstens von euch Abschied nehmen könnte&amp;quot;: Letzte Briefe und Aufzeichnungen von Tiroler NS-Opfern aus der Haft |Verlag=[[Studienverlag|StudienVerlag]] |Datum=2017 |ISBN=978-3-7065-5639-2 |Seiten=175 ff. |Online={{Google Buch |BuchID=AT0kDwAAQBAJ |Seite=210 }}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem [[Kurzer Prozess (Urteil)|kurzen Prozess]] am 27. und 28. Oktober wurde Walter Caldonazzi am 28. Oktober vom Volksgerichtshof, 5. Senat, unter dem Vorsitz von Senatspräsidenten [[Kurt Albrecht (Richter)|Albrecht]] „der Vorbereitung zum Hochverrat, der Feindbegünstigung, der Spionage und der Wehrkraftzersetzung“ für schuldig befunden, zum Tode verurteilt, sowie zum [[Bürgerliche Ehrenrechte|Ehrenrechtsverlust]] auf Lebenszeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Urteil des Volksgerichtshofs, S. 2 und S. 18 (wegen Fehler in der Nummerierung als S. 16 geführt)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind mehrere Briefe Caldonazzis aus der Todeszelle überliefert, die seinen Glauben und seine Überzeugung, für eine gerechte Sache gehandelt zu haben, bezeugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot; /&amp;gt; Beispielhaft ein Auszug aus seinem Brief vom 1. Jänner 1945 an seinen Vater Rudolf, seine Schwester Herta und seine Verlobte Hedi:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Meine Tage und Stunden sind bereits gezählt, wisset, daß ich mein Leben gerne für die Heimat hingebe, obwohl mich der Gedanke an meine Hedi und Hertha so manche bittere Träne kostete. Ihr wißt, ich war immer ein Gegner des Krieges, immer ein Feind des geistlosen preußischen Militarismus. Macht mir keine Vorwürfe, bitte, mir war dieser scheußliche Tod vorgezeichnet, ich trage mein Los voll treu ergeben als treuer Christ. Eine Freude hätte ich, d. h. Bitte: Bringt mir am schönsten Platz der Welt, wie es mir schien, am Almkranz auf der Praa-Alm ein Marterl an, mit der Bitte um Gebet und den Worten ,O Land Tirol, mein einzig Glück, dir sei geweiht mein letzter Blick!‘ […] Vater, es ist Gottes Beschluß, daß ich mein Leben für eine gute Sache lasse, besser, als ich wäre gegen meine Überzeugung für Hitler als Soldat gefallen.&lt;br /&gt;
 |Autor=Walter Caldonazzi&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;DÖWTirol&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gefangenenhaus des Landgerichts, wo er auf die Vollstreckung des Urteils wartete, hatte Caldonazzi auch eine tragische Begegnung mit seinem ehemaligen Mitschüler und Bundesbruder von der Cimbria Kufstein [[Ernst Ortner]], der ebenfalls als Widerstandskämpfer – allerdings für die Gruppe [[Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreichs|AFÖ]] – zum Tode verurteilt war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Unterrichtsbehelf&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gefangenenhausseelsorger schrieb in seinem Bericht über die Hinrichtung von Walter Caldonazzi:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Caldonazzi war ein tief religiöser, streng kath. Mann, ein unentwegter Österreicher. Er empfing zu wiederholten Malen und zuletzt kurz vor seiner Hinrichtung die heiligen Sakramente. Er bat mich, letzte Grüße zu übermitteln an die lb. Eltern und die Schwester und an seine Braut Hedi Kapeller, die letzten Gedanken waren bei ihnen. Als er aus der Zelle E44 (Einzeltrakt-Parterre) in die Armensünderzelle abgeführt wurde, rief er: ‚Es lebe Christus, der König!‘ er blieb in der Armensünderzelle ruhig und gefasst. Er bat mich seiner Braut und seiner Schwester seinen Wunsch und seine Bitte mitteilen zu wollen, daß sie weiterhin brave katholische anständige Mädchen bleiben sollen so christlich weiterhin verbleiben sollen wie bisher und wie er selbst immer gewesen ist und als solcher auch gestorben ist. Als er um 18 Uhr zur Hinrichtung geführt wurde, rief/betete er: ‚O Gott, rechne ihnen dies nicht zur Sünde an!‘ Er starb am Dienstag den 9. Jänner 1945 um 18:04 Uhr abends.&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Eduard Köck (Priester)|Eduard Köck]]&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cimbria&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cimbria-kufstein.at/gedenkjahr-2015/ |titel=Gedenkjahr 2015 |titelerg=Cimbria Kufstein gedenkt seiner durch die Nationalsozialisten im Jahr 1945 ermordeten Mitglieder. |werk=cimbria-kufstein.at |hrsg=K.Ö.St.V Cimbria Kufstein |datum=2017 |abruf=2017-08-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beerdigung erfolgte am nächsten Tag in einem Schachtgrab auf dem Wiener Zentralfriedhof&amp;lt;!-- im gleichen Grab mit Bayon Robert, Malergehilfe, ebenfalls am 9. Januar 1945 hingerichtet --&amp;gt;. 1947 wurde der Leichnam auf Betreiben der Amelungia exhumiert und im Klosterfriedhof von Breitenfurt bestattet. 1975&amp;lt;!-- lt. Amelungia: 1976, aber auch ref DÖWTirol gibt 1975 an --&amp;gt; erfolgte eine neuerliche Exhumierung, die letzte Ruhe fand Walter Caldonazzi im Familiengrab seiner Schwester Herta am [[Ostfriedhof (Innsbruck)|Pradler Friedhof]] in [[Innsbruck]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedenkstätten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:GuentherZ 2010-09-18 0057 Wien13 Walter-Caldonazzi-Platz Gedenkstein Walter Caldonazzi Tafel.jpg|mini|Gedenktafel am Walter-Caldonazzi-Platz in Wien]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bereits 1945 stellten Freunde ein kleines Holzkreuz auf der [[Auffach|Praa-Alm]] in [[Wildschönau]] für Walter Caldonazzi auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meinbezirk&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Barbara Fluckinger |url=https://www.meinbezirk.at/kufstein/lokales/gedenkstaette-fuer-vier-tapfere-tiroler-widerstandskaempfer-geweiht-d2229816.html |titel=Gedenkstätte für vier tapfere Tiroler Widerstandskämpfer geweiht |werk=meinbezirk.at |hrsg=Bezirksblätter Tirol GmbH |datum=2017-08-28 |abruf=2017-08-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1988 wurde vom Tiroler Forstverein auf der Praa-Alm ein Gedenkkreuz eingeweiht, das an jene Tiroler Forstleute erinnern soll, die wegen ihres Widerstands gegen das NS-Regime zu Tode kamen: Neben Walter Caldonazzi sind dies: Karl Mayr aus Baumkirchen, Viktor Czerny aus Ried im Oberinntal und Ferdinand Eberharter aus Kaltenbach.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Winfried Hofinger |url=http://www.hofinger.eu/wikih/150_Jahre_Tiroler_Forstverein#Zwei_Weltkriege_mit_hohem_Blutzoll |titel=150 Jahre Tiroler Forstverein |titelerg=Zwei Weltkriege mit hohem Blutzoll |datum=2004 |abruf=2017-08-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1989 wurde für Walter Caldonazzi und Ernst Ortner am unteren Stadtplatz in Kufstein eine Gedenktafel enthüllt, auf der zu lesen ist: &amp;#039;&amp;#039;„Die katholische österreichische Studentenverbindung Cimbria Kufstein gedenkt ihrer NS-Opfer Dipl.‑Ing. Walter Caldonazzi und Ernst Ortner.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Cimbria&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im September 1993 errichteten seine Bundesbrüder von der Amelungia am Kreuz auf der Praa-Alm eine Gedenktafel, entsprechend Caldonazzis Wunsch aus dem Brief vom 1. Jänner 1945.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In Kufstein wurde am 11. Mai 2002 anlässlich der 45. [[Cartellversammlung|CVV]] des ÖCV ein Gedenkstein am Fuße der Festung enthüllt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Amelungia&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In Wien-[[Hietzing]] wurde 2006 ein Platz nach Walter Caldonazzi benannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2007 wurde in Kramsach von einem lokalen Kunstverein eine Gedenktafel errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2008 wurde in Wien auf dem Walter-Caldonazzi-Platz ein Gedenksteine mit einer Bronzetafel durch die Amelungia aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AustriaForum&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2011 wurden im Rahmen der Neugestaltung des [[Eduard-Wallnöfer-Platz|Landhausplatzes]] in Innsbruck am [[Befreiungsdenkmal (Innsbruck)|Befreiungsdenkmal]] die Namen von 107 Menschen angebracht, die im Widerstand gegen das NS-Regime ums Leben kamen, darunter auch Walter Caldonazzi.&lt;br /&gt;
* 2017 wurde vom Tiroler Forstverein, der Amelungia und der Cimbria ein neues Mahnmal auf der Praa-Alm aufgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meinbezirk&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Radomir Luza, Der Widerstand in Österreich 1938–1945, Wien 1983, ISBN 3-215-05477-9&lt;br /&gt;
* Herbert Fritz: &amp;#039;&amp;#039;Farben tragen – Farbe bekennen, 1938–1945. Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung&amp;#039;&amp;#039;. Österreichischer Verein für Studentengeschichte, Wien 1988 (= &amp;#039;&amp;#039;Acta studentica&amp;#039;&amp;#039; 71 B, {{ZDB|1350204-9}}), S. 132–136.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Volksgerichtshof]] |Titel=Urteile 5 H 96/44 – 5 H 100/44 und Urteilsbegründung |Ort=Wien |Datum=1944-10-28 |Seiten=1–30 |Kommentar=Nummerierungsfehler: Seiten 11 und 12 sind doppelt geführt |Online=[http://www.doew.at/cms/download/fftsf/19793_109.pdf Online] auf der Seite des [[Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes|DÖW]] |Format=PDF |KBytes=7500}}&lt;br /&gt;
* Homa Jordis: &amp;#039;&amp;#039;Das Blaue Haus. Die Widerstandsgruppe Maier-Messner-Caldonazzi&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Wien 2023, ISBN 978-3-205-21833-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1038359376|VIAF=305145641}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Caldonazzi, Walter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreichischer Widerstandskämpfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (Spionage)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im CV]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im MKV]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1916]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Widerstandsgruppe Maier-Messner-Caldonazzi]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Caldonazzi, Walter&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Widerstandskämpfer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=4. Juni 1916&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Mals]], Südtirol&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=9. Januar 1945&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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