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	<title>Waldsaatgans - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Waldsaatgans&amp;diff=55939&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Kuhlmanm am 26. Oktober 2025 um 06:30 Uhr</title>
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		<updated>2025-10-26T06:30:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{QS-Biologie}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Waldsaatgans&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Anser fabalis&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = ([[John Latham (Ornithologe)|Latham]], 1787)&lt;br /&gt;
| Taxon2_Name      = Feldgänse&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Anser&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Echte Gänse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Anserini&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Gänse&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Anserinae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Entenvögel&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Anatidae&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Gänsevögel&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Anseriformes&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Bild             = Anser fabalis fabalis (Taiga Bean Goose), Naturschutzgebiet Schellbruch, Lübeck, Germany.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Waldsaatgans&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis&amp;#039;&amp;#039;), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Taigasaatgans&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist eine zu den [[Feldgänse]]n ([[Gattung (Biologie)|Gattung]] &amp;#039;&amp;#039;Anser&amp;#039;&amp;#039;) gehörende [[Echte Gänse|Echte Gans]] (Anserini). Sie sieht der [[Kurzschnabelgans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser brachyrhynchus&amp;#039;&amp;#039;) sehr ähnlich, diese wird heute aber als eigenständige [[Art (Biologie)|Art]] betrachtet. In freier Wildbahn lässt sie sich an ihrem zweisilbigen Flugruf erkennen, einem laut trompeteten &amp;#039;&amp;#039;kajak, kajak&amp;#039;&amp;#039;. Die Art wurde erstmals 1787 durch [[John Latham (Ornithologe)|John Latham]] beschrieben. In Deutschland findet sie sich ab Ende September in großer Zahl als [[Wintergast]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Waldsaatgans ist vor allem im Norden Mitteleuropas ein Durchzügler und Wintergast. Vereinzelte Brutansiedelungen, die möglicherweise von [[Gefangenschaftsflüchtling]]en oder verletzten Wildvögeln ausgehen, gibt es seit 1993 in den Niederlanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Bauer u.&amp;amp;nbsp;a., S. 62&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Die deutsche Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Saatgans&amp;#039;&amp;#039; hat sich eingebürgert, weil man diese Gans häufig auf Wiesen und Getreidefeldern bei der Nahrungssuche beobachten kann. Die wissenschaftliche Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis&amp;#039;&amp;#039; und der englische Name „bean goose“ bedeuten übersetzt &amp;#039;&amp;#039;Bohnengans&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;fabalis&amp;#039;&amp;#039; von lat. faba = [[Bohne]]). Für diesen Namen sind zwei Erklärungen denkbar. Zum einen können Bohnen zu ihrer Ernährung gehören. Zum anderen befinden sich bei ausgewachsenen Gänsen dieser Art neben der Schnabelwurzel zwei schmale halbmondförmige oder eben auch bohnenförmige, kleine weiße Streifen.&amp;lt;ref&amp;gt;Viktor Wember: &amp;#039;&amp;#039;Die Namen der Vögel Europas – Bedeutung der deutschen und wissenschaftlichen Namen.&amp;#039;&amp;#039; Aula-Verlag, Wiebelsheim 2007, ISBN 978-3-89104-709-5, S. 79.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Abspaltung der Tundrasaatgans als eigenständiger Art wurde die Artbezeichnung der &amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis&amp;#039;&amp;#039; von Saatgans zu Waldsaatgans geändert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barthel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aussehen ==&lt;br /&gt;
Das Gefieder ist grundsätzlich graubraun, am Hals und dem eckigen Kopf dagegen dunkelbraun. Dies unterscheidet die Waldsaatgans von der [[Blässgans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser albifrons&amp;#039;&amp;#039;) und der [[Graugans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser anser&amp;#039;&amp;#039;). Brust und Bauch sind hellbraun, zum Schwanz hin sogar weißlich gefärbt, die Flügel dagegen wieder dunkelbraun. Sowohl an den Flanken als auch an den Außenseiten der Flügel und an der Schwanzspitze finden sich im Gefieder feine weiße Linien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mit gezähnten Seitenkanten versehene [[Schnabel]] ist am Ansatz und der Spitze schwarz, dazwischen befindet sich eine je nach Unterart verschieden breite orangefarbene Markierung. Von derselben Farbe sind auch die mit breiten Schwimmhäuten versehenen Füße. Die Augenfarbe ist dunkelbraun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Dunenjunges|Dunenküken]] sind olivbraun auf der Körperoberfläche. Die Körperseiten sind grüngelb, die Körperunterseite ist weißlich. Durch das Auge verläuft ein dunkler Streifen. Der Schnabel ist bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Jungvögel flügge werden, dunkelgrau und hat einen hellrosa bis cremefarbenen Nagel. Die Jungtiere haben dagegen ein unauffälliges olivbraunes Tarnkleid aus [[Daune|Dunenfedern]] mit schwarzen Streifen in der Kopfregion. Füße und Schnabel sind mausgrau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durchschnittliche Größe der Vögel beträgt 65 bis 90&amp;amp;nbsp;cm bei einer Flügelspannweite von 140 bis 170&amp;amp;nbsp;cm; vom Aussehen dem Männchen gleichend ist das Weibchen meist etwas kleiner. Ausgewachsene Tiere wiegen etwa 3 bis über 4&amp;amp;nbsp;kg. Von beringten Saatgänsen weiß man, dass sie in freier Wildbahn über zwanzig Jahre alt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stimme ==&lt;br /&gt;
Die Waldsaatgans ist deutlich weniger ruffreudig als etwa die [[Graugans]] oder die [[Blässgans]]. Das [[Triumphgeschrei]] eines Paares ist betont nasal gackernd und trompetend und klingt wie ein &amp;#039;&amp;#039;ga gi gig gar gek&amp;#039;&amp;#039;. Von fliegenden Saatgänsen ist ein gänsetypisch nasaler Ruf zu hören, der wie &amp;#039;&amp;#039;gaga&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;agagag&amp;#039;&amp;#039;, seltener auch wie &amp;#039;&amp;#039;käjak&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;gock&amp;#039;&amp;#039; klingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ernährung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Moosbeeren.jpg|mini|Im Herbst fressen Saatgänse unter anderem Moosbeeren.]]&lt;br /&gt;
Die Nahrung der Saatgänse besteht in ihrem Brutgebiet aus [[Flechte]]n, [[Gras|Gräsern]], [[Krautige Pflanze|Kräutern]] und Wasserpflanzen, im Herbst auch aus [[Beere]]n wie [[Moosbeeren|Moos-]] und [[Rauschbeere]]n und [[Bohne]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren Überwinterungsgebieten fressen sie [[Wurzel (Pflanze)|Wurzeln]], insbesondere der [[Quecken|Quecke]], [[Kartoffel]]n und Getreidekörner, Gräser, besonders gerne auch Erntereste von abgeernteten Feldern (insbesondere energiereiche Zuckerrübenschnitzel oder Mais). Saatgänse finden sich auch auf Getreidesaaten ein, wo sie bei Überschreitung des Schwellenwertes von 1500 Gänsetagen pro Hektar Fraßschäden verursachen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Jungvögel ernähren sich dagegen nicht nur von [[Blüte]]n und [[Knospe]]n, sondern auch nicht-vegetarisch von [[Insekten]], [[Weichtiere]]n, kleinen [[Krebstiere|Krebsen]] und sogar Fischeiern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensraum ==&lt;br /&gt;
In ihren Brutgebieten leben Waldsaatgänse paarweise entweder in der [[Borealer Nadelwald|Taiga]] inmitten von [[Nadelwald|Nadel-]] und [[Birken]]wäldern, in [[Moor]]en und Waldsümpfen, auf Schilfinseln und an ruhigen Gewässern. Brütende Paare finden sich aber auch fernab von Gewässern auf ausgedehnten Schotterfeldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren Überwinterungsgebieten leben sie in großen Kolonien und bevorzugen abgeerntete Ackerflächen (insbesondere Zuckerrüben- und Maisfelder), Wiesen und Viehweiden. Sie schlafen gerne auf offenem Wasser, im Winter auch auf Eis, und wandern täglich, zuweilen mehr als zehn Kilometer, zwischen ihren Schlaf- und Weideplätzen hin und her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:AnserFabalisIUCNver2019 1.png|mini|Verbreitung der Waldsaatgans:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farblegende|#00FF00|Brutgebiete}}&lt;br /&gt;
{{Farblegende|#007FFF|Überwinterungsgebiete}}&lt;br /&gt;
1. &amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis fabalis&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. &amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis johanseni&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. &amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis middendorffii&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waldsaatgänse sind Zugvögel, die regelrechte Zugtraditionen etabliert haben und je nach Familie immer wieder dieselben Brut- und Überwinterungsgebiete aufsuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstere erstrecken sich in der nordischen Taiga von [[Skandinavien|Nordskandinavien]] im Westen bis nach [[Sibirien|Ostsibirien]] im Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wintergebiete sind ausgesprochen vielfältig. Sie umfassen in [[Mitteleuropa]] insbesondere [[Schweden|Südschweden]], [[Dänemark]] und die deutsche [[Ostsee]]küste, die [[Norddeutsche Tiefebene]] mit dem [[Niederrhein (Region)|Niederrhein]] zwischen [[Wesel]] und [[Emmerich am Rhein]] und die [[Niederlande]], vereinzelt Teile des [[Vereinigtes Königreich|britischen]] [[East Anglia]] und Südwest-[[Schottland]]s, dazu ein alpennahes Gebiet von [[Österreich|Westösterreich]] über die [[Schweiz]] bis weit nach [[Frankreich]] hinein und weite Regionen im Tiefland der [[Donau]]. Bei kalten Wintern zieht es sie auch die [[Atlantischer Ozean|Atlantikküste]] hinab nach [[Spanien]] und [[Portugal]], selten sogar bis nach [[Marokko]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelmeergebiet zählen die [[Côte d’Azur|Französische Riviera]] und die [[italien]]ische und [[Kroatien|kroatische]] [[Adriatisches Meer|Adriaküste]] zu ihrem winterlichen Lebensraum, weiter östlich auch die [[Bulgarien|bulgarisch]]-[[Rumänien|rumänischen]] Küstenregionen des [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meeres]]. Ostsibirische Populationen überwintern dagegen in [[Zentralasien]], besonders [[Iran]], oder noch weiter östlich in der [[Volksrepublik China]], [[Südostasien]], [[Korea]] und [[Japan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fortpflanzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Anser fabalis MWNH 0943.JPG|miniatur|Ei, Sammlung [[Museum Wiesbaden]]]]&lt;br /&gt;
Saatgänse suchen sich in ihrem zweiten oder dritten Lebensjahr im Überwinterungsgebiet einen Partner, mit dem sie dann auf Lebenszeit zusammenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa gegen März ziehen sie nach Norden und treffen bei den in der Taiga brütenden Vögeln Ende April, bei den [[Tundra]]-Brütern dagegen erst Mitte bis Ende Mai in ihrem Brutgebiet ein, das zu diesem Zeitpunkt oft noch von Schnee und Eis bedeckt ist. Die Waldsaatgans gehört damit zu den arktischen Gänsearten, die am frühesten in ihre Brutareale zurückkehren.&amp;lt;ref&amp;gt;Uspenski, S. 39&amp;lt;/ref&amp;gt; In der bis zur Schneeschmelze verbleibenden Zeit kommt es zuweilen zu Paarungskämpfen zwischen den Männchen. Die Begattung findet nach einem kurzen Vorspiel, bei der beide Partner ihre Paarungsbereitschaft durch Untertauchen des Halses zu verstehen geben, im Wasser statt. Dazu besteigt das Männchen das Weibchen, das dabei meist im Wasser versinkt. Durch gemeinsames Halsrecken und Flügelschlagen wird das Ritual abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Weibchen baut dann unter [[Strauch|Sträuchern]] und Büschen, im [[Röhrichtpflanzen|Röhricht]] oder – bei im Sumpf gelegenem Nistgebiet – auf niedrigen, trocken gelegenen Hügeln das [[Nest]] und füttert es mit Grashalmen, [[Moose]]n und [[Flechte]]n, später auch mit seinen Daunenfedern aus. Diese Daunenfedern sind braungrau und haben eine hellere Mitte. Saatgänse ziehen nur ein Gelege pro Jahr groß.&amp;lt;ref&amp;gt;Collin Harrison, Peter Castell: &amp;#039;&amp;#039;Field Guide Bird Nests, Eggs and Nestlings.&amp;#039;&amp;#039; HarperCollins Publisher, 2002, ISBN 0-00-713039-2, S. 65.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ablage der zwei bis acht, meist aber vier bis sechs gelblichen Eier beginnt in der Taiga Mitte Mai, in der Tundra etwa Mitte Juni; sie werden vom Weibchen erst [[Brut|bebrütet]], wenn das letzte [[Ei]] gelegt ist, so dass die Jungtiere in zeitlicher Nähe zueinander schlüpfen, in der Tundra nach 25, der Taiga nach etwa 28 bis 29 Tagen. Das Männchen beteiligt sich wie bei allen [[Echte Gänse|Echten Gänsen]] nicht am Brutgeschäft, sondern bewacht Weibchen und Brut. Bei ernster Gefahr ducken sich beide Tiere flach auf den Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ungefähr anderthalb Monaten sind die Jungtiere flügge, zu dieser Zeit haben die Alttiere auch ihre meist im Juli und August stattfindende [[Mauser (Vögel)|Mauser]] hinter sich. Nicht-brütende Tiere unternehmen ab Juni gemeinsame [[Mauserzug|Mauserzüge]], beispielsweise zur russischen [[Nordpolarmeer|Nordmeer]]-Insel [[Nowaja Semlja]], wo sie sich dann in großen Scharen aufhalten. Der Familienverband fliegt dann zusammen mit anderen Gänsen Anfang September zurück ins Winterquartier, wo die Junggänse bis ins nächste Jahr hinein bei ihren Eltern bleiben. Sie werden mit zwei bis drei Jahren selbst brutreif. Der älteste beringte Wildvogel hatte ein Alter von 29 Jahren.&amp;lt;ref name=Landesamt&amp;gt;Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wildlebende Gänse und Schwäne in Sachsen – Vorkommen, Verhalten und Management.&amp;#039;&amp;#039; Dresden 2006, Veröffentlichung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Waldsaatgans verpaart sich nicht nur mit Angehörigen der eigenen Art: Von Hybriden mit der [[Blässgans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser albifrons&amp;#039;&amp;#039;), der [[Graugans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser anser&amp;#039;&amp;#039;), der [[Kurzschnabelgans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser brachyrhynchus&amp;#039;&amp;#039;), der [[Schneegans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser caerulescens&amp;#039;&amp;#039;) und sogar der zu den [[Meergänse]]n gehörenden [[Weißwangengans]] (&amp;#039;&amp;#039;Branta leucopsis&amp;#039;&amp;#039;) wird berichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefährdung ==&lt;br /&gt;
Die Waldsaatgans ist als dritthäufigste Wildgans in ihrer Gesamtheit nicht bedroht, die Bestände in [[Europa]] werden auf etwa 200.000 Tiere geschätzt. In der [[Landwirtschaft]] verursacht sie durch ihren Verzehr frischen Saatgetreides regional Probleme, in Deutschland gilt sie daher als jagdbares [[Federwild]], das im November und Dezember geschossen werden darf. Angesichts der problematischen Bestandsentwicklung der Waldsaatgans gilt im Bundesland Brandenburg seit 2019 ganzjähriges Jagdverbot auf Saatgänse,&amp;lt;ref&amp;gt; https://djz.de/wp-content/uploads/sites/3/2019/07/BbgJagdDV_5_7_2019.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt; im besonders bedeutsamen Mecklenburg-Vorpommern hingegen nach wie vor nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestände der Middendorffschen Waldsaatgans (&amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis middendorffi&amp;#039;&amp;#039;), einer Unterart der Waldsaatgans, gilt dagegen durch Bejagung und Lebensraumverlust als gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik und Unterarten ==&lt;br /&gt;
Man unterscheidet drei Unterarten, die sich allerdings in breiten Gebieten überlappen und daher nicht eindeutig gegeneinander abgegrenzt werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;World Bird List&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die [[Nominatform]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis fabalis&amp;#039;&amp;#039;) hat einen eher schmalen Schnabel, einen langen Hals und ist relativ groß. Sie hat ihr Brutgebiet in der Taiga von Skandinavien bis zum [[Ural]]. Charakteristisch für Waldsaatgänse ist ein klar abgegrenztes oranges Band auf dem ansonsten schwarzen Schnabel.&amp;lt;ref&amp;gt;Alderfer, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Waldsaatgans wird alljährlich in geringer Zahl in Deutschland beobachtet. Bei ihr sind Bestandsrückgänge zu verzeichnen, die auch zu einer deutlichen Verkleinerung des Überwinterungsgebietes geführt haben. Die wichtigsten Überwinterungsgebiete für diese Art liegen in Nordostdeutschland, in Schweden und Dänemark.&amp;lt;ref name=Landesamt /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* die Johansen-Waldsaatgans (&amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis johanseni&amp;#039;&amp;#039;), brütet in der Taiga und Strauchtundra Sibiriens östlich des Urals bis zum [[Baikalsee]].&lt;br /&gt;
* die Middendorffsche Waldsaatgans (&amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis middendorffi&amp;#039;&amp;#039;), lebt in den Taigagebieten östlich des Baikalsees.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:101777台南發現豆雁.jpg|mini|Tundrasaatgans]]&lt;br /&gt;
Zwei weitere, ursprünglich ebenfalls als Unterarten von &amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis&amp;#039;&amp;#039; betrachtete Formen, bilden heute als [[Tundrasaatgans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser serrirostris&amp;#039;&amp;#039;) eine eigenständige Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Nominatform (&amp;#039;&amp;#039;Anser serrirostris serrirostris&amp;#039;&amp;#039;), lebt im Sommer in den Tundren Nordostsibiriens vom [[Flussdelta]] der [[Lena (Arktischer Ozean)|Lena]] bis in die Region um die russische Stadt [[Anadyr (Stadt)|Anadyr]].&lt;br /&gt;
* Die gedrungen aussehende &amp;#039;&amp;#039;Anser serrirostris rossicus&amp;#039;&amp;#039; (auch als eigentliche Tundrasaatgans bezeichnet) hat einen relativ kurzen Hals und einen dicken kurzen Schnabel. Ihr Gefieder ist auffallend dunkelgrau mit einer braunen Tönung. Zwischen dem dunkelbraunen Kopf und dem graubraunen Hals besteht ein auffälliger Kontrast. Ihre Spannweite beträgt 140 bis 170 Zentimeter. Sie brütet in der Tundra in Nordrussland und Nordwestsibirien von der [[Kanin-Halbinsel|Kanin-]] bis zur [[Taimyr-Halbinsel]] und ist die häufigere Unterart der Tundrasaatgans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Wald- und Tundrasaatgänse in unterschiedlichen Regionen brüten, ist der Kontakt in den Brutgebieten begrenzt. Inwieweit auch reproduktive Barrieren existieren, ist bislang nicht geklärt. Unterschiede der zwei Arten könnten allein wegen des stark divergierenden Selektionsdrucks in den jeweiligen Brutgebieten aufrechterhalten bleiben, ohne dass eine reproduktive Barriere zwischen den beiden Gruppen besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;Bauer u.&amp;amp;nbsp;a., S. 61&amp;lt;/ref&amp;gt; Wald- und Tundrasaatgans trennten sich vor etwa 2,5 Millionen Jahren voneinander, hybridisierten jedoch vor etwa 60.000 Jahren miteinander.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ottenburghs 2020&amp;quot; /&amp;gt; Die [[Schwestergruppe|Schwesterart]] und damit die nächste Verwandte der Waldsaatgans ist die [[Kurzschnabelgans]] (&amp;#039;&amp;#039;Anser brachyrhynchus&amp;#039;&amp;#039;), die Tundrasaatgans ist die Schwestergruppe der von beiden gebildete [[Klade]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ottenburghs 2023&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Peter H. Barthel, Christine Barthel, [[Einhard Bezzel]], Pascal Eckhoff, [[Renate van den Elzen]], [[Christoph Hinkelmann]], [[Frank Dieter Steinheimer]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Die Vögel der Erde – Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen&lt;br /&gt;
   |Auflage=3&lt;br /&gt;
   |Verlag=Deutsche Ornithologen-Gesellschaft&lt;br /&gt;
   |Ort=Radolfzell&lt;br /&gt;
   |Datum=2022&lt;br /&gt;
   |Online=https://www.do-g.de/fileadmin/Die_Vo%CC%88gel_der_Erde__DO-G_2021_doi.pdf}}&lt;br /&gt;
* Hans-Günther Bauer, [[Einhard Bezzel]], [[Wolfgang Fiedler (Biologe)|Wolfgang Fiedler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel.&amp;#039;&amp;#039; Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2.&lt;br /&gt;
* [[Hans-Heiner Bergmann]], Helmut Kruckenberg, [[Volkhard Wille]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilde Gänse – Reisende zwischen Wildnis und Weideland.&amp;#039;&amp;#039; G. Braun Verlag, Karlsruhe 2006, ISBN 3-7650-8321-6.&lt;br /&gt;
* J. Madsen, G. Cracknell, Tony Fox: &amp;#039;&amp;#039;Goose Populations of the Western Palearctic.&amp;#039;&amp;#039; Wetlands International, Wageningen 1999, ISBN 87-7772-437-2.&lt;br /&gt;
* Johan H. Mooij: &amp;#039;&amp;#039;Development and management of wintering geese in the Lower Rhine area of North Rhine Westfalia/Germany.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; 37 (1993), S. 55–77.&lt;br /&gt;
* Erich Rutschke: &amp;#039;&amp;#039;Wildgänse, Lebensweise – Schutz – Nutzung.&amp;#039;&amp;#039; Parey, Berlin 1997, ISBN 3-8263-8478-4.&lt;br /&gt;
* H. Kolbe: &amp;#039;&amp;#039;Die Entenvögel der Welt.&amp;#039;&amp;#039; 5. Aufl. Eugen Ulmer Verlag, 1999, ISBN 3-8001-7442-1.&lt;br /&gt;
* S. M. Uspenski: &amp;#039;&amp;#039;Die Wildgänse Nordeurasiens.&amp;#039;&amp;#039; Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaft, Hohenwarsleben 2003, ISBN 3-89432-756-1. (Nachdruck der 1. Auflage von 1965)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Anser fabalis}}&lt;br /&gt;
* [http://www.mangoverde.com/birdsound/spec/spec27-19.html Fotografien der Waldsaatgans in freier Wildbahn]&lt;br /&gt;
* {{IUCN|Year=2024.1|ID=22679875|ScientificName=Anser fabalis|YearAssessed=2018|Assessor=BirdLife International|Download=2024-07-13}}&lt;br /&gt;
* {{Avibase|ID=BDB497A352D152DB|ScientificName=Anser fabalis|CommonName=Waldsaatgans}}&lt;br /&gt;
* {{eBird.org |ID= taibeg1 |Name= Waldsaatgans (&amp;#039;&amp;#039;Anser fabalis&amp;#039;&amp;#039;)}}&lt;br /&gt;
* {{xeno-canto|ID=Anser-fabalis|ScientificName=Anser fabalis|Name=Waldsaatgans}}&lt;br /&gt;
* {{Encyclopedia of Life|ID=45510525|Name=Bean Goose|Wissenschaftlich=Anser fabalis}}&lt;br /&gt;
* [http://www.vogelfedern.de/sga.htm Federn der Saatgans]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barthel&amp;quot;&amp;gt;H. Barthel, Ch. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann &amp;amp; F. D. Steinheimer: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Namen der Vögel der Erde&amp;#039;&amp;#039; Vogelwarte Bd. 58, S.&amp;amp;nbsp;17, 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;World Bird List&amp;quot;&amp;gt;[https://www.worldbirdnames.org/new/bow/waterfowl/ Screamers, ducks, geese, swans] – IOC World Bird List. IOC World Bird List – Version 15.1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ottenburghs 2020&amp;quot;&amp;gt;Jente Ottenburghs, Johanna Honka, Gerard J. D. M. Müskens, Hans Ellegren (2020): &amp;#039;&amp;#039;Recent introgression between Taiga Bean Goose and Tundra Bean Goose results in a largely homogeneous landscape of genetic differentiation.&amp;#039;&amp;#039; Heredity. 125 (1–2): 73–84. [[doi:10.1038/s41437-020-0322-z]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ottenburghs 2023&amp;quot;&amp;gt;Jente Ottenburghs, Johanna Honka, Marja E. Heikkinen, Jesper Madsen, Gerhard J. D. M. Müskens, Hans Ellegren (2023): &amp;#039;&amp;#039;Highly differentiated loci resolve phylogenetic relationships in the Bean Goose complex.&amp;#039;&amp;#039; BMC Ecology and Evolution. 23 (1): 2. [[doi:10.1186/s12862-023-02103-3]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Waldsaatgans}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gänse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturdenkmal in Japan]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kuhlmanm</name></author>
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