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	<title>Waldgeist - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Waldgeist&amp;diff=150906&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Nachtigall1386: /* Waldgeister in Osteuropa und Baltikum */</title>
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		<updated>2025-03-25T09:48:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Waldgeister in Osteuropa und Baltikum&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zum Rennpferd siehe [[Waldgeist (Pferd)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Waldgeist&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Volkskunde|volkskundliche]] Sammelbezeichnung für [[Geistwesen]], die als mit dem [[Wald]] verbunden gelten. Die vielen verschiedenen Wesen, die unter der Kategorie &amp;#039;&amp;#039;Waldgeister&amp;#039;&amp;#039; summiert werden, unterscheiden sich in Namen, Verhalten und Aussehen voneinander.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 443.&amp;lt;/ref&amp;gt; Waldgeisterüberlieferungen müssen in historischer, inhaltlicher und [[Kulturgeographie|kulturgeographischer]] Hinsicht differenziert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Bodner  2006, S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Waldgeistertraditionen entstehen nicht automatisch aus dem Kontakt mit Wäldern. Sondern sie entstehen dort, wo Menschen einen kulturellen Bezug zum Wald herstellen, etwa durch [[Jagd]] und [[Holzverarbeitung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Bodner  2006, S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Jacob Grimm]], [[Wilhelm Mannhardt]], [[James George Frazer]] und die Vertreter der [[Mythologische Schule|Mythologischen Schule]] des 19. Jh. interpretierten die Waldgeister der [[Volkserzählung]]en des [[Germanische Sprachen|germanischen Sprachraumes]] als Relikte vorchristlicher [[Germanische Gottheit|germanischer Gottheiten]] bzw. als Überbleibsel eines [[Baumkult]]es um angeblich als beseelt gedachte Bäume. Diese Theorien gelten heute als wissenschaftlich veraltet. Bei vielen Waldgeistern handelt es sich eher um lokale [[Kinderschreckfigur]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;Bodner 2006, S. 130f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Volkskundler [[Leander Petzoldt]] definiert „Waldgeister“ über einen „direkten oder indirekten Bezug zum Wald“. Es sei jedoch schwierig, die „genuinen Waldgeister“ von den [[Elementargeist]]ern und den [[Wildgeist]]ern abzugrenzen. Bei diesen Begriffen handelt es sich um Taxonomien der Volkskunde, für die tatsächlichen Träger der untersuchten Traditionen spielen diese Konzepte keine Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 443.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Petzoldt sei grundsätzlich zwischen solitären Waldgeistern (bspw. [[Rübezahl]], [[Hehmann]]) und kollektiven Waldgeistern (bspw. [[Salige Frau]]en, [[Moosweiblein]]) zu unterscheiden.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 444f., 446f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Volkskundler Reinhard Bodner definiert Waldgeister als Wesen „mit bewohnendem, besitzendem und beschützendem Verhältnis zum Naturbereich des Waldes“.&amp;lt;ref&amp;gt;Bodner  2006, S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Waldgeister gelten häufig als eine von mehreren Untergruppen der [[Naturgeist]]er, diesen von der Forschung aufgestellten Kategorien lassen sich die untersuchten Wesen aber häufig nicht klar zuordnen: „Sind Geister waldreicher Bergregionen Waldgeister oder eher [[Berggeist]]er?“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gertrud Scherf]]: &amp;#039;&amp;#039;Nixen, Wichtlein und Wilde Frauen. Eine Kulturgeschichte der Naturgeister in Bayern.&amp;#039;&amp;#039; Allitera Verlag, München 2017, ISBN 978-3-86906-986-9. Hier S. 59, vgl. auch ebd. S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Åke Hultkrantz]], [[Lutz Röhrich]], [[Ivar Paulson]] und [[Ronald Grambo]] leisteten Beiträge zur volkskundlichen Waldgeisterforschung.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 448.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Waldgeister in Mittel- und Nordeuropa ==&lt;br /&gt;
[[Datei:GNM HsMerkel271 img 276.jpg|mini|Holzmann und Holzfrau in einer zwischen 1561 und 1600 entstandenen Handschrift.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weibliche Waldgeister werden in [[mittelalter]]lichen Quellen erstmals bei [[Burchard von Worms]] erwähnt: „agrestes feminae quas silvaticas vocant“. Der erotische Aspekt dieser Waldfrauen spielt eine Rolle für die Figur der [[Rauhe Else|Rauhen Else]] im mittelhochdeutschen [[Wolfdietrich]]-Epos. Der [[Wilder Mann|Wilde Mann]] taucht dagegen in französischen Epen des 12. Jh. als Gegner der ritterlichen Helden auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 445f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Waldgeisterfiguren erfuhren im Laufe der Zeit inhaltliche Veränderungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 446.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die [[Christianisierung]] konnten Wesen des [[Volksglaube]]ns etwa zu [[Trickster]]n verharmlost oder zu [[Teufel]]n dämonisiert werden. Die Tendenz zur Dämonisierung zeigt sich in mittelalterlichen [[Glosse (Erläuterung)|Glossen]], die germanische Wörter wie &amp;#039;&amp;#039;[[Schrat]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Holzfrau&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;[[Larvae]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Lamien]]&amp;#039;&amp;#039; übersetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bodner 2006, S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] wurden einige Gestalten, beispielsweise der [[Wilde Jagd|Wilde Jäger]], entdämonisiert und etwa als [[Sünde]]r gedeutet, die zur Strafe umgehen müssten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls in der Frühen Neuzeit finden Waldgeister einen Platz in den gelehrten [[Dämonologie]]n von Philosophen wie [[Johannes Trithemius]] und [[Agrippa von Nettesheim]].&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 445.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Paracelsus]] ordnete die Waldgeister den [[Sylphe]]n bzw. &amp;#039;&amp;#039;Sylvesteres&amp;#039;&amp;#039; zu, d. h. den Elementargeistern der Luft. In seiner [[Renaissance-Humanismus|renaissance-humanistischen]] Geisterlehre wurden die Waldgeister also zu Elementargeistern entdämonisiert und als von Gott eigens geschaffene Wesen gedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mitteleuropäischen [[Volkssage]]n erscheinen Waldgeister meist [[Anthropomorphismus|anthropomorph]] in Männer- oder Frauengestalt. Auch ihre Lebensverhältnisse werden oft ähnlich denen der Menschen vorgestellt: Sie leben in Familien, besitzen Haus und Hof, und werden von Königen regiert. Die verschiedenen Überlieferungen mit Bezug auf die als Waldgeister zusammengefassten Wesen sind sehr vielfältig. So wird zu Menschen ein ambivalentes Verhältnis beschrieben: Einerseits wird erzählt, wie sie Menschen heiraten, menschliche [[Hebamme]]n benötigen, den Hirten das Vieh hüten und den Bauern bei der Ernte helfen. In anderen Geschichten führen sie Menschen in die Irre, versuchen sie zu töten, oder stehlen Kinder und tauschen sie gegen [[Wechselbalg|Wechselbälger]] aus. Der Umgang mit Waldgeistern wird durch verschiedene Verbote geregelt, man darf etwa weder ihren Namen aussprechen, noch auf ihren Ruf antworten.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp.  443f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Skandinavien]] treten verführerische weibliche Waldgeister auf ([[Schwedisch|schwed]]. Skogsrå, [[Norwegisch|norw]]. [[Huldra]]), die den Menschen schaden oder nützen können. Die [[Troll (Mythologie)|Waldtrolle]] erscheinen meist als gefährlich, hässlich und dumm.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 447.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Waldgeister skandinavischer Erzählungen werden oft als [[Herr der Tiere]] interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Petzoldt 2014, Sp. 447.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bodner 2006, S. 130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Waldgeister in Osteuropa und Baltikum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Girl and Leshy (Yakunchikova).jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Das Mädchen und der Lešij&amp;#039;&amp;#039; (1899). Wandtafel aus Stoff der russischen Künstlerin [[Marija Wassiljewna Jakuntschikowa]].]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Westslawische Sprachen|west-]] und [[Ostslawische Sprachen|ostslawischen Sprachen]] existiert eine Reihe von Geisterbezeichnungen, die auf „lés“ (dt. Wald) gebildet sind. Der älteste Beleg für den in der modernen russischen Schriftsprache „[[Leschi]]“ genannten Waldgeist findet sich in einer Handschrift aus dem zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts. Dazu existieren Dialektformen wie „lesovík“ und „lesovój“, und weibliche Formen wie „lešaja“.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckert 1992, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Entsprechung in der belarussischen Schriftsprache ist „ljasun“. Im Ukrainischen heißt der männliche bzw. weibliche Waldgeist „lisú“ bzw. „lisúnka“. Weitere Entsprechungen sind slowakisch „leš(ák)“ bzw. „lisun“, tschechisch „leši“, polnisch „les&amp;#039;nik“, und [[slowinzisch]] „l&amp;#039;esinka“. In den [[Südslawische Sprachen|südslawischen Sprachen]] finden sich keine Geisternamen auf „lés“, hier sind es die [[Wila (Mythologie)|Vilas]], die im Wald verortet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckert 1992, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom lešij wird erzählt, wie er im Wald schreit, Menschen in die Irre führt und Hasen umherjagd. Der Waldgeist wird teilweise als Antagonist zum [[Hausgeist]] („[[Domowoi]]“) beschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckert 1992, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den [[Baltische Sprachen|baltischen Sprachen]] sind Geisternamen ähnlich auf Wörter für „Wald“ gebildet. Aus den drei litauischen Wörtern für Wald („girià“, „mlškas“, „média“) folgen die Namen „girýstis/girýkštis/girináitis“, „miškinis“ und „medeine“. Von diesen weist nur letzterer ein hohes Alter auf, und ist in Formen wie „Medeinô“, „Me(n)deina“ und „Modeina“ bereits seit dem 13. Jh. als Bezeichnung einer Waldgöttin überliefert.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckert 1992, S. 3f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Lettischen sind Bezeichnungen wie „mežuons“, „mežans“ und „mežainis“ von der Wurzel *med- abgeleitet. Die Wörter bezeichnen nicht nur Geister, sondern können auch als [[Tabu]]ersatznamen für Wolf und Bär stehen. Auch die in [[Dainas]] auftretenden „Meža mates“ (dt. Waldmütter) und „meža meita“ (dt. Waldtochter) gehören in diesen Zusammenhang.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckert 1992, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der litauische Teufelsname „kélmas“ bedeutete ursprünglich „Baumstumpf“, als Zwischenglied ist wohl ein später dämonisierter Waldgeistername anzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckert 1992, S. 9f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Slawist und Baltist [[Rainer Eckert (Linguist)|Rainer Eckert]] stellt eine „semantisch-wortbildungsmäßige Übereinstimmung“ zwischen den slawischen und baltischen Waldgeisternamen fest und vermutet, dass eine der Sprachgruppen hier auf die andere eingewirkt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Eckert 1992, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Reinhard Bodner: &amp;#039;&amp;#039;Waldgeister&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Heinrich Beck (Philologe)|Heinrich Beck]], [[Dieter Geuenich]], [[Heiko Steuer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 33. Zweite, völlig neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin und New York 2006, ISBN 978-3-11-018388-7, S. 129–131.&lt;br /&gt;
* [[Rainer Eckert (Linguist)|Rainer Eckert]]: &amp;#039;&amp;#039;Zu den baltischen und slawischen Bezeichnungen des Waldgeistes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Baltic Studies.&amp;#039;&amp;#039; Band 23, Nr. 1, 1992, S. 3–16.&lt;br /&gt;
* [[Leander Petzoldt]]: &amp;#039;&amp;#039;Waldgeister&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Rolf Wilhelm Brednich]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Enzyklopädie des Märchens]]. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung&amp;#039;&amp;#039;. Band 14. De Gruyter, Berlin und Boston 2014, ISBN 978-3-11-040244-5, Sp. 443–450.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Forest spirits|Waldgeister|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4382530-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturgeist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Nachtigall1386</name></author>
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