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	<title>Wüstung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;W. Edlmeier: wl</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;wl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Staatslastig|DE}}&lt;br /&gt;
[[Datei:La Santa - 662982.jpg|mini|Verlassenes Dorf &amp;#039;&amp;#039;La Santa&amp;#039;&amp;#039; in der Gemeinde [[Munilla (La Rioja)|Munilla]], [[La Rioja (spanische Region)|La Rioja]], [[Spanien]]]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Matadero Epecuen (1).JPG|mini|[[Villa Epecuén]], Ruine der alten Schlachterei]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Winnefeld Wüstung Kirchengrundmauern.jpg|mini|Kirchenruine der Wüstung [[Winnefeld (Wüstung)|Winnefeld]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wüstung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Ödung, Elende&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online=[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Wüstung zeno.org] |Titel=Meyers Großes Konversations-Lexikon |Auflage=6. |Verlag=Bibliographisches Institut |Ort=Leipzig/Wien |Datum=1909 |Abruf=2018-10-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;abgegangene Siedlung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist die Bezeichnung für eine aufgegebene [[Siedlung]] oder [[Kulturlandschaft|Wirtschaftsfläche]] ([[#Flurwüstungen|Flurwüstung]]), an die nur noch [[Urkunde]]n, [[Flurname]]n, [[Bodendenkmal|Reste im Boden]], [[Ruine]]n oder [[Oral History|örtliche mündliche Überlieferungen]] erinnern. Nicht dazu zählen archäologische Einzeldenkmäler wie [[Burg]]en oder einzelne Ruinen inmitten bewirtschafteter Regionen. Gelegentlich wird die Bezeichnung auch auf Ortschaften angewendet, die erst seit dem 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert [[Devastierung|devastiert]] wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten, in denen viele Siedlungen wegen [[Bevölkerungsrückgang]] aufgegeben wurden, nennt man &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wüstungsperioden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Aufgegebene Siedlungen [[Ur- und Frühgeschichte|vorgeschichtlicher]] Zeit werden nicht als Wüstung bezeichnet. Auch in der [[Antike]] gab es Wüstungen, ohne dass man sie gewöhnlich als solche bezeichnet. &lt;br /&gt;
[[Geisterstadt|Geisterstädte]] sind Siedlungen der [[Neuzeit]] mit verlassenen und weitgehend erhaltenen Bauwerken ([[Lost Place]]s).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Steinkohlenbergbau]] bezeichnet Wüstung den durch Abbau oder [[Grubenbrand|Grubenbrände]] entstehenden Leerraum.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online=[http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Wüstung zeno.org] |Titel=Pierer’s Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart |Auflage=4. |Verlag=Verlagsbuchhandlung von [[Heinrich August Pierer|H. A. Pierer]] |Ort=Altenburg |Datum=1865 |Abruf=2018-10-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wüstungsschema nach Scharlau ==&lt;br /&gt;
Der Geograph [[Kurt Scharlau]] unterschied in den 1930er Jahren verschiedene Wüstungsarten. Sein Schema wurde seitdem mehrfach erweitert; es wird aber kritisiert, da es der Dynamik der Siedlungsexpansion und -regression (=&amp;amp;nbsp;Wüstungsprozesse) nicht gerecht werde.&lt;br /&gt;
Scharlau unterscheidet:&lt;br /&gt;
* Dorfwüstung (auch Orts- oder Siedlungswüstung) und Flurwüstung&lt;br /&gt;
* [[temporär]]e Wüstung (zeitweiliges Verlassen und Wiederbesiedlung) und permanente Wüstung&lt;br /&gt;
* partielle Wüstung (teilweise Aufgabe) und totale Wüstung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungswüstungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schild Wüstung Golm.JPG|mini|Informationstafel zur [[Golm (Perleberg)|Wüstung Golm]] in der [[Prignitz]]]]&lt;br /&gt;
Siedlungswüstungen sind völlig aufgegebene dörfliche Siedlungen. Ausgeprägte Wüstungsvorgänge gab es in Europa im frühen und späten [[Mittelalter]]. Wüstungen sind aber nicht ausschließlich ein Phänomen der europäischen Siedlungsgeschichte, sondern es gibt sie auf der ganzen Erde. In vielen Gegenden setzte die [[schriftliche Überlieferung]] erst spät ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Wüstungen werden nur zufällig entdeckt, weil sie von Wald oder Buschwerk überwachsen sind bzw. durch [[Erosion (Geologie)|Erosion]] eingeflacht wurden. Manchmal machen sich verborgene oder eingeebnete Wüstungen in Luftbildern bei flachem Sonnenstand durch ihren Schattenwurf bemerkbar. Andere Arten sind aus der Luft oder mit Satelliten-[[Photogrammetrie]] erkennbar, weil sie – wie auch antike [[Grundmauer]]n – Farbanomalien im Boden oder beim Bewuchs verursachen. Oftmals zeugen urkundliche Erwähnungen von Orten, die in der Folgezeit nirgendwo in jener Region erwähnt werden. Weitere Indizien für abgegangene Siedlungen können besondere Nutzungsverhältnisse sein, etwa Gartenareale weit außerhalb bestehender Siedlungen oder Unregelmäßigkeiten in der [[Dreifelderwirtschaft|Dreizelgenwirtschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich wird zwischen Orts- und Flurwüstungen unterschieden. Erstere beziehen sich auf Wohn- und [[Wirtschaftsgebäude]], letztere auf aufgegebene Äcker und Wiesen. Diese Wüstungen können teilweise oder vollständig &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;wüstfallen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (partielle/totale Orts- und Flurwüstung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flurformenrelikte wie [[Langstreifengewannflur]], [[Wölbacker|Wölbäcker]] und [[Lesesteinhaufen]], die sich unter manchen Wäldern befinden, deuten auf Flurwüstungen hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hohe [[Phosphat]]werte in Bodenproben, eingesunkene Kellergruben, [[Podest#Architektur|Hauspodien]], Reste von Mauerfundamenten oder alte ehemalige Dorfbrunnen weisen auf Ortswüstungen hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hochmittelalterliche Wüstungen ===&lt;br /&gt;
Das [[Hochmittelalter]] war zwar grundsätzlich eine Periode der Gründung und des Wachstums von Siedlungen, es kam gelegentlich dennoch zur Entstehung von Wüstungen. Ein Beispiel für eine in dieser Zeit entstandene Wüstung ist [[Freyenstein]] ([[Archäologischer Park Freyenstein]]) im nördlichen Brandenburg, das nach einer Zerstörung infolge einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Mecklenburg auf einer angrenzenden Niederung wieder aufgebaut wurde. Ein weiteres, gut erforschtes Beispiel ist die [[Stadtwüstung Nienover]], die als Folge von Kämpfen um die Landesherrschaft im [[Solling]] entstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Wüstungsbildungen kam es auch im Zusammenhang mit der hochmittelalterlichen Umstrukturierung der ländlichen Sozial- und Wirtschaftsstrukturen. Beispielsweise kam es im Zuge einer Dorfgenese oder [[Kloster]]gründung nicht selten zu einer sogenannten Fehlsiedlung, wenn das Umfeld sich als ungeeignet für eine Siedlung herausstellte. Auch die Einführung der [[Dreizelgenwirtschaft]] konnte dazu führen, dass eine Siedlung an einem neuen Platz errichtet wurde oder zwei Siedlungen zusammengelegt wurden, da die gemeinschaftliche Ackerbewirtschaftung eine gewisse Mindestanzahl von Bauern erforderte. Im Zuge der im 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zunehmenden Stadtgründungen wurden ebenfalls Ortschaften aufgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätmittelalterliche Wüstungsperiode und Wüstungsursachen ===&lt;br /&gt;
Während des [[Spätmittelalter]]s im 14.&amp;amp;nbsp;und 15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurden überdurchschnittlich viele Siedlungen aufgegeben, wobei landschaftliche Unterschiede zu bemerken sind. Bei der [[Analyse]] der Ursachen für diese Wüstungsperiode sind auch die Gründe für die hochmittelalterlichen Wüstungen zu berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ruin4 Stonechurch Dangelsdorf.JPG|mini|Ruine der [[Feldsteinkirche]] in der Wüstung [[Dangelsdorf (Wüstung)|Dangelsdorf]] aus dem 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Leisenberger Kirche 04.jpg|mini|Kirchruine der [[Leisenberg (Wüstung)|Wüstung Leisenberg]] bei Gillersheim]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Dietikon - Glanzenberg Städtchen IMG 5992.JPG|mini|Mauerreste des Städtchens [[Ruine Glanzenberg|Glanzenberg]] in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fehlsiedlung: Rücknahme von Siedlungen, die im Rahmen des [[Landesausbau]]s an ungünstigen Standorten gegründet wurden,&lt;br /&gt;
* [[Agrarkrise]], Wirtschaftskrise, [[Missernte]]n,&lt;br /&gt;
* [[Bodendegradation]] durch Rodung und [[Übernutzung]] (unter Einwirkung von Extremwetterereignissen,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Rudolf Bork]], Helga Bork, Claus Dalchow, Berno Faust, Hans-Peter Piorr, Thomas Schatz: &amp;#039;&amp;#039;Landschaftsentwicklung in Mitteleuropa. Wirkungen des Menschen auf Landschaften.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Perthes, Gotha u. a. 1998, ISBN 3-623-00849-4.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
* Bevölkerungsrückgang infolge der [[Schwarzer Tod|Pest]],&lt;br /&gt;
* [[Bauernlegen (Geschichte)|Bauernlegen]], das heißt Einziehung des Landes durch den [[Gutsherrschaft|Gutsherren]],&lt;br /&gt;
* Zunehmende Konzentration in Großdörfern,&lt;br /&gt;
* Andauerndes Wachstum der Städte,&lt;br /&gt;
* Folgen der spätmittelalterlichen [[Kleine Eiszeit|kleinen Eiszeit]] (Mitte 15. Jahrhundert),&lt;br /&gt;
* Kriegsfolgen: Zerstörungen, nicht nur im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätmittelalterliche Wüstungen in Deutschland sind beispielsweise [[Beidenau]], [[Buristsorpe]], [[Cismerstorpe]], [[Ludwigsfelde#Damsdorf|Damsdorf]], [[Dangelsdorf (Wüstung)|Dangelsdorf]], [[Domjüchsee#Wüstung Domjüch|Domjüch]], [[Dreckshausen]], [[Düringerode]], Eddessen (heute [[Klus Eddessen]]), [[Gendach]], [[Hohenrode (Wüstung)|Hohenrode]], [[Jahnsgrün (Hartmannsdorf)|Jahnsgrün]], [[Jenschwitz]], [[Landsberg in Hessen]], [[Leisenberg (Wüstung)|Leisenberg]], [[Neidlingen (Obersulm)|Neidlingen]], [[Nossedil]], [[Opritz]], [[Pirkenreuther Kapelle|Pirkenreuth]], [[Remmigheim]], [[Schleesen (Wüstung)|Schleesen]], [[Vöhingen]], [[Landstein (Wüstung)|Landstein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeitliche Wüstungen ===&lt;br /&gt;
Bekannt ist das Phänomen sogenannter „[[Geisterstadt|Geisterstädte]]“, die oft nach kurzen Blütezeiten (Gold, Edelsteine etc.) wieder verödeten (wie [[Kolmannskuppe]] in [[Namibia]], früher [[Deutsch-Südwestafrika]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relativ selten anzutreffen sind moderne Wüstungen als Folge von technischen Katastrophen wie etwa der [[Nuklearkatastrophe von Tschernobyl]], wo das radioaktiv [[Kontamination (Radioaktivität)|kontaminierte]] Gebiet evakuiert werden musste und daher nicht nur die bekannte Geisterstadt [[Prypjat (Stadt)|Prypjat]] entstand, sondern auch mehrere Dörfer und die dazugehörigen landwirtschaftlichen Flächen aufgegeben wurden. Einige dieser Dörfer wurden abgerissen, um die Rückkehr der Bewohner zu verhindern, und können daher (anders als etwa Prypjat) als Wüstungen im engeren Sinne gelten.&lt;br /&gt;
==== Wüstungen als Kriegsfolgen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Kampfgebieten des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] sind einige Ortschaften in der &amp;#039;&amp;#039;[[Zone rouge]]&amp;#039;&amp;#039; bis heute nicht wieder aufgebaut worden, beispielsweise [[Fleury-devant-Douaumont|Fleury]] und [[Ornes (Meuse)|Ornes]] vor [[Verdun]]. Der von deutschen [[Wehrmacht]]seinheiten auf ihrem Rückzug 1944 zerstörte alte Ortsteil von [[Oradour-sur-Glane]] ist in diesem Zusammenhang ebenfalls als Wüstung zu bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950|Vertreibung]] der deutschen Bevölkerung aus [[Ostpreußen]] entstanden in den Jahren 1946 bis 1948 mehrere hundert Wüstungen im heutigen [[Oblast Kaliningrad|Kaliningrader Gebiet]]. Die völlig entvölkerte Provinz wurde zwar mit Bürgern der [[Sowjetunion]] wieder besiedelt, allerdings betraf das im Wesentlichen die Städte wie [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]], [[Gussew|Gumbinnen]] oder [[Baltijsk|Pillau]], während kleinere Orte und Dörfer dem Verfall preisgegeben waren. Ähnliches gilt für viele Gebirgsdörfer des [[Erzgebirge]]s, des [[Egerland]]es und des [[Böhmerwald]]es im Grenzgebiet Tschechiens zu Deutschland, wo nach der Vertreibung der [[Deutschböhmen und Deutschmährer]] Wohnstätten nicht wieder besiedelt wurden. Die Altstadt des im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zur Festung erklärten [[Festung Küstrin|Küstrin]] ist nach dem Krieg ebenfalls nicht wieder aufgebaut worden und stellt heute eine Wüstung dar. Wüstungen finden sich auch in den Gebirgen [[Schlesien]]s, wie zum Beispiel [[Wielka Izera|Groß Iser]] im Isergebirge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wüstungen für militärische Zwecke ====&lt;br /&gt;
Durch die Ausweisung von [[Truppenübungsplatz|Truppenübungsplätzen]] nach 1933 im Deutschen Reich wurden größere Landstriche entvölkert. Die dort lebende Bevölkerung wurde teilweise entschädigt und umgesiedelt. Die Ortschaften sind zum Teil heute noch als Ruinenfelder erkennbar, oder sie wurden für Übungen im [[Häuserkampf (Militär)|Häuserkampf]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Truppenübungsplätze mit zahlreichen Wüstungen sind:&lt;br /&gt;
* [[Erprobungsstelle Rechlin]] mit den Wüstungen [[Klopzow]], [[Leppin (Wüstung)|Leppin]], Roggentin und Rechlin,&lt;br /&gt;
* [[Wahn (Hümmling)|Wahn]] in [[Niedersachsen]],&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Bergen|Bergen]] in Niedersachsen,&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Senne|Senne]] in [[Nordrhein-Westfalen]], Wüstungen: [[Hövelsenne]] und [[Haustenbeck]],&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Vogelsang|Vogelsang]] mit Wüstung [[Wollseifen]] (Eifel),&lt;br /&gt;
* [[Dallgow-Döberitz#Dorf Döberitz|Döberitz]] in [[Brandenburg]],&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Altmark|Altmark]] in der [[Colbitz-Letzlinger Heide]], mit den Wüstungen [[Salchau (Wüstung)|Salchau]], [[Schnöggersburg]] und Paxförde,&lt;br /&gt;
* [[Münsingen (Württemberg)|Münsingen]] in [[Baden-Württemberg]], mit der Wüstung [[Gruorn]],&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Grafenwöhr|Grafenwöhr]] und [[Truppenübungsplatz Hohenfels|Hohenfels]] in der [[Oberpfalz]] (wobei Grafenwöhr schon in den Jahren 1907 bis 1910 angelegt wurde),&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Baumholder|Baumholder]] in [[Rheinland-Pfalz]],&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Hammelburg|Hammelburg]] in [[Bayern]], mit [[Bonnland]] und [[Hundsfeld (Rhön)|Hundsfeld]] (abgesiedelt 1937/38),&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Allentsteig|Allentsteig]] in [[Niederösterreich]],&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Königsbrück|Königsbrück]] in [[Sachsen]], mit den Wüstungen Bohra, Krakau, Otterschütz, Quosdorf, Röhrsdorf, Rohna, Steinborn, Zietsch und Zochau,&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Wildflecken|Wildflecken]] in [[Bayern]] und [[Hessen]] mit mehreren abgegangenen Orten,&lt;br /&gt;
* [[Wustrow (Halbinsel)|Halbinsel Wustrow]],&lt;br /&gt;
* [[Truppenübungsplatz Altengrabow|Altengrabow]] in [[Sachsen-Anhalt]], mit den Wüstungen [[Gloine (Wüstung)|Gloine]], [[Thümermark]] und [[Klitsche (Thümermark)|Klitsche]] (Aufstellung bereits 1893).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Errichtung geheimer Militärobjekte wurden an strategisch wichtigen und abgelegenen Orten Bunkeranlagen und Gefechtsstände errichtet, beispielsweise:&lt;br /&gt;
* [[Landkreis Mecklenburgische Seenplatte]]: [[Katzenhagen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wüstungen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ====&lt;br /&gt;
Einige Orte, die innerhalb der fünf Kilometer breiten [[Sperrgebiet|Sperrzone]] an der [[Innerdeutsche Grenze|innerdeutschen Grenze]] lagen, wurden zwangsentsiedelt und später [[Schleifung|geschleift]]. Im Kreis Nordwestmecklenburg ereilte 13 Orte dieses Schicksal. Insgesamt wurden an der Grenze mehr als 50 Orte zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Norbert Klaus Fuchs]]: &amp;#039;&amp;#039;Billmuthausen. Das verurteilte Dorf.&amp;#039;&amp;#039; Greifenverlag, Rudolstadt u. a. 2010, ISBN 978-3-86939-004-8, S. 8–9: Liste mit 35 Orten und Ortslagen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine unvollständige Liste:&lt;br /&gt;
* [[Landkreis Nordwestmecklenburg]]: [[Bardowiek]] (Selmsdorf), [[Lankow (Wüstung)|Lankow]] (bei Mustin), Lenschow und Wahlstorf (Lüdersdorf), Neuhof (Gadebusch),&lt;br /&gt;
* [[Landkreis Ludwigslust-Parchim]]: [[Schwanheide|Neu Zweedorf]], [[Gresse|Wendisch Lieps]],&lt;br /&gt;
* [[Landkreis Hildburghausen]]: [[Billmuthausen]], [[Erlebach]], [[Leitenhausen (Heldburg)|Leitenhausen]],&lt;br /&gt;
* Kreis Schleiz: [[Dornholz]],&lt;br /&gt;
* Kreis Salzwedel: [[Groß Grabenstedt]], [[Jahrsau]], Stresow,&lt;br /&gt;
* Kreis Sonneberg: Kaulsroth, [[Dorfstelle Liebau|Liebau]], [[Korberoth]], Christiansgrün bei Tettau,&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Ziener: [http://www.oberland-am-rennsteig.com/index.php/aus-unserer-geschichte/gras-wuchs-ueber-christiansgruen &amp;#039;&amp;#039;Gras wuchs über Christiansgrün …&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;oberland-am-rennsteig.com&amp;#039;&amp;#039;. 20. Februar 2016, abgerufen am 18. Dezember 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Landkreis Schmalkalden-Meiningen]]: [[Schmerbach (Wüstung)|Schmerbach]], Ruppers, [[Birxgraben#Birxmühle|Birxmühle]],&lt;br /&gt;
* Kreis Altmark: [[Stresow (Aulosen)|Stresow]],&lt;br /&gt;
* Kreis Eichsfeld: Taubenthal bei Falken, Vorwerk Karneberg, Gut Greifenstein, [[Gut Keudelstein|Rittergut Keudelstein]],&lt;br /&gt;
* [[Vogtlandkreis]]: [[Ebersberg (Vogtland)|Ebersberg]], [[Hammerleithen]], [[Markusgrün (Weischlitz)|Markusgrün]], [[Grobau|Stöckigt]], [[Troschenreuth (Vogtland)|Troschenreuth]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ralph Giordano]] |Titel={{lang|de-DE-1901|„Hier war ja Schluß …“. Was von der deutsch-deutschen Grenze geblieben ist}} |Verlag=Rasch und Röhring |Ort=Hamburg |Datum=1996 |ISBN=3-89136-591-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere moderne Wüstungen ====&lt;br /&gt;
Der unmittelbar in der Einflugschneise des [[Fliegerhorst Nörvenich|Fliegerhorstes Nörvenich]] gelegene Ort [[Alt-Oberbolheim]] wurde 1969 zum Schutz der Bewohner vor Lärm und eventuellen Abstürzen nach [[Oberbolheim]] umgesiedelt. Vergleichbare Wüstungen gibt es in Rheinland-Pfalz beim ehemaligen [[Fliegerhorst Pferdsfeld|NATO-Flugplatz Pferdsfeld]] mit [[Pferdsfeld (Hunsrück)|Pferdsfeld]], [[Rehbach (bei Sobernheim)|Rehbach]] und [[Eckweiler]], wobei es bei Rehbach ein zweifaches Wüstungsgeschehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hamburger Stadtteil [[Hamburg-Altenwerder]] wurde ab den 1960er Jahren zugunsten der Hafenerweiterung aufgegeben. Nur die [[St. Gertrud (Hamburg-Altenwerder)|Kirche]] blieb erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franzheim]] ist eine Wüstung, die sich auf dem Gelände des heutigen [[Flughafen München|Flughafens München]] befindet. Der Ort entstand Anfang des 19. Jahrhunderts als [[Streusiedlung]] im [[Erdinger Moos]] und wurde in den 1970er Jahren aufgrund des Flughafenbaus aufgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untergegangene Orte, die den [[Tagebau]]en zum Opfer fielen, können nach der Definition von Scharlau nicht als Wüstung bezeichnet werden. Solche Orte sind unter anderem [[Alt-Inden]], [[Horno (Jänschwalde)|Horno]], [[Lohn (Eschweiler)|Lohn]], [[Magdeborn]] und [[Obermerz]]. Dasselbe gilt für Orte, die in [[Stausee]]n verschwunden sind. Bekannte Beispiele sind (Alt-)[[Fall (Lenggries)|Fall]] im [[Isarwinkel]] und (Alt-)[[Graun im Vinschgau|Graun]] am [[Reschenpass]], dessen Kirchturm noch aus dem Wasser ragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flurwüstungen ==&lt;br /&gt;
Bei der Flurwüstung oder Ödung wird auch das Wirtschaftsland aufgegeben – während es ansonsten bei der Aufgabe einer Siedlung von den Nachbarorten aus weiterhin genutzt wurde. Regional bezeichnet der Begriff &amp;#039;&amp;#039;abgegangen&amp;#039;&amp;#039; eine Siedlungswüstung. Im 20. Jahrhundert kam es in den Alpen und anderen Gebirgen zur Auflassung von [[Alm (Bergweide)|Almgebieten]] als einer Form der Wüstung von Kulturland.&lt;br /&gt;
Es gibt einige Beispiele, bei denen sich [[Flur (Gelände)|Altflurrelikte]] unter Wald erhalten haben – teilweise in Verbindung mit Ortswüstungen, teilweise aber auch als aufgegebene Flurteile noch heute existierender Orte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Definition von Flurwüstungen ist jedoch insofern problematisch, als es sich selten um eine totale Aufgabe der Wirtschaftsflächen, sondern eher um die Umnutzung einer Fläche handelt. Ehemaliges Ackerland kann später eben auch extensiv als [[Weide (Tierhaltung)|Weideland]] oder Streuwiese weiter genutzt werden. Auch die Wiederbewaldung bedeutet kein Ende menschlichen Wirtschaftens. In der Praxis bedeutet Flurwüstung zumeist die Aufgabe von Ackerland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Sinne zählt man auch aufgegebene Straßen, [[Trasse (Verkehrsweg)|Eisenbahntrassen]], Almen (etwa wegen [[Gletscher]]vorstößen aufgegeben, siehe auch [[Übergossene Alm]]), Militärflächen und industrielle oder handwerkliche Anlagen dazu. Dafür finden sich gelegentlich Begriffe wie „Wegwüstung“ ([[Altstraße]]), „Almwüstung“ und „Anlagenwüstung.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- im Ortslexikon nicht vorhanden: Im Westen [[Hessen]]s südlich des Ortsrandes von [[Gräveneck]], Ortsteil der Gemeinde [[Weinbach]] im [[Landkreis Limburg-Weilburg]], liegt eine Wüstung namens [[Wüstung (Gräveneck)|Wüstung]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{LAGIS|titel=Wüstung, Landkreis Limburg-Weilburg |DB=OL |ID=8750|datum=2010-11-04 |zugriff=2017-03-14 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
2018 waren in Hessen 3508 Wüstungen im [[Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen|Landesgeschichtlichen Informationssystem]] (LAGIS) erfasst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{LAGIS|ref=LNK&lt;br /&gt;
|ID=de/subjects/xsearch/page/1/pageSize/50/sn/ol?q=YTozOntzOjc6Im9ydHN0eXAiO3M6ODoid3Vlc3R1bmciO3M6MTA6InRydW5raWVyZW4iO3M6MToiMSI7czo1OiJvcmRlciI7czozOiJvcnQiO30%3D&lt;br /&gt;
|titel=Treffersuche |DB=OL |werk=1}} Abgerufen am 22. Januar 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darauf basierend ergibt eine konservative Hochrechnung für ganz Deutschland eine Anzahl von mindestens 40.000&amp;amp;nbsp;Wüstungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selten kommt es vor, dass Wüstungen in der Neuzeit wiederbesiedelt und unter dem Namen der Wüstung neugegründet wurden. Als ein Beispiel ist [[Göttingerode]], Ortsteil der Stadt [[Bad Harzburg]] im [[Landkreis Goslar]] in Niedersachsen zu nennen, das im 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert als zuletzt „Gotingeroht“ wüst fiel und in den 1930er-Jahren aus wirtschaftlichen Gründen (Bergbau) an ungefähr derselben Position neu aufgebaut wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste von Wüstungen]]&lt;br /&gt;
* [[Stadtwüstung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Kurt Scharlau]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Frage des Begriffes „Wüstung“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geographischer Anzeiger.&amp;#039;&amp;#039; Band 39, 1938, {{ZDB|211214-0}}, S. 247–252.&lt;br /&gt;
* Heinz Pohlendt: &amp;#039;&amp;#039;Die Intensitätsstufen des mittelalterlichen Wüstungsvorganges im deutschen Raum&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geographentag.&amp;#039;&amp;#039; 27, 9, {{ISSN|0083-5684}}). Verlag des Amtes für Landeskunde, Landshut 1950.&lt;br /&gt;
* Heinz Pohlendt: &amp;#039;&amp;#039;Die Verbreitung der mittelalterlichen Wüstungen in Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Göttinger geographische Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; 3, {{ISSN|0341-3780}}) Geographisches Institut der Universität, Göttingen 1950.&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Abel (Historiker)|Wilhelm Abel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wüstungen in Deutschland. Ein Sammelbericht&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie]]. Sonderhefte.&amp;#039;&amp;#039; 2). DLG, Frankfurt am Main 1967.&lt;br /&gt;
* [[Achim Gercke]]: &amp;#039;&amp;#039;Der landwirtschaftliche Strukturwandel im 14. Jahrhundert. Die Ursache der Wüstungsperiode und die Meierhofbildung im Calenberger Land.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 44, 1972, {{ISSN|0078-0561}}, S. 316–328, ([https://www.historische-kommission.niedersachsen.de/download/77528/JB_44_1972.pdf Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Wilhelm Abel: &amp;#039;&amp;#039;Die Wüstungen des ausgehenden Mittelalters&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Forschungen zur Agrargeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 1). 3., neubearbeitete Auflage. G. Fischer, Stuttgart 1976, ISBN 3-437-50185-2.&lt;br /&gt;
* Dieter Staeck: &amp;#039;&amp;#039;Die Wüstungen im Saarland&amp;#039;&amp;#039;. 1976 https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:291-sulbdigital-205131&lt;br /&gt;
* Achim Gercke: &amp;#039;&amp;#039;Unbeachtete Fragen in der Wüstungsforschung im Calenberger Land.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Petermanns Geographische Mitteilungen]].&amp;#039;&amp;#039; Band 134, 1990, S. 201–203.&lt;br /&gt;
* Angelika Lampen, [[Armin Owzar]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schrumpfende Städte. Ein Phänomen zwischen Antike und Moderne&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Städteforschung.&amp;#039;&amp;#039; Reihe A: &amp;#039;&amp;#039;Darstellungen.&amp;#039;&amp;#039; 76). Böhlau, Köln u. a. 2008, ISBN 978-3-412-20217-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Abandoned villages|Wüstungen}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{HLS|7954|Wüstungen|Autor=[[Werner Meyer (Historiker, 1937)|Werner Meyer]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4139906-7}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Wüstung| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;W. Edlmeier</name></author>
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