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	<title>Würm-Kaltzeit - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T08:34:35Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=W%C3%BCrm-Kaltzeit&amp;diff=1144836&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie (Schreibt sich im Original mit Deppenapostroph, daher auch hier).</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=W%C3%BCrm-Kaltzeit&amp;diff=1144836&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-15T17:39:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie (Schreibt sich im Original mit Deppenapostroph, daher auch hier).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Map of Alpine Glaciations.png|mini|Ausdehnung der alpinen Vereisung in der Würmkaltzeit. Blau: Eisrandlage früherer Kaltzeiten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Würm-Kaltzeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Würm-Glazial&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Würmeiszeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Würmzeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist die Bezeichnung der [[Letzte Kaltzeit|letzten Kaltzeit]] im [[Alpen]]raum. Sie ist die bisher jüngste der im Alpenraum aufgetretenen großräumigen [[Kaltzeit|Vergletscherungen]], die über die Alpen selbst hinausgingen. Sie ist, wie die meisten anderen Kaltzeiten des [[Pleistozän]]s, nach einem Fluss benannt, nämlich der [[Würm (Amper)|Würm]] in [[Bayern]], einem Nebenfluss der [[Amper]]. Die Würm-Kaltzeit kann auf den Zeitraum von etwa 115.000 bis 10.000 Jahre vor heute datiert werden, wobei die Angaben differieren: je nachdem, wie die langen Übergangsphasen zwischen [[Kaltzeit|Glazialen]] und [[Interglazial]]en ([[Warmzeit]]en) der einen oder der anderen Periode zugeordnet werden. Die [[Jahresmitteltemperatur]]en während der Würm-Kaltzeit betrugen im [[Alpenvorland]] unter −3&amp;amp;nbsp;°C (heute +7&amp;amp;nbsp;°C). Dies wurde durch Veränderung der Vegetation ([[Pollenanalyse]]) sowie [[Fazies]]differenzierungen festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rolf K. Meyer, Hermann Schmidt-Kaler: &amp;#039;&amp;#039;Auf den Spuren der Eiszeit südlich von München&amp;amp;nbsp;– östlicher Teil.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wanderungen in die Erdgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 8). 1997, ISBN 3-931516-09-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gleichzeitige Kaltzeit Nord- und Mitteleuropas wird als [[Weichsel-Kaltzeit]] bezeichnet. Trotz der globalen Klimaschwankungen, Ursache für die großen Vereisungszyklen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alexa Schönstedt-Maschke |Titel=Steter Tropfen höhlt den Stein! oder Nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Wie wirksam ist die Entwicklungszusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen? |Sammelwerk=Engagement und Verantwortung der Zivilgesellschaft in der Entwicklungszusammenarbeit |Verlag=Nomos Verlagsgesellschaft mbH &amp;amp; Co. KG |Datum=2020 |ISBN=978-3-7489-0482-3 |Seiten=127–140 |DOI=10.5771/9783748904823-127}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, korreliert die Datierung der alpinen Gletschervorstöße nicht automatisch mit der weitesten Ausbreitung des skandinavischen [[Eisschild]]es.&amp;lt;ref&amp;gt;V. Sibrava, D. Q. Bowen, G. M. Richmond: &amp;#039;&amp;#039;Quaternary Glaciations in the Northern Hemisphere.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Quaternary Science Reviews.&amp;#039;&amp;#039; vol. 5). Pergamon Press, 1986, ISBN 0-08-034299-X.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Wighart von Koenigswald: &amp;#039;&amp;#039;Lebendige Eiszeit&amp;#039;&amp;#039;. Theiss-Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1734-3, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Nordamerika wird die entsprechende „letzte Kaltzeit“ als [[Wisconsin Glaciation]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Ehlers, P. L. Gibbard: &amp;#039;&amp;#039;Quaternary Glaciations: Extent and Chronology 2: Part II North America.&amp;#039;&amp;#039; Elsevier, Amsterdam 2004, ISBN 0-444-51462-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:SaaleWeichsel x.png|mini|500px|Würm-Kaltzeit (im Norden: Weichsel) im Vergleich zur Riß-Kaltzeit (im Norden: Saale). Die Gletschervorstöße waren unterbrochen von wärmeren Perioden, in denen sich die archaischen Menschen Europas (der [[Neandertaler]] als Nachfolger des &amp;#039;&amp;#039;[[Homo heidelbergensis]]&amp;#039;&amp;#039;) von den Gebirgszonen fort und über die Permafrostgrenze hinaus nach Norden und Nordosten ausbreiteten. Ab etwa 40.000 v. Chr. besiedelte der moderne [[Cro-Magnon-Mensch]] diese Gebiete.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitliche Einordnung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ice-core-isotope.png|mini|300px|Würm-Kaltzeit, dargestellt in den [[Eisbohrkern]]daten aus der [[Antarktis]] und [[Grönland]]s]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MoraenenSchlossZeil2a.jpg|mini|300px|Schotterebenen und Moränenlandschaft im [[Westallgäu]] bei [[Leutkirch]], links im Bild [[Schloss Zeil]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Gelasium]], also zu Beginn des [[Quartär (Geologie)|Quartärs]] vor rund 2,6 Millionen Jahren, begann auf der nördlichen Hemisphäre ein [[Eiszeitalter]], das bis heute anhält. Charakteristisch für ein solches Eiszeitalter ist die Vereisung der [[Pol (Geographie)|Polkappen]]. Auf das Gelasium folgten Alt-, Mittel- und Jungpleistozän mit einer zeitlichen Staffelung mehrerer Warm- und Kaltzeiten. Letztere werden oft auch „Eiszeiten“ oder „Glaziale“ genannt, wobei die Bezeichnung als Eiszeit oft mit dem Oberbegriff Eiszeitalter verwechselt wird. Die Warmzeiten werden als „Interglaziale“ bezeichnet. Wiederholt traten die [[Gletscher]] aus den Alpen auf das nördliche [[Molasse]]vorland aus und hinterließen dort [[Moräne]]n und Schmelzwasserablagerungen von bis zu mehreren hundert Metern Mächtigkeit. Man teilt das Pleistozän in den Alpen heute in die Phasen des &amp;#039;&amp;#039;[[Biber-Kaltzeit|Biber-]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Donau-Kaltzeit|Donau-]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Günz-Kaltzeit|Günz-]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Haslach-Kaltzeit|Haslach-]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Mindel-Kaltzeit|Mindel-]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Riß-Kaltzeit|Riß-]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Würm-Glazials&amp;#039;&amp;#039;. In der Riß-Kaltzeit (vgl. dazu die [[Saale-Kaltzeit]] in Nordeuropa) vollzog sich der weiteste Eisvorstoß in das [[Alpenvorland]]. Die jüngste Vorlandvereisung, die Würm-Kaltzeit, wies keine so weitgehende und geschlossene Front der Vergletscherung auf. Trotzdem ragen ihre Endmoränenzüge als Einzel-[[Vorlandgletscher|Loben]], die den Gletscherzungen entsprechen, weit ins Vorland hinein. Wurden sie im Hochgebirge noch von den Talflanken eingeengt, so konnten sich die fließenden Gletschermassen im Vorland oft zu riesigen Gletschern vereinigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Würm-Kaltzeit gebildeten Moränen und Schotterflächen sind am besten erhalten, da seither keine ähnlichen geologischen Vorgänge mehr folgten. Die eiszeitlichen Spuren wurden nicht durch weitere Gletscher ausgeschürft oder von ihren Sedimenten überlagert. Dadurch ist für die Würm-Kaltzeit eine genauere Datierung möglich als für die vorangegangenen Glazialstadien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Würm-Kaltzeit ging die [[Eem-Warmzeit]] voran, die vor rund 126.000 Jahren begann und 11.000 Jahre dauerte. Dann kam es zu einer deutlichen Abkühlung, die jedoch durch fallweise Schwankungen der Durchschnittstemperaturen um mehrere Grad Celsius gekennzeichnet ist. Die verschiedenen Vorstöße und Rückzüge der Gletscher, die mit diesen Temperaturschwankungen verbunden sind, nennt man „Stadiale“ mit eher niedrigen Temperaturen und „Interstadiale“ mit höheren Temperaturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Würm-Glazial endete vor rund 10.000 Jahren mit dem Beginn des [[Holozän]]s. Auf die Kaltzeit folgte wieder eine Erwärmung, die bis heute andauert und in der sich die Gletscher zurückbilden. Dennoch gab es auch im Holozän Temperaturschwankungen und auch Eisvorstöße, letztmals in der [[neuzeit]]lichen sogenannten [[Kleine Eiszeit|Kleinen Eiszeit]]. Das Holozän wird als „Interglazial“ des Eiszeitalters angesehen, da die Pole und die hohen Gebirgslagen noch immer vergletschert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Zur [[Stratigraphie (Geologie)|stratigraphischen]] Chronologie vergleiche den „Schwester-Artikel“ [[Weichsel-Kaltzeit]].&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Räumliche Ausdehnung ==&lt;br /&gt;
Innerhalb der Würm-Kaltzeit können verschiedene Vorstöße und Rückzüge der Gletscher dokumentiert werden. Dies führte zu einer staffelartigen Anordnung der einzelnen Endmoränenwälle und -kuppen. In den Tallagen sammelten sich Schotter zu Niederterrassen, in die die heutigen Flüsse nur wenig einschnitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der westlichste würmzeitliche Gletscher war der heute noch im [[Schweiz]]er [[Kanton Wallis]] existierende [[Rhonegletscher]]. Eine seiner Gletscherzungen bildete die heutigen Seen [[Bielersee]] und [[Neuenburgersee]]. Der Rhonegletscher bedeckte das gesamte Schweizer Plateau und reichte bis in die Gegend des heutigen [[Solothurn]]. In der Region [[Bern]] vereinigte er sich mit dem [[Aaregletscher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus dem alpinen Rheintal herausragende [[Rheingletscher]] erreichte bei seinem äußersten Vorstoß [[Schaffhausen]]. In seinem [[fluvioglazial]] [[Erosion (Geologie)|erodierten]] [[Zungenbecken]] liegt der heutige [[Bodensee]], der deswegen als würmglazial bezeichnet werden kann. Weiter östlich folgten kleinere Loben des [[Illergletscher|Iller-]] und [[Lechgletscher]]s. Dessen Niederterrassenschotter weisen eine große Ausdehnung bis an die [[Donau]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es schloss sich ostwärts der [[Isar-Loisach-Gletscher]] an und bildete die [[Gletscherzunge]]n von [[Bad Tölz|Tölz]], [[Wolfratshauser See]], [[Starnberger See]] und [[Ammersee]]. In dessen Zungenbecken befinden sich heute noch der Ammersee und Starnberger See.&lt;br /&gt;
Durch das Abschmelzen des Eises wurden die Zungenbecken nach und nach von Norden nach Süden eisfrei und füllten sich mit Schmelzwasser. Somit entstand eine Seenlandschaft. Diese Seenlandschaft wurde sofort wieder mit [[Seeton]] und [[Deltaschotter]] aufgefüllt. Der Starnberger See hat sich bis heute ohne Zufluss erhalten, während der Ammersee schon zur Hälfte aufgefüllt worden ist. Besonders kurz war die Existenz des [[Wolfratshausener See]]s; er wurde von Isar und Loisach schnell wieder verfüllt. Die Füllung der Becken hängt nicht so sehr von der Größe des durchströmenden Gerinnes als von dessen Geschiebe ab. Die Korngrößen (Schwebstoffe) sind von großer Bedeutung. Es wundert aus diesem Grund nicht, dass die meisten noch nicht verlandeten Seebecken in kalkalpinen Gegenden liegen. Obere Flüsse transportieren weniger Schwebstoffe als die aus kristallinen Gebieten.&lt;br /&gt;
Die äußersten Randlagen der Eisströme seien noch erwähnt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ammersee-[[Vorlandgletscher|Lobus]]: [[Pürgen]]-Stoffen&lt;br /&gt;
* Starnberger-See-(Würmsee-)Lobus: Neufahrn bei [[Schäftlarn]]&lt;br /&gt;
* Wolfratshausener Lobus (Hauptrandlage): [[Hohenschäftlarn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Süd nach Nord um 300 Meter abfallende und entsprechend an Mächtigkeit verlierende Niederterrasse der [[Münchener Schotterebene]] ist Würmgletschern zuzuordnen. In ihrem Nordteil kam es [[Periglazial|peri-]] und postglazial durch Grundwasseraustritte zu großen [[Quellmoor]]bildungen wie dem [[Dachauer Moos]] und dem [[Erdinger Moos]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Östlich an weit nach Norden ragende Moränenausläufer des [[Inn-Gletscher|Inngletschers]] schließen sich kleinere des [[Chiemseegletscher]]s an. Die Endmoränen des Inn-Gletschers finden sich bei [[Haag in Oberbayern]]. Um [[Rosenheim]] bildete sich im Spätglazial ein großer Eisstausee, das [[Rosenheimer Becken]] mit über 150 Meter mächtigen [[Sedimentation|Sedimenten]]. Auch der heutige [[Chiemsee]] stellt einen im Südteil aufgefüllten Schmelzwasserrestsee dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der östlichste der großen würmkaltzeitlichen Gletscher, die bis ins Vorland ragten, war der [[Salzachgletscher]] mit mehreren Endmoränenstaffeln. Zentrum der Eisvorstöße war ein Gletscherbecken bei Salzburg, von dem aus mehrere kleine Eisvorstöße abzweigten. Das Salzburger Becken wurde nach der Würm-Kaltzeit von einem später verlandeten See erfüllt, ebenso wie die kleineren Zweigbecken, in denen sich auch heute noch kleine Seen und Moore erhalten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar östlich des Salzachgletschers lagen drei kleinere Gletscher, die das Vorland erreichten. Ihre [[Stammbecken]] sind [[Mondsee]], [[Attersee (See)|Attersee]] und [[Traunsee]]. Weiter östlich gelegene Gletscher haben sich auf die Alpen beschränkt, das Ostende der Vergletscherung lag auf der Linie [[Völkermarkt]] – [[Judenburg]] – [[Admont]]. Isolierte Gletscher lagen auf den Massiven des [[Hochschwab]], des [[Dürrenstein (Ybbstaler Alpen)|Dürrenstein]] und der [[Rax]] rund um [[Mariazell]]. Das [[Klagenfurter Becken]] wurde bis Völkermarkt komplett von einem großen Gletscher eingenommen. Die [[Karawanken]] und der [[Triglav]] sowie im Westen die [[Karnische Alpen|Karnischen Alpen]] waren vollständig vereist. Von den Karnischen Alpen floss südlich des [[Trogkofel]]s ein Gletscher bis in die Gegend des heutigen [[Gemona]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://opac.geologie.ac.at/wwwopacx/wwwopac.ashx?command=getcontent&amp;amp;server=images&amp;amp;value=Poster_Alpenraum%20Eiszeit_opt.pdf |titel=Der Alpenraum zum Höhepunkt der letzten Eiszeit. Rekonstruktion der maximalen Gletscherausbreitung während des Höhepunktes der letzten Eiszeit (Würm) von 26 000 bis 20 000 Jahren vor heute |format=PDF; 4,12 MB |abruf=2017-04-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Italien konzentrierten sich mehrere Gletscher um den [[Gardasee]], der das Stammbecken des davon am weitesten nach Süden vorgerückten Gletschers darstellt. Ein weiterer Gletscher lag in der Gegend zwischen [[Comer See]] und [[Lago Maggiore]]; und im Westen erreichten Gletscher die [[Po-Ebene]] in der Umgebung von [[Ivrea]] und westlich von [[Turin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Rudolf Hohl |Titel=Die Entwicklungsgeschichte der Erde |Auflage=6. |Verlag=Werner Dausien Verlag |Ort=Hanau |Datum=1985 |ISBN=3-7684-6526-8 |Seiten=409}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Florenentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Mountainavens3.jpg|mini|Heutige Tundrenvegetation mit &amp;#039;&amp;#039;[[Dryas octopetala]]&amp;#039;&amp;#039; auf [[Svalbard|Spitzbergen]]]]&lt;br /&gt;
Die Vegetationsentwicklung seit dem Maximum der Würmkaltzeit ist von großer Bedeutung.&lt;br /&gt;
In dieser Phase herrschte im eisfreien nordwestlichen [[Europa]] eine [[Waldtundra|subarktische]] [[Tundra|Tundrenvegetation]], die aus [[Heidekrautgewächse|heidekrautgewächs]]-armen [[Pflanzengesellschaft|Zwergstrauchgesellschaften]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Betula nana]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Salix polaris]]&amp;#039;&amp;#039; u.&amp;amp;nbsp;a.) sowie einer arktisch-alpinen Steinschutt- und Rasenvegetation bestand, die wegen der milden Sommertemperaturen einen großen Anteil von Arten aufwies, die heute die polare oder alpine Waldgrenze nicht überschreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt sind in diesem Gebiet über 330 [[Pflanzensippe|Sippen]] nachgewiesen. Den unvergletscherten Raum Mitteleuropas zwischen dem nordischen Inlandeis und den [[Gletscher|vergletscherten]] Alpen besiedelte eine baumfreie Tundrenvegetation mit einem höheren Anteil an Steppenpflanzen (&amp;#039;&amp;#039;[[Artemisia (Pflanze)|Artemisia]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Chenopodiaceae]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Poaceae]]&amp;#039;&amp;#039;), deren Reste vielfach in [[Ton (Bodenart)|tonigen]] Sedimenten von Seen erhalten geblieben sind. Nach der Hauptart – der arktisch-alpinen Silberwurz (&amp;#039;&amp;#039;[[Dryas octopetala]]&amp;#039;&amp;#039;), werden diese fossilen Floren als Dryas-Floren bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artbestimmungen, v.&amp;amp;nbsp;a. bei der Steppen- und Halbwüstenarten umfassenden Gattung &amp;#039;&amp;#039;Artemisia&amp;#039;&amp;#039;, sind noch nicht zahlreich. Die Vegetation in den [[Mittelgebirge]]n Europas, des nördlichen Alpenvorlands, auf den Höhen der nur von kleineren Gletschern bedeckten Gebirge und im nordöstlichen Europa bestand aus Schneeboden- und [[Solifluktion]]s-Gesellschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Südeuropa]] war während der Zeit der maximalen Eisausdehnung in großen Teilen waldlos, mit weit zerstreuten, voneinander isolierten Gehölzvorkommen an begünstigten [[Habitat]]en. Es dominierten [[mediterran]]e und [[submediterran]]e [[Steppe]]n mit zahlreichen Inseln offener [[Hain|Baumhaine]]. Die [[Pollenanalyse|Pollenwerte]] von &amp;#039;&amp;#039;Artemisia&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Chenopodiaceaen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Poaceaen&amp;#039;&amp;#039; und von &amp;#039;&amp;#039;[[Ephedra]]&amp;#039;&amp;#039; sind relativ hoch. Danach dürften große Teile von Süd- und Südosteuropa, die außerhalb der [[Permafrostgrenze]] lagen, von Artemisia-Steppen beherrscht gewesen sein. In höheren Lagen der Gebirge traten vermutlich [[Höhenstufe (Ökologie)#Alpen und Mittelgebirge Deutschlands und Österreichs|alpin]]-[[Arides Klima|aride]] Gesellschaften auf. Auch in den submontanen Höhenlagen der süd- und südosteuropäischen Gebirge, besonders am Südwest- und Südrand der Alpen, auf dem [[Balkangebirge|Balkan]], am Südrand der [[Karpaten]] und im südlichen Griechenland sowie an feuchten [[Flussniederung]]en (Galerie- und Saumwälder) werden voneinander isolierte Waldinseln vermutet. Diese Gebiete waren offensichtlich Überdauerungsgebiete für den Großteil der heutigen europäischen Gehölze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Farnpflanzen]] sind z.&amp;amp;nbsp;B. die ursprünglichen [[diploid]]en [[Asplenium]]-Arten heute noch auf die kaltzeitlichen Rückzugsgebiete im Mediterran-Becken beschränkt, während die [[polyploid]]en Sippen nachkalt(eis)-zeitlich das restliche Europa erobert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Glaziale Serie]]&lt;br /&gt;
* [[Glaziologie]]&lt;br /&gt;
* [[Tobasee]]&lt;br /&gt;
* [[Toba-Katastrophentheorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Roland Walter: &amp;#039;&amp;#039;Geologie von Mitteleuropa&amp;#039;&amp;#039;. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1992, ISBN 3-510-65149-9.&lt;br /&gt;
* René Hantke: &amp;#039;&amp;#039;Eiszeitalter. Band 2: Letzte Warmzeiten, Würm-Eiszeit, Eisabbau und Nacheiszeit der Alpen-Nordseite vom Rhein- zum Rhone-System.&amp;#039;&amp;#039; Ott, Thun 1980, ISBN 3-7225-6259-7.&lt;br /&gt;
* Hans Graul, Ingo Schäfer: &amp;#039;&amp;#039;Zur Gliederung der Würmeiszeit im Illergebiet.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Geologica Bavarica.&amp;#039;&amp;#039; 18). Straub, München 1953.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Frey, Rainer Lösch: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Geobotanik, Pflanze und Vegetation in Raum und Zeit&amp;#039;&amp;#039;. Elsevier Spektrum Akademischer Verlag, 2004, ISBN 3-8274-1193-9.&lt;br /&gt;
* Dirk van Husen: &amp;#039;&amp;#039;Die Ostalpen in den Eiszeiten.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Aus der Geologischen Geschichte Österreichs&amp;#039;&amp;#039;). Geologische Bundesanstalt Wien, 1987, ISBN 3-900312-58-3.&lt;br /&gt;
* Rolf K. Meyer, Hermann Schmidt-Kaler: &amp;#039;&amp;#039;Auf den Spuren der Eiszeit südlich von München&amp;amp;nbsp;– östlicher Teil.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wanderungen in die Erdgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 8). Verlag Dr. Friedrich Pfeil, 1997, ISBN 3-931516-09-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* Schlüchter, C. (compil.) 2009.  [https://map.geo.admin.ch/?layers=ch.swisstopo.geologie-eiszeit-lgm-raster&amp;amp;layers_visibility=true Die Schweiz während des letzteiszeitlichen Maximums (LGM)], Bundesamt für Landestopografie swisstopo, Wabern. (&amp;#039;&amp;#039;Die Online-Karte GK500-LGM stellt die grösste Gletscherausdehnung in der Schweiz während des Höhepunkts der letzten Eiszeit vor rund 24&amp;#039;000 Jahren dar.&amp;#039;&amp;#039;; [https://opendata.swiss/de/dataset/die-schweiz-wahrend-des-letzteiszeitlichen-maximums-lgm-1-500000 Metadaten] auf opendata.swiss)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Kalt- und Warmzeiten der Alpen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4127180-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wurmeiszeit}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quartär]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kälteanomalie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Würm (Amper)|~Wurmkaltzeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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