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	<title>Vorstreit - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T14:26:31Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vorstreit&amp;diff=550679&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-11-15T07:57:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vorstreit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Vorstritt&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete man im Mittelalter das erste Aufeinandertreffen von [[Ritter]]n oder anderen Waffenträgern in einer [[Fehde]] oder [[Schlacht]]. Dem Anführer des Vorstreits des Reichsheeres übereignete der König mit der [[Reichssturmfahne]] auch das damit verknüpfte Lehen, bestehend aus Grafschaft, [[Reichsburg Grüningen|Reichsburg]] und [[Geschichte Grüningens|Stadt Grüningen]] (heute [[Markgröningen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
=== Entscheidung oft im Vorstreit ===&lt;br /&gt;
Feldschlachten und Auseinandersetzungen im Rahmen einer Fehde liefen nach einem weitgehend festen [[Ritual]] ab; auf [[Taktik (Militär)|Taktik]] wurde dagegen auf dem [[Schlachtfeld]] nur untergeordneter Wert gelegt, der Heerführer wies den einzelnen [[Bannerträger]]n – und damit den ihnen zugeordneten &amp;quot;Haufen&amp;quot; – lediglich ihren Aufstellungsplatz vor der Schlacht zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei galt es den Rittern als besonders ehrenvoll, zum &amp;#039;&amp;#039;Vorstreit&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Vorstritt&amp;#039;&amp;#039; eingeteilt zu werden. Da in den damaligen Feldschlachten meist schon das erste Aufeinandertreffen die Schlacht entschied – es machte die Kräfteverhältnisse deutlich, worauf der zahlenmäßig Unterlegene daraufhin zumeist den Rückzug antrat –, fiel auch der meiste Ruhm auf die Ritter, die an diesem Vorstreit teilgenommen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwäbisches Vorstreitrecht ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Reichssturmfahne.svg|mini|Ausschnitt der [[Reichssturmfahne]] mit abgeschnittenem roten Wimpel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1495 Eberhard Reichssturmfahne MG1987.jpg|mini|Herzog [[Eberhard im Bart|Eberhard I. von Württemberg]] mit der Reichssturmfahne (1495) und dem vierteiligen Herzogswappen (Herzogtum Teck und die Grafschaften Württemberg, Grüningen und Mömpelgard) im Hintergrund&amp;lt;ref&amp;gt;Bild im [[Rathaus Markgröningen|Markgröninger Rathaus]].&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] beanspruchten die Grafen und Ritter aus Schwaben das ebenso ehrenvolle wie riskante Recht des Vorstreits und damit verknüpft das Privileg, den Träger der [[Reichssturmfahne]] zu stellen. Nach der „Kaiserchronik“ aus dem 12. Jahrhundert soll [[Karl der Große]] (747–814) dieses Recht seinem Schwager und Heerführer [[Gerold der Jüngere|Gerold]] († 799) und dessen Nachfolgern als Anführer des schwäbischen Teils der Streitkräfte auf alle Zeiten verliehen haben. Als Anlass gilt Gerolds Tapferkeit bei Karls Italienfeldzug 773/774 gegen die Langobarden, wo er zum &amp;#039;&amp;#039;[[signifer]] regis&amp;#039;&amp;#039; (Fähnrich des Königs) erhoben wurde. Gerold diente damit als identitätsstiftende Persönlichkeit der schwäbischen Geschichte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Meinrad Schaab]], [[Hansmartin Schwarzmaier]] (Hrsg.) u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch der baden-württembergischen Geschichte]].&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1: &amp;#039;&amp;#039;Von der Urzeit bis zum Ende der Staufer.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. im Auftrag der [[Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg]]. Klett-Cotta, Stuttgart 2001, ISBN 3-608-91465-X, S. 465 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Mittelhochdeutsch|mittelhochdeutschen]] Dichtung „Karl der Große“ des [[Der Stricker|Strickers]] ist der schwäbische Graf der erklärte Liebling des Kaisers.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Voretzsch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Romanistische Arbeiten, Band 1&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Max Niemeyer, Halle an der Saale 1922, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Volkssagen wird Gerold vor allem als „Bannerträger Karls des Großen“ verherrlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{NDB|6|315 ||Gerold|[[Karl Schmid (Mediävist)|Karl Schmid]]|133661210}} und Klaus Graf: [https://books.google.de/books?id=PoAgAAAAMAAJ&amp;amp;pg=PA357&amp;amp;lpg=PA357&amp;amp;dq=Vorstreitrecht&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=nE9EO0U1yy&amp;amp;sig=9BymVSlKJc4VWgTyfQC_c5_AWsY&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=Z0jCVLyjK4nY7Abc-YDACg&amp;amp;ved=0CE4Q6AEwCQ#v=onepage&amp;amp;q=Vorstreitrecht&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Gmünder Chroniken im 16. Jahrhundert. Texte und Untersuchungen zur Geschichtsschreibung der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd.&amp;#039;&amp;#039;] Einhorn, Schwäbisch Gmünd 1984, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reichssturmfahne ===&lt;br /&gt;
Wer die [[Reichssturmfahne]] übereignet bekam und den &amp;#039;&amp;#039;Vorstritt&amp;#039;&amp;#039; anzuführen hatte, erhielt dazu die Grafschaft mit [[Reichsburg Grüningen|Burg]] und [[Stadtgeschichte von Grüningen|Stadt Grüningen]], wo die an einer Lanze befestigte Fahne in Friedenszeiten aufbewahrt wurde. Einige Forscher wie [[Ludwig Friedrich Heyd]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig Heyd: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Grafen von Gröningen&amp;#039;&amp;#039;. 106 S., Stuttgart 1829.&amp;lt;/ref&amp;gt; bestätigen die Überlieferung, dass eine Linie des Württemberger Grafenhauses sich – wie stark hundert Jahre zuvor zwei Grafen [[Werner (Adelsgeschlecht)|Werner]] – in &amp;#039;&amp;#039;von Grüningen&amp;#039;&amp;#039; umbenannt hat, als sie das Reichssturmfahnlehen erst von den Staufern und dann von deren Gegenkönigen erhalten hatten. Nachdem [[Rudolf I. (HRR)|König Rudolf von Habsburg]] ihnen das als erblich interpretierte Königslehen 1280 wieder abgenommen hatte, mussten sie den Namen schließlich ablegen und nannten sich künftig &amp;#039;&amp;#039;[[Grüningen-Landau|Grafen von Landau]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Andere Forscher wie [[Johann Daniel Georg von Memminger]] oder [[Hermann Römer]] (&amp;#039;&amp;#039;Markgröningen im Rahmen der Landesgeschichte I. Urgeschichte und Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. Markgröningen 1933, S. 83 ff.) leiten den Namen der Grafen von Grüningen trotz des erneuten Namenwechsels von einem ebenfalls bei [[Riedlingen]] liegenden &amp;#039;&amp;#039;Grüningen&amp;#039;&amp;#039; an der Donau her.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1336 ging die Reichssturmfahne mitsamt Grafschaft, Burg und Stadt Grüningen dann doch noch als Erblehen endgültig an die [[Haus Württemberg|Grafen von Württemberg]], die der damit verknüpften Funktion des &amp;#039;&amp;#039;Vorstritts&amp;#039;&amp;#039; nur anfangs nachkamen. Die Württemberger Grafen hielten nun zwar an ihrem etablierten Namen fest, schmückten sich jedoch bis ins 19. Jahrhundert mit der Fahne, integrierten sie ab 1495 in ihre [[Wappen Württembergs|Wappen]] und führten auch als Herzöge und Könige noch den Nebentitel &amp;#039;&amp;#039;Graf von Grüningen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Graf zu Gröningen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorstreit zwischen Rhein und Weser ===&lt;br /&gt;
Der Vorstreit zwischen Rhein und Weser wurde von Heinrich IV. dem Grafen [[Konrad II. (Werl-Arnsberg)|Konrad von Werl-Arnsberg]] verliehen. Das Recht blieb bis zum Ende der Grafschaft bei diesem Haus. Nach dem Übergang der Grafschaft Arnsberg an das Erzstift Köln vergab der Kölner Erzbischof das Recht an das [[Haus Nassau]].&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Leidinger: Die Grafen von Werl und Werl-Arnsberg (ca. 980–1124). Genealogie und Aspekte ihrer politischen Geschichte in ottonischer und salischer Zeit. In: Harm Klueting (Hrsg.): Das Herzogtum Westfalen. Band I: Das kurkölnische Herzogtum Westfalen von den Anfängen der kölnischen Herrschaft im südlichen Westfalen bis zur Säkularisation 1803. Münster 2009, ISBN 978-3-402-12827-5, S. 153 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wolfgang Burr: &amp;#039;&amp;#039;Die Reichssturmfahne und der Streit um die hannoversche Kurwürde.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 27, 1968, {{ISSN|0044-3786}}, S. 245–316&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Friedrich Heyd]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der vormaligen Oberamts-Stadt Markgröningen mit besonderer Rücksicht auf die allgemeine Geschichte Württembergs ...&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 1829, 268 S., Faksimileausgabe zum Heyd-Jubiläum, Markgröningen 1992.&lt;br /&gt;
* Douglas Miller, John Richards: &amp;#039;&amp;#039;Landsknechte. 1486–1560.&amp;#039;&amp;#039; Illustriert von Gerry Embleton. Siegler, Sankt Augustin 2004, ISBN 3-87748-636-3&lt;br /&gt;
* [[Karl Pfaff (Pädagoge)|Karl Pfaff]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Ursprung und die früheste Geschichte des Wirtenbergischen Fürstenhauses: Kritisch untersucht und dargestellt. Mit sieben Beilagen, drei Stammtafeln und einer historisch-geographischen Karte&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 1836&lt;br /&gt;
* [[Hermann Römer]]: &amp;#039;&amp;#039;Markgröningen im Rahmen der Landesgeschichte I. Urgeschichte und Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. Markgröningen 1933.&lt;br /&gt;
* {{NDB|6|315||Graf Gerold|[[Karl Schmid (Mediävist)|Karl Schmid]]|133661210}}&lt;br /&gt;
* [[Karl Weller (Historiker)|Karl Weller]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Vorstreit der Schwaben und die Reichssturmfahne des Hauses Württemberg.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte&amp;#039;&amp;#039; NF Bd. 15, 1906, S. 263 ff. ([https://www.mgh-bibliothek.de/etc/Zeitschriftenmagazin/WVLG_NF_15_1906.pdf online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Flags of the Holy Roman Empire|Flaggen und Fahnen des Heiligen Römischen Reiches}}&lt;br /&gt;
* [https://www.manfred-hiebl.de/genealogie-mittelalter/udalrichinger/werner_1_graf_von_winterthur_+_1040.html Genealogie-Seite zum Grafen Werner von Grüningen]&lt;br /&gt;
* [https://www.projekt-gutenberg.org/freytag/dvergang/dverg09b.html projekt-gutenberg.org: Gustav Freytag, Bilder aus der deutschen Vergangenheit, Kap. IX &amp;quot;Krieg und Fehde&amp;quot;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fehde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rittertum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Markgröningen)]]&lt;/div&gt;</summary>
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