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	<title>Vogelzug - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T19:23:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vogelzug&amp;diff=35571&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Findusinhamburg: /* Veränderung des Zugverhaltens */ Ergänzung</title>
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		<updated>2026-02-12T14:57:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Veränderung des Zugverhaltens: &lt;/span&gt; Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|&amp;#039;&amp;#039;Zugvogel&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Zugvögel&amp;#039;&amp;#039;|mehrzahl=ja|Weitere Bedeutungen sind unter [[Zugvogel (Begriffsklärung)]] aufgeführt.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Abflug der Gänse EO5P9646-2.jpg|mini|hochkant=1.6|Aufbrechende Gänse an der Müritz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Langstreckenrekord im Vogelflug (CC BY 4.0).webm|mini|Video zum Vogelzug der [[Pfuhlschnepfe]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Hauptrouten der Zugvögel.webm|mini|Video zum Vogelzug (weltweit)]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vogelzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man den alljährlichen Flug der Zugvögel von ihren [[Brutgebiet]]en zu ihren Winterquartieren und wieder zurück. Jährlich sind weltweit schätzungsweise 50 Milliarden Zugvögel unterwegs, davon etwa fünf Milliarden zwischen [[Europa]] und [[Afrika]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zugvogel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird eine [[Vögel|Vogelart]] dann bezeichnet, wenn sie verschiedene [[Jahreszeit]]en an unterschiedlichen Orten verbringt. Obligate Zugvögel verlassen immer ungefähr zur selben Zeit und unabhängig von klimatischen Bedingungen ihre Brutgebiete, fliegen auf etwa gleichbleibenden Routen zu ihrem Winterquartier und kehren im darauffolgenden Frühjahr zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gegenstück zum Zugvogel ist der [[Standvogel]]. Vogelarten, bei denen nur ein Teil der [[Population (Biologie)|Populationen]] zieht, bezeichnet man als [[Teilzieher]]. Eine andere Mischform sind [[Strichvogel|Strichvögel]]: Sie verlassen im Winter ihr Brutgebiet, bleiben aber in denselben [[Geographische Breite|Breiten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale des Vogelzugs ==&lt;br /&gt;
=== Distanzen und Zugwege ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Vogelzug.png|mini|Beispiel für Mittelstreckenzieher:&amp;lt;br /&amp;gt;Die [[Brutgebiet]]e liegen in Europa, die Winterquartiere in Zentralafrika. Die Zugwege verlaufen größtenteils über Land.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Zugvögel in Mitteleuropa.jpg|mini|Aufenthaltszeiten einiger Zugvögel in Mitteleuropa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der zurückgelegten Distanz unterscheidet man [[Kurzstreckenzieher]], [[Mittelstreckenzieher]] und [[Langstreckenzieher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Viele Zugvögel pendeln zwischen ihren Brutgebieten in [[Mitteleuropa]] und dem wärmeren [[Südeuropa]] oder [[Nordafrika]], wo sie sich im Winter aufhalten (Kurzstreckenzieher).&lt;br /&gt;
* Andere wechseln zwischen Europa und [[Zentralafrika]] (Mittelstreckenzieher) oder [[Südafrika]] (Langstreckenzieher).&lt;br /&gt;
* Einige Vogelarten ziehen aus [[Skandinavien]] oder [[Sibirien]] nach Mitteleuropa (vielfach Mittelstreckenzieher).&lt;br /&gt;
* Viele [[Arktis|arktische]] [[Wasservögel]] überwintern am Niederrhein und an der Nordseeküste.&lt;br /&gt;
* Viele [[Singvögel]] aus Nord- und Osteuropa suchen im Winter die Wärme in West- und Mitteleuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im September 2007 berichtet wurde, hat eine weibliche [[Pfuhlschnepfe]] mit der Bezeichnung E7 einen 11.500 Kilometer langen Flug (ohne Höhenberechnung) von Alaska nach Neuseeland nonstop durchgeführt. Der Vogel war wie mehrere andere mit einem Sender ausgestattet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://sciencev1.orf.at/news/149456.html &amp;#039;&amp;#039;Rekord: Vogel flog 11.500 Kilometer nonstop&amp;#039;&amp;#039;] science.orf.at, 11. September 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Tier hielt damit, soweit bekannt, den Flugweitenrekord für Zugvögel.&lt;br /&gt;
Im Oktober 2020 überbot ein Artgenosse diesen Rekord und knackte die 12.000-Kilometer-Marke.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/leben/tiere-schnepfe-stellt-flugrekord-auf-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-201023-99-53176 Schnepfe stellt Flugrekord auf] auf www.sueddeutsche.de, abgerufen am 27. Oktober 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flughöhen ===&lt;br /&gt;
[[Peter Berthold]] zufolge ziehen die meisten Vögel sowohl in Norddeutschland als auch im Schweizer Mittelland in Höhen unter 1000&amp;amp;nbsp;Metern. Allerdings wurden in Europa auch schon [[Schwäne]] beobachtet, die in 8000 bis 8500&amp;amp;nbsp;Metern flogen. Selbst der [[Himalaya]] wird von vielen Zugvogel-Arten überquert, wobei die Tiere Höhen von 7000 bis 10.000&amp;amp;nbsp;Metern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Berthold]]: &amp;#039;&amp;#039;Vogelzug. Eine aktuelle Gesamtübersicht.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, S. 97, ISBN 978-3-534-20267-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa ziehen außerhalb von Gebirgen tags ziehende Arten meist niedriger als nachts ziehende. 40–50 % der Tagzieher und 20–25 % der Nachtzieher fliegen dabei unter 200 m über dem Boden. Systematische Zugbeobachtungen am [[Randecker Maar]] ergaben dort Flughöhen von 100–200 m über dem Boden für die Mehrzahl der Mäusebussarde und für 94 % der gesamten beobachteten Arten Flughöhen unter 200 m.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Franz Bairlein |Titel=Das große Buch vom Vogelzug. Eine umfassende Gesamtdarstellung. |Auflage=1. |Verlag=Aula-Verlag |Ort=Wiebelsheim |Datum=2022 |ISBN=978-3-89104-825-2 |Seiten=155-156}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flüge in der Nacht und am Tag ===&lt;br /&gt;
Der größte Teil des Vogelzugs geschieht nachts. Mit Hilfe von Radar-Ortungen konnte das Verhalten von Zugvögeln beim Trans-[[Sahara]]-Zug im Gebiet von [[Mauretanien]] beschrieben werden. Die von Schmaljohann et al. (2007) beobachteten, im Herbst von Europa nach Süden und im Frühjahr wieder nach Norden ziehenden Vögel halten sich zumeist tagsüber in Bodennähe auf und ziehen überwiegend nachts. Die einzeln reisenden Vögel stiegen beim Sonnenuntergang in die Höhe und landeten im Sand, sobald die Sonne aufging. Zuvor hatten einige Forscher angenommen, dass sie in einem 40-stündigen Nonstop-Flug die heißen Wüstengebiete der Sahara überfliegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heiko Schmaljohann, Felix Liechti, Bruno Bruderer: &amp;#039;&amp;#039;Songbird migration across the Sahara: the non-stop hypothesis rejected!&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences.&amp;#039;&amp;#039; Band 274, Nr. 1610, 2007, S. 735–739, [[doi:10.1098/rspb.2006.0011]], {{PMC|2197203}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beobachtungen der Arbeitsgruppe der [[Schweizerische Vogelwarte Sempach|Schweizerischen Vogelwarte Sempach]] deuten darauf hin, dass es speziell für Leichtgewichte wie [[Fitis]], [[Trauerschnäpper]] und [[Gartengrasmücke]] kräfteschonender ist, wenn sie die heißen Stunden ruhend am Boden verbringen und nicht in den turbulenten Luftmassen fliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große und schwere Vögel bevorzugen den Flug am Tag und über Land und nutzen meist die [[V-Formation]], um Energie zu sparen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Hummel: &amp;#039;&amp;#039;Die Leistungsersparnis beim Verbandsflug.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal für Ornithologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 114, Nr. 3, 1973, S. 259–282, [[doi:10.1007/BF01640336]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;P. B. S. Lissman, C. A. Shollenberger: &amp;#039;&amp;#039;Formation flight by birds.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Science]].&amp;#039;&amp;#039; Band 168, 1970, S. 1003–1005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. P. Badgerow, F. R. Hainsworth: &amp;#039;&amp;#039;Energy savings through formation flights? A reexamination of the vee formation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Theoretical Biology.&amp;#039;&amp;#039; Band 93, Nr. 1, 1981, S. 41–52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref &amp;gt;C. J. Cutts, J. R. Speakman: &amp;#039;&amp;#039;Energy savings in formation flight of pink-footed geese.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Experimental Biology.&amp;#039;&amp;#039; Band 189, Nr. 1, 1994, S. 251–261, [http://jeb.biologists.org/content/189/1/251.full.pdf Volltext (PDF)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Henri Weimerskirch, Julien Martin, Yannick Clerquin, Peggy Alexandre, Sarka Jiraskova: &amp;#039;&amp;#039;Energy saving in flight formation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature]].&amp;#039;&amp;#039; Band 413, Nr. 6857, 2001, S. 697–698. {{DOI|10.1038/35099670}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie lassen sich von den aufgeheizten Luftmassen nach oben tragen und segeln anschließend in die gewünschte Zugrichtung (siehe [[Thermiksegler]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Flugstrategien ===&lt;br /&gt;
Die meisten Arten der Zugvögel ziehen im [[Breitfrontzug]], das heißt breitflächig, solange keine Barrieren (wie Gebirge oder Meere) die Route vorgeben. Wenn Zugvögel auf ihrem Weg an bestimmte Rastplätze gebunden sind, ziehen sie auf Zugstraßen (Schmalfrontzug).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei manchen Arten und Populationen sind Hin- und Rückweg verschieden, siehe [[Schleifenzug]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Ursachen des Vogelzugs ==&lt;br /&gt;
Die biologischen Grundlagen des Vogelzugs können sowohl aus [[Ökologie|ökologischer]] als aus [[Genetik|genetischer]] und [[Physiologie|physiologischer]] Sicht erörtert werden. Bei der [[Evolution]] des Vogelzugs haben diese Aspekte zusammengewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ökologische Ursachen ===&lt;br /&gt;
Wichtigste ökologische Ursache des Vogelzugs ist das jahreszeitlich extrem unterschiedliche Nahrungsangebot in den Brutgebieten: Während Insektenfresser zum Beispiel im Umkreis der Ostsee im Frühjahr und Sommer reichlich Nahrung vorfinden, ist es dort im Winter derart kalt, dass kaum noch Insekten umherfliegen und große Vogelpopulationen daher unter Nahrungsmangel leiden und zugrunde gehen würden. Umgekehrt versammeln sich in den weiter südlich gelegenen Winterquartieren derart viele Vögel, dass auch dort die Nahrung zu knapp wird, als dass noch Eier gelegt und die Jungvögel später mit Nahrung versorgt werden könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ausweichen nach Norden im Sommer hat auch den Vorteil, dass die sehr lange Taghelligkeit die Zeit zur Futtersuche verlängert und so die Aufzucht der Jungen begünstigen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kräftezehrende Vogelzug ist insofern gewissermaßen eine „Notlösung“ (genauer: eine [[evolutionäre Anpassung]]sleistung) jener Vogelarten, die grundsätzlich nur in einem relativ warmen Klima überleben können, im Verlauf der [[Phylogenese|Stammesgeschichte]] aber einen Ausweg gefunden haben, um auch vergleichsweise unwirtliche Gebiete besiedeln zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genetische Ursachen ===&lt;br /&gt;
Ob ein Vogel zieht, wohin er zieht, und wann bei ihm die [[Zugunruhe]] einsetzt, ist genetisch festgelegt: Sowohl die Flugrichtung als auch die Flugdauer sind angeboren. Dies haben unter anderen [[Peter Berthold]], [[Eberhard Gwinner]] sowie [[Wolfgang Wiltschko]] und [[Roswitha Wiltschko]] experimentell nachgewiesen. So gibt es Vogelarten, bei denen Teil[[Population (Biologie)|populationen]] von Norden kommend in südöstlicher Richtung um die Alpen herum fliegen und andere Teilpopulationen in südwestlicher Richtung. Werden Individuen beider Teilpopulationen miteinander verpaart, wählen die Nachkommen einen mittleren Weg – in einzelnen Fällen kurioserweise sogar statt nach Süden nach Norden, in Richtung der [[Britische Inseln|Britischen Inseln]]. Die Verpaarung von Fernziehern mit Kurzstreckenziehern erbrachte vergleichbare [[Intermediär (Genetik)|intermediäre]] Verhaltensweisen in der Folgegeneration.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner wurden Vögel vom [[Schlüpfen]] an unter konstanten Bedingungen im Labor handaufgezogen, so dass sie nie Kontakt zu frei lebenden Artgenossen hatten und keine Jahreszeiten kannten. Dennoch zeigten sie die für Zugvögel typische [[Zugunruhe]], das heißt eine Steigerung von [[Motorik|motorischer]] Aktivität im Herbst und im Frühjahr. Allerdings war der Abstand von einer herbstlichen Zugunruhe zur nächsten meist etwas kürzer als ein Jahr. Das bedeutet, dass die Bereitschaft zum Ziehen zwar angeboren ist, der optimale Abflugtermin aber auch durch Umwelteinflüsse (zum Beispiel durch Witterungsbedingungen und Futterangebot) zumindest in geringem Maße beeinflusst wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Physiologische Ursachen ===&lt;br /&gt;
Die genauen physiologischen, speziell die [[hormon]]ellen Mechanismen, die letztlich zum Einsetzen des Vogelzugs führen, sind derzeit Gegenstand intensiver Forschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vogelzug und Evolution ===&lt;br /&gt;
Auf welche Weise sich der Vogelzug im Verlauf der Stammesgeschichte der Vögel herausgebildet hat, ist spekulativ, da es keine [[Fossilien|fossilen]] Überlieferungen für derartige Verhaltensweisen gibt. Nur der Mechanismus ist nachvollziehbar, der den &amp;#039;&amp;#039;Erhalt&amp;#039;&amp;#039; der angeborenen Fähigkeit zum Ziehen bewirkt: Ist das Nahrungsangebot am Zielort des saisonalen Vogelzugs gut, dann überleben dort die meisten der angekommenen Zugvögel. Ist das Nahrungsangebot hingegen unzureichend, so sterben sie. Das heißt: Nur jene Vögel, die dank ihrer Erbanlagen sowohl die richtige Richtung wählen als auch eine angemessene Flugstrecke, können ihre [[Gen]]e und damit ihr Zugvogelverhalten an die nächste Generation weitergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vogelzug wird also auch heute noch durch die [[Selektion (Evolution)|Selektion]] der am besten angepassten Individuen stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Orientierung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Varelvogelturm071012 026.jpg|miniatur|Der Ostatlantische Zugweg&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Flyway-Poster_WWF_Wattenmeer.pdf Ostatlantischer Zugweg der Küstenvögel] Poster des WWF (PDF; 1020&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Um sich auf ihrem Zugweg zu orientieren, benutzen die Vögel einen „[[Magnetsinn|inneren Kompass]]“, aber auch die [[astronomische Navigation]] (Stand von [[Navigationsstern]]en oder Sonnenstand) sowie Landmarken.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/pol-position-kein-problem-fuer-zugvoegel/ &amp;#039;&amp;#039;Pol-Position: Kein Problem für Zugvögel.&amp;#039;&amp;#039;] Das Navigationssystem der [[Dachsammer]]. Auf: &amp;#039;&amp;#039;wissenschaft.de&amp;#039;&amp;#039; vom 7. September 2005&amp;lt;/ref&amp;gt; Meist werden verschiedene Informationen gleichzeitig genutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wiltschko&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der ausgeprägten Orientierungsfähigkeit der Zugvögel wird das Ziel nicht immer erreicht. Beispielsweise können Witterungseinflüsse bewirken, dass die Vögel über das Ziel hinausschießen ([[Zugprolongation]]). Wenn sie weit von ihrem Ziel oder der Zugroute abkommen, spricht man von [[Irrgast|Irrgästen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Magnetsinn ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Magnetsinn}}&lt;br /&gt;
Der „innere Kompass“ ist vermutlich die Folge eines [[Magnetsinn]]s, genauer: von Magnetfeld-[[Rezeptor (Physiologie)|Rezeptoren]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Wiltschko]] und [[Roswitha Wiltschko]]: &amp;#039;&amp;#039;Magnetic compass orientation in birds and its physiological basis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Naturwissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 89, 2002, S. 445–452, [[doi:10.1007/s00114-002-0356-5]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wiltschko&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Christiane Wilzeck et al.: &amp;#039;&amp;#039;Lateralization of magnetic compass orientation in pigeons.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Royal Society Interface.&amp;#039;&amp;#039; Band 7 (Suppl 2), 2010, S235–S240, [[doi: 10.1098/rsif.2009.0436.focus]]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit deren Hilfe die Vögel den [[Inklination (Magnetismus)|Neigungswinkel]] des [[Erdmagnetfeld]]es wahrnehmen können. Bei [[Rotkehlchen]] befindet sich dieser Rezeptor offenbar im rechten Auge: Deckt man das Auge ab, verlieren sie die Fähigkeit zur Orientierung im Erdmagnetfeld. Bei [[Haustauben]] wurde zusätzlich gezeigt, dass sich ein zweiter Magnetsensor in der Haut des Ober[[schnabel]]s befindet; er könne die Stärke des Magnetfeldes messen.&amp;lt;ref&amp;gt;Henrik Mouritsen und Thorsten Ritz: &amp;#039;&amp;#039;Magnetoreception and its use in bird navigation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Current Opinion in Neurobiology.&amp;#039;&amp;#039; Band 15, Nr. 4, 2005, S. 406–414, [[doi:10.1016/j.conb.2005.06.003]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;zur Übersicht über den Magnetsinn siehe: Wolfgang Wiltschko und Roswitha Wiltschko: &amp;#039;&amp;#039;Review: Magnetic orientation and magnetoreception in birds and other animals.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Comparative Physiology A.&amp;#039;&amp;#039; Band 191, 2005, S. 675–693, [[doi:10.1007/s00359-005-0627-7]], [http://zaf.biol.pmf.unizg.hr/ecophys/06%20Orijentacija%2004.pdf Volltext (PDF)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer Untersuchung aus Oldenburg beeinträchtigt Elektrosmog im Frequenzbereich von zwei Kilohertz bis fünf Megahertz den Magnetkompass der Zugvögel. Dieser relativ niedrige Frequenzbereich ist schon bei normalen Haushaltsgeräten vorzufinden. Haben sich die Vögel aus dem Elektrosmog-Areal entfernt, orientieren sie sich wieder problemlos am Magnetfeld der Erde.&amp;lt;ref&amp;gt;Svenja Engels et al.: &amp;#039;&amp;#039;Anthropogenic electromagnetic noise disrupts magnetic compass orientation in a migratory bird.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.&amp;#039;&amp;#039; Band 509, 2014, S. 353–356, [[doi:10.1038/nature13290]]&amp;lt;br /&amp;gt; [http://idw-online.de/pages/de/news585563 &amp;#039;&amp;#039;Elektrosmog stört Orientierung von Zugvögeln.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;idw-online.de&amp;#039;&amp;#039; vom 7. Mai 2014&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sternenhimmel ===&lt;br /&gt;
Manche Vögel können sich anhand des nächtlichen [[Sternenhimmel]]s orientieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wiltschko&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;E. G. Franz Sauer, Eleonore M. Sauer: &amp;#039;&amp;#039;Star navigation of nocturnal migrating birds. The 1958 planetarium experiments.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Cold Spring Harbor Symposia on Quantitative Biology.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Cold Spring Harbor Laboratory Press&amp;#039;&amp;#039;, Band 25, 1960, S. 463–473. [[doi:10.1101/SQB.1960.025.01.048]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen T. Emlen: &amp;#039;&amp;#039;The stellar-orientation system of a migratory bird.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Scientific American.&amp;#039;&amp;#039; Band 233, Nr. 2, 1975, S. 102–111, {{Webarchiv | url=http://courses2.cit.cornell.edu/bionb221/WIM/readings/Emlen%20%281975%29%20-%20The%20stellar-orientation%20system%20of%20a%20migratory%20bird.pdf | wayback=20130531062136 | text=Volltext (PDF)}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon in den 1970er Jahren wurde dies bei [[Grasmücken]] in einem [[Planetarium]] nachgewiesen, wobei vor allem die Gesamtrotation des Sternenhimmels beachtet zu werden scheint und weniger bestimmte Veränderungen der Sterne zueinander. Handaufgezogene [[Indigofink]]en, die als Jungtiere niemals den Sternenhimmel zu sehen bekamen, waren später auf dem Zug nicht in der Lage, sich wie ihre frei lebenden Artgenossen zu orientieren – was als Hinweis dafür angesehen werden kann, dass die astronomische Navigation („Sternenkompass“) erlernt werden muss. Wurde solchen handaufgezogenen Tieren hingegen in einem Planetarium zwischen dem Flüggewerden und dem ersten Herbstzug ein um den Nordstern rotierender Sternenhimmel dargeboten, zeigten sie ein normal nach Süden hin gerichtetes Zugverhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonnenstand ===&lt;br /&gt;
Den [[Sonnenstand]] können manche Vögel, so bei Sonnenauf- und -untergang, zur Orientierung heranziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank R. Moore: &amp;#039;&amp;#039;Sunset and the orientation behaviour of migrating birds.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Biological Reviews.&amp;#039;&amp;#039; Band 62, Nr. 1, 1987, S. 65–86. {{DOI|10.1111/j.1469-185X.1987.tb00626.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Fähigkeit, [[Ultraviolettstrahlung|UV-Licht]] wahrzunehmen,&amp;lt;ref&amp;gt;A. T. D. Bennett, I. C. Cuthill: &amp;#039;&amp;#039;Ultraviolet vision in birds: what is its function?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Vision Research.&amp;#039;&amp;#039; Band 34, Nr. 11, 1994, S. 1471–1478. {{DOI|10.1016/0042-6989(94)90149-X}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; könnte die Orientierung am Sonnenstand auch bei diesiger Witterung erleichtern. Es gibt ferner Studien, die darauf hindeuten, dass zumindest einige Vogelarten auch die [[Polarisationsmuster]] des [[Himmel (planetär)|Himmels]] wahrnehmen, die sich – abhängig vom Stand der Sonne – im Tagesverlauf ändern.&amp;lt;ref&amp;gt;Verity J.Greenwood, Emma L. Smith, Stuart C. Church, Julian C. Partridge: &amp;#039;&amp;#039;Behavioural investigation of polarisation sensitivity in the Japanese quail (Coturnix coturnix japonica) and the European starling (Sturnus vulgaris).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Experimental Biology.&amp;#039;&amp;#039; Band 206, Nr. 18, 2003, S. 3201–3210, [[doi:10.1242/jeb.00537]], [http://jeb.biologists.org/content/jexbio/206/18/3201.full.pdf Volltext (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Justin Marshall, Thomas W. Cronin: &amp;#039;&amp;#039;Polarisation vision.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Current Biology.&amp;#039;&amp;#039; Band 21, Nr. 3, 2011, S. R101–R105. {{DOI|10.1016/j.cub.2010.12.012}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie verbreitet diese Fähigkeit ist und ob sie beim Vogelzug wirklich genutzt wird, ist aber ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landmarken ===&lt;br /&gt;
Einige Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass auch [[Landmarke]]n der Orientierung dienen, zum Beispiel der Verlauf von Autobahnen und die Beleuchtung von Großstädten.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Wiltschko, Roswitha Wiltschko: &amp;#039;&amp;#039;A theoretical model for migratory orientation and homing in birds.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Oikos.&amp;#039;&amp;#039; Band 30, Nr. 2, 1978, S. 177–187, [[doi:10.2307/3543477]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Daher ist anzunehmen, dass die [[Lichtverschmutzung]] und [[Lasershow]]s bei [[Großveranstaltung]]en die Orientierung der Zugvögel stören können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vogelzug und Stoffwechsel ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grus grus flocks.jpg|mini|[[V-Formation]]en ziehender Kraniche]]&lt;br /&gt;
Um auch große Distanzen ohne Nahrungsaufnahme zurücklegen zu können, aktivieren die Zugvögel nicht nur ihre vor Beginn des Vogelzugs angelegten [[Fettgewebe|Fettvorräte]]. Sie greifen sogar auf die [[Protein]]e ihrer inneren Organe zurück, so dass auch diese zumindest teilweise dem [[Stoffwechsel]] zwecks Energiegewinnung zugeführt werden. Bei diesem auch &amp;#039;&amp;#039;Verbrennung&amp;#039;&amp;#039; genannten Vorgang wird Wasser freigesetzt, das in erheblichem Maße dazu beiträgt, die Aufnahme von Trinkwasser zu verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Grauschnäpper]]n wurde in den 1980er Jahren nachgewiesen, dass die Dauer ihrer Zwischenstationen in Oasen der Sahara von den Fettreserven abhängig ist. Gut genährte Tiere hielten sich dort kürzer auf als weniger gut genährte. Vergleichbare Ergebnisse brachten auch etliche Laborstudien: Mit wenig Futter versorgte Tiere zeigten eine geringere [[Zugunruhe]] als jene Artgenossen, die sich reichlich Fett anfressen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erfassung der Flugrouten ==&lt;br /&gt;
=== Visuelle Beobachtung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Varelvogelturm071012 029.jpg|miniatur|Beobachtungsturm am [[Jadebusen]] während der Zugvogeltage]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Varelvogelturm071012 009.jpg|miniatur|Rastende Vögel am [[Vareler Hafen]]]]&lt;br /&gt;
Im Nationalpark Wattenmeer können große Schwärme von Zugvögeln auf der Rast im [[Wattenmeer]] beobachtet werden. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer führt „Zugvogeltage“ mit einem umfangreichen Programm durch.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zugvogeltage.de/ Website der „Zugvogeltage“]&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Jadebusen wird zur [[Vogelbeobachtung]] ein Turm aufgestellt, auf dem weit reichende Fernrohre zur Verfügung stehen. In Erweiterung der direkten visuellen Beobachtung scheint ebenfalls das Suchinteresse der Bevölkerung – beispielsweise über die Suchmaschine von [[Google]] – mit dem jahreszeitlichen Auftreten von Zugvögeln in der jeweiligen Region zu korrelieren und bietet ein weiteres, datenanalytisches Instrument zur Analyse des Vogelzuges.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Kaatz, Michael Kaatz, Anne Meinzenbach, Steffen Springer, Michael Zieger |Titel=From “arrow storks” to search engine data: Google Trends reveals seasonality in search interest for migratory white storks (Ciconia ciconia) in Germany |Sammelwerk=Zoologischer Anzeiger |Band=307 |Datum=2023-11-01 |ISSN=0044-5231 |DOI=10.1016/j.jcz.2023.09.005 |Seiten=83–88 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S004452312300102X |Abruf=2024-11-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erfassung mit Radar ===&lt;br /&gt;
Nächtliche Flüge entziehen sich der visuellen Beobachtung. Auch der Umstand, dass Vögel gelegentlich in sehr großen Höhen und damit über den Wolken ziehen, macht eine visuelle Erfassung ohne technische Hilfsmittel unmöglich. Radargeräte geben dagegen weitestgehend unabhängig von Sichtverhältnissen Auskunft über die Intensität des Vogelzugs. Der Deutsche Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL e.&amp;amp;nbsp;V.) macht sich diese Technik bereits seit den 1960er-Jahren zur Warnung der Luftfahrer vor verstärktem Vogelaufkommen und damit einhergehender [[Vogelschlag]]gefahr zunutze. Je nach Radartyp sind Informationen zu Vogelzugzeiten, -intensitäten, -höhen und räumlichen Verteilungen aus den Radarechos abzulesen. Sie werden zu Warnmeldungen, den so genannten &amp;#039;&amp;#039;Birdtam&amp;#039;&amp;#039;, weiterverarbeitet und sind über die Website des DAVVL einzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Methoden ===&lt;br /&gt;
Das Auslesen der Ringe von [[Vogelberingung|beringten Vögeln]] ermöglicht Rückschlüsse auf ihr Zugverhalten. Beispielsweise beschäftigt sich die [[Vogelwarte Helgoland]] (heutiger Hauptsitz in Wilhelmshaven) als nordwestdeutsche Beringungszentrale seit 1910 schwerpunktmäßig mit der Vogelzugforschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur genaueren Erfassung von Flugrouten werden größere Vögel mit [[Satellitentelemetrie|Satellitensendern]], kleine mit [[Helldunkelgeolokator]]en versehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rembert Unterstell: &amp;#039;&amp;#039;„Wir sind dann mal weg.“&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[forschung (Zeitschrift)|forschung – Das Magazin der Deutschen Forschungsgemeinschaft]]&amp;#039;&amp;#039; vom 4. Oktober 2013, S. 10–13, [[doi:10.1002/fors.201390043]]. Beitrag über den Vogelzug beim [[Steinschmätzer (Art)|Steinschmätzer]] {{Webarchiv |url=http://www.dfg.de/sites/flipbook/forschung/for_13_03/files/assets/basic-html/page12.html |text=Volltext.|wayback=20151022112529}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veränderung des Zugverhaltens ==&lt;br /&gt;
Seit einigen Jahren&amp;lt;!-- seit wann? in einigen Jahren gilt &amp;quot;seit einigen Jahren&amp;quot; nicht mehr gleichermaßen --&amp;gt; lässt sich eine Veränderung des Zugverhaltens vieler Vogelpopulationen feststellen: Immer mehr Vogelarten, die früher obligatorische Zieher waren, überwintern inzwischen in Mitteleuropa, beispielsweise [[Mönchsgrasmücke]] und [[Zilpzalp]]. Auch [[Weißstorch|Weißstörche]] bleiben im Winter vermehrt in [[Deutschland]] oder in der [[Schweiz]]. Einige Starenpopulationen haben ihre Zugrichtung sogar komplett umgekehrt und ziehen in nördliche Richtungen: in große Städte, wo sie auch in der kalten Jahreszeit ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfinden.&lt;br /&gt;
Einige Wissenschaftler bringen diese Entwicklung mit den Folgen der [[Globale Erwärmung|globalen Erwärmung]] in Zusammenhang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nutzen Vögel Schiffe als kürzere oder längere Zwischenstationen. So kommen auch Vogelarten in Gebiete, die sie ohne Schiffe nicht erreichen könnten. Der Wanderflug mit Schiffsunterstützung hat den Fachbegriff &amp;#039;&amp;#039;ship-assisted migration&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt; Ute Eberle, &amp;#039;&amp;#039;Erst mal eine Pause&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Mare (Zeitschrift)|Mare]], Nummer 174, 02/2026, S. 116/117&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Wenn Vögel wegen Nahrungsmangel ihr Populationsgebiet aufgeben und sich in weit entfernten Regionen ansiedeln, spricht man von [[Invasionsvogel|Invasionsvögeln]]. Weil es dabei nicht um regelmäßige Hin- und Rückflüge handelt, hat dieses Phänomen nichts mit dem Vogelzug zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin vom Vogelzug zu unterscheiden ist die [[Dismigration]]. Das sind Zerstreuungswanderungen vor allem von Jungvögeln, die der Ausweitung des Lebensraums dienen. Die dabei zurückgelegten Strecken sind viel kürzer als beim Vogelzug – oft nur wenige Kilometer, höchstens einige hundert Kilometer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwandte Themen ==&lt;br /&gt;
* [[Pfeilstorch|Pfeilstörche]] waren für die Erforschung des Vogelzugs im 19. Jahrhundert bedeutsam.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Sie hatten bei ihrer Rückkehr nach Europa einen Pfeil im Körper, der auf eine Jagd in Äquatorialafrika schließen ließ.&lt;br /&gt;
* Der [[Handflügelindex]] ermöglicht es, das Zugverhalten ausgestorbener Arten zu rekonstruieren.&lt;br /&gt;
* Die [[Via Pontica]] ist eine alte Römerstraße, die mit der Route mancher Zugvögel zusammenfällt.&lt;br /&gt;
* [[Wanderfisch]]e können als [[aquatisch]]es Gegenstück zu Zugvögeln gesehen werden, da sie zum Laichen ihr Habitat wechseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Franz Bairlein: &amp;#039;&amp;#039;Das große Buch vom Vogelzug. Eine umfassende Gesamtdarstellung&amp;#039;&amp;#039;. 1. Aufl. Aula-Verlag, Wiebelsheim 2022. ISBN 978-3-89104-825-2.&lt;br /&gt;
* [[Peter Berthold]]: &amp;#039;&amp;#039;Vogelzug. Eine aktuelle Gesamtübersicht&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. 6. Aufl. 2008. ISBN 978-3-534-20267-6.&lt;br /&gt;
* [[Jonathan Elphick]]: &amp;#039;&amp;#039;Atlas des Vogelzugs: Die Wanderung der Vögel auf unserer Erde&amp;#039;&amp;#039;. Haupt Verlag, 2008. ISBN 978-3-258-07288-3.&lt;br /&gt;
* [[Wulf Gatter]]: &amp;#039;&amp;#039;Vogelzug und Vogelbestände in Mitteleuropa. 30 Jahre Beobachtung des Tagzugs am Randecker Maar.&amp;#039;&amp;#039; Aula Verlag, Wiebelsheim 2000, ISBN 3-89104-645-6.&lt;br /&gt;
* Wulf Gatter: &amp;#039;&amp;#039;Zugzeiten und Zugmuster im Herbst: Einfluß des Treibhauseffekts auf den Vogelzug?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal für Ornithologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 133, 1992, S. 427–436, [[doi:10.1007/BF01640470]].&lt;br /&gt;
* Kathrin Hüppop, Ommo Hüppop: &amp;#039;&amp;#039;Atlas zur Vogelberingung auf Helgoland.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Teil 1: &amp;#039;&amp;#039;Zeitliche und regionale Veränderungen der Wiederfundraten und Todesursachen auf Helgoland beringter Vögel (1909 bis 1998).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; Band 41, 2002, S. 161–180.&lt;br /&gt;
** Teil 2: &amp;#039;&amp;#039;Phänologie im Fanggarten von 1961 bis 2000.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; Band 42, 2004, S. 285–343.&lt;br /&gt;
** Teil 3: &amp;#039;&amp;#039;Veränderungen von Heim- und Wegzugzeiten von 1960 bis 2001.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; Band 43, 2005, S. 217–248.&lt;br /&gt;
** Teil 4: &amp;#039;&amp;#039;Fangzahlen im Fanggarten von 1960 bis 2004.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; Band 45, 2007, S. 145–207.&lt;br /&gt;
** Teil 5: &amp;#039;&amp;#039;Ringfunde von 1909 bis 2008.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Vogelwarte.&amp;#039;&amp;#039; Band 47, 2009, S. 189–249.&lt;br /&gt;
* Redaktion &amp;#039;&amp;#039;Der Falke&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vogelzug.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Der Falke. Journal für Vogelbeobachter&amp;#039;&amp;#039;, Sonderheft 2013). AULA-Verlag, Wiebelsheim 2013, ISBN 978-3-89104-775-0.&lt;br /&gt;
* Walther Streffer: &amp;#039;&amp;#039;Wunder des Vogelzuges. Die großen Wanderungen der Zugvögel und das Geheimnis ihrer Orientierung.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 1. Aufl. 2005. ISBN 3-7725-2041-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Bird migration|Vogelzug}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4131697-6}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Bitte nicht noch mehr Weblinks einstellen. Beachte bitte [[WP:Web]] --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [http://www.migraction.net/ Migraction.net – Internet-Datenbank über Vogelzug]&lt;br /&gt;
* [http://www.naturgucker.de/natur.dll/$/ naturgucker.de – Portal für Vogelbeobachter]&lt;br /&gt;
* [http://www.randecker-maar.de/ randecker-maar.de] – Webseiten der [[Forschungsstation Randecker Maar]] (Schwäbische Alb)&lt;br /&gt;
* [http://www.srf.ch/news/schweiz/in-der-zugvogelforschung-muessen-kapitel-neu-geschrieben-werden &amp;#039;&amp;#039;In der Zugvogelforschung müssen Kapitel neu geschrieben werden&amp;#039;&amp;#039;. Dank ultraleichter Technik, sogenannten Geodatenloggern, muss das Wissen über Zugvögel revidiert werden.] Auf: &amp;#039;&amp;#039;[[SRF 1|srf.ch]]&amp;#039;&amp;#039; vom 4. Juni 2017, zuletzt abgerufen am 1. Juni 2022.&lt;br /&gt;
* Roland Knauer: [https://www.spektrum.de/news/magnetsinn-bei-voegeln-navigieren-mittels-quanteneffekt/1887973 &amp;#039;&amp;#039;Wie Vögel das Magnetfeld im Auge behalten&amp;#039;&amp;#039;] in [[Spektrum.de]] vom 23. Juni 2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Schutz von Zugvögeln&lt;br /&gt;
* [https://www.komitee.de/ Komitee gegen den Vogelmord – Verein mit Schwerpunkt Zugvogelschutz]&lt;br /&gt;
* [http://www.migration-unlimited.org/ migration-unlimited.org – Zugvogelschutz im Mittelmeerraum]&lt;br /&gt;
* [https://www.euronatur.org/unsere-themen/vogelschutz-in-europa EuroNatur Stiftung – Programm zum Zugvogelschutz in Europa]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wiltschko&amp;quot;&amp;gt;[[Wolfgang Wiltschko]], [[Roswitha Wiltschko]]: &amp;#039;&amp;#039;The interaction of stars and magnetic field in the orientation system of night migrating birds.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Tierpsychologie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 37, Nr. 4, 1975, S. 337–355. [[doi:10.1111/j.1439-0310.1975.tb00885.x]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesprochener Artikel&lt;br /&gt;
|artikel      = Vogelzug&lt;br /&gt;
|dateiname    = De-Vogelzug-article.ogg&lt;br /&gt;
|dauer        = 18:04&lt;br /&gt;
|größe        = 16,5 MB&lt;br /&gt;
|sprecher     = Madmaexchen&lt;br /&gt;
|geschlecht   = männlich&lt;br /&gt;
|dialekt      = Hochdeutsch&lt;br /&gt;
|oldid        = 134170745&lt;br /&gt;
|artikeldatum = 2014-09-23&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4131697-6|LCCN=sh85014321|NDL=00574169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vogelzug| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Findusinhamburg</name></author>
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