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	<title>Vogelherd - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T12:56:32Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vogelherd&amp;diff=120174&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Definitiv: /* Rezeption */ lf</title>
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		<updated>2025-12-05T09:47:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Rezeption: &lt;/span&gt; lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fotothek df tg 0007845 Jagdwesen ^ Jagd ^ Vogel.jpg|mini|Kupferstich eines Vogelherds von 1695]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vogelherd&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Fangplatz, an dem verschiedene Vogelarten lebend gefangen wurden. Der [[Vogelfang]] diente nicht nur dem Nahrungserwerb, er war bis ins 19. Jahrhundert eine beliebte Freizeitbeschäftigung auch oberer Gesellschaftsschichten. Je nach Saison und Vogelart kamen in der Regel unterschiedliche [[Vogelfalle]]n zum Einsatz. Neben fest eingerichteten Vogelherden gab es auch andere Formen der [[Vogeljagd]]. Während als Vogelherd meist Fangplätze für Kleinvögel bezeichnet werden, schließen [[Vogelweide (Ornithologie)|Vogelweiden]] auch Fangplätze für Jagdvögel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist finden sich die Vogelherde auf natürlichen oder künstlichen Geländeerhöhungen, wobei im letzteren Fall entweder alte Grab- oder Wehranlagen wiederverwendet oder neue Anlagen eigens für die Vogeljagd aufgeworfen wurden. Daher sind heutzutage viele Vogelherde Ausflugsziele mit besonders schöner Aussicht (z.&amp;amp;nbsp;B. Vogelherd Einsiedeln, Schweiz).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.alltrails.com/de/route/switzerland/schwyz/einsiedeln-vogelherd |titel=Einsiedeln - Vogelherd |sprache=de |abruf=2024-07-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Funktion ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Skizze Vogelherd aus DieKleineJagd F.E.Jester 1884 S.525.png|mini|Skizze eines Vogelherds von F.E. Jester, 1884]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Neuhaus a.R. - 75Pf. 1921.png|mini|Ein [[Notgeld]]schein, aus [[Neuhaus am Rennweg]], mit einer Darstellung am und im Vogelherd, von 1921]]&lt;br /&gt;
Die aufwendige Fangvorrichtung basiert auf einem mit Futter bestreuten Platz (dem &amp;#039;&amp;#039;Herd&amp;#039;&amp;#039;), auf dem Vögel von einem Vogelfänger (dem &amp;#039;&amp;#039;Vogelsteller&amp;#039;&amp;#039;) mit manuell ausgelösten Schlagnetzen überdeckt und damit lebendig gefangen werden. Zum Anlocken wurden Vögel derselben Art verwendet, sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Lock-, Ruf- und Laufvögel&amp;#039;&amp;#039;. Nur die &amp;#039;&amp;#039;Lockvögel&amp;#039;&amp;#039; konnten auch durch ausgestopfte Exemplare ersetzt werden, die &amp;#039;&amp;#039;Ruf- oder Laufvögel&amp;#039;&amp;#039; mussten stets lebendig sein. Die &amp;#039;&amp;#039;Rufvögel&amp;#039;&amp;#039; waren versteckt in Käfigen ringsum den &amp;#039;&amp;#039;Herd&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Laufvögel&amp;#039;&amp;#039; waren mittendrin so an Pflöcken angebunden, dass sie die Flügel bewegen und hin und her laufen konnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forst+Jagd-Lexikon&amp;quot;&amp;gt;Hermann Fürst: &amp;#039;&amp;#039;Illustriertes Forst- und Jagd-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Paul Parey, 2. Auflage, Berlin 1904, S. 815.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum verdeckten Bedienen der Schlagnetze wurde eine außen mit Tannenreisig verkleidete Hütte benötigt, zum eigentlichen &amp;#039;&amp;#039;Herd&amp;#039;&amp;#039; hin mit einem Guckloch und darunter ein Loch für die &amp;#039;&amp;#039;Ruckleine&amp;#039;&amp;#039; der Schlagnetze. Diese &amp;#039;&amp;#039;Ruckleine&amp;#039;&amp;#039; war mit diversen Ober-, Unter- und Querleinen verbunden, die das schnelle Schließen der Schlagnetze aus der Hütte heraus ermöglichten. Bei entsprechender Größe und Ausstattung der Hütte wurden nachts hierin auch die Ruf- und Laufvögel verwahrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineJagd&amp;quot;&amp;gt; Friedrich Ernst Jester: &amp;#039;&amp;#039;Die kleine Jagd&amp;#039;&amp;#039;, Brockhaus, Leipzig 1884, S. 523–553.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der notwendigen Schnelligkeit der Schlagnetze ergab sich eine ideale Größe von ca. 12&amp;amp;nbsp;m Länge und ca. 6&amp;amp;nbsp;m Breite für die Netze, der gesamte Vogelherd war also rund 20&amp;amp;nbsp;m × 10&amp;amp;nbsp;m groß und wurde auch meist schon im Frühling und dauerhaft angelegt. Daher wurden Vogelherde nach außen hin meistens auch von Büschen umgeben und nicht nur von temporären Zäunen. Erst mit den umstehenden Hecken waren die einzufangenden Vögel vor Greifvögeln sicher und setzten sich somit auch auf den mit Futter bestreuten Erdboden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineJagd&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachweise ==&lt;br /&gt;
Viele Flurnamen (Am Vogelherd, Vogelsperre, Vogelsberg, Zum Vogelfänger, Vogler, [[Vogelherdhöhle]] etc.) erinnern an solche Areale. Einige dieser Fangplätze konnten bereits [[Archäologie|archäologisch]] oder archivalisch nachgewiesen werden oder sind auf zeitgenössischen Illustrationen überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bayern haben sich einige mutmaßliche oder gesicherte Vogelherde als rechteckige oder ovale Bodenerhebungen erhalten ([[Erdwerk im Taitinger Holz]]). Hier lassen sich auch einige sogenannte Roccoli (Rockerl) nachweisen. Es handelt sich hierbei um Erdhügel, die entweder speziell für diesen Zweck aufgeworfen wurden oder ursprünglich [[Motte (Burg)|Turmhügel]] oder frühgeschichtliche [[Grabhügel]] gewesen sein könnten. Der [[Kupferstich|Kupferstecher]] [[Michael Wening]] überlieferte auch diese ursprünglich aus [[Süditalien]] stammende Sonderform auf einem seiner Stiche (Turmhügel Kaysersberg). Im [[Kanton Tessin|Tessin]] standen sogar steinerne Beobachtungstürme auf solchen Fanghügeln. Vogelherde befanden sich beispielsweise auf dem [[Schmausenbuck]] in [[Nürnberg]]. Dort wurden die Vögel bis zum Verbot 1806 durch sogenannte Vogelsulzen (Wasserstellen) angelockt und mit Leimruten und Netzen für den späteren Verzehr gefangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archäologische Wiederentdeckung dieses Bodendenkmaltyps gelang sozusagen als Nebenprodukt der topographischen Denkmälervermessung. Vorher wurden viele Vogelherde gelegentlich für kleine Wehranlagen oder Langhügelgräber gehalten oder waren sogar [[Esoterik|esoterischen]] Interpretationen ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Datei:QuedlinburgFinkenherdInschriftHerzogHeinrich.JPG|miniatur|Die Gasse &amp;#039;&amp;#039;Finkenherd&amp;#039;&amp;#039; in Quedlinburg. Die Inschrift unter dem Straßenschild lautet: &amp;#039;&amp;#039;Die sagenreiche Stelle, wo dem Sachsenherzoge Heinrich die deutsche Königkrone angeboten sein soll&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
[[Johann Nepomuk Vogl]] beschreibt in seiner Ballade &amp;#039;&amp;#039;Herr Heinrich sitzt am Vogelherd&amp;#039;&amp;#039; (1835), wie König [[Heinrich I. (Ostfrankenreich)|Heinrich dem Vogler]] nahe bei einem Vogelherd die &amp;#039;&amp;#039;Königskrone&amp;#039;&amp;#039; angetragen worden sei. Dies ist eine [[Anekdote|Geschichtslegende]], deren Ausschmückungen (u.&amp;amp;nbsp;a. war Heinrich niemals Kaiser, stets nur deutscher König) im geschichtlichen Zusammenhang jedoch nicht bestätigt sind, auch wenn in [[Quedlinburg]] bis heute der legendäre &amp;#039;&amp;#039;Finkenherd&amp;#039;&amp;#039; als historischer Schauplatz gezeigt wird. Eine ähnliche Überlieferung gibt es für die [[Wallburg Pöhlde]], die auch die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;König Heinrichs Vogelherd&amp;#039;&amp;#039; trägt, und für das Dorf [[Heinrichshagen (Kirchbrak)|Heinrichshagen]] am Vogler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Theodor Fontane]]s Ballade [[Archibald Douglas (Ballade)|Archibald Douglas]] (1854) erinnert der gealterte Graf Douglas den schottischen König [[Jakob V.|Jakob]] &amp;#039;&amp;#039;„an den See und den Vogelherd“&amp;#039;&amp;#039;, wo sie einst zusammen gejagt hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Vogelkoje]]&lt;br /&gt;
* [[Vogeltenne]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hermann Kerscher: &amp;#039;&amp;#039;Il Roccolo – Das Rockerl&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Das archäologische Jahr in Bayern]] 1990.&amp;#039;&amp;#039; Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1991, S. 183–187.&lt;br /&gt;
* Hermann Kerscher: &amp;#039;&amp;#039;Vogelherde in Nordostbayern&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Das archäologische Jahr in Bayern 1991.&amp;#039;&amp;#039; Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1992, S. 201 ff.&lt;br /&gt;
* [[Kurt Lindner (Jagdwissenschaftler)|Kurt Lindner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Jagd im frühen Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1940.&lt;br /&gt;
* Karl Otto Sauerbeck: &amp;#039;&amp;#039;Herr Heinrich saß am Vogelherd. Beobachtungen zur mittelalterlichen Vogeljagd und deren Symbolik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 10, 2014, S. 57–79.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Bird hearth (trap)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/cgi-bin/getKRArticles.tcl?tid=KV11723 Ein ausführlicher Artikel über den Vogelherd] aus der &amp;#039;&amp;#039;Oeconomischen Encyclopädie&amp;#039;&amp;#039; (1773 bis 1858), herausgegeben von D. Johann Georg Krünitz&lt;br /&gt;
* [https://www.moegeldorf.de/geschichte/vogelfaenger/vogelfaenger.html Die Vogelfänger von Nürnberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fanggerät (Jagd)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Jagd]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vögel in der Kultur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Definitiv</name></author>
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